Aus der Giadi Gießen
(Rudge)
= 101,2 km/st. Bis 250 ccm: 1. Gimbel
(DKW.)
(DKW.)
1
(Nachdruck verboten.)
20 Fortletzung
e3*
ern der Sja Gu berx rum am baf Ne
Du ein mii am
eir bii
®ei
Ian
Dor
Xai
&& Ö3
dui den ßat mei mt! Gr rei:
och furchtbar, Stefan. Das ist doch
ißvater. Allerdings ein recht ge- - wir es ruhig so auf. Es könnte Ehrlicher Witz werden, wenn ich : Achenbach wäre! Blut von bei- ater. Und ich denke, deshalb । mich verlassen."
mir helfen können, Herr von klang wie eine zitternde Glocke. Fortsetzung folgt.
auf ihn.
„Werden Sie Achenbach?"
Ihre Stimme
-2 be: be;
be de Bi Pel Be die Doi tur
En frei fau Dm vor, W
fr S)w mö
etr mu un Na Die tm DOI ric
v pell fen:
„Ich werde die Untersuchung gleich nach Tisch vornehmen, Fräulein Hildach. Wenn Sie etwa anderweitig in Anspruch genommen fein sollten, kann Fräulein Bergner mir ausnahmsweise mal zur Hand gehen."
Seltsam tonlos erwiderte Annelore:
„Es wird nicht nötig sein, Herr von Achenbach. Ich werde es schon einrichten können."
Er schien noch etwas sagen zu wollen, unterließ es aber.
Gleich nach Annelores Weggang verschwand auch Fräulein v. Birkhammer. Es war selbstverständlich, daß es jetzt zu einer Aussprache zwischen den Herren kommen würde, und da wollte sie sich nicht erst unter irgendeinem Dorwand fortschicken lassen. Der junge Herr — Gott, man hatte ihn auf den Armen getragen, hatte ihn aufgezogen, ihn erst zum Menschen gemacht —, ja, er konnte einen recht unangenehmen Sarkasmus entwickeln, wenn man einmal so tat, als begriffe man nicht! Und darauf brauchte man es ja nicht erst ankommen zu lassen.
Stefan war aufgestanden. Die Hände in den Taschen, ging er ein paarmal im Zimmer auf und ab. Dann blieb er vor dem Großvater stehen.
„Schlecht geschlafen, Großvater, nicht wahr? Ich auch. Aber die Sache ist nun klar. Ganz klar. Ich tue meine Pflicht als Arzt, und damit ist die Angelegenheit erledigt. Wir können uns überflüssige nrrörte,M^'^np über das Thema also schenken."
~ y Achenbach war nicht so leicht
Der Glanz der Wintersonne füllte das hohe, helle Ordinationszimmer. Gläser, Schalen und Instrumente blitzten in ihrem Licht.
Aufrecht, mit unbewegtem Gesicht, stand Stefan, als Gloria von der Pflegerin hereingeführt wurde. Ihr Schritt war unsicher, ein rosiger Hauch der Erregung färbte ihr Gesicht.
Mit einem vollen Blick umfaßte Stefan ihre Erscheinung. Das war nun die Frau, die ihm höchstes Glück gegeben hatte, um ihn dann zu verraten! Sie war schön wie damals, nicht einmal die gut verheilte Narbe über der Stirn konnte ihrer Schönheit Abbruch tun. Sie war heute sogar schöner als damals, war reifer, fraulicher geworden. Kein Wunder, daß der Konsul diese Frau über alles liebte!
Für einen Augenblick wuchs etwas Drängendes in Stefan auf und ließ seine Schläfe dumpf klopfen. Er wollte es gewaltsam unterdrücken. Das war die Erinnerung — und an abgetane Dinge erinnerte man sich nicht!
Regungslos, wie eine Statue, stand auch Annelore. Ihre Augen brannten und schmerzten. Es war nicht nur die schlaflose Nacht...
Sie wollte diese Frau nicht ansehen und tat es doch. Wie schön sie war! Wie imponierend und berückend schön! Und wie gefährlich schön mußte sie erst sein, wenn ihre lichtlosen Augen wieder Glanz hatten! Wenn diese Augen wieder sprechen und locken konnten...!
