Ausgabe 
20.11.1937
 
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besonderer Brutalität vorgeht, insbeson­dere bei der Verhaftung der zahlreichen Frauen In den großen Städten werden immer wieder nachts Lastkraftwagen beschlagnahmt und Kolonnen zusammengestellt, um die Verhafte­ten in die Gefängnisse abzutransportieren. Zwei­mal wöchentlich gehen aus Kiew Gefangenen- Transportzüge nach Sibirien ab, die bis zu 60 Güterwagen zählen. Um die Menge der Verhafteten unterzubringen, mußten bereits die Kellerräume des noch nicht fertiggestellten GPU- Gebäuües belegt werden. Bei, der Verhaftung von Ehemännern werden jetzt auch die Frauen m i t o e r h a f t e t und nach Sibirien transportiert. Die Kinder dagegen werden in ein Kinder­heim gebracht. Außer den bekanntgegebenen Todesurteilen sollen im ganzen Lande zahlreiche geheime Hinrichtungen stattfinden. Die Angebereien haben derart zugenommen, daß nie­mand mehr dem anderen traut. Die GPU. verhaftet und deportiert rücksichtslos jeden, der sich nicht laut zu dem gegenwärtigen Regime bekennt oder der das Unglück hat, einen der bereits Verhafteten auch nur oberflächlich zu kennen. Die Bevölkerung lebt in Angst und Schrecken vor dem morgigen Tag.

Aus aller Wett.

Reichsarbeitsgemeinschost für Erwachsenen Bildung.

Berlin, 19. Nov. <DNB> Im Interesse einer engen Zusammenarbeit und einheitlichen Ausrich­tung auf dem Gebiet der Erwachsenen-Bildung sind Reichsminister Rust. Reichsorganisationsleiter Dr. L e y und der Vorsitzende des Deutschen Gemeinde­tages Reichsleiter Oberbürgermeister Fiehler, übereingekommen, eine ständige Arbeitsge­meinschaft für Erwachsenen-Bildung zu grün­den. Dieser Arbeitsgemeinschaft gehören an: je ein Vertreter des Reichserziehungsministeriums und des Deutschen Gemeindetages sowie der Leiter des AmtesDeutsches Volksbildungswerk in der 916.= GemeinschaftKraft durch Freude". Die Arbeits­gemeinschaft wird Vertreter anderer Stellen hinzu­ziehen. Es wird zunächst ihre Aufgabe sein, die Richtlinien für die Zusammenarbeit der beteiligten Dienststellen auszuarbeiten.

Das RS.-Relchssymphonieorchesler in Frankfurt.

Das NS.-Reichss ymphonieorchester, das während der Gaukulturwoche in einer Reihe von Städten des Gaues mit großem Erfolg Sinfonie-Konzerte veranstaltet hatte, gab in der Gauhauptstadt unter Erich Kloß ein Konzert im Frankfurter Saalbau, das Werke von Beethoven, Mozart und Reger brachte. Brausender Beifall bewies, welch großes Interesse die Werke der gro­ßen deutschen Musikmeister im Gau Hessen-Nassau finden.

100 000-Mark'Gewinn fällt nach Hessen.

In der Vormittagsziehung am Freitag wurden bei der Preußisch-Süddeutschen Staatslotterie zwei Gewinne von je 100 000 Mark gezogen. Die beiden Gewinne fielen auf die Losnummer 3 4 7 2 6 0. Das Los wird in der ersten Abteilung in Achteln in einer hessischen Lotterieeinnahme, in der zweiten Abteilung auch in Achteln in einer Berliner Einnahme gespielt.

Varbarafeier der Artillerie am 3. Dezember.

