er-
Das Echo in Polen
Die
der Verei-
Etwa 15 oder nach
80 in Nanking verbleibende Deutsche. Deutsche begaben sich nach Hankau Tsingtau.
gemeinen Beteiligung an der neuen Hindenburg- Spende aufgerufen. Zehnlausende aus Wirtschaft und Gewerbe, aus den Kreisen der Arbeiter, Angestellten, Beamten und Soldaten, aus allen Schichten und Berufen, aus 3n- und Ausland find neben Körperschaften und Verbänden inzwischen dem Aufruf gefolgt 3n Beiträgen z. T. von Pfennigen kommt zum Ausdruck, daß unser Gedanke, durch die Erneuerung der Hindenburg-Spende das Andenken Hindenburgs zu ehren, seinen Diderhallge- f u n d e n hat.
Nun trennen uns nur noch wenige Wochen von dem 2. Oktober. Und da ergeht nochmals unsere Bitte: Ehrt Hindenburg durch eueren Beitrag zu feiner Stiftung! Denkt daran, was er für Deutschland tat! handelt in seinem Sinne! helft sein soziales Denkmal, die Hindenburg-Spende, erhalten! 3hm zu Ehren! 3hm zum Dank!
Für das äurt-'irium der Hindenburg-Spende:
Der Vorsitzende:
Landesdirektor a.D. Dr. v. winterfetd- Wenkin.
Der stellvertretende Vorsitzende: Staatssekretär Dr. Weißner.
Der Geschäftsführer: Ministerialrat Dr. Karstadt.
Nanking, 21. Sept. (DNB.) Am Montagmorgen gegen 10 Uhr überflogen 50 japanische Flugzeuge in zwei Geschwadern Nanking und warfen insgesamt etwa 8 0 Bomben ab. Einige Bomben explodierten vor dem Jndustrieministerium, beschädigten jedoch nur niedrige Häuser in der Nähe. Zur Sicherung der Angehörigen der deutschen Kolonie Nankings wurden Maßnahmen getroffen, für etwa
Die „Daily Mail" schreibt, der Ausschluß des bolschewistischen Spaniens aus dem Völkerbundsrat sei d a s b e st e, was der Völkerbund im Laufe einer augenblicklichen Sitzung getan habe. Sowjet- panien vertrete lediglich ein Drittel der Bevölkerung der spanischen Halbinsel. Der Ausschluß von Valencia, das eine Unzahl von Missetaten und Morden auf dem Gewissen habe, besitze nicht mehr das Recht, am gemeinsamen Tische mit zivilisierten Nationen zu sitzen. Der Völkerbund, der so oft von den Bolschewisten zu Tendenzmache schlimm- ter Art mißbraucht worden sei, habe endlich einmal Weisheit an den Tag gelegt, indem er die spani- chen Räuber aus dem Völkerbundsrat auswies. Mehr Natsplähe als Kandidaten
Polnische Bemerkungen zur Genfer Niederlage Valencias.
Warschau, 21. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Niederlage der sog. Valencia-Regierung in Genf hat in Polen größtenteils Genugtuung hervorgerufen. Viele polnische Blätter vertreten die Meinung, der Mißerfolg des Valencia-Ausschusses sei wegen des Auftretens seiner Vertreter in Genf erfolgt; der Block der südamerikanischen und asia-
Die Herbfimanöver des IX. Armeekorps
Der Kampf um die Werra zwischen Kassel und Thüringer Wald.
Neues tufibombardement Nankings
Achtzig Bomben auf die chinesische Hauptstadt.
Anscheinend nur geringer Sachschaden
tischen Staaten wünsche keine Verschärfung seiner Beziehungen zu Italien und Deutschland und hätte d a g e g e n g e st i m m t. Die südamerikanischen Staaten seien zu der Ueberzeugung gelangt, daß beim Endsiege General Francos immer noch Zeit sein werde, um Spanien erneut in den Rat zu wählen. Die Niederlage der Valencia-Re- gierung sei um so schwerer, als sie nicht einmal die einfache Mehrheit aller Stimmen erhalten hätte. Zum erstenmal in der Geschichte des Völkerbundes müsse mit aller Gewalt ein Kandidat für den dritten freien Platz im Rat gesucht werden, gewöhnlich habe es sonst mehr Kandidaten als Plätze gegeben.
Deutscher Schütt in Vern.
