Neues für den Büchertisch
Kirche und Schule
— Ludwig Thoma: „Meine Bauern. Sämtliche Bauerngeschichten. In Leinen gebunden 4 Mark. — (9) — Verlag Albert Langen / Georg Müller, München. Wer von jener Dichtung spricht, die ihre Kräfte aus Landschaft und Bauerntum schöpft, der wird eines Mannes gedenken muffen, dessen Werk, obzwar er nicht mehr unter den Lebenden weilt, heute noch ebenso lebendig ist wie einst. Wollte man den Wurzeln seines dichterischen Schaffens nachspüren, so fände man gar bald, datz sie ihren tiefsten Grund haben im Bauerntum, dem Thoma enstammte, und dem er zeitlebens bis zu seinem allzu frühen Tode die Treue bewahrt hat. Er war ein echter und treuer Sohn seiner altbayerischen Heimat und wurde nicht müde, immer wie» der von ihren Menschen zu erzählen. Ueberaus zahlreich sind die Geschichten, die er, von seinem ersten Buche Aaricola" an, in seinem Leben geschrieben hat, und die jetzt zum ersten Male in einem Bande vereinigt unter dem treffenden Titel '.Meine Bauern" erschienen sind. Denn er erzählt tatsächlich von
seinen" Bauern, die er achten und lieben gelernt hat als einer, der sich ihnen zuinnerst verbunden weiß. Ob er sie nun bei der Arbeit beobachtet, im Umkreis ihrer bäuerlichen Gesetze und Pflichten, draußen auf dem Acker oder daheim auf dem Hof und in der Scheuer, oder ob er ihnen auf den Hochzeiten, Kindstaufen oder auf der Kirchweih begegnet, immer zeigt er sie als das, was sie sind: einfache, chlichte, natürliche Menschen, die das Herz aus dem rechten Fleck haben und reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Aus jeder dieser Geschichten leuchtet sein prächtiger, gemütvoller Humor, der eine ferner schönsten menschlichen Eigenschaften war und zugleich seine süddeutsche Wesensart unverkennbar
— Hessen-Nassauisches D olk sw orte r b u ch ... ausgewählt und bearbeitet von Luise Berthold. Zweiter Band. Lief. 9. Marburg, El- wert 1936. — (540) — Noch im alten Jahr ist die neunte Lieferung des auch für unser Oberhessen zuständigen Mundartwörterbuchs erschienen Das stetig vorschreitet. Das neue Stuck fuhrt von Ohr bis P f a h l g r a b e n, umfaßt also die wichtigen Stichworte Ohr (mit seinen Zahlreichen Zusammensetzungen): Ostern, Osterei, Osterhase usw Pack, Palm, Pech, Pfaffe u. a. Das Pferner als der Hauptfremüwörteranlaut zahlreiche noch in der Mundart lebende fremde Bestandteile unseres Wortschatzes. An Karten werden diesmal die Verbreitung von Pate gegen Petter, Patin gegen Gote, Töte, Götel und von Peitsche gegen Geißel für das gesamte Gebiet gegeben; außerdem für die Kreise Marburg, Kirchhain und Frankenberg die Bezeichnung des Brautwagens. Schon die genann- ttn Stichworte Ostern mit Zusammenl etz— Brautwagen (Packwagens Pate und Pattn lassen ahnen, wieviel Volkskundliches auch in dieser Lieferung wieder Platz finden konnte; ich verweise ferner auf die Artikel Peter und Peterstag „Wers nicht glaubt, der pappts" soll aus Pberh^sen nicht bezeugt sein; vielleicht veranlaßt diese Mitteilung den einen oder anderen zu einer Meldung nach Marburg (Lahn), Hessen-Nassamsc^es ^Wörterbuch.
- Heinrich Zillich: „Der baltische Graf". Erzählung. Mit zehn Federzeichnungen von Fritz Kimm. „Kleine Bücherei des Verlages Langen-Müller, München. — (14) — In dieser Erzählung schildert der siebenbürglsche Dichter eindringlich das seltsame Schicksal eines Mannes, dessen Frau und mit ihr zugleich sein neugeborenes Kind von Tataren geraubt wurde. Als er viele Jahre später bei der Belagerung Kronstadts rm Amse eines Siebenbürger Sachsen dessen einziges Kirch heb’ gewinnt, läßt er sich, nun doppelt unglücklich darüber daß er um sein Vaterglück betrogen wurde, zu einer Verzweiflungstat hinreißen und entfuhrt, eurem rätselhaften Zwange folgend, das Kind das ihm ans Herz gewachsen ist. Nach abenteuerlicher Irrfahrt findet es wieder den Weg w die Arme der Mutter zurück, während er, der Schuld auf sich lud sein verfehltes Leben nut dem Tode sühnt.
