2.
3.
4.
tn
in
Butter nur auf Kundenliste.
DNB. Es besteht Anlaß, darauf hinzuweisen, daß von jetzt ab Butter nur noch auf Kundenliste ab« zuzeben ist. Das einzelne Geschäft teilt von sich aus die ihm zur Verfügung stehende Butter den eingetragenen Kunden entsprechend der Kopfzahl zu. Der Verbraucher ist nicht an ein bestimmtes Geschäft gebunden. Er kann sich nach seinem Beliebeneintragenlassen, im Einzelhandelsgeschäft, bei
der Gemeinde oder anderer Stellen ist hierzu nicht erforderlich.
Geflügelzuchtverein Gießen.
Man berichtet uns: Bei überfülltem Saale hielt der Geflügelzuchtoerein Gießen seine Januaroersammlung bei Mitglied Henkel ab. Mit Genugtuung konnte der Vorsitzende die Feststellung machen, daß nicht nur der Mitgliedsbestand von Monat zu Monat steigt, sondern daß bei den Mitgliedern das Interesse vorhanden ist, sich in den Vereinsabenden weiter zu schulen. Nur durch planmäßige Schulung und regen Erfahrungsaustausch ist das dem Geflügelzüchter gesteckte hohe Ziel bald und restlos zu erreichen. Die diesmonatliche Schulungsaufgabe lautete: „Fütterung und Pflege der Hühner im Winter" und „Zusammenstellung der Zuchtstämme". Hierzu gab Herr D e e g aus dem reichen Schah seiner Erfahrungen interessante Anregungen und empfahl eine Impfung der Zuchttiere.
Die Landesfachgruppenschau 1937, die in Gießen stattfinden wird, verpflichtet den einzelnen Züchter, nicht nur sein Bestes zum Gelingen dieser großen Veranstaltung in den Dienst der Sache zu stellen,
Die Entwicklung der Sportämter der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" und die -ihnen im Rahmen der Deutschen Arbeitsfront zugewiesenen Aufgaben machen eine Neuordnung des Verhältnisses des „K.d.F."°Sportes zum Deutschen Reichsbund für Leibesübungen notwendig. Ermächtigt durch den Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganifations- leiter Dr. Ley, bestimmt der Reichssportführer als Leiter des Sportamtes der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude":
1. Im Aufgabenbereich der Deutschen Arbeitsfront ist den Leibesübungen eine besonders große Bedeutung beizumessen. Sie sind daher innerhalb wie außerhalb des Betriebes zu fördern und zu pflegen.
der Üblichen Weise geschlossen.
Oie Betätigung des Winkers beim Ueberholen.
Ein Erlaß des Korpsführers Hühnlein.
Die Durchführungsbestimmungen.
Die sportliche Betätigung innerhalb der Betriebsgemeinschaften ist freiwillig. Gefolgschaftsmitglieder, die bereits in anderen Organisationen Leibesübungen treiben, dürfen weder offen noch versteckt gezwungen werden, ihre Sportbetätigung in diesen Organisationen einzustellen.
Aufgabe des Betriebssportes ist nicht die Umleitung der bereits sporttreibenden Volksgenossen, sondern die Erfassung bisher den Leibes- Übungen noch fernstehender Volksgenossen.
Wenn die Gefolgschaft eines Betriebes sportlich soweit gefördert ist, daß sie sich an Wettkämpfen
Die zukünftigen Aufgaben des Sportamtes der RSS. »Kraft durch Freude"
Prof. Edwin Fischer
der geniale Meister am Klavier 378D
Sonntag, 24. Januar, 17 Uhr, in d.ünlversitätsanla
sondern auch bestrebt zu sein, allerbestes Der- material auf der Heimatschau zu zeigen. Freudigen Widerhall hat die Uebertraguna der Landessach- gruppenschau bei den oberhessischen Züchtern aus- gelost. Es ist zu wünschen, daß eine solche Schau den Hühnerhaltern unserer engeren Heimat die immer noch Bastarde aller Semester durchfutterm einmal Gelegenheit gibt, sich von dem hohen Wert der Rassengeflügelzucht zu überzeugen. Die Reuhs- sachqruppe hat Mittel in Form von Beihilfen zur Verfügung gestellt, die jüngeren und strebsamen Züchtern, die Gewähr für eine weitere gründliche Züchterarbeit bieten, gewährt werden können. Die Mitglieder Philippi, und Klos wurden mit t>er Aufgabe betraut, in Frage kommende Mitglieder auf ihre Würdigkeit hin zu prüfen.
