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Vornotizen.

Tageskalender für Mittwoch.

Stadttheater: 19.30 bis 22 UhrDas Schloß im Wind". Gloria-Palast, Seltersweg:Die gläserne Kugel". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Alles für Veronika".

Stadttheater Gießen.

Der UraufführungserfolaDas Schloß im Wind" geht heute Abend als 28. Vorstellung der Mittwoch- Miete in Szene. Spielleitung der Intendant. Die Aufführung läuft in der Besetzung der Urauffüh­rung und dauert von 19.30 bis 22 Uhr.

Hitler-Jugend Bann 116 Gießen.

Betr.: Theaterbesuch.

Die OperetteDie Dorothee" kann am Sonntag, 2. Mai, von uns zum Preis von 1 Mark besucht werden. Karten können gegen Vorzeigen des Aus­weises an der Theaterkasse abgeholt werden.

Bann 116, Unterbann 1/116.

Am Donnerstag, 22. April, um 20.30 Uhr, treten alle Geff., Scharf., Kamf. des Unterbannes I zur Schulung am Heim, Walltorstraße 38, an. Winter­dienstanzug.

Die deutsche Arbeitsfront

U.9.=Gcmcinf(haft,, straft durch frriiöe'

Amt Reisen, Wandern und Urlaub.

Sonntagsfahrt mit dem Omnibus an den Rhein. Am Sonntag, 2. Mai, führen wir eine Tagesomnibusfahrt an den Rhein durch. Die Fahrt geht von Gießen über Montabaur durch den Westerwald nach Ehrenbreitstein, von dort geht es nach Braubach. Hier ist Gelegenheit gegeben, die herrliche Marksburg zu besichtigen. Don Braubach führt uns der Weg nach Bad Ems. Von diesem schönen Bad fährt der Omnibus durch das reizvolle Lahntal nach Gießen. Preis der Fahrt: 5,50 Mark. Anmeldungen nimmt die Kreisdienststelle entgegen.

Amt Feierabend.

Letzte Sondervorstellung der Oper Zar und Zimmermann". Am Samstag, 24. dieses Monats, bringen wir als letzte Opernauf­führung dieser Spielzeit die komische Oper von LortzingZar und Zimmermann". Beginn 19.30 Uhr. Die Eintrittspreise sind 1,00 und 1,20 Mark. Karten sind auf der Kreisdienststelle zu haben.

Anschrift und Sprechstunden beachten.

NSG. Es besteht Veranlassung, erneut auf fol­gendes hinzuweisen:

Die Anschrift der Gauleitung lautet: Gauleitung Hessen-Nassau der NSDAP., Frankfurt a, M., Post­fach 1636.

Bei allen Anfragen ist stets die betoeffende Ab­teilung und das Aktenzeichen anzugeben, da sonst eine ordnungsgemäße Bearbeitung nicht erfolgen kann.

Die Sprechstunden der Gauleitung sind:. Vor­mittags: Dienstag bis Freitag von 10.' bis 12 Uhr. Nachmittags: Dienstag, Mittwoch und Freitag von 16 bis 17 Uhr.

Verbesserung derfchulturnenschenArbeitsverhältnisse in den höheren Schulen Hessens.

LPD. Die körperliche Ertüchtigung der gesamten »?n Jugend ist vom Führer als eine wesent- ufgabe neben der HI. und dem BDM. ins­besondere der Schule gestellt worden, und hier sind ja auch in den letzten Jahren ganz bedeutende Erfolge erzielt worden, die sich in den alljährlichen Schulmeisterschaften auf den verschiedensten Sport­gebieten der Jungen und Mädels dartun. Um die schulturnerischen Arbeitsoerhältnisse zu verbessern, wurden soeben vom Reichsstatthalter in Hessen Landesregierung alle höheren Schulen Hessens aufgefordert, einen Ueberblick über die ungefähren Gesamtkosten für den An- bzw. Ausbau von Um­kleide-, Wasch- und Geräteräumen, sowie für Er­stellung besonderer Boxräume und zur Instand­setzung und Erweiterung von Spiel- und Sport­plätzen an den höheren Lehranstalten bis 1. Mai einzureichen. In einem auf drei Jahre berechneten Bauprogramm sind alle erforderlichen Bauvor­haben, nach Dringlichkeit geordnet und mit Angabe der von der zuständigen Baubehörde geschützten Kosten, aufzuführen, wobei von technischen Bau­entwürfen und Kostenüberschlägen abgesehen wer-

Vereidigung von 1OOO Amtswaltern und Amtswalterinnen.

