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Der Geburtstagstisch des Führers.

gütigen, viele Schulen und Vereine, viele deutsche Schisse auf See, zahlreiche Persönlichkeiten des wirtschaftlichen und geistigen Lebens Deutschlands führende Persönlichkeiten des Auslandes, unter ihnen Lord und Lady Londonderry, Lord Rothermere, Bürgermeister Kotzias (Athen) sowie zahllose deutsche Volksgenossen aus dem Jn- und Auslande dem Führer ihre herzlichsten Glück­wünsche ausgesprochen. Besonders zahlreich sind die Zuschriften aus den Organisationen der NSDAP, und den angeschlossenen Verbänden, der Hitler-Ju­gend, dem BDM. und dem Jungvolk. Die in Berlin beglaubigten fremden Diplomaten haben teils durch Telegramme, teils durch persönliche (Ein­tragung in die ausliegende Gratulationsliste dem Führer und Reichskanzler ihr Gedenken zum heuti­gen Tage zum Ausdruck gebracht.

Auch die Deutschen im Ausland feierten den Geburtstag des Führers.

Berlin, 21. April. (DNB. Funkspruch.) lieber« all in der Welt, wo sich Deutsche niedergelassen ba­den, gedachten auch sie des Geburtstages des Füh­rers mit Feiern. Die Reden, die'fast übereinstim­mend von den örtlichen Parteileitern, den Landes­kreisleitern und den deutschen Missionschefs ober Generalkonsuln gehalten wurden, bekundeten ein­deutig die Liebe' und Treue der Deutschen jenseits der Reichsgrenzen, ganz gleich, wo sie ansässig sind, zum Führer und Kanzler des Dritten Reiches.

Der Fübrer in SHiinAin

München, 20. April. (DNB.) Der Führer traf am Nachmittag seines Geburtsta­ges völlig unerwartet, von Berlin kommend, i n München ein. Auf dem Flugplatz Oberwiefen- feld erwartete ihn der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, der dem Führer die Geburtstagsglückwünsche der Partei aussprach. Außerdem beglückwünschten Ministerpräsident Sie­bert und Polizeipräsident Freiherr v. Eber- ft e i n den Führer zu seinem Geburtstag.

Berlin, 20. April. (DNB.) Am Geburtstag des Führers sammelten sich wieder Gaben der Liebe und der Treue in der Reichskanzlei. Ununterbrochen wurden Kisten, Körbe, Pakete in die Wohnung des Führers getragen, körbeweise wurden Briefe,' Tele­gramme und Blumen in großer Menge abgegeben, und Tausende zeichneten sich im Vorraum der Reichskanzlei in die aufliegende Glückwunschliste ein. Ein großer Teil Geschenke wird, nachdem sie der Führer gesehen hat, gemeinnützigen Zwecken zugeführt. In den Krankenzimmern großer Berliner Krankenhäuser stehen die blühen­den Grüße, die viele Tausende in der Reichskanz­lei abgeben, Blumen des Frühlings bunter Far­benpracht und schenken noch einmal Freude, und die NSV. wird wieder Tausende mit Gaben glück­lich machen können, die zu diesem Zwecke dem Führer an seinem Geburtstage zur Verfügung ge­stellt wurden.

Im großen Kabinettsaal in der Reichskanzlei sind die Geschenke aufgebaut. Diele sind persönlicher Art, von den engsten Mitarbeitern des Führers ober von Kriegskameraben. Die Geschenke ber Glie- berungen ber Bewegung stehen ba, die der einzel­nen Gaue, darunter z. B. vom Gau Koblenz-Trier ein Schachbrett aus Jdar-Odersteiner Achat, vom Gäu Hamburg eine Hansekogge, vom Kreis Ma­rienburg der NSDAP, ein in Bernstein gefaßtes Bild ber Marienburg und vieles andere mehr. Viele Geschenke wenden sich an den Künstler und Hüter der deutschen Kunst Adolf Hitler. Da steht ein Steinway-Welte-Flügel, der das Spiel berühm­ter Künstler in Originalaufnahmen roiebergibt. Da­neben stehen zwei echte Spitzweg-Bilber, wertvolle Schnitzereien und Keramiken, Kristall, eine goldene Kassette als Zeichen hanbwerklicher Fertigkeit ber deutschen Goldschmiede, eine antike Spieluhr, die die Reichshauptstadt dem Führer zum Geschenk ge­macht hat. Die Deutsche Beamtenschaft hat dem

Führer ein aus 300 Schallplatten bestehendes Lautdenkmal reichsdeutscher Mund­arten zur Zeit Adolf Hitlers" geschenkt.

