Aus -er engeren Heimat.
Hundertjahrfeier des Gesangvereins «.Konkordia" Langsdorf.
Langsdorf, 20 Dez. Am Samstagabend beging der Gesangverein „Konkordia" die 100-Jahrfeier seines Bestehens. Die Erinnerungsfeier wurde im ganz schlichten Rahmen einer abendlichen Veranstaltung abgehalten. Denn es war zu einer größeren Vorbereitung keine Zeit, weil man erst durch heimatgeschichtliche Forschungen der allerletzten Zeit erfahren hatte, daß der Verein im Jahre 1837 gegründet worden war. Seither hatte man geglaubt, er sei im Jahre 1847 entstanden, aus dem die Vereinsfahne stammt, die wohlerhalten noch heute geführt wird.
Im geschmückten Saale des „Deutschen Haus" sammelten sich die Sänger und ihre geladenen Gäste und füllten den Raum. Die Instrumentalmusik lag in bewährten Händen bekannter Musiker. In die Gesangsvorträge teilten sich der Jubelverein selbst und der als Geist geladene evangelische Kirchenchor. Die Festrede hielt der Vereinsführer, Bürgermeister Kneipp. Er machte interessante Ausführungen über die Geschichte des Vereins. Die Gründung erfolgte 1837 durch Joh. Adam Neumann, den ersten seminaristisch vorgebildeten Lehrer der Gemeinde, der von den hohen Idealen der Volksbildung getragen war. Die Gründung des Chors hatte zwei Ziele: Pflege der kulturellen Güter im deutschen Lied und Hebung des Kirchengesanges, wie das in der kirchlichen Gemeinde selbstverständlich war. Leider war die Gründung zunächst nicht von langer Dauer. Neumann hatte bei der Gemeindeleitung beantragt, daß ihm das für die Singstunden notwendige Brennholz als Besoldungsteil bewilligt würde. Die Gemeinde war zur Bereitstellung des Holzes willig, weigerte sich aber, daraus ein Recht für den jeweiligen Lehrer herzuleiten. Daher zog sich Neumann verärgert zurück. Er gab sein Werk zwar nicht ^anz auf, hat aber die Gesangstunden wahrscheinlich nur aus die, warme Jahreszeit beschränkt. Etwa zehn Jahre später gewann Neumann einen wichtigen Bundesgenossen in dem Dikar Emll Ohly, einem Freund von Musik und Gesana. Im Bunde mit eifrigen Sängern aus dem Dorfe stellten sie den Chor auf eine neue Grundlage und gewännet diesmal auch die Gemeindeführung. Zur Stärkung des Zusammenhaltes wurde die erwähnte Fahne angeschafft, zu der die Gemeindekasse einen namhaften Beitrag leistete. Seitdem blüht der Gesangverein, der nur Lehrer zu Dirigenten hatte, und zwar in 100 Jahren nur 4: zuerst den Begründer Joh. Adam Neumann, von etwa 1860 bis 1895 Friedrich Bach, von 1896 bis 1923 Gottfried Leidich, feit 1923 Hermann Glück. Der Festredner gedachte der Dereinsführer, soweit ihre Namen noch bekannt sind, und der in die Ewigkeit abgerufenen Sanges- brüder. Es war ein Beweis für die starken Ueber- lieferungen der Gemeinde, daß in manchen Häusern nun schon die vierte Generation zu den aktiven Sängern zählt.
Nach der inhaltsreichen Rede des Dereinsführers überbrachte der Prooinzialführer im Gau Oberhessen des Deutschen Sängerbundes, Wendler (Bad- Nauheim), die Grüße und Glückwünsche des Gaues. In ansprechenden Ausführungen legte er die Verbundenheit des Gaues gerade mit den dörflichen Chören dar Als Zeichen dafür überbrachte er ein schönes Bild eines pflügenden Bauern mit einem Worte Adolf Hitlers. Mit der Huldigung an den Führer schloß der Gauführer seine Ausführungen.
Als Vertreter der Bewegung sprach unser Zellenleiter Fabian, der besonders darauf hinwies, daß die nationalsozialistische Gleichschaltung im Jahre 1933 an unserem Vereine vorbeigehen konnte, weil seine Führung bereits in den Händen bewährter Nationalsozialisten gelegen habe, die den nationalsozialistischen Geist garantierten.
Den Gruß und Dank des evangelischen Kirchenchors überbrachte Kirchenvorsteher Heinr. Schmalz, der dazu besonders berufen war, weil er nicht nur dem Jnbelverein seit langen Jahrzehnten angehört, sondern auch der älteste aktive Sänger der Gemeinde ist.