Arn 3. Dezember, um 20 Uhr, begehen in Berlin die beiden Waffenringe der Artillerie, der Waffen­ring, der ehemaligen deutschen Feldartillerie und der Waffenring der deutschen schweren Artillerie, das Traditionssest ihrer Waffen, die Varbarafeier. Im Zeichen der wiedergewonnen Wehrhoheit wird dieses Fest besonders feierlich gestaltet werden. Alle ehemaligen und jetzigen Artilleristen des deutschen Heeres und ihre Angehörigen sind herzlich willkom­

men. Eintrittskarten sind im Vorverkauf bei den beiden Waffenringen Berlin W 35 Bülowstraße 20. erhältlich.

Berufsverbrecher Karlipp unschädlich gemacht.

Wie berichtet, brach dieser Tage der Berufsver­brecher Bernhard Karlipp aus dem Amtsge­richtsgefängnis Mülheim aus, nachdem er vorher einen Gefängnisbeamten ermordet hatte. Kar­lipp wurde nun in der Nähe des Essener Haupt­bahnhofes bei der Verfolgung von Beamten der Oberhausen-Mülheimer Mordkommission durch einen Kopfschuß unschädlich gemacht. Er wurde einem

Krankenhause zugefuhrl, wo er scharf bewacht wird Als Karlipp von den Beamten der Mordkommis­sion umstellt und aufgefordert wurde, sich zu er­geben, griff er in die Tasche um die Waffe zu ziehen. Daraufhin machten die Beamten sofort von der Schußwaffe Gebrauch. Bei ihm wurden die dem Gefängnisbeamten geraubte geladene Selbstlade­pistole mit gefülltem Magazin und die Gefängnis­schlüssel gefunden. Mit Karlipp ist ein Berufsver­brecher unschädlich gemacht worden, der der Kri­minalpolizei Westdeutschlands viel zu schaffen machte.

Rundfunks ührung und Fernseheniwicklung

Präsident Kriegler auf der Landeötagung der Reichsrundfunttammer.

NSG. Im Verlaufe der Goukulturwoche fand eine Tagung der Haupt st ellenleiter Rundfunk der NSDAP, statt. Gaupropaganda­leiter S t ö h r sprach über den Einsatz der national­sozialistischen Propagandamittel. Neben den be­währten Mitteln der Kampfzeit würden die neue­sten technischen Errungenschaften wie Funk und Film eingesetzt werden, wie der Nationalsozialis­mus überhaupt alles heranziehe, roo5 Menschen beeinflussen könne.

Der Intendant des Reichssenders Frankfurt, Hans Otto Fricke, stellte die Forderung auf, daß der Rundfunk die Sprache des Volkes sprechen, und in jedem Augenblick als schärfstes Instrument des Führers, das bis m die letzten Häuser bringt, ge­rüstet sein müsse. Es gelte, nicht nur Politik, son­dern auch Unterhaltung zu senden, weil es Haupt­aufgabe des Rundfunks fei, Freude zu spenden. Eine sorgfältige Vorarbeit mache eine groß­artige Qualitätssteigerung in diesem Winter möglich. Für die Steigerung stünden 60 v. H. mehr Mittel zur Verfügung. Intendant Fricke kündigte an, daß der Reichssender im kommenden Winter mit allerersten Kräften in die Städte hin­ausgehen werde, um dort beste Kultur zu vermit­teln. Die Verdoppelung der deutschen Rundfunk- hörerzahlen seit 1933 gebe der Entwicklung des Rundfunks recht. Diese Steigerung halte bis in die letzten Monate an, da sich die Zahl im September um 160 000 und im Oktober um 180 000 vermehrt habe.