Da liegen große Mappen mit Bildern, die für den Führer von persönlichem Erinnerungswert sind: Bilder vom Zehnjahrestag des ersten Reichspartei­tages in Weimar im Jahre 1936, eine Mappe ber schönsten Aufnahmen von den Reichsautobahnen, eine Mappe mit Originalentwürfen ber bedeutend­sten Münchener Bauten ber Hochrenaissance, von ber beutschen Erzieherschaft Pläne zu einer neuen Schulanlage im Grenzland Warndt. Da haben Bauern aus Ostpreußen, aus Oberbayern und von ber Nordseeküste geschrieben, Adolf-Hitler-Koog hat gratuliert. Arbeiterkinder aus dem Ruhrgebiet haben kleine Kunstwerke aus Kohle geschickt urtb bazu rührende Briefe gelegt. Eine Fülle von kleinen Bildchen und anderen Handfertigkeiten bedeckt die Tische. Arbeiter schreiben, wie sie nach jahrelanger Arbeitslosigkeit durch den Führer wieder Mut und Glauben fanden und baß sie nun wieder ein glück­liches Familienleben führen können. Immer wieder kehrt der Satz wieber:Führer, bas haben wir dir zu danken!" Da liegt auf dem Boben eine meter­hohe Pyramide aus Strumpfwaren, die nun ber NSV. zur Verfügung gestellt werden, Berge von Kinberwäsche und 20 Babywagen mit Ausstattung. Sogar lebende Tiere roufben geschenkt, Par­teigenossen auf Afrika haben dem Führer zwei Giraffen zum Geschenk gemacht, die nun betn Zoologischen Garten übergeben werben. Noch tage- und wochenlang wirb die Kanzlei bes Führers mit der Sichtung aller dieser Gaben zu tun haben unb ebenso lange wird es bauern, bis den Cinsenbern Worte des Dankes übermittelt werden können; denn auch in der Münchener Wohnung des Führers, im Brauen Haus, unb auf dem Oberfalzberg gingen in ununterbrochener Folge Geschenke, Briefe unb Telegramme ein.

Feierliche Vereidigung der Amtsträger der Partei.

München, 20. April. (DNB.) Der Geburtstag des Führers erreichte seinen Abschluß am Dienstag­abend mit ber feierlichen Vereidigung auf dem Königlichen Platz in München. 700 Politische Lei­ter ber Bewegung unb 1500 Frauen der NS.- Frauenschaft standen ausgerichtet auf die Ewige Wache, 6500 Walter und Warte der Gliederungen der Partei waren angetreten in der Ausstellungs­halle auf der Theresienhöhe. Diele Tausende waren es im Traditionsgau und Hunderttausende in all den anderen Gauen des Reiches, die in der gleichen Stunde dem Führer Gefolgschaft schworen.

Eine weihevolle Stimmung liegt über dem König­lichen Platz. Die Feuer ber acht Opferschalen in den Ehentempeln gießen ihr rötliches Licht auf die ehernen Sarkophage der 16 Blutzeugen ber Be­wegung. lieber bem weiten Forum flattern bie Banner des Dritten Reiches. Zwischen ben Ehren- tempeln erhebt sich eine rot verkleidete Redner­tribüne mit Front zur Mittelstraße des Platzes. Formationen stillgestanden! hallt es über den Platz. Durch das Mitteltor ber Propyläen ziehen bie Fahnen unb Standarten ein. Längs ber Ehren­tempel nehmen bie Fahnen Aufstellung. Dann stehen bie Formationen auf Kommackdo still. Stan- barten unb Fahnen fliegen hoch, die Trommeln rühren, und schmetternbe Fanfaren ertönen von ben Türmen ber Propyläen. Der Stellvertreter bes Führers, Rudolf Heß, begibt sich in

