Ausgabe 
20.11.1937
 
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Entweder Oder bis zur letzten Folgerung durch­zustehen. Die Inangriffnahme des riesenhaften Auf­rüstungsprogramms ergab sich aus der Erkenntnis dieser eigenen Schwäche und dem Bankrott des Genfer Sanktionssystems vor der Entschlossenheit und Willenskraft eines jungen zum Licht strebenden Volkes.

Es möchte auf der Hand lieaen zu glauben, daß ein sich auf seine eigene Macht besinnendes Eng­land aus dem offenbaren Fiasko seiner Völker­bundspolitik auch durch einen Wechsel seines außen­politischen Systems die Folgerungen zöge. Dem stand aber einmal die in der öffentlichen Meinung Englands ^durch den überwiegenden Teil der Presse geförderte und auf gänzlicher Unkenntnis der tat­sächlichen Dinge beruhende ideologische Abneigung gegen alles das entgegen, was man dort ebenso wie in Amerika und Frankreich unter dem be­quemen SchlagwortFaschismus" zusammenzufassen pflegt, durch den man trotz aller Aufklärungsver­suche und Richtigstellungen die großen westlichen Demokratien in ihren heiligsten Gütern bedroht olaubte. Und zum andern blieb der Wunsch vor­herrschend, mit Rücksicht auf fernöstliche Reichs­interessen der Gretchenfrage der europäischen Politik: Wie hast du's mit dem Bolschewismus?" so lange wie möglich auszuweichen, mochte auch der fran­zösisch-sowjetrussische Militärpakt in London als peinlich und störend empfunden werden Fast scheint es so, als ob die unverblümte Einmischung Mos­kaus im spanischen Bürgerkrieg, die diesen erst zu der schweren Belastungsprobe für den europäischen Frieden machte, und das arrogante Auftreten des sowjetrussischen Botschafters in London, den eng­lischen Staatsmännern die Schattenseite ihrer Politik desAls ob" vor Augen geführt hätten. Jedenfalls hat diese Erkenntnis trotz der Der- tufchungsmanöoer eines großen Teils der englischen Presse und der in der gleichen Richtung wirkenden französischen Beeinflussungen den schon kurz nach seinem Amtsantritt zutage getretenen Bemühungen des Premierministers Neville Chamberlain nur einen Ausgleich mit Italien neuen Antrieb gegeben. Man ist hierbei nicht so schnell wie man vielleicht gedacht hatte, zum Ziel gekommen und mußte sich erst dazu durchringen, aus der Aner­kennung der Achse BerlinRom als politische Tat­sache die praktische Folgerung zu ziehen. Das be­deutete die Notwendigkeit auch einer Klärung der Beziehungen zu Deutschland, die trotz der radikalen Ausräumung des gefährlichsten Konfliktsstoffes der Vergangenheit durch das deutsch­britische Flottenabkommen doch immer wieder recht bedenklicher, durch gereizte Auseinandersetzungen in Presse und Parlament meist gefühlsmäßig beding­ter, durch die zwischen beiden Ländern noch als ungelöstes Problem stehende Kolonialfrage aber auch materiell begründeter Belastungen ausgesetzt waren.