— R u d o l f v o n Eichth al: Die Teufe l s- f u g e. Altösterreichische Liebesgeschichten Buch- chmuck und Cinbandentwurf von Karl Alexander Wilke 362 Seiten. Ganzleinenband 5,50 Mark. Lei)3 kam-Derlag, Graz, Wien Leipzig. - (351)^- Rudolf von Eichthal gibt in diesem Buche einen Zyklus historischer Liebesgeschichten. Ernst und duster beginnt der Band mit der Novelle „Die schwachen Reiter", die in Oesterreichs Schicksalsiahr 1645 vor Wien spielt. Die Gestalt eines römisch-deutschen Kaisers, der im 18. Jahrhundert an Stelle von Knegs- ruhm die Lorbeeren des Komponisten und Opern- diriaenten suchte, bildet den historischen Hintergrund der ergreifenden Liebesgeschichte von der „Schonen Test". Den Höhepunkt des Bandes bildet wohl die Hoffmannsche Novelle „Die Teufelsfuge , die dem
Gesangverein „Eintracht", erwiesen dem Heimgegan. aenen die letzte Ehre. Am Grabe sprach der Pfarrer vom treuen Dienst des Entschlafenen den er über- all wo er stand, geleistet hatte. Nach der Ehren, alve und dem Gesang des Vereins legte der Dor itzende des Kirchenvorstandes Pfarrer Doll für liefen und die Kirchengemeinde Steinbach emen Kranz nieder und gedachte der Treue, mit der der Verstorbene mehr als 16 Jahre im Klrchenvor stände mitaearbeitet habe. Die Alterskameraden ehrten den Toten ebenfalls mit einem Kranz. Darauf würdigte der Vereinsleiter des Gesangvereins "Emttacht Friedrich Walb die Verdienste seines Ehrenmit- gliedes, langjährigen Vorsitzenden und Attgrunders und legte als Dankeszeichen ebenfalls einen Kranz nieder.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Während Nord- und Osteuropa vollkommen mit arktischen Kaltluftmassen erfüllt sind, die sich m starkem Maße in Ost-, Mittel- und Norddeut ch- land bemerkbar machen, ist im Westen der Einfluß der über Frankreich einströmenden Meeresluft noch immer nicht ganz verschwunden. Wohl hat sich auch bei uns merkliche Abkühlung eingestellt, doch ist em vollständiges Durchgreifen der Kaltluft vorerst noch unwahrscheinlich. Der Witterungscharakter bleibt leicht unbeständig. Die zu erwartenden Niederschlage werden im Gebirge als Schnee fallen.
Aussichten für Freitag: Wolkig bis auf- heiternd und nur vereinzelt leichter Niederschlag (im Gebirge Schnee), nachts Frost, veränderliche Winde.
Aussichten für Samstag: Fortdauer der leicht unbeständigen Witterung mit nächtlichen Frösten.
Lufttemperaturen am 20. Januar: mittags 4,2 Grad Celsius, abends 1,3 Grad; am 21. Januar: morgens —0,7 Grad. Maximum 4,3 Grad, Minimum heute nacht —1,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Januar: abends 0,3 Grad; am 21. Januar: morgens 0,1 Grad. — Niederschlage 2,2 mm.
Wintersport-Wetterbericht.