Das Eafä Leib war am gestrigen Dienstagabend, am Geburtstag des Führers, überfüllt von den Amtswaltern und Amtswalterinnen, die mit ihren Ortsgruppenleitern aus der näheren und weiteren Umgebung von Gießen hierhergekommen waren, um auf den Führer vereidigt zu werden. Mit dem Einmarsch der Fahne begann die Feierstunde, der als Beauftragter des Gauleiters für die Vereidi­gung der Gauobmann der DAF. Becker, Frank­furt a. M., beiwohnte.

Nach der Meldung der etwa 1000 Amtswalter und Amtswalterinnen durch den Kreisausbilder Dr. Kopp leitete eine kurze Übertragung aus Mün­chen zu der Ansprache des

Kreisgeschcistsführers Holländer

über, der mit zündenden Worten zu den Zuhörern sprach. Er erinnerte daran, daß überall in Deutsch­land, in Stadt und Land dem Führer die herzlich­sten Wünsche der deutschen Volksgenossen darge­bracht werden, daß sich in vielfältiger Weise die Liebe, Dankbarkeit und Treue offenbaren, die aus den Herzen aller Volksgenossen dem Manne gelten, der der Führer aller Deutschen wurde. Er betonte weiter die starke Glaubenskraft der Seele, die von allen deutschen Menschen dem Führer als schönste Geburtstagsgabe für feine schwere Aufgabe im hin­gebungsvollen Dienste des deutschen Volkes zur Stärkung und Stutze bekundet wird.

Der Redner ließ dann in kurzen Worten die Er­innerung an die schwere Zeit des Kampfes des Füh­rers bis zur Gewinnung feines ganzen deutschen Volkes lebendig werden, er erwähnte die großen Opfer und die unermüdliche Einsatzbereitschaft der Kampfgefährten des Führers, die aber immer wie­der übertroffen wurden von dem großen Opfer und dem nie zu Überbietenden Willenseinsatz eines einzigen Mannes, den eine gütige Vorsehung dem deutschen Volke in der Nacht der tiefsten Er­niedrigung gab, unseres Führers Adolf Hitler.

Mit stolzer Freude hob der Redner weiter hervor, daß unsere Generation einst von den Nachfahren beneidet werden wird, weil wir das große Glück haben, mit Adolf Hitler als Führer zusammen zu arbeiten, kämpfen und opfern zu dürfen für unser deutsches Volk und weil wir vom Schicksal die Aus­zeichnung erhielten, von dem Führer lernen zu

können, wie großzügig zu denken und zu handeln und die Sache der Nation über das Interesse der einzelnen Persönlichkeit zu stellen ist.

Der Redner stellte bann mit eindringlichen Wor­ten allen Volksgenossen unseren Führer Adolf Hit­ler als das Gewissen der Nation vor die Seele, als den unermüdlichen Kämpfer für die Wiederaufrich­tung der Nation, als den ersten Arbeiter, der unser Volk zu einem geschlossenen Block zusammenfügte. Daran knüpfte der Redner die ernste Ermahnung, allezeit dieser Größe des Lebens und Wirkens des Führers uns würdig zu erweisen, indem wir voll unerschütterlichem Glauben und Vertrauen an den Führer mit ihm kämpfen und arbeiten für unser Volk und das Glück unserer Kinder.

