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von Flü chtlingen oder von bewaffneten Streitkräften aus der Kampfzone in das Gebiet der Kronkolonie zu verhindern. Jetzt schon strömen Hunderte von Chinesen aus der Provinz Kwantung auf Hongkong zu, um dort Zuflucht zu finden. Reuter meldet, baß das Gerücht, wonach sich 30 japanische Kriegsschi ff e vor Arn 0 y versammelt hätten, in britischen Kreisen Hongkongs nicht bestätigt worden sei.

Siam rüstet auf.

London, 18. Dez. (DNB.) Der Verteidigungs­minister von Siam gab in Singapore Pressever­tretern einen Ueberblick über die Verteidigungs­pläne der siamesischen Regierung. In Satahib, un­gefähr 230 Kilometer von der Hauptstadt Bangkok entfernt, werde ein neuer Flotten st ützpunkt gebaut. In Lopburi entstehe eine Garnison- stabt, der Militärflughafen von Don Muang werde erheblich erweitert werden. Die Flotte ist kürzlich durch 25 neue Kriegsfahrzeuge ver­stärkt worden, die zum Teil britischen Ur­sprungs sind. Die Luftstreitkraft verfüge über 200 kampffähige Maschinen mit 2000 meist in Europa ausgebildeten Offizieren und Mann­schaften.

Enge Zusammenarbeit der Lustwaffen Englands und Frankreichs.

Paris, 19. Dez. (DNB.) Der Londoner Be­richterstatter desFigaro" schreibt zn dem Aufent­halt des französischen Luftfahrtmimsters C o t in England, die Besprechungen mit seinem britischen Kollegen Lord Swinton müßten von besonderer Bedeutung gewesen sein, da die beiden Minister be­schlossen hätten, daß sich demnächst eine Abord­nung französischer F l i e g er o f f i z i e r e nach London begeben werde, um die von den Ministern besprochenen Fragen eingehender zu be- handeln. Lord Swinton habe Luftfahrtminister Cot die letzten Herstellungsziffern der brittschen Flug­zeugwerke mitgeteilt, wonach England zur Zeit monatlich etwa 200 Militärflug­zeuge herstelle. Vermutlich werbe England 1939 über 4500 Militärflugzeuge verfügen, also etwa 2000 mehr als seinerzeit vorge­sehen. Die Generalstäbe der Luftwaffen beider ßänber würden tft eine enge Zusammenar­beit treten.

Kleine politische Nachrichten.

Der Chef derKanzlei des Führersder NSDAP., Reichsletter Philipp B o u h l e r, hatte die Mitarbeiter dieser Dienststelle und der partei­amtlichen Prüfungskommission zum Schutz des NS.° Schrifttumes zu einem Kameradschaftsabend in das Haus der Flieger geladen, um mit ihnen gemeinsam das Fest der deutschen Weihnacht zu begehen. Die Freude der Teilnehmer erreichte ihren Höhepunkt, als der Führer selb st unter ihnen erschien.

Der Führer und Reichskanzler hat den persönlichen Adjutanten des Reichsministers K e r r l, SA.-Sturmbannführer Otto Ahrens, zum R e - gierungsrat ernannt.

Der Führer und Reichskanzler hat dem Königlich Italienischen Außenminister Graf C i a n o und der Gräfin Ciano Glückwünsche zur Geburt ihresdrittenSohnes ausgesprochen.

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Zwischen einer deutschen und einer niederländischen Delegation haben Verhandlungen über Fragen des Arbeitseinsatzes von Arbeitern und Ange­stellten beider Länder zu einer Vereinbarung geführt, die den beiderseitigen Staatsangehörigen die Auf­nahme von Arbeit im anderen Lande erleichtert.

