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Aufgaben und Ausgaben.

Ein Kapitel aktuelle Steuerpolitik.

Das Rechnungsjahr der Behörden reicht in der Regel vom 1. April bis Ende März. Trotzdem wird der Finanzminister schon jetzt sagen können, daß er auf ein gutes Jahr zurückblickt, denn die er­freuliche Gestaltung der Einnahmen des Reiches wird sich auch in den nächsten drei Monaten nicht verschlechtern, wahrscheilich sogar noch verstärken.

Das Rechnungsjahr 1932/33 hatte den Tiefpunkt gebracht. Das erste Jahr der Regierung Adolf Hit­lers brachte eine Verbesserung der öffentlichen Ein­nahmen um fast 4 v.H., im folgenden Jahre eine solche von 12 v. H. Im Rechnungsjahr 1935/36 stie­gen die Einnahmen gegen 1934/35 noch einmal um 12 v. H. Dabei hat sich eine wesentliche Umstel­lung der Einnahmen ergeben. Die Aufkom­men der direkten Steuern, vor allem der Einkommen- und der Körperschaftssteuern, stieg allein um eine Milliarde Mark, so daß die i n d i- rekten Steuern und die Zölle in ihrer Bedeutung etwas zurückgetreten sind. Allerdings sind die direkten Steuern den Wirkungen der Kri­sen stärker ausgesetzt. Im allgemeinen gilt aber der Satz weiter, daß die direkte Besteuerung den sozia­len Grundsätzen besser gerecht wird als die Bela­stung des Verbrauchs.

Bekanntlich sind durch den Reichsfinanzausgleich auch Länder und Gemeinden Teilhaber der direkten Steuern wie auch der Umsatzsteuer, die man daher alsU e b e r w e i s u n g s st e u e r n" bezeichnet. Durch eine Aenderung der Bestimmun­gen, das sog. Plafonds-Gesetz, ist die Ueberweisung an die Gemeinden und Ländern bis zu einer be­stimmten Höhe beschränkt worden. Damit hat sich das Reich den Hauptanteil an den gesteigerten Ein­nahmen auch aus den Heberweisungssteuern ge­sichert. Rach einer Statistik hat das Reich in den letzten drei Jahren eine Steigerung seiner Jahres­einnahmen aus Steuern und Zöllen von 5 auf 7 Milliarden RM. erreicht, während die Einnah­men der Länder aus den Ueberweisungs- und den eigenen Steuern von 2,9 Milliarden auf 1,9 Mil­liarden RM. zurückgingen und die Einnahmen der Gemeinden von 3,47 Milliarden auf 3,94 Milliar­den RM. gestiegen fink Diese Zahlen beweisen deutlich die' Verlagerung der öffentlichen Finanzen auf die Seite des Reiches, das durch seine aktive Wirtschaftspolitik den entscheidenden Anstoß für die neue finanzielle Entwicklung gegeben hat.

Die Reform der Real steuern hat einen weiteren Fortschritt auf diesem Wege gebracht. Die Gemeinden werden im Laufe der Jahre 1937 und 1938 stärker auf die Realsteuern angewiesen werden, also ihren Bedarf noch mehr als bisher aus Grund - und Gewerbe st euer decken müssen, während die Länder überhaupt keine eigenen Steu­ern mehr erheben. Sie werden mit dem auszukom­men haben, was ihnen das Reich an Ueberweisun- gen zukommen läßt. Wie Regierungsrat Dr. Dahl­grün in derSteuerwarte" bemerkt, war auch schon jetzt die beginnende Erstarrung der Steuerpolitik der Länder unverkennbar. Tatsächlich sind in den Jah­ren 1932 bis 1935 die eigenen Steuereinnahmen der Länder schon um 260 Millionen Reichsmark zurückgegangen, während die Gemeinden aus ihren Steuern ein Mehr von 220 Millionen aufzuweisen hatten.

Es ist wiederholt darauf hingewiesen worden, daß die Folgen diese Verschiebungen auch zu einer a n - deren Verteilung der Lasten bzw. der Aufgaben werden führen müssen. Es ist dabei meist an die Schullasten gedacht, die stärker als bisher von den Ländern aufdie Gemein- d e n übergehen sollen. Da aber auch auf diesem Ge­biete im ganzen Reich einheitlich verfahren werden soll, werden sich noch manche Uebergangsregelungen als nötig erweisen, da z. B. in Bayern die Vertei­lung bisher ganz anders war als in Preußen.