Als neue Mitglieder wurden ausgenommen Petri (Gießen) und Frey ?€r
Lipsiaschau in Leipzig, die uiit 10 000 Di^en beschickt war, konnten die beiden Mitglieder Bauer (Gießen) und Hofmann (Lollar) mit ihren Rhodeländern 3 Ehren- und 7 Zuschlagspreise erringen.
Gießener wochenmarktpreife.
* G i e ß e n, 21. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, Vikg 1,57 JJlt, f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 13, Äfaffe B 12, Klasse C 1154, ungezeichnete 10, chinesische 10, Wirsing, % kg 10 bis 15, Weißkraut 6 bis 10, Rotkraut 8 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 60, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, kg 5 Pf., 5 kg 40, 50 kg: 3 35 bif 3,55 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 20 Pf., Tafelapfel 25 bis 30, Birnen 10 bis 25, Nüsse 40 bis 55, Dorrobst 10 bis 25 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, bas Stuck 50 bis 60, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 3 bis 20, Enbimen 5 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf.
Erfolgreiche heimischeKaninchenzüchier
Die Landesfachgruppe Hessen-Nassau für Kaninchenzucht veranstaltete vom 13. bis 17. Januar in der Festhalle zu Frankfurt a. M. eine Landesschau, bei der etwa 1500 Kaninchen, außerdem Pelzsachen aus Kaninchenfellen hergestellt, gezeigt wurden. Die Kreisfachgruppe Gießen hatte die Aus- ftellung mit 69 Nummern beschickt und konnte eine Anzahl Ehrenpreise, insgesamt 56 Preise dafür erringen. Auszug aus der Prämiierungsliste:
Belgische Riesen: Gg. Schellhaas, Gießen, E u. 3. Pr.; L. Vogel, Mainzlar, E, 1. u. 2. Pr. — Weiße Riesen: Emil Kern, Gießen, E, 2 mal 3. Pr. — Deutsche Groß-Silber: Wilh. Schultheis, Lollar, E-Preis. — Groß-Chinchilla: L. Kreiling, Gießen, 3. Preis. — Wiener, weiß: Karl Stumpf, Leihgestern, 2 mal 3. Pr.; Otto Krick, Leihgestern 1. u. 3. Pr.; H. Junker, Leihgestern, 3. Pr.; W. Schultheis, Lollar, 2. Pr. — Japaner: Karl ©immer, Gießen, 3. Pr. — Klein-Chinchilla: H. Müller, Leihgestern, 1. Pr. — Marburger Feh: Willy Zehrt, Großen- Linden, 3 mal E, 1. und Zuschlagspreis: Heinr. Schneider, Steinbach, 2. Pr.; Luxkaninchen: Otto Steih, Gießen, 1. u. 2. Pr.; H. Schneider, Steinbach, 3. Pr. — Silberkaninchen, schwarz: Philipp Zimmermann, Großen-Linden, E-Pr.; Karl Berg- höfer, Gießen, 1. u. 3. Pr.; Gustav Schultheis, Stangenrod 3. Pr. — Silber, gelb: K. Schneider, Steinbach, E-Pr.; Philipp Zimmermann, Großen- Linden, 3. Pr. — Silber, braun: Philipp Zimmermann, Großen-Linden, E-Pr. — Englische Schecken: L. Kreiling, Gießen, E-Pr. — Schwarz- und Blau- loh: Otto Schäfer. Großen-Linden, 1., 2. u. 3. Pr.; O. Rau, Großen-Linden 2. u. 3. Pr.; W. Sommer- lad, Großen-Linden, 2. u. 2 mal 3. Pr.; H. Muller, Leihgestern, 2. u. 3., H. Sommer, Steinbach, 3.; H. Kehler, Steinbach, 2 mal 3. Pr.; K. Jung, Holzheim, 3 Pr. — Hermelinkaninchen: Willy Zahrt, Großen-Linden, E-Pr.; Karl Erbes Ik, Stangenrod 3 mal E-Pr. — Angorakaninchen: Wilh. War- dega, Leihgestern, E, 1. u. 3. u. Zuschlagspreis. — Auf Fuchspelz aus Kaninchenfellen: Erich Moos, : Lollar, 3. Preis. _________________________
DNB. Der Korpsführer des NSKK. stellt Uebereinstimmung mit den zuständigen Reichszentralbehörden fest, daß die kürzlich durch die Presse gegebene Mitteilung, der Kraftfahrer müsse beim Ueberholen, insbesondere auf den Reichsautobahnen, den linken Winter betätigen, weder mit den gesetzlichen Vorschriften in Einklang steht, noch den Erfordernissen der Verkehrssicherheit gerecht wird.
