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Am 3. Oktober auf dem Bückeberg

Am

zu

litt»

auf und ab. Hoffnungsfreudig sah er Stefan

ent-

Zeit

21 Sortierung.

(Nachdruck verboten.)

offen hält. Man will doch gern alles tun, um feine Pflichten zu erfüllen. Dazu ist man doch da. Und jetzt, da es nicht so viel zu tun gibt, wenn man ich da nun schon mal um etwas kümmert, was einen nicht unmittelbar angeht"

Soll anerkannt werden. Aber wir wollen uns trotzdem an das halten, was ich gesagt habe, nicht wahr? Es gibt sonst nur unnötige Reibereien, und die dulde ich unter keinen Umständen. Uebrigens, das mit der Pflichterfüllung... Eine recht schöne Sache. Ich meine sogar, eine Selbstverständlichkeit. Aber sehen Sie mal, verehrter Herr ich wollte schon vor einer reichlichen halben Stunde über Loh­manns Beschwerde mit Ihnen sprechen, mußte aber leider feststellen, daß der Herr Wolfersdorfs nir­gends zu finden war. Das war genau zehn Minu- ten nach sieben. Es hieß, der Herr Inspektor schlafe noch. Wohl ein bißchen reichlich spät geworden gestern abend, wie?"

Ein Rot der Verlegenheit lief über Wolfersdorfs übernächtiges Gesicht.

Bitte zu entschuldigen, Herr von Achenbach", sagte er mit peinlich wirkender Unterwürfigkeit. Ich war gestern abend in der Stadt und traf ein paar alte Freunde. Die Sitzung hat sich ein biß. chen in die Länge gezogen. Wie das so kommt, wenn man sich lange nicht gesehen hat. Ist mir selber riesig unangenehm. Wird auch nicht wieder Vorkommen, Herr von Achenbach."

Wolfgang o. Achenbach nickte kurz. Damit war Wolfersdorfs entlassen.

Der Schloßherr fuhr sich nachdenklich mit der Hand über den Nasenrücken. Tatsächlich ein wenig angenehmer Mensch! Aber von der Persönlichkeit an sich ganz abgesehen es war mehr als zwei­felhaft, daß man den richtigen Mann in ihm ge- fanden hatte.

Das Gesicht, mit dem Wolfersdorfs auf den Hof hinaustrat, stand ganz und gar nicht in Einkttmg mit der eben noch gezeigten Unterwürfigkeit. Eine abstoßende Mischung von Trotz, Geringschätzung und Leichtsinn drückte sich in seinem Mienenspiel und seiner Haltung aus. Er machte eine Bewegung mit der Hand, als schlüge er mit der Reitpeitsche gegen den Stiefelschaft. Dann begann er den Refrain des neuesten Schlagers vor sich hinzusummen, den er am vergangenen Abend in der Stadt gehört hatte.

Als ec nach Verlauf einer reichlichen Stunde

Ich habe Hoffnung. Ich hoffe, daß Sie in zwei bis drei Wochen wieder sehen werden."

Ein tiefer Seufzer der Erleichterung wehte mit ihrem Atem zu ihm hinüber.

Stefan trat zur Seite und drückte auf den Knopf der Klingel. Die Pflegerin erschien wieder.

Führen Sie Frau Konsul wieder in ihr Zim­mer! Und bitten Sie den Herrn Konsul in das Empfangszimmer."

Schweigend und unbewegt sah er den beiden nach. Er schien ganz vergessen zu haben, daß er

gibt das Glück der Woche" außer Haus. Anderseits oll man aber auch bei einem Kauf zum Wochen­beginn nichts schuldig bleiben. Montag ist unbeliebt als Waschtag, aber wenn ein Handwerker montags einen neuen Auftrag bekommt, hat er die ganze

durch die Untergausuhrenn 20.30 Uhr am Heim.

24. September: In Wieseck Standortappell durch die Sozialstellenleiterin.

26. September: Gruppenappell durch die Unter» gauführerin in Lollar, 10.30 Uhr.

26. September: JnGroßen-Duseck Gruppen­appell durch die Untergauführerin, 8.30 Uhr.

Stelle KS.