Mit der Aufforderung an die zur Vereidigung an­getretenen Amtswalter und Amtswalterinnen, dar­über hinaus aber auch an alle deutschen Volksge­nossen, stets und überall so zu handeln, daß wir vor dem Führer in Ehren bestehen können, 'schloß der Redner seine Ansprache, die er in die Worte ausklingen ließ: Adolf Hitler wurde für Deutsch­land geboren. Handelt so, daß sein Geilt immer wie­der neu erstehe in euren Taten! Nur so kann unser Führer ewig sein, denn er wird leben im deutschen Herzen und der Geist der Nation wird Geist von seinem Geiste sein. In ihm werden dann leben die kommenden Geschlechter, durch ihn werden sie über­winden Not und Gefahr! Seinen Namen im Herzen mögen sie ziehen in die Ewigkeit! Im Kampf und Streit entscheide bis in die ferne Zukunft der Name Adolf Hitler den Sieg. Denn dieser Name ist der Garant, daß es der Sieg des deutschen Volkes ist. Erfüllt die Ausgabe, die der Führer euch stellt! Seid treu, bann seid ihr ihm nahe! Unb wenn bu ehrlich sagen kanst, ich habe getan, was ich tun konnte, so seib sicher, daß ihr dem Führer zu seinem Ge­burtstage nichts Besseres geben konntet, bann gabt ihr euch ihm selber!

Große Stille herrschte nach dieser Ansprache im Saal. Dann wurde die Ansprache des Reichs­ministers Rudolf Heß übertragen, unb gemeinsam ^schwuren bie Tausend dem Führer die Treue.

Kreisgeschäftsführer Holländer brachte hier­auf bas Sieg-Heil auf ben Führer aus, unb mit dem Gesang der Nationallieder klang die Feier­stunde aus.

den kann, die nur in besonders dringlichen Fällen unter Begründung anzufügen sind. Auch die wesent­liche Frage, ob unb in welchem Umfange der nicht- staatliche Unterhaltungsträger sich zur Uebernahme der entstehenden Kosten bereit erklärt hat, muß be­antwortet werden. Wie groß der Fortschritt gegen­über früheren Jahren, da man dem Schulturnen unb -spiel kaum Lebensrecht zugestanb, heute ist, $eigt bie Anleitung, baß bei Berechnung der ge­kennzeichneten Bedürfnisse der Schulen vier Turn- und zwei Spielstunden wöchentlich zugrunde zu legen sind, womit jedoch der endgültigen Festsetzung der künftigen Stundenzahlen für die körperliche Er­ziehung in der Schule nicht vorgegriffen wird.

Baldur von Echirach kommt nach Frankfurt.

Große HJ.-Führer-Tagung am 7. Mal.

NSG. Wie in den Vorjahren, ist auch die diesjäh­rige Sommerarbeit der nationalsozialistischen Jugend durch große Führertagungen eingeleitet worden, bie im Laufe ber Monate April unb Mai alle 25 Gebiete bes Reiches erfassen. Der Jugenbführer bes Deutschen Reiches unb Stabsführer Lauter­bacher werden auf diesen Appellen den Führern der HI. unb des Deutschen Jungvolkes sowie ben Führerinnen bes BDM. unb des Jungmädelbundes bie Ziele unb bie großen Linien ber Schulungs- unb Ertüchtigungsarbeit einbringlich klarlegen, barüber hinaus ber Elternschaft unb ber weiten Öffentlichkeit Aufschluß über bie Aufgaben geben, bie ber Reichs- jugenbführer ber Jugenb für bie fommenben Monate stellt. Im Gau Heffen-Nasfau eröffnete in ben Jahren 1934 bis 1936 jeweils Stabsführer Hartmann Lau­terbacher einen neuen Abschnitt. Am 7. Mai wirb nun, ber Reichsjugendführer selbst zur Ju­gend unseres Gaues sprechen und zu neuem Einsatz begeistern.

Schuht die Weidenkätzchen!

