Ausgabe 
21.10.1937
 
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Finnisches Kaleidoskop.

Von unterem Pr.-Sonderberichiersiatter.

Helsinki, Oktober 1937.

Don Reval nähert sich der Dampfer Helsinki. Ueber dem Schiff kreuzt ein finnisches Flugzeug. Auf seinen Flügeln leuchtet auf weißem Feld das blaue Hakenkreuz. Wir betreten den Boden Suo­mis, des Landes der vieltaufend Seen, und zu­gleich des Landes der Arbeit. Es wurde viel be­richtet und viel geschrieben über Finnland, aber es wurde wenig gesprochen von der Arbeit, die die Bewohner Finnlands zur Erhaltung, zur Ord­nung und zum Schutz ihres Landes und ihres Staates täglich tun müssen. ..Und doch fällt dem Fremden sofort beim Betreten des Landes eines ganz besonders auf: die Frau im Berufs­leben, und zwar an vielfach mehr Stellen, als wir dies von den Frauen der übrigen europäischen Länder gewohnt sind. Wir sehen die Frau als Schaffnerin in den elektrischen Bahnen, und ebenso in den Omnibussen, wir treffen die Frau überall dort, wo wir sie im Berufsleben nach unseren Maß­stäben nicht erwarten. Auf unsere Frage nach dem Warum der Frauenarbeit bekommen wir von den Finnen selbst selten eine Antwort. So bleibt uns nichts anderes übrig als diese Antwort selbst zu suchen, und da glauben wir sie in folgendem ge­funden zu haben:

In Finnland hat ein kleines Volk das Uebermaß von fast 400 000 Quadratkilometer Land zu ordnen und zu schützen. Gegen zwölfhundertKilo- meter Grenze hat Finnland mit dem Sow­jetparadies gemeinsam. Ein Heer von 100 000 Man und $in freiwilliges Schutzkorps von 120 000 Mann sind darum zum Schutz des Lqndes bereit. Von Helsinki bis Lappland und von Wasa bis zum Ladoga-See hat der Finne sein Land mit einem Eisenbahnnetz von fast 6000 Kilometer und mit mehr als 60000 Kilometer Straßen verkehrsmäßig erschlossen. Dazu hat er über 300 Wasserkraftwerke gebaut, moderne Städte, neue Industrien, modernste Bahnhofsanlagen, fast amerikanisch anmutende Hotels, Schulen, Sport­stadien und Wohnblocks. So weist sich das Volk Finnlands als das arbeitsamste Volk des nördlichen Europas aus. Und wir kennen nun auch in der Frauenarbeit, im Omnibusfernbahnhof, in den mo­dernen Bauten den Ausdruck eines Gesetzes unter dem dies Land steht: des eisernen Gesetzes der Ar­beit, mit dem Finnland seine Weltgeltung zu er­ringen bestrebt ist.

Neben dem Gesetz der Arbeit aber gilt für Finn­land Vas Gesetz der Freiheit. Im Jahre 1904 fiel der Russe Bobrikow von der Kugel Eugen Schaumanns getroffen. Der Mord an dem russi­schen Zwingherrn war nur ein Zeugnis für den Willen des finnischen Volkes, frei zu fein und in selbständiger Verantwortung sein Schicksal zu mei­stern. 1918 hat Finnland, von Deutschland unter­stützt, sich diese Freiheit und damit die neue Ge­bundenheit als Volk und die neue Form als Staat durch Kampf und Opfer erworben. In einem Park von Helsinki stehen zwei Denkmäler und erinnern an den gemeinsamen Kampf und an das gemein­same Opfer der Finnen und der Deutschen, die 1918 für Finnland starben. In Hämeenlinna trägt ein Stein, vom Hakenkreuz geschmückt, eingemeißelt diese Worte:Die Heimatstadt Hämeenlinna hat diesen Stein errichtet zum verpflichtenden Gedenken an die Gefallenen von 1918, die ihr Leben geopfert haben für die Freiheit ihres Vaterlandes." So haben Arbeit, Kampf und Opfer nicht nur das Finnland von heute geschaffen, sondern ebenso dem Finnen den Stempel aufgedrückt.

