Ausgabe 
21.12.1937
 
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zen der Provinz. Die Oberste Heeresleitung ent- schließt sich, den bisherigen Oberbefehlshaber und seinen Chef des Gencralftabes abzulösen. Wer soll sie ersetzen? Man entsinnt sich des Generals von Hindenburg, der im Ruhestand in Hannover lebt und als klarblickender, charakterfester komman­dierender General des IV. Armeekorps in gutem Andenken steht. Wer soll ihn beraten? Nur einer kommt in Frage: Ludendorff! Er steckt ir­gendwo mit seinem Oberkommando in Belgien. Ein Kraftwagen holt ihn ins Große Hauptquartier nach Koblenz. Ein Brief des Generalobersten von Moltke bat ihn auf seine Aufgabe vorbereitet. Sein Schluß lautet:Sie werden vor eine schwere Auf­gabe gestellt, vielleicht noch schwerer als die Erstürmung Lüttichs. Ich weiß keinen an­deren Mann, zu dem ich so unbedingtes Vertrauen hätte wie zu Ihnen. Vielleicht ret­ten Sie im Osten noch die Lage." Stunden ernster Erwägungen, höchster Ehrungen in Koblenz. Die grundlegenden Befehle für die Einstellung des Rück­zuges, die Einleitung neuer Operationen ergehen drahtlich nach Ostpreußen. Der Oberste Kriegsherr schmückt den General fürden persönlichen Mut und den unbeugsamen Willen", den er bei Lüttich bewiesen chat, mit dem höchsten preußischen Kriegs­orden demPour le Merite".

Fahrt quer durch Deutschland! Erstes Zusammen­treffen mit Hindenburg auf dem nächtlichen Bahn­hof von Hannover und iUebernahme des Komman­dos in Marienburg.' Jener wundersame Zusammen­klang zweier soldatischen Persönlichkeiten hebt an, der Deutschlands Stolz und Glück vier Jahre lang sein sollte. Beiden aebührt die gleiche Ehre, beiden der gleiche Dank! Oberbefehlshaber und Chef, der Verantwortliche und der Handelnde, sie bilden hier eine Einheit, wie sie vorher in der preußischen Heeresgeschichte nur einmal in dem Zweigestirn Blücher und Gneisenau erreicht worden ist. Tan­nenberg, ihre erste Tat, bleibt die leuchtendste als das Muster einer Vernichtungsschlacht, in der durch doppelseitige Umfassung ein an Zahl über­legener .Gegner im Angriff eingeschlossen und zur Waffenstreckung gezwungen wurde. Höher zu wer­ten fast noch als der geniale Plan, der kühne An- ariffsentwurf ist die seelische Starke, mit der Ober­befehlshaber und Chef allen mneren Reibungen zum Trotz und unter ständiger Bedrohung des Rückens ihrer kämpfenden Truppen durch neue Russenmassen an ihrem Entschluß festhielten und zu einem glücklichen Ende führten.

Es fehlt an Raum, auf die reiche Fülle groß­zügig angelegter und erfolgreich durchgeführter Ope­rationen Hindenburgs und Ludendorffs an der Ost- front in den Jahren 1914/15 einzugehen, von der Schlacht an den Masurischen Seen über den Dor- stoß in Siidpolen, der Schlacht bei Lodz, der Win­terschlacht in Masuren, dem Narewübergang, dem Vorstoß nach Kurland bis zur Schlacht bei Wilna. Es fehlt der Raum, eingehend zu würdigen, was Ludendorffs Tatkrckft für die Verwaltung und die Ausnutzung des besetzten Gebietes zum Nutzen der deutschen Kriegführung geleistet hat. Es fehltauch der Raum, zu schildern, wie sein Feuergeist immer wieder auf Widerstände gegen seine weitblickenden Pläne in der Obersten Heeresleitung stieß, bis end­lich wieder, als die Not auf das höchste gestiegen war, man ihn in Gemeinschaft mit Hindenburg an die leitende Stelle berief, auf die sie längst gehört hätten, auf der sie mit dem gesamten Feldheere das deutsche Volk längst zu sehen wünschte.