DG-ß udwig Thoma: „Ka sp ar Lo ri n s er. Mit einer bisher unveröffentlichten Portratzeich- nung von Olaf Gulbransson. „Kleine Bücherei des Verlages Langen-Müller in München. — (13) — Mit diesem kleinen Büchlein wird den Freunden des Dichters der Anfang seines vielleicht schönsten Werkes beschert, das er nicht zu Ende führen konnte, weil der Tod ihm die Feder vorzeitig aus der Hand nahm Es sollte ein autobiographischer Roman werden gleich Gottfried Kellers „Grünem Heinrich , der ,nicht bloß Selbsterlebtes, aber doch nur Selbst- gedachtes" enthalten würde. „Seit vielen Jahren — schrieb er einmal während seiner Arbeit an diesem Buche — „singt und klingt mir das im Herzen, aber es war gut zu warten. Einen guten Namen habe ich für den Helden, der doch ein Teil von mir fein soll. Er heißt Kaspar Lorinser. Klingt das nicht altbayerisch und gut deutsch? Und gut deutsch soll das Buch werden, das verspreche ich nur. Aber auch altbayrisch." Und beides sind in der Tat auch diese vier vollendeten Kapitel geworden, in denen er uns ein kostbares Stück Kindheit und Jugend geschildert hat Behaglich, von stillem Humor ubersonnt, meisterhaft knapp und schlicht erzählt, ersteht em Bild aus dem bayerischen Bauernleben, so in sich vollkommen, wie es selbst Thoma schöner und mmger kaum je zuvor gelungen ist.__________
Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 3 Grad, 28 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 4 Zentimeter Neu- schnee, Pulverschnee, Ski und Rodeln sehr gut. Herchenhainer Höhe: Bewölkt, —5 Grad, 22 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 6 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodeln sehr gut.
Rhön, Wasserkuppe: Nebel, —3 Grad, 45 Zen- timeter Gesamtschneehöhe, 15 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodeln sehr gut.
Sauerland, Winterberg: Bedeckt, —3 Grad, 40 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 8 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodeln gut.
Schwarzwald, Feldberg: Bewölkt, — 5 Grad, 70 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodeln sehr gut.
Alpen, Schneefernerhaus: Heiter, —7 Grad, 350 cm Gesamtschneehöhe, 25 cm Neuschnee, Pul- verschriee, Sportmöglichkeiten gut.
Buch Grundstimmung und Tttel gegeben h^. Dre Erzählungen sind nicht ungeschickt und vielfach ausgesprochen spannend geschrieben, rm Thema allerdings gelegentlich, z. B. im „Roten Sarafran , so gewagt, daß sie von einer gewissen Art von Kolpor- tageliteratur nicht mehr zu unterscheiden slud. Die äußere Ausstattung des Buches macht dagegen einen sehr gediegenen Eindruck.
— Kurt Eggers: Taufend Jahre Kakel- dütt. Ein luftiger Roman. Mit Zeichnungen von Kurt Gundermann. Leinen 4,50 RM. Schwarz. Häupter-Derlag, Leipzig. — (359.) — Em lebenstrotzender lustiger Roman um das überall und nirgends gelegene Kakeldütt, dessen biedere Burger zum Ruhm und Wohl ihrer Stadt eme durch eme historischen Grundlagen entschuldbare Tausendiahr- feier veranstalten. Dieser Bluff steigt wie eme prächtig schillernde Seifenblase tn die Hohe, bläht sich unter den absonderlichsten Ereignissen zu verblüffender Größe und platzt schließlich unter dem Gelachter der Zuschauer und Leser Der glanzende Schein vergeht, das unscheinbare Echte besteht. Mit gutmütigem Spott und erfrischender Frechheit hat Kurt Eggers seine übermütige Geschichte geschrieben, die Kakeldütt zu einem Begriff für manches Allzumenschliche machen soll.
K Steinbach, 18. Jan. Am gestrigen Sonntag fand hier und in Albach eine o r d e n t l l ch e K i r - chenvisitation durch den Dekan des Dekanates Gießen, Dekan Sattler (Wieseck), statt. Zunächst wurde Jugendgottesdienst gehalten, an dem die Schuljugend und die konfirmierte katechismuslehr- pflichtiqe Jugend teilnahm. Die Unterredung nut der Jugend knüpfte Pfarrer D ö l l an das Evange- lium des Sonntags von der Hochzeit zu Stana an, der Visitator führte die Unterredung fort. Auch gab die Jugend Proben des Chorgesangs, der besonders gepflegt wird. Bei dem anschließenden Hauptgottesdienst hielt der Ortspfarrer die Liturgie, der evangelische Frauenchor sang „Selig find, die Gottes Wort hören und bewahren". Seiner Predigt hatte der Pfarrer das Evangelium des Sonntages zugrunde gelegt, „Jesus, der beste Gast unseres Hauses", war das Thema. Nach der Predigt fang her Chor „Der Herr ist mein Hirte". Hierauf richtete der Visitator seine Ansprache an die Gemeinde m der er eindringlich zur Treue zu der Kirche auffor- derte. Der Frauenchor wurde durch besonders ausgesprochenen Dank geehrt. Im Anschluß an den Gottesdienst fand noch eine Besprechung mit dem Chordiriqent, Musikmeister Schleuse, und dem Organisten, L. Mack II., statt. Die Sitzung des Kirchenvorstandes zeitigte als Ergebnis, daß dieser sich für die Erhaltung der kirchlichen Sitte em- setzen wird. In Albach, wo die Gottesdienste nachmittags stattfanden, nahm die Visitation einen ähnlichen Verlauf. — Nach den Albacher Gottesdiensten fand in Steinbach noch die Beerdigung des Dttt- qliedes des Kirchenvorstandes Jakob R e u \ ch - ljng statt. Eine auch für Steinbacher Verhältnisse ungewöhnlich große Trauergemeinde, voran die Kapelle Schleuse und die Kriegerkameradschaft und der
Statt Karten
Die Verlobung meinerTochterHeria mit Herrn Oipl.-Ing. Hans Schön gebe ich bekannt.