Hart und verschlossen sind die Menschen dieses Landes. Kaum, daß sich in seltenen Augenblicken ein Lächeln über ihre Züge stiehlt. Sie sprechen wenig und sie lieben es nicht, über ihr Antlitz den Schleier jener falschen Höflichkeit zu ziehen, wie dies der Westeuropäer so häufig tut. Aber die Seele des Finnen ist weit und unergründlich tief, wie das Land und feine Seen. Mehr als bei den Menschen Westeuropas ist des Finnen Gestalt von innen heraus bestimmt. Und was Der eilige und hastende Westeuropäer kaum mehr kennt: der finnische Mensch hat Selbstbesinnung und Zeit noch nicht dem Schrei nach Geld geopfert. Der finnische Mensch kann noch allein fein. Er steht noch in sich selbst und findet in sich noch Genüge. Auch das moderne Tempo der Arbeit hat dem Finnen dieses fein ureigenstes Wesen nicht zu nehmen vermocht.

Finnland hat Rau m. Es hat den Völkern West­europas vieles voraus. Noch roden seine Menschen jährlich 40 000 Hektar Wald, gewinnen durch ihre Arbeit neuen Acker und damit neuen Lebensraum. Die Siedler Finnlands beginnen ohne jede Vor­aussetzung ihr Werk. So etwa, wie der europäische Siedler in den Wäldern Kanadas sein Land rodet, ohne irgendwelche kulturellen oder zivilisatorischen Bindungen und Voraussetzungen. Es kümmert den Siedler Finnlands nicht, daß in den Städten feiner Heimat moderne Bauten entstehen, daß dort Cafes und Kabaretts, Kinos und Theater für die Unter­haltung und für die Lustbarkeit seiner Mitbürger Sorge tragen. Er ist dabei, sich und seinem Ge­schlecht eine neue Heimat zu schassen, er sieht nur das Morgen in seiner Arbeit, er will nur die Heimat für sich und für seine Sippe, er ist noch nicht angekränkelt von den Einflüssen der Stadt und damit fähig, diesen ungeheuer harten Weg aus dem Nichts heraus zu eigenem Besitz und zu eige­ner Heimat zu gehen. So lebt er manchesmal 8 bis 10 Jahre nur in der kleinen Sauna, rodet sein Land, baut die Ställe für das Vieh und erst ganz zum Schluß beginnt er sein Wohnhaus zu er­stellen. Ein bitterhartes und karges Dasein steht am Anfang dieser neuen Bauern. Aber noch trifft hier das Leben selbst die Auslese. Noch steht hier der Mensch selbst den schicksalhaften Kräften nahe. Noch bestimmen diese Kräfte das Antlitz eines Volkes, und aus der Härte dieses Lebens der Siedler erwächst dem ganzen Volk auch feine Kraft.

Die KdF.-Flotte

von ihrer Madeira-Reise zurück.

Die KdF.-Flotte ist von der ersten Auslandsreise ihres Winterprogramms 1937/38 zurückgekehrt. Am Columdus-Kai in Bremerhaven machten in den frühen Morgenstunden die KdF.-DampferD e r Deutsche" undSierra Cordoba" nach einer glücklich verlaufenen Fahrt wieder fest. An Bord ist alles wohl. DieO c e a n a" trifft am 22. Oktober in ihrem Heimathafen Hamburg ein. Eine vom Wetter außerordentlich begünstigte Hoch­seefahrt ließ den 2500 Arbeiterinnen und Arbeitern aus allen Gauen Deutschlands die Reise zu einem unvergeßlichen Erlebnis werden. Ueberaus herzlich war der Empfang in Lissabon und Madeira. Ins­besondere ließ es sich die portugiesische Freizeit- OrganisationFreude und Arbeit angelegen sein,

Tschechoslowakischer Protest in Berlin nachdrücklich zurückgewiesen.