Es ist zu spät! Wohl vermag Ludendorff, der sich als 1. Ouartiermeister des am 29. August 1916 zum Chef des Generalstabes des Feldheeres er­nannten Generalfeldmarschalls von Hindenburg ausdrücklich die volle Mitverantwor. tung für alle zu fassenden Entschlüsse und Maß­nahmen zugesichert hat", noch einmal Heer und Volk zu unerhörter Kraftanstrengung hinzureißen. Die schier verzweifelte militärische Lage wird wie- der eingerenkt: Im Westen wird das vor Verdun und an der Somme ins Schwanken geratene Gleichgewicht der Kräfte wieder hergestellt, im Osten der Anprall der Brussllowoffensive gedämpft, der neue Gegner Rumänien mit raschen Schlägen zu Boden geworfen. Die persönlichen und wirt­schaftlichen Reserven der Heimat werden im Hilfs- dienstpflichtgesek und im Hindenburgprogramm voll für die Kriegführung eingesetzt. Das Jahr 1917 ver­rinnt in siegreicher Abwehr, endet mit der Aus­schaltung der Ostgegner in den Friedensschlüssen von Brest-Litowsk und Bukarest. Das Jahr 1918 bicpnnt glüchoerheißend mit der großen Schlacht in Frankreich, in der Ludendorfts Schulung des Hee­res auf den Angriff aus dem Stellungskrieg, feine bis auf das Kleinste durchgeführte Vorbereitung des operativen Durchbruches ihre Früchte ernten. Es folgen die Erstürmung des Kemmels, des Chemin des Dames. Dann ist die Kraft erschöpft. Dann gewinnen in der Heimat und im Heere um J soldatische Elemente die Oberhand, zerschlagen dem Feldberrn das Instrument, erzwingen am 26. Okto­ber seinen Rücktritt und drücken damit das Siegel auf Deutschlands Niederlage.

Wir, die wir damals aus größerer oder kleine­rer Entfernung Ludendorffs Gigantenkampf gegen innere und äußere Feinde erlebt haben, beugen uns in Dankbarkeit vor der Größe seines Geistes und Willens, vor der Arbeits- und Sorgenlast, die er um Deutschlands willen getragen hat. Wir sind stolz darauf, unter feiner Führung haben mithandeln und mithelfen dürfen, wenn auch ihm, wenn auch uns es versagt war, Deutschlands Ge­schick zu wenden.

Wie unendlich schwer der General Ludendorff, dem die Waffe in der Hand zerbrach, unter der Niederlage, dem Zusammenbruch und der Revolte gelitten haben muß, das können wir nur ahnen. Erich Ludendorff ist immer feinen Weg aufrecht weitergegangen, mochte er auch in die Einsamkeit führen oder mochte die Zeit den Einsatz eines großen Namens fordern. Er wurde ein Kämpfer gegen die Schuldlüge, ein Streiter für die Ehre der deutschen Armee. Seine Schriften zeigen, vielen überraschend, daß dieser Mann nicht nur der Stratege und Gebieter der Materialschlacht war, sondern auch über die psychologischen Vorbedingun­gen des Krieges wie auch des Wiederaufbaus durch­aus eigene Gedanken gemacht hat. Daß er am historischen 9.. November 1923 an der Seite Adolf Hitlers stand, gereicht beiden Namen zur Ehre.

Ludendorff hat im Kriege wie im Frieden jeden Hauch feines Wesens dem deutschen Volke und seiner Größe gewidmet. Dank und Ruhm werden fein Andenken lebendig halten, weil er der große Feldherr ist, der mit Hindenburg das deutsche Heer gegen eine ganze Welt voll Feinden glorreich geführt hat! Ueber sein Grab senken sich "nun die Fahnen, die der alten ruhmreichen Armee, wie die der neuerstandenen deutschen Wehrmacht. Und wenn dann vielleicht das Lied vom guten Kamera­den erklingt, so trägt es der Wind hinaus über die Grenzen, überall dorthin, wo deutsche Soldaten in

ftemder Erde ruhen. Es ruft sie zum Appell: Der tote Feldherr kehrt heim zu seinen Soldaten und dem Generalfeldmarschall, der ihm vor drei Jah­ren Dorausging.