Begleitung des Reichsorganifationsleiters Dr. Ley unb bes Gauleiters Abolf Wagner über das Fo­rum zur Tribüne. Unter ben Klängen des Präsen­tiermarsches schreitet er vor ben Ehrentempeln bie Front ber Ehrenformationen ab. Hierauf meldet Reichsausbilber B a e h r e bem Stellvertreter des Führers 144 016 politische Leiter und 590 515 Ob­männer, Leiterinnen, Walter unb Walterinnen ber Glieberungen und angeschlossenen Verbände zur Vereidigung im ganzen Reiche angetreten.

Der Gauleiter bes Trabittonsaaues, Adolf Wag­ner, eröffnet bie feierliche Hanblung mit dem Gruß an den Führer. Dann führt ber Reichsorga- nisationsleiter Dr. Ley u. a. aus:

Parteigenosse Rubolf Heß, vor Ihnen als bem Vertreter bes Führers stehen angetreten 750 000 Menschen, Männer unb Frauen. Sie wollen beken­nen, baß sie mehr sein wollen als Parteigenossen, baß sie einen freiwilligen Dienst am Volke unb an der Bewegung auf sich nehmen, daß sie ein Opfer bringen wollen. Sie glauben, was die Partei sie lehrt zu glauben. Sie gehorchen denen, die die Par­tei ihnen vorsetzt. Sie bekennen: Wir glauben auf dieser Erde allein an Adolf Hitler. Wir glauben an einen Herrgott im Himmel, ber uns führt unb lenkt unb segnet unb ber uns Abolf Hitler gesanbt hat, damit er Deutschlanb unb bas herrliche Volk ber Deutschen zum Lichte, zur Freiheit unb zur Freude führen wird.

Der Stellvertreter des Führers spricht.

Haltet Euch wie Adolf Hitler und Ihr werdet Vertrauen ernten."

Rudolf Heß beginnt seine Rebe- mit einem Totengedenken. Die Fahnen senken sich, bann schildert er ben zu oereibigenben Politischen Lei­tern, Waltern unb Warten bie Bebeutung ihres Eintritts in das Führerkorps der Partei, stellt ihnen das leuchtende Beisviel des Führers vor Augen und ermahnt sie, sich selbst zu prüfen, ob sie stark genug feien, ihr Amt zu tragen. Rudolf Heß führt u. a. aus:

Ihr, bie Ihr nun durch Euren Eid eingereiht werbet in bas Führerkorps ber NSDAP, selb Luch bewußt: Nicht bie Rechte finb bas Wesentliche am Amt, bas Wesentliche finb bie Pflichten. Die Rechte werben Euch gegeben, um Euch bie Erfüllung Eurer Pflicht zu er­leichtern. Nicht bie Uniform ist bas We­sentliche, bas Wesentliche ist bas herz barin. Nicht bie Abzeichen finb bas Wesentliche, fonbern ber Lharakler. Nicht ber Titel, nicht ber Rang sichern Euch auf bie Dauer Autorität, fonbern Eure Haltung unb bie Frucht Eures Wirkens.

Die höchste Autorität, bie je einer in Deutfch- lanb befaß, schuf sich ein Wann ohne Titel, ohne Rang, ein Wann in schlichtem braunen Rock; ein Wann aber, ber eines war unb eines ist: Führer! Führer in seinem Wesen, Füh­rer in seiner Haltung, Führer in feinem 23er- antwortungsbewuhtsein, Führer in ber Hingabe an fein Werk.

Strebt auch Ihr danach, Führer zu sein in Eurem Wesen, in Eurer Haltung, in Eurem Verantwor­tungsbewußtsein, in Eurer Hingabe an das Werk Adolf Hitlers. Der Weg zur wahren Führerschaft ist ein schwerer Weg. Aber barm, wenn er Euch be­sonders schwer zu fein scheint, denkt daran wie un­endlich viel schwerer der Weg war, den Adolf Hitler gehen mußte. Wie leicht ist Euer Weg hier­gegen. Eure Haltung, Euer Wirken ist wesentlich für die Stimmung im Volk, für die Bereitschaft des Volkes, freudigen Herzens dem Führer zu fol­gen. Seid Ihr vorbllblich, so erleichtert Ihr dem Führer sein Wirken und sein Leben. Seid Ihr schlechte Unterführer, erschwert Ihr es ihm. Ihr tragt die Verantwortung für bie Haltung bes Vol­kes in Eurem Bereich. Ihr seid verantwortliche Führer.