Alljährlich kann man es im Frühjahr immer wieder beobachten, in welch seltsamer Weise sich die Naturliebe mancher Menschen offenbart. Anstatt sich während ber Wanderung durch Wald unb Feld an all dem jungen, frischen Grün zu erfreuen, fühlen sie sich von dem Drang beseelt, alle nur er­reichbaren Zweige, deren Grün sich schon besonders schön entwickelt hat, abzubrechen unb mit nach Hause zu nehmen. Besondere Vorliebe genießen in dieser Beziehung die Weidenkätzchen. Gedankenlos werden an Wegen unb Feldrainen die Sträucher ihres ersten Schmuckes beraubt, unb bie meisten Menschen denken gar nicht daran, wie abstoßend ber Anblick eines solchen geplünderten Baumes auf den Naturfreund wirkt und daß sie anderen Volks­genossen durch ihre Handlungsweise empfindlichen Schaden zu gefügt haben.

Gewiß entspringt dieses Tun niemals einer Bös­willigkeit; ja, es ist auch zu verstehen, daß man nach ben langen Wintermonaten seine besondere Freude an dem hübschen, silbergrauen und in der Sonne hellglänzenden Pelzkleide ber Weidenkätzchen hat und sicy auch gern noch in den nächsten Tagen zu Hause an ihnen erfreuen möchte. Doch ist dies noch kein Grund, einen blühenden Strauch seines Schmuckes zu berauben. Doch abgesehen von ben ideellen Werten, die alle diese ersten Wunder der Natur in sich bergen, sollte jeder Mensch sich dar­über klar sein, daß die blühenden Sträucher nicht ausschließlich zur Zierde bes Weges dienen, son­dern innerhalb ihrer Lebensgemeinschaft in Feld, Wald aber Garten eine bestimmte Aufgabe zu er­füllen haben. Gerade die Weidenkätzchen sind für unsere Bienenzucht von großer Bedeutung. Den Bienen bieten sie im Frühling bei ihren ersten Aus­flügen die notwendige Nahrung, indem sie ihnen Nektar und Blütenstaub spenden. Nimmt ihnen ber einzelne Spaziergänger diese Möglichkeit, so schadet

er einmal der Volksgemeinschaft, da er den Bienen im zeitigen Frühjahr die einzige Nahrung für den Bau ihrer Waben entzieht, zum anderen fügt er dem Imker erheblichen Schaden zu, ber ganz be­sonderen Wert auf die Pflege unb ben Schutz feiner frühen Bienenweibe legt.

Jeder, der bie Natur liebt, sollte durch Aufklärung unb persönlichen Einsatz mit dazu beitragen, daß derartige Uebergriffe verständnisloser Mitmenschen in Zukunft immer seltener werden zum Wohle des fleißigen Bienenvolkes und auch zum Wohle der Allgemeinheit.

Gefechtsschießen bei Langd.

Am morgigen Donnerstag, 22. April, findet von 7 bis 18 Uhr ein Gefechtsschießen im Raume von Langd Rodheim Rabertshausen Ulfa Stornfels statt. Das gefährdete Gelände innerhalb dieses Raumes wird während des Schießens von ber Truppe abgesperrt. Den Weisungen ber Ab- sperrposten ist unbebingt Folge zu leisten. Das Be­treten bes gefährdeten Gebietes ist für bie Dauer des Gefechtsschießens verboten.

Während der Schießübungen werden folgenve Straßen, soweit sie im Kreise Gießen liegen, ge- sperrt: 1. Straße Langd Ulfa, 2. Straße Ra-

RUHL Seltersweg Nr. 67 I

adl'O Telephon Nr. 3170 I

eparaturen 1897D |

bertshausen Ulfa, 3. Gemeindeweg Langd Schotten. Umleitung innerhalb bes Kreises Gießen erfolgt über Rabertshausen Ulfaer Kreuz Ulfa.

*

** Zur Bekämpfung ber Schweine, rotlaufseuche müssen die Besitzer von Schwei, neu bie ersorberlichen Angaben für bie Anlage einer Jmpsliste in ber Zeit vom 22. bis 24. April bei ber Bürgermeisterei machen.

Große Strafkammer Gießen.

