Nr. 220 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 2h September M7
Aus der Stadt Gießen.
Der große Herbstumzug.
In wenigen Tagen werden wieder viele Familien ihre bisherige Wohnstätte mit einer anderen vertauschen. „Umzug" bedeutet zunächst Inventur der Wohnungseinrichtung. Im Laufe der Jahre sind mancherlei Anschaffungen gemacht worden. Die veralteten oder unbrauchbar gewordenen Sachen brachte man „einstweilen" in der Bodenkammer unter. Mit Schrecken stellt man fest, daß dort das Material fast bis zur Decke reicht.
Die „Entrümpelung" kommt gerade zur richtigen Zeit. Man muß nicht nur den Boden von allem Brennbaren freimachen, man kann auch in der Wohnung selbst die Entrümpelung fortsetzen und erwirbt sich dabei noch den Dank der NS.-Volks- wohlfahrt. Man hängt an alten Sachen und macht sich zu ihrem Sklaven. Erst der Umzug zwingt oazu, Gefühle der Anhänglichkeit zu überwinden, besonders, wenn die neu zu beziehende Wohnung, was oft der Fall sein wird, weniger Raum bietet als die alte. Alte Familienstücke werden natürlich nicht fortgegeben, aber so manches andere könnte man entbehren, ohne es zu vermissen.
„Umziehen" ist auch die Kunst, sich im neuen Heim wohnlich einzurichten und dabei die Fortschritte in der Wohnungskultur nicht zu übersehen. Unsere kulturellen Ansprüche steigern sich unmerklich von Jahr zu Jahr. Wir wollen gesund wohnen, brauchen viel Licht und Sonne, und dementsprechend sollen die Zimmer hell und freundlich sein. Wozu dann die alten, schweren „Portieren" und sonstige „Drapierungen", Staubfänger der schlimmsten Sorte, erst noch in die neue Wohnung nehmen? Die alte „Salongarnitur", schon etwas fadenscheinig und wurmstichig, bleibt auch zurück, sowie mancher Kitsch, Nippeskram usw.
Hat man diese Generalbereinigung der Wohnungseinrichtung vollzogen, so ist das, was nun folgt, nicht mehr so schlimm. Zwei Dinge sind es, ohne die auch die schönsten Möbel nicht zur Wirkung kommen: die Tapeten und die Fenstervorhänge. Man kann schon sehr preiswerte lichtechte Tapeten erstehen, es gibt abwaschbare und stoff- artige, und wer nicht sicher ist, ob die Tapete gnt zu den Möbeln paßt, der wird von jedem Fachmann aufs beste beraten. Für kleine Räume sind kleine Muster zu empfehlen, die den Raum größer erscheinen lassen, große Räume wieder gewinnen an Behaglichkeit durch große Muster.
Wir wollen Helle Räume haben, und deshalb verzichtet man heutzutage auf lichtraubende Portieren und stoffreiche Fensterdrapierungen. Schon mit bescheidenen Mitteln sind geschmackvolle Fenstervorhänge anschaffbar. Die Auswahl ist heutzutage säst unerschöpflich. Erfinderische Köpfe haben auch für raumsparende Möbel vorgesorgt. Da gibt es z. B. eine Couch, die drei Sitzgelegenheiten abgibt; da sind Schreibschränke, die zugleich als Bücherschrank dienen können; da sind Klappbetten, die durch wenige Handgriffe verschwinden. Sehr praktisch und hygienisch dazu sind die neuen Küchenschränke, auch sie sind durch ihre Einteilung raumsparend.
So sehr die Hausfrau alles begrüßen wird, was für sie zeit- und raumsparend ist, in einer Beziehung sollte sie nicht sparen: in der Beleuchtung. Erst in den letzten Jahren hat man recht erkannt, wie wichtig allein schon aus gesundheitlichen Gründen helles Licht für die Arbeit ist.
Wie steht es mit dem Wandschmuck? Es gibt schöne, preiswerte Kunstdrucke nach den Bildern großer Meister, die sich auch der Minderbemittelte nach und nach zulegen kann. Es sind ja überhaupt nicht so sehr die großen Dinge, die ein Haus trau- lich gestalten, sondern die kleinen Feinheiten, die den Wohnraum wirklich „wohnlich" machen.
Zurück zur Einfachheit und zur Aufrichtigkeit, heißt es auch in allen Fragen der Wohnkultur. Es soll keine falsche Pracht oorgetäuscht werden, man gestaltet nicht mehr sein Heim, um Gästen zu imponieren, sondern man will darin in Harmonie und Behaglichkeit einen erheblichen Teil seines Lebens verbringen! Deshalb können Wohnungsfragen kaum ernst genug genommen werden.
Dornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Unternehmen Michael". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die englische Heirat".
