Ausgabe 
21.12.1937
 
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Dienstag, Zl.Vezember |Q57

Nr. 207 Erstes Matt

187. Jahrgang

Deutschland trauert um Ludendorfs

Gez.: Adolf Hille r.**\

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Das Beileid des Führers.

Berlin, 20. Dez. (DRB.) Der Führerhat an Iran Luden­dorff folgendes Beileidstelegramm gerichtet:

Zu dem schweren Verlust, der Sie durch den Tod Ihres Herrn Gemahls getroffen hat, spreche ich Ew. Exzellenz meine herz­liche Anteilnahme aus. Mit dem großen Soldaten und Jeldherrn Ludendorff verliert das deutsche Volk einen seiner besten und treue st en Söhne, dessen Arbeit in Krieg und Frieden nur dem Wohle Deutschlands galt. Sein ftame wird in de- deutschen Geschichte ewig weiterleben. Ich selbst und die nationalsozialistische Bewegung werden ihm immer dankbar dafür bleiben, daß er in der Zeit größternatio- naler Rot sich unter Einsatz seiner Person mit denen ver­band, die zum Kampf für eine bessere deutsche Zukunft eintraten.

als Soldat seinem Obersten Kriegsherrn, dem Heere, * Deutschland offenbar wurde. Seine Bedeutung ' Militär" stand bereits seit Jahren im Kreise Eingeweihten fest

bei an.

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Generalmajor Erich Ludendorff gehörte Kriegsbeginn 32 Jahre dem Heere als Offizier... Einem alteingesessenen ostdeutschen Geschlecht von Kaufleuten, Reedern und Landwirten entsprossen, durch die strenge Schule des Kadettenkorps ge­gangen, hatte er sich als Frontoffizier und General­stabsoffizier überall bewährt. 1908 war er Chef der 2. Abteilung des Großen Generalstabes ge- worden, der als Aufmarschabteilung, d. h. als die Abteilung, die den gesamten heeresaufmarsch bei Kriegsausbruch zu bearbeiten hatte, eine besondere Bedeutung zuviel. Seine tiefste Sorge gehörte in dieser Dienststellung der Tatsache, daß aus angeb­licher Geldknappheit der Ausbau des Heeres mit dem Anwachsen der Bevölkerung nicht Schritt hielt und ein beträchtlicher Teil der Wehrtauglichen daher nicht in das Heer eingestellt und für den Dienst in der Landesverteidigung geschult werden konnte. Mit der ganzen Willenskraft und der starken Arbeitsfreudigkeit seiner Persönlichkeit hat er sich jahrelang für eine der gefährdeten Lage Deutsch­lands entsprechende Wehrmacht eingesetzt. Die heeresvermehrungen von 1911 bis 1913 sind nicht zuletzt sein Verdienst. Bedauerlicherweise drang er mit seinen weiteren Plänen, durch Errichtung von drei neuen Armeekorps die Volks-

Siebener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vruck und Verlag: Vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulftr^tze 7

Oer Feldherr.

Von Oberstleutnant a. O. Benary.

Der Krieg erhebt sein Haupt? Sechs deutsche Bri­gaden schicken sich an, im kühnen Angriffsschwung Lüttich, die belgische> Festung, die den Weg nach Frankreich sperrt, zu nehmen. Fünf Brigaden schei­tern. Die Belgier aktive Soldaten, Bürgergarde, Freischärler leisten verzweifelten Widerstand. Das Gelände, der Wettergott kommen den Ver­teidigern zu Hilfe: Berge uni> Schluchten, Wälder und Hecken, Dörfer und Gehöfte, Sturm und Ge­witter, Dunkelheit und Regen Der 6 Brigade droht das gleiche Schicksal. Ein Mann meistert es: L u d e n d o r f f! Er trägt an sich keine Verantwor­tung. Er ist als Verbindungsoffizier der 2. Armee, derem Stabe er als Oberquartiermeister angehört, zum General von Emmich entsandt, der den Ober­befehl über die sechs Ängriffsbrigaden führt, und begleitet mit ihm die mittelste Brigade, die 14. In­fanterie-Brigade aus Halberstadt. Aber er weiß, was auf dem Spiele steht. Er hat ja selber als Chef der Operationsabteilung des Großen Generalstabes das Unternehmen auf Lüttich mitvorbereitet. Er weiß, daß, wenn Lüttich nicht schnell füllt, wenn es feine Tore den deutschen Heeren nicht in wenigen Tagen öffnet, dem Schlieffenplan, dem deutschen Kriegsplan, der den Vormarsch durch Belgien nach Nordfrankreich hinein oorsieht, die Grundlagen ent­zogen sind. So Handelteer.

