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Deutsch-italienischer Wirtschastsaustausch.

Neue Vereinbarungen zur weiteren Hebung des Warenverkehrs.

Rom, 18. Dez. (DNB.) Der italienische Minister Les Auswärtigen, Graf Ciano, und Botschafter von H a s s e l l haben mehrere wirtschaftliche Vereinbarungen unterzeichnet, die von dem deutschen und dem italienischen Regierungsaus- fchuß für die Regelung der deutsch-italienischen Wirtschaftsbeziehungen unter Vorsitz von Ministe­rialdirektor Sarnow und Botschafter Gian­nini vorbereitet worden waren.

Giornale d'Jtalia" unterstreicht die Bedeutung der neuen Vereinbarungen. Deutschland nehme schon heute den er ft en Platz im italienischen Außenhandel ein. So belaufe sich die ita­lienische Einfuhr aus Deutschland in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres auf 1 Milliarde, 386 Millionen Lire gegenüber 1 Mil­liarde, 584 Millionen Sire ".für das ganze Jahr 1936. Italiens Ausfuhr nach Deutschland betrage für die gleichen Zeitabschnitte 849 Millionen bzw. 1 Milliarde, 61 Millionen Lire. Italien decke vor allem den größten Teil seines Bedarfes an Koh­len, an Erzeugnissen der Schwerindustrie sowie der Maschinenindustrie in Deutsch­land, das-seinerseits Hauptabnehmer der italienisch en Reis- und Südfrüchte- Ausfuhr fei. Wichtiger aber noch als das Sich- Ergänzen dieser beiden gleichermaßen auf die wirt­schaftliche Unabhängigkeil hinarbeitenden Staaten sei die Tatsache, daß zwischen Rom und Berlin heute der gemeinsame aufrichtige Wille bestehe, sich auch bei der Durchführung der Wirtschaftsschlacht und der Auswertung aller nationalen Hilfsquellen gegen­seitig zu unterstützen.Dieser Wille ist die Bestätigung der Festigkeit sowie des aktiven und solidarischen Geistes der Achse Berlin-Rom.-

Delbos Besuch in Prag.

Auch ein sudetendeutsches Gespräch

mit dem französischen Außenminister.

Prag, 20. Dez. (DRV.) In der französischen Gesandtschaft wurden die Vertreter der Presse von Außenminister Delbos empfangen. Delbos be­tonte, daß er ,chier die Gefühle unbeding­ter Brüderlichkeit, ja Hingebung" emp­funden habe, verwahrte sich aber dageyen, daß man hieraus auf eine Hegemonie Frankreichs über die Tschechoslowakei schließe. Die gleiche ideelle Grund­lage der beiden Staaten bedeute keineswegs, daß sie nicht einsähen, daß man auch mit Staaten anderer Regime für die Befriedung Europas Zusammenarbeiten müsse. Der tschechoslowakische Außenminister K r o f t a verwahrte sich gegen hier und da aufgetauchten Behauptungen, die tschecho­slowakische Politik habe sich grundlegend geändert. Auch wenn die Tschechoslowakei einem zwei­seitigen Pakt zustimmen würde, so wäre dies nur die Fortsetzung ihrer Politik von Locarno, auch damals habe ihre Vereinbarung mit dem Deutschen Reich keinen Gegensatz zur kollektiven Sicherheit gebildet, die damals wie heute angestrebt wurde. Uebrigens be­ständen keineswegs Paktverhandlun­gen mit dem Deutschen Reich. Man pflege nur Vorbesprechungen über gewisse konkrete Fragen.