Der wegen ähnlicher Delikte schon vorbestrafte Adolf Volzel aus Wieseck Hatte sich gestern vor der Großen Strafkammer wegen Rassenschande zu verantworten. Vor und auch noch nach dem In- trafttreten des Blutschutzgesetzes hatte er ein intimes Verhältnis mit einer Jüdin unterhalten. Das Ge­richt verurteilte ihn wegen Verbrechens gegen das Blutschutzgesetz zu einer Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten. 1 Monat und 3 Wochen ber Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet.

Aus der engeren Heimat.

Karl Linck 75 Jahre alt.

6. Schotten, 19. April. Welcher Beliebtheit sich ber hier im Ruhestand lebende Lehrer und DHC.-Bruder Karl Linck erfreut, erwies sich bei seiner gestrigen 75. Geburtstagsfeier. Früh­morgens erfreute ihn der Mufikverein durch ein Morgenständchen, mittags fang ihm der Gesangver­ein Rudingshain, dessen Ehrendirigent er ist. Abends versammelten sich seine Freunde imHessischen Haus". Apotheker S c r i b a begrüßte die zahlreiche Runde unb pries gebührend das Geburtstagskind. Der erste Vorsitzende des Gesamtvereins vom VHC., Dr. Bruchhäuser (Ulrichstein), überbrachte bie Glückwünsche und Grüße des Deutschen Gebirgs- und Wandervereins unb des Reichswanderführers Prof. Dr. Werner. Zu Ehren von Karl Linck wirb ein Zimmer im Klubhaus auf bem Hoherods- kopf ben NamenKarl-Linck-Zimmer" führen. Na­mens ber engeren Schottener Freunbe überreichte Bürgermeister Menge! in launigen Worten dem Jubilar ein Heimatbild und VHC.-Bruder Prof. W e i ß b a r t (Büdingen) namens der Schriftleitung ber VHC.-ZeitschriftDer Vogelsberg", ein sinniges Geschenk. Viele auswärtige Zweigvereine des VHC. hatten Vertreter zu ber Feier gesandt bzw. tele­graphisch ihre Glückwünsche übermittelt. Der Schot­tener Männerchor erschien, trug passende Chore vor unb ließ Karl Linck durch seinen Sprecher Grandhomme zum Ehrenmitglied ernennen. Schon 53 Jahre weilt Karl Linck in seinem gelieb­ten Vogelsberg, und er hat sich durch sein vorbild­liches, gemeinnütziges, völkisches Wirken (Gründung der Molkerei Hoherodskopf, ber Vogelsberger Volks­bank, vieler Zweigvereine bes VHC. unb Gesang«

Skandal um Dr. Vandergruen Roman von Hans Hirthammer.

Copyright by Verlag Oskar Meister, Werbau i. S.

22. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Na, hoffen wir's. Komm, wir wollen hinein­gehen!"

Unter ber Tür kommt ihnen das Mädchen Else entgegen.Herr Doktor, Da sind zwei Herren, bie Sie sprechen wollen."

Stefan zuckt die Schultern unb begibt sich nach vorne.

In ber Diele stehen zwei Herren in schwarzen Gummimänteln, bie mit großer Aufmerksamkeit einen an ber Wand hängenden japanischen Holz­schnitt betrachten. In ben Händen tragen sie Akten­mappen.

Als ber Doktor hereinkommt, brehen sie sich beibe um unb gehen ihm langsam entgegen.

Herr Doktor Vandergruen?"

Gewiß! Was führt bie Herren zu mir?"

Kriminalpolizei! Wir haben einen Durch- suckungsbefehl. Dürfen wir Sie bitten, uns keine Schwierigkeiten zu machen!"

Dr. Vandergruen vermag nicht gleich bie Ant­wort zu geben. Er starrt die beiden an, als seien sie Gespenster.

Dann reißt er sich zusammen.Bitte!" sagt er kurz.Ich vermute, daß Sie sich zunächst für mein Arbeitszimmer interessieren werden."

Allerdings!"

