Ausgabe 
21.10.1937
 
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den langen Besen Arbeit und den Kindern Roh-1 Der Redner wird an Hand von praktischen Bei-

1,. fflnffnllunn SRic hnnti fniofurr ipirtPtr mie Werbuna ausieben muß unt

Oer »Sompf ums Matterhorn".

und an der Geflügelhaltung interessiert sind, der Schau jenes Ausmaß an Aufmerksamkeit entgegen­gebracht wird, wie es dem Eifer und dem Aufwand der für die Vorbereitung notwendigen ehrenamt­lichen uneigennützigen Arbeit entspricht. Dem Ober­bürgermeister der Stadt Gießen gebührt besondere Anerkennung für die Unterstützung, die er der so

spielen zeigen, wie Werbung aussehen muß und wie sie andererseits, wenn sie nicht wirkungslos verpuffen soll, nicht aussehen darf. Es wird also mancher manches lernen können, und es sollten da­her auch gerade die Inhaber der mittleren und klei­neren Geschäfte nicht verfehlen, diese günstige Ge­legenheit wahrzunehmen. Die mithelfenden Fami­lienangehörigen und die leitenden Gefolgschaftsmit­glieder sind ebenfalls zu dieser Versammlung ein­geladen, deren Besuch kostenlos ist.

angeschlossen haben:

Wiederum ergeht an das deutsche Volk der Ruf des Führers zur Mithilfe im Kampfe gegen Hun­ger und Kälte. Große Erfolge find in der Bekämp­fung der Arbeitslosigkeit erzielt worden, auf dem ...... ' "* " d wir weiter

Auch am Tage die Haut gut pfle­gen. Das Gesicht mit Nivea-Creme leicht massieren, das kräftigt die Haut, regt sie an und erfrischt sie.

Gloria-Palast, Seltersweg:Karussell". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Die gelbe Flagge". Deutsches Volksbildungswerk: 20.15 Uhr Cafe Leib Vortrag von Professor Grühl. Einzelhandel: 20 UhrHotel Hindenburg" Mitgliederversammlung.

heule Einzelhandels-Versammlung.

Die Kreisgruppe Gießen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel hat für heute abend ihre Mitglie­der in den Saal des HotelsHindenburg" zu einer Mitglieder-Dersammlung eingeladen. Auf der Ta­gesordnung steht als Hauptpunkt ein Vortrag des Werbeleiters F. Albig, Berlin, über das Thema Wirksame Gestaltung der Einzelhandelswerbung."

Ich hatte es also hier mit einem der Burgmannen zu tun, wie mir alsbald ganz eindeutig klar werden sollte. Als nämlich neben mir zwei anscheinend spielfremde Jungen auftauchten, rief er ihnen über die Burgmauer kurzerhand zu:Macht euch nur fort, sonst gibt's Keile!" In diesem dramatischen Augenblick brach die Scmue durch und umspielte mit warmen Strahlen den kampsesmutigen Wäch­ter in seinem Laubgewand, das in zahllosen lieber« gangen vom hellsten Gelb überflammendes Rot zum glänzenden Schwarz verwirrend aufleuchtete, wie ein Kriegerschmuck der Wildnis.

Schon eilte ein kräftigerer Junge herbei, offen­bar unter dem Eindruck der Ansammlung fremden Volkes vor der Burgmauer. Es war, wie sich her­ausstellte, der Burgherr selbst. Er versicherte mir im Laufe unseres Gespräches, daß die Burg durch­ausstabil" sei und mit ein paar Stecken zwischen dem Laubwerk noch höher gebaut werden sollte. Gegen Abend wurde dann ein Nagel in den Baum­stamm geschlagen und ein buntes Lampion daran gehängt.Ja, wenn nur die Männer mit den lan­gen Besen nicht wären", wandte ich ein,die mit schwungvollen Bogenstrichen ..."Och!" fiel er mir in seiner Spielbegeisterung ins Wort, hoawe uns schonn emol unser Burg kaputt gemacht: Daroer do hoaroe m'r uns von ihr'm große Haufe unser Laub widder geholt unn hoaroe's hinner die Büsch' doa versteckelt!" Inzwischen kamen noch zwei Burgmannen und auch ein wackeres kleines Burg­fräulein mit glühenden Wangen und strahlenden Augen heran und lieferten ihre Laublasten ab. Un­ter Führung des Burgherrn ging es sofort wieder auf die Kieswege und Grünflächen zur Sammlung neuen Baumaterials.