Am 25. und 26. September findet auf der Dienst­stelle eine Schulung aller Gruppensportwarttnnen statt. Die beiden Tage sind unbedingt freizuhalten.

Kulturstelle.

Zn der Zeit vom 20. bis 26. September läuft im Gloria-Palast der neue Ufa-FilmUnternehmen Michael". Der Besuch wird allen Mädeleinheiten empfohlen. Die Führerinnen weisen nochmals in allen Dienstabenden darauf hin.

Sozialslelle.

Von einigen JM.-Gruppen fehlt immer noch die Meldung, wieviel J.-Mädel Oftern 1938 aus ber Schule entlassen werden. Meldung sofort einsenden.

Werks-Konzert bei Schaffstaedt.

gegen.

Ich hörte schon von meiner Frau, Herr von Achenbach wir dürfen hoffen?"

Jawohl, Herr Konsul. Es ist gerade noch _ zu einem Eingriff. Ein paar Wochen noch, und es wäre zu spät gewesen. Verbürgen kann ich mich für den Erfolg natürlich nicht, dazu ist der Fall viel zu schwer. Aber ich hoffe zuversichtlich, daß es gelingt. Jedenfalls werde ich alles daransetzen, um Ihrer Frau Gemahlin das Augenlicht wiederzu-

nicht allein war.

Da hörte er Annelores klanglose Stimme: Brauchen Sie mich noch, Herr von Achenbach?" Er wandte sich um.

Dante, nein."

Jetzt erst siel ihm die Blässe auf ihrem Gesicht auf. Er betrachtete sie aufmerksam.

Ist Ihnen nicht wohl?"

Oh, doch. Ich habe nur ein bißchen Kopfschmer­zen. Das geht wieder vorüber."

Mit eigenartig gespanntem Gesicht sah er ihr nach. Zwei Frauen! dachte er wieder. Mit der einen war man fertig und die andere...?

Seine Lippen schoben sich zusammen. Mit gesenk­tem Kopf verließ er das Ordinationszimmer. Es genügte, zu wissen, daß man mit der einen fertig war! Und das wußte man jetzt: Gloria Rettner, Gloria Bruckner, Patientin Nummer soundso, hatte ihre Macht über Stefan o. Achenbach verloren. Er würde seine ganze Kunst aufbieten, um ihr zu hel­fen, aber es war nur der Arzt, der das tat. Und es würde der größte Triumph feines Lebens fein, einem Menschen geholfen zu haben, der einst den schmählichsten, jämmerlichsten Verrat an ihm be­gangen hatte?

Der Konsul befand sich bereits im Empfangs­zimmer und lief dort mit kurzen Schritten aufgeregt

Tomaten 12 bis 17, Zwiebeln 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 80, Pilze 40 bis 60, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 ko- 40 Pf., 50 kg 3,45 bis 3,50 Mark, Aepfel, X- kg 10 bis 25 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Birnen 5 bis 25, Pfirsiche 40, Preiselbeeren 35, Zwetschen 15 bis 16, Nüsse 35 bis 40, Suppenhühner 80 bis 90, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 9 bis 11, Salatgurken 5 bis 30, Einmachgurken 1 bis 3, En­divien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.

** Versetzung bei der Gießener R e i ch s b a n k. Der seit Juni 1934 hier tätige Reichsbankrat Dr. Schulte ist mit Wirkung vom 29. September d. I. als Direktor an die Reichsbank­nebenstelle Oldenburg versetzt. Der Weggang des allseits beliebten und verdienten Beamten wird in weiten Kreisen sehr bedauert.

** Silberne Hochzeit. Das Fest der Sil­bernen Hochzeit feiern heute, Dienstag, 21. Sep­tember, der Schneidermeister Carl Schnell und

wieder über den Hof kam, sah er den Wagen in der Nähe des Eingangs halten. Nach einem vor- ichtigen Blick über die obere Fensterreihe trat er heran.

Na, Friedrich, wen fahren wir denn heute? näselte er.