Bei einem von Außenminister Dr. Krofta ver­anstalteten Empfang wurden auch die Vertreter der Sudetendeutschen Partei, Abgeordneter K u n d t und Senator P f r o g n e r, dem französischen Außen­minister Delbos vorgestellt. In einer Unter­redung wurden u. a. auch die Harten des Staatsverteidigungsgesetzes erwähnt, die vor allem die Interessen der Grenzbevölkerung berühren. Minister Delbos bemerkte, er fei selbst­verständlich weit davon entfernt, sich in die inneren Angelegenheiten der Tschechoslowakei einzumengen. Es sei aber natürlich, daß er als Minister eines verbündeten und befreundeten Staates wünsche, daß sich die Einheit des tschechoslowa­kischen Staates immer mehr stärke. Beide Vertreter der Sudetendeutschen.Partei er­klärten, daß ihre Partei die Einheit des Staates nicht antasten wolle. Delbos ist am Sonn­tag wieder in Paris eingetroffen.

Deutsch-französische preffefragen.

Berlin, 19. Dez. (DRB.) Der Pressechef des französischen Außenministeriums, Gesandter E o - mert, hat in Berlin mit Reichspressechef Dr. Dietrich und der Presseabteilung des Auswärti­gen Amtes Fühlung genommen. Hierbei haben er» fpriefUidje Unterhaltungen über alle Fragen statt- gefunden, die im allgemeinen Rahmen die beider­seitige, > zuständigen Stellen interessieren. Ausspra­chen vieler Art sollen in der Folgezeit fortge - f e tz t werden, um Mißverständnisse soweit wie möglich zu vermeiden, die auf dem Gebiete der Presse und des Nachrichtenwesens sich einstellen und die für die Entwicklung guter Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern schädlich sind.Comert hat am Sonntagabend Berlin wieder verlassen.

Benachteiligung deutscher Grund­besitzer durch die Handhabung de« polnischen Grenzzonengesehes.

Warschau, 18. Dez. (DNB.) Die Handhabung des feit dem 1. Juli gültigen Grenzzonenae- setzes gegenüber den deutschen Grundbe­sitzern hat den Vertreter der deutschen Volks­gruppe im polnischen Parlament, Senator Wies­ner, veranlaßt, im Senat eine Eingabe an den Iustizminister vorzulegen. Das Grenz­zonengesetz macht die Rechtsgültigkeit eines Kauf­und Ueberlassungsvertrages ober Erbnachlasies ab­hängig von der Genehmigung der Wojewoden. In den polnischen Westgebieten stellen sich nun die Ge­richte auf den Standpunkt, vaß auch solche lieber» lassungsverträge, die vor dem genehmigungspflich­tigen Termin auf dem normalen Rechtswege abge­schlossen worden sind, rechtsungültig sind, wenn die Eintragung in das Grundbuch z. B. wegen Arbeitsüberlastung ober Zeitmangels ber Gerichte nicht bis zum 1. Juli erfolgen konnte. Diese Hanbhabung wirkte sich gegen Hunderte von Deutschen in den Grenzgebieten aus, die vor dem Inkrafttreten des Grenzzonengesetzes ihren Besitz verkaufen ober auf ihre Kinder übertragen lassen wollten. Die Ge­nehmigung des Wojewoden wird ihnen in Ost­oberschlesien fast regelmäßig verweigert, so baß bie Gefahr besteht, daß Hunderte von deutschen Besitzungen in andere Hände übergehen. Se­nator Wiesner bittet den JustiMinister. dafür zu

sorgen, baß alle Uebereignungsverträge, welche orb» nungsmäßig vor dem 1. Juli abgewickelt worden sind, von den Gerichten unbeanstandet und ohne Genehmigungspflicht erledigt werden.

Da« Ehrengeschenk Hannovers für Mussolini.

Rom, 18. Dez. (DNB.) Mussolini hat den Ober­bürgermeister von Hannover, Dr. H a l t e n h o f f, und Major Hamann (Celle) in Begleitung von Botschafter von H a s s e l l empfangen. Die Stadt Hannover, in ber Mussolini auf seiner Fahrt von Essen nach Berlin einen kurzen Aufenthalt nahm, hat zur Erinnerung dem Duce den prächtigen Fuchs N e a n b e r" aus ber berühmten Kavallerieschule zum Geschenk gemacht. Außerdem ließ der Gau­leiter von Hannover, Reichsminister Rust, dem italienischen Regierungschef ein Paar sil- b er n e Sporen überreichen.