Mußte ihr nicht jeder Mann verfallen? Mußte ihr nicht auch der Mann wieder verfallen, der schon einmal in ihrem Bann gestanden hatte...?
Annelore fühlte eine Schwäche in den Knien. Sie suchte Stefans Gesicht mit einem hilflos-verstohlenen Blick. Aber er hatte sich schon zur Seite gewandt und deutete stumm nach dem verdunkelten Nebenraum.
Die Pflegerin führte Gloria hinaus. Stefan folgte. Mühsam raffte sich nun auch Annelore zusammen. Die Pflegerin drückte Gloria vorsichtig auf einen Stuhl mit Armlehnen und verschwand wieder.
Die drei waren allein. Zwei Frauen und ein Mann! mußte Stefan wider Willen denken. Er schalt sich selber. Ein Arzt hatte anderes zu denken. -Kein Wort war bis jetzt gefallen. War es die Stille des dunklen Raumes, die sich Annelore so schwer auf die Brust legte?
wohnung ist vorhanden; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Schwarz, Kreis Alsfeld. Dienstwohnung ist vorhanden. Bewerber müssen das 27. Lebensjahr vollendet und die sonstigen nach dem deutschen Beamtengesetz erforderlichen Voraussetzungen erfüllt
seinen Vertretungen beschafften oder gesammelten Lebensmittel, Kleidungs- und Wäschestücke, die un- entgeltlich an Hilfsbedürftige verteilt werden sollen. Unter denselben Bedingungen werden die Gaben auch mit den Kraftposten und Landkraftposten als Stückgut oder Poststück unentgeltlich befördert.
Tod durch Brandwunden.
Die über 70 Jahre alte Landwirtswitwe Dorothea Pauly aus Niederbrechen (Kreis Ufingen), die am Freitag mit schweren Brandwunden in die Gießener Klinik eingeliefert wurde, ist hier am gestrigen Sonntagnachmittag an den Folgen der schweren Verbrennungen gestorben. Die alte Frau war, wie gemeldet, dem Feuer im Herd zu nahe gekommen, wobei ihre Kleider in Brand gerieten. Ehe Hilfe herbeikam, hatte die Bedauernswerte am ganzen Körper schwere Brandwunden davongetra- gen.
Dornoiizen.
Tageskalender für INonkag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Unternehmen Michael". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die englische Heirat".
Reichspost und Winterhilfswerk.
Lpd. Zur Unterstützung des Winterhilfswerks des deutschen Volkes wird die Deutsche Reichspost, wie in den vergangenen Jahren, bis Ende März 1938 Postgut im Gewicht dis zu 7 Kilogramm mit Gaben für die Winterhilfe an allen Postorten zulassen, auch wenn vom Absender nur ein Stück eingeliefert wird. Das Postgut muß vom Winterhilfswerk oder seinen Orts-, Kreis-, Gau- usw. Vertretungen ausgehen, oder an sie gerichtet sein. Auf den Sendungen und den Postgutkarten ist der Vermerk „Gaben für die Winterhilfe des deutschen Volkes" oder „Winterhilfe" anzubringen. Als Gaben für die Winterhilfe gelten die vom Winterhilfswerk oder
tel des Deutschen Meisters in dieser Klasse wurde dem in Schleiz tödlich verunglückten DKW.-Fahrer Braun zuerkannt.
Zwei Runden
im Mercedes-Benz-Rennwagen.
Ein besonderes Schauspiel wurde den Zuschauern vor dem letzten Rennen geboten. Der Frankfurter Nachwuchsfahrer der Mercedes-Benz-Werke, Brendel, führte den 50 000 Zuschauern in einer begeisternden Fahrt den Mercedes-Benz-Rennwagen vor, einen der „Silberpfeile", die den Namen des deutschen Werkes weit in aller Welt berühmt machten. Brendel fuhr zwei Runden und bereitete damit allen Zuschauern eine große Freude.
Fleischmann
siegte auch in der Halbliterklasse.
