den ausländischen Polizeiabordnungen einen großen Empfang, dem viele bekannte Persönlichkeiten des offiziellen Italiens beiwohnten. Auch die deutsche Abordnung war mit dem Reichsführer ff Hi-r,mler an der Spitze vollzählig erschienen.
Finanzpolitische Maßnahmen zur Erschließung des Imperiums. Rom. 19.Dtt. <DNB.) Unter dem Vorsitz Mus- solinis genehmigte der italienische Ministerrat eine einmalige z e h n p r o z e n t i g e Kapitalsteuer auf Aktiengesellschaften. Sie stellt das Gegenstück der nach der Angleichung der Lira erhobenen Son der st euer auf den Immobilien- besitz dar, die zur Deckung der Kriegs- k ost en des Feldzuges in Aethiopien, zur Erschließung des Imperiums und der den Rüstungen der anderen Weltmächte entsprechenden Aufrüstung dienen soll. Ferner wurde die Erhöhung der Um sah st euer von 2,5 auf 3 v. H. beschlossen. Im übrigen verdient 'Erwähnung die Gründung von drei staatlichen Siedlungsgesellschaften für Italienisch-Ostafrika zur Schaffung von drei Zentren — Aethiopisch-Romagna, Aethio- pisch-Apulien und Aethiopisch-Venetien —, die als besonders fruchtbare Gegenden von Siedlern aus den gleichnamigen italienischen Provinzen kolonisiert werden sollen. Der F r e i w i l l i g e n - M i - liz in Aethiopien werden alle italienischen Arbeiter und Siedler angehören. Jeder Verwaltungsbezirk hat eine Legion und eine Lustabwehrabteilung, in Eriträa und Somaliland je eine Küstenabwehrbatterie.
Oie Oeutschlandreise
des Herzogs von Windsor.
D r e s d e n , 19. Okt. (DRV.) Bei einem Empfang, den Gauleiter Mutfchmann in Dresden dem Herzogspaar von Windsor gab, erklärte der Herzog: „Die Herzogin und ich danken Ihnen vielmals für die gastfreie Aufnahme. Als Student war ich zum erstenmal in Deutschland, um Ihre Sprache, Ihre Kunst und Literatur kennenzulernen. Nach 20 Jahren kehre ich wieder als Student zurück, aber dieses Mal, um das wesentliche und die ganze Welt berührende Problem des Wohlergehens der a r - beitendenBevölkerung kennenzulernen, ein Problem, das seit langer Zeit für mich von größtem Interesse ist. Ich bin dankbar, daß ich trotz meines kurzen Aufenthaltes soviel Gelegenheit gehabt habe, eine so große Zahl von Betrieben und sozialen Einrichtungen zu sehen. Die hierbei gesammelten Erfahrungen werden für die Zukunft für mich von großem Werte sein." Der Herzog hatte bei der Abfahrt von Dresden gebeten, das Programm noch auf den Besuch einiger Arbeitsdienstlager auszudehnen. Im Reichsarbeitsdienstlager Niederrödern gab Generalarbeitsführer von Alten eine anschauliche Darstellung der Aufgaben des Reichsarbeitsdienstes. Bei der Besichtigung der Baustellen der Roder-Regulierung nahm der Herzog Gelegenheit, mit Arbeitsdienstmännern zu sprechen. In Meißen stand die Porzellanmanufaktur im Mittelpunkt. Der Herzog ließ sich über die Exportmöglichkeiten unterrichten und unterhielt sich wiederum mit zahlreichen Gefolgschaftsmitgliedern. Die Weiterfahrt nach Nürnberg führte über die Reichsautobahn. Bei einem kurzen Halt brachten die Gäste ihre Bewunderung für die technische Vollkommenheit der Straßen des Führers und ihre landschaftliche Schönheit zum Ausdruck. In Nürnberg wurden die Gäste von Reichsleiter Dr. Ley empfangen. Am Abend folgte das Herzogspaar einer Einladung des Herzogs von Coburg zu einem Essen im kleinsten Kreis.