Berlin. 20. Ott (DHB.) Der tschechoslowakische Gesandte. Herr M a st n y. suchte heute den R e i ch s- minister des Auswärtigen auf, um gegen den Ton der deutschen Presse bei der Erörterung der Tepliher Vorfälle Verwah­rung einzulegen. Der Reichsminisier des Auswärtigen hat in seiner Erwiderung darauf hin- gewiefen. datz ein solcher Protest angesichts des Charakters der polizeilichen liebergriffe fehl am Platze fei, da die Erregung der deutschen Oeffenf- lichkeit eine natürliche und s e l b st v e r st ä n d- liche Folge der schweren Ausschreitun­gen staatlicher Organe gegenüber dem Su­detendeutschtum sei. Venn man eine solche Reaktion der deutschen Presse wie die der letzten Tage ver­meiden wolle, dann müsse man in erster Linie tschechoslowakischerseits dafür Sorge tragen, daß kein Anlaß zu solchen Aeußerungen gegeben würde.

Oie Herbsttagung verschoben.

Prag, 21. Okt. (DNB.) Wie das tschechoslowa­kische Preßbüro bekanntgibt, hatte Staatspräsident Dr. B e n e s ch am Mittwoch an den Ministerpräsi­denten Dr. Hodza ein Schreiben gerichtet, in dem er die beiden Kammern der Naitonalversammlung für den 26. Oktober aur Tagung nach Prag einberief. In den späten Abendstunden teilt das Preßbüro nun mit, daß die Kammern auf Grund einer Aenderung der Dispositionen doch nicht für den 26. Oktober einberufen werden. Weil die Don­nerstagsausgabe des Blattes der Sudetendeutschen Partei, die Zeit, die Verschiebung der Herbst­tagung auf d i e Teplitzer Vorfälle zurück­führte, verfiel sie der Beschlagnahme.

pariser Mohrenwäsche.

Die französische Presse zum Skandal von Teplitz.

Wir sind keineswegs überrascht, über die Folgen der Teplitzer Terrorakts in der französischen Presse zu lesen, daß nicht die Sudetendeutschen, sondern die Tschechen §u beklagen wären. Es überrascht uns ebenfalls nicht, dafür ausführ- liche Begründungen zu finden, die nichts anderes als eine Rückenstärkung für die Tschechen sind, nun erst recht der Gummiknüppeldemokratie zum Siege zu verhelfen. Was schwarz ist, ist selbstverständlich in der Pariser Presse weiß, und was weiß ist, wird schleunigst in das Gegenteil umgelogen. Wenn die Tschechen diese Presseartikel lesen, dann glauben sie selbst gar, daß nicht die Sudetendeutschen, sondern sie selbst die Unterdrückten, Verfolgten, Gequälten und Schikanierten sind. Betrachtet man sich die durch keinerlei Sachkenntnis getrübten, aber dafür um so deutschfeindlicheren Artikel in der Pa­rises Presse, dann fragt man sich, warum nicht die Tschechen schon längst beim Völkerbund einen Hilfe­ruf gegen die Deutschen losgelassen haben. Daß die Tschechen reine Engel sind, die kein Wässerlein trü­ben können, wird ihnen übrigens durch einen Teil der Wiener Presse direkt oder indirekt bestätigt. Ausgerechnet durch die Presse eines Landes, das noch kürzlich feierlich verkündete, es allein nehme die Interessen des Deutschtums im Südosten wahr. Wie das in der Praxis geschieht, spiegelt sich in der auffallenden Zurückhaltung der Wiener katholischen Presse und in der aktiven Unterstützung der Gummi­knüppeltschechen durch die jüdischen Wiener Blätter wider. Alle diese Manöver mögen vielleicht im Augenblick den wahren Sachverhalt vernebeln, aber nur im Augenblick. Die Wahrheit hat sich noch nie­mals unterdrücken lassen. D. S.

9er deutsche Beamte

und die nationalsozialistische Weltanschauung.