Gleichzeitig aber melden sich die Gemeinden zu Wort. Bei der Vorlegung des Berliner Haushalts machte der Kämmerer, Professor H e t t l a g e, dar­auf aufmeksam, daß die Gemeinden schon jetzt eine Fülle von neuen Aufgaben zu tragen hät­ten, die man leicht zu übersehen geneigt ist, die aber schon erhebliche Kosten verursachen. Er erwähnte Personalmehrausgaben bei der Durchführung des Einzelhandelsschutzes, der Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen, des Reichsbürgergesetzes, der Erfas­sung der Wehrpflichtigen und der Betreuung ihrer Angehörigen, die Aufwendungen für Luftschutzzwecke, die Sterilisationsgesetzgebung, die Neuorganisation des Sportwesens und vor allem die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens.

Dazu kommt noch ein anderes. Die Verhältnisse liegen auch innerhalb der deutschen Städte ganz verschieden. Es gab schon immer steuerkräftige Gemeinwesen und arme In­dustriestädte. Dieser Zustand hat sich in den Jah­ren der Inflation noch verschlechtert, in denen in­folge der Vernichtung des Sparkapitals gerade die sog. Rentnerstädte unter die notleidenden Gemein­den geraten sind. Aber auch heute klaffen Lücken zwischen der Finanzkraft wohlhabender Städte wie etwa Hannover, Köln und Frankfurt a. M. gegen­über der Lage von Gelsenkirchen, Gleiwitz oder Duisburg. Die Städte mit gemischter Wirtschaft sind krisenfester als solche Gemeinwesen, die ihre Bevöl­kerung und ihre Steuerkraft überwiegend auf den Bergbau gründen müssen, der von der wirtschaft­lichen Besserung noch verhältnismäßig wenig er­faßt werden konnte. Deshalb wird auch von einem Ausgleich zwischen den Gemeinden s e l b st gesprochen, der in Preußen übrigens im­mer vorhanden war, wenn vielleicht auch seine Un­terlagen einer Prüfung bedürfen. In dieser Rich­tung hot sich vor kurzem eine Tagung rheinisch­westfälischer Städtevertreter ausgesprochen. Schon jetzt sind Sonderfonds bei den Regierungen vor­handen, die solchen Städten zugute kommen, die durch Wohlfahrts, und Schullasten finanziell beson­ders getrosten sind.

EsseiertkeindeutschesSchiffmehr

Noch vor drei Jahren bot der Hamburger Hafen ein für jeden Seemann mehr als trauriges Bild. Ein großer Prozentsatz der deutschen Schiffe lag feiernd, auf die Verschrottung wartend, an den Kais. Ein ganzer Wald von toten Schornsteinen lag in den Hamburger Außenhäfen zusammengeballt. 2etzt erreicht uns die Nachricht, daß insgesamt von der deutschen Handelsflotte nur noch 42000 Tonnen aufgelegt sind. Es handelt sich da­bei um die jeden Winter unbeschäftigten Spezial- Bäderdämpfer, die zum Teil ja auch im Winter überholt werden müssen. Nichts kann den völligen Umschwung auch für die deutsche Schiff­fahrt seit der Machtübernahme besser charakterisie­ren als diese Tatsache der restlosen Inanspruch­nahme der deutschen Handelsflotte. Trotzdem feiern in der Welt immer noch 1,8 Mil­lionen Tonnen, darunter 11 Prozent der griechischen, 10 Prozent der französischen und 9

Das Echo der Llnterhaus-Rede Edens.

Konservative Kritik an den einseitigen Darstellungen des Außenministers.

Die Aussprache im Unterhaus.

Konservative Abgeordnete über ihre Erfahrungen in Spanien.

London, 20. Jan. (DNB.) In der Ans­prache über die bereits gestern im G. A. ver­öffentlichte E d e n r ed e ergriff zunächst der Führer der Labour-Party, Major A t t l e e, das Wort. Er begrüßte den Teil der Edenrede, der den Wunsch nach Zusammenarbeit aller Nationen aussprach. Eden habe Deutschland aufgefordert, sich den anderen Staaten der Welt anzuschließen, habe aber von Bedingungen gesprochen. Welcher Art seien diese Bedingungen?