Bilam der Reichsausstellung „Schaffendes Volk".
Sieben Millionen Besucher hatte die Düsseldorfer Reichsausstellung „Schaffendes Volk" zu verzeichnen, von ihnen waren rund 350 000 Ausländer, Angehörige aller Länder der Erde, die hier Gelegenheit hatten zu sehen, was das neue Deutschland zu leisten imstande ist. Die sieben Millionen Besucher sind — das buchen wir mit als Hauptgewinn — überzeugte Propagan- disten des Vierjahresplanes geworden. Sie haben gesehen, wie die neuen Erfindungen, die deutscher Schöpfergeist in den letzten Jahren der Nation geschenkt Hut, sich im prakttschen Leben auswirken, sie überzeugten sich, daß der zweite Vierjahresplan auf allen Fronten marschiert und daß die neuen deutschen Werkstoffe Wertstoffe sind. Die Ausstellung hat die „Scheu vor neuen Dingen", die Ministerpräsident Generaloberst Göring so leidenlchaftlich bekämpft, überwunden, indem sie allen Besuchern, Fachleuten wie Laien, Vertrauen zu den neuen Werkstoffen beigebracht hat. Und wenn ein in der ganzen Welt bekannter und auch in Deutschland geschätzter Journalist, wie der Engländer Ward P r i c e in der „Daily Mail" einen Aufsatz über die Ausstellung mit den Worten schließt: „Der Vierjahresplan sollte Deutschland von der Welt unabhängig machen, aber die neuen Dinge, die im Rahmen dieses Planes in Deutschland geschaffen worden sind, werden für die ganze zivilisierte Welt von Nutzen sein", so ist das eine Anerkennung, die zur Genüge zeigt, wie stark andere Nationen sich von unseren Leistungen haben beeindrucken lassen.
Es wäre verkehrt, „Schaffendes Volk" lediglich unter dem Gesichtspunkt der Propaganda für den zweiten Vierjahresplan anzusehen. Denn auf dieser Ausstellung ist auch gezeigt worden, wie es möglich ist, das brennende Wohnungsproblem durch Eigenheim-Siedlungen und systematische Auflockerung der Großstadt im nationalsozialistischen Geist zu lösen, und es ist weiter dargelegt worden, wie die als Daueranlage geschaffene Gartenfchau einen Beitrag zur Freizeitgestaltung der arbeitenden Menschen stellt, die in einer vorbildlich angelegten Grünanlage Kraft und Freude finden sollen.
Auch das rein finanzielle Ergebnis der Ausstellung ist als durchaus befriedigend anzusehen. Wenn auch zahlenmäßig ein kleines Defizit zu Der» zeichnen ist, so wird dieses doch durch die Aktivposten der neuen Siedlungen und Gartenanlagen reichlich ausgewogen. Als vor Jahren die Düsseldorfer Ausstelluna „Gesolei" ihre Pforten schloß, da betrug das Defizit 20 Millionen Mark und man buchte als Akttoposten lediglich die Festbauten, welche wohl kaum mit den berühmt gewordenen Gartenanlagen, den Wasserspielen und den Siedlungen von „Schaffendes Volk" in Konkurrenz treten dürften. Mit diefer Reichsausstellung ist aber auch zugleich ein neuer Stil für internationale Ausstellungen geschaffen worden, und wir können ohne Uebertreibung behaupten, daß „Schaffendes Volk" nicht nur der Beginn einer neuen Wirtschafts-, sondern auch einer neuen Ausstellungsepoche darstellt. Es wird in diesem Zusammenhang die diesjährige Ausstellung in Puris
als „die letzte Weltausstellung" im Sinne der alten epochemachenden Weltausstellunaen angesehen, während man in der ausstellungstechnischen Struktur der Düsseldorfer Veranstaltung zum erstenmal das Ideal zukünftiger Ausstellungen verwirklicht sieht, welche die Aufgabe haben, politisch-propagandistische Leistungsquerschnitte zu geben mit dem Ziel, den kulturellen, technischen und wirtschaftlichen, Zustand und Fortschritt eines Volkes darzulegen.
