Die Milchwirtschastliche Ausstellung
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Am Samstag wird in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm in Berlin die erste Internationale Milchwirtschaftliche Ausstellung eröffnet, die einen Ueberblick über die gesamte Milcherzeugung und -Verwertung gibt. 5>ier ist einer der M u st e r st ä l l e, der sicher das Interesse aller Besucher finden wird. — (Presse-BUd-Zentrale-M.)
Berliner Festwoche in Gtichworten.
Oer alte Sechser-Omnibus. —Oer Tonfilm unserer Urgroßeltern. Wie einst bei Kroll.
Paris soll sich sofort ins französische Außenministerium begeben — Weisungen gehen an den britischen Vertreter in Genf, sich mit seinen Kollegen 3u beraten. Am Nachmittag empfängt der Staatsekretär den französischen und den italienischen Bot- chafter in London; wenn das Parlament tagt, er- olgt dieser Empfang im Zimmer des Ministerprä- identen im Unterhaus. Etwa zwischen fünf und echs laufen dann Chiffredepeschen aus Rom, Puris und Genf über die Ergebnisse der Besprechungen ein! sie werden entziffert und in Abschriften dem Staatssekretär und den andern in Betracht kommenden Funktionären oorgelegt, die mit dem Minister nach seiner Rückkehr aus dem Parlament zur Beratung zusammentreten. Neue Beschlüsse, neue Telegramme, alles muß aufgearbeitet werden. Der Staatssekretär diktiert die Ergebnisse seiner Unterredungen mit den Botschaftern in London in Form von Depeschen an die britischen Botschafter im Ausland, damit sie stets über den letzten Stand der Dinge unterrichtet sind."
An der Spitze des Amtes steht der Staatssekretär, der Außenminister, wie wir sagen würden. Er ist dem Parlament, der höchsten Regierungsgewalt also, verantwortlich. Ihm zur Seite steht der zweithöchste, fachlich wichtigste Mann und eigentliche Leiter des Amtes, der st ä n d i g e U n - terstaatssekretär, der eigentlich erst in letzter Zeit kraft seiner Persönlichkeit und auch infolge der politischen Entwicklung aus seiner beamtenmäßigen Anonymität hervorgetreten ist: Sir Robert Dansittart. Es folgen der parlamentarische Unter st aatssekretär — heute Lord Cranborne — der Beauftragte Unterstaatssekretär und fünf Hilf-Unterstaatssekretäre, von denen jeder für eine Abteilung verantwortlich ist. Ihr Titel entspricht dem deutschen Ministerialdirektor. Schließlich gibt es noch zehn „Councillors", zu deutsch „Geheime Räte". Die politischen Abteilungen sind vom geographischen Gesichtspunkt aus gegliedert. Zur mitteleuropäischen gehören außer Deutschland noch Italien, Oesterreich, die Tschechoslowakei, Ungarn, die Balkanstaaten und die Durchführung von — Friedensverträgen. Eine Handelsabteilung, wie diese das Auswärtige Amt in Berlin besitzt, hat das Foreign Office nicht. Diese wurde 1917 vom FO. abgezweigt und zu einem besonderen Amt für den Handel nach Uebersee ausgestaltet, das aber dem FO. engoerbunden bleibt.
Fragen wir uns, was dem FO., seinen 321 Beamten und Angestellten, denen wir 249 weibliche Hilfskräfte, — sie fanden erst Ende des vorigen Jahrhunderts Eingang und erst 1906 wurden alle Kopierarbeiten ihre Arbeit — hinzurechnen müssen, den trügerischen Nimbus politischer uni) diplomatischer Unfehlbarkeit eingebracht hat, so müssen wir uns erst einmal von der Vorstellung frei machen, daß diese scheinbare Unfehlbarkeit ein Erzeugnis „made in England“ ist. Wir verfälschen die Geschichte nicht und mindern das Verdienst großer Staatsmänner, wie Canning, Palmerstone, Salisbury und bedeutender Unterstaatssekretäre wie Joseph Planta, Lord Hammond, Lord Sanderson und Sir Eyre Crowe nicht herab, wenn wir feststellen, daß sich in der Fülle der politischen Möglichkeiten, die ein Weltreich bietet, ein Mißgriff, ein Versäumnis, eine Unentschlossenheit niemals so stark und gefährlich auswirken können. Hinter den Männern vom FO. stand nicht ein auf einem Raum zusammengepferchtes, von Parteien zerrissenes Volk, bei dem selbst die beste Armee den Mangel an politischer Führung nicht ersetzen konnte. Hinter den Männern vom FO. standen und stehen ein Drittel der Welt mit allen Schätzen dieser Erde, die stärkste und größte Flotte und — die Londoner City^ Was vielmehr in Erstaunen setzen sollte als der Nirn" bus politischer und diplomatischer Unfehlbarkeit, ist die Tatsache, daß die britische Diplomatie aus den ihr zu Gebote stehenden Möglichkeiten keinen besseren, größeren und nützlicheren Gebrauch gemacht hat, und daß es selbst den Herren vom „FO." nicht gelingen konnte, die Welt vor dem „Hineinschliddern" in den Weltkrieg zu bewahren.
