Ausgabe 
20.9.1937
 
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Nr.Zly Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheften)Montag, ZV. September (957

,/Huni> um Schotten" vor 50000 Zuschauern.

Fleischmann auf NSLl. Schnellster des Tages. Ltm die Meisterschaft in den beiden Seitenwagenttaffen.

Das Abschlutztraining am Samstag.

Im Gegensatz zum Vortag war dem zweiten Training auf den) Schottenring wesentlich günsti­geres Wetter beschieden. Wenn man trotzdem auch diesmal nicht an die Bestzeiten des Vorjahres her­ankam, so lag das an den starken Winden, die die Aufgaben der Fahrer naturgemäß sehr erschwerten. Trotzdem blieb man diesmal in allen Klassen über der 100-km-Grenze, ein Zeichen dafür, daß der Schottenring schon schnelle Rennen zuläßt, wenn die Witterungsvoraussetzungen nicht entgegenstehen.

Am besten schnitt in der Halblitsrklasse wieder Heiner Fleischmann ab, der diesmal die Runde mit 8:20,3 mit einem Stundenmittel von 115,7 Kilometer zurücklegte und damit auch die schnellste Zeit des Tages fuhr.

Willkommtrunk der Stadt Schotten.

Rach altem Brauch versammelten sich im Rat­haus die Rennfahrer und die Rennleitung, einer Einladung der Stadt folgend. Der Saal war fest­lich und farbenfroh geschmückt. In herzlichen, launi­gen Worten begrüßte Bürgermeister M e n a e l die Gäste namens der Stadt, streifte den mächtigen Aufschwung, den das RennenRund um Schotten" aus kleinen Anfängen heraus genommen hat, und wies auf die Bedeutung des Motorsports für unser Volk und seine Wehrhaftigkeit hin. Aus den alten Silberpokalen der Stadt kredenzte er den Gästen mit den besten Wünschen perlenden Wein. Dr. Dambmann (Schotten) widmete den alten Fah­rern, die z. T. seit einem Jahrzehnt stets wieder zu unserem Rennen kommen, wie Kahrmann (Fulda), Wey res (Aachen), Koh fink u. a., einen besonderen Willkommensgruß. Im Namen der Rennleitung übermittelte Obertruppführer Diene­mann (Berlin) den Dank der Gäste an die Stadt, und Rennfahrer Weyres (Aachen) sprach herzliche Dankesworte für die alten Rennfahrer, die gerne immer wieder nach Schotten kommen, der Stadt, mit der sie alte, treue Freundschaft verbinde. Ein Frankfurter Gesangskünstler fang unterhaltsame Lieder, die die freudige Stimmung erhöhten.

Zuschauer strömen heran...

Der Tag des großen Rennens brach vielverspre­chend an. Klarblauer Himmel und strahlende Sonne schienen den Tag bestimmen zu wollen. Schon zu frühester Morgenstunde brachen viele der Zuschauer auf, die an diesem Tage bei der Schlacht der Mo­tors dabei sein wollten. Als die Sonne aufging, waren schon Tausende mit ihren Kraftfahrzeugen unterwegs, um von weit her den Schottenring zu erreichen. Der Strom der Kraftfahrzeuge wurde von Stunde zu Stunde stärker. Gegen 7 Uhr morgens riß die Kette der Fahrzeuge kaum mehr ab, die über Lich und Laubach dem Städtchen Schotten zu­strebte, oder über Grünberg und Ulrichstein die Poppenstruth (als einen der interessantesten Zu­schauerplätze) zum Ziel hatte. Je mehr man sich Schotten näherte, desto dichter wurde der Strom der Fahrzeuge, und die Straßen waren erfüllt von dem Lärm der Motore. Die RennstreckeRund um Schotten" war zu einem Mittelpunkt geworden, zu dem sternförmig aus allen Richtungen die Menschen­massen heranströmten. Dicht vor Schotten staute sich der Strom der Fahrzeuge, und erst allmählich lösten sich die schier endlosen Kolonnen an den Park­plätzen auf. Ueberall an den 16 Parkplätzen stan­den Hunderte von Motorrädern und Personenkraft­wagen und bildeten auf ihre Art eine Heerschau.