Im letzten Rennen des Tages gab es noch einmal Gelegenheit, Fleischmanns überragende Fahr- kunst zu bewundern. In einer Fahrt von unübertrefflicher Gleichmäßigkeit zog er Runde um Runde und lag bald weit vor seinen Konkurrenten. Völlig unangefochten fuhr er das Rennen zu Ende. Dadurch entfiel zwar ein Kampfmoment, aber für die nötige Spannung sorgten der junge Mannheimer M e i e r auf Norton undBungerz (Spreewerder) auf Rudge. Beide Fahrer waren immer dicht hintereinander. Mit kaum mehr denn 10 bis 20 Meter Abstand lagen sie während aller acht Runden beieinander. Meier konnte sich den zweiten Platz hinter Fleischmann sichern.
Leider litten die beiden Seitenwagenrennen und das Rennen der Halbliterklasse der Solomaschinen erheblich unter dem schlechten Wetter. Bald nach der Mittagsstunde waren schwere Regenwolken heraufgezogen, die denn auch prompt ihre Schleusen öffneten und den Fahrern und der Rennleitung großen Kummer bereiteten. Im strömenden Regen mußten diese drei Rennen gefahren werden. Auch der Silberpfeil legte seine Fahrt unter Regengüssen zurück und ließ einen Nebelschweif des auf sprühenden Wassers hinter sich. Aber ebenso, wie die Zuschauer, so ließen sich auch die Fahrer nicht beirren und die Rennen wurden programmäßig zu Ende geführt.
fd) he te lioc A s s W c hei m 82.
Siegerehrung.
Unmittelbar an der Zieltribüne fand im Anschluß an die Rennen die Preisverteilung statt. Tausende von Zuschauern umstanden wie eine Mauer den Platz. Die Absperrmannschaften hatten noch einmal schwersten Dienst. Obergruppenführer S e y d e l nahm die Siegerehrung vor. Er erinnerte an die ruhmreiche Geschichte des Schottener Rennens, dankte allen denen, die dazu beigetragen haben, die Durchführung des Rennens sicherzustellen, dankte insbesondere dem Gauleiter für feine Förderung der Sache, ferner aber auch den Fahrern für ihren Einsatz und den Absperrmannschaften für ihre aufopfernde Arbeit. Im Anschluß daran wurden die Sieger der einzelnen Rennen bekanntgegeben und ihnen die gestifteten zahlreichen Ehrenpreise überreicht. Den Ehrenpreis des Korpsführers erhielt Heiner Fleischmann als Schnellster des Tages.
Oie Ergebnisse.
Ausweisfahrer. 5 Runden, 80,4 Kilometer. Bis 500 ccm: 1. Adams (BMW.) 44:24 — 108,7 km/st; 2. Kämmerer (BMW.) 45:24,3 = 106,3 km/st. Bis 350 ccm: 1. Dahmen (NSU.) 47:41
Oer Karpfen als Fest-Mittelpunkt
Erstes Gießener Karpfenfest am Eichgärtenteich.
Rund 25 Zentner Karpfen gefangen.
Gießen hat am gestrigen Sonntag etwas Neues : erhalten: das Karpfen fest. Es wird sich zwar nach Lage der Dinge nicht alljährlich wiederholen können, aber doch in Abständen von einigen Jahren immer wieder in Erscheinung treten, wenn der Mittelpunkt des Festes, nämlich der Karpfen, durch seine zahlenmäßige Stärke dies ermöglicht. Das diesjährige erste Gießener Karpfenfest bedeutet einen verheißungsvollen Auftakt. Es ging sowohl bei dem ersten Abschnitt, dem Preisangeln am Sonntag vor acht Tagen, als auch bei dem Hauptfischzug am gestrigen Sonntag in Gegenwart einer großen Menge von Zuschauern vor sich und brachte hinsichtlich der Karpfen-Ausbeute im Gesamtgewicht von rund 2 5 Zentner ein Fischereiergebnis, das sich sehen lassen kann.
Der Fremdenverkehrsverein Gießen hatte es sich angelegen sein lassen, das erstmalige Ausfischen des Eichgärtenteiches zu dem mit allerlei Unterhaltungen ausgestatteten ersten Karpfenfest zu gestalten. Die Probe auf das Exempel des Fischfanges bildete das Preisangeln am Sonntag vor acht Tagen, das von Mitgliedern der Gießener Angler-Sportvereine bei starker Anteilnahme einer großen Zuschauermenge durchgeführt wurde. Dabei konnte von den beteiligten Sportfischern eine Karpfenausbeute im Gesamtgewicht von 392% Pfund in die Sammelbehälter des Fischfanges abgeliefert werden.