Er geht voraus, die Herren folgen. In feinem Innern brennt die Scham. Er kann sich nicht vor­stellen, was diese Maßnahme zu bedeuten hat. Er weiß nur, daß er irgendwie in Das Räderwerk eines irrsinnigen Verhängnisses geraten ist. Er mochte schreien, sich wehren, mochte mit einer gewaltigen Kraftanstrengung das Netz zerreißen. Aber wie kann man das, wenn man im finstern tappt?

Die Beamten betreten das Studierzimmer, gehen geradewegs auf den Schreibtisch zu, öffnen bie

Schublade und holen nach kurzem Suchen ben ja­panischen Geheimtext heraus.

Der eine von beiden öffnet seine Mappe unb ent­nimmt ihr eine Photographie, auf ber eine japa­nische Handschrift abgebildet ist.

Die Beamten vergleichen aufmerksam und stellen fest, daß die beiden Texte völlig übereinstimmen. Auch die Anordnung der Schriftzeichen ist dieselbe. Offensichtlich ist das Bild eine Kopie von Dr. Vander- gruens Dokument.

Sie machen einem die Arbeit wahrhaftig leicht, Herr Doktor! Sehr unvorsichtig, daß Sie so gefähr­liche Dokumente derart oberflächlich aufbewahren!"

Um Himmels willen, meine Herren, was soll das heißen? Wieso ein gefährliches Dokument? Ich habe keine Ahnung, wie die Ueberfetzung lautet, ob­wohl ich mir feit Tagen darüber den Kopf zer­breche!"

Der eine Beamte lächelt nachsichtig.Erzählen Sie uns doch keine Ammenmärchen, Herr Doktor Vandergruen! Außerdem find wir nicht die zustän­dige Stelle zur Entgegennahme Ihrer Einwendun­gen. Das können Sie alles zur gegebenen Zeit dem Herrn Untersuchungsrichter erzählen."

Stefan hat ein Gefühl, als wollte ihm ber Herz­schlag aussetzen.Sie wollen -v damit doch nicht sagen, daß ich--?"

Leider ja! Wir müssen Sie bitten, uns zu fol­gen. Hier der Haftbefehl!"

Das ist ja heller Wahnsinn!" Stefan schreit es. Er muß seine ganze Willenskraft zusammennehmen, um nicht wie ein Tobsüchtiger um sich zu schlagen. Das Dokument ist gar nicht mein Eigentum. Es ist mir hur überlassen worden, damit ich versuchen sollte, es zu übersetzen."

Unb von wem ist es Ihnen überlassen worden?"

Keine Ahnung, wie ber Mann heißt! Er wollte es in den nächsten Tagen wieder abholen."

Aha, also wieder einmal ber große Unbekannte! Finden Sie nicht selbst, daß diese Ausrede all­mählich abgegriffen wirkt? Also bitte, unser Wagen wartet draußen!"

Stefan preßt verzweifelt bie Hände ineinander. Mein Gott, das das kann doch nur ein Miß­verständnis sein! Ich protestiere dagegen, daß man lediglich auf vage Verdachtsmomente hin Maßnahmen ergreift, die in ihren Folgen unabseh­bar sind."

Das zu beurteilen ist nicht unsere Sache. Wie ist es, wünschen Sie etwas mitzunehmen?"

Kann ich denn nicht wenigstens erfahren, wessen man mich beschuldigt?"

Die Beamten sehen einander an.Warum schließ­lich nicht? Schmuggel unb Handel mit Rausch­giften!"

Vandergruen starrt auf ben Sprechenben, als sei er verhext.Unb Diesen Irrsinn glaubt jemanb?"

Vermutlich liegen ausreichende Beweise vor, denn sonst hätten mir keinen Haftbefehl!"

Vandergruen beginnt unbändig zu lachen. Ein wahrer Krampf schüttelt ihn. Als es ihm endlich ge­lungen ist, sich zu beruhigen, hat auch die unerträg­liche Anspannung feiner Nerven nachgelassen. Er vermag sich mit einiger Fassung ben wartenden Be­amten zur Verfügung zu stellen.

Ist mochte noch meine Schwester informieren und meine Zahnbürste mit ein paar anderen Kleinig­keiten aus dem Schlafzimmer holen."