Nach den Bestimmungen der Reichsstraßenverkehrsordnung hat jeder Verkehrsteilnehmer die Absicht der Richtungsänderung anzuzeigen. Eine Richtungsänderung liegt aber nicht vor, wenn ein Fahrzeug unter Beibehaltung seiner Fahrtrichtung lediglich auf der Fahrbahn mehr nach der Mitte hinüber fährt. Wenn Omnibusse und Lastkraftwagen beim Anfahren vom Straßenrand nach der Mitte hin ihren Pendelwinker betätigen, so hat das mit der Frage der grundsätzlichen Betätigung des Winkers beim Anfahren und beim Ueberholen nichts zu tun. Das Zeigen des Winkers zu anderen Zwecken als zur Kenntlichmachuna einer tatsächlichen Richtungsänderung, begegnet schwerwiegenden rechtlichen und tatsächlichen Bedenken.
Nach einer kurzen Pause hielt Lehrer Schlau- d r a f f (Leihgestern) einen Vortrag über den neuen Lehrplan „Die deutsche Iungvolkschule", bearbeitet vom NSLB. Westfalen-Süd. Die einzelnen Punkte (Kernunterricht, Kursunterricht für die verschiedenen Schuljahre usw.) wurden erwähnt. Daran anschließend fand eine rege Aussprache statt. Zum Schluß sprach der Vorsitzende noch warme Worte des Gedenkens für den verstorbenen Lehrer Adam S e l z e r (Garbenteich), der allen ein lieber Kamerad gewesen sei. Die Versammlung wurde
Träger der gesamten körperlichen Erziehung und spärlichen Einrichtungen innerhalb der Deutschen Arbeitsfront bzw. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und der ihr angeschlossenen Verbände ist das Sportamt der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude".
Das Sportamt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude hat folgende Aufgaben:
a) Pflege der Leibesübungen in der Betriebsgemeinschaft von den einfachsten Grundformen bis Wettkampf. Wettkämpfe werden ausschließlich im Rahmen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen und nach dessen Bestimmungen durchgeführt;
b) Durchführung von jedermann zugänglichen „offenen" und „geschlossenen" Kursen bzw. Lehrgängen für die allgemeine körperliche Schulung wie auch für alle einzelnen Sportarten;
c) Durchführung von Sportkursen für Formationen und andere Organisationen auf Grund der bestehenden Abkommen.
Ueber die körperliche Ertüchtigung der Landbevölkerung erfolgen demnächst besondere Anweisungen. Zur Vermeidung von Ueber- schneidungen wird durch den Reichssportführer schon jetzt eine Arbeitsgemeinschaft der in Frage kommenden Stellen geschaffen.
gez. von Tschammer.
der Verkaufsstelle eines Großunternehmers, im Milchgeschäft, beim Butter-Dersandgeschäst, auf dem Wochenmarkt usw., aber auf einen Haushaltsnachweis jeweils nur an einer Stelle. Wer sich aus besonderen Gründen,,z. B. bei teilweisem Butterbezug durch Postversand 'oder bisherigem Bezug in verschiedenen Geschäften, in zwei Kundenlisten einzutragen wünscht, muß sich gegen Rückgabe des Haushaltsnachweises, auf dem die Löschung bei der bisherigen Bezugsquelle vermerkt ist, zwei Teilhaushaltsnachweise ausstellen lassen, z. B. für eine sechsköpfige Familie je einen für drei Köpfe, oder einen für zwei und einen für vier Köpfe. Es ist jedem zu empfehlen, sich dort eintragen zu lassen, wo er schon früher die Butter gekauft hat.