Ludendorffs soldatische Laufbahn

Friedrich Wilhelm Erich Ludendorff wurde am 9. April 1865 auf dem Gute Pruszennia (Posen) als Sohn des Rittmeisters a. D. August Wilhelm Ludendorff geboren. Als Zwölfjähriger kam er in die Kadettenanstalt Ploen, er bestand das Examen mit solchem Erfolg, daß ihm der Oberst nach der Prüfung feine Anerkennung ausfprach. Auch in der Hauptkadettenanstalt Lichterfelde erwies er sich als ein glänzender Schüler und vorbildlicher Kamerad. Am 15. April 1882 trat er als Leutnant in das IN. 57 in Wesel ein. Er kam dann in die Milityr- tumanftalt und wurde 1889 mit Vorpatentierung in die Marineinfanterie versetzt. Unter Beförderung zum Premierleutnant kam er drei Jahre später zum Leibgrenadierregiment Nr. 8, Frankfurt a. d. O. Bald darauf rief ihn die Kriegsakademie. Das Urteil bei der Abschlußprüfung über ihn lautete:E i n klarer Kopf, der' mit gutem Wissen und gutem Können gute Formen verbindet." Nach einer Studienreise nach Rußland wurde er

1895 im Alter von 30 Jahren als Hauptmann in den Großen General st ad berufen, wo der geniale Generalstabschef Graf von Schlieffen aus den befähigten Offizier aufmerksam wurde. Kurze. Frontkommandos und eine Tätigkeit als Lehrer für Taktik und Kriegsgeschichte an der Kriegsakademie unterbrachen sein Wirken im Gro­ßen Generalstäb, bis er 1908 als Oberstleutnant Chef der Aufmarschabteilung des Großen Generalstabes wurde. In einer Reihe von Schriften kämpfte er mit unbeirrbarer Zähigkeit um die Verstärkung der Wehrkräfte. Ein Jahr vor dem Kriege wurde er Kommandeur des Füsilierregiments Nr. 39 in Düs­seldorf (hier erlebte er den Triumph, daß seine Heeresvorlage 1913 zur Annahme kam) und ein Jahr später, als Generalmajor Brigadekommandeur der 85. Jnfanteriebrigade in Straßburg. Bei Aus­bruch des Weltkrieges wurde er Oberquartiermeister der II. Armee. Am Ende der ersten Mobilmachungs­woche 1914 heißt es in einer amtlichen Meldung, daßbisher an den Generalstab feine Rückfragen gekommen seien", d. h., daß sich der gewaltige Auf­marsch an zwei Fronten, eine einmalige Leistung in der Kriegsgeschichte, mit der Präzision eines Uhr­werkes vollzogen hat. Ludendorffs überragende Lei­stung als Feldherr wurde an anderer Stelle in gro­ßem Zusammenhang gewürdigt werden.

Oie Trauer der Wehrmacht.

Berlin, 20. Dez. (DNB.) Zum Tode General Ludendorffs erläßt der Reichskriegsmlni- si er und Oberbefehlshaber der Wehrmacht nach­folgenden Appell:

Soldaten der deutschen Wehrmacht!

Der Erste Generalquartiermeister im Weltkrieg. General L u d e n d o r f f, ist zur Großen Armee abberufen worden. Ein großer Deutscher und ein großer Soldat ist von uns gegangen. Sein Leben war ein leidenschaftlicher Kampf für Deutschland. Dieser Kampf galt in der Vor­kriegszeit der Stärkung unserer Wehr­kraft, im Kriege dem Siege der Waffen, später der Freiheit des Reiches und der Einheit der Ration.

Als Wehrschöpfer, Organisator und als mitver­antwortlicher Feldherr hatte er wesentlichen Anteil am inneren und äußeren Aufbau der besten Armee der Weltgeschichte. Wit Hindenburg führte er die­ses Heer zu Siegen von klassischer Gröhe. In den letzten schweren Jahren des Krieges war er die Seele und der Wille aller ehrliebenden Deutschen. Auch in der Niederlage hielt er die eigene und die Daffenehre der Armee rein. Vor Lüttich aber und beim Marsch zur Feldherrnhalle am 9. Nov. 1923 vereinten sich Gedanke und Tat, Haltung und per­sönlicher Einsatz zu heldenhaftem Vorbild.

Solange es deutsche Soldaten gibt, wird General Ludendorff fortleben als eine der größten Gestal­ten preußisch-deutschen Soldatentums. Die Wehr­macht des Dritten Reiches hält ihm die Treue. An seiner Bahre senken sich unsere Fahnen in stolzer Txauer, in Dankbarkeit und Ehrfurcht.

Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht.

(gez.) von Blomberg, Generalfeldmarfchall.

Die Flaggen auf Halbmast!

Berlin, 20. Dez. (DNB.) Der Reichs- und preußische Minister des Innern gibt be­kannt: Aus Anlaß des Todes des Generalquartier­meisters des Weltkrieges General der Infanterie Ludendorff setzen die staatlichen und kommunalen Verwaltungen und Betriebe, die sonstigen Körper­schaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts und die öffentlichen Schulen im ganzen Reich am Montag, dem 2 0. Dezember dieses Jahres, und am Beisetzungstage die Flaggen auf Halbmast. Der Beisetzunastag wird noch bekanntgegeben werden. Gleichzeitig weist der

Reichspropagandaleiter der NSDAP. Dr. Goebbels sämtliche Dienststellen der NSDAP, und aller angeschlossenen Verbände an, am heutigen Tage und am Tage der Beisetzung halbmast zu flaggen. Der Reichsmini st er für Volks- aufflärung und Propaganda ruft das deutsche Volk auf, am Montag, dem 20. De­zember, und am Tage der Beisetzung an den Häu­sern Trauerbeflaggung zu setzen.

Seneralfeldmarschall v. Blombergs Teilnahme.

Berlin, 20. Dez. (DNB.) Reichskrieasrninister Generalfeldmarschall von Blomberg sandte an Frau Ludendorff folgendes Beileidstelegramm:

Tief ergriffen durch die Nachricht vom Ableben Ihres Gemahls spreche ich Ihnen meine auf­richtige und herzliche Teilnahme aus. Mit mir steht die Wehrmacht in tiefer und stolzer Trauer an der Bahre eines Soldaten und deutschen Mannes, der für alle Zeiten zu den großen Ge­stalten der Geschichte gehört. von Blomberg.

Oie Teilnahme

am Staatsakt in München.

Berlin, 20. Dezember. (DNB.) Anläßlich des Staatsbegräbnisses des Generals der Infanterie a. D. Ludendorff findet am Mittwoch, dem 22. Dezember 1937, um 10 Uhr in München (Feldherrn­halle) ein Staatsakt statt. Diejenigen Offi­ziere und Beamten der alten Wehrmacht, in Ge­neralsrang, die in näherer diestlicher oder per­sönlicher Beziehungzudem Verstorbenen gestanden Haven und beabsichtigen, an dem Staats­akt teilzunehmen, werden gebeten, ihre Teil­nahme sofort telegraphisch anwmelben, und zwar beim Generalkommando VII. AK., München. Aus­kunft und Kartenausgabestelle der Kommandantur München im Hauptbahnhof München. Ohne An­meldung ist eine Teilnahme am Staatsakt nicht möglich.

Or. Goebbels an ftrou Ludendorff.

