m. 24 b Erstes Blatt
187. Jahrgang
Donnerstag, 21. Moder 1957
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Wir Wilden
find doch bessere Menschen.
Deutschlands Eingeborenenpolitik in Afrika.
Wie England in seinen Kolonien und sogar in den ihm nur als Mandat unterstehenden Ländern gegen die eingeborene Bevölkerung mit Luftbombarüements, Einkerkerungen und Maschinengewehren vorgeht, das hat man jüngst in P a l ä st i n a erfahren. Die Methoden der früheren deutschen Eingeborenenpolitik soll der nachfolgende Artikel erläutern.
Die Stellungnahme des Nationalsozialismus zum Kolonialproblem ist so fest umrissen, daß es eigentlich keiner weiteren Erläuterungen und Darlegungen bedarf. Der Führer hat in den letzten Jahren mehr als einmal hierüber beachtenswerte Ausführungen gemacht. Es liegt auf der Hand, daß in weiten Kreisen des Auslandes diese Ausführungen des Führers mit Mißvergnügen ausgenommen worden sind und daß man kein Mittel unversucht läßt, um Deutschlands berechtigten Anspruch auf Kolonien, die ihm wider jedes Recht und jede Moral geraubt worden siyd, zu entkräftigen. Unter den Argumenten, die von gegnerischer Seite angeführt werden und die zum Ziel haben, Deutschland als unfähig zum Betreiben einer aktiven Kolonialpolitik hinzustellen, spielen eine besondere Rolle die ständig wiederkehrenden Behauptungen, daß Deutschland es nicht verstanden habe, die E i n g e - »orenen richtig zu behandeln.
Jeder Deutsche, der vor dem großen Welten- rrand und auch in den Jahren des Krieges in unsren Kolonien geweilt hat, weiß ein Lied von der »ft geradezu rührenden Anhänglichkeit der Eingeborenen an ihre deutschen Herren zu singen. Ts ist bekannt und durch Hunderte von Erklärungen erwiesen, daß auch jetzt die Eingeborenen sich r.ad) der deutschen Herrschaft zurück - I e h n e n, weil sie zur Genüge wissen, daß, wie es riner von ihnen einmal sehr treffend gesagt bat, der Deutsche eine harte Hand, aber ein weiches herz habe, der Engländer dagegen weiche Hände :nd ein hartes Herz". Kein Volk der Welt hat sch seiner farbigen Schutzbefohlenen mit so viel Liebe, so viel Verständnis, so viel individuellem Eingehen auf ihre Besonderheiten und Eigenarten tjioertommen, wie das deutsche. Der Erfolg der deutschen Einaeborenenpolitik straft iede Verleumdung Lügen. Ging doch, die Anhänglichkeit, der Far- liaen an" die deutsche Herrschaft so weit, daß ganze bömme und Völker ihre Heimat verlassen haben. Solche Treue steht in der gesamten Kolonialgeschichte mnzig da.
Wir haben uns nicht das englische System der fingeborenenpolitik zu eigen gemacht, das den Schwarzen englisch erziehen will, um ihn als künf- I gen Produzenten und Konsumenten zum Nutzen Englands zu entwickeln, wir haben auch das fran- Hsische System abgelehnt, das den Eingebvrenen ' jjm „schwarzen Franzosen" machen und ihn vor cl'len Dinaen militarisieren will, um dadurch die Kriegsstärke Frankreichs zu heben. Unser Ziel ist es immer gewesen, den Afrikaner nicht zu einer scblech- tm Nachbildung des Euroväers zu machen, sondern vir haben — und wie die Geschichte gezeigt hat: !imf Erfolg — versucht, den Eingeborenen als 2 s r i k a n e r, d. h. innerhalb seiner afrikanischen siahigkeiten und gemäß den B"dürfnissen und Forderungen seiner afrikanischen Natur zu ertüchtigen. Bin Mann, her sich als Kolonialvolitiker in vielen ■fahren die Svoren verdient hat, Gouverneur a. D. Seih, hat einmal betont, daß keine« der moder-
in*n Kulturvölker in solchem Maß befähigt fei sich emzufühlen in Mesen und Sinnesart fremder Völ- kir wie die Deutschen. Er hat weiter zum Ausdruck gebracht, daß es auf diese Eigenschaft zurückzufüh- rtm ist, wenn noch heute die Eingeborenen die deutle Herrschaft nicht vergehen hoben, sondern sie «feder herbeisehnen. Hier liegt allo, wie Seitz weiter darlegt, für eine neue deutsche Knlonialvolitik nicht nur eine Notwendigkeit und Berechtigung unfererfeits. sondern auch ein Bedürfnis von der ,6?He der Eingeborenen her vor.
