Entweder — Oder bis zur letzten Folgerung durchzustehen. Die Inangriffnahme des riesenhaften Aufrüstungsprogramms ergab sich aus der Erkenntnis dieser eigenen Schwäche und dem Bankrott des Genfer Sanktionssystems vor der Entschlossenheit und Willenskraft eines jungen zum Licht strebenden Volkes.
Es möchte auf der Hand lieaen zu glauben, daß ein sich auf seine eigene Macht besinnendes England aus dem offenbaren Fiasko seiner Völkerbundspolitik auch durch einen Wechsel seines außenpolitischen Systems die Folgerungen zöge. Dem stand aber einmal die in der öffentlichen Meinung Englands ^durch den überwiegenden Teil der Presse geförderte und auf gänzlicher Unkenntnis der tatsächlichen Dinge beruhende ideologische Abneigung gegen alles das entgegen, was man dort ebenso wie in Amerika und Frankreich unter dem bequemen Schlagwort „Faschismus" zusammenzufassen pflegt, durch den man trotz aller Aufklärungsversuche und Richtigstellungen die großen westlichen Demokratien in ihren heiligsten Gütern bedroht olaubte. Und zum andern blieb der Wunsch vorherrschend, mit Rücksicht auf fernöstliche Reichsinteressen der Gretchenfrage der europäischen Politik: „Wie hast du's mit dem Bolschewismus?" so lange wie möglich auszuweichen, mochte auch der französisch-sowjetrussische Militärpakt in London als peinlich und störend empfunden werden Fast scheint es so, als ob die unverblümte Einmischung Moskaus im spanischen Bürgerkrieg, die diesen erst zu der schweren Belastungsprobe für den europäischen Frieden machte, und das arrogante Auftreten des sowjetrussischen Botschafters in London, den englischen Staatsmännern die Schattenseite ihrer Politik des „Als ob" vor Augen geführt hätten. Jedenfalls hat diese Erkenntnis trotz der Der- tufchungsmanöoer eines großen Teils der englischen Presse und der in der gleichen Richtung wirkenden französischen Beeinflussungen den schon kurz nach seinem Amtsantritt zutage getretenen Bemühungen des Premierministers Neville Chamberlain nur einen Ausgleich mit Italien neuen Antrieb gegeben. Man ist hierbei nicht so schnell wie man vielleicht gedacht hatte, zum Ziel gekommen und mußte sich erst dazu durchringen, aus der Anerkennung der Achse Berlin—Rom als politische Tatsache die praktische Folgerung zu ziehen. Das bedeutete die Notwendigkeit auch einer Klärung der Beziehungen zu Deutschland, die trotz der radikalen Ausräumung des gefährlichsten Konfliktsstoffes der Vergangenheit durch das deutschbritische Flottenabkommen doch immer wieder recht bedenklicher, durch gereizte Auseinandersetzungen in Presse und Parlament meist gefühlsmäßig bedingter, durch die zwischen beiden Ländern noch als ungelöstes Problem stehende Kolonialfrage aber auch materiell begründeter Belastungen ausgesetzt waren.
Daß trotz einer durch maßlose Verdächtigungen einer gewissen Sorte englischer Zeitungen immer wieder leicht gereizten Atmosphäre und trotz des von den gleichen Leuten betriebenen Störungs- fcuers in diesen Tagen ein so hervorragendes Mitglied des britischen Kabinetts wie der Lordpräsident des Geheimen Staatsrats Lord Halifax, den als passionierten Weidmann die Internationale Jagdausstellung nach Berlin geführt hat, Besprechungen mit dem Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath hatte und auch gemeinsam mit diesem vom Führer und Reichskanzler auf dem Obersalzberg empfangen worden ist, darf als Beweis beiderseitigen guten Willens gelten, in vertrauensvoller Aussprache die Auffassung des andern vom Verhältnis zueinander und von der politischen Lage im allgemeinen kennen zu lernen mit dem Wünsch, nach Möglichkeiten zu suchen, wie die Voraussetzungen für.eine Verständigung zu schaffen wären, die über einen nackten modus vivendi hinausgeht und der Tatsache Rechnung trägt, daß hier zwei große Nationen mit der Gestaltung ihrer gegenseitigen Be-; Ziehungen auch das Schicksal Europas in Händen halten. Lord Halifax, ein britischer Landedelmann besten Schlages, dessen durch die tiefe Religiosität eines in der hochkirchlichen Bewegung führenden Vaterhauses gefestigte Persönlichkeit es verstanden hat, in einer langen verdienstreichen Laufbahn als Offizier, Parlamentarier, mehrfacher Minister und schließlich am bedeutsamsten und erfolgreichsten als Vizekönig von Indien mit dem Mut zur Unvoreingenommenheit ein großes diplomatisches Geschick zu verbinden, ist gewiß ein Mann, der die von ihm übernommene Aufgabe, Schrittmacher des Friedens zu fein, mit Ernst und aufrichtigem Willen angepackt hat und seinen Kabinettskollegen in London ein zutreffendes Bild seiner Eindrücke in Deutschland vermitteln wird, das, wie wir hoffen möchten, vielleicht geeignet'fein kann, manche Mißverständnisse zu befeitigen, die die deutsch-britischen Beziehungen bislang allzu häufig belastet haben.