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In Berlin wurde ein neuer Verttag über die Regelung der Zahlungen im deutsch-niederländischen Warenverkehr unterzeichnet, der bis Ende 1938 gilt. Die freie Devisenspitze der Reichsbank ist auf 10 v. H. des deutschen Ausfuhrerlöses erhöht worden. Ferner können gewisse Kosten des Transitverkehrs, die bisher in Devisen gezahlt werden mußten, in Zukunft über Verrechnung geleistet werden. Die Geltungsdauer des bisherigen Vertrages über den Warenverkehr ist bis zum 31. März 1938 verlängert worden. Die beiden Regierungen sind darüber einig, die Verhandlungen über den neuen Warenverkehrsvertrag sobald wie möglich aufzunehmen. *

In Verhandlungen über eine Neuregelung der deutsch-polnischen Filmbezrehun- g e n haben sich die beiden Regierungen unter Wah­rung ihrer eigenen Grundsätze eine möglichst weit­gehende Förderung dieser Beziehungen zugesagt.

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Der Chef der polnischen Luftwaffe, General Rayski, der einen Besuch abgestattet hatte, hat Berlin verlassen. Es sind verschiedene Truppenteile der Luftwaffe, ein Jagdgeschwader, eine Aufklärungs­gruppe und eine Flakabteilung besucht worden. Den Gästen war ferner Gelegenheit gegeben, in Gatow die Luftkriegsschule, die Luftkriegsakademie und die Lufttechnische Akademie und ein Werk der Luft- fahrttndustrie zu besichtigen.

Das reichsdeutsche Heim in Bukarest wurde seiner Bestimmung übergeben. Stabsamts- leiter Ruberg beglückwünschte namens des Führers und des Gauleiters Bohle die Landesgruppe Ru­mänien und übergab ihr ein Bild des Stellvertreters des Führers mit eigenhändiger Widmung.

Der Hauptausschuß des N i ch t e i n Mischungs­ausschusses behandelte eine Reihe von technischen Fragen, die mit dem Plan für die Zurück­zieh ungderFreiwilligen aus Spanien Zu­sammenhängen. Der Ausschuß beschloß, am Mitt­woch, 22. Dezember, wieder zusammenzutteten.

Nach einer Havas-Meldung aus Haifa ist die ira­kische O e l l e i t u n g in der Nacht zum Samstag unterbrochen unoinBrand gesteckt wor­den. Die Drähte der parallellaufenden Telephonlei- tung wurden durchschnitten.

Japanische Kunst- und Kullausstellung in Marburg.

Im Iubiläumsbau der Universität Marburg wurde eine Sonderausstellung japani - scher Kunst- und Ku l t a e ge n stä n de eröffnet. Bei der Eröffnungsfeier würdigte Universitätskura- tor Geheimrat von Hülsen die engen Beziehun­gen der Universität zur Wissenschaft des Auslandes durch Professoren- und Studentenaustausch, die weit- bekannten Ferienkurse und wertvolle Zweckeinrich­tungen. Die sehenswerte Ausstellung enthält Gegen- stände einer besonderen Form des Buddhismus, ja­panische Kunst, Shintoismus, chinesische Kultbilder usw.

Oie Diphtherie, eine Volksseuche und ihre Bekämpfung

Von Professor tDr.KPrigge, Frankfurt a.M.

NSG. Ebenso wie die Witterung nicht in allen Zeiträumen die gleiche bleibt, zeigt auch der Gang der schweren Seuchen ein ständiges Auf und Ab. So hat die Cholera zum erstenmal zu Beginn des vorigen Jahrhunderts einen Zug über die ganze Welt angetreten und ist auch nach Europa gelangt, wo sie früher völlig unbekannt war. Auch eine der schwer­sten Kinderkrankheiten, die Bräune oder Di­phtherie, tritt zu verschiedenen Zeiten mit ganz verschiedener Häufigkeit und Stärke auf. Nachdem es während längerer Zeit verhältnismäßig wenig Diphtherieerkrankungen gegeben hatte, war im letz­ten Jahrzehnt wieder eine bedrohliche Zunahme der Erkrankungszrffer festzustellen. Z. B. sind im Jahre 1936 nahezu 150 000 Menschen in Deutschland an Diphtherie erkrankt, davon 5800 tödlich, während im Jahre 1932 nur etwa 64 000 Erkrankungen mit rund 3000 Sterbefällen gezählt wurden. Wie man sieht, ist die Zahl der Todesfälle sehr viel welliger gestiegen als Die Zahl der Erkrankungen, während sich die letzteren nahezu verdreifacht haben, sind die ersteren nicht einmal aufs doppelte gestiegen. Die­ser Unterschied ist als der erste Erfolg der ener­gischen Maßnahmen zu betrachten, die zur Bekämp­fung der Diphtherie in den letzten Jahren ergriffen worden sind, und deren weiteres Ziel die völlige Eindämmung dieser Seuche sein wird.