GeneralvonEppinGtockholm
Ritter von EPP
erläutert die deutsche Kolonialforderung.
Stockholm, 19. Okt. (DNB.) Der Reichsstatt- halter von Bayern, General R.itter von Epp, wurde vom König Gustav V. von Schweden im Stockholmer Schloß zu einer Privataudienz empfangen. Die schwedischen Blätter bringen Berichte über Unterredungen mit Ritter von Epp, der das Kolonialpolitische Amt der NSDAP, leitet. Im Mittelpunkt der Berichte steht das Raum - und
Rohstoffproblem. Deutschland ohne Kolonien sei zu klein, so habe der Reichsleiter erklärt, um dem deutschen Volke die Versorgung mit Lebensmitteln sichern zu können. Die Forderung auf Wiedergabe der einst zum Deutschen Reich gehörenden Kolonialgebiete gründe sich daher vor allen Dingen auf die volkswirtschaftlich^ Notlage Deutschlands. Die Einstellung der übrigen Mächte sei daher zum mindestens unbegreiflich. Der General wandte sich entschieden gegen die unsinnigen Gerüchte über deutsche Kolonisationsabsichten in Skandinavien. Es sei schwer zu begreifen, daß jemand auf einen so widersinniben Gedanken komme. Er könne versichern, daß es m Deutschland keinen vernünftigen Menschen gebe, der auch in seinen wildesten Träumen eine derartige Ausbreitung Deutschlands erwägen würde. Durch das Versailler Diktat habe Deutschland 13 o. H. seiner Gebietsfläche verloren, und die Bevölkerungszahl fei heute die gleiche wie vor dem Kriege. Ueberdies habe Deutschland 26 v. H. seiner Steinkohlenlager, 68 v. H. seiner Zink-, 41 v. H. seiner Bleiproduktton und 12 Milliarden seiner Auslandforderungen eingebüßt.
Amerikanische Haushaltssorgen.
Wachsender Fehlbetrag. — Kritik an Roosevelt. - Wahlniederlage in Arkansas.
Washington, 19. Okt. (DNB.) Präsident Roosevelt gab eine Erklärung aus über den revidierten Staatshaushalt für das Steuerjahr 1938, wonach der auf 418 Millionen Dollar geschätzte Fehlbetrag sich auf 8 9 5 Millionen erhöht. In dieser Zahl sind 200 Millionen für Sckuldentilgung einbegriffen. Für die erste Schätzung hatte der Präsident den Rückgang der Steuereinnahmen verantwortlich gemacht, für die erneute Erhöhung des Fehlbetrages gibt er dem Kongreß die Schuld. Mehrere vom Kongreß seither angenommene Gesetze hätten eine unvorhergesehene B e l a st u n g des Schatzamtes zur Folge gehabt. So habe ein neues Eisenbahnerpensionsgesetz die Zahl der Pensionsberechtigten durch Hinzufügung neuer Angestelltengruppen erhöht. Ferner machten die großen B a u m - wollüberschüsfe Anleihen an Baumwollfarmer in Hähe von 130 Millionen nötig. Im übrigen seien die Ausgaben infolge des größeren Straßenbauprogramms, der Zunahme der R ü- st u n g s a u s g a b e n , der Arbeitslosenversicherung usw. gestiegen. Der neue Staatshaushalt sieht als Gesamteinnahmen der Bundesregierung 6650 Millionen Dollar vor, als Gesamtausgaben 7545 Millionen. Der Fehlbetrag des Steuerjahres 1937 betrug 2811 Millionen Dollar.