Der konservative Abgeordnete Croßley, der kürzlich Madrid besuchte, wandte sich gegen die Be­hauptung, daß in Madrid eine Art demokratische Regierung" bestehe. In diesen Kreisen sei zweifel­los der Sowjetbotschafter, der mäch­tig st e Mann. Croßley wies dann besonders auf die Grausamkeiten und Brutalitäten der Bolschewi- ten hin. Als Beispiel führte er an, daß von 136 Geistlichen in Toledo nur noch sechs lebten. Mit besonderem Nachdruck wandte er sich gegen die Behauptung der Teilnahme deutscher Truppen im Kampf auf Seiten Francos. An der Madrider Front hätten, als er in Madrid gewesen ei, keine Deutschen gekämpft. Auf Seiten der Bolschewisten käme fast die ganze Muni­tion aus Frankreich. Dazu kämen sowjet­russische Tanks und Flugzeuge. Auf bol­schewistischer Seite kämpften Leute aus beinahe jedem Lande der Welt, darunter eine große Anzahl von Sowjetrussen, die ständig wachse.

Der konservative Abgeordnete Mitchell, der das nationale Spanien bereist hat, erklärt, daß das Volk hinter Franco zu stehen scheine, und daß im nationalen Spanien Gesetz und Ordnung herrschten. Ein weiterer konservativer Abgeordneter, Sir Henry Page-Croft, lehnte es ab, daß man Deutschland und Italien der Einmischung bezichtige. Wenn erst einmal die Geschichte dieses Bürgerkrieges geschrieben worden sei, erklärte er, werde man sehen, daß etwa 1 10 0 0 Franzo - s e n auf Seiten der Bolschewisten ge­kämpft hätten, ehe überhaupt von irgendeiner deut­schen oder italienische Beteiligung hätte gesprochen werden können.

Unterstaatssekretär Granborne erklärte, Att- lee habe betont, daß nur eine verfassungsmäßige Regierung in Spanien gebe. Aber Blum habe bei Einbringung des Gesetzes über das Freiwilligen­verbot gezeigt, daß er die beiden Parteien in Spanien im Gesetz gleichmäßig behandele. Blum habe gelernt, echte Tatsachen zu werten. Att- lee hätte das aber nicht gelernt. Spanien müsse sein Schicksal allein bestimmen. Die britische Regierung versuche das sicherzustellen. Granborne fragte den Führer der Opposition, ob er die Folgen auf sich nehmen wolle, wenn eine andere Politik zum Kriege sichre. Attlee erklärte, daß er seinerseits die Regierung fragen müsse, ob sie das Risiko eines Krieges auf sich nehmen wollte. Nach einem hitzigen Wortgefecht vertagte sich das Haus.

Die schulmeisterliche Rede des englischen Außen­ministers fand in der Aussprache durch konser­vative Abgeordnete die kritische Antwort, daß im spanischen Krieg nicht Deutschland oder Italien aktiv

beteiligt seien, dagegen hätten zehntausende Franzosen und russische Bolschewisten von vornherein mit den Waffen die Interessen des Umsturzes in Spanien gewahrt. Davon hatte Eden überhaupt nicht gesprochen. Er hütete sich, Moskau oder Paris auch nur irgendwie zu verletzen, er er­goß seine Rhetorik über alles Mögliches er stellte Leitsätze auf wieDie Regierungsform in Spanien muß eine Angelegenheit des spanischen Volkes und von niemand anders sein", aber sagte nicht, daß gerade die Mächte, die wie Sowjetrußland und Frankreich mit England in bestem Einvernehmen zu stehen scheinen, diese Selbstbestimmung des spa­nischen Volkes verhindern. Die konservativen Redner hatten diesen schwachen Punkt der Rede so­fort herausgefunden. Aber Eden hat diese Opposi­tion nicht entkräftet und zum Schluß der Erörte­rung hat Lord Cranborne es sich ebenfalls ver­sagt, auf diesen springenden Punkt einzugehen.