Alfred Rosenberg spricht auf dem Deutschen Beamtentag in München.

München, 20. Okt. (DNB.) Die Mittwoch­tagung des Deutscken Beamtentages war der Er­örterung der weltanschaulichen Grundlagen des Nationalsozialismus gewidmet. Der Leiter des Reichsschulungsamtes der NSDAP., Schmidt, zeigte, daß der große Krieg die bisherigen Gemein- sckaftsformen, in denen das deutsche Volk lebte, als überholt erwies, und das Wissen um die biolo­gische Gesetzlichkeit alles Lebens, die Grundlage für das neue Gemeinschaftsideal des Nationalsozialis­mus schuf. Aus Blut, Boden und Ehre er­geben sich die Aufgaben des Nationalsozialismus, die in Der Schaffung einer Gemeinschaft aller deut­schen Menschen einer sozialistischen Ord­nung, die jedem sein Brot sichert, und der Schöp­fung einer Rechts- und Wehrgemeinschaft bestehen. Der nationalsozialistischen Idee tritt die das Menschheitschaos anstrebende Gegenidee des Bolschewismus entgegen. Die dadurch ent­stehenden Gegensätze werden durch das Eingreifen der alten Kräfte des politischen Konfessionalismus und der Demokratie noch verschärft. Aus der Auf­gabe, diese Gegenkräfte zu überwinden, ergibt sich die Notwendigkeit des Totalitätsanspru­ches der Partei. Dieser Anspruch erstreckt sich auch auf das Recht der Wirtschaftsführung, der Erziehung und der Gesundheitsfüh­rung. Die Schulung dient der Durchsetzung der Gemeinschaftsform der Kameradschaft, der Heran­bildung der Führerschaft und der politischen Wil- lensbiloung.

Dann sprach Reichsleiter Alfed Rosenberg. Die Entwicklung der gesamten Staatsauffassung eines Volkes hängt ab von dem Raum, in dem ein Volk lebt. So gab es in Deutschland auch schon ehr früh eine Staatsauffassung, die sich zu Zucht und Gemeinschaft bekannte. Wir bemühen uns, die Eigengesetzlichkeit, unter der die übrigen Völker leben, zu verstehen, und erkennen sie an, wir ver­langen aber ebenso, daß man in unsere Eigengesetz­lichkeit nicht in sentimentaler Weise hineinredet. Wir können in Deutschland bei dem mit Menschen ausgefüllten Raum nicht jeden tun lassen, was er will. Das zeitigte frühzeitig das Pflichtbewußtsein, das das preußische Beamtentum und das preu- fische Soldatentum auszeichnete und das im deut­

schen Volk vererbt ist. Aus preußischer Zucht und preußischem Pflichtbewußtsein ist heute der groß- deutsche Gedanke geworden. Der Nationalsozialis­mus stellt sich als Gemeinschaftsform unseres Jahr­hunderts dar. Die geistige Auseinandersetzung, Die Jahrhunderte lang auf religiös-metaphysischem Gebiet ausgefochten wurde, ging durch den Natio­nalsozialismus auf das Gebiet der Charakterbildung über. Wenn man uns fragt, welche Religion und Konfession wir dem religiösen metaphysischen Glau­ben des Christentums entgegensetzen, dann sagen wir, daß wir jeden Deutschen selbst in sich den Kampf um die religiösen Anschauungen auskämpfen lassen. Unser eigentliches Kampfgebiet ist heute unser Kampf um die Erhaltung und Weckung der Ch a r a k t er w e r t e des deutschen Menschen und um die Formung einer bestimmten Rangordnung dieser Werte. Nationale Ehre des deutschen Volkes, Schutz des deutschen Blutes und Erziehung der deutschen Jugend sind die For­derungen, von denen wir nicht abgehen können. Wer in diesem Kampfe nicht mit uns zu gehen ver­mag, über den wird die Entwicklung eindeutig hin­weggehen. Wenn dann jemand sich auf einen höhe­ren Auftrag beruft, dann sagen wir, der höhere Auftrag zur Sicherung Deutschlands liegt heute bei uns. Und wenn sie aber gar glauben, einen Kampf gegen uns führen zu müssen, dann werden sie eben von uns zerbrochen werden.