Der Valencia-Bolschewist Negrin beleidigte den Führer.
Bern, 20. Sept. (DNB.) Der Völkerbundsvertreter der Valencia-Bolschewisten, Negrin, hat bei einem Bankett der Vereinigung der beim Dölker- bundssekretariat akkreditierten Journalisten eine Ansprache gehalten, in der er auch auf die „Einmischung Italiens und Deutschlands in den spanischen Bürgerkrieg" zu sprechen kam. Dabei sollen Ausdrücke gebraucht worden sein, die in deutschen amtlichen Kreisen als Beleidigung empfunden wurden. Ein Vertreter der deutschen Gesandschaft in Bern hatte sich deswegen beim Politischen Departement erkundigt. Dieses gibt heute folgendes bekannt:
„Die deutsche Gesandtschaft hat das Politische Departement auf die das deutsche Staatsoberhaupt beleidigenden Worte aufmerksam gemacht, die gemäß dem „Journal des Nations" der Leiter der spanischen Delegation, Herr Negrin, beim Bankett der Vereinigung der beim Dölkerbundssekreta- riat akkreditierten Journalisten geäußert habe. Bundespräsident Motta hat den Bundesrat von diesem Schritt in Kenntnis gesetzt. Der Bundesrat hat festaestellt, daß in der Schweiz keine Maßnahmen gegen Herrn Negrin ergriffen werden können, da er die Vorrechte der Immunität genießt. Es scheint übrigens, daß die beanstandeten Worten in Tat und Wahrheit vom Leiter der spanischen Delegation nicht geäußert worden sind, sondern daß sie ihm im „Journal des Nations" unter Berufung auf eine spanische Presseagentur in den Mund gelegt wurden. Der Bundesrat hat angeordnet, daß eine Untersuchung hierüber eingeleitet wird."
Valencia nicht mehr im Völkerbundsrat
Iran und Peru für drei Jahre Mitglieder des Rats.
Don den sechs dunklen Nächten ist eine nun vorüber. Als der Montagabend hereinbrach und kein Schaufenster sich erleuchtete, keine Lichtreklame ihr helles Laufspiel begann, tief schwarze Nacht an den Fronten der hohen Häuser lag, als Straßenbahnen und Autos, Omnibusse und Radfahrer mit aller Vorsicht in gespenstischem Dunkel ihres Weges zogen und nur an den großen Verkehrsknotenpunkten winzige bläuliche Richtungslämpchen brannten, da kam es einem erst richtig zum Bewußtsein, welches Lichtmeer sonst Abend für Abenv diese Weltstadt überflutete.
Es dauerte ein Weilchen, bis man sich an den geradezu gespenstischen Anblick der Verkehrsmittel gewöhnt hatte. Geisterhaft, kaum halb so schnell wie sonst, zogen sie auf Straßen und Schienen behutsam dahin. Der Kalkanstrich an den Bordschwellen tat gute Dienste. Der Mann am Steuer mußte aber trotzdem höllisch aufpassen, wie auch der Fußgänger und der nahezu unbeleuchtete Radfahrer. An den Straßenbahnen waren die kleinen Lämpchen an den Stirnseiten so winzig, daß man selbst aus geringer Entfernung noch glaubte, allenfalls einen Radfahrer vor sich zu haben. Das matte, abgeschirmte Licht im Innern der Wagen ließ kaum die Geldstücke erkennen, und die Schaffner, die kleine Taschenlampen abgeblendet mit sich führten, brauchten schon mehr Zeit als sonst dazu, die Lochkennzeichen im Fahrschein richtig anzubringen. Sehr hübsch machten sich im Dunkeln die Omnibusse mit bläulichen Lämpchen unten und im Oberdeck aus. Gespenstisch wirkten auch die dahinhuschenden Autos, deren Beleuchtung nur durch schmale Schlitze nach außen drang. Im Interesse der Verkehrssicherheit war auch die Beleuchtung der parkenden Autos angeordnet worden. Wie das rote Blinklicht der Feuermelder, so wirkte vor allem auch das wechselnde Licht der Verkehrsampeln außerordentlich auffallend in den dunklen Straßen. Nur in der Leipziger Straße und am Wilhelmsplatz waren die Ampeln versuchsweise abgeblendet. So wenig einladend es im Gegensatz zu sonst an den Fronten der Thea- terundKinos,der großen Gastwirtschaften und Vergnügungsstätten aussah, im Innern ging alles seinen geregelten Gang. Der Besuch war nach übereinstimmenden Meldungen überall außerordentlich gut, meistens sogar stärker als sonst an den Montagen.