Der Verbraucher kann sich bei der eingetragenen Stelle auch wieder austragen und bei einem anderen Geschäft eintragen lassen. Es ist dazu lediglich Löschung in der Kundenliste der bisherigen Bezugsquelle und Löschungsvermerk auf dem Haushaltsnachweis erforderlich. Das neugewählte Geschäft kann daraufhin Eintragung in feiner Kundenliste vornehmen und die Eintragung auch im Haushaltsnachweis vermerken. Eine Mitwirkung
beteiligen kann, so sind die interessierten Mitglieder zu einer Wettkampfgemeinschaft zusam- menzufassen. Der Betriebswalter ernennt im Einvernehmen mit dem Betriebsführer den Leiter der Wettkampfgemeinschaft. Wettkampfgemeinschaften können, um ihre Lebensfähigkeit zu gewährleisten, nur herangebildet werden in Betrieben mit mindestens 200 Gefolgschaftsmitgliedern. Ueber Ausnahmen entscheiden der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront und der Gauführer des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen. Zur Verhinderung schädlicher Zersplitterung des deutschen Wett- kampswesens werden Wettkämpfe nur im Rahmen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen aus- getragen. Die Wettkampfgemeinschaften der Betriebe anerkennen daher eine vom Reichssportführer zu erlassende einheitliche Satzung und unterstellen sich damit für die Durchführung der Wettkämpfe der
Disziplinargewalt des VeichSsporiführers.
Die Durchführung von sogenannten „wilden" Spielreihen und Wettkämpfen ist ausdrücklich untersagt. Die Walter der Deutschen Arbeitsfront werden ersucht, die Durchführung zu verhindern.
Um die Ausübung wirtschaftlichen Drucks auf Gefolgschaftsmitglieder mit Sicherheit auszuschalten, wird zunächst für eine Uebergangszeit von zwei Jahren das Wechseln von wettkampftüchttgen Volksgenossen anderer Organisationen in die Wettkampf- aemeinschaften der Betriebe ausnahmslos verboten. Es kann nicht Sinn der offenen und geschlossenen „KdF."-Sportkurse sein, die bereits Leibesübungen treibenden Volksgenossen aus ihren Organisationen herauszuziehen. Innerhalb der „offenen" Kurse ist deswegen im Zusammenwirken des zuständiaen Amtsttägers von „KdF." und des Beauftragten des Reichssportführers alle halben Jahre der ernsthafte Versuch zu machen, die an den offenen Kursen teilnehmenden Volksgenossen für den Beitritt zu einer Leibeserziehungsgemeinschaft (Gliederungen der Partei, Deutscher Reichsbund für Leibesübungen) zu gewinnen. Ein Zwang darf nicht ausgeübt werden.
Gpartamt „Kraft durch Freude".
Heute folgende Kurse:
Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen): Lyzeum, Dammstraße 26, 18.30 bis 19.30, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr.
Reiten (für Männer und Frauen gemeinsam): Umversitäts-Reitinstitut, Brandplatz, 21 bis 22 Uhr.
S ki - T a g e s f a h r t am Sonntag, 24. Januar 1937, nach Oberreifenberg im Taunus. Fahrpreis, ohne Ski-Unterricht, Gießen — Oberreifenberg — Gießen 2,55 Mark. Die Karten zu dieser Fahrt müssen vorher auf der Kreisdienststelle, Gießen, Schanzenstraße 18, gelöst werden. Abfahrt: 7.30 Uhr DAF.-Haus, Schanzenstraße 18.
Von der Universität.