Jeder von Euch soll Vorbild sein, wie einst Abolf Hitler Vorbild war unb heute Vorbilb ist. Heber soll es so halten unb jeber soll so wirken, als hänge allein von ihm es ab, bah seine Gefolgschaft unb alle bie anberen Volksgenossen, vor beten Augen er wirkt, ihm so freudig folgen, wie einst bie allen Kämpfer bem Führer folg- ten.Fühlt Euch nicht als Vorgesetzte, fühlt Euch als Vertrauensleute bes Volkes. Der Führer

hat nicht burch Befehle bas Volk geeint, nicht burch Befehle es hinter sich gestellt, sondern burch bas Vertrauen, bas er sich schuf, haltet Euch wie Abolf Hitler unb Ihr werbet Vertrauen ernten.

Seht in jedem Volksgenossen zuerst den Arbeiter für unser Volk, den Beschützer des Volkes. Seht in jeder Volksgenossin die Mutter der Kinder unseres Volkes. Ihr sollt Diener sein dieses Vol­kes. So wie der Führer sich als erster Diener die­ses Volkes fühlt. Bei Euch soll jeder Volksgenosse seine Sorgen lassen können. Bei Euch soll jeder Volksgenosse sich Rat suchen können. In diesem Vertrauensverhältnis zwischen Volk unb Partei, zwischen Volk und Führung ruht die Geschlossenheit des Ganzen. Für alle Zeiten und allen Stürmen zum Trotz.

Rudolf Heß gibt den zur Vereidigung angetrete­nen Männern und Frauen kurze Minuten der Be­sinnung. Leise erklingt die erste Strophe des Deutsch­land-Liedes. Der Stellvertreter des Führers ent­blößt sein Haupt. Stille herrscht über dem weiten königlichen Platz. Dann fordert Rudolf Heß die Hunderttausende im ganzen Reich auf, ihm d i e Eidesformel nachzusprechen. Die Schwurhände erheben sich zum Himmel und wie mit einer Stimme sprechen ihm die Politischen Leiter die Eidesformel nach. Nach der Eidesleistung schloß der Stellvertreter des Führers den feierlichen Akt mit dem Wunsche, daß das rastlose Schaffen des Füh­rers und feine Sorgen um das Volk auch künftig begleitet feien von dem Allmächtigen und grüßte den Führer mit einem Sieg-Heil. Die Nationallieder hallten über den Platz. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches verließen die Formationen die Stätte der Vereidigung.

Die Adost-Hiller-Svende.

Persönliche Mittel des Führers für die Hinterbliebenen gefallener Kämpfer der Bewegung und der Polizei.

Berlin, 20. April. (DNB.) Zum Geburtstag des Führers legt das Kuratorium der Adolf- Hitler-Spende einen Rechenschaftsbericht über feine Tätigkeit vom Beginn der Spende im Jahre 1933 bis einschließlich 30. September 1936 vor. Nach dem Willen des Führers find dessen monatliche Gehaltsbezüge für die Hinter­bliebenen solcher SA.-Männer, SS.-Männer, Poli­zeibeamten unb Hilfspolizeibeamten zu verwenben, die in Ausübung ihres Dienstes für die natio- nalsozialistifche Erhebung ihr Leben gelassen haben. Die Verwaltung unb Verteilung der eingehenden Mittel ist durch das Kuratorium zu besorgen, bem in ehrenamtlicher Eigenschaft Reichsstatthalter Ritter von Epp als Vorsitzen­der, Rechtsanwalt und Notar Dr. Graf von der

Goltz und General der Polizei D a l u e g e ange­hören.