Im tiefen Dunkel lagen die Regierungsgebäude, das Rathaus, dessen hochragender Turm in der ersten Stunde noch im Schein des Vollmondes widerglänzte, und die Fronten der Häuser, in denen das prüfende Auge vergeblich auch nur einen einzigen Lichtschein suchte. Man war immer wieder erstaunt darüber, daß das kaum glaubliche Wunder gelungen war, die Riesenzahl der Berliner Haushaltungen mit ihren Millionen Fenstern so vorschriftsmäßig zu verdunkeln. Nicht minder vorbildlich abgeblendet waren trotz aller Schwierigkeiten die großen Industrieanlagen im Weichbild der Stadt und die vom mattbläulichen Licht nur spärlich beleuchteten Fern- und 8-Bahn° Höfe. Auch die H o ch b a h n h ö f e und die U - Bahneingänge waren einwandfrei getarnt. Selbstverständlich lag auch die Straße Unter ben
Angreifern abtasten. Schon nach wenigen Sekunden war der feindliche Flieger gefaßt und erschien wie ein silberner Vogel im Strahlenbündel. Das anfangs noch schwache A b w e h r f e u e r der lchwe- ren Flakbatterien wird stärker, je mehr sich die Angreifer der Stadtgrenze nähern. Den Kampfflugzeugen, die das Abwehrfeuer zu stören versuchen, wird ihr Bemühen durch bereits ausgesandte Jagdslieger empfindlich gestört. Einigen feindlichen Fliegern gelingt es, in großer Höhe durch die Sperren zu kommen. Aber nur einer kann einen einzigen Bombenabwurf mit einiger Zielsicherheit ausführen, und schon ist er ermittelt und unschädlich gemacht. Die Abwehrsperre an der Peripherie Berlins hat ihren Zweck vollkommen erreicht, über dem Stadtinnern ist von den Angreifern kaum etwas zu bemerken. In unbestimmten Zeitabständen wie- derholt der Feind seine Versuche, im Schutze der Nacht das Angriffsziel zu erreichen. Doch vergeblich, die Sperrgürtel um die Reichshauptstadt ~ weisen sich allen Anforderungen gewachsen.
Der Befehlshaber des Geschwaders nigten Staaten, Admiral Yarnell, forderte die japanische militärische Leitung auf, bei weiteren geplanten Luftangriffen auf Nanking keine Bomben in der Nähe der Kriegsschiffe der Vereinigten Staaten abzuwerfen. Yarnell erklärte dem japanischen Flottenchef, daß die Kanonenboote „Luzon" und „Guam" dort verbleiben müßten, solange sich noch Angehörige der Vereinigten Staaten in Nanking befänden. Die Mitglieder der Botschaft sollen auf dem Kanonenboot „Luzon" eingeschifft werden, das etwa 20 Kilometer flußaufwärts von Nanking vor Anker gehen soll. Die amerikanische Botschaft ist bisher Oie einzige diplomatische Vertretung, die einen solchen Beschluß gefaßt hat. Die Chinesen zeigen über den Beschluß der Amerikaner große
Budapest seinen herzlichen Dank für dieses Zeugnis ; wahrer Kameradschaft und Verbundenheit. Der Oberbürgermeister von Budapest, Szendy, wies auf die durch die Waffenkameradschaft des Welt- , krieges begründete Freundschaft zwischen Deutschland und Ungarn hin und gab dem Gedanken der unveränderlichen Treue im Geiste der gefallenen Helden Ausdruck. Während der Kranzniederlegung spielte die Militärkapelle die deutsche und die unga- rische Nationalhymne.
Dem Andenken Hindenburgs.
Ein Aufruf zu seinem 90. Geburtstag.
Berlin, 20. Sept. (DNB.) Das fiurato- rium der h i n d e n b u r g - S p e n d e veröffent- licht nachstehenden Aufruf:
Vor einigen Wochen haben wir anläßlich des bevorstehenden 90. Geburtstages Hindenburgs unsere Volksgenossen gebeten: helft Hindenburgs Schöp- fung, diehindenburg-Spende, durch eueren Beitrag erhalten und ehrt damit das Andenken des großen Toten durch die Tat des handelns in feinem Sinne!
Der Führer und Reichskanzler Hal sich unsere Bitte nicht nur dadurch zu eigen gemacht, daß er selbst einen namhaften Betrag zur Verfügung stellte, sondern darüber hinaus durch | seine Kundgebung vom 13. August d. 3. zur all-1
Genf, 20. Sept. (DNB.) Unter allgemeiner Spannung wurde am Montagvormittag von der Völkerbundsoersammlung über die Wiederwählbarkeit Valencia-Spaniens zum Völkerbundsrat abgestimmt. Die Abstimmung ergab, daß Valencia-Spanien die erforderliche Zweidrittelmehrheit nicht erreichte. Don 52 abgegebenen Stimmen entfielen auf Spanien 23. Der Mißerfolg der Valencia-Bolschewisten wird als ein deutliches Anzeichen dafür betrachtet, daß die Mehrzahl der Völkerbundsmitglieder, obwohl sie noch diplomatische Beziehungen zu Valencia unterhält, diesem Staatsgebilde keine Zukunft mehr gibt.
Die Völkerbundsversammlung hat mit 48 bzw. 46 Stimmen Iran und Peru für die nächsten drei Jahre zu Ratsmitgliedern gewählt, an d i e Stelle von Chile und der Türkei. Da auch Valencia aus dem Völkerbundsrat ausscheidet, ist ein weiterer Platz zu besetzen. Nach der Geschäftsordnung kann die Wahl erst 48 Stunden nach der Kandidatenaufstellung, die bisher noch nicht erfolgt ist, vorgenommen werden. Genannt werden Belgien, Oesterreich und Ungarn. Die beiden Donaustaaten erklären, an einer derartigen Der- legenheitskandidatur kein Interesse zu haben.
Enttäuschung.
Die Dächer der zur britischen Botschaft gehörenden Gebäude ebenso wie auch die sonstigen Häuser britischer Staatsangehöriger sind groß und sichtbar mit den britischen Farben bemalt worden. Zum Schutz der britischen Kolonie Nankings hat man außerdem bombensichere Unter st ände geschaffen. Die Kommandierenden des britischen und des französischen Oitasien-Ge- schwaders Admiral L i 111 e und Admiral Lebigot haben das japanische Ersuchen, mit Rücksicht auf
helfen. Er ließ einfach die brennende Kohle durch den großen Bagger umladen und zum Teil in den Kanal versenken, so daß nach verhältnismäßig kurzer Zeit die Gefahr einer Verbreite- rung des Brandes auf den gesamten Bunker vermieden werden konnte. Auch andere angenommene Schäden wurden durchaus ernstfallmäßig behoben. Die Uebung erbrachte den Beweis, daß der Werkschutz auch ohne Hilfe der Feuerwehr, der Technischen Nothilfe oder des Spezialtrupps auskommen konnte.
behoben werden. Der Angriff aus der Luft brachte einen Kohlenbunker, der etwa 40 000 Tonnen Kohle faßt, zum Brennen. Da die Werkluftschutzleitung die Mitteilung erhielt, daß mit einer Unterstützung durch die Feuerlöschpolizei nicht zu rechnen sei, wurde eine Selbstschutztruppe mit der Feuerbekämpfung beauftragt. Zu allem Unglück wurden — selbstverständlich wieder angenommen — d i e Hydran- t e n zerstört. Der örtliche Brandbekämpfungs- leitet an den Bunkern wußte sich aber auch da zu
Eine Welistadl im Dunkeln.
Der Verkehr geht seinen geregelten Sang. - Die erste Nacht ohne Unfall.
den Luftangriff mit ihren Kriegsschiffen weiter stromabwärts zu gehen, abgelehnt. Sie haben vielmehr erklärt, daß Japan für jegliche Tötung oder Verwundung irgendwelcher britischer oder französischer Staatsangehöriger im Verlaufe eines Luftangriffs verantwortlich gemacht werden würde. In Nanking liegen der britische Kreuzer „C a p e t o w n" und ein Lustkanonenboot; von der französischen Flotte befindet sich lediglich ein kleines Fahrzeug in der Nähe von Nanking.
Lustschlacht auch in Nordchina.