Präsident der Reichsrundfunkkammer,

Reichsamtsleiter Kriegler,

führte aus, die Rundfunkwirtschaft habe heute nur eine Sorge, sie könne mehr verkaufen, als sie lie­fern könne. Der Volksempfänger sei nach wie vor ein Verkaufsschlager allerersten Ranges. Die Verbilligungsmaßnahmen der letzten Monate waren volkswirtschaftlich notwendig und rundfunk­politisch unerläßlich Nun aber muß die Oeffent- lichkett darüber aufgeklärt werden, daß das augen­blickliche Preisniveau der Rundfunkgeräte g e h a l - t e n wird, und daß die Preise in der nächsten Zeit nicht weiter absinken. Vorläufig ist mit neuen Überraschungen auf dem Rundfunkmarkt nicht zu rechnen. Jeder Volksgenosse kann seine Weihnachtseinkäuse an Rundfunkgeräten tätigen, ohne fürchten zu müssen, daß er einen Preis zahlt, der in w-nützen Wochen längst wieder nach unten überholt ist. Präsident Kriegler rückte dann von jener Meldung ab, daß schon im nächsten Jahre der Fernseh - Volksempfänger auf den Markt käme. Durch die Tatsache, daß im nächsten Jahre drei Fernsehsender im Betrieb seien, t)abe die Industrie die Möglichkeit einer Produktions­planung von Fernsehgeräten auf breiter Grund­lage. Mit der Produktion der Fernsehempfänger befände sich ein neues technisches Gerät erst i m

A n f a ng s st ad i u m feiner Entwicklung und da- mit auch im Anfang zu einer etwaigen späteren Massenproduktion. Im übrigen hänge die Preis­gestaltung der Fernsehgeräte von ihrem Absatz- oolumen ab, das so lange noch beschränkt sei, als der Fernsehrundfunk nur den vierten Teil der Be­völkerung Deutschlands erfasse. Erst wenn das ganze deutsche Volk am Fernsehrundfunk teilneh­men könne, werde man auch die Möglichkeit eines Fernseh - Volksempfängers in Erwä­gung ziehen können Eine wichtige Voraussetzung dafür sei zunächst der weitere Ausbau der Sende­seite.

Der Film als Kulturträger.

Arbeitstagung der Kreisfilmstellenleiter.

NSG. In der Festhalle in Frankfurt versammel­ten sich die K r e i s f i l m st e l l e n l e i t e r der NSDAP, des Gaues Hessen-Nassau zu einer Ar­beitstagung. Der Organisationsleiter der Reichs­propagandaleitung, Amtsleitung Film, Herbert Bärwald, erklärte, Kultur sei eine Angelegen­heit des ganzen Volkes. Deshalb fei es Pflicht des Nationalsozialismus, die Kultur ins Volk zu tragen, das für alles Gute und Edle, Große und Erhabene aufnahmebereit ist, damit sie im Volk Wurzeln schlägt Und bodenständig wird Nach der' Macht­übernahme habe sich Dr. Goebbels besonders des Filmes angenommen. Ziel aller Arbeit fei ge­wesen, die Filmkultur ins Land zu bringen. Es feien die Gaufilm st ellen geschaffene worden, durch die über das Gebiet des Gaues ein Netz von Veranstaltungen gezogen worden wäre. Dadurch fei es möglich, in jedem kinolosen Ort auf dem Lande Filmveranstaltungen, die sehr beliebt wären, durch­zuführen. In Zukunft foll durch die Gaufilmstelle noch mehr Neuland für den Film erschlossen wer­den. Wichtig sei dabei, daß der Fllm unserem Emp­finden entspreche. Wenn hier verschiedentlich noch Mängel vorhanden seien, liege das daran, daß man bei der Größe der Filmindustrie nicht mit einem Schlage alles vollkommen umgeftalten könne. Der Aufbau könne nur Schritt für Schritt vorwärts gehen. Der Organisationsleiter forderte die Kreis­filmstellenleiter auf, weiter wie bisher zu arbeiten für die Ziele des Führers. Von den führenden Männern der Partei werde alles getan, um dem Film ein neues Gesicht zu geben, in dem sich deut­sches Wesen und deutsches Empfinden widerspiegelt.

Volksmusik zur Äaukulkurwoche.

