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3. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

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wo es nottut, energisch gegen Verkehrssünder ein* zuschreiten. Vom Kommando der Schutzpolizei liegt uns nun eine Statistik über das polizeiliche Ein­segen Verkehrssünder vor. Sie umfaßt

eigentlichen Urheber des Streits waren, wurden sie in der Hauptoerhandlung nur zu Geldstrafen verurteilt. Die Angeklagte S. wurde zu einer Gelüstrafe non 20. R M. und der Ange­klagte R. zu einer solchen von 3 5. R M. ver­urteilt. Den beleidigten Wehrmachtsangehörigen wurde die Publikationsbefugnis des Urteils zuge­sprochen. Die Angeklagte R. mußte freigesprochen werden.

Nachdem die Verkehrserziehungs- und Lärmbe­kämpfungswoche, die eine Woche der freundlichen Ermahnungen war, vorüber ist, muß sich nunmehr die Polizei dazu entschließen, hin und wieder und

Geschichte aussehen, muß doch auch viel

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Mergele

Susannes Tochter.

Roman von Hedda Westenberger.

Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin 35.

UHL Seltersweg Nr. 67

adiO Telephon Nr. 3170

eparaturen l897D

Wünsch weiß es, und Lyk leugnet es nicht ab. «o sind sie, über das Geschäftliche hinweg, mensch- hd) einander langsam nähergekommen, und wenn ei.*V9Pw männliche Scham und Keuschheit sie md)! davon abhielte, würden sie wahrscheinlich von- emanber sagen, daß sie Freunde sind.

too aber sind sie nurBekannte".

W, öer äldtere, denkt gerade über diesen Punkt nadj, darüber, ob es angezeigt sei, einem Bekann- en gegenüber Dinge zu erwähnen, die so weit zuruckliegen und ihm hol's der Teufel, aber es ift so so nahegehen.

Zeitraum von vier Tagen, und zwar die Zeit vom 12. bis zum 15. Juli. Aus dieser Sta­tistik geht hervor, daß gegen Führer von Fuhrwerken 11 Belehrungen und Verwar­nungen ausgesprochen werden mußten. Von Anzei­gen konnte abgesehen werden. Das undisziplinierte Verhalten vieler Radfahrer kommt in 189 Ver­

warnungen und Belehrungen zum Ausdruck. Hier ging es nicht ohne Anzeigen ab. Drei Radfahrer wurden zur Anzeige gebracht. Gegen Führer von Kraftfahrzeugen wurde in 192 Fällen verwarnend und belehrend eingeschritten. In 21 Fällen mußte dabei zur Anzeige geschritten werden. Daß auch die Polizei für die Gegenwart und für die Zukunft ein Auge auf das Verhalten des Fuß­gängers auf Straßen uno Plätzen hat, beweist die Tatsache, daß in 563 Fällen Verwarnungen und Belehrungen erteilt werden mußten. Von Anzeigen tonnte abgesehen werden.

In diesem Zusammenhang ist es notwendig, er­neut darauf hinzuweisen, daß geschlossene Verbände

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vorbildliche Arbeiterlager an derReichsanlobahv

MoliöreSTartüff^ im Arbeitslager Winnerod.

Amtsgericht Gießen

Die Angeklagten R., S. und R., sämtlich aus Gießen, hatten sich wegen Beleidigung und wegen groben Unfugs vor dem Amtsrichter zu verant­worten. Sie hatten sich in der Nacht vom 28. auf 29. März 1937 an einer Schlägerei vor einer Wirtschaft auf dem Kreuzplatz beteiligt und dabei beleidigende Aeußerungen gegen Wehrmachtsange­hörige gebraucht. Da die Angeklagten nicht die

Mehr und mehr hat es sich erwiesen, daß es nicht im Interesse der Reichsautobahn und nicht im In­teresse der an der Autobahn beschäftigten Volks­genossen liegt, wenn diese auf langen Anfahrten em, zwei oder mehr Stunden unterwegs jein müs­sen, bis sie überhaupt erst einmal zur Arbeitsstätte gelangen. Man entschloß sich deshalb schon vor langer Zeit dazu, Arbeiterlager zu schaffen, die die­sem Uebelstand gründlich und in glücklicher Weise abhelfen. Alle Probleme, die mit solchen Arbeiter- logern verbunden sein konnten und verbunden wa­ren, sind gelöst. Ueberall in den Lagern sieht man zufriedene Gesichter!