Nach diesem Auftakt waren die Erwartungen auf ein gutes Fangergebnis beim Hauptfang des Karpfenfestes am gestrigen Sonntag ziemlich hoch gespannt. Zur Einleitung kam zunächst am Samstagnachmittag und -abend frohgestimmte Unterhaltung zur Geltung. Der Fremdenverkehrsverein hatte dafür gesorgt, daß auf d.er Schlageter-Anlage beim Eichgärtenteich ein großes Festzelt mit guter Wirtschaft zur Aufnahme der Besucher bereitstand und der Musikzug der SA.-Standarte 116 mit feiner guten Musik den Gästen schöne Unterhaltung bereitete. Daß für die tanzlustige Jugend Gelegenheit zum „Scherbeln" gegeben war, versteht sich bei dem Volksfestcharakter der Veranstaltung von selbst.
Der gestrige Sonntagvormittag brachte den Höhepunkt des Karpfenfestes: die Ausfischung des großen Teiches. Seit Tagen hatte man das Wasser ablaufen lassen, so daß gestern morgen nur noch an einigen Stellen der Teichfläche ganz flaches Wasser vorhanden war. Hier hatten sich die Fische naturgemäß zusammengezogen, weil ihnen an den übrigen Stellen des Teiches ihr Lebenselement, das Wasser, genommen war. Männer mit Gummistiefeln bis an den Leib und mit Netzen bewaffnet, andere mit großen Körben versehen, wateten in den seichten Wasserflächen hin und her, um die feisten Karpfen mit den Netzen zu haschen und mit Schwung in die Tragkörbe zu befördern. Von den Ufern aus waren den ganzen Vormittag über große Menschenmengen stark interessierte Zuschauer des in unserer Stadt bisher in diesem Aus-
DO11 Den einer * Sie -as. 2lbtu fand bei1 rige> tung B, bart' unb Wx 5m. per bene <öpo ihre füf)i steh bete Änk
D lei ' 6'21.' Alt
tätigt Boi Few Fest nach
Stumm lagen die Blicke von Großvater und Enkel einen Augenblick ineinander.
„Auf dich kann ich mich verlassen, ja —", sagte Wolfgang v. Achenbach ernst. „Ich hoffe für uns alle, daß ich es auch in diesem Falle kann..."
„Du kannst es, Großvater", entgegnete Stefan fest.
Aufrecht verließ er das Zimmer.
Der Wagen wartete bereits auf dem Schloßhof, um ihn nach der Universitätsklinik zu bringen. Während Stefan in den Mantel schlüpfte, sah er sich suchend um. Die Pflegerin kam eilig den Gang entlang.
„Fräulein Hildach —?" forschte er kurz.
Die Pflegerin wollte eben antworten, als Annelore aus einer der Türen trat.
„Einen Augenblick, bitte, Fräulein Hildach", rief Stefan ihr zu.
Mit ungewohnt schweren Schritten kam sie heran. Stefan nahm den Hut vom Haken.
„Was ich noch sagen wollte, Fräulein Hildach: Ich wünsche, daß Sie sich so wenig wie möglich mit der Frau Konsul beschäftigen. Also nur, soweit es unbedingt notwendig ist, nicht wahr?"
Annelore wußte nicht, ob sie sich darüber freuen durfte. Was bewog ihn dazu, sie von dieser Frau fernzuhalten? Aber es war ihr lieb. Schon der Gedanke, diese Frau betreuen zu sollen, war Qual genug.
„Jawohl, Herr von Achenbach", gab sie mechanisch zur Antwort.
Er nickte kurz und ging.
In Glorias Zimmer saß man indessen auch beim Frühstück. Der Konsul goß ihr Kaffee ein und strich ihr ein paar Brötchen. Das geschah alles mit einer zarten Besorgtheit, die auf eine tiefe Zuneigung schließen ließ. Ihm selber schien der rechte Appetit zu fehlen. Er war sichtlich aufgeregt. Der heutige Tag sollte ja die Entscheidung bringen, ob Hilfe möglich war ober nicht.
Nicht...? Es wäre nicht auszudenken gewesen!