Der Präsident bekundete erneut feine Entschlossenheit, die Regierungsausgaben einzuschränken. Er gab bekannt, daß die Bundesbehörde für wirtschaftlichen Wiederaufbau und die Bundesbehörde für öffentliche Bauarbeiten angewiesen worden seien, keine neuen Verpflichtungen einzugehen und die Betriebskosten nach Möglichkeit einzuschränken. Beide Behörden haben bereits mehrere Milliarden Dollar aufgewendet. In einer Rundfunkrede hat Roosevelt die Öffentlichkeit aufgefordert, die
privaten Wohltätigkeitsorganisationen zu unterstützen, damit die Regierungsausgaben für Unterstützung und Nothilfe eingeschränkt werden könnten. Die Regierungsausgaben mühten im Rahmen der laufenden Steuereingänge gehalten werden, sonst bestehe die Gefahr einer erheblichen Erhöhung der Bundes st euer n.
*
Im Südstaat Arkansas, dessen Bevölkerung hauptsächlich Landwirtschaft betreibt, erlitt die Roosevelt-Regierung eine stark beachtete Niederlage bei der Nachwahl für den verstorbenen Bundessenator Joseph Robinson. Der Senator war demokratischer Fraktionsführer im Bundessenat und Vertrauensmann Roosevelts. Der unabhängige Kandidat Miller erhielt 61 000, der Newdeal-Demo- trat Bailey 40000 Stimmen. In einer über das ganze Land verbreiteten Rundfunkrede griff Gouverneur Landon, der republikanische Präsidentschaftskandidat des letzten Jahres, Roosevelts Innen- und Außenpolitik scharf an. Landon erklärte, Roosevelt habe den Grundsatz des Neutralitätsgesetzes umge stoßen; der Kongreß müsse nun entscheiden, ob das Volk der Vereinigten Staaten Roosevelts privater Politik folgen wolle oder der beim letzten Kongreß festgelegten. Landon warf Roosevelt vor, beinahe die ganze Sitzungszeit der letzten Kongreßtage damit vergeudet zu haben, mehr Macht für sich selbst zu erkämpfen. Er rede von Frieden außerhalb der Landesgrenzen, habe aber Zwietracht zu Haus gesät. Es sei die alleinige Schuld des Präsidenten, daß die wirtschaftliche Erholung nicht viel weiter vorgeschritten sei. Landon gab zu verstehen, daß er auch weiterhin die Führung der republikanischen Partei und der Opposition beibehalten will.
Keine Einigung in London.
Heute erneut Sitzung des Nichteinmischungsausfchusses.
London, 19. Okt. (DNB.) Die Dienstagsitzung des Nichteinmislpungsausschusses wurde ergebnislos abgebrochen. Die'nächste Sitzung ist für Mittwoch, den 20. Oktober, 15.30 Uhr, anberaumt worden. Die Aussprache drehte sich ausschließlich um die Frage, ob der französische oder der alte britische Plan zur Aussprache stehe. Eine Einigung hierüber konnte nicht erzielt werden.
Der italienische Botschafter Graf Grandi legte dar, daß nicht einzusehen sei, warum die französischen Vorschläge an Stelle des brittschen Planes beraten werden sollten. Der deutsche Vertreter, Gesandter Dr. Woermann, führte aus, daß die französischen Vorschläge am besten an Hand der einzelnen Punkte des britischen Planes durchgesprochen werden könnten. Im übrigen müsse man die Frage stellen, wie es mit der Erneuerung des Gesetzes, das die Entsendung von Freiwilligen nach Spanien verhindere, in Frankreich stände. Dieses Gesetz sei abgelaufen und bisher nicht erneuert worden.