Schon Bismarck hat sich dagegen gewandt, daß britische Minister von der Sucht getrieben, die eng­lische Politik als die allein richtige hinzustellen, sich intantenhaftem Moralisieren" ergingen. Und die­ses Bevormunden anderer Regierungen, vornehm­lich der deustchen, hat Herr Eden zur Meisterschaft ausgebildet. Das mag mit Edens Vorliebe für die unglückliche Institution des stets fehlrechnenden Völkerbundes Zusammenhängen. Aber es bleibt un­verständlich, wie Eden dazu kommt, der deutschen Regierung gewissermaßen eine englische Linie vor­schreiben zu wollen, damit Deutschland, wie Eden sich ausdrückt, sich wieder der Achtung anderer Staaten erfreuen könne. Es ist selbstverständlich, daß jedes Land sich die Regierungsform wählt, die seinem eigensten Wesen entspricht. Wir sind die

Letzten, die der englischen Politik vorwerfen, nur nach englischen Interessen geleitet zu werden. Wenn aber Eden von seinem demokratischen Standpunkt aus es als unangenehm empfindet, daß Deutsch­land dieRasse und den Nationalismus zu einer Weltanschauung erhoben hat", dann muß man doch fragen, wie Eden sich den Wieder­aufstieg Deutschlands, den es eben der Hinwen­dung zum Glauben an die Tüchtigkeit seiner Rasse und an die Kraft seines geeinten Nationalgefühls verdankt, ohne diese Kräfte und ohne diesen Glau­ben denken könnte. Gerade die Briten sind dafür bekannt, daß sie an die Tüchtigkeit ihrer eigenen Rasse und an die Kraft des britischen und des Empire-Gedankens glauben. Nur dadurch haben sie ihre Stellung in der Welt begründet und behauptet. Wenn Deutschland das, was es den Engländern zubilligt, nun an sich selbst erprobt, dann ist das doch gewiß nicht ein mangelnder Wille zur politi­schen Zusammenarbeit der Nationen, sondern das Gegenteil. Den Reden Edens stehen sichtbare Lei­stungen Deutschlands für eine friedliche Zusammen­arbeit der Völker gegenüber. Unsere erfolgreiche Friedenspolitik mit Litauen, Polen, Oesterreich und Italien beweist allein schon den Vorteil der direk­ten Verständigungsmethode gegenüber der kollekti­vistischen Ideologie Edens. rt.

Der britische Außenminister Eden, der auf der Durchreise nach Genf in Paris eingetrofsen war, nahm das Abendessen in der Wohnung des Minister­präsidenten Blum ein. Der englische Botschafter, Sir George Clerk, war ebenfalls Gast des fron» zösischeu Ministerpräsidenten. Abends trat Eden die Weiterreise an.

Die Meinung der presse.

London, 20. Jan. (DNB.) Aus der Rede Edens im Unterhaus wird von der Londoner Presse sein Appell an Deutschland hervorgehoben. Edens Erklärungen, die an Deutschland gerichtet sind, nennt dieTime s" eine Politik nicht nur der britischen Regierung, sondern des ganzen briti­schen Volkes. DerDaily Telegraph" schreibt, gestern abend sei an Deutschland eine Aufforderung ergangen, seine Vorschläge zu machen mit der Zusicherung, daß im Falle einer deutschen Be­reitschaft auf englischer Seite der Wunsch vorhan­den sei, Deutschland wieder ganz in die Gemein­schaft der NaUonen zurückzubringen. DerDaily H e r a l d" sagt, daß Eden zum hundertsten Mal klar gemacht habe, daß England die wirtschaftliche Isolierung am allerwenigsten wünsche. England fei völlig bereit, schon morgen die Zusammenarbeit mit Deutschland aufzunehmen. Es müsse aber eine generelle Zusammenarbeit sein. Das Problem sie ein europäisches, also müsse die Lösung auch eine europäische sein.

DieDaily Mail" behandelt den Appell Edens an Deutschland, den Grundsatznationaler Ausschließlichkeit" über Bord zu werfen, und als Partner an einer europäischen Gesamtregelung teil­zunehmen. Sie schreibt dazu, daß dieses Ideal all­gemein willkommen geheißen werden würde, daß man sich aber doch fragen müsse, warum ü i e

Ermahnung besonders an Deutschland gerichtet worden sei.