Nachdem der Dereinsführer eingegangene Glückwunschschreiben verlesen und für alle guten Wünsche gedankt hatte, wurde um Mitternacht der offizielle Teil des Abends geschlossen. Alte und junge Sängerinnen und Sänger gehorchten dann noch stundenlang den verführerisch lockenden Tanzweisen der Musikkapelle. Fast graute der Morgen, als der Verein in das zweite Jahrhundert seines Bestehens ein trat.
Landkreis Gießen.
00 Klein-Linden, 20. Dez. Am vierten Advent feierte die Kleinkinderschule in der Kirche ihr Weihnachtsfest. Die Kleinen bereiteten mit ihren Darbietungen viel Freude. Zum Schluß bescherte das Christkind. Die Buben erhielten Eisenbahnen, die Mädchen Puppenbettchen. Pfarrer König als Vorsitzender der Station sprach der Kinderschulschwester den Dank für ihre Mühe aus. — Die Evangelische Frauenhilfe hielt am Sonntagabend in der Kinderschule ihre Weihnachtsfeier. Gedichtoorträge von Kindern nahmen auf das Christfest Bezug. Gemeinsam aefunaene Weihnachtslieder und eine Ansprache des Vorsitzenden füllten den schönen Abend aus.
* Rödgen, 21. Dez. Gemeine Burschen haben in der letzten Zeit wiederholt an den jungen Bäumchen, die an der Landstraße Gro- ßen°Buseck—Rödgen angepflanzt wurden, die Kronen abgebrochen. Hoffentlich gelingt es bald, diese üblen Burschen zu ermitteln, damit ihnen kräftig auf chre Bubenhände geklopft werden kann.
8 Alten-Buseck, 20. Dez. Eine weihnachtliche Vorfreude wurde unseren Schulkindern dadurch bereitet, daß sie mit ihren Lehrern am Samstagnachmittag die Weihnachtsvorstellung des G i e ßener Stadttheaters besuchten,
Neues für den Büchertisch.
— Rudolf G. Binding: Das Peitsch- ch e n. Eine Weihnachtsgeschichte. Drei Kindern erzählt. Mit Bildern von Fritz Kredel. Rütten und Loening, Verlag, Potsdam. — (602) — Ein kleines Mädchen schrieb über diese Geschichte einen auf dem Frankfurter Hauptpostamt geöffneten Brief „an den Himmel": „Lieber Gott und Petrus, wenn der Dichter Rudolf Biicking einst oben ankommt, so laßt ihn nur ja herein, denn auch das Jesuskind wird seinen Spaß an ihm haben — so schön erzählt er." Der Kunstbetrachter kann nichts Besseres tun, als sich dieser Kinderstimme anschließen; er wüßte jedenfalls nicht viel hinzuzufügen: die Erzählung ist gewiß eine der schönsten Weihnachtsgeschichten in deutscher Sprache, dichterisch und kindlich in Einem. In der Begegnung der drei kleinen flandrischen Geschwister mit dem Jesuskinde und der Jungfrau Maria auf dem Christmarkt in Gent klingen die schlichte Frömmigkeit der alten Legenden, heitere Kindlichkeit und ein tiefer Sinn der ewigen Weihnacht zu einer wunderbaren Einheit ineinander. Fritz Kredel hat die Erzählung mit farbigen Zeichnungen sehr anmutig bebildert. Eine entzückende Weihnachtsgabe für große und kleine Leute. Hans Thyriot.