Der deutsche Beamte ist mitten in diesen welt­anschaulichen Kampf hineingestellt. Nach außen hin hat er die Pflicht zur Ausführung des staatlichen Auftrages, nach innen hat er als Kamerad zur Kampfbewegung des 20. Jahrhunderts zu treten. Wenn wir das verlangen, dann ist das keine Ver­gewaltigung der Freiheit, sondern eine Erhöhung der inneren Position, die Ausfüllung einer bisher leergebliebenen Stelle in seinem Innern. Der deutsche Beamte hat nicht nur Pflichtmensch nach außen, sondern auch Träger einer neuen Zeit zu sein. Es gilt mitzuarbeiten, die Ein­heit von Weltanschauung, Bewegung und Staat herbeizuführen, damit die national­sozialistische Revolution die Voraussetzung für eine dauernde Lebensform schafft.

die KdF.-Urlauber durch Führungen und Veranstal­tungen zu erfreuen und mit dem portugiesischen Volksleben bekannt zu machen.

Aga Khan vom Führer empfangen.

Berchtesgaden, 20.Okt. (DNB.) Der Füh­rer und Reichskanzler empfing auf dem Obersalzberg den zur Zeit in Deutschland weilen­den Aga Sultan Mahomed Schah Aga Khan..

Zu Ehren des Sultans hatte die Deutsch-englische Gesellschaft am Dienstagabend in ihren Berliner Klubräumen einen Empfang veranstaltet. ^-Ober­gruppenführer Lorenz, der ständige Stellver­treter und Leiter der Berliner Dien st- teile des Botschafters von Ribben­trop, empfing die Gäste. An dem Empfang nah­men unter anderen teil: Sir Cecil Former, der britische Gesandte in Oslo, Sir George Ogilvie- Fordes, als Vertreter des britischen Botschafters, der Stadsführer des Botschafters von Ribbentrop, ^-Brigadeführer von Humann, Legationsrat von Rintelen vom Auswärtigen Amt, Ministe- rialrat Hafenoehrl vom Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda, Admiral M e n ch e von der Auslandsorganisation, Herr Hewel, der England-Referent in der Berliner Dienststelle des Botschafters von Ribbentrop.

Oer belgische Senat billigt den Notenwechsel mit Deutschland.

Brüssel, 20. Okt. (DNB.) Im Senat fand über die deutsche Erklärung vom 13. Oktober eine Aus­sprache statt, aus deren Verlauf sich ergab, daß der Senat nahezu einmütig den deutsch-belgischen No­tenwechsel über die Unverletzlichkeit begrüßt. Kritik an der deutschen Erklärung und an der Außenpoli­

tik der Regierung wurde lediglich geübt von dem sozialdemokratischen Senator Rollin, der sich in juristischen Spitzfindigkeiten erging und dem Außen­minister vorwarf, daß er durch diese Vereinbarung mit Deutschland dem kollektiven Sicher­heit s s y st e m Abbruch getan habe. Der katholisch­konservative Senator Baron de Mothemb er­klärte, Belgien müsse auch in Zukunft die Politik der Unabhängigkeit, die die Stellung Belgiens in Europa und in der Welt gefestigt habe, fortsetzen. Er beglückwünschte den Außenminister zu seiner Politik, mit der er am Werk des Friedens mitge­wirkt habe. Der Vertreter der Rexisten Graf de Grün ne, wies den Mißerfolgs der kollektiven Sicherheitspolitik nach und betonte, die allgemeine oppositionelle Haltung der Rexisten hindere diese nicht, unumwunden zu erklären, daß der Außen­minister mit seiner Politik den nationalen Inter­essen des Landes gedient habe. Die nationalflämische Gruppe brachte durch ihren Beifall wiederholt ihre Zustimmung zu der deutschen Erklärung zum Aus- druck.