Der Duce, der ein leidenschaftlicher Reiter ist und immer ein besonderes Interesse für die Hanno­versche Kavallerieschule bekundet hat, deren Offi­ziere vor drei Jahren beim Internationalen Reit­turnier in Rom seinen Goldpokal endgültig gewan­nen, hat ber Delegation seiner lebhaften Freude über dies wertvolle Geschenk und die Erinnerungs­gabe des Reichs Ministers Rust zum Ausdruck ge­bracht und die Herren eingeladen, ihm das Pferd in den Gärten ber Villa Torlvnia, seinem Wohnsitz, vortzufiihren. Als passionierter Reiter schwang sich ber Duce sofort in den Sattel und sprach den Herren nach seinem kurzen Ritt durch die Alleen des Parkes seine besondere Anerkennung für das vorzügliche Pferd aus. Als sodann Major H a mann den Fuchswallach in den verschiedenen Gangarten vorritt, lobte ber Duce abermals das Pferd, bas dem Gestüt jener trabitionsreichen Ka­vallerieschule entstamme, die auf so viele große Erfolge zurückblicken könne.

fen Wagen in Brand stecken sollten. Von polnischer Seite wird diese Darstellung des Vorfalles als lügenhafte Unterstellung scharf zurückaewie- s e n. Am 15. d. M. bemerkte der Kommandant der polnischen Grenzwache beim Uebertritt eines sow­jetrussischen Zuges auf polnisches Gebiet' in einem Wagen Brandgeruch. Er rief einen sowjet- russischen Mechaniker herbei, ber bas Abteil öff­nete unb ein Stück brennenber Putz­wolle auslöschte. Die sowjetrussifchen Behörden wurden von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt. Schon im Bahnhof Slavuta hatten Reisende des Zuges Brandgeruch bemerkt, was beweist, baß ber Branb auf sowjetrussischem Gebiet entstanden ist. Die Ursache des Zwischenfalles ist ber mangelnben Ueberwachung unb bem fehlerhaften Material bei den sow- jetrussischen Zügen zuzuschreiben. Die sowjetrussi- schen Eisenbahner versuchen, um Unannehmlich­keiten zu vermeiden, die Verantwortung hierfür auf bie polnischen Eisenbahner abzuwälzen.

Kommunistische Ausschreitungen im Warschauer Iudenviertel.

Warschau, 20. Dez. (DNB. Funkspruch.) In Warschau ist es zu kommunistischen Ausschreitungen gekommen, bie ein Tobesopfer forderten. Eine größere Gruppe von Kommunisten hatte sich in einer Straße bes Warschauer Jubenviertels zusam­mengerottet und griff zwei Polizeibeamte tätlich an, als biefe die Versammelten zum Aus» einandergehen veranlassen wollten. Die Kommu­nisten versuchten, die beiden Polizeibeamten zu ent­waffnen unb ihnen die Uniform vom Körper zu reißen. In ber Notwehr machten die Beamte von ihrer Waffe Gebrauch. Ein Schuß traf einen jüdischen Kommunisten in den Bauch, die übrigen Kommunisten suchten das Weite.

mit ben Deutschen.

Bukarest, 19. Dez. (DNB.) Das Bukarester Tageblatt veröffentlichte zwei Verfügungen des ru­mänischen Unterrichtsministeriums, durch die die deutsche Unterrichtssprache in den staatlichen Volksschulen Beßarabiens, des Buchsnlandes, des Banats, der Dobrudscha und in Sach mar wieder eingeführt wird, wenn bie Schule mindestens dreißig deutsche Schüler ausweist; gleichzeitig werden an diesen Volksschulen deutscheLehrer eingestellt. Durch die zweite Verfügung werben die bisher vorgeleg­ten Anträge zur Errichtung privater Volksschulen mit deutscher Unter, richtssprache genehmigt, unb zwar für 18 Schulen in Beßarabien unb zwei im Buchen- land.