— Gerhart Ellert: Wallenstein. Roman. Preis in Leinen geb. 7 Mark. F. Speidelsche Verlagsbuchhandlung Wien und Leipzig. (F. Volck- mar.) — (485) — Ellert kennen wir aus einer Reihe bedeutender Romane als feinsinnigen Deuter großer Erscheinungen der Weltgeschichte. Sein Wallenstein- Porträt hebt sich aus dem Halbdunkel einer verworrenen Zeit als das eines Mannes heraus, der mit einem klaren politischen Programm beginnt, vom Dämon- der Macht nicht minder wie von den politischen Umständen verleitet und hingerissen wird, sein eigenes Wollen zu verleugnen. Er, der einst als Gründer und Führer des kaiserlichen Heeres der bewußte und überzeugte Vorkämpfer des Reichegedankens gegen die Jntere.sfenpolitik der Fürsten war, der von dem politischen Ziel der Stärkung kaiserlicher Macht und Geschlossenheit des Reiches keinen Unterschied kannte zwischen katholisch und protestantisch und in dieser Bedingtheit kaiserlicher war als sein kaiserlicher Herr, wandelte sich nach der Belehnung Mecklenburgs zum selbstsüchtigen Landesfürsten, dessen politische Pläne allerdings, an phantastischer Kühnheit seiner Zeit weit vorauseilend, asie Grenzen sprengen. Als er nach der kurzen Episode seiner Entfernung vom Oberbefehl wieder berufen wird, um die Schweden von Bayern und den kaiserlichen Erblanüen fernzuhalten, wird der Feldherr im Gefühl seiner Allmacht zum Hasardeur, der blind für die Gefahren, die einem zwar unentbehrlichen aber deshalb auch doppelt verhaßten Manne drohen, vom Verlangen feiner Offiziere und den Intrigen der Gegenseite mehr, als aus eigenem Antrieb sich in ein verwegenes politisches Spiel hineinziehen läßt, dessen Karten er selbst nicht gemischt hat. Die seltsam passive Natur des Feldherrn, der immer im Zwielicht steht, sein Schicksal fatalistisch vorausbestimmt glaubt und sich eher von Zu-, fälligkeiten treiben läßt, als klare Entschlüsse faßt, diese ebenso geniale wie dämonisch zweispältige Natur weiß Gerhart Ellert in der Ichform, die er für feinen Roman gewählt hat und die unausgesprochene Gedanken vor uns auszubreiten erlaubt, seinen Lesern eindrucksvoll nahezubringen. Die kurzen, oft dramatisch zugespitzten Episoden, in denen Ellert erzählt, drängen die Handlung in mitreißendem Tempo vorwärts. Wallensteins unheimlich faszinierendes Bild beherrscht in jedem Augenblick die bunte Szene dieses wahrhaft großartigen Welttheaters der Zeit. Fr. W. Lange.
— Wilhelm Schmidtbonn: D i e siebzig Geschichten des Papageien. Nach dem Türkischen neu erzählt. 279 Seiten. In Leinen 4,80 RM. Rütten & Loening, Verlag, Potsdam, 1937. — (534) — Schmidtbonn hat die „siebzig Geschichten des Papageien" der berühmten Sammlung des Tuti Nameh nachgedichtet und neu erzählt. Der Urtext dieser Märchensammlung stammt aus dem Indischen; eine persische Nachbildung bildete die Grundlage für abermals zwei Bearbeitungen, eine neue persische und eine türkische, die 1858 von dem Orientalisten Georg Rosen ins Deutsche übertragen wurde und im wesentlichen auch Schmidtbonns Neufassung zugrunde liegt. „In all seiner Schönheitsfreude, Menschen- und Schicksalskenntnis diente ,Tuti Nameh* einst im Orient mit zur Erziehung der Jünglinge und Mädchen. Durch alle Jahrhunderte hatte es feinen Platz neben Tausendundeiner Nacht und hat ihn in England noch heute" Die Geschichten, in einer Rahmenerzählung zusammengefaßt, sind, wie man bald bemerken wird, einer reichen Phantasie und einer natürlichen Erzählfreude entsprungen; sie entführen den Leser in eine bunte, ferne, heitere, nachdenkliche und abenteuerliche Welt des Orients. Viele werden es
dem deutschen Dichter danken, daß er dieses östliche Märchenbuch, welches in der Tat nicht unebenbürtig neben „Tausendundeiner Nacht" steht, seinen Landsleuten aufs neue erschlossen und in unserer eigenen Sprache nahegebracht hat. hth.
— Hans Nowak: „Zink wird Gold". Ein Roman des wirklichen Lebens. In Leinen 5 RM. Verlag Wilh. Gottl. Korn, Breslau. — (582) — Das Buch erzählt die Lebensgeschichte eines Mannes, der in feiner Heimat heute noch als legendäre Gestalt lebendig ist. Karl Godulla begann seine Laufbahn als einfacher Jägerbursche. Durch einen schweren Schicksalsschlag, der ihm Jugend und Gesundheit raubte, wurde er auf den Weg gestoßen, den er dann niit gewaltigen Schritten ging. Er wird der Schatzgräber, der die unermeßlichen Bodenschätze seiner Heimat entdeckt und auswertet und stirbt als einer der bedeutendsten Großindustriellen seiner Zeit. Das unterirdische Reich, das sich der Krüppel zusamisienbaute, bildet heute das Kernstück einer der größten deutschen Bergwerksgesellschaften der Gräflich Schaffgotsch- scheu Werke. Godullas Lebensaeschichte ist zugleich Sie Geschichte einer der interessantesten und dabei immer noch unbekannten Landschaften des Reiches: Oberschlesiens.