Am folgenden Tag war die stolze Burg ver­schwunden, vermutlichinfolge höherer Gewalt", denn auch der Kiesplatz war sauber gefegt. Aber die dichtbelaubten Baumkronen rund um den Stadt­wall sind sorgsame Haushalter: noch auf Tage, viel­leicht Wochen hinaus geben sie den Männern mit

BOM. Untergau 116.

Velr.: Volkstanzgruppe.

Alle Mädel der BDM.-Dolkstanzgruppe treten am Freitag, 22.10., abends 8 Uhr, an der Goetheschule zur Probe an.

Velr.: Verufsberalungsfragekarlen.

Gute Antworten, gebündelt.

Von Anion Schnack.

Die Antwort der Gemütsruhe.

Sie wächst am besten auf englischem Boden. Hören Sie zu: in den neunziger Jahren lebte in London ein gewisser Lord Darmouth, der von einer einzigen großen Leidenschaft besessen war im Ringkampf seinen Mann zu stellen. Kraft seiner Gesundheit und kraft seiner körperlichen Fähig­keiten hatte er es im Ringkampf bereits zu einem gewissen Ruhm gebracht; denn er wollte der stärkste Mann Englands sein. Eines Tages machte ihn Lord Milshagen auf einen schottischen Schmied auf­merksam, der in dem Orte Milcader bei Glasgow wohnte. Als Lord Darmouth hörte, daß dieser schot­tische Schmied der stärkste Mann Englands wäre, wurmte ihn diese Nachricht so, daß er umgehend fein Pferd satteln ließ und nach Milcader ritt, um auch diesen Schmied im Ringkampf zu werfen.

Er traf den herkulisch gebauten Handwerker bei der Arbeit, der Schmied schwang einen mächtigen Hammer und bearbeitete damit ein glühendes Eisen: weithin war der Klang zu hören. Um das Anwesen des Schmiedes zog sich ein fast mannshoher Zaun. Der Lord ritt durch das Tor, sprang vom Pferde ab, ging auf den Schmied zu und sagte:

Meister Schmied, es gibt diesmal kein Hufeisen zu" schlagen, nur Euretwegen habe ich den Ritt von London nach Milcader gemacht. Ich muß sofort feststellen, wer von uns beiden der Stärkste ist, Ihr oder ich. Der Schmied oder der Lord?"

Die Wirkung dieser Worte war überraschend. Der Schmied antwortete mit keiner Silbe, sondern stellte seinen Hammer neben den Amboß, schlang die schwarzen und verarbeiteten Hände, eines Zyklopen, um den Körper des Lords, hob ihn mit unwiderstehlicher Gewalt hoch und schon befand sich der Lord jenseits des Zaunes und lag im Staub der Landstraße.

Darmouth erhob sich ohne eine Miene zu ver­ziehen, sah einen Augenblick auf ferne staubbe­schmutzte Kleidung und schlenkerte sein rechtes Bem einige Male hin und her, weil es ihn schmerzte. Aber bann trat er an den Zaun heran, hinter dem der starke Schmied erwartungsvoll stand.

Was beliebt Euch noch, Lord?" Im Bewußtsein seiner unwiderstehlichen Stärke lachte der Schmied den Lord an.