Beginn der Dinterspielzeit 1937/38 im Stadtthealer Gießen.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Freitag, 24. September, 20 Uhr, Eröffnungsfeier der Winterspielzeit 1937/38 unter Mitwirkung des Theaterchores, Leitung Chordirektor Heinz M a r k w a r d t; Ansprache des Intendanten Hermann Schultze-Griesheim. Hierauf „Maß für Maß" von Shakespeare, Uraufführung der neuen Übersetzung von Walter Josten. Gießen wird als
eine der ersten Bühnen im Reich in Anwesenheit des Uebersetzers die neue Shakespeare-Uebersetzung auf die Bühne bringen. Die Spielleitung hat Hermann Schultze-Griesheim. Diese Borstellung findet gleichzeitig als 1. Vorstellung der Freitag-Miete statt
Gießener konzertvereln.
Der Gießener Konzertverein bringt im kommenden Winter neun Abonnementskonzerte, und zwar vier Violinkonzerte mit folgenden hervorragenden Kräften: am 20. November Gertrude Pitzinger, die beste deutsche Liedersängerin (Alt); am 9. Januar Claudio Arrau, der hier noch unbekannte, aber in allen Kulturländern berühmte Pianist; am 6. Februar Maria Neuß, die kürzlich mit dem Berliner Musikpreis ausgezeichnete Geigerin; am 27. Februar das ausgezeichnete Q u a r t e 11 di Roma; im Mai Erna Sack, die hervor- ragende Koloratursängerin, als Sonderkonzert; ferner vier große Orchesterkonzerte mit dem auf 50 Musiker vervollständigten Städtischen Orchester mit hervorragenden Solisten, und ein Chorkonzert. Die Leitung der Orchesterkonzerte werden sich die Dirigenten Professor Temesvary und Kapellmeister Walter teilen.
Hitler-Zugend Bann 116 Gießen.
Die Sing- und Spielschar des Bannes und Jung« bannes 116 tritt heute, Dienstag, 20.15 Uhr, in Uniform am Stadttheater an.
BOM.-Untergau 116.
Dienslbefehl.
Die Untergauführerin hat in dieser Woche fülZ folgende Standorte Appelle angesetzt:
21. September: In Trais-Horloff für biä Standorte Utphe und Trais-Horloff, 20.30 Uhr, durch die Untergauführerin Käthe Pfeffer.
22. September: Sanikursus in Garbenteich durch die BDM.-Aerztin Dr. Erika Köhler.
22. September: Appell der Scharen 1 und 2 irt L i ch am Heim, 20.30 Uhr, durch die Untergau« führerin Käthe Pfeffer.
22. September: In Muschenheim, 20.30 Uhr, Appell durch die Sozialstellenleiterin Erna Mähler.
23. September: In Lang-Göns durch die Untergauführerin Appell des Standorts. 20.30 Uhr Antreten am Heim.
24. September: Standortappell in Birklar
Rennen „Rund um Schotten" tm Bild.
Nebenstehend links: Im Tempo von über 150 km/st rasten die Fahrer auf der Geraden bei Götzen dem Ziele zu.
Nebenstehend rechts Gauleiter Sprenger, der Schirmherr des Rennens, beglückwünscht den schnellsten Fahrer Heiner Fleischmann (Nürnbg.).
Unten links: Kahrmann (Fulda) mit seinem Beifahrer fertig zum Start in der Klasse der schweren Seitenwagen.
Unten rechts: D?r Nachwuchsfahrer Bren- d e l (Frankfurt a. M.) führte zum ersten Male auf dem Schottenring einen der weltberühmten Mercedes-Benz - Rennwagen vor.
(Aufnahmen [4J: Neuner, Gießener Anzeiger.)
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„Unternehmen Michael."
Gloria-Palast.