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NSG. Die Dorstudienausbildung, die auf Wunsch des Reichsstudentenführers Dr. Scheel weiter­geführt wenden soll, verfolgt den Zweck, geeigneten Arbeiter- und Bauernsöhnen die akademische Aus­bildung zu verschaffen. Diese Vorstudienausbildung soll in ZukunftHorst-Wessel-Studium" heißen. Die Personalämter der Partei und der DAF., der Reichsjugendführung und des Reichsarbeitsdienstes benennen der Reichsstudentenführung geeignete Be­werber im Alter von 17 bis 22 Jahren. Jrn An­nahmefalle werden sie in einem eineinhalbjährigen Kursus für das Studium an einer Hochschule bereitet.

.''Ze Troßstadtkind. " sagt der Ar§t, und dann 3 voll Mitleid:Wie alt sind Sie eigent­lich. Mit zweiundzwanzig kann man doch noch gar keine Bedenken habens"

Sabine lächelt ernst.

©ie sitzen sich gegenüber, und der Rauch ihrer 3igQrren vereinigt sich über ihren Köpfen zu einer öunnen graublauen Wolke.

m'sTj Sachlagen. Draußen cor dem Fenster steht dunkel und nachtstill das Geäst öer Tlergartenbaume. Manchmal gleitet mit leisem Surren em Auto vorbei. 1

Aus dem Teppich neben Lyks Sessel sieben schon brei geleerte Rotweinflaschen, und jetzt stellt Lyk die vierte daneben. J

Rechtsanwalt Wünsch verfolgt aufmerksam Lyks Bewegungen wie er die vierte Flasche neben die anberen baut, und wie er nun schnell aufsteht um eine neue zu holen und au öffnen

& bat wieder einmal feinen schlimmen Tag, stellt Wunsch fest und lächelt verstohlen. Er kann wieder einmal nicht ins Bett finden.

Inzwischen hat Lyk eingeschenkt und sich wieder in seinen Sessel fallen lassen: er greift das Gespräch mieöer auf, das sie vor einer Weile abgebrochen haben: ,Furz und gut, heute hat sie unterschrieben

llnö Wünsch wagt die Grenzen, die einem jünge­ren Bekannten gezogen sind, nicht zu überschreiten; denn sonst würde er jetzt die Frage stellen, auf die Lyk wartet, die Frage nach jener Vorgeschichte, und nach dieser Frau, die Susanne heißt.

Conrad Wünsch fragt nicht.

Aber Lnk fühlt bereits, daß er auch ohne Frage reden wird. Er muß. Seine Zeit ist wieder einmal da. Er wartet eine Weile und dreht sein Rotwein- glas zwischen den Fingern. Auch Wünsch wartet und macht sich indes zu schaffen, indem er einen kräftigen Schluck Wein nimmt und ihn so bedächtig durch die Kehle rinnen läßt, als sei es der erste an diesem Abend.

Umgebungen seien unzulässig. Deshalb sind die zu­ständigen Behörden zu veranlassen, daß in diesem Jahre in ber Zeit vom 28. November bis zum 25. Dezember nur der 12. und 19. Dezember als Verkaufssonntage freigegeben werden, die Freigabe weiterer Sonntage in diesem Zeitraum bleibt der Zustimmung des Reichsarbeitsministers Vorbehalten.

Ferner wird empfohlen, die Dauer und Lage der Verkaufsstunden in benachbarten Orten und Be­zirken, in denen eine Abwanderung der Käufer ein­treten kann, möglichst einheitlich zu regeln, um einer unerwünschten ^Verschiebung der Wettbewerbs­verhältnisse oorzubeugen.