Am häufigsten tritt die Diphtherie in Form einer schweren Mandelentzündung auf. Auf den Mandeln entwickelt sich ein glänzender, weißer Belag, der vielfach auf den Zungengrund und auf die hintere Rachenwand übergreift. Nicht selten wird auch die Nase ergriffen. In schweren Fällen besteht hohes Fieber, und es stellen sich Verwirrungszustände ein. Besonders gefährlich wird die Erkrankung, wenn sie den Kehlkopf befällt. Wegen der Erstickungsgefahr ist diese als Krupp bezeichnete Form der Bräune besonders gefürchtet. In vielen Fällen vermag nur ein rascher operativer Eingriff, der Kehlkopf- schnitt, die Erkrankten vor dem Tode zu retten.

Die Diphtherie ist eine ansteckende Krankheit, die vorwiegend bei Kindern, seltener bei Erwachsenen auftritt. Sie wird verursacht durch den Diphtherie­bazillus, ein kleines, leicht gekrümmtes Stäbchen, das sich bei geeigneter Färbung im Mikroskop leicht sichtbar machen läßt. Einem deutschen Militärarzt, Friedrich Löffler, war diese Entdeckung zu ver­danken. Ihm ist es auch gelungen, den Diphtherie- barillus auf künstliche Nährböden zu übertragen unb fein Wachstum und feine Vermehrung auf ihnen im Laboratorium genau zu studieren. Im Verfolg dieser Untersuchungen ergab sich, daß der Diphtheriebazillus ein hochwirksames Gift, ein so­genanntesToxin", bildet und daß dieses Gift die eigentliche Ursache ist, die die Erkrankung beim Menschen hervorruft. Die Erkrankung beginnt nicht unmittelbar nach der Ansteckung, sondern es ver­gehen etwa zwei bis fünf Tage, bis sich die ersten Anzeichen der Diphtherie bemerkbar machen. Wenn man zu diesem Zeitpunkt mit einem Wattetupfer über die Gaumenmandeln der Kranken wegstreicht, so finden sich in dem anhaftenden Schleim metft schon zahlreiche Diphtheriebazillen.

Menschen, die eine Diphtherie durchgemacht haben, bleiben in der größten Mehrzahl der Fälle für ihr

weiteres Leben von einer zweiten Diphtherie-Er­krankung verschont. Sie sind, wie der Arzt sagt, gegen Die Diphtherieimmun". Diese I m m u n i - t ä t beruht auf dem Vorhandensein von Schutz- stoffen, sogenannten Antttoxinen, die der Körper beim Abheilen der Erkrankung bildet und die vor allem im Blute in größeren Mengen auftreten. Diese Antitoxine machen das Gift des Diphtherie­bazillus, das Toxin, unwirksam. Einen der größten Fortschritte für die Bekämpfung Der Diphtherie brachte Emil von Behrings Entdeckung, daß Antitoxine nicht nur beim erkrankten Menschen auftreten, fonDern auch bei Tieren, vor allem bei Pferden, Denen man Das Gift Des Diphtherie­bazillus einspritzt. Bei sachgemäßem Vorgehen ver­tragen die Pferde allmählich immer größere Gift­mengen, und ohne daß es zu einer Erkrankung Der Tiere käme, bilden sich in ihrem Blut, besonders im Blutwasser oder Serum, große Mengen von Antitoxin, die durch Aderlaß gewonnen und $ur Bekämpfung der menschlichen Diphtherie benützt werden. Das Serum kann entweder so verwandt werden, daß man es den Kindern einspritzt, Die Der Gefahr einer Diphtherie-Ansteckung ausgesetzt sind, und sie hierdurch vor einem Ausbruch Der Er­krankung schützt. Meistens wird das Serum jedoch erst nach Beginn Der Erkrankung eingespritzt. Zwar lassen sich Die Giftmengen, die in die Körperzellen bereits eingeDrungen sind, nicht mehr unwirksam machen, Das Serum verhindert aber, daß weitere Giftmengen in Den Organismus eindringen. Und gerade hierauf kommt es an. Denn hierdurch wird vermieden, daß die Erkrankung fortschreitet und zu lebensbedrohenden Schädigungen führt: das Serum dient also bei richtiger Anwendung als Heilserum. Es versteht sich nach dem Gesagten von selbst, daß die erforderliche Wirkung nur Dann eintreten kann, wenn Das Serum frühzeitig angewandt wird, d. h. zu einem Zeitpunkt, zu Dem das Toxin Des Diphtheriebazillus noch keine lebensgefährliche Ver­giftung erzeugt hat. Wird Die Serumdarreichung zu Diesem Zeitpunkt versäumt, so gelangt immer neues Gift in die lebenswichtigen Körperzellen. Ein töd­licher Ausgang der Erkrankung ist alsdann häufig nicht mehr zu vermeiden.