Japan zur Aeunmächte-Konferenz eingeladen.

Tokio, 21. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der bel­gische Botschafter Baron de Bassompierre überreichte dem Außenminister Hirota eine Note, in welcher die belgische Regierung auf Bitten Eng­lands und mit Zustimmung Amerikas Japan zur Teilnahme an der Neunmächte-Konserenz in Brüs- f e I am 30. Oktober auffordert. Die Konferenz diene derPrüfung der Lage im Fernen Osten zwecks baldiger Beendigung des chinefisch­japanischen Konfliktes mit freundschaft­lichen Mitteln",

Jüdisch-kommunistische preffehetze in der Türkei.

Die Hintergründe der Pressefehde gegendasnationalsozialistischeDeutschland.

Istanbul, A). Okt. (DNB.) Die Pressehetze einiger türkischer Zeitungen gegen eine an» gedliche national sozial! stische Pro­paganda in der Türkei veranlaßt die Zei­tung C u m h u r i x) e t" zu einer Entlarvung der Mischen und kommunistisch verseuchten türkischen Schriftleiter, die sich in einer systematischen Verun­glimpfung Deutschlands ergangen. In dem Blatt heißt es, man könne überzeugt fein, daß der Kema­lismus, die revolutionäre Bewegung Atatürks, zu stark sei, als daß sie durch eine Pressepropaganda erschüttert werden kann. Die Schreiberlinge, die »sich so empfindlich zeigen, schweigen, wenn es sich um kommuni st ische Propaganda handelt, weil diese Zeitungsschreiber selber Werkzeuge des Kommunismus sind. Dann weist die Zei­tung darauf hin, daß die jüdische Schriftleiterin der Istanbuler ZeitungIan", Frau Zekeriya, früher eine Zeitschrift herausgab, die von der tür­kischen Regierung wegen kommunistischer Tendenzen verboten wurde. Die Offenheit, mit der die Hintergründe der zügellosen Hetze einiger türkischer Blätter gegen das nationalsozialistische Deutschland enthüllt werden, hat in Istanbul großes Aufsehen erregt. Es wird abzuwarten bleiben, ob diese Stimme aus der Wüste eine Aenderung in der Sprache der übrigen türkischen Blätter bewirkt.

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Nachdem sich das Ausland, vornehmlich England, bis zur Ermüdung mit der Auslandsorgani- f a t i o n der NSDAP, beschäftigt hatte, Die als ein gigantisches deutsches Spionagewerk geschildert wurde, haben sich jetzt in der Türkei einige tüchtige Männer gefunden, die sich krampfhaft be­mühen, alte, längst erledigte Lügen wieder hervor- zukramen und auf Hochglanz zu polieren. Offenbar geha es im jungen türkischen Staat so langweilig zu, daß man sich in den Redaktionsstuben gewisser Zeitungen genötigt sieht, seinen Stoff aus den Haupt- und Nebenstellen der internationalen Gift­mischer und Friedensstörer zu beziehen. Es ist übrigens nicht erst seit heute und gestern zu beob­achten, daß sich in der türkischen Presse eine immer schärfer werdende deutschfeindliche Tonart breit macht, die gewiß nicht von ungefähr entstanden sein dürfte. Denn in der Türkei überschneiden sich die Interessen zweier Staaten, die im östlichen Mittel­meer eine Rolle spielen. Beide sind aber alles an­dere denn deutschfreundlich. Und beide können es nicht ertragen, daß auf türkischem Gebiet auch deut- sche Kaufleute tätig sind. Folglich bedient man sich der Mittel, die schon immer wirkungsvoll waren und die, wie wir sehen, zu einer deutschfeindlichen Haltung einiger nicht unmaßgeblicher Zeitungen geführt haben. Zu diesen gehört auch derT an", der die Ausländsdeutschen zu verdächtigen sucht, in­dem er die Auslandsorganisativn der NSDAP, als eine die türkische Staatssicherheit bedrohende Einrichtung hinstellt. Wir haben dazu wenig ober gar nichts zu sagen, nachdem sich das übrige Ausland bereits davon überzeugen mußte, daß alles, was über die AO. verzapft worden war, glatter Schwindel ist. DerTan" könnte also be­stenfalls zu den Fußkranken dieses Hetzfeldzuqes gerechnet werden. Reichlich spät kommt er hinterher gehinkt, so spät, baß es bereits auffällt, wer ihn unb mit welchen Mitteln vor allem, aufgemuntert haben könnte, schleunigst im Humpelschritt das nach­zumachen, was den anderen inzwischen mißglückte.