NSG. Aufnahmeanträge nur an den Ortsgrupvenleiter. Don einzelnen Volks­genossen werben immer wieder Anfragen betreffs Aufnahme in die Partei direkt bei Der Reichs­leitung ober bet ber Gauleitung gestellt. Es wird

Wegen verkehrswidrigem Verhalten waren die Angeklagten D. aus Caldern und F. aus Kinzen­bach durch Strafbefehl in eine Geldstrafe von je 10. RM. genommen worden. Auf ihren Einspruch hin, wurde in ber Hauptverhanblung festgestellt, daß sie als Fußgänger beim Ueberqueren ber Fahr­bahn nicht bie notroenbige und erforderliche Sorg­falt anwanden und dadurch einen die Fahrbahn benutzenden Radfahrer zu Fall brachten. Das Ge­richt hob den gegen die Angeklagten erlassenen Strafbefehl auf und verurteilte sie zu einer Geld­strafe von je 15. RM. Außerdem haben die An- geklagten die Kosten des Verfahrens zu tragen.

der Wehrmacht, der Polizei, der NSDAP, sowie der Untergliederungen, Leichenzüge und Prozessio­nen nur durch Fahrzeuge im Feuerwehrdienst un­terbrochen oder sonst in ihrer Bewegung gehemmt werden dürfen. Zu erwähnen ist ferner, daß den Fahrzeugen der Feuerwehr unbedingt ber Weg frei gemacht werben muß unb nicht, wie es am ver­gangenen Samstag zum Beispiel ber Fall war, Langholzfuhrwerke und viele parkende Wagen in einer Straße (Neuenweg) die Fahrzeuge der Feuer­wehr aufhalten.

Bier Tote, 52 Verletzte...

Wie sehr notwendig es ist, daß jedermann in den Straßen unserer Stadt äußerste Verkehrs- disziplin hält, beweist erneut die Zusammenstellung der Polizei über Unfälle, die sich im zweiten Ka­lendervierteljahr 1937, in der Zeit vom 1. April bis Zum 30. Juni, ereigneten. Es waren nicht weniger denn 76 Verkehrsunfälle zu verzeichnen. Zusammenstöße von Fahrzeugen ereigneten sich 59, an anderen Unfällen waren 17 zu zählen. Insge­samt gab es dabei das traurige Ergebnis festzustel- len, daß diesen Unfällen v i er Menschenleben 3u m Opfer fielen unb 52 Personen ver­letzt wurden. Diese Zahlen reden eine deutliche Sprache unb es wirb niemand sagen dürfen, daß er diese Sprache nicht verstünde.

Große Strafkammer Gießen.

. Dor der Großen Strafkammer hatte sich gestern die G. B. aus Münzenberg und die E. B aus Frankfurt a. M. wegen Abtreibung und Beihilfe 3ur Abtreibung zu verantworten. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Die Angeklagte G. B. wurde zu einer Gefängnisstrafe von 4 Monaten und die Angeklagte E. B. zu einer solchen von 6 Monaten verurteilt. Auf die erkannte Strafe wurden der Angeklagten G. B. drei Monate unb der Angeklagten E. B. 2 Monate der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet. Außer­dem wurde der Angeklagten G. B., mit Rücksicht auf ihre Jugend, ein bedingter Strafaufschub von

Oie Ausnahmesonntage vor Weihnachten 1937.

Fwd. Der Reichs- und Preußische Arbeitsminister hat in einem Erlaß vorn 6. Juli 1937 die Zahl ber in biesern Jahr frehugebenben Ausnahmesonn- tage vor Weihnachten für bas ganze Reich einheit­lich festgelegt. Entsprechend der schon seit mehreren Jahren burchgesührten Regelung werben auch dies­mal bie zwischen dem 8. und 24. Dezember liegen- den Sonntage, also der 12. unb 19. Dezember frei- gegeben.

Der Reichsarbeitsminister weist barouf hin, daß im vergangenen Jahr in einzelnen Fällen als Ersatz für den ersten Sonntag im Dezember der letzte Sonntag im November freigegeben wurde. Derartige

daher nochmals barauf aufmerksam gemacht, daß für bie Aufnahme in bie Partei einzig und allein Die im Wohnbereich liegende Ortsgruppe ber NSDAP, zustänbig ist, bie auch über bie einschlägi­gen Bestimmungen Auskunft gibt. Gesuche, die an Die Reichs- ober Gauleitung übermittelt werden, sind daher vollkommen zwecklos.