Die immer wachsende Drohung des Bolschewis- mus habe ihre Schatten über Eurova geworfen und stehe jeder Befriedung im Wege. An Moskaus Adresse sollten Vorwürfe, wie dieder Ver­schärfung internationaler Judenhetze" oder Forde­rungen nachAufgabe jeder Form der Einmischung in die Angelegenheiten anderer" gerichtet werden. DieDaily Mail" begrüßt die Förderung der eng­lischen Rüstung, die Eden vertreten habe. Seine Erklärung sei aber dadurch wieder zunichte gemacht worden, daß er sich für eine Stärkung der Autorität des Völkerbundes ausgespro­chen habe. DerPalast der Torheit in Genf" habe seine verderbliche Fähigkeit gezeigt, nicht Frieden zu schaffen, sondern Pakte, Kriege und eine Fülle kleinerer Unruhen. Das Liebäugeln mit Genf und das Lehrenerteilen an große und schwer bewaffnete Mächte könnten zu nichts führen, höch­stens zu einer Katastrophe. Welches Recht, so fragtEoening News", habe England, das bisher noch nicht in Reichweite der bolschewistischen Macht liege, einem Lande wie Deutschland, das nur mit knapper Not dem Bolschewismus entgangen sei, Vorlesungen zu halten. Wenn Eden glaube, daß die Welt mit Worten wohlhabender und ftiedlicher gemacht werden könne, bann müßten diese Worte an die Moskauer Adresse ge­richtet werden.

Prozent der englischen Flotte. Der Erfolg der deut­schen Handelsschiffahrt sticht um so mehr ab, als zur Zeit die deutschen Werften die Höch st e B e s ch as­tig u n g s z i f f e r der Nachkriegszeit aufweisen und gerade im vergangenen Jahr auf den großen Linien nach Ostasien, Mittelamerika und Afrika eine Reihe modernster großer Schiffe neu in den Ver­kehr gestellt worden sind.

Das Leiffungsabzrichen des DL.

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Diejenigen Mitglieder des Deutschen Jungvolks, die die vorgeschriebenen sportlichen Hebungen erfüllen, erhalten dieses Leistungsabzeichen. (Scherl-M.)

Mitführen der Jahnen und Standarten des Heeres.

Das Oberkommando des Heeres hat befohlen: Die Fahnen und Standarten find grund­sätzlich nur beide sonders feierlichen An­lässen zu zeigen. Fahnen und Standarten wer­den enthüllt von der Truppe mitgeführt: a) b e i Ehrenparaden (z. B. Geburtstag des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht), an denen mindestens ein Bataillon (Abteilung) oder drei Schwadronen mit Waffen teilnehmen; b) bei Gestellung von Ehrenkompanien (Ehren- schwadronen) für den Führer und Obersten Befehls­haber der Wehrmacht; c) bei Gestellung von Sa- lutbatterien für den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, wenn sie an dem Vorbeimarsch teilnehmen: d) bei der Rekruten- vereidigung; e) bei feierlichen Veran-

staltungen (z. B. nationalen Feiertagen, bei besonderen Appellen, Einweihungen usw.); f) bei Trauerparaden. Fahnen und Standarten werden nicht mitgeführt: a) bei Hebun­gen (z. B. Felddienstübungen): b) bei Herbst- Übungen und Wehrmachtmanövern. Findet im Zusammenhang mit Hebungen eine Feldparade statt, so nehmen an dieser die Fahnen und Stan­darten teil.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsminister Dr. Goebbels empfing heute eine Abordnung alter Parteigenossen ausHattingenander Ruhr, die ihm die Grüße seiner Kameraden aus der Kampfzeit überbrachten und ihm das Modell eines Treibsatzes einer Schnell­zuglokomotive, ein Bilderalbum aus den Werken der Ruhrstahl AG. sowie ein Gemälde des Goebbels­berges überreichten, auf dem Dr. Goebbels im Kampf­jahr 1925 bei einer Sommersonnenwende der Orts­gruppe Hattingen der NSDAP, die Feuerrede hielt.

Reichsminister Dr. Frick unternahm eine Be­sichtigungsfahrt durch das Aachener Grenz­land. Die Grenzfahrt führte durchs Wurmkohlen­gebiet von Alsdorf nach Herzogenrath an der hol­ländischen Grenze und dann durch den Aachener Wald und die Eifel an der neuen belgischen Grenze entlang. Auf der Fahrt unterrichtete Regierungs­präsident Vogelsang den Minister über die grenz- politischen Verhältnisse und die wirtschaftliche Struk­tur des Aachener Gebietes.

Der Jugendführer des Deutschen Reiches hat zum Inspekteur derALolf-Hitler-Schu- l e n" den Oberbannführer im Stabe der Reichs­jugendführung Kurt Petter ernannt.