Das ist Berlin.
Von unserer Berliner Schriffieiiung.
Langsam neigt sich die Festwoche des 700jähritzen Stadtjubiläums Berlins ihrem Ende zu. Unmöglich, die Fülle dessen zu beschreiben, was sie an Feiern und festlichen Veranstaltungen gebracht hat. Jeder einzelne Tag hatte es „in sich". Jeder Tag brachte neue Ueberraschungen. Jeder Tag war ein Höhepunkt. Selbst die Berliner Zeitungen hatten Mühe, ihrer täglichen Chronistenpflicht nachzukommen und mußten sich damit begnüaen, die Berliner Festwoche in Stichworten zu schildern. Wollte man eine Umfrage veranstalten, welches festliche Ereignis dieser Woche den Berlinern und den Gästen aus dem Reich, die noch immer täglich in Fahllosen Sonderzügen auf den Berliner Bahnhöfen eintreffen, am allerbesten gefallen hat, man würde vergeblich auf Antwort warten. Schon der erste Versuch einer solchen Umfrage scheiterte kläglich, erhielt man doch diese Antwort:
„Na, wat denn, wat denn?! Meenen Se denn, ick kann mir in Stücke reißen, um überall mang zu sein? Und vonwejen Ueberblick! Js denn bet Fest schon zu Ende? Keene Spur nid)! Warten Se doch erstmal ab, bis am Sonntag die deutschen Stämme uff der Feststrahe Unter den Linden bei Spiel und Tanz und Gesang der Reichshauptstadt ihre Huldigung dargebracht haben! Vielleicht is jrade det bet schönste Ereignis, weil et doch zeigt, wie verbunben bie beutschen Stämme mit ihrer Reichshauptstabt sinb!" Bleibt einem also nichts anberes übrig, als biesen Sonntag noch abzuwarten, ber ben feierlichen Ausklang ber Berliner Festwoche bringen wirb.
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Eine ber vielen Ueberraschungen, bie bie Festwoche Berlins brachte, gab es gleich am ersten
Tage, als bie große, am Funkturm gelegene F r e i» gelänbefchau „700 Jahre Berlin" eröffnet würbe. Ahnungslos verläßt man ben 0-Bahn- hof ,Kaiserdamm", um sich zum Messeaelänbe zu begeben, als man auch schon vor dieser lieber» raschung steht. Es ist einer jener alten Pferde» Omnibusse, mit benen einstmals ber Berliner Verkehr „bewältigt" würbe, unb die sich beshalb eines besonbers regen Zuspruches erfreuten, weil eine Teilstreckenfahrt auf ihnen nur einen „Sechser" (5 Pfennig) kostete. Gerührt betrachtet man biesen „Sechser-Omnibus" bes alten Berlins unb erfährt, baß man mit ihm bie wenige hunbert Meter lange Strecke bis zum „Halleschen Tor", bem Eingangstor ber Schau, zurücklegen kann. Kaum hat man es erfahren, ba springt man auch schon auf die Hintere „Plattform", bie gerabe Raum für vier Fahraäste bietet, unb nimmt seinen alten, ehemals gewohnten Stehplatz roieber ein unb läß sich mit einem lauten ,^HÜH!" burch bie Straße zuckeln. Dabei steigt eine Erinnerung nach ber anberen auf. Wie war sie boch schön bie gute, alte Zeit, in ber alles so hübsch langsam voran ging! Kein Hasten, kein Jagen, kein Rennen! Unb schon will uns die Wehmut packen, ba hören wir rings um uns lautes Gelächter. Der weißbärtige Kutscher hoch oben auf feinem Bock hat soeben, bevor er um bie Ecke in ben Messedarnrn einbiegt, bas verkehrspolizeilich vorgeschriebene Winkzeichen gegeben. Das aber sieht so putzig unb so brollig aus, weil in biefem Abwinkzeichen urplötzlich zwei Jahrhunberte Berliner Verkehr hart aneinanberstoßen, baß als- halb jebe Wehmut zerflattert, unb man laut unb fröhlich in bas Gelächter ringsum einstimmt.