— Fritz Müller - Partenkirchen: Die Hochzeit von Oberammergau. Leinen 1,10 RM. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. — (588) — Ein dichterischer Tatsachenbericht über die Entstehung der Oberammergauer Passionsspiele vor drei Jahrhunderten. Es ist die Herzens- und Hoch- ^eitsgeschichte des Schratzensepp und seines Mariele, die für das von der Pest umdrohte Dorf so verhängnisvolle Folgen gehabt hat. Doch ihre grausame Buße und das Gelöbnis der Ammergauer, zum Gedenken an die Pestzeit die Passion des Herrn für alle Zeiten im Spiele darzustellen, klingt als versöhnender Schluß hinein in unsre Zeit.
— Johannes Martin Schupp: Hans U n d ö g. Geschichte einer Jugend. Verlag Ludwig Voggenreiter, Potsdam. Preis in Ganzleinen gebunden 3,80 Mark. — (544) — Das Wachsen Hamburgs um die Jahrhundertwende ersteht in diesem liebenswürdig geschriebenen Buche vor unseren Augen. Der ganze Zauber dieser Stadt, ihre Weite, ihre Großzügigkeit, ihr.Vorwärtsdrängen wird in der köstlichen Erzählung lebendig gemacht.
— Dr. H. Römpps Rezept buch des Alltags. 2000 Ratschläge und Rezepte, die , jedem nützen. In Seinen gebunden 8,50 Mark. Franckh'- sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (562) — Ein rechtes Hausbuch für Hausfrauen und Hausväter, für Bastler und Handwerker, Siedler und Kleingärtner, Reformer und Genießer. Unglaublich vielseitig, vollgepackt mit gründlichem Wissen und verläßlicher Erfahrung: Rezepte gegen Schnupfen, Ungeziefer und Schädlinge, Flecken, Zahnschmerzen, Gefrieren der Fenster und was den Zeitgenossen sonst plagen mag. — Winke für Waschen, Kochen, Lebensmittelschutz, Grog und Süßmost, richtiges Heizen, Blumenpflege, und was man sonst braucht und im rechten Augenblick nicht weiß. Mit Ratschlägen, wie man lötet, färbt, richtig lüftet, die Haustiere pflegt, Schrammen aus Polituren entfernt — und taufend Ratschläge, wie man sich selber helfen kann. Das Buch ist ein prächtiger Lexi- konbano, der seinen Platz in jeder Hausbücherei neben dem Kochbuch der Hausfrau verdient.
— Oberin g. E d. A. Pfeiffer: Technik der Stadt. Mit 238 Bildern im Text und 36 Tafeln. Franckhfche Verlagshandlung, Stuttgart. Preis in Leinen gebunden 6,50 RM. — (563.) — Das enge Zusammenleben einer großen Menschengemeinschaft in unseren Städten stellt hohe Anforderungen an die Technik, ohne deren Leistungen die Städte der Gegenwart überhaupt nicht denkbar wären. Ständig ist die Technik darauf bedacht, das Leben gesünder, angenehmer und damit lebenswerter zu machen. Je zuverlässiger und reibungsloser unsere Elektrizitäts- und Gaswerke, unsere Wasser- und Lebensmittelversorgung, die Staub-, Schmutz und Abfallbeseitigung arbeitet, um so weniger wird sie von ihren Nutznießern beachtet und gewürdigt. Allgemeinere Kenntnis über die Technik der Stadt. zu vermitteln, ist die Aufgabe dieses Buches. Es führt in lebendiger Darstellung und durch zahlreiche eindrucksvolle Bilder in die wichtigsten Aufgabengebiete der Stadttechnik ein. Der Blutkreislauf und der Stoffwechsel des städtischen Organismus wird dem Leser sichtbar. Er wandert in das Kraftwerk in der Großstadt, verfolgt das Wasser auf feinem Wege vom Duell bis in die Anlagen der Abwasserreinigung und -Verwertung, besucht die städtischen Milchzentralen und Schlachthöfe. Jeder, der dieses Buch durchblättert, wird mit tieferem Verständnis die Einrichtungen benutzen, mit denen ihm die Technik der Stadt sein tägliches Leben erleichtert.