Nichts Besonderes", war die selbstbeherrfchte Antwort,ich bitte Euch, werft mir auch bas Pferd über den Zaun, damit ich ohne Verzug wieder nach London zurückreiten kann." __

inhalt die Katastrophe vom 14. Juli 1865 am Mat­terhorn bildet, die das Leben von Lord Francis Douglas, Reverend Charles Hudson, Robert Hadow und dem Führer Michel Croz forderte. Als ich ihn fragte, ob er das Matterhorn besteigen würde, erwiderte er:Nein, das überlasse ich an­deren. Aber wenn Sie etwas sehen wollen, gehen Sie um diese Felsecke, dann können Sie sie buch­stäblich abstürzen sehen."

In der Nähe der Station Rotenboden waren Croz und Hadow im Begriff, an einer etwa acht Meter hohen Felswand abzusteigen, zu deren Füßen zehn kräftige Schweizer mit einem aufgespannten Sprung­tuch standen, lieber dem Felsen hielt ein Führer ein Seil, an dem die beiden Kletterer festgemacht waren. Ein Mann streute aus einem alten Filzhut künst­lichen Schnee, während ein anderer aus großen Blasebälgen Rauch für den Nebel blies. Hadow kletterte 'mit großer Mühe abwärts, mit Hilfe von Croz, der feine Füße in die Stützpunkte fetzte. Plötzlich sprang Hadow in das Sprungtuch, un­mittelbar gefolgt von Croz. Der Regisseur erklärte sich sehr unzufrieden und setzte den beiden ausein­ander, wie sie es machen sollten, um natürlicher zu wirken.Sprechen Sie beim Abstieg und Sie, Ha­dow. schreien Sie, wenn Sie stürzen, bann wirb es leichter gehen."

Eine kurze Rast, und die Szene beainnt von neuem.Jetzt Ruhe, meine Damen und Herren, wir können nicht arbeiten, wenn Sip schwatzen und lachen", sagt der Regisseur zu der Menge der Zu­schauer, die ein Riesenvergnüaen an dem Schauspiel zu haben scheinen. Von dem Führer oben gezogen, qebt Hadow aufwärts wie ein Bündel Heu. Schnee fällt wieder von den Felsen und Nebelwolken strei­chen über die beiden Kletterer. Hadow beainnt sei­nen zögernden Abstieg und bemüht sich, so auszu- schen, als ob ihm vor dem gähnenden Abgrund zu seinen Füßen graute. Croz tut sein Bestes, um ihm zu helfen.Sprechen!" ruft der Regisseur, und Croz, sich zu Hadow wendend, sagt ermutioenb: ..Kommen Sie nur, so, es geht schon!" Der kritische Augenblick naht.Schreien!" ruft ber Regisseur. Hadow wirft bie Arme in die Luft, schreit:Ha!" und fällt in das Sprungtuch. Croz sprinat ab, ver­fehlt das Tuch und fällt in das Gras. Während er aufsteht und sich bie Beine reibt, applaudiert das Publikum laut...

Ein paar Szenen des Films sind auf dem Mat­terhorn selbst gedreht worden. Ich war überrascht, an dem Riffelberg-Hotel den NamenAlbergo Favre angemalt zu finden, während dicht dabei eine Holzhütte auf ein paar Pfählen stand. Dieses Rätsel wurde mir noch am selben Abend erklärt. Um Zeit und Geld zu sparen, werden die Szenen, bie in Breuil in Italien, in ber Nähe ber historischen Albergo Favre spielen, am Riffelberg gedreht.

holen dies sofort nach. Letzter Einfendetermin 25.10.1937.

Velr.: Verlrauensmädel- und Orlsjugenbwarkinnen.

Einige M.-Gruppen haben immer noch nicht die Meldungen ber Drtsjugenbroartin und ber Der» trauensmäbel in den Betrieben gemacht. Die Mel- bungen sind sofort einzufenden.

ArbeitSdienstableilung 5/222 feiert Abschied.

Am kommenden Samstag werden die Kamera­den des jüngsten Jahrganges des Reichsarbeits- bienftes auch in unserem Gießener Lager 5/222 Justus von Liebig" nach geleisteter Arbeitsdienst­pflicht ihre Unterkunft verlassen. Aus diesem An­laß findet heute abend im Lager eine ernste Ab­schiedsfeier statt, in der den scheidenden Kameraden noch einmal die hohe Bedeutung des Arbeitsdienstes

material zu phantasieooller Gestaltung. Bis dann der Winter mit seinem Schneefall neuen Werkstoff herunterwirft zur Ballspiel, Schneemännern und kristallglitzernden Burgen. R. B.