Peiping, 20. Sept. (DNB.) Auch in Nordchina hat in den frühen Morgenstunden des Sonntag eine erbitterte Luftschlacht stattgefunden. Neun chinesische Bombenflugzeuge, die die von den Japanern kürzlich besetzte Stadt Tötung zu erreichen suchten, wurden von japanischen Kampffliegern unterwegs aufgehalten. Der Luftkampf bewegte sich später über Huaijen und Taitschau in Richtung auf die Hauptstadt der Pro- vinz Schansi T a i y a n zu. Die Berichte über den Ausgang des Kampfes weichen stark voneinander ab.
Japanische Seeflugzeuge griffen längs der Lung- hai-Eisenbahn den Flugplatz H a i t s ch a u und den Eisenbahnknotenpunkt Hsu tschau an. Sie konnten trotz starken Flak- und Maschinengewehrfeuers gute Erfolge erzielen.
Schwerer japanischer Lustangriff auf Kanton.
Schanghai, 21. Sept. (DRV. Funkspruch.) (Ostasiendienst des DRV.) Die füdchinesische Sladt Kanton erlebte am Dienstagmorgen den bisher schwersten Luftangriff. Etwa 30 japanische Flugzeuge warfen trotz starker chinesischer Abwehr zahlreiche Bomben ab. Kanton ist mit seinen 1,2 Millionen Einwohnern die bedea- lendste Handelsstadt Südchinas.
Linden, in der noch am Sonntagabend die Probebeleuchtung für den Besuch des Duce fürstliches Licht verbreitet hatte, in kiefern Dunkel.
So bot sich denn überall das gleiche fantastische Bild. Eine Weltstadt hatte sich i n ti e f ft e 5 Dun - fei gehüllt, zum Schutze ihrer selbst und zum Schutze ihrer Einwohner, die eine fürwahr vorbildliche Disziplin an diesem ersten Abend der Verdunkelungswoche an den Tag legte. Die ersten Stunden im verdunkelten Berlin brachten im Straßenverkehr, der sich trotz der Beleuchtungseinschränkung nur unwesentlich im Vergleich zu normalen Zeiten vermindert hatte, keinen einzigen Verkehrsunfall. Mit Genugtuung verzeichnet die Polizei diese Tatsache, da sie nicht nur für eine vorzügliche Verkehrslenkung spricht, sondern mehr noch ein unausgesprochenes Lob bedeutet für das umsichtige und disziplinierte Verhalten von Fahrern und Fußgängern.
Nächtlicher Fliegerangriff.
In den Abendstunden erlebten die Berliner über ihrer verdunkelten Stadt die Abwehr eines weiteren Fliegerangriffs. Kaum vernahm man das Geräusch der Motoren, da sah man schon die Scheinwerfer den nächtlichen hier und da von Wolken bedeckten Himmel nach den
Warschau, 21. Sept. (DNB. Funkspruch.) Luftschutzwoche und der Alarm in Berlin werden in der polnischen Presse viel beachtet und ausführlich beschrieben. Im „Kurjer Warszawski" wird festgestellt, daß die Uebung ausgezeichnet ausgefallen fei und die Zuverlässigkeit der Organisation und Disziplin der Bevölkerung bewiesen habe. Obwohl sich sämtliche Berliner Verkehrsteil- nehmer im Dunkel bewegten, habe es doch n i ch t einen einzigen Unfall gegeben. Ministerpräsident Göring, der Chef der deutschen Luftfahrt, könne stolz sein.
Lpd. Eisenach, 20. Sept. Die diesjährigen Herbstmanöver des IX. Armeekorps werden sich in der Hauptsache nördlich des Thüringer Waldes und südlich des Hainichs abspielen und einen Kampf um .die Werra in dem Raume Hörschel— Mihla—Eschwege darstellen. Das ideale Manövergelände dieses' Werra-Abschnittes mit seinen beherrschenden Höhen, die einen weiten Einblick in 1 das zerklüftete, hügelige Gelände gewähren, werden : an Führung und Truppe die allerhöchsten Anforderungen stellen.
Die allgemeine Wanöverlage
ist folgende: Der linke Flügel roter Kampftruppen wird sich von Westen her, aus Richtung Kassel—Hessisch-Lichtenau—Waldkappel der Werra nähern und versuchen, die Werra zu überqueren, um weiter in das Thüringer Becken vorstoßen zu können. Der rechte Flügel einer blauen Armee, der bis in den Raum Erfurt—Arnstadt—Gotha—Ohrdruf mittels Transportzügen herangeschafft worden ist, wird versuchen, den Vormarsch von Rot aufzuhalten, vor allem aber den Uebergang über die Werra zu vereiteln. Um dieses Ziel zu erreichen, wirft Blau seinen Sperroerband bis an die Werra und die Höhen des Hainich vor.