Die Beamten lächeln. Sie haben Verständnis für Galgenhumor, die einzige Art von Humor, bie ihnen in ihrem Beruf begegnet.

Maria braucht eine Weile, bis sie das Furcht­bare in seiner ganzen Tragweite begriffen hat. Als sie aber erfährt, wessen man ihren Bruder beschul­digt, ba gewinnt sie ihre Haltung zurück.Das kann nicht lange anstehen, und außerdem kommst bu nun endlich einmal zu den Ferien, für bie bu immer keine Zeit hattest."

Stefan preßt ihre Hand, bankbar, baß sie ihm so mutig über den schweren Augenblick des Abschieds hinweghilft.Also mach's gut, Mariandl!"

Keine Sorge, Steff! Laß auch bu dich nicht unterkriegen Wir sind schon mit Schlimmerem fertig geworden."

Noch am gleichen Tag wird Stefan Vandergruen dem Untersuchungsrichter vorgeführt.

Dr. Michaels ist eine ungewöhnliche Erscheinung. Dieser hohe, schmale Schädel mit den durchgeistig­ten Zügen zwingt jeden in feinen Bann, Der mit dem Mann zu tun hat.

Ich skizziere bie Sachlage, Herr Doktor. Je ge­nauer wir alle vorliegenden Einzelheiten durch­leuchten, desto eher werden wir die Hintergründe und die Drahtzieher dieses Falles aufdecken können. Sie find Dozent an der hiesigen Universität?"

Jawohl!"

Wohl überflüssig, zu fragen, daß Sie das Ja­panische in Wort unb Schrift beherrschen?"

So ist es!"

Können Sie mir an Hanb bes vorliegenben Tex­tes einige informatorische Belehrungen über bas Wesen ber japanischen Schrift geben? Ich habe mich von jeher für Sprachen interessiert. Jedes Zeichen ist ein Wort, nicht wahr?"

Ja, soweit es die chinesischen Schriftzeichen be­trifft. Das Japanische verwendet daneben noch eine Silbenschrift."

Und nun beginnt eine Vernehmung, wie sie in ben Gerichtsakten wohl kaum jemals verzeichnet wurde. Dr. Michaels war ber eifrigste Schüler, ben sich Dr. Vandergruen wünschen konnte.

Der Protokollführer, ein neugebackener Referen« bar, bemüht sich zuerst reblich, mit seinem Steno­gramm zurechtzukommen. Aber schließlich gibt er es auf unb benützt bie Gelegenheit, feinen versäum­ten Mittagsschlaf nachzuholen.

Allmählich wirb aber Stefan Vanbergruen unge­duldig. Das Interesse des Herrn Untersuchungsrich­ters für die sinologische Wissenschaft ist ja sehr schön, aber schließlich steht er doch vor dem Mann, um feine Freilassung zu erwirken.

Als er sich gerade in diesem Sinne äußern will, beendet der Untersuchungsrichter den Sprachkursus. Sie behaupten also, zu diesem Schriftstück in keinerlei innerer Beziehung zu stehen?"

Es ist mir lediglich mit der Bitte ausgehändigt worden, eine Ueberfetzung zu versuchen, bie mir aber bis heute nicht gelungen ist."

Am besten ist es, wenn Sie mir einen kurzen Umriß alles besten geben, was mit biefer Sache zusammenhängt."

Und Dr. Vandergruen beginnt zu erzählen.Vor etwa zehn Tagen kam ein Mann zu mir, angeblich ein Händler mit chinesischen und japanischen Alter­tümern, und brachte mir das Dokument. Er sagte mir, daß er es in einer seiner letzten Warenliefe­rungen gefunden habe, ohne sich erklären zu kön­nen, was das Schriftstück zu bedeuten habe. Ob ich es ihm nicht übersetzen könne. Es scheine sich um einen Geheimtext zu handeln. Da ich mich für solche Sachen sehr interessiere, sagte ich ihm meine Hilfe zu."

(Fortsetzung folgt!)