Mittwoch, 2l. April 1957
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Ganz Deutschland feiert den Geburtstag des Führers
Der Aufmarsch zur Parade
mit dem Führer wieder m Bewegung, uuraj uas Daiiciuica u,
Brandenbmger Tor über den Hindenburgplatz, die pauker, der nach der Paradeordnung m großem Charlottenburger Chaussee entlang bis zur Sieges-1 Bogen ausschwenkt, wahrend das Trompeterkorps
Der Vorbeimarsch der Panzerwagen. Links auf dem Podium der F ü h r e r. — (Scherl-M.)
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Abteilungen, den Ungetümen der schweren Artillerie oder den Flakabteilungen mit ihren riesigen Scheinwerfern zu senden, und haben dort ein kurzes Gespräch geführt mit einer Gruppe wißbegieriger Zuschauer, deren Aufregung schon eine Stunde vor Beginn der Parade kaum zu überbieten war.
So standen sie dort alle geduldig und warteten, sich die Zeit mit Scherzen und sachlichen Belehrungen über militärische Dinge vertreibend, auf den großen Augenblick, da nach der Dorbeifahrt des Führers die Regimenter sich in Bewegung setzen kilometerweite Strecke des Truppenanmarsches vom Knie bis zum Brandenburger Tor entlanggegangen, haben hier versucht, einen Blick über die zehnfach gegliederte Menschenmauer nach den marschierenden würden. Da stand der zehnjährige Pimpf neben dem unermüdlich auskunfterteilenden Fliegerunteroffizier, das BDM.-Mädel neben einem weißhaarigen Großmütterchen, der Ministerialrat neben dem Telegraphenarbeiter, und alle waren beseelt
Die Parade der Wehrmacht vor ihrem Obersten Vesehishaber
Nach einer kurzen Pause trabt die Kavallerie an, an der Spitze der Kommandeur des Kavallerieregiments 9, dahinter der Kessel-
von der gleichen glücklichen Empfindung, von den gleichen Gedanken und Wünschen.
Wenn irgendwo und irgendwann das Wort von der deutschen Volksgemeinschaft zu Recht gebraucht wurde, dann war es sicherlich hier, wo die Liebe zum Führer die Herzen der Hunderttausende mit einem Schlage schneller klopfen ließ Und was wurde da nicht alles gefragt, bemerkt und vermutet! Der Eine wußte dies und der Andere wußte das zu erzählen, der Eine hatte am Abend vorher das glückliche Lächeln des Führers gesehen, als er die Filmvorstellung im Ufa-Palast besuchte, und der Andere glaubte in den Zügen Hitlers den stolzen Ernst erkannt zu haben, mit dem er vor der Reichskanzlei der Wehrmacht die neuen Feldzeichen überreicht hatte. So war diese Geburtstagsparade in Wahrheit mehr als ein militärisches Schauspiel, sie war ein Herzensbekenntnis des Volkes zum Führer und seinem Werk. Ev.
Die Lustwaffe
Der Höhere Kommandeur der Flakartilleri e II Generalmajor Weise meldet nunmehr dem Führer die Truppenteile der L u f t w a f f e. General- oberst Göring meldet dem Führer das Regiment „General Göring", das in dem hechtgrauen Waffentuch der Luftstreitkräfte einen glanzenden Vorbeimarsch ausführt. Dann rollen die motorisierten Einheiten der Luftwaffe, Batterien des Flakregiments 12 und des Flakregi- mente 2 2 mit allen Waffen und Geräten vorbei, so die schweren und wuchtigen 8,8-cm-Geschütze, die beinahe elegant wirkenden 3,7-cm-Schnellfeuer- geschütze, die gewaltigen Kessel der Scheinwerfer und die prähistorischen Schnecken vergleichbaren hochgeschwungenen Horchgeräte.
Die Panzerteuppen.