Auch Gloria war erregt. Aber in ihrer Erregung schwang zugleich eine tiefe Gereiztheit mit. Es hatte den Anschein, als ob die Aufmerksamkeiten des Gatten, vielleicht auch schon seine bloße Anwesenheit, ihr lästig wären. Der Konsul fand sich damit ab. Man mußte Rücksicht nehmen.
Bleiern schlich der Vormittag dahin. Dann war es endlich so weit.
** F r e i e L e h r e r st e 11 e n. Erledigt sind: Eine und Beinverletzungen, oie fein Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der | die Klinik erforderlich machten. Volksschule in Grebenau, Kreis Alsfeld. Dienst- -------
(DKW.) 1:14:05,4 = 104,1 km/st.
B i s 35 0 ccm: 1. Fleischmann (NSU.) 1:08:13,2 = 113,2 km/st; 2. Hamelehle-Sindelfingen (Norton) 1:09:29,1 = 11,1 km/st; 3. Wolff-Mettlach/Saar (Velocette) 1:09:46,4 = 110,5 km/st.
Seitenwagen bis 600 ccm: 1. Böhm, Nürnberg (NSU.), 49:54,4 Min., 96,6 km/st; 2. Schumann (DKW.), 50:25,1 Min., 95,6 km/st; 3. Bock (Norton), 50:33,3 Min., 95,4 km/st. — B i s 10 0 0 c cifi: 1. Zimmermann (NSU.), 49:32,2 Min.: 97,4 km/st; 2. Kährmann (DKW.), 49:45,2 Min., 97 km/st; 3. Brinkmann (BMW.), 52:46 Min., 91,4 km/st.
Soloklasse, bis 500 ccm: 1. Fleischmann (NSU.), 1:14:00,3 Stunden, 104,3 km/st; 2. Meier, Mannheim (Norton), 1:16:17,1 Stunden, 101,2 km/st; 3. Bungerz (Rudge), 1:16:21,3 Stunden, 101,1 km/st.
50:02,3 = 96,5 km/st.
Lizenzfahrer. B i s 250 ccm. (8 Runden = 128,64 Kilometer): 1. Berger-Zobten ' 1:13:25,2 = 105,1 km/st; 2. Böse-Gotha .
1:13:34,1 = 104,9 km/st; 3. Wünsche-Langebrück
Mechanisch schob sie den Apparat heran. Stefan ließ sich vor Gloria nieder, sorgfältig jede Berührung mit ihr vermeidend. Ader er mußte ihren Kopf vor dem Apparat zurechtrücken. Für einen Augenblick fühlte er ihre heißen, pochenden Schläfen, die xarte Weichheit ihres Gesichts in feinen Händen, das leise Spiel ihrer Haare auf seinen Fingerspitzen. Und wieder kam die Erinnerung. Wie lange war es her, daß er diesen Kopf, dies Gesicht in den Händen gehalten hatte?
Aber es dauerte nur wenige Sekunden. Kühl und beherrscht glitten seine Hände wieder ab.
Abgeblendetes Licht flammte in dem Apparat auf. Stefan begann mit der Untersuchung. Auch sie ging wortlos vor sich.
Plötzlich schoß Gloria ein scharfer Lichtkegel in die Augen.
„Tut es weh?" forschte Stefan sachlich.
„Nein. Ich fühle nichts."
„Schmerzt das Licht nicht?"
„Licht...? Ich sehe nichts..."
Stefan erhob sich.
„Bitte, Fräulein Hildach."
Seine Stimme klang ungewohnt rücksichtsvoll, beinahe weich. Wie kam das? So hatte er noch nie zu ihr gesprochen. Oder hatte sie sich getäuscht?
Sie half Gloria aus dem Stuhl auf und führte sie in das Ordinationszimmer zurück. Es verursachte ihr Anstrengung. Ihr war, als berührte sie etwas Feindliches. Ging nicht eine stumme Feindseligkeit von dieser Frau aus?
Nun begann die eigentliche Untersuchung, die ergeben sollte, ob eine Operation möglich war und Aussicht auf Heilung bestand. Sie dauerte lange. Endlos lange, schien es Annelore. Stefan war jetzt ganz Arzt, der feine Pflicht tat und mit dem gesammelten Interesse des Wissenschaftlers bei der Sache war. Menschliche Dinge waren jetzt ganz ausgeschaltet.