Den hervorragenden Erfolgen, die das Dphtherie- Serum bei frühzeitiger Anwendung besitzt, stehen daher viel ungünstigere Ergebnisse in denjenigen Fällen gegenüber, in Denen Die Anwendung zu spät erfolgt. Die Kenntnis diese? Zusammenhänge dürfte Den Streit über die Wirksamkeit oder Un­wirksamkeit des Diphtherie-Serums, Der in einzelnen Fällen noch geführt roirD, überflüssig machen. Frei­lich roirb es sich wohl nie erreichen lassen, daß alle Diphtheriefälle so rechtzeitig zur Behandlung ge­langen, wie Dies nach Dem heutigen StanDe unse­res Wissens erforderlich erscheint. Diese Tatsache und die eingangs erwähnte erhebliche Zunahme der Diphtherie-Erkrankungen haben daher die Aufmerk­samkeit Der Aerzte in den letzten Jahren in beson­derem Maße auf solche Verfahren yingelenkt, die schon beim gesunden Kinde einsetzen und nach Möglichkeit den Ausbruch der Erkrankung überhaupt zu verhindern suchen.

Durch Oesterreich und Ungar«.

Eine Fahrt zu Freunden und Brüdern.

Von Or. Frih Zeffel.

In früheren Jahren machten die Deutschen häu­fig ihre Reisen ins Ausland, weil sie das Fremd­ländische Dem eigenen Volkstum vorzogen. Sie er­kannten nicht Die Schönheiten Der eigenen Heimat unD stellten Die SehenswürDigkeiten anDerer Län­der gar zu leicht über die Reize- Des eigenen Va­terlandes. Es kam aber noch ein anderes Moment hinzu: Der Trieb in Die Ferne, Der auch anderen nordischen Völkern stets eigen gewesen ist, ganz im Gegensatz zu den Romanen, Die man weniger auf großen Reisen trifft, weil sie eine größere Boden­ständigkeit, um nicht zu sagen, Trägheit, besitzen. Augenblicklich ist es infolge der Devisengesetz­gebung nur noch wenigen oergönnt, bescheidene Mittel im Ausland zu verbringen. Der Drang in die Ferne ist Der gleiche geblieben. Aber sonst hat sich in der Auffassung manches geändert infolge der aeiftigen Einwirkung durch den nationalsozialisti­schen Staat. Unser deutsches Volkstum steht ganz und gar im Vordergrund. So mancher deut­scher Reisende ist früher an seinem Volksgenossen, der im Ausland lebt, achtlos vorübergegangen, ja, hat oft nicht einmal von ihm gewußt. Gegen­wärtig dagegen fühlt er sich zu ihm hingezogen, weil er Die Sprache des gleichen Blutes kennen­gelernt hat. Einstmals verleugnete mancher sein Deutschtum und trat unter Der Maske einer frem­den Nation auf, heutzutage ist jeder stolz Darauf, Deutscher zu fein. Und wie groß ist die Freude der Volksdeutschen in der Ferne, wenn sie durch Augen- zeugen von den Leistungen des Dritten Reiches er­fahren. So ist es weiterhin notwendig, daß dieser Trieb in die Weite dem deutschen Volk erhalten bleibt, vorausgesetzt, daß ein jeder, der die deutsche Grenze überschreitet, sich in taktvoller Weise als Vertreter des Reiches bekennt. Dann können für unsere Anschauung auch auf diese Weise durch vorbildliche Haltung Freunde gewonnen werden. Und nicht zuletzt bleibt Der Kontakt zwischen allen Deutschen auf Der Welt, Die sich einst infolge man­gelhafter Betreuung vom Reich abgeschnitten fühl­ten, erhalten.