Den letzten Teil der Parade bestreiten die Pan- zertruppen. Ihnen voraus fährt der stellvertretende Kommandeur der III. Panzerdivision Generalmajor Kühn, dem auf ratternden Raupen die Fahrzeuge des Panzerregiments 8 folgen, niedrige, schnellgängige Tanks, die jeweils mit zwei Maschinengewehren bestückt sind. In der schwarzen Uniform und- der schwarzen Mütze sind die Panzertruppen die schwarzen Husaren der modernen Armee. An die Kampfwagen der I. Abteilung des P a n z e r - regiments 5 schließt sich das S ch ü tz e n r e g i - ment 3 an, ein zu raschem Einsatz auf gelandegängigen leichten Lastkraftwagen verladenes Infanterieregiment. Dieser Teil des Vorbeimarsches, der die modernsten Kampfmittel zeigt, vermittelt einen Eindruck davon, welch außerordentliche Leistung bei der Wiedererrichtung und dem modernen Ausbau der neuen Wehrmacht zu vollbringen war. Ein besonders lebendiges Bild bringt das Dorbeiknattern des Kraftrad-Schützenbataillons 3 mit den von den Dreirädern in die Luft stoßenden leichten und schweren Maschinengewehren. Dahinter fährt die II. Abteilung des A r t i l l e r i e r e g i m e n t s 5 7 mit ihren motorisierten leichten Batterien. Dann führt Oberst RittervonRadlmaierdie letzte Truppe der Parade vorbei, die Lehrabteilung der Kraftfahrkampftruppen, gegliedert 3U Kraftradschützenkompanien mit schnellen und wendigen Panzersvähwagen, Panzerabwehrkomvanien mit unbeschränkt geländegänaigen Panzerwagen.
Wenige Minuten vor 13 Uhr ist der letzte Wagen vorbeigerollt. Der Führer verabschiedet sich von den Oberbefehlshabern der Wehrmacht. Er grüßt zu den fremden Diplomaten und den Spitzen von Partei und Staat, um dann unter dem Jubel der Heil rufenden Massen durch das Svalier langsam mit den Wagen seiner militärischen Gefolgschaft zur Reichskanzlei zurückzukehren.
GI"ckw'insche fremder Staatsoberhäupter.
Berlin, 20. April. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler erhielt zu seinem Geburtstag in herzlichen Worte gehaltene Glückwunschtelegramme von folgenden Staatsoberhäuptern: Ihre Majestäten dem König der Bulgaren, dem König von Dänemark, dem König von England, dem König von Italien, dem König von Rumänien, Sr. Durchlaucht dem Reichsverweser des Königreiches Ungarn, dem Führer des nationalen Spanien, General Franco, sowie vom Zaren Ferdinand von Bulgarien. Außerdem haben ihm auf gleichem Weae ihre Glückwünsche ausgedrückt: der italienische Remerunaschef Mussolini und der italienische Außenminister Graf C i a n o. Der Führer hat für diese Glückwünsche seine Danksagung telegraphisch übermittelt.
Weiter haben zahlreiche Mitglieder der ehemals regierenden deutschen fürstlichen Familien, General L u d e n d o r f f und andere Heerführer, die Reichsstatthalter, die Regierungen der deutschen Länder, die Gauleiter, die Oberbürgermeister, die Führer der berufsständischen Gliederungen und wirtschaftlichen Verbände, der Präsident des Roten Kreuzes und die Leiter anderer sozialer Dereini-
Wettere Gratulanten in der Reichskanzlei.
Berlin, 20.April. (DNB.) Der Führer war nach dem prächtigen Schauspiel der Parade der SS. nieder in die Reichskanzlei zurückgekehrt. Hier empfing er als nächste Gratulanten Reichsinnenminister IDr. Frick und darauf die von dem Reichsbauern- mhrer Darrs geleitete deutsche Landjugend, tie in Dichtung und Lied ihre Gratulation aus- ixrach und der der Führer durch eine Einladung }.um Frühstück eine besondere Freude bereitete. Vlachdem der Minister des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, seine Glückwünsche übermittelt hatte, erschien gegen 10 Uhr eine größere
Die Jüngsten hatten sich mit ihren Blumensträußen vor der Reichskanzlei eingefunden, um Adolf Hitler zu gratulieren. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Abordnung der B lut o rd en s tr ä g e r der Bewegung. Ihnen schlossen sich zahlreiche hohe Partei- 'ührer an. Die Glückwünsche der« Reichshauptstadt überbrachte Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert. . .
Vor Beginn der militärischen Feierlichkeiten erschien der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Reichskriegsminister Generalfeldmarschall v. B l o in- !»erg mit dem Oberbefehlshaber der drei Wehr- machtsteile, Generaloberst F r e i h e r r v. F r i t s ch, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder und ©enerab »berst Göring im Botschafterzimmer der Reichskanzlei, um dem Führer und Obersten Befehlshaber her Wehrmacht ihre Glückwünsche zu seinem Geburtstag auszusprechen. Die höchsten militärischen Führer des Reiches wurden bei ihrem Erscheinen m her Wilhelmstraße von der nach Tausenden zaylen- hen Menschenmenge begeistert begrüßt.