Don der Pressestelle der Universität Gießen wird UNS mitgeteilt:
Professor Dr. Vietor, Ordinarius für germanische Philologie an der Universität Gießen, hat cme Berufung als ordentlicher Professor für deutsche Literatur an die Harvard-Universität in Cambridge, Mass. (U S A.) erhalten und hat die Absicht, dieser Berufung zum Herbst 1937 Folge zu leisten.
Oeffentliches Fischessen im Studentenhaus.
Die Gießener Studentenschaft wird am 3. Februar in sämtlichen Räumen des Studentenhauses ein großes Fischessen veranstalten, zu dem weite Kreise der Bevölkerung eingeladen werden sollen, um den Fischverbrauch im Volke zu steigern. Zu dieser Veranstaltung wird auch ein Vertreter des Gaues erscheinen. Der Frankfurter Rundfunk wird eine Reportage davon bringen, die durch den Sender verbreitet, eine Aufforderung an das ganze Volk fein soll, diese praktische Mitarbeit am Dierjahresplan in die Tat umzusetzen. An dieses Essen wird sich ein Rundgang durch das Studentenhaus anschließen.
ASL8., Kreis Gießen.
Die Arbeitsgemeinschaft „Volksschule" des Bezirksvereins Gießen-Land im NSLB. hielt gestern im „Burghof" ihre erste Sitzung im neuen Jahre ab. Der Vorsitzende, Dr. Reidt (Heuchelheim), sprach warme Begrüßungsworte und verflocht damit den Wunsch, daß auch im neuen Jahre weitere rege Arbeit geleistet würde. Darauf gab er einen kurzen Ueberblick über die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft „Volksschule" in den letzten vier Jahren (Rassegedanken, Vererbungslehre, Erziehungslehre, Bauerntum usw.) und erklärte, daß in den kommenden Monaten nun mehr die methodische Seite der ganzen Erziehungsfrage aufgerollt werden solle. An eine Rede Alfred Rosenbergs anknüpfend, gab Dr. Reidt dann noch weitere Richtlinien.
Das frembe Gesichl.
Vornan von Caren.
22 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)
„Ja, lach mich nur aus", sagte sie beschämt, „aber — ich weih nicht, ob du das verstehst, Frank — es war mir um deinetwillen schrecklich, daß ich so gar keinen Eindruck mehr auf Monno machte. Bist du denn so häßlich geworden? fragte ich mich. Es wäre mir beinah lieber gewesen, ich hätte mich gegen ihn wehren müssen, als daß er mich so unverschämt sachlich betrachtete, mit den Händen in den Taschen, wie ein Auktionsstück. — ,Du scheinst dich ja nicht gerade verbessert zu haben', sagte er. — Es bereitete ihm natürlich eine höllische Genugtuung, mich in dieser ärmlichen Wohnung zu sehen und in meinem verwaschenen Hauskleidchen — das blaue, weißt du nach, mit dem Bubikragen, das an der Seite schon ganz ausgeplatzt war vom Herum- bücken und ..."
Evelyn sah im Geist wieder deutlich das mitleidig-zynische Läckeln, mit dem Manna diesen kleinen Riß betrachtet hatte, und nach jetzt in der Erinnerung überkam sie wieder dasselbe Gefühl van Scham und Zorn und Verzweiflung wie damals. Sie hätte ihm ins Gesicht schlagen mögen, diesem Schurken, der sich da breitspurig und voll stummem Hohn an ihrer Bedrängnis weidete. Aber sie hatte nicht die Kraft zur Gegenwehr. Ihre an sich schon überreizten Nerven ließen sie im Stich. Die Tränen stürzten ihr plötzlich aus den Augen, Tränen ohnmächtiger Angst, die Monno vermutlich anders gedeutet hatte. Denn seine zynische Frechheit schlug auf einmal in eine Art von jovialer Vertraulichkeit um. Mit einem Anflug von Gutmütigkeit sagte er: „Na, immerhin kannst du von Glück sagen, daß sie dich damals in Rio nicht mit mir erwischt haben. Sonst säßest du heute vermutlich in einem noch finstereren Loch als der Wohnung da. War sehr schlau von dir, mir auszukneifen, hast ’ne gute Nase gehabt, Kleine ..." Seine breiten Nüstern blähten sich triumphierend, und ein spitzes Funkeln trat in seinen Blick. „Wenn ick gemein fein wollte, könnte ich mich ja dafür an dir rächen. Die französische Polizei interessiert sich, soviel ich
weiß, immer noch für dich. Eine hübsche Ansichtskarte mit deiner neuen Adresse würde ihr gewiß viel Freude machen ... Na, nur keine Angst — ich bin nicht so!" Er machte eine großmütig-beruhigende Gebärde. „Im Gegenteil — ich möchte dir sogar dazu verhelfen, daß du aus diesen armseligen Verhältnissen herauskommst. Du tust mir leid. Du mit deinem Gesicht, mit deiner Erscheinung — du gehörst in einen ganz anderen Rahmen. Wäre schade iim dich, wenn du dich dein Lebtag so abrackern müßtest ..."