Das Blatt zählt weitere Maßnahmen auf, mit denen hie Regierung ihren Willen zu aufrichttger Zusammenarbeit mit ber deutschen Volks­gruppe bewiesen hat: Oesfentlichkeitsrecht für die deutsche Lehrerbildungsanstalt in Sa. rata, Rückgabe des 1935 beschlagnahmten Vermögens der evangelischen Kir­chengemeinden in Beßarabien, Entschädigung der evangelischen Kirchenaemeinde in Bistritz für die vor einigen Jahren erfolgte Wegnahme des Ge- bäubes der deutschen Mädchenschule; Erhöhung des Staatsbeitrages für die konfessionellen Lehrer in Siebenbürgen und im Banat, freier Gebrauch der oeutschen Ortsnamen in der Presse, Einleitung eines Verfahrens zur Entschädigung der deutschen Genos. s en schäften für die durch das Umschuldungs. gesetz erlittenen Verluste.

Die Regieruna, so erklärt das Blatt, habe Wort gehalten; ihre Verfügungen könnten wirklich als ein Werk der allgemeinen Verständigung angesehen werden.

Zusammenarbeit ber Zugend.

Berlin, 18. Dez. (DNB.) Aus Anlaß des kürzlich erfolgten Besuches von Baldur von S ch i r a ch erklärte ber rumänische Außenminister Antonescu bem Hauptschriftleiter vonWille unb Macht": Die Jugend hat immer eine besondere Rolle bei der Begründung ber Freunbschaft zwi­schen Länbern gespielt. Wenn wir in Betracht ziehen, daß bie Pertreter ber beutschen I u - g e n b nach Rumänien gekommen finb, um es kennenzulernen unb sogar an einigen Veranstal­tungen teilzunehmen, unb baß andererseits so viele rumänische Studenten ihre geistige Bil­dung in der so mannigfaltigen und reichen Atmo­sphäre Deutschlands vervollkommnen, so kann man sehen, daß dieser Kulturaustausch die Be- Ziehungen zwischen unseren Völkern günstig beeinflußt. Die Beschäfttgung mit ber rumänischen Sprache unb Kultur, bie in Deutlchlanb in bebeutenbem Maße zunimmt, so- wie die immer größer werdende Anteilnahme des rumänischen Volkes am geistigen Leben Deutschlands bilden den besten Beweis für die geistige Berührung zwischen unseren Ländern. Andererseits bedingen auch die wirtschaftlichen Verhältnisse eine Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern, die um so aufrichtiger ist, als sie sich a u f gegen­

fettiger Achtung gründet. Auf diese Weife dienen Rumänien und Deutschland nicht nur ihren eigenen Belangen, sondern geben gleichzeitig einen aufrichtigen Beitrag zu einem wahren Aufbau, dem sich Europa in Frieden hingeben muß.

Zur Leistung bereit.

Der Landesbauernführer zur neuen Erzeugungsschlacht.