Daß trotz einer durch maßlose Verdächtigungen einer gewissen Sorte englischer Zeitungen immer wieder leicht gereizten Atmosphäre und trotz des von den gleichen Leuten betriebenen Störungs- fcuers in diesen Tagen ein so hervorragendes Mit­glied des britischen Kabinetts wie der Lordpräsident des Geheimen Staatsrats Lord Halifax, den als passionierten Weidmann die Internationale Jagd­ausstellung nach Berlin geführt hat, Besprechungen mit dem Reichsaußenminister Freiherrn von Neu­rath hatte und auch gemeinsam mit diesem vom Führer und Reichskanzler auf dem Ober­salzberg empfangen worden ist, darf als Beweis beiderseitigen guten Willens gelten, in vertrauens­voller Aussprache die Auffassung des andern vom Verhältnis zueinander und von der politischen Lage im allgemeinen kennen zu lernen mit dem Wünsch, nach Möglichkeiten zu suchen, wie die Voraussetzun­gen für.eine Verständigung zu schaffen wären, die über einen nackten modus vivendi hinausgeht und der Tatsache Rechnung trägt, daß hier zwei große Nationen mit der Gestaltung ihrer gegenseitigen Be-; Ziehungen auch das Schicksal Europas in Händen halten. Lord Halifax, ein britischer Landedelmann besten Schlages, dessen durch die tiefe Religiosität eines in der hochkirchlichen Bewegung führenden Vaterhauses gefestigte Persönlichkeit es verstanden hat, in einer langen verdienstreichen Laufbahn als Offizier, Parlamentarier, mehrfacher Minister und schließlich am bedeutsamsten und erfolgreichsten als Vizekönig von Indien mit dem Mut zur Unvor­eingenommenheit ein großes diplomatisches Geschick zu verbinden, ist gewiß ein Mann, der die von ihm übernommene Aufgabe, Schrittmacher des Friedens zu fein, mit Ernst und aufrichtigem Willen angepackt hat und seinen Kabinettskollegen in London ein zutreffendes Bild seiner Eindrücke in Deutschland vermitteln wird, das, wie wir hoffen möchten, vielleicht geeignet'fein kann, manche Miß­verständnisse zu befeitigen, die die deutsch-britischen Beziehungen bislang allzu häufig belastet haben.

Es ist ein erfreuliches Zeichen dieses Verständi- gungswillens, daß im Augenblick des Berliner Be­suches des Lördpräsidenten das britische Oberhaus über das Verhältnis zu Deutschland eine Debatte veranstaltete, die sich auf einem dem Ansehen des Hauses entsprechenden hohen Niveau bewegte. Grade nach den unerquicklichen Pressemanövern, die dem Besuch des Lord Halifax vorausgegangen waren, verdient diese Oberhausdebatte besondere Beachtung, klang doch aus ihr allgemein der aufrichtige Wille zur Verständigung und das Bedauern, daß es nicht früher zu einer Aussprache mit Deutschland gekom­men sei. Lord Allen of Hurtwood, der auch das nationalsozialistische Deutschland vom eigenen Augenschein her kennt, meinte, daß manche Schwie­rigkeiten sich beseitigen ließen, wenn man zum ersten Mal feit Versailles Deutschland als einem gleichberechtigten Staat gegenübertrete. Die Kolo­nialfrage dürfe nicht zu einer eiternden Beule im Körper der europäischen Politik werden, wie einst die Reparationen. Auch der konservative Lord R u f h c l i f f e erklärte, man dürfe Deutschlands Klagen nicht ignorieren, wenn man nicht die Be­friedung Europas bis in die Unendlichkeit vertagen wolle. Und Lord Glasgow warnte die britische Regierung davor, sich durch die Verpflichtungen, die Frankreich in Osteuropa übernommen habe, in einen Krieg verwickeln zu lassen, wenn Frankreich sich weigere, die ausgestreckte Hand des Führers zu ergreifen, sei doch nicht einzusehen, was England hindere, es zu tun. Er und die meisten andern Lords forderten eine vertrauensvolle und entgegen­kommende Erörterung der Kolonialfrage' mit Deutschland, nach den sturen Beschlüssen des letzten konservativen Parteitages und den vielen verständ­nislosen oder mindestens ausweichenden Erklärun­gen der Regierung wie der konservativen Abgeord­neten im Oberhaus gewiß ein beachtliches Zeichen des Willens zu überlegener Sachlichkeit auch in einer Frage, über die in der englischen Oeffentlich- feit so große Meinungsverschiedenheiten herrschen. Hoffen wir also, daß sich auch von hier aus ein Weg bahnt zu jenem freundschaftlichen Verhältnis, das die beiden großen Völker von Herzen wünschen.