Endlich richtete er sich wieder auf. Ein hörbarer Atemzug kam von feinen Lippen.
Angstvoll richteten sich Glorias glanzlose Auge«
maß noch nicht gesehenen Vorgangs. Bei dem sehr flachen Wasser war es fein Wunder, daß die Karpfen sich meist selbst präsentierten; denn mit ihren strammen Rücken sah man sie zum Teil außerhalb des Wassers, zum Teil ganz dicht unter dem Was- serspieael hin- und herziehen. Kein Wunder, daß die eifrigen Fischer es da verhältnismäßig leicht hatten, mit ihren Netzen zum Erfolg zu kommen. So konnten denn auch die Korbträger ununter- brachen erhebliche Fifchlasten an das Ufer bringen, wobei man Karpfen von einer Länge und Breite bestaunen konnte, die nicht alltäglich war. Fische von 4,5 oder 6 Pfund, zum Teil noch darüber, waren zahlreich bei dem Fang vorhanden. Daß diese strammen Karpfen-Burschen in den Körben heftig hin- und herschnellten, weil sie ihrem Lebenselement, dem Wasser, entrissen waren, versteht sich von selbst. So hatten denn auch die mit dem Verwiegen beschäftigten Männer es manchmal nicht leicht, die kräftigen „Brocken" so glatt in die Waagschale zu bekommen, wie es an sich wünschenswert gewesen wäre. Nach dem Verwiegen wurden die Fische zunächst in einem Bassin dem Wasser wiedergegeben, dann von dort herausgeholt und in mit Wasser gefüllte Transportgefäße verbracht. Von hier ging der Weg zu einer Gießener Fischhandlung, Die den Fang als Ganzes übernommen hat, um ihn in Gießen und in Frankfurt a. M. zum Verkauf zu bringen.
Bis gegen Mittag hatten alle Männer des Fanges zu tun, um die Fischausbeute zu bergen. Daß es bei dieser Arbeit manchmal zu humorvollen Begebenheiten kam, liegt auf der Hand. Da machte ein Fänger mehr als notwendig und als ihm lieb war, mit dem Wasser Bekanntschaft; dort verstand es ein gewitzter Karpfen längere Zeit, durch allerlei geschickte Sprünge und Wendungen sich seinen Verfolgern zu entziehen; in anderen Fällen war der Tragkorb das Instrument, mit dem ein Karpfen glatt aus dem Wasser gehoben wurde; an anderer Stelle kamen die Fänger mit Netz und Korb nicht zu dem erhofften Fang, dagegen gelang es einem geschickten Korbträger, den strammen Karpfen- Burschen am Schwanz zu fassen und ihn unwiderstehlich in den Korb zu ziehen. All diesen Vorgängen folgten die vielen Zuschauer mit stärkstem Interesse; Männlein und Weiblein, jung und alt zogen am Ufer auf und ab, je nachdem die Männer mit den langen ©liebeln sich im Wasser hin- und herbewegten; vom Ufer aus wurden den Fängern Beobachtungen über die Standorte der Fische zuge- rufen, und groß war namentlich das Hallo, wenn es im Wasser zu einer kleinen Jagd hinter einem allzu wendigen Karpfen kam. Aber schließlich zogen die Karpfen doch den kürzeren; allesamt mußten sie bis auf einige kleine Exemplare ihrer Art den Weg in die Körbe und in die Transportfässer antreten.
War der Verlauf des Vormittags von schönem Wetter begünstigt, so machte anhaltender Regenfall
haben.
** Seinen 8 7. Geburtstag begeht am morgigen Dienstag, 21. September, der Bahn- schlosser i. R. Wilhelm Schumann, Katharinengasse 15, wohnhaft. Herr Schumann trat im August 1875 bei der Oberhessischen Bahn in Gießen als Schlosser ein und war bis zum 31. Dezember 1923 bei der Reichsbahn beschäftigt.
** Rückständige K r a n k e n k a s s e n - B e i - träge bezahlen. Die Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gießen fordert zur Zahlung der rückständigen Krankenkassen-Beiträge für August bis zum 25. September auf.