Welch eine FreuDe ist es, Durch das deutsche Oesterreich und das befreundete Un­garn zu fahren. Beide Länder, ehemals in der habsburgischen Doppelmonarchie vereinigt, haben jahrhundertelang Die Macht im SüDosten gehalten unD sind ein Bollwerk gegen Die Türkenherrschast gewesen. Ueberschreitet man Die Grenze im Baye­rischen, so ist fein Unterschied festzustellen. Die Men­schen schauen Deutsch aus, sie bauen ihre Häuser und Kirchen in Der gleichen Weise, Die Sprache zeigt einen etwas anhers gefärbten Dialekt.

Wir fahren Durch Die Deutschösterreichischen Alpen. Die letzten Ausläufer liegen balD hinter uns. Erneute Paßkontrolle. Wir sind in Ungarn. Von fern schon sehen wir den Plattensee in strahlendem Sonnenglanze liegen. 70 Kilometer lang und bis zu 14 Kilometer breit, ist er der größte See Mitteleuropas. Da dieser langgestreckte See eine zurückgebliebene Meeresmulde aus vul­kanischer Zeit ist, besitzt er im allgemeinen nur

eine Tiefe von drei bis vier Meter. Sein schwach salziges, grünlich schimmerndes Wasser hat Ab­flüsse zur Donau hin. Berühmte Weine wachsen auf den Hügelketten des Nordufers. Das Südufer, das vollkommen flach und teilweise ver­sumpft ist, hat ein besonderes Interesse durch seine zahlreichen Wasservögel, die in Dem Röhricht nisten. Für jeden Biologen eine Fundgrube abwechslungs­reicher Studien. Aber auch Derjenige, Der aus ruh en will von der Arbeit, wird angezogen durch die Reize dieses entzückenden Sees. Herrliche Bade­plätze gibt es dort und einen wunderschönen Strand. Und diese Menschen, Denen schon immer ein bestrickender Charrn nachgesagt ist, behandeln uns wie Freunde der ungarischen Nation, man könnte fast sagen, wie Vertreter eines schicksalsverbunde­nen Volkes. Nur ungern nehmen wir von ihnen Abschied.

Der Weg führt uns über die ehrwürdige Bischofs- stadt Stuhlweißenburg am Rande des un­garischen Mittelgebirges und Der niederungarischen Tiefebene. Es war schon eine römische Stellung. Zwei Jahrhunderte lang wurden Dort im Mittel- alter Die ungarischen Könige gefrönt.

Dann kommen wir in eine Der schönsten Städte Europas: das ist Budapest. Majestättfch liegt diese Stadt zu beiden Seiten Der Donau. Sie ist schon seit langer Zeit Der Anziehungspunft für viele Deutschen gewesen. Tausende von unseren Volksgenossen leben Dort in geachteten Stellungen. Wir besuchen Die deutsche Schule, Das kost­barste Kulturgut, Das wir in zahlreichen Ländern der Welt zur Eichaltung des Deutschtums besitzen. Welche Freude ist es, daß auch dort im Rahmen des Möglichen der Geist unseres heutigen Staates eingezogen ist. Die Augen her deutschen Kinder sind wieder mit Stolz auf das Vaterland gerichtet, ohne damit her Regierung Des Gastlandes die nötige Achtung zu versagen. In deutschen Vereinen und sonstigen Organisationen wird deutsches Wesen ge- pflegt.