** Goldene Hochzeit. Der Schneidermeister i. R. Heinrich Sjjos und seine Ehefrau Elisabeth, geb. Sippel, Sicher Straße 31 p., feiern am morgigen Donnerstag, 22. Juli, in körperlicher unb geistiger Frische im Alter von 74 Jahren bas Fest ber golde­nen Hochzeit. Das Jubelpaar zählt seit 50 Jahren zu den freuen Lesern des Gießener Anzeigers.

** Schweinerotlauf. In dem Schweine­bestand des Agrikulturchemischen Instituts in Gie­ßen, Braugasse 7, ist Schweineratlauf festgestellt worden. Gehöftsperre ift angeordnet.

Sodann hafte sich der F. L. aus Marburg wegen Betrugs zu verantworten. In ganz unverschämter Weise hatte er durch Vorspiegelung falscher Tat­sachen verschiedene Personen veranlaßt, ihm u. a. eine Dammuhr und 23. RM zu geben. Weiter- hin erreichte er durch falsche Angabe * " Darlehen von 5. RM. erhielt, da

Wunder des Lebens aufgegangen ist... H. W. Sch.

Dornotizen.

Tageskalender für Mittwoch.

Gloria-Palast (Seltersweg):Land der Liebe". Bekenntnisgemeinde Gießen: 20.15 Uhr, Johan- nessaal.

Darlehen von 5. RM. erhielt, das er aber nur teilweise zurückzahlte. Wegen dieser Betrügereien verurteilte ihn das Gericht unter Kostenbelastung zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 4 Monaten und 2 Wochen.

Dann rutscht Lyk tiefer in den Sessel hinein und greift nach ber Gardinenschnur, die dicht neben ihm hängt und beren Knopf er nun währenb bes Spre­chens langsam auf unb ab gleiten läßt.

Das war nämlich so", setzt er halblaut an, ,Haß ich ich sagte Ihnen ja schon: bie Mutter bieser Sabine Lorenz, Susanne Schönherr, war meine Jugendliebe. Aber was heißt schon Jugendliebe manche haben mehr als ein gutes Dutzend von der Sorte gehabt. Ich hafte aber nur diese eine, unb Zwar von meinem vierzehnten Jahr an bis zu meinem fünfunbAwanzigsfen. Das will etwas heißen, ni<f)t wahr? Unb ich glaube, es hat währenb dieser 3ehn 2ahre keinen Tag gegeben, an dem wir uns nid)t gesehen hätten. Wir wohnten nebeneinander, unfere Elfern verkehrten miteinander. Wir hatten einen gemeinsamen Freund, sozusagen einen ein- Aigen Freund. Er hieß Nikolaus Lorenz... Merken sie etwas?"

Conrad Wünsch nickt kurz:Ach so! Ja."

Lyk spielt weiter mit ber Gardinenschnur.Na chon. Und daß wir beide, Nick und ich, Susanne liebten, das ift wohl klar. Aber mit mir verlobte sie fid), als sie achtzehn war. Ich war damals zwanzig. heiraten konnten wir aber natürlich noch lange nid)t, und so ging also vorerst unser Leben genau }o weiter wie zuvor, nur daß wir beide, Susanne und ich, jetzt ein Brautpaar waren, bas seine Der- n ebn) eit ungeniert zeigen durste, unb baß Nick so ein bißchen als drittes Rad am Wagen nebenher- lief. Ich weiß noch, wir haben ihn damals oft da­mit aufgezogen, aber Nick zuckte nur die Achseln unb meinte, seine Zeit komme noch.

Fortsetzung folgt.

Höhe unmittelbar an ber Straße GießenGrün­berg, ba, wo sie zügig in das Tal abfällt. An schö­nen Tagen kann man van bart aus ben Vogelsberg sehen, hinweg über bie feinen Linien ber Berge, die sich vom kräftigsten bis zum zartesten Blau hin­tereinander aufbauen.

Ganz anderen Charakter trägt das Lager Winnerod. Es liegt nicht frei und offen in wei­ter Landschaft, sondern tief versteckt und heimelig in einem Waldwinkel, als eine Stadt für sich mit herrlichem eigenen und eigens geschaffenen gärtne­rischen Anlagen. Hohe Bäume säumen bas Lager unb halfen es' gerade zur Jetztzeit in kühlem Schatten.