** Zusammen st oß zwischen Auto und Motorradler. Am Samstagnachmittag ereignete sich in der oberen Kaiserallee, in der Gegend der Dolkshalle, ein Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Motorradler. Dabei erlitt der Motorradler eine Schulterprellung, Wunden im Gesicht und Beinverletzungen, die seine Ueberführung in
Redensarten um den Sud).
Die deutsche Sprache bereichert ihre Bildhaftig- । teil sehr oft durch Vergleiche, Beziehungen und Beobachtungen aus der Tierwelt. Auch der Fisch, den die Hausfrau in den verschiedensten Zubereitungsarten auf den Tisch bringt, wird vorn Volke oft zur Kenntlichmachung von menschlichen Eigenschaften herangezogen, die außerordentlich treffend sind und bald Lob, bald Tadel bedeuten.
Von einem Menschen, von dem wir sagen, er sei „glatt wie ein Aal", haben wir keine sehr hohe Meinung, sondern wir deuten an, daß er schlau und schwer zu fangen ist, daß er sich auch aus für ihn unangenehmen Lagen zu winden weiß und daß er auch dann, wenn wir ihn schon feftgelegt zu haben meinen, noch entschlüpfen kann. Tischt uns jemand unwahrscheinliche Ausreden auf, Haden wir ihn im Verdacht unredlichen Geschäftsgebarens, so sprechen wir von „faulen Fischen". Aus dem Fischfang stammt die Redensart „im Trüben fischen", und man bezeichnet damit das Verhalten von Menschen, die in wenig vornehmer Weise ihren Vorteil suchen, ja eine Situation nach Möglichkeit absichtlich verwirren und unklar machen oder im Dunkeln lassen, um Nutzen daraus zu ziehen, wie eben der Fischer das Wasser aufrührt und es trübt, um die Fische zu überlisten und gute Beute zu machen. Ein Sprichwort sagt: „Fische fängt man mit Angeln, Leute mit Worten", eine Lebenserfahrung, die der Pommer in seiner Sprache mit: „He hett een in sin Nett kregen", ausdrückt. Von jemand, der alle Dinge richtig anpackt, sagt er anerkennend: ,He grep den Fisch bi’n Kopp an." Wenn wir sagen, er ist „nicht Fisch noch Fleisch", deuten wir an, daß der Bezeichnete keine klare entschiedene Haltung zeigt, daß er unbestimmt, weder warm noch kalt ist.
Aber nicht nur zu abträglichen Vergleichen muß der Fisch herhalten. Im Gegenteil. Kann es doch eigentlich kein schöneres Lob für einen Menschen geben, als daß wir von ihm sagen: „Frisch, wie ein Fisch im Wasser" und damit ausdrücken, daß er so gesund und froh sich im Leben tummelt, wie der Fisch in seinem klaren Element. Wenn wir von einem schweigsamen Gast sagen, er sei „stumm wie ein Fisch", so ist diese Feststellung wohl als ein leiser Tadel aufzufassen. Aber es gab Zeiten, in denen der Fisch gerade um seiner Stummheit willen eine gewisse Verehrung genoß. So z. B. bei den alten Aegyptern, bei denen Schweigsamkeit als eine der größten Tugenden gewertet wurde.
Auf das Wissen, daß junge Fische gebacken besser sind, als gesotten, geht wohl die Bezeichnung halbwüchsiger Mädchen als „Backfisch" zurück. Hat ein junges Mädchen auch noch Geld und Gut zu erwarten, so wird es zum „Goldfisch", nach dem gar viele angeln möchten. Einen „Hecht im Karpfenteich" nennt man eine Persönlichkeit, die in irgendeiner Gemeinschaft, sei sie geselliger, sei sie geschäftlicher Art, eine führende, maßgebende und dabei störende Herrschaft ausübt. Ja, diese Redensart hat es sogar einmal zu politisch-historischer Bedeutung gebracht. Kein Geringerer als Bismarck hat sie in einer seiner Reden gebraucht: „Die Hechte im europäischen Karpfenteich (Franzosen und Russen) hindern uns (Deutsche), Karpfen zu werden. Wir müs- fen dieser Bestimmung der Vorsehung aber auch entsprechen, indem wir uns so stark machen, daß die Hechte uns nicht mehr tun, als uns ermuntern."
S-H.
MWWWMW!
Roman von Bernhard Lonzer.
Urheberrechtsschutz:
Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68.
3