Deutschland hat. was wir uns immer wieder vor Lugen hatten müssen, in knavp dreißigsäh- rigem Besitz seine überseeischen Provinzen zu etraer Entwicklung und Blüte emporgeführt, die die I Achtung und Bewunderung, aber auch den N"id und bi? Mißgunst anderer Völker erregt haben. Niemals Derber ist koloniales Neuland in so kurzer Zeit mit gtrinaen Mitteln den sittlichen Anforderunaen rt.endländischer Kultur erschlossen worden. In allen bmtschen Kolonien herrschten Frieden, Gesundheit, Wohlstand und vollstes Vertrauen der farbigen Schutzbefohlenen zu ihren deutschen Beschützern, btrren gerechte und humane Vormundschaft ihre Achtung, ja ihre Zuneigung und Liebe erweckte. Ge- Iclichtliche Dokumente und Vorgänge, welche an bi fe Zet erinnern, beweisen der Welt, daß dieses olrubige Vertrauen auf Deutschland auch Not und 1(2) nicht scheute. Voller Stolz ist die Antwort des o^ltans Kahjgi von Kianja. der den Freitod der Englischen Herrschaft mit den Worten vorzog: „Nachdem ich den Deutschen so gedient habe, wie ich es Im, kann ich ihren Feinden nicht auch dienen, herum sterbe ich lieber."
Lin ter den vielen Zeugnissen und eindringlichen Biroeifen, die darlegen, welche Wertschätzung — venn auch meistens wider Willen — man der deut- Ihm Kolonialvolitik entgegenbrachte, sei hier ein Heikel der „Daressalamer Times" vom 4. März 19*2 angeführt, die unter anderem schreibt: , Man i't schon gezwungen zu sagen, daß das Land am Dicklichsten mar, als die Deutschen kamen und die luidwirtschaftliche Entwi^lung in die Hand nah- bei der sie dem Eingeborenen Arbeit, Geld
Deutsch-italienisches Entgegenkommen ermöglichte eine Einigung im Londoner Aichteinmischungsausschuß.
London, 20. Ott. (DNB.) In der Mittwoch- sitzung des Nichteinmischungsausschusses wurde i n - folge des Entgegenkommens Italiens und Deutschlands auf Grund neuer, vom italienischen Botschafter Graf G r a n d i vorgebrachter Vorschläge, die vom deutschen Vertreter, Gesandter Dr. Woermann, unterstützt wurden, eine grundsätzliche Einigung erzielt. Die neuen Vorschläge müssen jedoch noch zu einer Entschließung zusammengefaßt und im einzelnen präzisiert werden. Infolgedessen ist eine weitere Sitzung des Nichteinmischungsausschusses erforderlich, die für Freitag 15 Uhr angesetzt worden ist. In der Zwischenzeit werden die Vertreter des Hauptausschusses des Nichteinmischungsausschusses ihren Regierungen berichten, damit sie in den Stand gesetzt werden, die erzielte Einigung im einzelnen endgültig festzulegen.
Graf Grand i erklärte sich bereit, der Entsendung einer Kommission nach Spanien zuzustimmen, damit diese die Anzahl der in Spanien dienenden ausländischen Freiwilligen feststellt, und darüber hinaus der symbolhaften Zurückziehung einer gleichen Anzahl von Freiwilligen auf beiden Seite n sofort zuzustimmen. Auf Grund des Kommissionsberichtes solle darüber entschieden werden, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Form den Parteien die Rechte Kriegführender gewährt werden sollten. Ferner erklärte er noch einmal ausdrücklich die Annahme des britischen Planes.
Der deutsche Vertreter erklärte, daß er die gleichen Weisungen wie der italienische Botschafter habe.
1. Deutschland nimmt die Anregung einer s o - fertigen Zurückziehung einer gewissen Anzahl von Freiwilligen aus Spanien, die auf beiden Seiten gleich groß sein soll, an.
2. Deutschland hält es für erforderlich, eine schnelle Entscheidung über die Frage der Neutralität und die Gewährung der Rechte Kriegführender herbeizuführen, macht aber die Gewährung dieser Rechte von einem Herantreten an die spanischen Parteien abhängig.
3. Wiederherstellung und Verstärkung der Kontrolle auf Grund des Planes van
( Dulm-Hemming.