Betrachten wir die Stadt! Ist es Da ein Wunder, daß her Deutsche sich hort wohl fühlt? Ursprünglich waren es zwei Städte: Pest am linken und Öfen am rechten Ufer. 1872 sinh beibe miteinander ver­einigt. Budapest ist eine her glänzendsten Städte Europas. Auf dem westlichen gebirgigen Ufer sehen wir hie Königsburg in Ofen, währenh has östliche mit palastähnlichen Gebäuden geschmückt ist. Außerhalb der beiden Orte hat die Donau die ge« wattige Breite von über 1 000 Meter, in her Stadt dagegen verengert sie sich auf 300 Meter. Durch wundervolle Brücken sind beide Stadt- teile miteinander verbunden. - Budapest ist außer- ordentlich reich an allem, was eine moderne Groß­stadt auszeichnet. Während Pest von dem vielseiti­gen Treiben einer modernen Großstadt beherrscht wird, gewahren wir in Ofen hie Ruhe, hie von einer Hof- und Beamtenstadt ausgeht. Don den Bergen, die mit Reben bestanden sind, schauen luftige Villen herab. Hier wohnen besonders viele Deutsche. In den letzten Jahren hat sich die Be­

völkerung vervierfacht. 1870 waren es nur 270 000 Einwohner, heute dagegen ist eine Million längst überschritten. Von den verschiede« nen Nationalitäten ist die deutsche am stärksten vertreten. Das magyarische Volkstum ist aber trotz her verschiedenartigen Zusammensetzung der Bevöl­kerung durchaus vorherrschend und tonangebend. Der Magyare besitzt ein ausgesprochenes Herren- bewußtsein, ist aber gutmütig und gastfrei. Sein leicht erregbares Temperament verbindet ihn mit südlichen Volkern. Wie wir schon häufig in der Geschichte erlebt haben, besitzt er eine glühende Vaterlandsliebe und ist vor allem stolz auf seine glänzende Hauptstadt. Ein Sprichwort besagt:Pest ift Ungarn". In her Tat, hier liegt her Schwer­punkt hes nationalen Willens unb her Brennpunkt jeher geistigen Betätigung. Das erkennt man schon an her einen Tatsache, haß vier Fünftel her gesamten ungarischen Literatur in Vuhapest erscheint. Die Provinzzeitungen verblassen vollkom­men neben Denen Der HauptstaDt.

Es mag interessieren, Daß auf dem Gebiet des heutigen Alt-Ofen im ersten Jahrhundert n. Chr. eine keltische Siedlung gestanden hat. Ein Jahr­hundert später war es ein römischer Ort innerhalb der Provinz Pannonien. Während der Völkerwan­derung lösten sich Hunnen, Ostgoten, Langobarden und Slawen in der Herrschaft ab. Da die Donau für lange Zeit eine natürliche Grenze bildete, ent­standen zu beiden Seiten verschiedene Siedlungen. Um 900 drangen von Osten die Ungarn in Das Land. Die Blüte beider Städte begann unter Kö­nig Matthias Corvinus (1458 bis 1490). Während der Türkenzeit im 16. und 17. Jahr­hundert wurden beide Städte stark verwüstet. Erst

Besser abends - aber auch morgens

Chlorodont

unter Maria Theresia begannen sie wieder aufzublühen. Durch den Weltkrieg und die Revo­lution ist Die Entwicklung fast zum Stillstand ge­kommen. In Der Königsburg residiert heute her Reichsverweser.