wo das Märchenspiel „Schneewittchen" aufgeführt wurde. Durch das Entgegenkommen der Theaterleitung wurde den Kindern für den Besuch dieser Vorstellung ein niedriger Einheitspreis gewährt. Für Hin- und Rückfahrt wurde ein Postomnibus benützt. In anerkennenswerter Weife waren die Fahrpreise für die Kinder bedeutend ermäßigt worden. Die Theatervorstellung war für die Kinder ein Erlebnis, um so mehr, als die Mehrzahl von ihnen das Theater bisher noch nicht besucht hatte.
gfs. Großen- B^u seck , 19. Dez. Zum Deutschen Frauenwerk haben sich wieder neue Mitglieder gemeldet Unsere Frauenschaft umfaßt jetzt 125 Frauen, das Frauenwerk zählt 105 Mitglieder. Unser Heim wird neu hergerichtet, die Frauen freuen sich schon darauf, nach Neujahr wieder darin einziehen zu können. In diesen Tagen helfen die Frauen bei den Vorbereitungen für das Weihnachtsfest im Kindergarten. Die Kindergärtne
rin Fräulein Sarnes hat 85 Kinder zu betreuen, für die alle ein Paketchen hergerichtet wird.
> Beuern, 19. Dez. Der Reichsluftschutzbund hielt im Saal von Dietrich einen Dorfgemeinschaftsabend ab. Lehrer Müller entbot den Teilnehmern herzlichen Willkommensgruß. Anschließend wurde der Film „Volk in Gefahr" vorgeführt. Gemeindegruppenführer Eberle (Lollar) ermahnte zum Schluß zu pflichttteuer Mitarbeit an der Sache des Luftschutzes. Vorträge, Gedichte und gemeinsam gesungene Volkslieder hielten die Teilnehmer noch lange beisammen.
# Mainzlar, 20. Dez. Das hiesige Jungvolk veranstaltete im Saale von Müller einen Volks- gemeinschaftsabend, der sehr gut besucht mar. Fähnleinführer Kirdorf begrüßte die Teilnehmer. In bunter Folge brachte das Jungvolk Mundartgedichte und Lieder zu Gehör. Manches Volkslied wurde gemeinsam gesungen. In einem
Lichtbildervortrag wurde die Arbeit des vergangenen Jahres umrissen. Außerdem gelangten noch kurze Theaterstücke zur Aufführung. Die Veranstaltung war im besten Sinne ein Gemeinschaftsabend.
gfs. Treis (Lumda), 19. Dez. Am Pflichtabend unserer Frauenschaft kam der Nikolaus und überraschte die Anwesenden mit kleinen Geschenken. Von Ftauen und von Schulkindern wurden Gedichte und Lieder vorgetragen. Unsere Frauen halfen der NSV. bei der Sammlung der Eintopfspende und der Pfundgabe. Die Gemeinde konnte 170 Zentner Kartoffeln und 16 Zentner Roggen dem WHW. zur Verfügung stellen.
§ Lumda, 20. Dez. Am 4. Advent fand, wie alljährlich, in unserer Kirche eine Weihnachtsfeier statt. In Wort und Lied hörten wir wieder aus Kindermund die frohe Botschaft: „Euch ist heute der Heiland geboren!" Unser Lehrer schloß an Stelle des erkrankten Pfarrers die eindrucksvolle Feierstunde mit der Mahnung, das Gehörte in die Tat umzufetzen zum Segen für Volk und Vaterland. Anschließend wurden die Kinder beschert. — Die Arbeiten an der Reichsautobahn, die dicht an unserem Dorfe vorbeiführt, schreiten rüstig vorwärts. 500 Arbeiter finden zur Zeit Beschöftt- gung im Abschnitt Lumda—Nieder-Ohmen. Bis zum 1. Juli 1938 sollen die Erdarbeiten beendet sein, so daß Ende nächsten Jahres die Verbindung zwischen Frankfurt und Kassel hergestellt sein wird. Für unser Dorf bringen diese Arbeiten wirtschaftlich manchen Vorteil. Nicht nur die Wirtschaften, sondern auch Bauern, Handwerker und Geschäftsleute haben eine gute Einnahmequelle.