Der Sowjetbotschafter Maifky erklärte, daß die Sowjetregierund die Zugestehung der Kriegführen- den-Rechte erst ms Auge fassen würde, wenn der letzte Freiwillige spanischen Boden verlassen hätte. (!) Der enalische Außenminister Eden stellte an den italienischen Botschafter erneut die Frage, wie seine Regierung zu den Punkten der französischen Vorschläge stehe. Graf Grandi antwortete, daß die Antwort der italienischen Regierung auf die französischen Vorschläge bereits in der Antwort der italienischen Regierung auf den brittschen Plan vom Juli enthalten gewesen fei und daß die italienische Regierung zu dieser Antwort heute noch stehe. Der deutsche Vertreter, Gesandter Dr. Woermann, machte auf die zustimmende italienische Erklärung vom Samstag aufmerksam, an beide Parteien in S p a n i e n wegen einer Teilzu- rückziehung der Freiwilligen heranzutreten, und erklärte im Namen der deutschen Regierung, daß diese einem derartigen Plan grundsätzlich zustimmen könnte. Der portugiesische Vertrete^ betonte, daß Portugal bereit sei, die Kontrolle in seiner Grenze wieder herzustellen, sobald die Kontrolle an der französisch-spanischen Grenze wieder aufgenommen würde. Der französische Botschafter C o r - b i n erklärte, daß die französischen Vorschläge dazu bestimmt seien, gewisse technische Schwierigkeiten zu überwinden und die Lage zu klären.
Die britische presse hat alle Hoffnung auft egeben Die Sowjets an ihrem Ziel.
London, 20. Okt. (DNB. Funkspruch.) „Daily Mall" berichtet, daß der Nichteinmischungsausschuß nahe vor dem Zusammenbruch stehe. Chautemps habe gestern abend noch mit Chamber» Iain gesprochen. Eden werde vor der heutigen Sitzung mit dem französischen Botschafter und anderen Vertretern im Nichteinmischungsausschuß sprechen in der Hoffnung, daß doch noch ein neuer Weg gefunden werde.
Sowjelrußland habe sich in der Dienstag-Sitzung noch weniger kompromiß- bereit und noch entschlossener gezeigt, Mei- nungsverschiedenheiten hervorzurufen, als im vergangenen Juli. Der Sowjetbotschafter Maiski
habe nur das Ziel gehabt, jede Hoffnung auf eine Lösung zu zerstören, wenn er erklärt habe, daß eine Zugestehung der kriegführenden Rechte an General Franco erst nach völliger Zurückziehung aller Freiwilligen in Frage komme.
Das Blatt, warnt England davor, sich nicht in eine Lage hineinziehen zu lassen, in der Englands Interessen auf dem Spiele stünden. England sei durch seine früheren Erklärungen für „kollektive Sicherheit" in die spanische Angelegenheit hineingezogen worden. Bereits im vergangenen Juli habe aber Moskau es verstanden, den brittschen Schlichtungsplan zu torpedieren. Wenn jetzt keine Aussichten auf eine Lösung bestünde, so solle England sich aus der ganzen Affäre fernhalten.
..Times" erklärt, das einzige Ergebnis der gestrigen Sitzung fei, daß man genau in derselben Sackgasse sich befinde, wie im Juli. Auch „Daily Telegraph and Ittor- ning Post" schreibt, nach der Sitzung vom Dienstag habe man eingefehen. daß kaum Aussichten auf ein Abkommen bestünden. Somit könne man erwarten, daß eine nochmalige Vertagung im Anschluß an die heutige Sitzung nicht mehr in Frage komme.
„Daily Expreß" meint, die Nichteinmischung sei am Dienstag bereits zusammengebrochen. Wenn das Kabinett kein Kompromiß finde, werde die französische Regierung höchst wahrscheinlich ihre Handlungsfreiheit wieder aufnehmen, das werde auch England tun. Das werde heißen, daß Frankreich die Pyrenäengrenze für den Waffenhandel und den Uebergang der Freiwilligen öffneten und England die Waffensperre für Rotspanien aufheben werde.
3n der alten Sackgasse.
Paris über die sowjetrussische Obstruktion entrüstet.