Es dauerte eine Weile, bis er Antwort bekam.

Das Fräulein."

Das hatte nicht gerade freundlich geklungen. Friedrich war nicht gut auf denNeuen zu spre­chen. Aber Wolfersdorfs schien das nicht zu be­merken.

Welches Fräulein?" wollte er wissen.

Aus der Klinik."

Ach, die kleine Bergner? Oder die schöne Anne« lore?"

Ein halb spötttscher, halb geringschätziger Blick traf ihn. ,

Schöne Annelore? Sagen Sie das bloß nicht so laut! Bei der haben Sie bestimmt kein Glück...!"

Wolfersdorfs hatte einen giftigen Blick bereit, fing ihn aber rechtzeitig mit den herabfallenden Augenlidern ab. ,

Glück?" tat er unschuldig.Wieso Gluck? Wer spricht denn davon?"

Friedrich verzichtete auf eine Antwort. Aber er lächelte ihm vielsagend ins Gesicht. Es war ein regelrechtes Grinsen.

Wolfersdorffs Gesicht überzog sich mit einem dunklen Rot. So ein unverschämtes Grinsen! Schade, daß der Alte nicht zu seinem Machtbereich gehörte! Dem hätte er es sonst schon heimzahlen wollen!

Er entschloß sich zu einem überlegenen, gering­schätzigen Lächeln.

Kleiner Irrtum, was Sie da denken! Kommt .gar nicht in Frage. Ich wollte nur wissen, wohin Sie fahren. In die Stadt?"

,Lann sein."

Das würde ja gut passen. Da könnten Sie mid) mitnehmen. Ich muß nämlich auch in die Stadt.

Wieder zuckte leiser Spott über das Gesicht des Alten.

Ist Ihnen heute wohl zu kalt auf dem Gaul?"

Mir nicht. Aber dem Gaul ist cs zu kalt."

Hat er gesagt, was?"

Hat er gesagt, jawohl."

Na, von mir aus! Da sprechen Sie nur mal mit dem Fräulein." (Fortsetzung folgt.)

Oie Wochentage im Volkstum

Don Werner Lenz.

Ehefrau Maria, geb. Niedermeier, Bahnhofstraße 58 wohnhaft. .

** Neubauten. In jüngster Zeit wurden tm Auftrage der Stadtverwaltung zwei Bauvorhaben in Angriff genommen: die Schaffung von 46 Dolks- wohnungen am Leimenkauterweg und die Errich­tung eines größeren Stallgebäudes für das Ernäh­rungshilfswerk. Die Wohnungsbauten, die einstöckig werden (wie jene Häuser, die bereits am Seimen« kauterweg errichtet und bezogen wurden), sind jetzt in den Kellergeschossen fertiagestellt Nunmehr ist man dabei, die Mauern für das Erdgeschoß aufzu­richten. Auf der umfangreichen Baustelle sind zahl­reiche Volksgenossen beschäfttgt. Der Stallneubau für das Ernährungshilfswerk ist wett vorgeschritten. Die Mauern für das Stallgebäude find bereits er- richtet, und die Zimmerleute sind soeben dabei, die Balkenlage für das Dach aufzurichten. Gleichzeitig ist der Bau für die Futterküche und für die Woh­nung des Schweinemeisters in Angriff genommen worden.

Anmeldung zum WHW.