Auf bem Festplatz ber F r e i g e l ä n b e s ch a u, auf bem sich ein buntes Stück alt-berliner Jahrmarkttreiben abspielt, gibt’s abermals eine lieber» raschung. Denn unversehens steht man inmitten
Gepränge der Pilze.
Von Friedrich Schnack.
Der Schönheit ber Pilze ist man sich nicht allgemein bewußt. Zahllose Menschen erfreuen sich in Feld unb Walb am Anblick ber Blumen, aus benen bas heitere Licht bes Himmels widerstrahlt Verhältnismäßig aber nur wenigen ist ber Blick geweckt für ben Reiz unb bie abseitige Pracht ber Pilze, beren Form, unb Farbenspiel ebensowohl wie das Blumenfeuer ein bezaubernber Ausdruck ber Pflanzenheit ist. Der Pilz wirb jeboch bem, ber ihn nur kochen unb essen will, als Ausbrucksform ber Natur nicht immer leicht verstänblich sein.
Etwas Geheimnisvolles umwebt ben Pilz. Er ist gern versteckt, erscheint wie ein Spuk aus grauer Vorzeit er ist eine Märchenpflanze. Zubern ist ihm nicht immer zu trauen. Nicht wie bie Blüten ber Wiesenkräuter unb wie ber Halm ber Gräser vom Hauch ber Winbe gewiegt ragt er empor Er ist bewegungslos, fett unb seist, starr, oft knollig unb gleichsam gemästet Die tanzenbe Blume unb bas schwingende Gras sinb voller Musik — ber Pilz nicht. Er schweigt, brütet unb schmarotzt. Sein bevorzugtes Reich ist bas Schweigen bes Walbes, bie Dämerung ber Baumgrünbe, bas gebämpfte Scheinen ber Waldsonne, bie Stille unter Büschen unb Bäumen. Er liebt bie Feuchte, ben Schutz bes Grases, bie verlorenen Triften unb Viehweiden, einsame Wege, vergessene Pfade unb Wegränber, alte Gräben, yalblichte Walbsäume ober moosige Plätze — je nach Art verschiebener Orte, boch beinahe immer bas Abseitige, Einsame, Verschollene, Verborgene.
Seine ungewöhnliche Gestalt, bie überraschenb mit Ungestüm, Heftigkeit unb Eile ber Erbe ent« taucht, gemahnt an bas Vergängliche Er verdirbt leicht, weil er nur fleischige Masse ist. Sein Körper besitzt kein wiberstanbsfähiges Gerüst. Ein leiser Schauder ist seinem Wesen beigemischt: viele Pilze sind wie Zauberer, die Gifte bereiten. Er wächst auf toten Pflanzen, modernden Baumleichen, verwesendem Gras. Von ihrem Fäulnisstoffen nährt er sich, ein Kind und Zeuge des Verfalls. Und er lebt ein rätselhaftes Dasein. Zudem ist er ein uralter Erdbewohner, ein Gewächs aus greisenhafter Zeit, den Schachtelhalmen gleich, deren zapfenähnliche Fruchtstände an Pilzknospen erinnern.
Die Sage hat ihren heimlichen Schimmer über die Sippe der Pilze hingesponnen. In den Pilzringen, den Wuchsformen des unterirdisch sich strahlenförmig ausbreitenden Pilzgeflechtes, an dessen Ende die Schwämme hervortreiben den „Hexenringen" in Wald und Wasen, haben bie Hexen bes Aberglaubens ihre Tanzplätze zur Mitternacht Auch sind die Ringe die Zaubertanzfiguren der Feen Ist der Schwamm noch jung, hat er häufig die Form unb Farbe bes Vogeleies — dies ist das
„Hexenei", das in Liebestränken gekocht wurde. In Wales, in England wächst ein Giftpilz mit sonderbarem Namen, den die Elfen als Leckerbissen verspeisen, wenn sie ihre Geisterfeste halten.