Es erübrigt sich, zu sagen, daß die äußeren Um­stände, unter denen die Arbeiter an der Reichs­aufobahn in diesen Lagern leben, denkbar günstige sind. Es gibt eine hervorragende Verpflegung und jeder kann essen, so viel er will. Saubere Kuchen­einrichtungen, geschulte Köche und tüchtiges Hilfs- personal garantieren für denkbar beste Zubereitung. Häufig gibt es warmes Essen auch zum Abend. Die Arbeiter essen in freundlichen Gemeinschaftsräu­men!, sie schlafen auf sauberen Lagern, sie finden für ihre Freizeit Bücher und Zeitschriften vor; auch ein Schachspiel ist vorhanden und die NSG.Kraft durch Freude" stellt durch ihre Sportämter Geräte, Bälle usw. für Sport und Spiel zur Verfügung.

Ueberflüssig zu Jagen, daß auch die hygienischen Einrichtungen allen Anforderungen entsprechen. Je­der hat sein eigenes Waschbecken, seinen ständigen Platz im Waschraum, sein eigenes Wasserglas; Duschen mit warmem und kaltem Wasser stehen zur Verfügung. So ist also dafür gesorgt, um allen bas eigentlicheZuhause" zu ersetzen, ober die ^Tren­nung von ber Familie einigermaßen erträglich zu machen. Ja, mancher macht keinen Hehl daraus.

und am 15. kann bie Reise losgehen. Stellen Sie sich vor: sogar ihre Schrift ähnelt der ihrer Mutter. Also ich muß sagen..." Beinah gekränkt sieht er in Wünschs lachendes Gesicht.

Ja, Wünsch muß lachen, er konnte es nicht mehr unterdrücken.Ich fürchte, Sie find verliebt", jagt er, immer noch lachend.

Lyk betrachtet mißbilligend den anderen, das schmale, etwas zu schmale Gesicht, die braunen Augen hinter den blitzenden Brillengläsern, die hohe Stirn mit den scharfen Kanten.

Von verliebt kann gar keine Rede sein", stellt er barsch fest.Was glauben Sie denn das Kind ist knapp zweiundzwanzig, ich bald fünfunb- fünfzig. Nein. Und wenn Sie bie Vorgeschichte dieser Begegnung kennen würben, verstünden Sie vielleicht, warum ich..Er hält wieder inne, die Stirn rötet sich ein wenig.

Wünsch lacht jetzt nicht mehr. Er kennt seinen Klienten Albert Lyk sehr gut, geschäftlich und menschlich. Er weiß genau, daß Lyk zu denen ge- härt, die ganz selten, beinah nie, von Gefühls- hingen reden, die sogar ängstlich bemüht sind, ihnen aus dem Wege zu gehen. Nur diesem Albert Lyk glückt das nicht immer. Trotz seiner genialen geschäftlichen Begabung, trotz feines eisklaren, rück- sichtslosen Verstandes gelingt es ihm nicht immer, Das andere zu meistern. Auf einmal, ganz unver­mutet unb wahrscheinlich ihm selbst überraschend, prangt es aus ihm heraus, Lyk braucht dann plötz- Iid) einen Menschen, mit dem er reden kann, der chn reden läßt und der den Druck in ihm löst, ber durch zu lange und Harfe Unterbrückung allen Ge- whls in ihm entstanden ist. Und einer dieser Men- [pen, die Lyk an solchen Tagen braucht, ist Doktor Conrad Wünsch.

Omnibusfahrt am 24.725. Zull 1937 nach Düsseldorf.

Wegen ber großen Nachfrage führen wir vor- stehenoe Fahrt am 24.725. 7. 37 nochmals burch. Für diese Fahrt steht uns ein moderner Reiseomnibus zur Verfügung. Abfahrt: 24.7.37 um 14 Uhr am Haus der Deutschen Arbeitsfront. Rückkunft: 25. 7. 37 gegen 24 Uhr. Der Teilnehmerpreis beträgt ein­schließlich Fahrt, Uebernachtung mit Frühstück in Düsseldorf unb Eintrittskarte zur Ausstellung 13,50 232H. Anmeldungen müssen umgehend auf der Kreisdienststelle erfolgen. 48400

Heute folgender Kursus:

Fröhliche Gymnastik unb Spiele nur für Frauen Lyzeum, Dammstraße 26, 20.30 bis 21.30 Uhr. 48330

Von der Universität.