Zahlreiche Omnibusse brachten Tausende von Volks­genossen nach Schotten. Im Städtchen selbst war in den gestrigen Morgenstunden ein Leben wie in einem Bienenstock. Ueberall in den Seitenstraßen standen die Kraftfahrzeuge, in allen Höfen und in allen Toreingängen stanken die Motorräder der Sportbegeisterten, die zum Teil Hunderte von Kilo­meter weit her gekommen waren.

Bald war die Rennstrecke von den Zehntausenden gesäumt, nachdem viele Zuschauer mit Sonderzügen der Bahn NiddaSchotten, viele Fußgänger und auch viele Radfahrer angekommen waren. Beson­ders stark war der Abschnitt zwischen Schotten und Götzen besetzt. Dank der vorzüglichen Organisation und des aufopfernden Einsatzes der 1000 NSKK.- Männer der Motorstandarte 147 und der Kame­raden der Arbeitsdienstlager Eichelsachsen und Ba­benhausen II vollzog sich der Zustrom der Zuschauer in bester Ordnung. Auch die Gendarmerie, die mit starkem Aufgebot erschien, setzte sich vorbildlich ein. Kaum daß ein hartes Wort zu fallen brauchte. Ge­spannt harrte man der Rennen.

Flaggenhissung am Start- und Zielplatz.

Ein ungemein buntes und reizvolles Bild bot sich am Start- und Zielplatz. Fahnen flatterten im Morgenwind und leuchteten in der Sonne. Die Werbebänder der Industrie brachten viel Farbe mit. Eine angeregte Menschenmenge säumte den Platz. Zahlreiche Ehrengäste hatten sich eingefunden. Die Uniform beherrschte den Platz. Gauleiter Spren­ger, der Schirmherr des Rennens, nahm lebhafte­sten Anteil und verfolgte die Rennen des Tages mit großer Aufmerksamkeit. Zahlreiche Vertreter der

Partei und der Behörden waren erschienen, überall sah man die Angehörigen des Stabes der Gruppe Hessen und der Obergruppe West des NSKK., die sich mit großer Aufmerksamkeit den Gästen widme­ten. Manches herzliche Wort wurde mit den Fah­rern gewechselt, die den Kameraden von der ONS. ja alte Bekannte sind, die sich bei jedem Rennen immer wiedersehen.

Den Auftakt der Veranstaltung bildete die groß­artige und außerordentlich disziplinierte Auffahrt des Lehrsturmes Frankfurt der Mo­torgruppe Hessen, der mit Solo- und Bei­wagenmaschinen über die Strecke ging und starken Eindruck machte. Am Startplatz wieder angekom­men, formierte sich die motorisierte Einheit zu einer Paradeaufstellung, und der Obergruppenführer Se y d e l und Gauleiter Sprenger schritten die Front ab. Anschließend trat man sofort zur feier­lichen Flaggenhissung an. Unter den Klängen des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes wurden die Fahnen gehißt.

Start.

Schon zur Flaggenhissung standen die Ausweis­fahrer der drei Klassen startbereit mit ihren Ma­schinen auf der Anfahrtbahn. Nachdem die Renn­leitung angekommen war, die- die Strecke noch ein­mal überprüft hatte, fiel der erste Startschuß. Ein ohrenbetäubender Lärm erfüllte für Sekunden den Platz und in wenigen Sekunden waren die Aus­weisfahrer der Klasse C (nicht über 500 ccm) den Blicken entschwunden. Das Rennen hatte be­gonnen! Drei Minuten später gingen Fahrer der Klasse B (nicht über 350 ccm) auf die Strecke und

Berufscrziehung schon in der Schule.

Oie Arbeit des Amtes für Berufserziehung in der DAI. im Gau.