Es ist ein erfreuliches Zeichen dieses Verständi- gungswillens, daß im Augenblick des Berliner Besuches des Lördpräsidenten das britische Oberhaus über das Verhältnis zu Deutschland eine Debatte veranstaltete, die sich auf einem dem Ansehen des Hauses entsprechenden hohen Niveau bewegte. Grade nach den unerquicklichen Pressemanövern, die dem Besuch des Lord Halifax vorausgegangen waren, verdient diese Oberhausdebatte besondere Beachtung, klang doch aus ihr allgemein der aufrichtige Wille zur Verständigung und das Bedauern, daß es nicht früher zu einer Aussprache mit Deutschland gekommen sei. Lord Allen of Hurtwood, der auch das nationalsozialistische Deutschland vom eigenen Augenschein her kennt, meinte, daß manche Schwierigkeiten sich beseitigen ließen, wenn man zum ersten Mal feit Versailles Deutschland als einem gleichberechtigten Staat gegenübertrete. Die Kolonialfrage dürfe nicht zu einer eiternden Beule im Körper der europäischen Politik werden, wie einst die Reparationen. Auch der konservative Lord R u f h c l i f f e erklärte, man dürfe Deutschlands Klagen nicht ignorieren, wenn man nicht die Befriedung Europas bis in die Unendlichkeit vertagen wolle. Und Lord Glasgow warnte die britische Regierung davor, sich durch die Verpflichtungen, die Frankreich in Osteuropa übernommen habe, in einen Krieg verwickeln zu lassen, wenn Frankreich sich weigere, die ausgestreckte Hand des Führers zu ergreifen, sei doch nicht einzusehen, was England hindere, es zu tun. Er und die meisten andern Lords forderten eine vertrauensvolle und entgegenkommende Erörterung der Kolonialfrage' mit Deutschland, nach den sturen Beschlüssen des letzten konservativen Parteitages und den vielen verständnislosen oder mindestens ausweichenden Erklärungen der Regierung wie der konservativen Abgeordneten im Oberhaus gewiß ein beachtliches Zeichen des Willens zu überlegener Sachlichkeit auch in einer Frage, über die in der englischen Oeffentlich- feit so große Meinungsverschiedenheiten herrschen. Hoffen wir also, daß sich auch von hier aus ein Weg bahnt zu jenem freundschaftlichen Verhältnis, das die beiden großen Völker von Herzen wünschen.
Dr. Fr. W. Lange,
Maßnahmen znrHebnng desSchweinebestandes.
Preiserhöhung für Schlachtschweine und Schweinemaswerträge. Die Ileischpreise im Kleinhandel bleiben unberührt.
Berlin, 19. Noo. (DNB.) Nach Mitteilung des Statist. Reichsamtes beträgt nach der Schweine- zählung vom 3. September 1937 der Gesamt- sch w e i n e b e st a n d 25,51 Millionen Stück. Er liegt um 500 000 Stück = 1,9 v. H. unter dem Stand vom September 1936. Die Bestände an Schlachtschweinen und Läufern reichen noch aus, um den Fleischbedarf in den nächsten Monaten zu decken: die Nachzucht dagegen ist weiter ab gesunken. Es müssen daher im Laufe des nächsten Jahres Verknappungserscheinungen bei der Versorgung mit Schweinefleisch befürchtet werden. Zu einer Einschränkung der Nachzucht liegt bei der gegenwärtigen Lage der Futterversorgung kein Anlaß vor. Der Bestand an trächtigen Sauen muß vielmehr unverzüglich erhöht werden.
Eine Aenderung der Preise für Schlachlfchroeine wird am 3. Januar 1938 in Kraft treten. Danach werden die Preise für Fettschroeine wieder auf den Stand vom Dezember 1936 gebracht.