NSG. Jeder Hilfsbedürfttge, der das WHW. 1937/38 in Anspruch nehmen will, muß einen An­trag auf Betreuung bei den Geschäftsstellen der NSV. stellen. Der Antragsteller hat die Angaben durch Vorlage von Ausweispapieren, polizeiliche Anmeldung, Stempelkarte, Familienbuch usw. zu belegen. Erwerbslose müssen durch Vorlage einer Meldekarte nachweisen, daß sie sich als Arbeit- suchende beim Arbeitsamt gemeldet haben. Das­selbe gilt für die arbeitsfähigen Familienange­hörigen, wie schulentlassene Kinder. Die Vorlage der Meldekarte als Arbeitsuchender ist bei allen arbeitsfähigen Volksgenossen Bedingung für eine WHW.-Betreuung. Arbeitsunfähige (Rentner In­validen, Kranke) haben beim Antrag auf WHW.- Unterstützung ihre Arbeitsunfähigkeit in geeigneter Weise nachzuweisen (Atteste), sofern diese nicht von vornherein feststeht. Für schulentlassene Kinder, die im Haushalt benötigt werden, ist diese Notwendig­keit ebenfalls nachzuweisen. In Arbeit stehende Volksgenossen, die beim WHW. Unterstützung be­antragen, haben eine Lohnbescheinigung über die letzten 3 bis 6 Monate beizubringen. Auch alle anderen Angaben sind ausreichend anzuführen, wie die Höhe der Wohnungsmiete, ob durch Untermiete besondere Einnahmen vorhanden, ob Hauszins­steuerstundungen oder andere Vergünstigungen zu­treffen. Anträge ohne die geforderten Belege wer­den nicht angenommen.

(Siebener rvochenmarktprette

Gießen , 21. Sept. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Matte, 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, kg 9 bis 12, Weißkraut 6, Rotkraut 9 bis 12, gelbe Rüben 9, Karotten 8 bis 12, rote Rüben 9 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 18 bis 25, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 35, Feldsalat Vi.o 10 bis 11,

Woche Arbeit, sagt man.

Der Dienstag hingegen hat eine glückbringende Kraft. Er ist dem altgermanischen Gotte Ziu, dem Kriegsgotte, geweiht; die Schwaben und Badener sagen heute nochZistia" für Dienstag. Noch Kaiser Heinrich IV. begann feine Kämpfe stets an dem Tage, der dem Waffengotte geheiligt ist, und ein am Dienstag geschmiedetes Schwert galt für beson­ders wehrkräftig. Am Dienstag soll man in eine neue Wohnung einziehen, auch was natürlich eine Wortmißdeutung in sich schließt einen neuen Dienst" antreten. Dienstag war auch derDings- tag",Thingstag". Noch vor wenigen Jahrzehnten gab es in alemannischen Gegenden überlieferungs­treue Männer, die eine Vorladung vor den Schieds­richter nur dienstags befolgten und zu anderen Ter­minen nicht erschienen!

Der Mittwoch, althochdeutschwuotanestag , altnordischodinsdagr", wurde durch die christliche Beargwöhnung aller heidnischen Ueberlieferung r* einem Unglückstage gestempelt. Man sagte, Mi wochskinder seien Anwesende und Leser aus­genommen dumm ober schwer erziehbar; auch heißt es, wenn eine Ehe mittwochs geschlossen würde, kehre die junge Frau bald zu den Eltern heim. Beginnt ein Monat mit einem Mittwoch, so soll es vier Wochen schlecht Wetter geben, meint man in Tirol. Auch soll man mittwochs weder Holz fällen noch Brot backen. Hingegen hält der Bauer mancherorts an dem unglückbringenden Begriffe des Wotantages englischwecknesckay" fest und

NSG. Zum vierten Male sammelt sich das deutsche Landvolk auf dem Bückeberg, um vor dem Führer und der ganzen Nation erneut feinen Willen zum Einsatz für Volk und Vaterland zu be­kunden. Diese Kundgebung bildet zugleich die fei­erliche Krönung des Erntedankfestes, an dem das ganze Volk sich vor aller Welt zur großen deut­schen Schicksalsgemeinschaft bekennen will.

Um möglichst vielen Volksgenossen aus Hessen- Nassau Gelegenheit zu geben, diese Kundgebung zu erleben, wird wiederholt auf die zum Bückeberg fahrenden Sonderzüge aufmerksam gemacht. Zwei von diesen Sonderzügen gehen am Samstag, 2. Oktober, abends in Frankfurt ab und kommen am 3. Oktober morgens in Grohnde, der nächsten Station beim Bückeberg an. Der eine Sonderzug nimmt Fahrtrichtung über Hanau, Fulda, der an­dere über Gießen. Die Rückfahrt ab Grohnde er­folgt am 3. Oktober abends, so daß die Züge am Montag, 4. Oktober, in Frankfurt ankommen. Die Fahrtunkosten betragen 7 Reichsmark.