Aus aller Welt.

20 Grad Kälte in Schlesien.

In der Nacht zum Donnerstag traten in Schlesien strenge Fröste auf. In Oberschlesien sanken die Temperaturen bis20 Grad ab, in Nieder- und Mittelschlesien wurden 18 Grad Kälte erreicht. Im Gebirge sanken die Temperaturen stellenweise mehr als 20 Grad unter den Gefrierpunkt.

Amerikanischer Polizist von einem Gangster erschossen.

Ein tolles Gang st er st ück, das mit der E r - m o r b u n g eines Polizeibeamten endete, f)at sich in Monroe (Michigan) ereignet. Zwei Polizeibeamte, die eine Streife unternahmen, hielten einen Kraft­wagen an, weil sie in den beiden Insassen die Ent­führer eines Geschäftsreisenden vermuteten. Einer der Beamten stieg in den Privatwagen über, wäh­rend der andere einen der Verdächtigen zu sich in den Dienstwagen nahm, um zum Polizeirevier zu fahren. Auf dem Wege zum Revier zog der Ver­brecher plötzlich feinen Revolver und zwang den Beamten, mit dem Dienstwagen einen anberen Weg einzuschlagen. Mit der Pistole trieb er den Poli­zisten zu großer Geschwindigkeit an. Der Kamerad des Beamten nahm mit dem Privatwagen, den

einen Verbrecher neben sich, sofort die Verfolgung, auf, konnte aber den Dienstwagen nicht mehr er­reichen. Am Abend fand man den Polizeibeam­ten außerhalb der Stadtgrenze mit den Polizei­handschellen an einen Briefkasten angeschlossen erschossen auf.

Rekordflug des amerikanischen Fliegers Hughes.

Der amerikanische Flieger Howard Hughes hat bei einer Heberquerung des amerikanischen Konti­nents einen neuen Rekord aufgestellt. Er ist in Los Angeles aufgestiegen und nach 7 Stunden 29 Minu­ten 27 Sekunden in Newark (New Jersey) gelandet. Er hat damit seinen eigenen Rekord von 9/2 Stun­den, den er 1936 aufstellte, gebrochen. Hughes legte auf der 2490 Meilen (4007 Kilometer) langen Strecke den Flug in einer Höhe von 14000 Fuß (4200 Meter) zurück. Seine Durchschnittsgeschwin­digkeit betrug 332 Meilen (534 Kilometer), seine Höchstgeschwindigkeit 370 Meilen in der SturGe (594 Kilometer).

Schweres Fährunglück in China.

In den Stromschnellen des West-Flusses, südlich von Kanton, ist ein Fährdampfer im Nebel auf­gelaufen und gesunken. Von den 400 Fahr­gästen des Dampfers sind 200 ertrunken oder werden vermißt. Von Kanton aus sind Rettungs­fahrzeuge mit ärztlicher Hilfe abgegangen.

ZBeinprobe in Bacharach.

Dieser Tage fand in Bacharach am Rhein eine umfangreiche Weinprobe statt, zu der Weine der Jahrgänge 1934, 1935 und 1936 aufgestellt waren. Besonders zeichneten sich die Weine der Jahrgänge 1934 und 1935 durch Güte und Reife aus. Aber auch der 1936er hat sich ausgebaut. Wein­baudirektor Carstensen sprach über den Sinn dieser Weinprobe. Bürgermeister Berger betonte die Volksverbundenheit, die eine solche Weinprobe zum Ausdruck bringe, zu der Winzer, Weinhändler, Wirte und führende Persönlichkeiten der Orts- bauernschaft erschienen waren.

Drei Menschen in brennendem Kraftwagen umgekommen.

Ein schwerer Kraftwagenzusammen« stoß ereignete sich in der Nähe von Bordeaux. Zwei Lastwagen stießen in voller Fahrt zusammen. Im Nu standen beide Fahrzeuge in Flammen. Wäh­rend es gelang, die beiden Insassen des einen Wa­gens mit lebensgefährlichen Verletzungen zu bergen, verbrannten die drei Insassen des an­deren Wagens bei lebendigem Leibe.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 36: 11 250. Druck und Verlag: Brühl'fche Hniversitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., fämllich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Psi mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags

15 Psi, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig