Ausgabe 
21.12.1937
 
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Ijerrn würdig zu erweisen." Der Führer antwor­tete:Den in Berlin versammelten Führern des Deutschen Roten Kreuzes danke ich für das mir telegraphisch übermittelte Gelöbnis selbstloser Mit­arbeit. Ich erwidere ihre Grüße mit meinen a u f r i ch t i g e n W ü n s ch e n für ihr weiteres Wirken 'm Dienste des deutschen Volkes."

Der Gesthäflsführende Präsident ^-Brigadeführer Dr. G r a w i h

hob die großen geschichtlichen Verdienste des DRK. hervor. Nach Auslösung der 8904 bisher selbstän­digen Vereine ergebe sich nunmehr die Möglichkeit, die für das DRK. dringend erforderliche klare Befehlsführung zu schaffen. Es wurden in der Hand jeweils einer verantwortlichen Persönlich­keiten vorgesetzte Dienststellen errichtet, die im ge­samten örtlichen Dienstbereich die Führung aller Untergliederungen hätten. Diese einschneidenden Aenderungen hätten zu einer grundsätzlichen Neu­gliederung geführt. Die breite Grundlage des Neubaues des DRK. bildeten die männlichen und weiblichen Bereitschaften, die Gemeinschaften und Einrichtungen für den Gemeinschaftsdienst. Ihre einheitliche Leitung erfolgt durch die DRK.-Kreis- ft e l l e n, die ihre Weisungen wiederum von den DRK.-L an des st eilen erhielten, denen die gro­ßen Krankenanstalten des DRK. unterstehen. Ihnen vorgeordnet sei das DRK.-P r ä sid i um, dessen Einzelämter unmittelbar vom Präsidenten und vom Geschäftsführenden ''Präsidenten geleitet werden. Dem Präsidenten unmittelbar unterstünden auch die 57 Schwesternschaften des DRK. In Aner­kennung und Würdigung der besonderen Aufgaben, die der Frau im DRK. zufallen, werde in allen Dienststellen und im Präsidium die politische Führung der Frauen besonders verankert. Die Tatsache, daß die Reichsfrauenführe­rin selbst die Leitung dieses Dienstzweiges über­nehme, werde sich auf die Entwicklung und den Ausbau der Frauenarbeit im DRK. einschließlich der Schwesternarbeit und des Bereitschaftsdienstes aus­wirken.

20 Jahre GM.

DieSowjets feiern ihreMörderorganisation

London, 21. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Feiern, die in Sqwjetrußland anläßlich des 20jährigen Bestehens der beriichtig- t e n GPU. veranstaltet werden, geben derDaily Mail" Anlaß, in scharfer Weise mit Stalin und den Sowjets abzurechnen. Während der sog.Wahl", so schreibt das Blatt, habe die Mörderei in Sowjet- rußland Ferien gehabt. Diese Ferien seien kurz ge­wesen. Stalin habe nun mit verdoppelter Wut seineR e i n i g u n g s a k t i o n" wieder aus­genommen. Wenn jemand die Sowjetrevolte mitgemacht habe, so sei er heute gebrandmarkt. Wenn jemand aber ein persönlicher Freund Stalins gewesen sei, so bringe das Vernichtung mit sich. Die meisten Angehörigen der sog. altenbol­schewistischen Garde" seien nunliquidiert". Gestern habe das russische Volk dieHeldentaten" s einer eigenen Z erstörer feiern müssen.

Japanischer Vormarsch zwischen Gelbem Kluß und Langtse.

Die Japaner wollen die Verbindung zwischen Nord- und Südfront Herstellen.

H a n t a u , 21. Dez. (DNB. Funkspruch.) An der Nordfront stehen nach chinesischen Berichten die japanischen Truppen im Begriff, den Hoangho, den Gelben Fluß, zu überschreiten, und zwar 200 Kilometer oberhalb und 100 Kilometer unterhalb von T s i n a n. An der Südfront haben starke japa­nische Abteilungen den Jangtse bei Tsinan, Nanking und Wuhu überquert. Infolge dieses Druckes der japanischen Streitkräfte mußte d i e chinesische Front weiterzurückgenom­men werden. Auf dem Nordufer des Jangtse drin­gen die japanischen Truppen längs der Tien- tsin-Pukau-Bahn vor, wo sie bereits K i a n- s ch a n 380 Kilometer nordwestlich von Pukau er­reicht haben. Auch am Kaiser-Kanal und an der Hwainan-Bahn marschieren japanische Truppen- abteilungen nach Norden. Die chinesische Presse schließt aus den militärischen Operationen der Japaner am Gelben Fluß und am Jangtse auf einen japanischen Vormarsch, der die Vereinigung der Nord - und Südfront bezweckt, um eine Verbindung zwischen den eroberten Gebieten herzustellen.

Der Zra d in Tsingtau.

Auf Verlangen der Kommunisten die japanischen Fabriken vernichtet.

Tokio, 20. Dez. (DNB.) Die Agentur Domei berichtet, daß alle in der Umgebung von Tsing­tau gelegenen japanischen Spinnereien durch Feuer vernichtet worden seien. Nach einer Information aus Schanghai sei bas Feuer

von chinesischen Soldaten angelegt worden. Der durch den Brand entstandene Schaden wird auf über 200 Millionen Pen geschätzt. Der Schanghaier Korrespondent desDaily Herold" schreibt: Die Kommunistische Partei Chi­nas habe damit zum ersten Male einen entschei­denden Einfluß auf die chinesische Regierungspolitik ausgeübt. In dem Militärrat unter Tschiangkaifchek seien jetzt außer den südchinesischen Führern auch einige Kommunisten vertreten. Das Feuer­meer in Tsingtau bedeute, daß der Militärrat den ersten Punkt der Forderung der Kommunistischen Partei Chinas angenommen habe, nämlich Be­schlagnahme des japanischen Eigen­tums in China, wo das unmöglich fein sollte, dessen Zerstörung, um Japan daran zu ver­hindern, diesen Besitz als Angriffsbasis zu benutzen. Die Brände in Tsingtau feien auf direkten Befehl Tschiangkaifcheks erfolgt. Es heiße, daß die japanische Flotte Kriegsschiffe nach Tsingtau dirigiere.

I« Hankau erörtern amtliche chinesische Kreise eine mit den japanischen Behörden in Tsingtau im Juli eingegangene örtliche Vereinbarung, wonach der Bürgermeister den Schutz des ja­panischen Eigentums übernommen habe, solange die Schantung-Provinz nicht angegriffen werde. Bisher liege kein amtlicher Bericht über die Zerstörung japanischer Industrieanlagen in Tsing­tau vor. Es sei jedoch möglich, daß die dortigen chinesischen Behörden die Niederbrennung japani­scher Anlagen aus militärischen, mit der Verteidi­gung der Stadt zusammenhängenden Gründen für notwendig erachtet hätten.

Die GPU., jene finstere geheime Macht von In­quisitoren und amtlichen Mördern, sei jetzt zwanzig Jahre alt; den Geburtstag dieser Terroristenbande zu feiern, habe man die russische Nation gewaltsam gezwungen. Stalin habe eine Galavorstel­lung der GPU. im Lubljanko-Gefäng- n i 5 in Moskau gegeben, jenem schrecklichen Ge­bäude, das mit den Geistern derjenigen angefüllt sei, die er in den Tod geschickt habe. Die ganze Schlachchausfeier werde aber die Well nicht täu­schen, vielmehr d ie wahre Natur jener kenn­zeichnen, für die die Sowjetspflichtbewußt" ge­wählt hätten. Die einzige Freiheit, der sich der Sowjetrusse heutzutage erfreue, fei die, in aller Stille ohne Warnung hinterrücks erschossen zu werden. Selbst die gutgläubigen Linksgerichteten in anderen Ländern, die Moskau systematisch zu be­wundern vorgäben, müßten jetzt den Mördercharak­ter der roten Häuptlinge und die empörend- Natur chres Regimes einsehen.

Reichsverweser von Horihy zur Königsfrage.

Nur die verfassungsmätzigen Faktoren zur Entscheidung berufen."

Budapest, 20. Dez. (DNB.) Anläßlich der Ent- hüllung eines Porträts des verstorbenen Generals der Kavallerie Stefan Horthy von Nagy« banya, des älteren Bruders des Reichsverwesers, hielt der Reichsverweser eine Rede, in der er erklärte:In letzter Zeit wird auf Parteiver­sammlungen oft gesagt: ,Es müsse verhindert wer­den, daß irgendein Diktator die Macht an sich reiße/ Ich glaube nicht, daß jemand bezweifelt, daß die unbedingt verläßliche Brachialgewalt die ent­sprechende Kraft besitzt, um jedes abenteuer­liche Unternehmen zu unterbinden. Damll hängt auch das bedauerliche ständige Auf­

werfen der Königsfrage zusammen. Ich selbst halte es für meine Pflicht, die uralte Institution des Königtums zu erhalten. Eine republika­nische Staatsform ist bei uns undenkbar; aber ich will heute wiederum betonen: Nur hie zustän­digen verfassungsmäßigen Faktoren sind berufen, die Aktualität der Regelung der auf diesem Gebiet noch schwebenden Fragen in einem Zeitpunkt festzustellen, wo die Nation es für richtig halten wird, ihren Willen durch die dazu berufenen Organe zu bekunden. Es gibt also keinen Grund zur Beunruhigung. Vor 17 Jahren habe ich bereits gesagt, daß ich es nicht zu­lassen könne, daß die Person des Reichsverwesers in Ungarn mit dem königlichen Thron in Verbin­dung gebracht werde. In diesem Sinne fasse ich meine Pflicht auch heute auf. Ich richte daher an die ganze große Öffentlichkeit die Bitte, die uralte* Institution des Königtums nicht zum Spiel­zeug politischen Haders zu machen."

Weiterbericht

des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt.

Im Bereiche eines kontinentalen Hochdruckgebie­tes bleibt die Witterung überwiegend heiter und trocken. Nachts kommt es dabei zu stärkeren Frösten. Die sich westlich Frankreichs auswirkende Störungstätigkeit wird bei uns lediglich eine vor­übergehende Bewölkungszunahme bringen.

Aussichten für Mittwoch: Ueberwiegend heiter und trocken. Temperaturen nachts unter 5 Grad, tagsüber um 0 Grad. Veränderlich« Winde.

Lufttemperaturen am 20. Dezember: mittags1,6 Grad Celsius, abends2,8 Grad; am 21. Dezember: morgens 3,4 Grad. Maximum 1 Grad, Mini­mum heute nacht7,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Dezember: abends + 0,6 Grad; am 21. Dezember: morgens 4- 0,6 Grad.

IDinferfporMDefferbienff.

Vogelsberg, Hoherodskopf: Heiter,8 Grad, 55 cm .Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Herchenhainer Höhe: Heiter, 8 Grad, 35 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee Ski und Rodel sehr gut.

Rhön, Wasserkuppe: Nebel,9 Grad, 43 an Gesamtschneehohe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Gersfeld: Bewölkt,5 Grad, 12 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut._________________________________________________

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange.

Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder»' Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 37: 10 780. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. EinzAverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit bet

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