Außerdem fahren am 1. Oktober um 22.10 Uhr, fünftägige F e r i e n s o n d e r z ü g e nach Holzminden und Bückeberg und treffen am 5. Ok­tober, um 16 Uhr, wieder in Frankfurt a. M. ein. Besichtigungen von Bad Pyrmont und Umgebung, Rundfahrten in die Umgebung von Holzminden, in

_ ren Dienstag veranstaltet die NS.-Ge- meinschaftKraft durch Freude" in einer Montage- halle der Firma Schaffstaedt ein Werks-Konzert, das von dem Reichssender Frankfurt übertragen wird. Das Konzert findet in der Zeit von 12 bis 13 Uhr

RegierungSra1i.7r.Schaible gestorben.

LPD. Darmstadt, 20. Sept. Ueberraschend ist der vor wenigen Jahren in den Ruhestand ge­tretene Regierungsrat Eduard S ch a i b l e in Darm­stadt gestorben. Er war Vorsteher des Steno­graphischen Büros des früheren Hessischen Landtags und hatte sich als Vorkämpfer der Einheitssteno­graphie schon früh für die neue Sache eingesetzt. In früheren Jahren hat Schaible zahlreiche Lehrbücher in Gabelsberger Kurzschrift veröffentlicht.

Gefängnis wegen Änierschlagung von Lohngeldern

Wetzlar, 20. Sept. (Lpd.) Ende Juli b. I. mußte in einem hiesigen großen 3 n b u ft r i e werk ein Angestellter, der bereits seit 21 Jahren bei der Firma tätig war und volles Vertrauen ge­noß, der Kriminalpolizei übergeben werden, wett er sich in gröblicher Weise gegen die Betriebsge­meinschaft vergangen hatte. Er hatte sich bei der Führung der Lohnbücher seit 1934 dauernd Fäl­schungen der Bücher und Unterschla­gungen von Lohngeldern zuschulden kom- men lassen, die schließlich die Höhe von rund 9100 Mark erreichten. Wegen dieser Unredlichkeiten hatte sich der Mann jetzt vor dem Wetzlarer Schöffen- gericht zu verantworten, das ihn zu neun M o - naten Gefängnis verurteilte.

Rundfunkprogramm

Mittwoch, 22. September.

6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. Aus einem alten Notenbuch. 14: Nachrichten. 14.10: Don allem etwas! 15: Volk und Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Unser singendes, klingendes Frank- i fiirt. 20: Nachrichten. 20.10: Unser singendes, flin- 1 gendes Frankfurt. 21.15:Bismarck wird Minister", , Hörspiel. 21.45: Märsche. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Kamerad, wo bist du?

das Weserbergland sind vorgesehen und werden jedem Teilnehmer reiche Abwechslung bieten. Bei diesen Sonderzügen betragen die Gesamtkosten (mit Verpflegung) 20 Reichsmark.

Anmeldungen sind in diesem Jahre an die ört­lichenK d F." -Stellen zu richten, bei denen auch nähere Auskunft erteilt wird.

Llrlaubsaustausch des Reichsnährstandes.

Zu dem diesjährigen Erntedankfest auf dem Bückeberg veranstaltet die Landesbauern­schaft Hessen-Nassau einen U r l a u b s a u s t a u i ch für die Landwirtschaft. Es sind von der Landesbauernschaft Hannover zahlreicheFrei- quartiere mit freier Verpflegung zur Verfügung gestellt worden. Der Urlaub dauert eine Woche, und zwar vom 29. September bis zum 4. Oktober. Die Fahrt geht mit modernen Omni­bussen. Die Gesamtfahrkosten, sowie alle Neben­kosten betragen für die Woche 22 RM. Hierin ift auch die freie Verpflegung und die Unterkunft ent­halten. Alle Reichsnährstandsmitglieder können sich hieran beteiligen. Meldung muß bis spätestens zum 22. September an die Kreisbauernschaft Oberhessen - West in Friedberg erfolgen.

geben."