Die Keimzelle dieses Films ist ein Drama von Hans Fritz von Zwehl; der Verfasser hat sehr anziehend geschildert, wie sein 1932 entstandenes Stück, das ursprünglich „Führer" hieß und nach der Machtergreifung unter dem Titel „Frühjahrsschlacht" mit dem Schauspielpreise des Württem- bergischen Landestheaters in Stuttgart ausgezeichnet wurde, als der Autor schon alle Hoffnung auf- gegeben und das Werk fast vergessen hatte; wie es eine doppelte Uraufführung erlebte und ein großer Erfolg wurde; wie etwas später die Ufa wegen der Verfilmung anfragte, gegen die der Dramatiker sich anfangs heftig sträubte: er hat dann doch mitgearbeitet — das Drehbuch schrieben der Regisseur Karl Ritter, Mathias Wieman als Träger der Hauptrolle und Fred Hildenbrandt —, als er erkannte, wie aus dem Schauspiel etwas Neues wuchs, obwohl der Film Stil und Grundidee, auch wesentliche Teile des Bühnendialoges übernahm. *
Die deutsche Frühjahrsoffensive im März 1918 oab den Stoff für das Schauspiel und damit auch für den Film. Ein Kriegsfilm also — aber grundsätzlich und wesentlich unterschieden von dem, was wir bisher unter diesem Gattungsbegriff zusammen- faßten. Die Kriegsfilme, die wir früher sahen, spielten in ihren entscheidenden Teilen an der Front; auch dieser hat eine Reihe von Szenen an den . Brennpunkt der Schlacht verlegt, in die eigentliche, sinnlich wahrnehmbare „Aktion" des modernen Krieges, aber diese Aktion wird hier nur als Folge und Auswirkung einer andern, geräuschloseren und minder sinnfälligen erlebt: vom Gehirn und Nervenzentrum der Schlacht, vom Generalstabsquartier aus. Das ist neu, das wurde — jedenfalls mit solcher Einläßlichkeit — bisher nicht gezeigt, das gibt dem „Unternehmen Michael" aber den entscheidenden Akzent. Das Erlebnis des Krieges an der Front, vom Kartentisch des Stabsquartiers aus gesehen: das ist das eigentliche Thema, von diesem Blickpunkt aus entwickeln sich die Probleme, die Konflikte, die Tragik und, in der Lösung, auch im tiefsten Sinne die Moral des Geschehens, das heute für uns ein Stück nationaler und Weltgeschichte umschließt.
Der englische Roman „Ein General" von Forester, dessen deutsche Übersetzung vor einiger Zeit bei uns besprochen wurde, betrachtet die Dinge vom gleichen Standpunkt aus; aber abgesehen davon, daß der Standpunkt dieses ausgezeichneten und auf= ichlußreichen Buches sich auf die Gegenseite bezog,
ist — trotz manchen Anklängen und Parallelen — das Kernproblem hier anders gestellt und gelöst. „Unternehmen Michael" heißt das Deckwort für die deutsche Offensive, die damals den Durchbruch an der Nahtstelle zwischen der englischen und französischen Front erzwingen und die endgültige Entscheidung herbeiführen sollte. Das Korps, das den Angriff trägt, hat in den ersten Tagen glänzende Erfolge: der Durchbruch gelingt, die Angriffsziele
Mathias Wieman als Major zur Linden. (Aufn.: Ufa.)
werden erreicht, die starre Front kommt ins Rollen, der Uebergang vom Stellungskrieg zum Bewegungskrieg ist gewonnen — da türmt sich ein unüberwindlich scheinendes Hindernis auf, eine festungsartig ausgebaute englische Stellung, ein „Strompfeiler", an dem die deutschen Angriffswellen sich brechen sollen. Diese Stellung, ein „Igel", droht dos ganze Unternehmen fragwürdig zu machen, und wenn schon die Nachricht, daß dem Angriff die nötigen schweren Batterien mangeln, im deutschen Stabe die ernstlichsten Bedenken zeitigt — schlimmer sind die Meldungen, daß der Engländer nicht nur frische Truppen in jenem Brennpunkt zusammenziehe, sondern auch Tanks, also offenbar seinerseits entschlossen sei, zum Gegenstoß anzusetzen und dem deutschen Angriff zuvorzukommen. *
Die Entscheidung über Glück ober Untergang des Unternehmens steht auf des Messers Schneide. Zudem kommt die Meldung, daß der Führer des besten Sturmbataillons, das den entscheidenden Stoß zu führen hat, schwer verwundet sei. Da greift der IA ein, der Major zur Linden im Korpsstabe, der alle Pläne ausgearbeitet hat und recht eigentlich die
Seele, der geistige Urheber des Unternehmens ist: er übernimmt, gegen die bessere Ueberzeugung des Kommandierenden Generals, die Führung des Sturmbataillons, er hält die Stellung, die immer wehr zum Schlüsselpunkt des gesamten Unternehmens wird, — auch dann noch, als die Engländer ihrerseits im Gegenangriff die Reste des Sturmbataillons ringsum eingeschlossen haben. Die deutsche Artillerie mit ihren ausgeleierten Rohren vermag den Ring nicht zu zerschlagen, ohne das Sturmbatalllon, als dessen innersten Kern, mit zu vernichten. Zur Linden erkennt die Lage und fordert (durch Brieftauben) rücksichtslos das Vernichtungsfeuer der eigenen Artillerie an. die den Ring sprengt, den englischen Tankangriff zerschlägt und dem deutschen Durchbruch die Bresche öffnet. Der IA mit den Resten des Sturmbataillons fällt im eigenen Feuer ...