4. Deutschland ist bereit, der sofortigen Entsendung eines Ausschusses nach Spanien zuzustim
men, der an Ort und Stelle die erforderlichen Vorarbeiten für eine weitere Verfolgung der Freiwilligenfrage treffen soll.
Der englische Außenminister Eden stellte fest, daß diese Erklärungen einen sehr großen Fortschritt bedeuten. Die gleichen^ Feststellungen gab der französische Botschafter (Sorbin, während der sowjetrussische Botschafte M a i s k y ,
der bei der eigentlichen Debatte außerordentlich zurückhaltend gewesen war, zum Schluß noch einmal die Gelegenheit ergriff, seine grundsätzliche Meinung allen anderen Staaten gegenüber zu äußern. Maisky erklärte, die Sowjetregierung stimme keinesfalls mit dem britischen Plan überein. Er behielt sich vor, später noch Einwendungen zu formulieren.
Die Londoner presse sehr befriedigt.
London, 21. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" schreibt, der italienische Beschluß sei versöhnlich und habe die Arbeiten des Nichteinmischungsausschusses auf einen guten Weg geleitet. Sämtliche Mitglieder mit Ausnahme des sowjetrussischen Botschafters hätten Grandi für seine wertvolle Erklärung warm beglückwünscht. Am Freitag werde man sich damit zu befassen haben, wie man an beide Parteien in Spanien herantrete'n könne, um die notwendigen Erleichterungen für den Ausschuß zu erhalten, der das Freiwilligen-Problem zu bearbeiten habe. Man könne damit rechnen, daß zunächst eine kleine teilweise Zurückziehung der ausländischen Kämpfer vorgenommen werde. Nach Eintreffen des Ausschußberichtes werde eine allgemeine Zurückziehung folgen, in deren Verlauf die Rechte Kriegführender zugestanden werden könnten. .
„Daily Telegraph and Morning Post" spricht von einem glücklichen Wendepunkt im richtigen Augenblick. Es würde kleinlich sein, wenn man nicht anerkennen wolle, daß die Vorschläge des italienischen Vertreters einen wirklichen Beitrag für ein vernünftiges und endgültiges Abkommen darstellten. Wohl gebe es noch Möglichkeiten zur Kritik. Der neue italienische Vorschlag scheine aber das vorzuschlagen, was unter den gegebenen Umständen im Bereiche der Möglichkeit liege. — „Daily Mail" betollt, daß der einzige Außenstehende der Sowjetbotschafter M a i s k i gewesen sei. Frankreich sei bereit, einer Zurückziehung der Freiwilligen im gleichen Maße auf beiden Seiten zuzustimmen, vorausgesetzt, daß der erste Schub wenige tausend Mann nicht überschreite. Die Geste Italiens werde sicher in der ganzen Welt begrüßt werden. Sie habe die Atmosphäre bereinigt und Grund zur Hoffnung auf Lösung eines Problems gegeben, das schier unlösbar erschien.
Das liberale „News Ehronicle" meint, die genaue Auslegung des italienischen Angebotes stehe noch in Zweifel. Wenn der Vorschlag Aussichten auf Verwirklichung haben sollte, so müsse die Anzahl der zurückzuziehenden ausländischen Freiwilligen sehr klein sein, sonst würde Valencia den Vorschlag ablehnen. Immerhin gibt das Blatt zu, daß jedermann im Nichteinmischungsausschuß über den italienischen Vorschlag zufrieden gewesen sei mit Ausnahme des Sowjetbotschafters. Trotzdem kommt das Blatt zu dem Schluß, daß allzu große Zuversicht nicht am Platze sei, denn Grandi habe Angebote gemacht, die dem Nichteinmischungsausschuß für Monate hindurch Arbeit geben würden. Die britische Regierung müsse die italienischen Vorschläge annehmen, aber sehr vorsichtig sein.
Paris schöpft neue Hoffnung.