Dr. Fr. W. Lange,

Maßnahmen znrHebnng desSchweinebestandes.

Preiserhöhung für Schlachtschweine und Schweinemaswerträge. Die Ileischpreise im Kleinhandel bleiben unberührt.

Berlin, 19. Noo. (DNB.) Nach Mitteilung des Statist. Reichsamtes beträgt nach der Schweine- zählung vom 3. September 1937 der Gesamt- sch w e i n e b e st a n d 25,51 Millionen Stück. Er liegt um 500 000 Stück = 1,9 v. H. unter dem Stand vom September 1936. Die Bestände an Schlachtschweinen und Läufern reichen noch aus, um den Fleischbedarf in den nächsten Mo­naten zu decken: die Nachzucht dagegen ist wei­ter ab gesunken. Es müssen daher im Laufe des nächsten Jahres Verknappungserscheinungen bei der Versorgung mit Schweinefleisch befürchtet werden. Zu einer Einschränkung der Nachzucht liegt bei der gegenwärtigen Lage der Futterversorgung kein An­laß vor. Der Bestand an trächtigen Sauen muß vielmehr unverzüglich erhöht werden.

Eine Aenderung der Preise für Schlachlfchroeine wird am 3. Januar 1938 in Kraft treten. Danach werden die Preise für Fettschroeine wieder auf den Stand vom Dezember 1936 gebracht.

Während die Futterlage 1936 eine Senkung der Preise für Fettschweine und eine gewisse Einschrän­kung der Schweinehaltung notwendig machte, ist nun eine Aenderung der bereits seit längerer Zeit rückläufigen Entwicklungstendenz im Schweine­bestand geboten. Zugleich soll der Bestand an Fett­schweinen der veränderten, günstigeren Futterlage angepaßt werden, wobei es selbstverständlich beim Verfütterungsverbot für Roggen verbleibt. Es sind deshalb die Prekfe für Schweine im Gewicht über 150 Kilogramm um drei Reichsmark je 50 Kilogramm, für Schweine im Ge­wicht von 135 bis 150 Kilogramm um zwei Reichs­mark und für Schweine im Gewicht von 120 bis 135 Kilogramm um eine Reichsmark je 50 Kilo­gramm Lebendgewicht erhöht worden. Zu den neuen Preisen treten in den verschiedenen Jahres­zeiten Zu- und Abschläge, die-den unterschiedlichen Erzeugungsbedingungen während des Jahres Rech­nung tragen.

Durch die Neuregelung der Schweinepreife wer­den die geltenden kteinhandelshöchst- preife für Schweinefleisch nicht berührt, weit die neuen Erzeugerpreise dem Preisstand vor der Einführung der geltenden kleinhandelshöchstpreise entsprechen.

Die unverändert bleibenden Preise für leichtere Schweine liegen sogar unter den damaligen Er­zeugerpreisen. Die jahreszeitlichen Zu- und Ab­schläge lassen sodann den Jahresdurchschnittspreis im wesentlichen unverändert. Zudem hat sich die Lage der Fleischer besonders durch die günstigen Absatzverhältnisse für Schlacht-Nebenprodukte ge­bessert. Zur Erleichterung der Versorgung mit Schweinefleisch werden in verstärktem Umfange Schweinelieferungsverträge für das Jahr 1938 ab­

geschlossen. Die Reichsstelle für Tiere und tierische Erzeugnisse hat bereits mit dem Abschluß entspre­chender Verträge durch Viehhändler und Viehver- wertungsgenossenschaften, mit Bauern und Land­wirten über Lieferung von etwa einer Million Schweine in den Monaten August bis November 1938 begonnen. Den Mästern wer­den je abzulieferndes Schwein zu Beginn des Jah­res 1938 100 Kilogramm Zuckerschnitzel und vom Februar bis Ende März 1938 250 Kilogramm Mais geliefert. Der Preis für den frachtfrei Empfangs­station gelieferten Mais ist je 50 Kilogramm um eine Reichsmark niedriger als der Roggenerzeuger­preis.