Vornoiizen.

Tageskalenber für Donnerstag.

Unbehaglichkeit bemächtigte sich ber Rachegöttinnen. Keine wollte bie Häßlichste fein, aber auch keine wollte der Anderen zugestehen, als die Schönste zu gelten. Eine nach ber anderen schlich sich fort, ohne dem Dichter einen Rutenhieb versetzt zu haben. Die männlichen Femerichter wagten nicht gegen bie Flucht ber Damen Einspruch zu erheben, bazu wä­ren sie zu galant und zu höflich. Jean de Meun wurde von seinen Fesseln befreit und, nachdem er sich angezogen hatte, wurde er von einem Diener aus dem Hause geleitet. Aber auch er war höflich genug, sich in Zukunft im Urteil und in ber We- senzeichnung von Damen ber Pariser Gesellschaft zurückzuhalten.

Durch nichts zu verblüffen.

Während eines Aufenthaltes in Konstantinopel machte der nachmalige Großherzog von Mecklen­burg, Friedrich Franz III., eine Segelfahrt auf dem Bosporus. Plötzlich tauchte ein deutsches Frachtschiff vor dem Segler auf, mit Kurs nach Deutschland. Das deutsche Segelschiff veranlaßte Friedrich Franz backbords heranzukreuzen, um seiner Freude, ein deutsches Schiff in den türkischen Gewässern zu sehen, Ausdruck zu geben. Der Fürst gewahrte einen Matrosen, ber im weiten Bogen in bie blauen Bosporuswellen spuckte. Er winkte und rief ihm zu:

Grüß mir vielmals das grüne Mecklenburg!" Von wem soll ich denn grüßen?", frug ber

Matrose vom Deck herunter.

Vom Erbgroßherzog von Mecklenburg."

Da ging ein breites, gemütliches Lachen über bas pfiffige Seemannsgesicht:

Ei Herr, bas ist ein guter Posten, ben behalten Sie man am besten!"

Leistungsschau der deutschen Geflügelzucht in Gießen

3000 Tiere in der Volkshalle.

Die Aufnahmen zu bem zweiten FilmKampf ums Matterhorn", der am Matterhorn ge­dreht wird, erregte die lebhafte Anteilnahme ber Be­völkerung wie ber bort weilenben Fremden. Be­sonders reizvolle Beobachtungen machte ein Eng­länder, ber barüber in berTimes" erzählt:Neu­lich morgen näherte ich mich Rotenboden oberhalb Zermatt, als meine Aufmerksamkeit auf einen Mann gelenkt wurde, der auf einem Felsblock faß und nach dem fernen Matterhorn hinüberblickte. Er trug einen seltsam flachen grauen Hut, einen grauen Anzug und hohe Gamaschen. War es Eduard W h y m p e r ober einer von feiner Gesellschaft aus bem Jahre 1865? Ich sprach ihn auf englisch an, aber er ant­wortete auf deutsch:Ich verstehe kein Französisch. Die Unterhaltung wurde deutsch fortgesetzt, und ich

Wege zum Aufstieg unseres Volkes sind vorangekommen. Es gilt aber, bie noch vorhandene

Aus der Stadl Gießen.

Laubburgen.

Im verkehrssicheren Genuß eines Ganges durch bie Anlagen rund um den Stadtwall machte mich eine auf den ersten Blick nicht.gleich deutbare Wahr­nehmung stutzig. Seitlich im Dammer hoher Baume und krau en Gebüsches lag ein Kinderspielplatz, öffentlich-rechtlich verbrieft durch einen mächtigen Sandkasten. Es war em leidlicher Herbsttag, wolkig mit Aufheiterung. Aber ine Nachmlttagssonne reichte längst nicht mehr aus zu einem Ma senbe^ fuch fpielenber Kinder, und aua) bie sonst mit froh- licken Zuschauern besetzten Bänke ringsum waren leer Nur ein paar halbwüchsige Buben machten sich mit ben reichlich herumUegenden Blättermassen anscheinend sinnvoll zu schaffen. So trieb es mich oom Kleinpflaster des Alleenweges herab zu ber werktätigen Spielgemeinschaft.