N S G. Vor wenigen Tagen hat der Relchs- bauernführer uns allen bie Parole für das näch fte Jahr gegeben. Wir haben aus dem Munde des für bie Ernährungswirtschaft verant­wortlichen Mannes gehört, baß unsere bisherigen Anstrengungen in ber Erzeugungsschlacht von schönstem Erfolg begleitet waren, baß aber dieser Erfolg gesichert unb gefteigert werben muß. Auch bas Landvolk in Hessen» Nassau hat Jahr für Jahr bewiesen, daß es die ernsten Forderungen der Zeit zu erfüllen versteht. Das Bewußtsein, aus eigener Kraft feine Erträge gesteigert zu haben, ist für jeden Bauern unb Landwirt ein Grund, auf seine Lei­stungen stolz zu sein, zumal er sie oft unter schweren Opfern errungen hat. Wir müssen uns darüber klar fein, daß der Gesamtaufbau Deutschlands, den wir alle miterleben, jede ein­zelne Arbeitskraft beansprucht und daß nur der feste Glauben an den Führer uns den un­erschütterlichen Willen und die nie versiegende Kraft zur weiteren Leistung geben kann. Wir sind auf dem Wege, bie lanbwirtschaftliche Arbeit durch Menschenhilfe und Maschineneinsatz zu erleichtern, aber der innerste und stärkste Antrieb für unser zukünftiges Schaffen ist der treue Vorsatz, bas Vertrauen z u rechtfertigen, bas ganz Deutschland seinem Landvolk entgegen- bringt.

Dr. Wagner, Landesbauernführer Hessen-Nassau.

SOZahre pflege des Kolonialgedankens im deutschen Volk.

Berlin, 18. Dez. (DNB.) Der Führer hat anläßlich der vor 50 Jahren erfolgten Gründung der Deutschen Kolonialgesellschaft an den Bundesführer des Reichskolonialbunbes, Reichs­statthalter General Ritter von Epp, folgendes Schreiben gerichtet:

Am 19. Dezember sind 50 Jahre seit der Grün­dung der Deutschen Kolonialaesellschaft verflossen. Die Deutsche Kolonialgesellschaft hat für die Wach­haltung unb Pflege des kolonialen Gedankens im deutschen Volke Vorbildliches geleistet. Daß dieser Gedanke in ben Jahren der Not und der Schmach nicht erloschen ist, ist ihr größ­tes Verdienst. Ich hoffe und wünsche, daß es den jungen, im Reichskolonialbund als bem Träger der alten Trabitton unter Ihrer festen Leitung zu» sammengeschlossenen Kräften gelingen möge, eine neue koloniale Front zu bauen, die an zähem Willen und selbstloser Einsatzbereitschaft es denen gleichtun wirb, die als erste die Fahne Deutschlands in Afrika und in der Südfee aufge­pflanzt und der jungen Deutschen Kolomalgesell­schaft Richtung und Ziel gegeben haben."

parlamentarische Niederlage Roosevelts.

Sozialpolitische Vorlage zurückgewiesen.

Washington, 18. Dez. (DNB.) Die Regie­rung Roosevelt hat im Parlament eine schwere po­litische Niederlage erlitten. Das Repräsentanten­haus hat nach erregter Debatte mit 216 gegen 198 Stimmen beschlossen, die Vorlage über die Rege­lung von Löhnen unb Arbeitszeit zu weiterem Stu­dium an einen Ausschuß zurückzusenben. Dies be« deutet, daß der Gesetzentwurf, ber außer ber Farm­gesetzgebung ber Hauptanlaß war, weshalb Präsi­dent Roosevelt ben Kongreß zu einer Sonbersitzung einberief unb ber einen wesentlichen Fortschritt bes Rooseveltschen neuen Kurses barstellen sollte, vor­läufig ad acta gelegt wirb. Der gegenmärtiga Konjunkturrückgang veranlaßte bie Ab» georbneten zu größter Vorsicht. Außerdem haben sich bie Abgeordneten aus bem ©üben ber Vorlage ver- agt, weil sie eine Erhöhung ber Löhne für Neger befürchteten. Auch hat ber zwischen dem Ausschuß ber CJO.-Gewerkschaft unb Dem amerikanischen Ar- beiteroerbanb geführte Kampf (bie eine Gewerk- chaft hatte sich für unb die andere gegen die Vor­lage ausgesprochen) zur Zersplitterung der Stimm­abgabe bei den Demokraten beigetragen. Da die vom Senat unb Unterhaus angenommene Farm- hilf zur Regelung ber Ernteüberschüsse jetzt zur Ausarbeitung einer Kompromißfassung an einen aus Mitgliedern beiber Häuser zusammengesetzten Ausschuß verwiesen worden ist, wird die Sonder­itzung am nächsten Mittwoch zu Ende gehen, ohne > eine einzige ber von Roosevelt vorgeschlagenen wichtigen Gesetzesvorlagen erledigt worden ist.