Don der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt:

Der Führer unb Reichskanzler hat den geschäfts­führenden 2. Direktor ber Römisch-Germanischen Kommission bes Archäologischen Instituts bes Deut­schen Reiches Dr. Kurt Stade zum planmäßigen außerordentlichen Professor für Alte Geschichte in ber Philosophischen Fakultät ber Universität Gie­ßen unb zum Direktor des Historischen Seminars ernannt.

Der Reichs- und Preußische Minister für Wissen­schaft, Erziehung und Volksbildung hat mit Ver­fügung vom 18. Juni 1937 ben Uebertritt bes Do­zenten Dr. phil. habil. Wolfgang Franz von ber Philosophischen Fakultät ber Universität Marburg in die Philosophische Fakultät, II. Abteilung ber Universität Gießen genehmigt.

öer Weg zur Hochschule ist frei!

unter. Es ist eine staunenswerte Sache: dieses kleine Stückchen farbigen Lebens, kaum einige Zentimeter groß, entwickelt eine selbständige Tätig- reif, bie ganz unb gar nach Ueberlegung aussiehf. Ober ist es keine Ueberlegung? Nur Instinkt? Reine Reflexbewegung?

Wahrhaftig, es ist ein Wunderding, dieses kleine spinnwebenfeine Lebewesen. So zart und bunt schaut es aus unb steckt dabei doch voller Geheim­nisse, wie alles Leben schließlich seine Geheimnisse birgt. Jetzt breitet der kleine Bursche abermals seine Flügel, aber nun schwebt er wirklich von hinnen, gerade auf die blühenden Staudengewächse zu. Und ich schaue nachdenklich hinter ihm her, wie

daß er es zu Hause nicht so gut und nicht s o schön habe!

Es bleibt aber nicht allein bei ber guten äuße­ren Lebenshaltung in diefen Lagern. Die NSG. Kraft burch Freude" führt in engster Zusammen­arbeit mit ben Direktionen der Reichsautobahn eine schöne Freizeitgestaltung durch. Bunte Abende der Kleinkunst wechseln mit Filmabenden ab.

Gegenwärtig wird nun den Insassen der Lager eine ganz besondere Freude zuteil. Der Theaterzug ber Reichsaufobahn, bieReichsautobahn, bühne" hielt in ben brei vorgenannten Lagern ihren Einzug. Am Montagabend gastierte bie Bühne im Lager Großen-Buseck. Arn gestrigen Dienefagabenb im Lager Winnerod unb heute abend wird sie bie Lagerkameraden von Holzheim erfreuen. Die Reichsautobahnbühne bringt gegen­wärtig, widergegeben von ausgezeichneten Schau­spielern, bie Komäbie in brei AktenDer Tartüfs" nach bem französischen LustspielLe Tartuffe" von Moliöre. Die Zuhörer und Zuschauer ber Auffüh­rungen, zu benen sich auch andere Volksgenossen aus der Umgebung etnfanben, hatten große Freude und die Künstler ernteten stärksten Beifall. Angeregt verließen die Besucher dieser Theater- aufführuna ihren Gemeinschaftssaal. Reicher um ein Erlebnis- das ihnen nur das Dritte Reich bescheren konnte.

..Der Arzt neben Sabine gestikuliert mit beiden gonben. Aber Sabine sieht cs gar nicht. Ihre Augen find wie verhängt vor Anstrengung:Wenn Sie allerbings schon jemand Haden---ja

dann aber sonst ich meine, ich habe näm- "ch ich glaube, mein Brief war ein bißchen voreilig. Ich habe mich von einigen--privaten

Schwierigkeiten zur Absage verleiten lassen, aber 7" T ~ M) wollte nur sagen, daß ich jetzt doch bereit wäre, mitzukommen."