In ber Berichtszeit wurden 423 Gesuche von 382 Personen genehmigt und insgesamt 97 565 Reichsmark ausgeschüttet. Die Hohe ber einzelnen Unterstützungen betrug bis zu 400 Reichsmark. Außerdem wurden 14415 Reichs­mark laufende Unterstützungen gegeben. Bei den Unterstützten handelt es sich um 356 Hinter­bliebene von Kämpfern ber Bewegung, in ben übrigen Fällen um Hinterbliebene von Hilfspolizeibeamten, die zugleich Kämpfer ber Bewegung waren und in Ausübung ihres Dien­stes von politischen Gegnern ermordet würben oder bet Verkehrsunsällen unb dergleichen löblich verun­glückten, sowie um Hinterbliebene von Polizei- beamten, die in Ausübung ihres Dienstes im politischen Kampf erschossen wurden.

Die neue Reichsapothekerordnung.

Berlin, 20. April. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt wirb bie neue Reichsapothekerorbnung veröffentlicht, bie am 1. Juli 1937 in Kraft tritt. Den Apotheker- beruf darf danach nur ausüben, wer von der zu­ständigen Behörde als Apotheker bestallt ist. Die Bestallungsordnung regelt die Voraus­ausfetzungen, unter denen eine Bestallung erlischt, zu versagen, zurückzunehmen ober wieber zu ertei­len , ist. Berussoertretung der Apotheker ist die Reichsapothekerkammer, die über die Er­füllung der Pflichten der Berufsgenoffen zu wachen und für ihr Wohl zu sorgen hat. Sie gliedert sich in Bezirksapothekerkammern. Der Leiter ber Reichs­apothekerkammer ist der Reichsapothekerführer. Ihm steht ein Beirat zur Seite, ber aus dem Stellvertreter des Leiters und je einem Vertreter einer jeden Bezirksapothekerkammer besteht.

Der Reichsapothekerkammer unterstehen alle Apotheker im Reich, ausgenommen bie aktiven Apo­theker der Wehrmacht. Ein Apotheker, der die Be­rufspflichten verrät ober gegen die Berufsordnung verstößt, unterliegt ber berufsgerichtlichen Vestra- fung. Die Zuständigkeit ber Berufsgerichte der Apotheker erstreckt sich auf alle ber Reichs­apothekerkammer unterftehenben Apotheker, mit Ausnahme berjenigen, für die ein staatlich geordnetes Dienstverfahren besteht. Als Berufs­gerichte der Apotheker werden für jeden Kammer­bezirk ein Bezirksgericht, für das Reichsgebiet der Apothekergerichtshof gebildet. Die allgemeine Staatsaufsicht führt der Reichsinnenminister.

Kleine politische Nachrichten.

Am Sonntag, 25. April, 10 Uhr, eröffnete Gau­leiter S p renger in Monzernheim in Rheinhessen sämtliche Landbien st lager bes Gebietes Hes­sen-Nassau. Außer bem Gauleiter, ber von bem italienischen Propaganbaminister Alfieri beglei­tet wirb, sprechen ber Landesbauernführer Dr. Wagner unb Gebietsführer Branbt.

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Oberpräsident Staatsrat Terboven hat dem Reichsverband Deutscher Gebirgs- unb Wandervereine mitgeteilt, baß er be­reit ist, die Schirmherrschaft für den 46. Deutschen Wandertag, ber in ben Tagen vom 15. bis 20. Juli d. I. inMayen (Eifel) ftattfinbet, zu übernehmen.

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Der Königliche -Ungarische H onvedmini­st e r General der Infanterie Roder trifft auf Einladung des Generalfeldmarschalls von Blomberg am 21. dieses Monats zu einem mehrtägigen Auf­enthalt in Berlin ein, um Einrichtungen unb Truppeneinheiten ber Wehrmachtteile des Reiches zu besichtigen.

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Auf ben Abgeordneten der Subetendeutschen Partei Franz May wurde in der Nähe seines Hauses in Niedergrund bei Warnsdorf (Nordböh- men) ein Revolveranfchlag verübt. Die Ku­gel durchschlug die Aktentasche unb blieb in einem Buche stecken. Man nimmt an, baß das Attentat im Zusammenhang steht mit dem Ueberfaü ber marxistischenRoten Wehr" am 15. April auf Ver­sammlungsteilnehmer ber Subetenbeutschen Partei in Niedergrund, wobei es über 30 Verletzte, dar­unter vier Schwerverletzte gab, bie durchweg der Sudetendeutschen Partei angehörten.