* Grünberg, 21. Dez. Am gestrigen Montagabend hatten sich drei Männer bei einer Veranstaltung derart unter Alkohol gesetzt, daß sie sterngranatenooll auf der Straße herumtorkelten. Als nun ein Personenauto herankam, warf sich einer dieser „Illuminierten" plötzlich vor den K r a f t w a g e n, um sich überfahren zu lassen. Dem Autolenker gelang es glücklicherweise, seinen Wagen rechtzeitig zum Stehen zu bringen, so daß kein Unheil entstand. Die drei „Dulleulen" wurden in Haft genommen und dem Amtsgericht zugeführt.
ch L a u te r, 20. Dez. Am Samstagabend hatte der hiesige Gesangverein „Germania" seine Mitglieder zu einem Familienabend in den Saal von Hock eingeladen. Im Mittelpunkt des Abends standen die Aufführung eines Theaterstückes und eine Verlosung, zu der die Mitglieder die Preise gestiftet hatten. Gesangsvorträge des Vereins unter Stabführung von Chorleiter Nicolai (Großen- Bufeck) trugen noch zur Verschönerung des Abends bei.
"Y" Watzenborn-Steinberg, 20. Dez. Der Gesangverein „Germania", gegründet 1868, hielt am Samstagabend im Dereinslokal „Zum goldenen Löwen" feine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer Theodor Jung gab den Jahresbericht bekannt, dem zu entnehmen war, daß auch in diesem Jahre der Verein unter der bewährten Leitung von Chormeister Harnisch ein gutes Stück kultureller Arbeit geleistet hat. Es wurden im Laufe des Jahres zehn Neuaufnahmen getätigt und dadurch die Mitgliederzahl auf 160 gesteigert. Die Rechnungsablage, vorgetragen von Rechner Karl Pitz, zeigte einen günstigen Stand. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Im kommenden Jahr kann der Verein auf fein 70jähriges Bestehen zurückblicken. In dieser Zeit leitete Chor- meister Harnisch 25 Jahre den Verein. Es wurde beschlossen, am 15. Mai ein Jubiläums- konzert zu veranstalten. Der Vorstand bleibt in seiner seitherigen Besetzung. Für das ausscheidcnde Mitglied Georg "Sommer II. wurde Ludwig Schmandt berufen. Denjenigen Sängern, die im Laufe des Jahres die Gesangstunden regelmäßig besuchten, sprach der Schriftführer seine Anerk-m- nung aus. — Der Sanitätszug Watzenborn-Steinberg vom Roten Kreuz hielt am Samstag im-Saale ,Lur Ludwigshöhe" feine Familienfeier. Zugführer Karl Burger II. brachte die Bedeutung des edlen Werkes des Deutschen Roten Kreuzes zum Ausdruck. Kreiskolonnenführer Kratz (Gießen) sprach über die Aufgaben der Sanitätskolonnen tm Dritten Reich. Dem Gruppenführer Karl Sommer wurde nach abgelegter Prüfung die Urkunde der Bestätigung als Zugführer überreicht. Ein Theaterstück, von Mitgliedern des Sanitätszuges aufgeführt, und Einzeldarbietungen trugen zur Verschönerung des Abends bei. Ein von Kamerad Heinrich Degen verfaßtes Zwiegespräch fand reichen Beifall. Gemeinsam gelungene Lieder bildeten den Abschluß der wohlgelungenen Familienfeier.
cxd Langsdorf, 19. Dez. Die hiesigen Jagdpächter veranstalteten eine Treibjagd auf Hasen und Raubhaarwild im Feld und im südwestlichen Zipfel des Waldes. Es wurden 84 Hasen geschossen. Diese Sttecke übertrifft die Ergebnisse der letzten Jahre bei weitem. Aber der Bestand an Hasen, den unsere Gemarkung vor dem Kriege aufzuweisen hatte, ist noch längst nicht wieder erreicht. Die Jäger schreiben das vornehmlich dem intensiveren -Betrieb der modernen Ackerwirtschaft zu, bei dem das Wild nicht mehr die erforderliche Ruhe hat.
Kreis Friedberg.
= Butzbach, 20. Dez. Heute feierte der hiesige Rentner Johannes Frank seinen 75. Geburtstag. — Zum Besten des Winterhilfswerkes veranstaltete die Werner-Weidig-Oberrealschule am Samstag im „Hessischen Hof" einen Deutschen Abend. Gemischte Chöre, altdeutsche Tänze, Leibesübungen und ein kleines Theaterstück wurden zur Unterhaltung geboten.
Kreis Schotten
# Groß-Eichen, ^8. Dez. Das Fest der silbernen Hochzeit feierten die Eheleute Landwirt Wilhelm Peter und Frau Anna, geb. Schmidt. — Gendarmeriehauptwachtmeister Ripper von Heldenbergen ist nach hier versetzt worden. _____
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