China.

Brand in Tsingtau.

Neue Flutzsperre auf dem Jangtse.

Schanghai, 19. Dez. (DNB.) Nach Berichten, bie auf bem Flaggschiff bes amerikanischen Ostasien- geschwabers KreuzerAugusta" eingegangen finb, soll in ber Stabt Tsingtau in Der Provinz Schantung ein riesiger Branb ausgebrochen sein, ber angeblich von chinesischen Truppenteilen angelegt würbe. Der amerikanische KreuzerM a r- blehead" ist nach Tsingtau ausgelaufen, um den bort lebenden Amerikanern und anderen Auslän­dern Hilfe zu leisten.

Der englische KreuzerC a p e t o w n" hat die Fahrt nach Schanghai unterbrochen unb ist nach Hankau zurückgekehrt, ba bie Schiffahrt auf dem unteren Jangtse von den Japanern nicht relgegeben wurde. Die Chinesen haben eine neue Schiffssperre fertigaestellt, die sich un­terhalb von Ktukiang befindet. Zur Herstellung der Sperre wurden Steine aus den nahegelegenen Ber­gen herangetragen. Hunderte von Flußfahrzeugen aller Größen, die infolge des japanischen Vormar­ches flußaufwärts gingen, trafen in Hankau ein, wo sie für ben Abtransport von Flücht­lingen eingesetzt werben sollen.

Die Sicherungsmaßnahmen, die von britische* Seite in Hongkong in Erwartung einer japat Nischen Aktion gegen Südchina getroffen werben, sollen vor allem dazu bienen, bas Einbringen

Acht hohe Gowjetsnnktionäre erschossen.

Todesurteile für Sowjetdiplomaten.

Moskau, 20. Dez. (DNB. Funkspruch.) Nach sowjelamllicher Meldung verurleille das 2Hitifär- lridunal des Obersten Gerichtshofes der Sowjet­unionwegen Landesverrates, terroriftifcher Tätig­keit und systematischer Spionage am 16. Dezember acht hohe Funktionäre zum Tode. Dar­unter befindet sich der bekannte Sowjetdiplomak karachan, der als Botschafter Moskaus in China und der Türkei eine Rolle spielte. Außerdem muhten %ocf) zwei weitere Mit­arbeiter Litwinow-Finketsteins daran glauben, darunter der ehemalige Leiter der Orient- Abteilung des Auhenkommiffariats. Von den übri­gen Deliquenten verdient der Name des Georgiers Orachelafchwili besonderes Interesse. Er war früher Vorsitzender des Volkskommis­sariates für Kaukasien und bekleidete zu­letzt ein Amt im Zentralkomitee der bolschewistt- schen Partei; ebenso war er in der Schriftleitung derPrawda tätig. Vie üblich sind sämtliche verurteilte umgehend erschossen wor­den.

polnisch-sowjettussifcher Grenzzwischenfall.

Warschau, 19. Dez. (DNB.) An der polnisch- sowjetrussischen Grenze in der Nähe der auf der Strecke KiewWarschau gelegenen Grenzstation Zdolbunow hat sich ein neuer Grenzzwischenfall er­eignet, ber ben sowjetrussischen Geschäftsträger in Warschau veranlaßte, dem polnischen Außenmini­sterium eineProtestnote" zu überreichen. In ihr wird behauptet, baß von polnischer Seite in einen Wagen der sowjetischen Eisenbahn bren­nende Lumpen geroo-rfen wurden, die die-

Rumänien vor -en:

ahlen.