Ich werde es Ihnen nie vergessen, Herr von Achenbach! Und wann denken Sie die Operation vorzunehmen?"

Am Donnerstag. Es sind noch einige Vorberei­tungen notwendig."

Gedankenvoll sah Stefan dem Konsul nach, als sie sich nach einiger Zeit draußen auf dem Flur wieder trennten. Ein sympathischer Mann, dem es zu gönnen war, wenn feine Frau wieder ein gan­zer Mensch wurde. Aber auch ein bedauernswerter Mensch; denn wenn Gloria Bruckner wieder sehen konnte, würde sie eines Tages wieder ausfliegen wie der Vogel aus dem schützenden Nest.

Oder war sie nur in diese Ehe geschlüpft, weil sie flügellahm geworden war?

Gleichviel! Licht gibt Flügel. Und einmal nicht heute oder morgen vielleicht aber einmal würde doch der Tag kommen, der diesen Mann aus allen Himmeln stürzen würde.

7.

Lohmann ist vollständig in seinem Recht", wie­derholte Wolfgang v. Achenbach.Die Landwirt­schaft und die Forstwirtschaft sind zwei selbständige, klar voneinander abgegrenzte Aufgabengebiete. Lohmann ist für die Forstwirtschaft verantwortlich und daher auch allein zuständig. Ich kann es ihm nicht verdenken, wenn er sich darüber beschwert, daß ihm da jemand hineinzureden versucht. Und ich wünsche das auch keinesfalls, Herr Wolfersdorfs. Halten Sie sich das bitte für die Zukunft vor Augen."

Wolfersdorfs hielt die unsteten Augen gesenkt.

Gewiß, Herr von Achenbach. So war es ja auch gar nicht gemeint. Es mar doch nur so ein Vorschlag, ein Ratschlag. Ich dachte ich meine : es schadet nicht, wenn man die Augen ein bißchen

Am Sonntag bet' und sing'; am Werktag schass dein Ding!" Der Sonntag ist ein Glückstay; das Sonntagskind" ist im Volksglauben und Märchen chlechthin ein Glückskind. Als Feier- und Ruhetag tritt der Sonntag hinter den anderen Tagen natur­gemäß an volkstümlicher Bedeutuna zurück. Jedoch griff er im mittelalterlichen Zunftleben auch in das Alltagswirken ein: am Sonntag kündigte der wan­derlustige Geselle seinem Meister den Dienst auf, und auch am fremden Orte galt es als sckicklich, an einem Sonntage den neuen Meister um Arbeit an- zusprechen.Der Sonntag ist der langweiligste Tag in der Woche", sagte der Student.Man kann nicht einmal ein Kolleg schwänzen!"

Da ist der Montag lustiger, meint der Hand­werksgeselle, der blauen Montag hält, weilder Montag des Sonntags Bruder ist"! Sonst gilt der Montag als Unglückstag im Aberglauben, wie viele Tage, die auf einen Feiertag folgen. Montags wurde fein Kind zur Taufe gebracht, auch nicht mit dem Entwöhnen der Säulinge begonnen. Ein Lehrling trat feine Lehrstelle nicht montags an, wie auch fein Kind erstmals montags in die Schule geschickt wurde, daß auch heute noch der Schulbeginn nach den Ferien fast nie auf einen Montag fällt. Ein Dienstmädchen, das am Montag eintritt, soll, wie es in Mecklenburg heißt, viel Geschirr zerbrechen. Ein Trost dafür liegt in der niederdeutschen Mei­nung,daß es nicht lange im Dienst bleibe". Nicht ratsam soll der Einzug des Montags in ein neues 5)0115 oder neue Wohnung fein, weil man dann nicht lange darin bleibe. Ja selbstdas Mon­tagswetter wird keine Woche alt", anderseits heißt esRauher Montag glatte Woche", und wenn man am Montagmorgen niest, hat man Glück für die kommenden Tage. Wer etwas Montags verleiht,

wählt ihn gern zum Saattag: auch die oldenbur» gischen Schisser betrachten den Mittwoch als Glücks«