Geburtstagsparade.
Bon unserer berliner Echristleitung.
Berlin, den 21. April.
Das war ein rechter Berliner Frühlingstag — tiefer 20. April. Die licht- und sonnenhungngen Bewohner der Reichshauptstadt haben lanae die Gunst hes Wettergottes in diesem Jahre entbehren müssen, «nd noch am Vorabend des Führergeburtstages, während der Fahnenübergabe und des großen .Zapfenstreiches auf dem Wilhelmplatz, senkten sich Äwere Regenwolken auf das Häusermeer. Dann eher besann sich Petrus auf seine Pflicht und schenkte hen Berlinern ein echtes Geburtstagswetter. Die Morgennebel zerteilten sich, und durch den Dunst der Großstadt ließ die Sonne ihre Strahlen auf das huntbeweqte Bild eines nationalen Volksfestes fallen, »such die vorsichtigsten Männer hatten »hre Wintermäntel zu Hause gelassen, die Frauen und Mädchen erschienen in neuen farbigen Fruh,ahrskostumen und tie verkehrsregelnde Polizei hatte zum erstenmal den hunklen Winterrock mit. der weißen Sommerumform « farbenfreudig das äußere Bild der Straßen und Plätze, der hin- und herwogenden Menschenmenge war, so froh bewegt war auch die Stmi- muna derer, die sich aus allen Richtungen zur Ge- ^irtstaasvarade auf der Charlottenburger Chaussee stchobenWbrängten. Von allen Gesichtern leuchtete her Widerschein dieses Hellen Frühlingstages, aber auck der Freude darüber, den Führer von ferne Sn und ihm einen kurzen Glückwunsch zurufen ^Wir haben uns nicht auf die offizielle Tribüne gefetztz wo die Regierungsmitglieder die hohen Offiziere die Abordnungen der verschiedenen Ver- ,ävde die Behördenvertreter und Pressemanner chren Platz hatten, sondern wir sind diesmal die
Der Aufmarsch der Truppenoerbände zur Paradeaufstellung vollzog sich schon in den frühen Vormittagsstunden. In den kilometerlangen Kolonnen sah man sämtliche Waffengattungen. Ueberall wurden die Soldaten von der Bevölkerung freudig begrüßt. Die Verkehrspolizei hatte ihren großen Tag. Verstärkte Posten sorgten für eine schnelle Abwicklung des Verkehrs, eine Leistung, die um so höher zu bewerten ist, da auch ein Teil der Straßenbahnlinien umgeleitet werden mußte. Besonders die Jugend genießt diesen prachtvollen Frühlingstag in vollen Zügen. Der Vorbeimarsch findet diesmal auf der Berliner Straße . gegenüber der Technischen Hochschule statt. Das Podium für den Führer steht genau gegenüber der Mittelachse der Technischen Hochschule, die über dem Hauptportal die große Reichskriegsflagge trägt. Hinter dem Führerpodium sind zwei lange Tribünen für d i e Ehrengäste errichtet, die mehr als 8000 Personen fassen. Hier haben die an der Parade nicht unmittelbar teilnehmenden Offiziere des Standortes Berlin Aufftellung genommen, daneben militärische Führer aus dem Weltkrieg und aus der alten Armee, Mitglieder der Reichsregierung, höhere Führer der Parteigliederungen, Mitglieder des Diplomatischen Korps und die Militärattaches. Unter ihnen der österreichische Bundesmimster oon G l a i s e - H o r st e n a u, der sich angeregt mit Reichsinnenminister Dr. Frick und Reichsaußenminister oon Neurath unterhält.