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Erst an dem Opfer, das für den Sieg gebracht wird, vermag man die Große des Sieges zu ermessen. Das sollte hier gezeigt werden: daß neben der heroischen Größe, der männlichen Tat, dem namenlosen Opfer des einfachen Mannes an der Front nicht geringerer Heroismus das Handeln im Kriege weitab von der Feuerlinie bestimmte ... -Zch glaube", heißt es da einmal, „es ist leichter, geführt zu werden und zu gehorchen, als zu befehlen ..." Die Tragik des Befehlens, die Notwendigkeit äußerster Entscheidung, an der Glück oder Untergang, das Schicksal des ganzen Krieges und des ganzen Volkes hängen kann im Sekundenablauf, die unerhörte Verantwortung auf den Schultern eines Mannes, das ewige, untätige und nerven- zerreibende Warten auf eine Meldung, die Notwendigkeit, mit unzulänglichen Mitteln einen minutiös ausgearbeiteten Angriffsplan verwirklichen zu müssen, die Spannungen zwischen den einzelnen Kommandostellen, zwischen dem Stab und der Front vor allem, zu erkennen, zu überbrücken ... dies sind die Wesenselemente, auf denen die Filmhandlung sich aufbaut.
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Der Spielleiter Karl Ritter hat mit einem sehr ausgeprägten Gleichgewichtsgefühl die Schauplätze abgegrenzt, atmosphärisch erfaßt und zueinander in Beziehung gesetzt: die konzentrierteste äußerste Aktion am Brennpunkt der Front in Angriff, Abwehr und Gegenstoß .. daneben die nicht minder vibrierende, innere Spannung im Stabsquartier, die sich von Minute zu Minute steigert, indessen die Kamera die Verbindung nach vorne herstellt, und der Konflikt sich immer auswegloser zuzuspitzen droht, bis die befreiende Opfertat des Mannes, der gewissermaßen gleichzeitig in beiden Kraftfeldern steht, die Losung erzwingt . . das ist mit großartiger Konzentration gesehen und dar
gestellt, zu schweigen von der technischen Bewältigung eines riesigen Materials.
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Mathias W i e m a n ist der Major zur Linden, IA des Stabes im Angriffskorps: er vereinigt in der Gestalt die kühle, geistige Klarheit des Generalstäblers, dessen Angriffspläne mit der Präzision eines Uhrwerks ablaufen ..., und die glühende Bereitschaft, sich persönlich einzusetzen für seine Fdee, die Größe des Herzens, sich selbst zu opfern um der Sache, um des Sieges willen. Eine darstellerische Leistung von äußerster Geradlinigkeit, ohne den leisesten Bruch, ohne Schwankungen und Zugeständnisse.
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Den Kommandierenden gibt Heinrich Georger mit der ganzen körperlichen Wucht und stiernackigen Gedrungenheit seiner Erscheinung, in der Maske übrigens an den verstorbenen General der Artillerie von Gallwitz erinnernd; George hat ein paar Ausbrüche von gefährlich wetterleuchtendem, vulkanischem Temperament, aber im ganzen überwiegen doch die gedämpfteren, ja leisen Töne. Der Mann, der vom Balkon des Stabsquartiers aus an die abrückende Sturmtruppe eine kernig anfeuernde Ansprache hält, wird in den Minuten und Sekunden letzter Entscheidung fast stumm, seine Worte fallen kurz, abgehackt, halblaut und heiser, und in dem zuckenden Gesicht spiegelt sich alles, was sich an innerem Kampf, an Qual und Sorge und Verantwortung hinter schroffer Kürze und geftraffter, militärischer Energie zu verbergen trachtet.
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Die verschiedenen Temperamente und Charaktere der Stabsoffiziere sind fein und kontrastreich gegeneinander abgesetzt; vor allen andern Paul Otto, als Chef des Stabes, sehr ruhig, sehr bestimmt, geistig und menschlich gesammelt und überlegen; ferner in einer verhältnismäßig kleinen Szene Willy Birgel als Abgesandter des Armee-Ober- fommanöos; dann Karchow, Christian Ka y stier , Heinz Welze! und Karl John. — Der Kameramann Günter Anders hat eine vorzügliche Photographie geliefert. — (Ufa.)
3m Beiprogramm läuft neben her neuen Wochenschau (mit Bildern vom Reichsparteitage) ein Kulturfilm über Röntgenstrahlen, der zum Besten gehört, was wir bisher auf diesem Gebiet erlebt haben. Die bildhafte Darstellung der verschiedenen, vor allem natürlich medizinischen Anwendungsgebiete von Röntgens genialer Erfindung ist von mufter- gültiger Klarheit. Die (teilweise bewegten und sprechenden) Aufnahmen vom Innern des lebenden menschlichen Körpers wirken auf den Beschauer mit einer erregenden und zur Bewunderung zwingenden Eindringlichkeit. Hans Thynot.