Beiderseits angebaut an den dicken Stamm eines mächtigen Kastanienbaumes fand ich einen Rund­ling mit immerhin anständigem Durchmesser, fein säuberlich in die Höhe geschichtet aus lockerem Blät­tergemisch. Tief mitten innen auf dem sauberen Kiesboden saß rücklings an den Stamm gelehnt ein Junge, die ausgestreckten Beine bis über die Hüften mit Blättermassen immer wieder nachdenkend, in würdevoller Ruhe und bewußter Geborgenheit. Vielleicht las er mir die staunende Frage schon von meinem Gesicht ab, vielleicht drängte es ihn zu vorsorglicher Abwehr, jedenfalls erklärte er mir höflich, aber bestimmt:Das ist unsere Laubburg!" Damit hate ich aus zuständigem Munde ben fach­männischen Ausdruck für dieses zarte Gebilde, ge­woben aus herbstlichem Laub und nebelschwerer Luft, das kaum einem Windstoß standhielt, aber für ihn und seine Spielkameraden ebenso eine richtige Burg war, wie für sein Schwesterchen itfe Puppe eine lebenswarme Gespielin.

Der Geflügelzuchtverein Gießen hat den ehrenvollen Auftrag erhalten, bie3. Landes- Geflügelschau des Gaues Hessen-Nassau" burchzu- sühren. Die Vorbereitungen für diese Ausstellung, die Ende November in der Volkshalle stattfinden soll, sind im vollen Gange. Der Geflügelzuchtoerein Gießen, der, wie viele Vereine seiner Art, dem Reichsverband deutscher Kleintierzüchter angehört und damit im Reichsnährstand steht, wird alles tun, um der Ausstellung zu einem vollen Erfolg zu ver­helfen. Die Gesamtleitung der Schau liegt in Hän­den des Vereinsvorsitzenden Friedrich Bauer, bem ein Stab von Mitarbeitern zur Verfügung steht, ber sich bei vielen ähnlichen Anlässen bereits be­währt hat. Der Oberbürgermeister hat, um zu sei­nem Teil zum Erfolg der Ausstellung beizutragen, in dankenswerter Weise tatkräftige finanzielle Un-

Die Antwort des Psychologen.

Sie ist bie Antwort eines Kenners menschlicher Schwäche, die Antwort der Geistesgegenwart, die Antwort, die wie ein Pfeil auf ben Gegner abge­schossen wirb unb ihn zur Verwirrung unb zum Schweigen bringt. Der französische Romanschrift­steller Jean de Meun, ein Satiriker zur Zeit Lud­wigs XVI., hatte in einem Roman sieben Frauen­charaktere geschildert, die mehr mit Untugenden als mit Tugenoen ausgestattet waren. Dem boshaften und klatschsüchtigen Paris der damaligen Zeit war es nicht schwer, bie ber Gesellschaft angehörenden Originale zu entdecken. Selbstverständlich wurde die boshafte Porträtierung auch den betreffenden Frauen und ihren Kavalieren bekannt. Empörung, Rache, Vergeltung das war der Wunsch ber Bloßgestellten.

Einige Wochen nach Erscheinen bes Romanes er­hielt Jean de Meun eine Einladung zu einem Abendfest in einem ber Pariser Salons. Er folgte ber Einlabung, wie er schon vielen gefolgt war. Zu feinem Erstaunen wurde er in einen Saal ge­führt, ber burch schwarze Tücher verdunkelt war, schwarz maskierte Männer umringten ibn, hielten ihn fest, zogen ihm bie Kleiber vom Oberkörper und banden ihm bie Hände zusammen. Zugleich traten sieben in schwarze Kleider gehüllte und mit schwarzen Masken unkenntlich gemachte Frauen in den Saal und ließen lange Ruten durch bie Luft pfeifen. Ein Femegericht, buchte sich ber gefesselte Schriftsteller, ein Reinfall; wie kann ich ihn ab- roebren?