Er ließ eine Atempause eintreten, ehe er mit Gönnermiene fortfuhr:
„Mir ist da eben eine glänzende Idee gekommen. Dein Mann ist doch Chirurg, nicht wahr? Ein sehr aeschickter Chirurg sogar, wie ich höre. Um so besser. Du mußt mich mit ihm bekanntmachen. Ich werde ihm Vorschlägen, seinen Hungerposten am Krankenhaus auszugeben und für uns zu arbeiten. Für mich und meine Gesellschaft, meine ich. In unserem Beruf, verstehst du, gibt es öfters so kleine Betriebsunfälle, bei denen wir einen tüchtigen und verschwiegenen Chirurgen brauchen könnten — so eine Art Vertrauensarzt, verstehst du? Möglich so- aar, daß ich ihn gleich als erster konsultiere. Ich hätte da nämlich so ein paar kleine Reparaturen, mit denen man sich nicht gern an einen ^beliebigen wendet. Man kann nie wissen, an wen man dabei gerät. Aber der Mann einer guten Freundin — das wäre natürlich etwas anderes. Da bliebe es sozusagen in der Familie. Auf das Honorar kommt es mir dabei nicht an, Geld spielt für uns keine Rolle. Wenn dein Mann kein Dummkopf ist, sagt er ja."
Sie hatte im ersten Augenblick nicht einmal recht begriffen, was er von Frank wollte. Aber bann, als es ihr allmählich klar wurde, war eine wilde Empörung in ihr aufgeflammt, daß dieser Verbrecher, dieser entkommene Bagnosträfling, es wagte, von dem Mann, den sie liebte, schon wie von seinesgleichen zu sprechen.
„Nie, niemals wird er ja sagen — dafür leg' ich die Hand ins Feuer ...", hatte sie glühend gerufen. „Frank ist ein Ehrenmann, nie wird er sich mit Menschen wie Sie und Ihresgleichen auf einen Handel einlassen, und wenn Sie ihm eine Million dafür bietenr
Sie hatte einen Augenblick gefürchtet, Monno werde wütend auffahrcn, aber er hatte ganz gelassen gesagt, mit einem boshaft-verkniffenen Grinsen:
„Eine Million wäre selbst für unsere Verhältnisse ein bißchen viel auf einmal. Aber er wird es auch billiger tun, sagen wir — na, für rund zwanzig Mille. Was meinst du?"
„Niemals."
„Wetten, daß er es tut? Ich werde es dir beweisen!"
Sie hatten noch eine Weile hin- und hergestrit- ten, er zynisch-überlegen, sie in zitternder Erregung. Dann war er gegangen, so plötzlich, wie er gekommen war, ohne sich über seine weiteren Pläne ausgesprochen zu haben. Kein Wort davon, daß er die Absicht hatte, sich auf eigene Faust an Alland zu wenden.