Zwerghaft und gnomengleich steht das Männlein im Walde. Es hat einen dicken Bauch, einen plumpen Kopf oder einen schiefen Hut, unter dem es sich versteckt. Wichtelklein duckt es sich hinter den Schatten und den zitternden Zweigen des Niederwuchses, späht bleichen Gesichts aus dem Spalt faulender Baumstümpfe, verbirgt sich unter Laubund Nadelstreu wie ein sich tarnender kleiner Geist, zerstreut sich in fahlen und schweigenden Trupps durch das Unterholz, schwärmt gleich einem Fabelheer durch das Dickicht. Mit seinesgleichen rottet es ich zu leisen Versammlungen, gründet zu Füßen )er Bäume eine laubbraune, dächergelbe Pilzstadt, iedelt ein kleines Dorf von Schwämmen an, feiert ein Waldfest und verliert sich. Plötzlich steht unter Nadelholz ein Schirm da, von ' habichtbraunen Schindeln bedeckt, ober auf fanbigem Boben ein hoher Parasol mit schlankem Stiel, zerzaustem Halskragen — gleich einem liliputanischen fernöstlichen Tempel, errichtet für Walbeinsiebler, für Käfer unb Schnecken. Angetan mit Zauberfarben, gescheckt unb gefleckt, beringt unb gefranst, gefältelt unb gefurcht, behütet ber Pilzzwerg ben Mittagsschlummer ber Moose' unb Waldsteine, ben Schlaf ber Wurzeln, die schlangengleich ben Boben überkriechen, ben Tanz ber verstreuten Lichter unb bie Spiele ber Schatten. Die albische Gestalt, Schätze oerheißenb, köstliche Funbe unb reiche Beute, lockt ben Pilzsammler und Schwammsucher, dessen Blicke über den Boden hinirren und des Weges nicht achten, so daß er den Wald vor lauter Pilzen nicht sieht, in gespannter und erregender Jagd in die verschlungenen Dickichte und wirren Schluchten, in bas grüne unb golbflimmernbe Jrrsal bes Walbes. wo Häher ihn verspotten unb Spechte ihn verlachen unb bie träumerischen Wasser glucksen unb rieseln.
Der Zuschnitt unb bie Farbe ber Hüte unb Klei- der sinb überaus abwechslungsreich unb bunt. Könnte man alle unsere Pilze unb Schwämme aus Walb unb Weibe auf einen einzigen Platz versam« mein, erlebte man ein farbenfreubiges Volksfest ber Trachten, wie sie von ben verschiebensten Stämmen unb in mannigfachen Gegenden getragen werden. Was für ein Vielerlei von Hutformen könnte man da sehen. Hüte aus Wald und Wiese, aus Hecken und Triften! Halbkugelige Hüte rote bie Melonenhüte, kegelförmige, bucklige unb höckerige, wie sie bie Zwerge bcr Kindergeschichten lieben' platte wie bie Inbianerhüte flache, gleich ben Kar- binalshüten. hohe, wie man sie zur Jagd aufsetzte, eingebrückte unb gehöhlte Schlapphüte. wellige unb frempige Künstlerhüte. merkwürdige Becherhüte, runde eckige und längliche Bnuernhiite K^vven und Kapuzen — Hüte in allen Formen. Unb unter den
Hüten bie verschiebenartigsten Stielgestalten! Hagere unb stämmige Waldleute, kurze unb lange Wiesenpersonen, spinbeiförmige unb bauchige Gäste, fabenförmige wie bie Schneiber ber Märchen, kahle unb schuppige Buschmänner, mächtige Riesen, wulstige Schmerbäuche, faserige Knirpse, hohle Kobolbe, knollige, gestiefelte unb geschleierte Figuren. Unb bann bas Durcheinanber ber Farben, bas bunte Getümmel unb Gewimmel ber Flecke, Tupfen, Kleckse: bie spangrünen Täublinge, bie grünlichen Knollenblätterschwämme, bie braunen Habichtschwämme bie weißen Champignons unb Moos- linge, bie gelblichen Hahnenkämme, bie gelbbraunen Semmelpilze, bie violetten Veilchenblauer- unb Keulenschwämme, bie tiefgelben Pfifferlinge, bie dunkelroten Fliegenpilze, bie orangeroten Scywefel- köpfe, bie rötlichgelben Stoppelschwämme, ber bräunliche Steinpilz, ber gelbrote Reizker, bie schwärzlichen lotentrompeten — Helle, fdjmetternbe, grelle, bumpfe, sanfte, laute unb leise Töne mit allen möglichen Zwischenklängen: ein sattes Farbenorchester, bas auf seine geheime Weise einstimmt in bas Lob ber Welt.
Das Jahr ber Pilze vom Frühjahr bis zum Spätherbst bauernb. ist bie schönste, gefünbefte und würzigste Zeit ber Wälber. Mit ber Lorchel mag es beginnen, mit ber lotentrompete etwa ober bem Schwefelkopf Mitte November zu Enbe sein. Dazwischen blitzen bie reinen, klingenben Walbtage, spielen bie Freuben ber Blätter unb geht bas Festgepränge ber Pilze, samt ihren gleißenden unb schim- mernben Aufzügen — in ber grünen Schattenschleppe ber Wälber ein rounberbarer Schmuck
Getreidefunde aus der Steinzeit.
Durch vorgeschichtliche Ausgrabungen ist erwiesen. baß bie Germanen gute Ackerbauer waren, unb baß ber Tisch bes inbogermanischen Steinzeitmenschen sogar schon gut unb reichhaltig mit Getreide- früditen gebeckt war. In einem Beitrag zur Urgeschichte bes Getreibebaus, ben Dr. Walter von S t o k a r in der bei K. (5. Koehler in Leipzig erscheinenben Monatsschrift „Germanien" veröffentlicht werben bie wichtigsten bieser Funde aus ber Steinzeit behanbelt. In ber rein norbischen Kultur ber jüngeren Mulchelhaufen fanb ber bänische Gelehrte Sarauw in ben ältesten bekannten Tonscherben Abdrücke von Getreidekörnern, von Weizen unb Gerste, die noch nicht bie Größe bes späteren neolithischen Getreides haben, aber keine Wildform mehr barstellen sondern bereits gezüchtet sind. Diese Muschelhausen sind in die Zeit zwischen 4000 unb 3500 v. Ehr. zu sehen, also in eine Periode, in ber sich auch in Aegypten unb Babylon ber Ackerbau erft langsam enlwi^elte und em Verkehr zu Land oder zu Wa^er zwischen dem Orient unb Sübland ausgeschlossen scheint.
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Tiergarten der — Königsplatz wurde und auf h am 2. September 1873 die Siegessäule eingemti
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lichen Ausstellung in Berlin zu sehen sind. - (Scherl-Bilderdienst-M.)
Fast zentnerschwer sind diese riesigen Käse, die :L: i tiefen Fa „Kostprobe" auf der Internationalen MilchwirtschB tonne, bie
worden war. Was also lag näher, als in diesen t gen Alt-Berliner Erinnerungen auch einmal roiei zu Kroll zu gehen, um zu erfahren, ob es noch i| mer „w i e e i n st b e i K r o 11" ist, nämlich: frfl bewegt, heiter und so voll, daß die berühmte Sts nabel nicht zu Boden fallen kann. In der Tat! {
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so umworben und genau so besucht wie heute jQg| Kino! Doch fast scheint es, als ob diese MoritaiD
auch heute noch nichts von ihrer Zugkraft eings büßt haben. Denn während die Moritaten-SärM rin, unter deren Maske sich eine bekannte BerliH Künstlerin verbirgt, mit rührender und herzbe^ genber Stimme Die „Moral von ber GeschjchA singt, fallen bie Umstehenden, ohne daß man |it dazu aufgefordert hätte, in den Kehrreim ein:
Ja, so ist es! Ja, so war es!
Ach, wie schlecht ist doch die Welt!
Und wie trübe ist die Liebe, Wenn es fehlt an barem Geld!
Als am 19. August 1842 Herr Josef Kr o|| aus Breslau dank einer Kabinettsorder des KöM Friedrich Wilhelm IV. am Westende des ExerM platzes im Tiergarten seinen „W i n t e r g a r ten? eröffnen konnte, strömte „ganz Berlin" vor Brandenburger Tor, um dieses neue unb „tu™ stäbtische Etablissement" gebührenb zu beftautfJ unb fortab zu „frequentieren". So wechselooll aiiS das Schicksal des Krollschen Unternehmens im LM feines fast 100jährigen Bestehens war, immer ist r, eine „Hauptattraktion" Berlins gewesen, besonbr«
einer lachenden Menge alter unb junger Verli-» vor der bunt unb grell bemalten Leinewand ei^t „M o r i t a t e n" - Sä n g e r i n. Gerade ist sie bei, zu den Klängen eines etwas schwindsüchticen Leierkastens die traurige und schaurige Geschiß von dem „Tod auf den Schienen" vorzutragen, in, dem sie mit bem langen Zeigestock auf bie ein>e[, nen Schaubiiber weist. Ja — Da steht nun bas $ir, lin vom Jahre 1937 unb ergötzt sich an diesen Moritaten von ehemals unb weiß kaum, baß befe Moritaten-Schau ber — „Tonfil m" unse re r
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Urgroßeltern war. Genau so beliebt, qerauP; ift
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war noch alles so wie einst! Unter ben hohen schWtlich 3eI9* tigen Bäumen bes Tiergartens schmetterte schnHD deoeu.e btge Militärmusik. Tisch an Tisch gebrängt saß m M Jru Alter bei Kaffee unb Kuchen, während die JugM die Gew — nein! — nicht tanzte, sondern, noch mehr um wurden.
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igwnlich sp.
Zeitschriften.
In einer Höhle in Ariege, Mas d'Azil, gd Piette in einer liefen Schicht eine rein rnildv steinzeitliche Kultur aus, in der er neben HeiM
unb kleinsten Gteinwerkzeugen und HomgerM über die ganze Schicht verstreut Haselnüffe, Wal«A schalen, Pflaumenkerne und Getreide fand. All'k die Getreidelörner unvorsichtigerweise an Die öDflrt legte, zersielen sie in einigen Stunden in 6laM. Gerade weil der Weizen zerfiel, muh man M Grund neuester Grkenntniffe annehmen, dah er Der mittleren Steinzeit stammt. Seit der jünger Steinzeit war dies ausgeschloffen; denn in M1* Zeit hochentwickelten Bauerntums, in Der W0 längst Dorratswirtschaft mit Feldfrüchten gettich's wurde hat man alles Korn geröstet, ehe es tw gelagert wurde, um es vor Austreiben und DumM? werden zu schützen. Es gibt große Getreidefund^n jüngeren Steinzeit, verschiedene Gersten unb TDeb&d
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3n Mittel- und Südfrankreich zeigen die Höhl:» ™in der Fi malerden der damaligen Menschen, die rassisch mil Reifen ! unseren Ureinwohnern verwandt sind, neben «kn ^hrenshoo Darstellung des Weibes und der Iagdtiere m^d Jasm würdige Kunstgebilde, die von Piette und Hoo:i * ßäm mit Recht als Getreideähren angesprochen tDorPii ■ find; es liegt auch nahe, dah der Mensch 8n * j8är sicl Altsteinzeit, der die Tiere, die ihm die Rahriirt kNünlick fni lieferten, in Tausenden von Skulpturen und Bilto hinterlassen hat, auch das Wildgras nachbilkm das ihm mit seinem Stärkegehalt eine wichl^ Zukost bot. Ein anderer Eiszeitfund in Frankrnit war eine kleine Schieferplatte, auf der eine re^ recht Gerstenähre eingeriht war. Es handelte ffi hier ebeftimmt um Wildgetreideähren, um DeiO und Gerste.
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jüngeren Steinzeit, verschiedene GerstenunbWeiis-t। die lange in Sonne und im Regen an der SaJ* ® 9«budt h onerfläche liegen können, ohne zu vergehen, so ^terM. also die von Piette gesundenen älter sein müffel
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— Dem deutschen Arbeitsdienst, insbefonds^ seiner kulturellen Bedeutung, widmet bie ,,311 |t r i r t e Zeitung Leipzig" einen reichbM berten Beitrag in ihrer Ausgabe vom 19. :
Aussätze über beutsches Kunsthanbwerk und M" t? ^v\ deutsche Landschaft („Sttlles, sonniges Eifellan^. i 5 Gr schließen sich an Von höchstem politischen yntem Q ist der Artikel von Dr. Walter Pahl „Der DorrnA des Arabertums", ber in Bilb unb Wort die w geftaltigteit der Probleme um die Lösung Der fljj' bischen Frage zur Darstellung bringt. „Fahrt m ‘ Pußta" betitelt sich ein Bildbericht, der den reu? haltigen Unterhaltungsteil der vorliegen NuuM. eröffnet. Aus diesem nennen wir noch einen Artii-- über Wettervorhersage und die Bildseite „6rbh^- darf". Der sorgsälttg zusammengestellte aktu«> Bildbericht i'h-’r bie Ereignisse der letzten Woche fchließt das Heft.