Wir wollen noch der Metropole des zusammen- geschmolzenen Nachbarstaates einen kurzen Besuch abstatten. Jeher, her auch nur einen Tag in Wien verbracht hat, her wird einen Hauch der geschicht­lichen Größe und noch einen Rest hes alten Lebens­stils verspürt haben. Man hört immer wieder: Wien ist nicht mehr das, was es war. Und trotz­dem, die Steine sprechen zu uns als Zeugen einer vergangenen Pracht dieser Stadt, in der ein Mo­zart, Beethoven, Haydn, Strauß, Schubert und viele andere ihr Lebenswerk vollendet haben. Jeder Phantasiebegabte kann sich im Geist Das Bild ver­gangener Blüte wieder vor Augen führen. Seit der Jude tonangebend geworden ist, hat sich manches geändert. In dieser viertgröhten Stadt Europas wohnen nicht weniger als 15 000 Reichs­deutsche. Bei vielen Bewohnern empfindet man deutlich den Wunsch der Einkehr in Das Deutsche Reich. Die Deutschbe wußten fühlen sich glücklich, daß eine Annäherung zwischen Ber­lin u n d W i e n erfolgt ist. Die Gegensätze des 19. Jahrhunderts sind längst überbrückt. Die deut­schen Volksgenossen diesseits und jenseits Der Grenze bekennen sich nach wie vor zum gesamweutschen Schicksal.

Faßt man eine Auslalchsfahrt In diesem Sinne auf, so gewährt sie dem Reisenden selber nicht nur einen reichen inneren Gewinn, sondern bedeutet auch seelische Stärkung für jeden deutschen Volks­genossen im Ausland und bietet eine Brücke für die wahrhafte Verständigung der Völker.

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Kunst und Wissenschaft.

Gedenkfeier zum 100. Geburtstage Cosima Wagners.

In einer Feierstunde wurde in der Ludwig- Siebert-Festhglle zu Bayreuth des 10 0. G e - burtstages Cosima Wagners gedacht. Zu dieser Feier waren u. a. Frau Winnifred Wag­ner, die Mutter des verstorbenen Gauleiters S ch e m m , Gauleiter W ä ch 11 e r, Der Präsident der Reichsmusikkammer Pros. Raabe, Landes- kulturwatter Kolbe sowie Vertreter her Wehr­macht unb her Behörden erschienen. Nach einer musikalischen Einleitung hielt Bürgermeister Kel­ler eine Ansprache, in der er u. a. ausfuhrte: Zur Feier des 100. Geburtstages Cosima Wagners haben wir ihre von Künstlerhand geschaffene Büste in die Ehrenhalle großer Bayreuther ausgenommen und sie zwischen die Büsten Franz Liszts und Richayd Wagners gestellt. Dort werden wir ihr den Lorbeer des Ruhmes und her Dankbarkeit spenden. Wir wollen nie vergessen, daß aus Dem geistigen unD künstlerischen Schaffen des Bayreuther Meisters unD aus feinem Glauben an Das deutsche Volk auch der Schöpfer Des neuen, besseren Deutschlands einen großen Teil Des Glaubens und her Kraft geschöpft hat, die ihn au seinem gewaltigen Aufbauwerk be­fähigten. Sooann hielt Frau Daniela Thode - von Bülow, die Tochter Cosima Wagners, die Gedenkrehe, in Der sie von her Ehrfurcht Cosima Wagners vor ihrer Lebensaufgabe sprach, die in echter Hingabe an bas Werk Richard Wagners, in her' gewissenhaften Wiebergabe Des von ihm Ge­wollten beftanben habe.

Wandergewerbe und Arbeitseinsatz.

Berlin, 15. Dez. (DNB.) Die Durchführung hes Dierjahresplanes ist weitgehend von her Be­reitstellung Der Arbeits kräs te abhängig. Da­bei muß gegebenenfalls auch auf Kräfte zurück­gegriffen werben, Die bisher für den Arbeitseinsatz nicht zur Verfügung standen. Eine neue Anord­nung schafft die Möglichkeit, Die Genehmigung zur Betätigung im Wandergewerbe und Stabthausier- geroerbe solchen Personen z u versagen bzw. zu entziehen, deren Arbeitskraft aus staats- und wirt­schaftspolitischen Gründen an anderer Stelle innerhalb der deutschen Volkswirtschaft z w e ck v o l -- ler ausgenutzt werden kann. Ein Wanber- gewerbeschein ober Stabthausierschein barf nur bann erteilt werden, wenn das zuständige A r - b e i t s a m t her Erteilung zugestimmt hat. Ebenso ist ein bereits erteilter Wanbergewerbeschein ober Stabthausierschein zu entziehen, wenn das Arbeits­amt dte? beantragt. - ----