„Ich dachte, als du mir damals die Photos zeigtest, wirklich einen Augenblick, er hätte dich herum- getriegt. Darum bin ich vor Schrecken ohnmächtig geworden. Aber als ich dann aus deinem ganzen Reden merkte, daß du nicht einmal wußtest, mit wem du es zu tun gehabt hattest, da — ich weiß nicht, Frank, ob ich darüber froh gewesen bin, oder ob ich mir nicht doch lieber gewünscht hätte, du wüßtest alles und es wäre mit deinem Einverständnis geschehen. Es war so eine Folter für mich, stillschweigend zusehen zu müssen, wie du dich über dieses Geld freutest, dir nicht sagen zu dürfen, daß ..
„Ach, Kind, warum hast du es mir nicht gesagt!"
„Nein, Frank! Dich aus deinem Frieden, deiner Ahnungslosigkeit herausreißen, dir ins Gesicht sagen: Dieses Geld, diese zwanzigtausend Mark, mit denen du dir deine Existenz gegründet hast, verdankst du ...! Nein, Frank, dir das zu sagen, hatte ich nicht den Mut. Du mit deiner geraden, redlichen Natur, du wärst ja zusammengebrachen, die ganze Basis deines Lebens wäre ins Wanken geraten."
„Es wäre trotzdem besser gewesen."
„Mag sein."
Evelyn senkte den Kopf, die Stimme versagte ihr.
„Liebling!" Dr. Alland sprang aus und setzte sich ganz nah zu ihr auf die Armlehne ihres Sessels. Er preßte sie an sich mit aller Inbrunst seines Herzens. „Du hast mir soviel Glück gebracht, wie einem Menschen nur irgend beschieden sein kann, mein süßes Herz," sagte er weich. „Mag jetzt kommen,
was will, diese sechs Jahre sind damit nicht über- Sahli."
Hingegeben versank sein Gesicht in ihrem weichen Haar. Eine Weile blieb es still im Zimmer. Dann schreckte ein Geräusch im Hause ihn aus seiner zärtlichen Versunkenheit auf.
„Wir müssen jetzt vor allem ganz ruhig Überlegen, was zu tun ist", setzte er nach einer kurzen Wanderung durchs Zimmer das Gespräch fort. „Dieser Monno — oder Gallatin, oder wie er heißt — hat sich in den fünf Jahren nie mehr bei dir blicken lassen? Und auch sonst hast du nichts von ihm gehört?"
Evelyn schüttelte den Kopf. Nein, bis vor kurzem. Bis ihr eines Tages dieser Bertrand im ©arten aufgelauert und ihr mit feinem verwaschenen Lächeln „Grüße von Jean Monno" bestellt hatte. Damit hatte es begonnen: die geheimen Zusammenkünfte tn Parkanlagen und kleinen Vor- stadtcafss, wo Bertrand sie in Monnos Auftrag für seine finsteren Zwecke gefügig zu machen suchte.
„Was für Zwecke? Was wollte er von dir?"
„Sie wollten mich ,ins Geschäft nehmen', wie Bertrand sich ausdrückte, das heißt in ihr Rauschgiftgeschäft. Oder vielmehr, dich wollten sie dafür gewinnen, und ich sollte dabei die Vermittlerin spielen, dich beeinflussen, dir Szenen machen, bis du nachgibst. Ein unbescholtener, angesehener Mann und obendrein noch Arzt, ein .angehender Herr Professor', das, meinte Bertrand, sei es gerade, was sie brauchten. ,Ein geradezu idealer Stützpunkt', sagte er, ,wie man ihn sich nicht schöner wünschen könnte'. Darum sei Monno auch so scharf auf dich. Sie wollten mit deiner Hilke hier ein kleines Depot anlegen. Kein Mensch würde darauf kommen, daß du das Morphium nicht für medizinische Zwecke brauchst. Außerdem wollte Bertrand, daß ich ihm Rezeptformulare von dir verschaffte — ,für den Hausgebrauch', feixte er. Er machte gar kein Hehl daraus, daß er sich mit den gefälschten Rezepten Morphium und Kokain verschaffen will, natürlich um es bann weiterzuverschieben. Im Schleichhandel seien diese Gifte zehnmal so teuer wie in der Apotheke."
2)ft Alland wanderte ruhelos im Zimmer auf unb ab.
„Und du?" fragte er leise.
(Fortsetzung folgt!)