Berlin, 20. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels sandte folgendes Telegramm an Frau Mathilde Ludendorff:

Hochverehrte gnädige Frau! Zu dem schweren Verlust, den Sie durch den Tod Ihres Mannes, des großen Feldherrn, Erich Ludendorff, erlitten haben, spreche ich Ihnen mein herzlichstes ,Beileid aus. Das ganze deutsche Volk nimmt an Ihrem Schmerz innigsten Anteil. Der Name des Verstor­benen wird die Zeit überdauern. 9Jlit ergebensten Grüßen Reichsminister Dr. Goebbels.

a.D. von Subay einen sehr warm gehaltenen Nachruf, in dem die geschichtlichen Verdienste des Verstorbenen im Weltkriege, sein reines, heldenhaf­tes Soldatentum und seine außerordentliche Befähi­gung eindringlich geschildert werden. Mit dem Ge­schehen der langen Jahre des großen Krieges sei kaum ein Einzelschicksal enger verbunden als das dieses Mannes, den ein gütiges Geschick in der Nacht des 25. August 1914 mit dem damaligen Ge­neral von Hindenburg zusammen als Retter nach dem bedrohten Osten entsandte. Ludendorff habe nur für die Armee, für den Krieg gelebt, dessen ganzen Ernst niemand so sehr verstanden habe wie er. Seinem offenen soldatischen Denken seien alle politischen Machenschaften der großen Aufgabe ge­genüber bedeutungslos erschienen.

Trauer in Wachen.

München, 20. Dez. (DNB.) Die Nachricht vom Ableben des Generals Ludendorff, des großen Feldherrn des Weltkrieges, wurde in München, wo er die letzten schmerzlichen Wochen seines be­deutsamen Lebens verbrachte, in den frühen Mittags st unden bekannt. UeberaU bildeten sich Gruppen von Volksgenossen, die mit tiefer An­teilnahme den Tod Ludendorffs besprachen. Bald nach Bekanntwerden der Todesnachricht war auf den Baulichkeiten der Wehrmacht, vor allem auf dem Generalkommando des VII. Armeekorps, das dem Krankenhaus Josephinum in der Schönfeldstraße gegenüberliegt, die Reichskriegsflagge auf Halb stock gesetzt worden. Kurze Zeit später setzten auch die Gebäude der Partei, des Staates und der Haupt­stadt der Bewegung die Fahnen auf Halbmast. Auf den großen öffentlichen Plätzen wurden an hohen Masten Fahnen mit Trauerflor aufge­zogen. Auch die Privathäuser haben Trauerbeflag- gung angelegt.

Im Krankenhaus Josephinum, wo die sterblichen Ueberrefte des Generals vorläufig noch aufgebahrt sind, ist in den unteren Räumen des Hauses eine Beileidsliste aufgelegt, in die sich zahlreiche bekannte Persönlichkeiten eingetragen haben. Gegen 12 Uhr hat der Münchener Akademieprofessor, Bildhauer Bernhard Bleeker die Toten­maske des Feldherrn abgenommen.

Weitere Beileidsbezeugungen.

Berlin, 20. Dez. (DNB.) Ministerpräsident Generaloberst Göring hat zugleich im Namen der Deutschen Luftwaffe der Witwe Lu­dendorffs in einem herzlich gehaltenen Telegramm sein Beileid ausgesprochen. In einem Handschreiben des Reichsbauernführers heißt es:Das ganze deutsche Landvolk wird heute mit tiefer Trauer die Nachricht vorn Scheiden des großen Feldherrn, des Erretters der deutschen Scholle ver- nei)men." Ministerpräsident Siebert hat Frau Ludendorff namens der bayerischen Landesregie­rung telegraphisch die herzlichste Anteilnahme über­mittelt. Der Kommandierende General des I. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis I, General der Artillerie v. chl er, hat an Frau Ludendorff folgendes Beileidstele­gramm gesandt:In Ehrfurcht und Trauer stehen mit mir die Truppen des I. Armeekorps an der Bahjre des Feldherrn Ludendorff, der 1914 und 1915 die ost preußische Heimat von russischer Uebermacht befreite. Der Name des Feldherrn ist den ostpreußischen Soldaten Vermächtnis und Ver­pflichtung." Auch der Berliner Dberbürqermeiffcr und Stadtpräsident Dr. Lippert hat Frau Lu> dendorft telegraphisch das aufrichtigste Beileid der Reichshauptstadt ausgesprochen.