Die Mitarbeit der Verbraucher, Der Reichsbauernfiihrer fordert Einstellung auf unsere Ernährungslage.

Sonthofen, 19. Nov. (DNB.) Reichsleiter Darre sprach in feinem Vortrag auf der Partei­tagung in Sonthofen über die frühere falsche Agrar­politik, die trotz günstiger Gegebenheiten versagt habe und' im Kriege zu den schwersten Schädigun­gen der Volkskraft führte. Alle auftreteyden Span­nungen können überwunden werden, wenn das Volk die Voraussetzungen unserer Ernäh­rungspolitik verstehen lernt und aus Vertrauen und Verständnis heraus zur tatkräftigen Mit­arbeit bereit ist. Allein durch Vermehrung der Erträge könne wettgemacht werden, was an Boden fehlt. Obwohl die Voraussetzungen nicht günstig gewesen seien, sei es abermals gelungen, die Getreideversorgung sicherzustellen. Durch Verbot der Verfütterung sei eine Erhöhung allein der Roggenbelieferung um 400 000 Tonnen er­reicht worden. Und wenn man eine Kartoffel- rekordernte erzielt hätte, die das überaus günstige Ergebnis des Vorjahres um 6 Millionen Tonnen übertrifft, dann fei auch dieses Ergebnis nur durch gemeinsame harte Anstrengung erreicht worden. Es beweise, daß der Bauer mit Verständ­nis der Parole der Mehrerzeugung gefolgt sei, ver­lange aber auch in gleichem Maße, daß der Ver­braucher diese Kartoffelmehrerzeugung m i t einem Mehrverbrauch beantworte. Ge­rade für die Frauen läge hier eine verpflichtende Aufgabe. Auch der Kampf gegen den Ver­derb müsse mit noch mehr Verständnis und grö­ßerer Entschiedenheit geführt werden, um die Bröt- versorgung sichern zu helfen. Bei der Fleischvevsor- gung bestünden 66 v. H. des Verbrauches heute allein in Schweinefleisch. Diese Tatsache er­helle nachdrücklich die entscheidende Bedeutung der Verbrauchslenkung, der allein es zu danken sei, daß bis heute alle Komplikationen überwunden werden konnten.

einer ehernen Geschlossenheit. Der Soldat leiste auf sie den Eid, bekenne sich damit zum Führer und ver­pflichte sich zum Gehorsam gegenüber dem vom Führer eingesetzten Vorgesetzten. Ein Bruch des Eides gelte heute in Deutschland als das größte Verbrechen am deutschen Volk. Die Grundtugenden der Soldaten seien Treue, Tapferkeit, Ge­horsam und Kameradschaft, Tugenden, in denen eine gewaltige, unüberwindliche Kraft liege. Voll Dankbarkeit und Stolz werde die Luft­waffe auch die neuen Feldzeichen entfalten und immerbar bereitstehen, wenn der Führer zum Schutz der deutschen Nation aufruft.

Im Anschluß an die Fahnenübergabe fand eine Ehrung des Kommandierenden Generals und Be­fehlshabers im Luftkreis 5, Generalleutnant Sperrte, statt. Vor den versammelten Offizieren, Fahnenabordnungen und Truppenteilen gab Gene­raloberst Göring bekannt, daß. der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Generalleut! nant Sperrte in Anerkennung besonderer Verdienste zum General der Flieger befördert habe. Ms Zeichen seines Dankes überreichte ihm der Oberbefehlshaber der Luftwaffe das Flieger- abzeichen in Gold mit Brillanten. Man sieht auf dem Bild den Generalobersten Göring bei der Fahnenübergabe. (Scherl-Bilderdienst-M.)