Paris, 21. Okt. (DNB. Funkspruch.) „Excel- sior" hebt, wie alle anderen Blätter, hervor, daß der Quai d'Orsay, der am Dienstag noch sehr pessimistisch gewesen sei, am Mittwochabend zu der Hoffnung auf eine neue nützliche Fortsetz ung d er A u s sp r a che zurückgekehrt sei. Die „Epoque" meint, nach mehreren Tagen der Furcht beginne man wieder zu hoffen. Lediglich di ^Moskauer Regierung scheine sich dem Fortgang der Verhandlungen widersetzen zu wollen. Auch der „Petit Parisien" unterstreicht die fühlbare Entspannung und den bemerkenswerten Fortschritt. Deutschland und Italien — das sei gerechterweise anzuerkennen — hätten einen bedeutenden Beitrag geliefert. Es sei freilich voreilig, daraus zu schließen, daß nun automatisch alle Schwierigkeiten aufhören würden.
und Essen gaben und gleichzeitig diejenigen in die Lehre nahmen, die sich für modernere Ackerbaumethoden, als die bisherigen, interessierten. Seit unserer Okkupation ist der Anbau zurückgegangen. Man hat europäische Unternehmungen absolut nicht ermutigt, und das Ergebnis ist eine verarmte und mißvergnügte Eingeborenenbevölkerung."
Wie stark die Erinnerung bei den Eingeborenen an das segensreiche Wirken der deutschen Herrschaft ist, das zeigen zahlreiche Ereignisse der jüngsten Zeit, Begebenheiten, die sich 15 Jahre nach dem Raub der deutschen Kolonien ereigneten. Als im Mai 1933 in Daressalam, im ehemaligen D e u t s ch - O sta f r i k a, ein deutsches Konsulat eingerichtet wurde und die Hakenkreuzflagge zusammen mit der schwarzweißroten Fahne gehißt wurde, zum erstenmal wieder seit jenem 4. September 1916, an dem die Engländer das von den letzten deutschen Truppen geräumte Daressalam besetzt hatten, wurde die Straße von dem Konsulat den ganzen Tag nicht leer von Eingeborenen. Den Engländern war das unangenehm, denn sie mußten sich sagen, daß die Herzen der Schwarzen nicht bei ihnen, sondern bei der alten deutschen Zeit waren.
Ein anderes Beispiel: am 26. August 1923 wurde in Okahandja, im ehemaligen Deutsch-Süd- westafrika, der einstige Oberhäuptlina der Hereros beigesetzt. Die Hereros kamen zum Begräbnis fast alle, Mann für Mann, i n der alten deutschen S ch u tz t r u p p e n un i f o r m , mit den deutschen Farben. Ueberaü sah man die deutschen Schutztruppenhüte mit der alten Kokarde. Als die Hereros von den Engländern wegen ihrer deutschen Aufmachung zur Rede gestellt wurden und ihnen erklärt wurde, sie müßten das Leichenbegäng- nichts nicht mit den deutschen, sondern mit den englischen Farben vornehmen, gaben sie zur Antwort: „Die deutschen Farben sind vornehmer!" Gouverneur Schnee, der in seinem Buch diese Begebenheit auch erzählt, fragt mit Recht: „Kann sich wohl jemand denken, daß die Hereros sich so benommen hätten, wenn sie so "behandelt worden wären, wie das englische Blaubuch behauvtet, und wenn sie von Haß gegen ihre früheren Oberherren erfüllt gewesen wären? Würden sie dann nicht eher versucht haben, alles zu vermeiden, was sie an die Tage der deutschen Herrschaft erinnern konnte? Bis auf den heutigen Tag ist es den Engländern nicht gelungen, den Südwestafrikanern die "deutsche Zeit vergessen zu machen. Noch heute nennen die Hereros ihre Söhne Leutwein, Francke, Heydebreck, Volkmann, alles alte Truppenführer.
Und als die deutsche Fliegerin Elly Beinhorn 1933 nach Lome, der Hauptstadt von Togo, kam, ertönte, wie sie erzählt, auf dem Flugplatz ein Durcheinander von deutschen Worten, die zu ihrem Erstaunen alle aus schwarten Mündern kamen. Die Angehörigen des „Bundes der Togodeutschen" (Schwarze (Eingeborene!) hatten sich vollzählig ver
sammelt, um bei der Landung des ersten deutschen Flugzeuges zugegen zu fein und damit ihre alte Anhänglichkeit an Deutschland zu bekunden. Es wurde ihr eine Adresse überreicht, in der es zum Schluß heißt: „Tausende und aber Tausende in allen deutschen Schutzgebieten harren der Stunde, da die große Mutter Deutschland sich ihrer Kinder wieder annehmen wird. Wir bitten Sie, bei Ihrer Ankunft in Deutschland unseren deut
schen Freunden, mit denen wir in dreißigjähriger Verbundenheit in glücklichen Zeiten zusammengelebt haben, unsere besten Grüße zu überbringen". Wir haben aus der Fülle dieser Zeugnisse einer rührenden Anhänglichkeit nur einige herausgegriffen, sie haben gezeigt, daß Deutschland in den Herzen der Eingeborenen auch jetzt noch nicht vergessen ist und niemals vergessen werden wird.