Es klingt wie verhaltenes Lachen in der Stimme: Ich habe aber schon eine andere junge Dame ein- gestellt."

Sabines Herz klopft jetzt gar nicht mehr. Sie suhlt sich ganz leer.Dann verzeihen Sie, bitte, bie Störung ...", sagt sie leise und nimmt mit einem Zucken um den Mund herum den Hörer vom Ohr. Aber als sie ihn aufleaen will, hört sie Lyk noch etwas rufen. Oder täuscht sie sich? Nein, er ruft, bie Stimme kommt ganz deutlich zu ihr her­auf, während sie den Hörer dicht über der Gabel in der Schwede hält.Hallo, halt! Nicht so hitzig!"

Sabine nimmt den Hörer wieder ans Ohr.

Die andere junge Dame", sagt Lyk mit froher Stimme,Fann ich nämlich, wenn ich will, auch in meinem hiesigen Büro unterbringen. Dafür eignet sie sich sowieso besser. Wenn Sie also wirklich ernst- haft entschlossen sind, mein Angebot anzunehmen, disponiere ich ausnahmsweise noch einmal um. Und nun mal ehrlich: Sie haben sich wohl in der Zwi­schenzeit schon über mich informiert ftimmt's?"

Sabine nickt:Ja, das habe ich." Und nach einem Zögern, stolz und wichtig und ein wenig kindlich: Sie find der Plantagenlyk."

Da lacht Lyk so schallend, daß es Sabine im Ohr richtig weh tut.Jawohl", ruft er lachend,der bin ich. Und Sie sind eine ulkige kleine Person, wir werden schon gut miteinander ausfommen, auch wenn Sie jetzt noch ein bißchen Angst vor mir haben bas haben Sie doch, nicht wahr?"

Sabine seufzt, ehe sie antwortet.Na ja sogt sie dann vorsichtig.

Und Lyk lacht schon wieder.

Ich erwarte Sie nun also morgen im Laufe des Vormittags bei mir, damit Die Sache perfekt werden kann, ja? Also auf morgen!"

Dann knackt es im Apparat, Lyk hat abgehängt, bevor Sabine noch ein Wort des Dankes heraus- gebracht hat.

Unb er ist doch ein bißchen kornisch, Onkel Dok­tor, finden Sie nicht? Wie schnell das wieder er­ledigt war. Ein anderer..."

Aber ber Arzt finbet gar nichts kornisch unb gar md)ts zu schnell erledigt. Er schüttelt Sabine beibe S)anbe unb hat viel zu sagen über bas große Glück, bas ihr da so unversehens begegnet.Freuen Sie sich denn gar nicht, Kinb?"

-Do.-' Sabine freut sich. Nur wie mag die Schattenseite dieser ganzen Geschi denn wo so viel Glück ist, da Schaffen sein, oder?

Die Reichsautobahn-Direktion Frankfurt a. M. gab ber Presse von Frankfurt unb unseres engeren Heirnafgebiefes Gelegenheit, sich davon zu überzeu­gen, daß bie Arbeiter ausgezeichnet unfergebracht finb und sich sehr wohlfühlen. Die Besichtigungs­fahrt führte in drei Lager unb zwar nach Holz­heim, nach Großen-Buseck (bzw. Oppenrod) und nach beyi Lager Winnerod. Es entspricht einem freundlichen Verständnis, daß die Zuständi­gen bei der Reichsaufobahn diese Lager an Plätzen anlegten, beren lanbschaffliche Umgebung für die Arbeiter eine ständige Quelle der 'Ruhe und der Erholung ist.

Das Lager Holzheim liegt hoch über Wefferau unb von ben Fenstern bes Lagers aus hat man einen prächtigen Ausblick über bie Wef- terau, hinüber nach Burg Münzenberg unb hinab über Tal unb Dörfer. Weit greift ber Blick über bie erntefchweren Felber.

Nicht anbers ift es beim Lager Großen- Bufeck, bas noch im Aufbau begriffen ift, wenn­gleich es schon teilweise unb zwar mit 150 Mann (die fast ausschließlich aus Frankfurt finb), unter» gebracht werben konnten. Das Sager liegt 'auf ber