Otuöolf Heß spricht am Weihnachtsabend.

Berlin, ro.Dez. (DBB.) wie die BSß. met- bet, wirb ber Stellvertreter bes Füh­rers, Rubolf heh, auch in diesem Jahre am Weihnachtsabeub von 20 bis 20.20 Uhr über b l e beutschen Senber z u ben Deutschen in aller Welt sprechen.

Das Ausland zum Tode Ludendorffs.

tleberall größte Bewunderung für den deutschen Zeldherrn.

Die gesamte Londoner Presse widmet General Ludendorff ausführliche Nachrufe, in denen seine Taten während des Weltkrieges hervorgehoben, insbesondere die kühne Einnahme Lüttichs, die Niederlage der Russen sowie die große Offensive an der Westfront im Jahre 1918. DieTime s" schreibt, mehr als irgendein anderer militärischer Führer des Weltkrieges habe Ludendorff dem Lauft der Operationen seinen Stempel aufgedrückt. Er sei ein Meister seines Berufes im wahrsten Sinne des Wortes gewesen. Unter der UeberschriftDeutsch­lands größter Soldat" weist derDaily Tele­graph" auf die Zusammenarbeit Hindenburgs mit Ludendorff hin, die ideal gewesen sei. Die Ge­schichte werde Ludendorff mit Recht als das Hirn betrachten, das die Operationen der Mittelmächte in den letzten zwei Jahren des Weltkrieges leitete, und das die Mittelmächte im März 1918 dem Siege nahegebracht habe. Die große erfolgreiche März-Offensive an der ganzen Front fei ein be­zeichnendes Beispiel für das militärische kennen Ludendorffs gewesen. . *

Auch die Pariser Presse beschäftigt sich aus­führlich mit der Persönlichkeit Ludendorsfs. Das Journal" spricht von Ludendorff als demgröß­ten und meist gefürchteten unserer Gegner" und be­tont, daß der Feldherr die Befreiung des Rhein­landes und die Wiederaufrichtung der Wehrmacht durch das nationalsozialistische Deutschland noch er­lebt habe. Er habe Zeuge dessen sein können, daß eine neue Generation die alte militärische Tradi­tion übernommen habe.Petit Parisien" schreibt, daß Ludendorff einer der beachtetsten Köpfe zweifelsohne einer der besten der deutschen Welt- kriegs-Generale gewesen sei. ImEcho de Paris" schreibt General Duch^sne: General Ludendorff konnre den militärischen Zusammenbruch feines Lan­des nicht verhindern. Aber er hatte vor seinem Tode den Trost, die Wiederauferstehung zu er­leben.

Auch die polnischen Blätter gedenken des Todes General Ludendorffs. Ludendorff, sv betont Gazeta Polska", war eine der interessantesten Ge­stalten in dem geschichtlichen Umbruch unserer Zeit, Soldat von Berufung, ein Heerführer, dem nicht nur Me Landsleute, sondern auch seine Geg­

ner mit Marschall Fach an der Spitze hervorragende strategische und organisatorische Fähigkeiten zuer­kannten.Kurjer Polski" stellt fest, daß Ludendorff von seinem Vaterland allgemein geehrt und gewür­digt werde. In feiner Person, habe sich das alte militärische Preußen, das in der harten Tradition erzogen und in der harten Schule des militärischen Dienstes geschult wurde, repräsentiert.

Die Stockholmer Blätter widmen Ludendorff in hohem Maße anerkennende Würdigungen aus den Federn ihrer militärischen Mitarbeiter. Im Nya Dagligt Allehanda" heißt es u. a., mit Lu­dendorff sei einer der hervorragendsten Männer des Weltkrieges aus dem Leben geschieden. Es sei stets schwer, zwischen historischen Persönlichkeiten 23er- gleiche anzustellen: wolle man jedoch Ludendorff nicht an die erste Stelle aller Heerführer des Welt­krieges setzen, bann gebe es keinen anderen, den man vor i h n st eilen könnte. Sowohl als Stratege wie auch als Taktiker sei er unübertroffen gewesen.