Der Donnerstag,bonarestag",thorsdagr", war entsprechend der Volkstümlichkeit Donars der Sonntag" der Germanen. Deshalb vermied noch im letzten Jahrhundert der Landmann donnerstags grobe Arbeiten. Da Donar der Fruchtbarkeit spen­dende Gott war, galt sein Tag als günstig zur Ehe­schließung. Donnerstagsheirat galt alsGlücks­heirat". Sodann war der Tag Donars, dem das Eisen heilig ist, der Tag des Pflügens, denn die Pflugschar ist eisern. Es hieß, dann verschone der Wettergott das Feld mit Hagelschauern.

Der Freitag Frija, der Eheschutzerm, ge- weiht gilt als glückbringend für Ehekameraden und Liebesleute. Da er aber der Kreuzigungstag des Herrn ist, gilt der Freitag meist als unheilvoll. Der Schiffer sticht nicht gern in See, denn das Meer soll jeden Freitag ein Opfer fordern. Die Eisenbahn- statistik hat gezeigt, daß der Freitag den geringsten Fernverkehr aufweist! Da aber mit der Kreuzigung Christi auch die Erlösung der Menschheit ermöglicht wurde deuteten manche den Freitag dennoch als Glückstag- sie sagten, freitags könne man Schatze heben und empfehlen es, am Freitag Lottenelose zu kaufen. Modern wirkt der Aberglaube, sich freitags nicht photographieren zu lassen!

Dann kommt ber Samstag, (fr gilt nicht für voll, zumal in Gegenden, wo die FormSonn­abend^ gebräuchlich ist. Man soll nicht säen am Sonnabend, denn wie der Name sagt ist es feinrichtiger" Tag. Ueberhaupt soll man samstags feine größere Arbeit beginnen; auch vermeidet man am letzten Wochentage nach Sonnenuntergang bas Spinnen, weil das Gespinst Raub der Mause wurde, die es zernagen. Ebenso unterläßt man zu dieser Zeit im Erzgebirge das Klöppeln. Sehr verbreitet ist eine Auffassung, die in Niederdeutschland zu diesem Reime geführt hat:Dor is feen Saterbag (Samstag) so dick, bat bet Sünn (Sonne) nich beit nen Blick! In Baben sagt man, wenn am Samstagabend bas fleinfte Kinb der Familie im Bett niese, so folge eine glückliche Woche; und die Dorfschmiede üben noch teilweise den Brauch, wenn sie samstags Feierabend machen, drei Hammerschläge auf den Amboß zu tun: damit schmieden sie den Teufel für die kommende Woche fest.

llBWWfliW!

Roman von Bernhard Lonzer.

Urheberrechtsschutz:

Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68.

statt.

Jungvolk sammelt Kastanien.

NSG. Das Deutsche Jungvolk stellt sich in den Dienst des Vierjahresplanes, indem es bei der Ka­staniensammlung hilft. Der Jungbann 115, Darm­stadt, beginnt bereits in dieser Woche mit der Sammlung. Um das Gelingen der Sammlung sicherzustellen, bittet das Deutsche Jungvolk um das Verständnis und das Entgegenkommen der Bevöl­kerung. , . £ ..

Ein einziger Kastanienbaum bringt Ertrage zwi­schen 40 und 300 Kilogramm. Schon bei einem Er­trag von 25 Kilogramm kann mit einer Ernte von 25 000 Tonnen gerechnet werden. Aus diesen 25 000 Tonnen lassen sich 1 Million Kilogramm Del, 1,6 Millionen Kilogramm Saponine und 14,4 Millionen Kastanienschrot gewinnen. Das Oel findet als tech­nisches Fett Verwendung, aus dem Schrot gewinnt man Stärke und die seifenähnlichen Körper der Saponine sind ein begehrter Rohstoff in der Seifen-, Schaumlösch- und anderen Industrie. Der hohe Wert der Kastanien erfordert deshalb ihre restlose Sammlung und Ablieferung.