Während in den Morgenstunden des Montag die roten Truppen im Anmarsch sind, nimmt Blau das Ausladen seiner Truppenmassen unter größtmöglicher Sicherung vor. Aufgefahrene Flak-Batterien im Raume Gotha—Ohrdruf—Arnstadt sollen das Ausladen der Truppen vor Ueberraschungen aus der Luft zu schützen. Aber kaum sind die ersten Truppenzüge auf den verschiedenen Bahnhöfen herangerollt, da greifen rote Jagdflieger durch Tiefangriffe ein, um das Ausladen eines Transportzuges im Bahnhof Crawinkel zu vereiteln. Die Flieger können ihre Aufgabe nicht restlos erfüllen, denn schnell sind die Wagen ausgeladen. Die Geschütze und Fahrzeuge werden auf den Verladerampen ausgeladen, inzwischen verlassen die Pferde mittels behelfmäßiger Rampen die Waggons. Kaum haben die Truppen den Zug verlassen, jo sind sie im Gelände gegen Fliegersicht dem Auge entzogen und rücken in ihre Unterkunftsräume ab.
während im hintergelände das weitere Ausladen vor sich geht, hat die blaue Führung ihren Sperrverband weil dem roten Gegner entgegengeworfen, bis in die Nähe der Werra und des hainichs, um Rot den Uebergang über die Werra unmöglich zu machen. Obgleich der Sperrverband erst gegen
Weihe eines deutschen Kriegerdenkmals in Budapest.
B u d a p e st, 20. Sept. (DNB.) Auf dem deutschen Heldenfriedhof wurde die Enthüllung eines Denkmals vollzogen, das die ungarische Hauptstadt zum ehrenden Gedenken an 163 gefallene deutsche Soldaten des Weltkrieges, die in ungarischer Erde ruhen, errichtet hat. Das schlichte Denkmal zeigt einen deutschen Soldaten in der Uniform der neuen deutschen Wehrmacht; den Hintergrund bildet eine gewaltige Marmortafel, die nur die Zahlen 1914 bis 1918 aufweist. Vor dem Denkmal hatten eine Ehrenkompanie des Budapester Wachregiments und eine Offiziersabordnung Aufstellung genommen. Im Namen des Reichsverwesers und der ungarischen Regierung legte Honoedminister General Röoer einen Kranz nieder. Ihm folgten Feldmarschall Erzherzog Joseph, der Oberbefehlshaber der Honved, General S o n y i, der deutsche Gesandte von Erdmannsdorff, der Landeskreisleiter für Ungarn Graeb und der deutsche Militärattache General Friderici. Gesandter von Erdmannsdorss übermittelte der Stadt
8 Uhr feine Befehle erhallen hal, ist der Werra-Abschnill schon gegen Wittag erreicht, und die ersten Feindmeldungen ergeben, daß rote Panzerspähwagen und Radfahrer bereits schon um 11.15 Uhr im Raume Wanfried—Großburschla gesichtet wurden.
Etwa um die gleiche Zeit wurden auch weiter südlich rote Einheiten im Anmarsch auf Ifta—Creutz- bürg gemeldet. Die Sperrverbandführung läßt durch Pioniere mittels Schnellsperren die Werraübergänge im Raume Hörschel—Wanfried sperren und nur zwei Werrabrücken bleiben den nach Westen vorgestohenen eigenen Panzerspähwagen für den Rückweg offen. Weitere Pionierabteilungen verlegen die einzelnen Durchfahrtsstraßen im Raume Eigenrieden—Heyrode. Das Gros der blauen Kräfte ist im Raume Ohrdruf—Gotha—Hörselberge in Richtung auf Werra und Hainich in den Nachmittagsstunden des Montags im Anmarsch, um vor allem im Schutz der Nacht den weiten Raum zu überwinden und im Morgengrauen des Dienstag den roten Kräften entgegenzutreten. Im Raume Hörschel — Mihla — Wanfried wird es im Laufe des Dienstag zu heftigen Kämpfen kommen, da beide Gegner etwa zu gleicher Zeit ihre Hauptkräfte bis zu dieser Linie herangeführt haben werden.