Während die Futterlage 1936 eine Senkung der Preise für Fettschweine und eine gewisse Einschränkung der Schweinehaltung notwendig machte, ist nun eine Aenderung der bereits seit längerer Zeit rückläufigen Entwicklungstendenz im Schweinebestand geboten. Zugleich soll der Bestand an Fettschweinen der veränderten, günstigeren Futterlage angepaßt werden, wobei es selbstverständlich beim Verfütterungsverbot für Roggen verbleibt. Es sind deshalb die Prekfe für Schweine im Gewicht über 150 Kilogramm um drei Reichsmark je 50 Kilogramm, für Schweine im Gewicht von 135 bis 150 Kilogramm um zwei Reichsmark und für Schweine im Gewicht von 120 bis 135 Kilogramm um eine Reichsmark je 50 Kilogramm Lebendgewicht erhöht worden. Zu den neuen Preisen treten in den verschiedenen Jahreszeiten Zu- und Abschläge, die-den unterschiedlichen Erzeugungsbedingungen während des Jahres Rechnung tragen.
Durch die Neuregelung der Schweinepreife werden die geltenden kteinhandelshöchst- preife für Schweinefleisch nicht berührt, weit die neuen Erzeugerpreise dem Preisstand vor der Einführung der geltenden kleinhandelshöchstpreise entsprechen.
Die unverändert bleibenden Preise für leichtere Schweine liegen sogar unter den damaligen Erzeugerpreisen. Die jahreszeitlichen Zu- und Abschläge lassen sodann den Jahresdurchschnittspreis im wesentlichen unverändert. Zudem hat sich die Lage der Fleischer besonders durch die günstigen Absatzverhältnisse für Schlacht-Nebenprodukte gebessert. Zur Erleichterung der Versorgung mit Schweinefleisch werden in verstärktem Umfange Schweinelieferungsverträge für das Jahr 1938 ab
geschlossen. Die Reichsstelle für Tiere und tierische Erzeugnisse hat bereits mit dem Abschluß entsprechender Verträge durch Viehhändler und Viehver- wertungsgenossenschaften, mit Bauern und Landwirten über Lieferung von etwa einer Million Schweine in den Monaten August bis November 1938 begonnen. Den Mästern werden je abzulieferndes Schwein zu Beginn des Jahres 1938 100 Kilogramm Zuckerschnitzel und vom Februar bis Ende März 1938 250 Kilogramm Mais geliefert. Der Preis für den frachtfrei Empfangsstation gelieferten Mais ist je 50 Kilogramm um eine Reichsmark niedriger als der Roggenerzeugerpreis.
Die Mitarbeit der Verbraucher, Der Reichsbauernfiihrer fordert Einstellung auf unsere Ernährungslage.
Sonthofen, 19. Nov. (DNB.) Reichsleiter Darre sprach in feinem Vortrag auf der Parteitagung in Sonthofen über die frühere falsche Agrarpolitik, die trotz günstiger Gegebenheiten versagt habe und' im Kriege zu den schwersten Schädigungen der Volkskraft führte. Alle auftreteyden Spannungen können überwunden werden, wenn das Volk die Voraussetzungen unserer Ernährungspolitik verstehen lernt und aus Vertrauen und Verständnis heraus zur tatkräftigen Mitarbeit bereit ist. Allein durch Vermehrung der Erträge könne wettgemacht werden, was an Boden fehlt. Obwohl die Voraussetzungen nicht günstig gewesen seien, sei es abermals gelungen, die Getreideversorgung sicherzustellen. Durch Verbot der Verfütterung sei eine Erhöhung allein der Roggenbelieferung um 400 000 Tonnen erreicht worden. Und wenn man eine Kartoffel- rekordernte erzielt hätte, die das überaus günstige Ergebnis des Vorjahres um 6 Millionen Tonnen übertrifft, dann fei auch dieses Ergebnis nur durch gemeinsame harte Anstrengung erreicht worden. Es beweise, daß der Bauer mit Verständnis der Parole der Mehrerzeugung gefolgt sei, verlange aber auch in gleichem Maße, daß der Verbraucher diese Kartoffelmehrerzeugung m i t einem Mehrverbrauch beantworte. Gerade für die Frauen läge hier eine verpflichtende Aufgabe. Auch der Kampf gegen den Verderb müsse mit noch mehr Verständnis und größerer Entschiedenheit geführt werden, um die Bröt- versorgung sichern zu helfen. Bei der Fleischvevsor- gung bestünden 66 v. H. des Verbrauches heute allein in Schweinefleisch. Diese Tatsache erhelle nachdrücklich die entscheidende Bedeutung der Verbrauchslenkung, der allein es zu danken sei, daß bis heute alle Komplikationen überwunden werden konnten.