D. S.

Moskaus Hand in Frankreich.

Französische Zeitungen veröffentlichen dokumen- tierte Angaben über die Millionen-Hilfs- gelber Moskaus, mit denen die französische Sektion der Dritten Internationale einen propa­gandistisch sehr üppigen, wenn auch im Ergebnis unglücklichen Wahlkampf bei der Erneuerung der Generalräte (Kreis- unb Provinzial-Wahlen) geführt hat. Dazu läßt sich nur mit den Worten des berühmten französischen Lustspieldichters sagen: Tu las voulu, George Dandin!" (Du hast es selbst gewollt, Hebe Marianne!). Solche Ent­hüllungen sind ja nicht zum ersten Male in Frank­reich gemacht worden. Wir erinnern nur an einen ehemals kommunistischen deutschen Reichstagsab­geordneten, der in Straßburg verhaftet wurde unb bei dem man aufschlußreiche Belege über Zahlun­gen an Einzelpersonen wie an Zeitungen gesunden hat; er wurde auf Betreiben des Sowjetbotschaf- ters sang- und klanglos aus der Haft entlassen. Auch der frühere französische Ministerpräsident La­val hat wiederholt mit dem Sowjetbotschafter über basThema" verhanbelt, ohne aber zum Ziel zu kommen. Die Sowjetrussen setzen eben einfach die Bestechungstechnik fort, die die zaristische Diploma­tie, insbesondere Iswolski, erfunden hatte. In der ranzösischen Presse und auch in der Deputierten­kammer gibt es eine Einheitsfront derInter­essenten", was besonders in Erscheinung trat, als vor einem reichlichen halben Jahr der frühere Kom­munist Doriot in der Kammer Eröfsnunaen machen wollte, ohne daß ihm die Kammer Gehör schenken wollte. B. R.

Die Preiskurve in Frankreich.

Die Beamtengewerkschaften fordern Neuregelung der Gehälter.

Paris, 21. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die ge­werkschaftlich organisierten Beamten haben sich jetzt zum drittenmal gegen die von der Regierung geplanten Maßnahmen zur Verbesserung des Le­bensunterhaltes der Beamten gewandt. Die Ge­werkschaft bedauert, daß die Regierung immer erst auf einen Druck hin zu handeln beginne unb hält ihr vor, daß sie niemals zur rechten Zeit den Forderungen der Beamten Rechnung trage. Nur ein Teil der Beamten würde von Den ins Auge gefaßten Gehaltserhöhungen betroffen. 550 000 Beamte und 110 000 Hilfskräfte verdienten noch nicht einmal das Existenzminimum- Aus diesem Grunde hält die Vereinigung der fron» ösischen Beamtengewerkschaften die Regierungsvor- chläge für un genüge nD. Sie hasst, daß die Re­gierung ihre Vorschläge von neuem überprüfen möge, bevor die Kammer damit befaßt würde, unb geht sogar soweit, eine vollkommene Neu­regelung der Beamtengehälter zu verlangen.

Um das durch die Angleichungen an die er­höhten Preise unb Tarife entftanbene Loch int Staatshaushalt zu stopfen, sucht bis Regie­rung nach weiteren Einnnahmequellen. Dabei Der­lei sie jetzt auf die Träger der Ehrenle­gion, die für besondere Verdienste um, wie die Inschrift des Ordens besagt, honneur et patri'