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Die Regierung des Kantons Waadt (franzö­sische Schweiz) hat der kommuni st ischen Pa r- t e i jede öffentliche Kundgebung auf dem Gebiet des Kantons verboten.

DieLinksoMsilion gegen Nuin.

Äon unserem (-pp.)-Äerichterstarter.

Nachdruck, auch mit QuUf nangabe, verboten!

Paris, April 1937.

Der Streif um bie auf bem Ausstellungsgelände zeitweilig gehißteFlagge der Dolksfront", bie auf ben drei Streifen die Abzeichen ber Volks- frontparteien zeigte, hat viele Franzosen deshalb so beschämt, weil niemanb für entsprechende Gegen­maßnahmen zuständig sein wollte, sondern jede In­stanz die Verantwortung auf die nächste ad schob, schließlich auf den Ministerpräsidenten Blum, der aber zur Erholung aufs Land gefahren war. Es sind zwar viele Organe ber Volksfront von dieser Eigenmächtigkeit ber Arbeiter der Ausstellung ab- gerückt, aber sie haben sich mit platonischen Be­schlüssen begnügt und mit der etwas billigen Er­klärung, daß leider dunkle Elemente einen verhängnisvollen Einfluß auf die Arbeiter ausüben und nichts getan werden könnte. Nach diesen Dar- stellungen terrorisiert eine Minder- die Mehrheit, geben unverantwortliche radikale Agitatoren ben Ton an, können benen gegenüber die Vertreter ber Gewerkschaften nichts nennenswertes erreichen. Da­mit wird zugleich zugegeben, daß innerhalb ber Arbeiterschaft eine ft a r f e Unzu- friebenheit gegen die Regierung Blum auf­gekommen ist und sich von links her eine Oppo­sition entwickelt.

Diese wäre nur zu verständlich nach der am 5. März erfolgten Schwenkung der Regie­rung Blum. Unter bem Druck der Militärs, die eine Verzögerung der Aufrüstung befürchteten, der Finanziers, bie das Gespenst eines Staatsbankrot­tes an bie Wand malten, unb der Londoner Kreise, auf bie Leon Blum aus außenpolitischen Gründen zu hören pflegt, verkündete Leon Blum am 5. März ben Grundsatz der Pause. Es sollte der Wirtschaft ein genügender Zeitraum gewährt wer­ben, während ber sie sich an die durch die So­zialreform geschaffenen Verhältnisse anpassen sollte. Die Regierung wollte während dieser Zeit auf neue Sozialgesetze verzichten sowie die Produktions- und Krebifwirtschaft sich selbst überlassen, also ben Grundsatz ber Wirtschaftsfreiheit beachten. Für weite Kreise der Arbeiterschaft erscheint dies Programm ber Pause als ein Sieg der 200 Fa­milien, der bunklen Mächte des Finanzkapitals und ber Kanonenhändler über die Regierung Blum, was ja auch im gewissen Sinne zutreffend ist.