einer ehernen Geschlossenheit. Der Soldat leiste auf sie den Eid, bekenne sich damit zum Führer und verpflichte sich zum Gehorsam gegenüber dem vom Führer eingesetzten Vorgesetzten. Ein Bruch des Eides gelte heute in Deutschland als das größte Verbrechen am deutschen Volk. Die Grundtugenden der Soldaten seien Treue, Tapferkeit, Gehorsam und Kameradschaft, Tugenden, in denen eine gewaltige, unüberwindliche Kraft liege. Voll Dankbarkeit und Stolz werde die Luftwaffe auch die neuen Feldzeichen entfalten und immerbar bereitstehen, wenn der Führer zum Schutz der deutschen Nation aufruft.
Im Anschluß an die Fahnenübergabe fand eine Ehrung des Kommandierenden Generals und Befehlshabers im Luftkreis 5, Generalleutnant Sperrte, statt. Vor den versammelten Offizieren, Fahnenabordnungen und Truppenteilen gab Generaloberst Göring bekannt, daß. der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Generalleut! nant Sperrte in Anerkennung besonderer Verdienste zum General der Flieger befördert habe. Ms Zeichen seines Dankes überreichte ihm der Oberbefehlshaber der Luftwaffe das Flieger- abzeichen in Gold mit Brillanten. Man sieht auf dem Bild den Generalobersten Göring bei der Fahnenübergabe. (Scherl-Bilderdienst-M.)
öte Ausbildung
der GA -Nachwuchsschüler.
Sonthofen, 18. Nov. (DNB.) In Vertretung des krankheitshalber verhinderten Stabschefs Lutze sprach SA.-Obergruppenführer Hertzog über die gebietliche Angleichung der SA. an die Organisation der politischen Leitung sowie über den Entwicklungsgang der neuen Nachwuchsführer der SA. Die SA. werde auch in der Zukunft nicht den Grundsatz der Freiwilligkeit durchbrechen. Die SA. als Kräfte- reserooir der NSDAP, sehe eine wesentliche Auf-
deutscher Hausfrauen ermöglichte eine zweite Preissenkung in V/i Jahren.
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Lord Halifax beim Mrer.
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Vbersalzberg, 20. Nov. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing gestern auf dem Obersalzberg im Beisein des Reichs- ministers des Auswärtigen den Lord- präfibenten des englischen Ltaalsrales Viscount Halifax zu einer längeren Aussprache über die Deutschland und Großbritannien interessierenden Probleme der internationalen Politik. Nach feinem Besuch auf dem Oberfalzberg begab sich Lord Halifax im Sonderzug mit dem Reichsaußenminister nach München, hier besichtigte Lord Halifax Me Bauten ber Partei, nämlich bas Braune Haus, ben Führerbau unb bas Berroallungsge- bäube auf bem königlichen Platz, nadjbem er vorher kurz an ben Ehrentempeln verweilt hatte. Um 22.20 Uhr verlieh Corb Halifax mit bem fahrplanmäßigen Zug München roieber unb traf heute früh in Begleitung bes Reichsministers bes Aeußeren roieber in Berlin ein. Unser Bilb zeigt ben Führer im Gespräch mit Lorb Halifax auf bem „Berghof“. (Presse-Illustrationen Hoffmann-M.)
Nie Freiheit
des religiösen Bekenntnisses.
Sonthofen, 19. Noo. (DNB.) Auf Burg Sonthofen sprach, wie NSK. meldet, SA.-Oder- gruppenführer Reichsminister Kcrrl zur Kirchen- srage. Nach Entwicklung der philosophischen Grundlage von Weltanschauung und Religion ging der
Redner unter Behandlung der in diesem Zusammenhang wichtigen Judenfrage auf die Probleme des Tages ein. Er schilderte hierbei die Kirche vergangener Zeiten, wie sie die Bekenntnisse lediglich dazu benutzte, sie politischen Zwecken dienstbar zu machen. Unter Hinweis auf das Parteiprogramm stellte Reichsminister Kerrl bei lebhafter Zustimmung aller anwesenden Kreis- und Gauamtsleiter ausdrücklich die in jeder Beziehung notwendige und gewahrte Freiheit für alle religiösen Bekenntnisse in Deutschland fest. Man werde es aber ebenso entschieden von den verantwortlichen Stellen mit allen Mitteln zu unterbinden wissen, daß sich auch noch künftig die Kirche in Dinge einmischt, die sie nichts angehen.