Paris, 20. Okt. (DNB. Funkspruch.) Heber die ergebnislosen Verhandlungen im Nichteinmischungsausschuß schreibt das „Journal" in großen Schlagzeilen auf der ersten Seite: „Die Sowjets widersetzten sich dem französischen Plan. — Systematische Obstruktton des Moskau-Delegierten, der wohl entschlossen zu sein scheint, jedes Abkommen zum Scheitern zu bringen, gefährdet die Verhandlungen." — Der französische Ministerpräsident habe sich bemüht zu erreichen, daß Moskau sich nicht auf eine systematische Sabotage der Friedensaussichten versteife, aber weit davon entfernt, sich versöhnlich zu zeigen, habe der Sowjetbotschaster M a i s k i sich einen regelrechten Angriffgegenden „Frieden s- plan" der französischen Regierung geleistet. Die Sowjets blieben somit ihrer Politik treu, deren Ziel es sei, mit allen Mitteln zu verhindern, daß ein Abkommen zwischen den Westmächten zustanbe- komme. Die Sowjetregierung habe die soforttge Unterbindung jeder Schifissendungen nach Spanien, nicht nur von Freiwilligen und Flugzeugen, sondern überhaupt jeglichen Kriegsmaterials gefordert. Dies entbehre nicht eines gewissen Humors, denn man wisse, daß die Waffen der Bolschewisten in Spanien aus Sowjetruhland stammten.
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Die „Epoque" stellt fest, der Nichteinrnischungg. ausschuß befinde sich von neuem in einet Sackgasse. Sowjetrußland wolle nicht die Ver. antroortung für die von Frankreich vorgeschlageiv Politik übernehmen. Sowjetrußland nehme zur gleichen Zeit, in der es erkläre, nie1;1* 1 wollen, um eine Verständigunb zwischen den anderen Mächten zu verhindern, eine Stellung ein, bi« alles zum Scheitern bringe. Außer Englan- hätten sich allein Belgien, die Türkei und Schwede« dem französischen Plan angeschlossen.
Aegypten übrig. In jedem dieser drei ßänM ist der Groß-Mufti ein Kronzeuge gegen die enf lische Palästtna-Polittk. Das ist natürlich auch nis' hübsch.
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©er Großmufti in Syrien.
Die Telegramme haben nun schon die Flucht de>« religiösen Oberhauptes der palästinensischen Mohammedaner, des Groß-Mufti von Jerusalem, nach dem französischen Mandatsgebiet Syrio gemeldet. Zwar hat es bei der Flucht eine klein Panne gegeben. Der Bootsführer verfehlte den Dn wo an der syrischen Küste ein Auto den Groh Muftt erwartete, um ihn still und heimlich einem unbekannten Ziel entgegenzutragen. Und so fiel du Mufti denn unter die freundliche Obhut der französischen Mandatspolizei. Aber nun beginnt die Leidensgeschichte der französisch-englischen Diplomatie, die mit Wehmut nachdenkt, wie biefi harte Nuß zu knacken ist. Was sollen die Franzosen machen? Die syrische Bevölkerung sympathisier!! aufs lebhafteste mit den benachbarten Palästinas schen Arabern. Die Franzosen haben vor lurjtt Zeit den Syrern staatliche Unabhängigkeit'vei' sprachen, wenn sie sich auch erhebliche Mitspra^ Rechte vorbehalten haben. Unter solchen Umsiw den ist die Auslieferung des geflohenen Groh- Mufti an die Palästina-Behörden eine mißlich«
Wie England ein Mandatsland „befriedet"
In Palästina in zwei Tagen 18 Häuser in die Luft gesprengt.
London, 20. Okt. (DNB. Funkspruch.) & Zeitungen melden aus Jerusalem, daß in den letz' ten zwei Tagen insgesamt 18 Häuser i« arabischen Dörfern als S tr a f m a fj n af) von den britischen Behörden v ö l l i g z e rstör> worden seien. Gleichzeitig hat man den Bewohner« der betroffenen Dörfer mitgeteilt, daß im weiterer Zwischenfälle noch mehr Häuferock nichtet werden würden. Weiter heißt es, den Beduinenstämmen, von denen lich vor zwei Tagen' Angriffe auf einen briiifdp Polizeiposten in der Nähe von Hebron gangen fein solle, insgesamt 1600 Schafe, d. b fll ' praktisch der gesamte L e b e n s u n t e r h a von den Behörden genommen worden fino. £ beschlagnahmten Herden wurden von brih|$e Soldaten abgetrieben.