Einer ber Männer hatte sich inzwischen hinter eine Art Richterstuhl gestellt, ein Schriftstück ent­rollt unb eine Anklagerebe vorgelesen, beren Schluß lautete, baß ber verabscheuungswürdige Beleidiger von Frauen der Pariser Gesellschaft auch von Frauen bestraft werden müßte, wie es recht und billig fei. _ .

Es ist Sitte", warf ber Dichter em, baß ber Verurteilte vor Antritt ber Strafe noch einen Wunsch äußern barf."

Das Femegericht war nach kurzer Beratung ba- mit einoerftanben.

Ich möchte bestimmen, welche von ben maskier­ten Damen mir ben ersten Rutenhieb geben soll."

elektrisch beheizten Schirmglucken zu beobachten. I Ferner werden Hinweise gegeben über die Kenn­zeichnung der Hühner und Junghennen nach Ab­stammung und Leistung und es wird aller Auf­schluß gegeben über zweckmäßige Fütterung allen Geflügels. Die Herrichtung und Verwertung von Schlachtgeflügel, bie Kontrolle ber Legeleistungen, die Standarbisierung ber Eier werben ebenfalls be­rücksichtigt. Schließlich aber wird durch das Tier- seuchen-Jnstitut in universeller Weise die Fülle der Tierkrankheiten und deren Bekämpfung bargestellt werden.

Die Lehrschau will in erster Linie dem Zwecke dienen, dem Geflügelzüchter und Geflügelhalter alle jene Wege zu zeigen, die zu einer Steigerung der Leistung ber beutschen Geflügelwirtschaft führen können.

Die Zusammensetzung ber Ausstellung in ihrer Gesamtheit wird sich in großer Mannigfaltigkeit barbieten. Es gelangen Wassergeflügel, Hühner, Tauben und Ziergeflügel zur Ausstellung. Von Marburg her wird die Schau eine besondere Be­reicherung erfahren. In diesem Teil, der von Mar­burg beigesteuert wird, werden die Feinde des Ge­flügels, Adler, Sperber, Habichte, Bussarde usw. zu sehen sein. Einige Störche werden ebenfalls gezeigt. Mit ber Ausstellung wird eine Verlosung von Ge­flügel und Geflügelprodukten verbunden sein.

Der 3. Landes-Geflügelschau geht vor ihrer Eröff­nung eine Preisbewertung aller Tiere vor­aus. Für diese Bewertung sind bereits 30 P r e i s- richter verpflichtet, bie aus allen Teilen Deutschlands, u. a. aus Hamburg, Dresden, aus Westfalen ufro. nach Gießen kommen. Man darf schon heute sagen, daß diese großzügige Schau für unsere Heimat ein Ereignis von besonderer Bedeu­tung darstellen wird. Darüber hinaus stellt sie zur Förderung der deutschen Geflügelzucht einen wert­vollen Beitrag dar. Schon heute darf man ber Er­wartung Ausdruck geben, daß alle Volksgenossen, die mittelbar ober unmittelbar an ber Geflügelzucht

und ihr eigener ehrenvoller Dienst an der deutschen Erde und am deutschen Volke vor Augen geführt werden wird. Im Anschluß an die Abschiedsfeier werden die Arbeitsmänner noch einige Stunden zum Erlebnis-Austausch kameradschaftlich beisam­men sein. Am Samstagvormittag werden sie in Zivil, mit Blumen geschmückt, in geschlossenem Zuge zum Bahnhof abrücken, dort noch einige Lieder fingen und bann unsere Stadt verlassen.

Ausleselager

der Gießener Gtudentenschast.