Es sei nicht zuviel gesagt, wird imAston Bladet" u. a. erklärt, daß mit Ludendorff der Gegen­wart größtes militärisches Genie und hervorragendster Heerführer verschie­den sei. Der Name Ludendorff sei stark umstritten gewesen, denn er sei allezeit ein Kämpfer von gro­ßem Format und ein Mensch gewesen, der stets rücksichtslos den geraden Weg verfolgt habe. Er sei logisch und streng in der Beweisführung gewesen und fei niemals einem Gegner.ausgewichen. Das feien auch die Haupteigenschaften, die ihn als Krie­ger und Feldherrn auszeichneten.

*

In der Wiener Presse, wird vor allem auf die Bedeutung des Verstorbenen als Soldat hingewie- ssn. Die amtlicheWiener Zeitung" schreibt, Erich Ludendorff sei eine Individualität besonderer Prä­gung gewesen. Er werde in der Geschichte des deut­schen Volkes fortleben.. DieNeue Freie Presse" unterstreicht vor allem die großartigen Leistungen Ludendorffs in der Schlacht bei Tannenberg und den ungeheuren Willenseinsatz bei der Frühjahrs- offensive 1918.

Zum Tode Ludendorffs bringt derP e ft e r Lloyd" aus der Feder des Feldmarschalleulnants

Oie Neichsführerschule des ASM. kommt nach Kaffel.

Kassel, 20. Dez. (DNB.) Der Korpsführer des NSFK. Generalleutnant Christiansen besich­tigte die Fieseler-Flugzeugwerke. Be­sonderes Interesse fand hie mustergültige Lehr- lingswerk statt. Der Korpsführer ernannte den Wehrwirtschaftsführer Gerhardt F i e s e l e r zum NSFK.-Standartenführer z. b. D. beim Stabe ber Gruppe VIII. Am Friedrichsplatz fand ein Vor­beimarsch der NSFK.-Männer statt. Oberbürger­meister Dr. Lahmeyer überreichte im Rathaus dem Korpsführer die Stiftungsurkunde über einen nam­haften Beitrag zur Errichtung der Reichs­führerschule des NSFK. in der Stadt Kas- fel. Der Korpsführer dankte für.die Stiftung und gab bekannt, daß die Reichsführerschule in Kassel begründet werde.

Die Schulung der Werkscharen im Sau Hessen-Nassau.

NSG. Die Gauwerkscharführung Hessen- Nassau hatte die Kreiswerkjcharführer zu einer Arbeitstagung in Pfeddersheim bei Worms zusammengerufen. Oberwerkscharführer Holzapfel wies darauf hin, daß nicht die Organisation das Wichtigste sei, sondern der Inhalt der Arbeit. Vielerorts habe es Schwierigkeiten ge­geben: aber das sei besser, als wenn alles in aus- gefahrenen Geleisen liefe. Zum Schluß betonte Oberwerkscharführer Holzapfel die Notwendigkeit der Auslese und Ausbildung der Füh­rer und des Vorhandenseins vollen Vertrauens. Oberwerkscharführer H e n f I e r gab einen lieber- blick über die weltanschauliche Ausrich­tung der Werkscharen. Auf die Grundschulung m jährlich 16 Schulungsabenden baut sich die Kreis­schulung in Wochenendkursen auf, die den Werk­scharunterführern und -führern technisches Rüstzeug vermitteln soll. Die Schulung im Gau erfolgt auf Grund einer Vereinbarung mit dem Gauschulungs- walter der DAF., die als Vorbild für die Regelung auch in den anderen Gauen bierfen soll. Die Werk­scharführer, die mit Erfolg an der Gaufchulung teilgenommen haben, werden alle zwei Jahre in das W e r k s ch a r ü b u n g s 1 a g e r in Saßnitz ein­berufen, um dort weiter ausgebildet zu werden.