Wieviel Amerikaner kämpfen für Valencia?
Die Brigade „Abraham Lincoln".
Washington, 20. Okt. (DNB.) Eine ocy, etwa einem Jahr zur materiellen und „moralischen" Uw terstützung des Bolschewistenausschusses von Da, lencia gegründete Neuyorker Organisa, tion, Freunde der Abraham-Lincoln-Brigade, gibt soeben ihre neueste Verlustliste bekannt in der die in den letzten Kämpfen in Spanien gefallenen Bo 1 schewiki, die die amerifa. nische Staatsbürgerschaft besitzen — na- mentlid) aufgezählt werden. Nach Behauptungen obiger Organisation soll die sogenannte Lincoln- Brigade „nur" 3000 Amerikaner umfassen. Obwohl diese Ziffer natürlich nicht nachprüfbar ist, steht fest daß außer der „Lincoln-Brigade" mindesten; noch zwei oder drei weitere Brigade« Amerikaner für Rotspanien kämpfen. Allerdings vermeiden Neuyorker Zeitungen neuerdings, insbesondere seit Beginn der Aussprache über bit Zurückziehung der Freiwilligen, jegliche Erwäh, nung einer Beteiligung amerikanischer ©taatsbürgr am Bürgerkrieg.
Große nationale Erfolge in Asturien.
Die geschlagenen Bolschewisten auf der Flucht nach Gijon.
Salamanca, 20. Okt. (DNB. Funksprucp Der Frontberichterstatter des Hauptquartiers i Salamanca teilt mit, daß am Dienstag der ev folgreichste Tag während der ganzen Asturien - Offensive gewesen ist. Von dir Provinz Asturien sind bis jetzt 2178 Quadratkilometer besetzt worden. V i l l a v i c i o s a ist von bei Bolschewisten weniger zerstört worden als andre Orl» schäften, da der Gegner durch die Schnelligkeit bes nationalen Vormarsches überrascht wurde. Nur wenige Dörfer sind ausgebrannt. Die Nationalen sind vier Kilometer über Villaviciosa hinaus natz Westen vorgegangen und befinden sich 14 Kilometer Luftlinie und 23 Kilometer Landstraße dou Gijon entfernt. Die Nationalen besetzten ferneren- f i e ft o. In allen Dörfern wurden die siegreichem Truppen begeistert und mit erhobenem Arme vo-> der Bevölkerung empfangen. In Colunga un) in anderen befreiten Ortschaften wurden Freudenfeste veranstaltet und Volkstänze aufgefüfjrt, Die Zahl der Ueberläufer geht in die Hunderte. Viele berichten, daß ihre Führer sie zum Narren gehalten und ihnen vorgelogen hätten, (Tangas de Onis und Arriondas seien von den bolschewistischen Streitkräften wieder zurückerobert xdox-- t
Sache. Es bleibt also nur Ausweisung übch ober die Franzosen müssen den Großmuftt i« Haft nehmen. Ausweisung bedeutet im Gegend zur Auslieferung, daß der Groß-Mufti nur 31® Verlassen des Landes aufgefordert wird, währe«) Auslieferung die Uebergabe des Groß-Mufti an di« englischen Mandats-Behörden in Palästina darstel- len würde, was aus geschilderten Gründen schwi«- rig ist. Wenn aber der Groß-Mufti ausgewiefe» !t;w, und ihm damit die Wahl seines Aufenthaltsorts! W, freigestellt wird, so bleibt zunächst nur als fluchtsland d i e Türkei, Italien ob ei
den. Viele Miljzen legten ihre Waffen mit Hotz- rufen auf Spanien und General Franco nicbon. g Der geschlagene Feind flieht überall ohn«^ Disziplin und Ordnung nach Gijon zurück' ,