Die Gefahr ist groß: Der Brigadekommandeur, der älteste Regimentskommandeur ist gefallen. Die Befehlsführung hat aufgehört. Die Verbände sind durcheinander geraten. Er übernimmt aus eigenem Entschluß die Führung der Brigade. Aber' noch mehr: Er stellt sich an die Spitze der Stürmenden. Er nimmt mit ihnen im Dorfkampf Haus um Haus. Er ruft ihnen, als sie zu zögern beginnen, zu: Kerls, wollt ihr einen General allein vorgehen lassen?" Er reißt sie vorwärts Er fegt den feind­lichen Widerstand hinweg Er durchbricht mit der Brigade die Linie der Forts und marschiert mit ihr nach Lüttich hinein. Er fährt mit wenigen Beglei­tern im beigetriebenen Kraftwagen auf die Zita­delle und zwingt ihre vielhundertköpsige Besatzung durch die Macht seiner Persönlichkeit zur Uebergabe. Er eilt durch die Linie der noch immer von den Belgiern besetzten Forts nach Aachen zurück und leitet den Artillerieangriff auf die Forts ein. Das war die Geburtsstunde des Feldherrn Ludendorff, der Augenblick, in dem sein Wert

kraft für die Landesverteidigung voll auszufchöpfen, gegen die Widerstände des Kriegsministeriums nicht durch. Im Gegenteil, fein Drängen wurde ihm von vielen Seiten verdacht. Er wurde alsunbequemer Untergebener" in die Front geschickt, als Regiments­kommandeur nach Düsseldorf und später als Brigade­kommandeur nach Straßburg, und bei Kriegsaus­bruch nicht, wie ihm zukam und wie es für das Heer und den Kriegsoerlauf wahrscheinlich von un­endlichem Segen gewesen wäre als Chef der Ope­rationsabteilung verwendet, sondern auf den wenig einflußreichen Posten des Oberquartiermeisters der 2. Armee gestellt Man sollte bald nach ihm rufen

Der Osten i st in Gefahr Sie 8. Armee, die Ostpreußen, das vorgeschobene Bollwerk des Rei­ches, schützen soll, ist im Rückzug auf die Weichsel begriffen. Zwei Ruffenheere überschreiten die Gren-

Die Todesnachricht.

München. 20. Dez. (DKB.) Am Montag um 9.25 Uhr wurde vom Krankenhaus Josephinum folgende Mitteilung ausgegeben:heute, Montag, den 20. Dezember, 8.20 Uhr, verschied der Feldherr General Ludendorfs schmerz­los und ruhig. Das Bewußtsein blieb bis in die letzten Stunden erhalten. Bei der durch die lange Krankheit nur noch geringen Widerstandskraft war es unmöglich, den schnell eintretenden Kräfteverfall und der zunehmenden Kreislausschwäche wirklich wirksam zu begegnen.

(gez.) Prof. Kielleulhnee, Dr. Forell."

In tiefer Erschütterung steht das deutsche Volk an der Bahre Erich Ludendorffs, des ruhmreichen Feldherrn des Weltkrieges, der in dem gigantischen Schicksalskampf des deutschen Volkes Segen eine Welt von Feinden wie ein Gipfel aus rgestein aus dem Zeitgeschehen hervorragt. Mit ehernen Lettern sind Name und Tat des großen Soldaten, der nun zur ewigen Armee abberufen wurde, in die Tafel der Weltgeschichte eingegraben. UeberaU, wo deutsche Herzen schlagen, sind sie von aufrichtiger Trauer erfüllt über den Heimgang des mannhaften Streiters für die deutsche Freiheit, den vom ersten bis zum letzten Atemzuge eine wahrhaft glühende Vaterlandsliebe beseelte.

Ungebrochen nahm der Sieger aus tausend Schlachten, der wie kaum ein anderer unter dem Zusammenbruch gelitten hat, den die feigste Revolte der Weltgeschichte verschuldete, den Kampf gegen die ewigen Feinde des Deutschtums wieder auf. Am 9. November 1923 hat er Seite an Seite mit Adolf Hitler den Weg m die deutsche * Freiheit begonnen, der dann durch des Führers Tat: die Erringung der deutschen Wehrfreiheit, später Wirklichkeit geworden ist. M't der Erreichung dieses Zieles, das auch das seine war, hat das neue Deutschland zugleich den Dank der Nation abge­stattet, den es feinem großen Feldherrn schuldete

Das Staatsbegräbnis.