Die Verständigung

Am 20. unb 21. Dezember finden in Rumänien Neuwahlen statt. Das alte Parlament ist am 1. April 1937 in bie Sommerferien gegangen. Am 15. Oktober, dem Zeitpunkt seines Wiederzusammen- tritts, wurde durch ein königliches Dekret ber Par­lamentsbeginn auf ben 15. November vertagt. Aber ber mit der Reglerungsbilbung mieberbetraute T a- t a r e 5 c u löste bann, ohne ben Zusammentritt des Parlaments abzuwarten, bie beiben Häuser auf unb schrieb bie Wahlen für ben nach ber Verfassung kürzesten Termin aus. Im Laufe bes Sommers unb Herbstes ist insofern eine Umwandlung bes Parteiwesens in Rumänien erfolgt, als zum ersten Mal bie Liberalen (bie Partei, ber Tatarescu angehört), Kartelloerträge mit ber Rumäni­schen Front Dajba-Vojvobs, ben National- bemotraten Jorgas unb ber Deutschen Partei sowie den Ukrainern einging, wonach ber Rumänischen Front 35, Jorgas 8, ber Deut­schen Partei in ben beiben Häusern zusammen 12 und der Ukrainischen Nationalpartei 2 Mandate zu- gesichert wurden. Es handelt sich also um einen Regierungsblock, der sich aus ben verschie- benften Elementen zusammensekt unb ber erst be­weisen muß, ob er zusammenhält. Die Deutschen Rumäniens haben sich ben Regierungsparteien an­geschlossen, nachbem sie Zusicherungen erhalten hat­ten, baß auf bem Giebiete des Schulwesens ihre Jorberungen erfüllt werben unb vor allen Dingen die Nationalisierung der rumänischen Wirtschaft nicht mehr auf Kosten der rumänischen Deutschen vor sich gehen würbe. Die Opposition wirb hauptsächlich burch bie Nationale Bauern­partei repräsentiert, bereu Jbeale fast moskvwi» tisch sind unb bie in ber Volksfront-Politik Frank­reichs ihr Vorbilb erblickt.

Wenn auch bei ben Gemelnbewahlen, bie allge­mein als ein Barometer ber politischen Stimmung bes ßanbes angesehen würben, bie drei Gruppen ungefähr gleich stark waren, also bie Liberalen als Regierungspartei keine Stimmen gewannen, fon- bern die Rechtsfront unb bie Opposition, so ist doch nach bem rumänischen Wahlgesetz von 1926 eine Atomisierung der Parteien insofern unmöglich, als ber stärksten Partelengruppe bei der Mandats- Verteilung bie Herstellung einer absoluten Majori­tät im Parlament ermöglicht wirb. Wenn bie Re­gierungspartei mindestens 40 v. H. ber abgegebe­nen Stimmen erhält, bekommt sie ohne weiteres bie Hälfte ber Manbate. Außerdem wird die andere Hälfte der abgegebenen Stimmen auf- geteilt zwischen der Regierungspartei ober in diesem Falle bem Regierungsblock, unb den Split­terparteien, so baß also bie Reglerungspar» tei minbeftens 70 v. H. aller Mandate erhält, selbst wenn sie nur 40 v. H. ber abgegebenen Stimmen erhielt. Wieviel Parteien es in Rumänien gibt, bürste selbst erfahrenen Politikern nicht genau bekannt fein. Bei ben letzten Wahlen waren es un­gefähr 100. Diese Zersplitterung hat bas Wahlge­setz bekämpft, benn mit diesen Parteiengruppen und -grüppchen wäre die Bildung einer stabilen Regie­rung unmöglich geworden, zumal die Atomisierung der Parteien ständig zunahm. Die Opposition setzt sich aus sehr heterogenen Elementen zusammen. U. a. hat ber Faschist Codreanu ein wenn auch loses Wahlbündnis mit bem Demokraten Maniu abgeschlossen. Die Opposition setzt alles daran, um dem Regierungsblock bie Gewinnung von 40. v. H. aller Wählerstimmen unmöglich zu machen.