Stau Elise Mchier,
geb. Geyer.
Meine Verlobung mit Fräulein Herta dichter, Tochter des ver- storbenen Arztes Herrn Or. med. Karl Richter und seiner Frau Gemahlin Elise, geb. Geyer, gebe ich bekannt.
Hans Schön,
Dipl.-Ing.
Gießen, im Januar 1931
Kaiserallee 15 0 Moltkestraße 22
Koblenz, Hohenzollernstraße 22 II Darmstadt, Heinrichstraße 160
0328
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zu entnehmen.
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Jede Hausfrau sagt einmal:
Wegen des großen Zuspruchs, den dieser Film überall aufzuweisen hat, bittet man, möglichst Karten im Vorverkauf an der Theaterkasse
das i. d. Lebensmittelbranche erfahren ist, zum 1. Febr. gesucht. Näheres in der Geschäftsstelle d.
Eine der vielen Zuschriften aus dem Publikum: „Es ist mir ein inneres Bedürfnis, Ihnen zu schreiben, daß ich Ihren Film „Kreuzweg einer Liebe“ gesehen habe. Es ist sehr erfreulich, daß nach langer Zeit wieder ein Film gebracht wird, der ein so wichtiges und heikles Thema behandelt Es wäre nur zu wünschen, daß recht viele Frauen und junge Mädchen, aber auch Männer, sich diesen Film ansehen''.
Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen unseren innigsten Dank
Maria Kröck, geb. Reuschling
und Angehörige
Heuchelheim, den 20. Januar 1937
Gießen, Beuern, Grünberg, den 20. Januar 1937.
Die Beerdigung findet am Samstag, dem 23 Januar, nachmittags i/23 Uhr, in Beuern statt.
FrilJöhLZimmer mitSchlafkab.u. evtl. Küchenben. an ruh. Mieter (2 Pers.) zu vermieten. 0332 Frankf.Str.31Il zwisch.2u.5Uhr.
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Kreuzweg einerLiebe
Ein unerhörter Film, der eines der ernstesten Probleme su lebensvoller Darstellung bringt.
' r i MM
WINTEKHILFSWERK1936/37 W
..... Sohn sucht
2-Zm.-WDg.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe, unvergeß- liehe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter
Frau Luise Schmidt Witwe
geb. Schäfer
im fast vollendeten 79. Lebensjahre in die Ewigkeit abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Erich Schmidt, Studienrat
Nur Freitag, den 22.. und Samstag, den 23. Januar, abends 11 Uhr
2 gr. Nacht-Vorstellungen
Der mit größtem InteresseüberaU aufgenommene, durch seine Lebensnähe erschütternde Großfilm:
Für den Naturfreund !
iDfliöweuen
Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waides in Bildern
150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 188 Kupfertiefdruck- tafeln, mit lebendigem und ouffchluhretchem Linführungstext von LGerhard u.G.Wolff.
Preis RM. 4,80.
.Ls lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit emp- fSnglichen Sinnen die bildgeword. Natur- fchönhetten in sich aufzunehmen, dem fingen u. klingen die Tafeln taufend (Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes.'
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Gießen (Asterweg 39), den 20. Januar 1937.
Die Beerdigung fand in aller Stille statt - Beileidsbesuche und Kranzspenden dankend verbeten.
im 64. Lebensjahre.
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