Um im Rahmen der Gaukulturwoche auch der Volksmusik den ihr gebührenden Platz zu geben, hatte die Reichsmusikkammer zusammen mit der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" ein fest­liches Volksmusikkonzert im Tiergarten in Frankfurt veranstaltet. Den ersten Teil des volks­tümlichen Programms bestritt das Werkorchester

der IG. Farbenindustrie unter Toni Doebert. Im zweiten Teil kamen Volksmusikinftrumente zu Wort. Daß in den Volksmusikveremen heute schon Erstaunliches geleistet wird, zeigte der Zither- und Mandolmenverein Groß-Franksurt und der Bocken­heimer Zitherkranz unter K. D o g l. Den restlichen Teil des Programms bestritten Handharmonika- gruppen aus Frankfurt und Groß-Gerau (Hand- harmonika-Schule). Die Bläsergruppe des Frank­furter NSV.-Orchesters spielte Hessentänze für Blas­musik in der Bearbeitung von A. R o d e m i ch.

Meine politische Nachrichten.

Reichsminister Dr. Goebbels empfing sechs spanische Jugendführerinnen, die vom Staatschef mit der Organisation der Mädelarbeit in Nationalspanien beauftragt worden sind und feit Anfang September d. I. zum Studium der national­sozialistischen Jugendarbeit in Deutschland weilen.

PrinzBernhardderNiederlande,der Gemahl der niederländischen Kronprinzessin Juliana, weilt zum Besuch der Internationalen Jagdausstel­lung in Berlin. Er besichtigte die Jagdschau in Be­gleitung des niederländischen Gesandten in Berlin Dr Ritter van Rappard, des niederlän­dischen Hofjägermeisters Brantsma und des Le­gationsrats B o l tz e vom Auswärtigen Amt. Diö Führung hatten Oberjägermeister £) ft ermann und Jägermeister Löbenberg übernommen

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Der KönigderBelgier hat, von feiner Reise nach London zurückgekehrt, den Staatsminister Paul Emile I a n s o n mit der Bildung der Regierung be­auftragt. Janson setzte sich mit den Persönlichkeiten in Verbindung^ die er als Vertreter der neuen Re­gierung Vorschlägen wird.

®effer6erid)f

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die rasche Ostwärtsverlagerung des bisher über England gelegenen Wirbels hat jetzt die lieber- flutung von ganz Deutschland mit warmer Meeres­luft ausgelöst. Da aber über England zu uns bereits wieder kühlere Meeresmafsen oorstoßen, ist noch fein beständiges Wetter zu erwarten.

Aussichten für Sonntag: Wechselnd be­wölkt, einzelne Schauer, die im Mittelgebirge vor- aussichtlich bereits wieder als Schnee fallen, Tages- temperaturen zwischen 5 und 10 Grad, im Gebirge wieder Frost, Winde um West.

Aussichten für Montag: Weiterhin unbe­ständiges Wetter.

Lufttemperaturen am 19 November: mittags 6,8 Grad Celsius, abends 5,2 Grad; am 20. November: morgens 3,7 Grad. Maximum 8,5 Grad, Minimum heute nacht 2,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. November: abends 4,3 Grad; am 20. November: morgens 2,9 Grad Celsius. Nieder­schläge 2,9 mm.

Haupnchrtstletter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Haupifchriftleiiers: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot: für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein Anzeigen- leiter Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA X 37: 10 031 Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R Lange, K -G. sämtlich in Gießen Monatsbezugs- preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der

Illustrierten 5 Pf mehr

Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vorn 1 September 19.37 gültig

So behaglich die warme Stube für den Raucher ist, so gefährlich ist sie für seine Zigarette. Denn die trockene Heizwärme entzieht dem Orienttabak die Feuchtigkeit und lässt eine sonst milde Mischung auf einmal scharf und beissend schmecken. Gerade das wollten wir ver­hüten, als wir beschlossen,unsere Zigaretten durch abgedichtete TROPEN-Packungen zu schützen.Dank dieserVbrsorge bleiben sie nun auch während der Heizperiode frisch und erfreuen immer wieder den Raucher durch die Feinheiten ihrer zarten Mischung.

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