Feierliche Fahnenübergabe bei der Lustwaffe.
Berlin, 19. Nov. (DNB.) Der Oberbefehls« Haber der Luftwaffe, Generaloberst Göring, übergab im Fliegerhorst Gatow 50 Fahnen für verschiedene Truppenteile der Flieger-, Flak- und Nachrichtenabteilungen von sechs Lüftkreisen. Die Luftwaffe, die jüngste deutsche Waffengattung, so führte Generaloberst Göring aus, habe an dem
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Jage, an dem der Führer die letzten Fesseln von Deutschland abgeworfen habe, selbstverständlich auf öer alten Tradition der ruhmreichen Armee aufgebaut. Das Sinnbild soldatischer Tugend und soldatischer Begeisterung sei auch bei der jungen Luftwaffe d i e Fahne. Ihr die Treue m haften dokumentiere zugleich die Treue zum Führer, zu Volk unb Reich. Die Fahne sei das Zeichen
gäbe darin, Männer, an die Partei und ihre Organisationen abzugeben. Künfttg sei es Vorbedingung, daß jeder neue Führer in der SA. über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen müsse, d H. daß er aus eigener Kraft bewiesen haben müsse, mit dem Leben fertig zu werden. Mit 18 Jahren kommt der aus der HI. Ausscheidende zur SA. und wird nach Absolvierung des Arbeitsdienstes, nach Ableistung der Dienstpflicht wieder in die Formationen ber politischen Soldaten zurückkehren. Hat er sich im Dienste der SA. unb als HI - ober Zellenleiter in ber politischen Organisation bewährt, so muß er — zum Nachwuchsführer vorgeschlagen — eine breijährige Ausbildung burchmachen. In biefe Zeit einbezogen sei ein neunmonatiger Besuch der Reichsführer schule der SÄ. unb eine mehr als halbjährige Tätigkeit als Politischer Leiter ber NSDAP.
Wladiwostok wird befestigt.
Unterirdische Anlagen
und umfangreiche Stratzenarbeiten.
Paris, 18. Nov. (DNB.) Das „Journal" veröffentlicht eine Moskauer Meldung ber Agence Fournier über bie Befestigungsarbeiten in Wladiwostok. Die ganze Stabt soll von einem N e tz unterirdischer Befestigungsanlagen umgeben sein, in denen schwere, weittragende Ar- tillerie, Maschinengewehrnester, Lager für Munition unb Kriegsmaterial, sowie Mannschaftsräume für die Truppen untergebracht sind. Ein besonderes unterirdisches Elektrizitätswerk habe die Licht- unb Stromversorgung ber Befestigungsanlagen zu versehen für ben Fall, baß die städtischen Werke durch Bombenangriffe vernichtet werden sollten.
Augenblicklich sollen umfangreiche Arbeiten zur Modernisierung und Verstärkung des Kriegshafens von Wladiwostok im Gange sein. Für den Luft- und Gasschutz sei die ganze Stadt übersät worden mit Unterkunstsräumen. Gleichzeitig würden unterirdische Flughallen gebaut, in denen 150 Militärflugzeuge Unterkunft finden könnten. Die militärischen Bauarbeiten würden Tag unb Nacht in brei Schichten burchgeführt. In einem Umkreis von 10 bis 15 Kilometer um Wladiwostok hätten alle Bewohner ihr Heim verlassen und anderwärts Unterkunft suchen müssen. Die leeren Häuser würden im bisherigen Zustand gelassen. Man hoffe, auf diese Weise die Befestigungsarbeiten m a s k i er e n zu können. Daneben arbeite eine Armee von 15 000 politischen Strafgefangenen an einem weitverzweigten Straßennetz, das Wladiwostok mit ben Städten des Hinterlandes verbinden s oll, da die bisher einzige Eisenbahnstrecke zu einer wirklichen Versorgung Wladiwostoks im Kriegsfälle nicht genügen würde. Die Garnison von Wladiwostok soll augenblicklich 85 000 Mann aufweisen: doch erwarte man in nächster Zeit das Eintreffen bedeutender Verstärkungen.
Geheime Hinrichtungen in der Ukraine.
Warschau, 19. Nov. (DNB.) Nach zuverlässigen Berichten aus Charkow unb Kiew verschärft sich ber Terror ber GPU in ber ganzen Ukraine mit jeber Woche. Die Zahl ber Verhafteten unb ber Hinrichtungen im Monat Oktober übersteigt die Summe der beiden vorhergehenden Monate. Es wirb berichtet, daß die GPU. dabei mit