öte Ausbildung

der GA -Nachwuchsschüler.

Sonthofen, 18. Nov. (DNB.) In Vertretung des krankheitshalber verhinderten Stabschefs Lutze sprach SA.-Obergruppenführer Hertzog über die gebietliche Angleichung der SA. an die Organisation der politischen Leitung sowie über den Entwicklungs­gang der neuen Nachwuchsführer der SA. Die SA. werde auch in der Zukunft nicht den Grundsatz der Freiwilligkeit durchbrechen. Die SA. als Kräfte- reserooir der NSDAP, sehe eine wesentliche Auf-

deutscher Hausfrauen ermög­lichte eine zweite Preissen­kung in V/i Jahren.

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Lord Halifax beim Mrer.

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Vbersalzberg, 20. Nov. (DNB.) Der Füh­rer und Reichskanzler empfing gestern auf dem Obersalzberg im Beisein des Reichs- ministers des Auswärtigen den Lord- präfibenten des englischen Ltaalsrales Viscount Halifax zu einer längeren Aussprache über die Deutschland und Großbritannien interessierenden Probleme der internationalen Politik. Nach feinem Besuch auf dem Oberfalzberg begab sich Lord Halifax im Sonderzug mit dem Reichsaußenminister nach München, hier besichtigte Lord Halifax Me Bauten ber Partei, nämlich bas Braune Haus, ben Führerbau unb bas Berroallungsge- bäube auf bem königlichen Platz, nadjbem er vor­her kurz an ben Ehrentempeln verweilt hatte. Um 22.20 Uhr verlieh Corb Halifax mit bem fahrplan­mäßigen Zug München roieber unb traf heute früh in Begleitung bes Reichsministers bes Aeußeren roieber in Berlin ein. Unser Bilb zeigt ben Führer im Gespräch mit Lorb Halifax auf bem Berghof. (Presse-Illustrationen Hoffmann-M.)

Nie Freiheit

des religiösen Bekenntnisses.

Sonthofen, 19. Noo. (DNB.) Auf Burg Sonthofen sprach, wie NSK. meldet, SA.-Oder- gruppenführer Reichsminister Kcrrl zur Kirchen- srage. Nach Entwicklung der philosophischen Grund­lage von Weltanschauung und Religion ging der

Redner unter Behandlung der in diesem Zusammen­hang wichtigen Judenfrage auf die Probleme des Tages ein. Er schilderte hierbei die Kirche ver­gangener Zeiten, wie sie die Bekenntnisse lediglich dazu benutzte, sie politischen Zwecken dienstbar zu machen. Unter Hinweis auf das Parteiprogramm stellte Reichsminister Kerrl bei lebhafter Zustim­mung aller anwesenden Kreis- und Gauamtsleiter ausdrücklich die in jeder Beziehung notwendige und gewahrte Freiheit für alle religiösen Bekenntnisse in Deutschland fest. Man werde es aber ebenso entschieden von den verantwortlichen Stellen mit allen Mitteln zu unterbinden wissen, daß sich auch noch künftig die Kirche in Dinge ein­mischt, die sie nichts angehen.

Feierliche Fahnenübergabe bei der Lustwaffe.

Berlin, 19. Nov. (DNB.) Der Oberbefehls« Haber der Luftwaffe, Generaloberst Göring, übergab im Fliegerhorst Gatow 50 Fahnen für verschiedene Truppenteile der Flieger-, Flak- und Nachrichtenabteilungen von sechs Lüftkreisen. Die Luftwaffe, die jüngste deutsche Waffengattung, so führte Generaloberst Göring aus, habe an dem