Sogar innerhalb der marxistischen Partei macht sich beswegen eine erhebliche Unruhe bemerkbar. Der Führer der Opposition ist Marceau Pivert, der in Reden unb Artikeln immer wieder darlegt, daß diese Politik der Pause für die Arbeiter das Ende der Sozialreform sowie infolge der Preis­erhöhungen und der Verweigerung von Lohnauf- befferungen eine Schwächung der Kaufkraft be­deutet, für die Kapitalisten aber das Ende der Un­gewißheiten unb neue Gewinnmöglichkeiten. Mar­ceau Pivert fordert, daß die Volksfront sofort ein neues Programm aufstelle und zu dessen Ver­wirklichung schreite. Nicht ganz so radikal, aber neuerdings auch sehr scharf in feinen Angriffen gegen die Regierung Blum ist der Marxist Z y - r o m s k i, der kürzlich zum Beispiel darauf hin- roies, daß die Republik und die Volksfrontregie­rung sich vor den Mächten bes Kapitals gebeugt hätten. Diese und andere Politiker sammeln um sich innerhalb der marxistischen Partei eine erheb­liche Opposition, die ben maßgeblichen Kräften so­viel zu schaffen macht, daß diese den Partei­ausschluß von Pivert unb Zyrvmski erwogen. Der vom Parteirat empfohlene Ausschluß würbe vom Landes rat nicht bestätigt. Die Krise wurde vielmehr auf das Versprechen des Wohlverhaltens hin vertagt. Auch in der kommunistischen und in der radikalsozialistischen Partei machen sich oppo­sitionelle Strömungen bemerkbar, doch sie sind nicht so bedeutend wie bei den Blum-Marxisten, wobei für die Kommunisten wohl außenpolitische Er­wägungen mitsprechen. Aber immerhin ist bemer­kenswert, daß der unabhängige linksbürgerliche B e r g e r y neuerdings einen scharfen Feldzug gegen bie Regierung führt und eine Radikalisierung bes Volksfront-Programms fordert.

Zu dieser Opposition aus ben Reihen der Dolks- frontparteien tritt bie der links von der Volksfront stehenden. An solchen Gruppen be­stand in Frankreich nie ein Mangel, aber es han­delte sich meistens nur um Grüppchen, die neben ber größten Partei der äußersten Linken, der kom­munistischen, keine Rolle spielten. Jetzt treten jedoch bie unabhängigen kommunistischen Richtungen stör- ker in Erscheinung. So gibt es in Frankreich eine Gruppe um Trotzki, die im Oktober 1936 eine eigene internationale Arbeiterpartei unb gleichzeitig eine vierte Internationale gebildet hat. Diese kämpft für bie Idee der Sowjets, für den revo­lutionären Klassenkampf der Arbeiter und Bauern, um bie Bourgeoisie aus dem Sattel zu heben und bie Diktatur ber Arbeiter unb Dauern zu errich­ten. Neben dieser Troßki-Partei gibt es eine an­dere unabhängige kommunistische, die eine Zusammenarbeit mit den Blum-Marxisten und Kommunisten für möalich hält, aber die Radikal- sozialen aus der Volksfront ausschließen möchte. Hinzu kommen die syndikalistischen und anarchistischen Gruppen, die feit jeher in Frankreich viel von sich reden machten.

Diesen Gruppen links von den Kommunisten wäre nie eine größere Bedeutung zugekommen, wenn sich nicht durch die Politik ber Dause die Lage gründ- legend geändert hätte. Die Regierung Blum muß heute eingestehen, baß sie ben Bogen über­spannt hat, viele der Svzialrefvrmen, wie die vierzigstündige Arbeitswoche, für bie Wirtschaft kaum tragbar feien unb beswegen bie Arbeiter die Bemühungen um eine Neuordnung ber Wirtschaft durch Zurückstellung anberer Sortierungen unter- stützen müßten. Derartige Botschaften vernimmt der ranzösische Arbeiter höchst ungern, zumal die im nötigen Jahre bewilligten Lohnerhöhungen durch die Preissteigerungen aufgehoben und somit nach seiner Meinung erneut Lohnaufbesserungen non 15 bis 20 n. H. notwendig seien. In einigen Sälien kam es zu Schlichtungsnerhandlungen, bei denen solche non 8 bis 10 v. H. zugestand'en wur­den. Aber die Arbeiter halten dies nicht für aus­reichend unb hören beswegen nur zu bereitwillig auf biejenigen, die die Politik ber Pause als Sieg bes Kapitalismus über bie Volksfront hinstellen.

Somit gewinnen biefe rabikalen Elemente immer mehr an Einfluß. Dies kann non ausschlaggebender Bedeutung werden, wenn in diesen Wochen die Ver­handlungen über neue Kollektivverträge eingeleitet werben. Diesen sieht die französische Oeftentlichkeit mit wachsenden Sorgen entgegen, weil in Zeitungsartikeln unb auf Versammlungen von biefen Linkselementen unb vor allem auch von ben kommunistischen Gewerkschaftlern immer häu­figer betont wirb, daß die Arbeiter, wie im Vor-