Gegen Mißtrauen und Heuchelei.
Kritik am britischen Imperialismus.
Briefe an die „Times".
London, 21. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" veröffentlicht Zuschriften zur deutschen Kolonialforderung. Der englische Publizist A. 21. Milne schreibt zu den kürzlich von Amergy gemachten Ausführungen, daß aus strategischen Gründen eine Rückgabe des Tanganjikamandats (Deutfch-Ostafrika) an Deutschland unmöglich sei. Immer wieder hätten britische Polittker erklärt, das britische Imperium sei die größte Friedensgarantie. England sage, es würde nicht ein einziges feiner Schiffe für das höchste Ideal unserer Zeit, die kollektive Sicherheit, opfern, erkläre aber gleichzeitig, daß es bis zum letzten Mann die englischen Interessen verteidigen werde. Wohin der Ausländer auch immer schaue, werde er daran erinnert, daß er beim näch sten Schri t t britische Interessen bedrohe. Man würde die Zukunft hoffnungsvoller gestalten, wenn man endlich einsehe, daß die übrige Welt den britischen Imperialismus keineswegs als eine Friedensgarantie, sondern als einen Herd der Unruhe betrachte. Das werde solange dauern, wie England bei feinem Motto stehe: Was wir einmal haben, behalten wir. Man solle auch jene heuchelnde Einstellung aufgeben, die die Ausländer so wütend mache. Es fei verbrecherisch, wenn man durch eine unnachgiebige Haltung die Aussichten auf eine friedliche Bereinigung in Gefahr bringe, besonders wenn man dies für eine sogenannte Schlüsselposition inmitten von Afrika tun wolle, wie im Falle von Tanganjika.
In besonderer Weise setzt sich Bischof Carey für den deutschen Standpunkt ein. Er wolle nur drei Fragen stellen:
1. Sei es fair, daß allein Deutschland von den Großmächten keine Kolonien besitze?
2. Wenn es nicht fair fei, würde es dann nicht besser fein, sich mit der Lage in Besprechungen jetzt zu befassen und eine Krisis abzuwen- den, die Kriegsgefahr mit sich bringe?
3. Sei es immer notwendig, Hitler gegenüber mißtrauisch zu fein? Er habe Abkommen gelöst, doch würde er, Bischof Carey, ein gleiches getan haben, denn sie seien ungerecht und im Geiste der Vergeltung gehalten gewesen. All sein Jnsttnkt sage ihm aber, daß, wenn Adolf Hitler Deutschland in Verträgen verpflichte, er sein Wort halten werde.
Drastisch wendet sich die Zuschrift dabei gegen die Schürung ständigen albernen Mißtrauens. Wenn Adolf Hitler sich Schnürsenkel kaufe, werde er sofort irgendeiner finsteren Tat verdächtigt. Mit solchen lächerlichen Verdächtigungen müsse endlich aufgeräumt werden. Für den Frieden müsse man endlich Vertrauen haben.
Oer Herzog von Windsor
in Nürnberg und Stuttgart.
Nürnberg. 28. Okt. (DNB.» Nachdem sich da- Herzogspaar im Gästehaus an den Modellen der Parteitagsbauten über die Gesamtanlagen unterrichtet hatte, begab es sich zur Kongreßhalle, deren Orgel erklang, als das Herzogspaar den weiten Raum mit seinem eindrucksvollen Fahnenschmuck betrachtete. Luitpoldhain, Ehrenmal, Zeppelinfeld, Marsfeld, SA.-Lager und schließlich die KdF.-Stadt wurden aufgesucht. Auf einer Fahrt durch die Alt- stadt zur Burg gab Oberbürgermeister Liebel die entsprechenden Aufschlüsse Bei einem Frühstück im Kaisersaal der Burg fand er Worte der Freude darüber, daß das Herzogspaar Gelegenheit genommen habe, sich in Nürnberg die Bauten des Führers anzusehen, und daß es sich damit ein Bild auch vom künstlerischen Wollen des Führers verschafft habe. Kurz nach 19 Uhr traf das Herzogspaar in Stuttgart ein. Es wurde auf dem Bahnhof d*>*s Reichsstatthalter Gauleiter Murr begrüßt. Auf dem Wege zum Hotel kam es zu herzlichen Kundgebungen. Am Abend fand in der Villa Reitzenstein ein Empfang durch Gauleiter und Reichsstatthalter Murr statt.