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Jage, an dem der Führer die letzten Fesseln von Deutschland abgeworfen habe, selbstverständlich auf öer alten Tradition der ruhmreichen Armee aufge­baut. Das Sinnbild soldatischer Tugend und solda­tischer Begeisterung sei auch bei der jungen Luft­waffe d i e Fahne. Ihr die Treue m haften doku­mentiere zugleich die Treue zum Führer, zu Volk unb Reich. Die Fahne sei das Zeichen

gäbe darin, Männer, an die Partei und ihre Or­ganisationen abzugeben. Künfttg sei es Vorbe­dingung, daß jeder neue Führer in der SA. über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen müsse, d H. daß er aus eigener Kraft be­wiesen haben müsse, mit dem Leben fertig zu wer­den. Mit 18 Jahren kommt der aus der HI. Aus­scheidende zur SA. und wird nach Absolvierung des Arbeitsdienstes, nach Ableistung der Dienstpflicht wieder in die Formationen ber politischen Soldaten zurückkehren. Hat er sich im Dienste der SA. unb als HI - ober Zellenleiter in ber politischen Orga­nisation bewährt, so muß er zum Nachwuchs­führer vorgeschlagen eine breijährige Ausbildung burchmachen. In biefe Zeit ein­bezogen sei ein neunmonatiger Besuch der Reichsführer schule der. unb eine mehr als halbjährige Tätigkeit als Politischer Lei­ter ber NSDAP.

Wladiwostok wird befestigt.

Unterirdische Anlagen

und umfangreiche Stratzenarbeiten.

Paris, 18. Nov. (DNB.) DasJournal" ver­öffentlicht eine Moskauer Meldung ber Agence Fournier über bie Befestigungsarbeiten in Wla­diwostok. Die ganze Stabt soll von einem N e tz unterirdischer Befestigungsanlagen umgeben sein, in denen schwere, weittragende Ar- tillerie, Maschinengewehrnester, Lager für Muni­tion unb Kriegsmaterial, sowie Mannschaftsräume für die Truppen untergebracht sind. Ein beson­deres unterirdisches Elektrizitäts­werk habe die Licht- unb Stromversorgung ber Befestigungsanlagen zu versehen für ben Fall, baß die städtischen Werke durch Bombenangriffe ver­nichtet werden sollten.

Augenblicklich sollen umfangreiche Arbeiten zur Modernisierung und Verstärkung des Kriegs­hafens von Wladiwostok im Gange sein. Für den Luft- und Gasschutz sei die ganze Stadt übersät worden mit Unterkunstsräumen. Gleich­zeitig würden unterirdische Flughallen gebaut, in denen 150 Militärflugzeuge Unterkunft finden könnten. Die militärischen Bauarbeiten wür­den Tag unb Nacht in brei Schichten burchgeführt. In einem Umkreis von 10 bis 15 Kilometer um Wladiwostok hätten alle Bewohner ihr Heim verlassen und anderwärts Unterkunft suchen müssen. Die leeren Häuser würden im bisherigen Zustand gelassen. Man hoffe, auf diese Weise die Befestigungsarbeiten m a s k i er e n zu können. Daneben arbeite eine Armee von 15 000 politi­schen Strafgefangenen an einem weitver­zweigten Straßennetz, das Wladiwostok mit ben Städten des Hinterlandes verbinden s oll, da die bisher einzige Eisenbahnstrecke zu einer wirklichen Versorgung Wladiwostoks im Kriegsfälle nicht ge­nügen würde. Die Garnison von Wladiwostok soll augenblicklich 85 000 Mann aufweisen: doch er­warte man in nächster Zeit das Eintreffen bedeu­tender Verstärkungen.

Geheime Hinrichtungen in der Ukraine.

Warschau, 19. Nov. (DNB.) Nach zuver­lässigen Berichten aus Charkow unb Kiew ver­schärft sich ber Terror ber GPU in ber ganzen Ukraine mit jeber Woche. Die Zahl ber Verhafteten unb ber Hinrichtungen im Monat Oktober über­steigt die Summe der beiden vorhergehenden Mo­nate. Es wirb berichtet, daß die GPU. dabei mit