Kurz vor 11 Uhr erbrausen am Wilhelmsplatz die Heilrufe, die den Führer empfangen und ihn auf seiner Fahrt durch das Spalier einer undurchdringlichen Menschenmauer begleiten. In seinem Wagen sitzen neben Obergruppenführer Bruckner die Adjutanten der drei Wehrmachtsteile. An der Ecke Wilhelmstraße-Unter den Linden stehen die Mannschaften der Kraftfahrkampfttuppen-Lehrabtei- lungen mit ihrer Standarte. Während der Prasen- ttermarsch auf Hingt, tritt General von W itz- leben, der Kommandierende General des HL Armeekorps, vor den Führer und erstattet Meldung:' „Mein Führer! Ich melde 1550 Offiziere, 13 000 Mann, 1500 Pferde und 950 Fahrzeuge zur Parade angetreten." Langsam setzt sich die Wagenkolonne mit dem Führer wieder in Bewegung, durch das
an der Seite der Straße Ausstellung nimmt. Im Trab zieht nun Schwadron um Schwadron vorbei, voraus die in der Waffenfarbe leuchtenden Standarten. Alle in sauberer Gangart und guter Richtung, was auf dem fanöbeftreuten Pflaster ziemliche Anforderungen an Pferd und Reiter stellt. Lchwadronsweise sind die Pferde in gleichen Farben zusammengestellt, so daß sich ein besonders einheitliches und straffgegliedertes Bild ergibt.
An die Kavallerie schließt sich das A r 11 l l e r i e - regiment 23 mit zwei bespannten Abteilungen an, denen — immer im Trabe — die 1. Abteilung des Artillerieregiments 59 mit ihren schweren Batterien und die bespannten Abteilungen des Artillerie-Lehrregiments folgen. Man sieht jetzt die m o t o r i s i e r t e n T r u p p e n- teile des Heeres anrücken, an ihrer Svitze die Panzerabwehrabteilung 23 und danach die motorisierte Abteilung des Artillerie-Lehrregiments mit den gewaltig brummenden Zug- Maschinen der schweren Feldhaubitzen und der 10- Zenttmeter-Langrohr-Geschütze. Den Abschluß des Vorbeimarsches der Truppenteile des Heeres bildet die Nachrichtenabteilung 43. Den motorisierten Truppenteilen war jeweils ein Spitzenfahr- ^eug mit wehender Standarte vorausgefahren. Während der leichte Wind den von den Fahrzeugen aufgewirbelten Staub davonträgt, leuchtet es drüben auf' der Charlottenburger Brücke blau und weiß auf. Die I. Marine-Lehrabteilung ist im Anmarsch. Stramme, sonnengebräunte Gestalten, die von den Zuschauern besonders freudig begrüßt werden.
allee, wo ebenfalls Truppen Aufstellung genommen haben, deren Fronten der Führer abfährt. Dann weiter über den Großen Stern zum Paradeplatz.
Der Vorbeimarsch
Der Vorbeimarsch wird eröffnet durch den Kommandierenden General des III. Armeekorps, General der Infanterie von Witzleben, gefolgt von dem Kommandanten oon Berlin, Generalmajor S e i f f e r t. Der Führer steht vorn am Podium, Halbrechts hinter ihm Generalfeldmarschall von Blomberg, halblinks hinter dem' Führer Generaloberst Freiherr von Fritsch, Generaloberst Göring und Generaladmiral R a e b e r. Die erste Formation ist das Wachregiment Berlin, dem das Jnfanterielehrregi- ment und die Kriegsschule Potsdam folgen. Zum erstenmal erleben wir wieder eine Parade mit Feldzeichen. Es sind die Fahnen und Standarten, die am Vorabend auf dem Wilhelms-Platz vom Führer verliehen worden sind. Spielleute und Musikkorps schwenken vor dem Führer aus und nehmen ihm gegenüber Aufstellung, um beim Abmarsch ihrer Truppe wieder einzuschwenken. Die Infanterie zeigt Vorbeimarsch mit aufgepflanzten Seitengewehren in Zugkolonnen. Sie sind zum Regimentsblock mit nur knappen Abständen zwischen den Kompanien und Bataillonen zusammengefaßt. Die Bataillonskommandeure und Kompaniechefs der einzelnen Regimenter sind noch vor den Spielleuten und dem Musikkorps zusammengezogen. Das ist eine außerordentliche Leistung der Trupps weil besondere Disziplin und hervorragende Ausbildung dazu gehören, in einem geschlossen marschierenden Regiment ein sauberes Paradebild zu geben, wenn nicht vor den einzelnen kleineren Einheiten die Offiziere marschieren. Hinter dem Fußvolk folgen die bespannten Fahrzeuge des Regiments, die Maschinengewehrwagen, die Infanteriegeschütze und die Panzerabwehrkanonen. Den Berliner Sonderformationen schließt sich die 2 3. Division an, die Infanterieregimente,: 9 und 67 (von Seeckt). Den Abschluß der Fußtruppen bildet das Pionierbataillon 3.
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