Der Neichskriegsmimster wird vor der Fetdherrnhalle am Sarge Ludendorffs sprechen

München, 21. Dez. (DRB.) Das Staatsbe­gräbnis des Generals der Infanterie Erich Luden­dorff nimmt folgenden Verlauf:

Mittwoch, den 22. Dezember, früh: Oef fent- tiche Aufbahrung am Siegestor.

10 Uhr: Staatsakt. Ueberführung oonv Siegestor zur Fetdherrnhalle, wo die Trauerparade (zwei Bataillone Infanterie, eine Ar­tillerieabteilung. eine Abteilung Marine, ein Ba­taillon Luftwaffe) unter Führung des General­majors van G i n k e l bereitsteht. Spalierbildung der Wehrmacht und der Gliederungen der Partei zu beiden Seiten der Ludwigstraße. Rede des Reichskriegsmini st er s. Kranzniederlegung des Reichskriegsministers, des Generalfeldmar­schalls von Mackensen, der Oberbefehls­haber der Wehrmachtsteile und der be­sonders bestimmten Abordnungen.

Marsch der Trauerparade durch Residenz- und Dienerstrahe. Rindermarkt. Sendlinger Straße, Sendlingertor-Plah. Lindwurmstrahe. Von dort Uebernahme des Sarges durch motorisierte Staf­feln und Fahrt nach Tutzing. Trauerakt im Haufe Ludendorff (im engsten Familien­kreis). Beisetzung im Friedhos Tutzing unter militärischen Ehren.

Zum Staatsakt an der Feldherrnhalle können in­folge Raummangels nur Karlen an geladene Gäste ausgegeben werden. Mittwoch zwischen 6 und 9 Ahr ist die Möglichkeit gegeben, an dem Sarg des verewigten Feldherrn am Siegestor vorbeizudefilieren und auch Kränze niederzulegen. Zugang von der Akademiestraße. Ausgang Schack- Straße. Außerdem hat die Bevölkerung Gelegen­heit. hinter dem Ehrenspalier der Wehrmacht und den Gliederungen der Partei Zwischen Siegestor und Brienner Straße bzw zwischen Hofgartentor und Max- Ioseph-Plah und Lindwurmstrahe die letzte Ehre zu erweisen.

Oer Führer an das deutsche Volk.

Berlin, 20. Dez. (DRB.) Der Führer und Reichskanzler hat zum Tode des Generals Ludendorff nachstehenden Aufruf erlassen:

Deutsche!

Mit dem Tode des Generals Ludendorff ist eine geschichtliche Erscheinung von uns gegangen. Mit feinem Kamen verbindet sich für alle kommenden Zeiten der größte Heldenkampf des deutschen Volkes.

Vereinsamt inmitten einer ebenso schwachen wie wurzellosen politischen Umgebung versuchte dieser Mann im Großen Kriege an der Seite des Feldmarschalls die Widerstandskraft der Ration zu unvergleichlichen Leistungen emporzureihen, um damit den Deutschen und ihrem Reiche die Freiheit zu erhalten.

Nachdem charakterlose Gesinnung und jammervolle Schwäche seinen Sturz herbeigeführt hatten, brach Deutschland zusammen und fiel bis zur Schmach von Versailles. In diesen Fahren der tiefsten Erniedrigung verband sich der Feldherr des Weltkrieges Ludendorff mit den Kämpfern zur inneren und äußeren Wieder­aufrichtung der Ration. Für diese Freiheit rang und stritt er nun seitdem auf seine Weife.

Der fo großen und ausschließlichen Zielsetzung entsprach die fanatische Hingabe dieses Mannes. Seine Liebe und feine Gebete gehörten unserem Volk, sein haß seinen Feinden.

Wie bei allen kompromißlosen Kämpfern dieser Erde wird auch bei ihm der Eindruck seiner Persönlichkeit der Rachwelt bewußter werden als vielen Zeitgenossen der Gegenwart. In seiner Er­scheinung erhält die Ruhmesballe unserer Geschichte einen neuen Zeugen der Größe der deutschen Ration!

Adolf Hitler.