Von heute bis zum Samstag hält die Gießener Studentenschaft im Studentenhaus das diesjährige Ausleselager ab. Die Abiturienten, die studieren wollen, und deren Eltern die Studiumkosten nicht oder nur zum Teil tragen können, nehmen an diesem Lager teil. In Form ber Studienförderung bekom­men alle würdigen unb befähigten Abiturienten Mit­tel an die Hand, um das Studium durchführen zu können, das sonst ihre Eltern nicht hätten bestreiten können. Dieser Hochschulnachwuchs wird auf breiter Grundlage ausgesucht. Die Partei und alle ihre Gliederungen, ganz besonders die Hitler-Jugend, ber Arbeitsdienst und die höheren Schulen, haben das Vorschlagsrecht und nennen den Studentenwerken die für ein Studium für geeignet und würdig ge­haltenen Abiturienten. Das Auslefelager hat den Zweck, in einer kleinen Prüfung die weltanschauliche Festigkeit, den körperlichen Einsatz und die fachliche Eignung der vorgeschlagenen Bewerber festzustellen, denn her Hochschulnachwuchs soll nur aus den Besten und Tüchtigsten ber Jugenb Adolf Hitlers gebildet werden.

Handwerk und WHW.

Aufruf an die Handwerksmeister im Treuhänberbezirk Hessen.

NSG. Der Lanbeshandwerksmeister Hessen rich­tet an alle Handwerksmeister des Treuhänderbe­zirks folgenden Aufruf, bem sich bie Hand­werkskammern Darmstadt, Wiesbaden und Kassel

terstützung der Ausstellungsleituna zugesagt.

Die große Geflügelschau wird, so läßt sich schon heute sagen, weit über unsere Stadt, über unsere Heimat und über ben Gau hinaus von richtung­weisender Bedeutung fein. Die Ausstel­lung wird voraussichtlich mit insgesamt etwa 3000 Tieren beschickt werden. Wenngleich ein großer Teil ber Ausstellungstiere aus bem Gau Hessen kommen wird, so werden doch auch viele Einzeltiere, Zucht- ftämme und Herden aus bem ganzen Reich zu sehen sein, so daß die Ausstellung einen aufschlußreichen Querschnitt des Leistungsstandes der deutschen Ge­flügelzucht überhaupt geben wird. Mit ber Ausstel­lung wird gleichzeitig der besondere Zweck verfolgt, viele bisher in den Vereinen noch nicht organisierte Geflügelhalter, insbesondere die bäuerlichen Ge­flügelhalter, auf die großen Möglichkeiten aufmerk­sam zu machen, die in ber Kleintierzucht für die Ernährung unseres Volkes und im Zielstreben des Vierjahresplanes gegeben sind.

Aus diesem Grunde wird mit der Veranstaltung auch eine große Lehrschau verbunden sein, die das Tierzucht-Institut und das Tierseuchen-Jnstitut unserer Universität in geradezu umfassender Weise ausrüsten wird. Diese Sonderschau bringt in vielen Einzelheiten eine Fülle des Sehens- und Wissens­werten. Es wird Gelegenheit gegeben sein, einen Musterstall mit neuzeitlichsten Einrichtungen zu sehen, sich über die Möglichkeiten ber Verwertung von Abfallprodukten in ber Geflügelhaltung zu orientieren, bas Schlüpfen von Küken in einer.............. --- -------

Brutmaschine unb bie Aufzucht von Küken unter I überaus wichtigen Sache leiht.

Das bürfe er, aber es würde ihm schwer fallen, zu wählen; denn die Vermummung ber Damen sei undurchdringlich, er könne keine erkennen.

Jean be Meun lachte, nun schon Meister ber Ko- möbie.Ich wünsche", rief er aus,daß mir die Häßlichste ben ersten Rutenstreich gibt, unb bann diejenige, die ber Ersten an HäßUchkeit am nächsten kommt, bie Schönste aber zuletzt."

Auf bie eitlen Damen ber bamaligen Pariser ......-> . -. , .

Gesellschaft machte bas Eindruck. Eine unschlüssige erfuhr, bah er in bem Film mitspielte, dessen Haupt-