LPD. Frankfurt a. M., 18. Sept. Die Haupt­arbeit des Amtes für Berufserziehung in der DAF. erstreckt sich auf die Wintermonate, in denen bis zu 900 Berufserziehungsmaßnahmen monatlich durch­geführt wurden. Die Berufserziehungsarbeit wid­mete sich zunächst den Jugendlichen, die noch nicht im Berufe sind, teils, weil sie keine Stelle finden konnten, teils, weil sie noch nicht wußten, welchen Beruf sie ergreifen sollten. In allen diesen Fällen wurde die Berufserziehung so geleitet, daß die Be­gabung für einen bestimmten Beruf ermittelt wer­den konnte. In den Werkstätten der DAF., wie sie schon in Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden, Lim­burg unö Offenbach eingerichtet sind, müssen die Ju­gendlichen einfache Arbeiten in Papier, Holz, Metall und Textilien unfertigen. Daraus läßt sich dann die Begabung ermitteln. Diese vorbereitende Arbeit, die lediglich dazu dient, die Berufseignung festzustellen, soll in die letzte Klasse der Volks-, Mittel- und höheren Schulen verlegt werden. Diese außerordent­lich bedeutsame Erziehungsmaßnahme wurde zum erstenmal in unserem Gau angeregt und erstmalig in Gießen, Darmstadt und Pfungstadt im August eingeführt. Das Lehrpersonal hat vorher eine dies­bezügliche Ausbildung erhalten. Diese Verlegung der vorbereitenden Arbeit in die letzte Schulklasse soll nunmehr im ganzen Gau Hessen-Nassau durchge­führt werden.

Eine weitere Einrichtung des Amtes für Berufs­erziehung in der DAF. ist die Vorlehre, die

unmittelbar für den Beruf vorbildet, und die vor allem für die Betriebe von Wichtigkeit ist, die keine Lehrwerkstätte haben. Die Vorlehre wird in einer Gemeinschaftslehrwerkstätte durchgeführt, wie sie jetzt in Frankfurt errichtet wurde. Hier wird prak­tisch das vermittelt, was im Betrieb 'nicht gelernt werden kann.

Die große Anzahl der Berufserziehungsmaßnah­men für Erwachsene teilt sich in betriebsgebundene und in überbetriebliche Maßnahmen. Beide dienen der beruflichen Weiterbildung und Leistungssteige­rung. Die überbetrieblichen Maßnahmen, die sich meist auf fachliche und spezielle Gebiete erstrecken, werden in Lehrgemeinschaften durchgeführt, wie sie schon jetzt in Frankfurt, Gießen, Hanau, Limburg, Mainz, Offenbach, Wetzlar, Wiesbaden, Worms und Darmstadt bestehen. Darüber hinaus wird hier auch eine Vorbereitung für Meisterprü­fung oder die Werkmeisterprüfung gegeben. Zur Ergänzung der beruflichen Weiterbildung werden Betriebsbesichtigungen vorgenommen und wirt­schaftspolitische Studienfahrten gemacht, die zum Teil sogar ins Ausland führen.

Eine besondere Arbeit des Amtes für Berufs­erziehung ist die Beurteilung für die Eignung zur Verleihung des L e i ft u n^g s a b z e i ch e n s. Denn gerade die vorbildliche Lehrlingserziehung ist aus­schlaggebende Voraussetzung für das Leistungs­abzeichen, das jeweils nur auf ein Jahr verliehen wird.

//HI» erobert das Theater."

Werbeveranstaltung für den Theaterring der Hitler-Jugend.

Im Stadttheater trat gestern abend zum zweiten Male nach der Uraufführung vonBardo- wiek" die Gießener HI. vor die Öffentlichkeit, ihren Kulturwillen zu beweisen, zumal auf dem Felde, auf dem die junge deutsche Generation am leidenschaftlichsten, sichtbarsten und erfolgreichsten ihre Kräfte erprobt hat: im Umkreise des Theaters und Dramas. Die gestrige Veranstaltung war im besondern als eine Werbung für den in Gießen neu errichtetenTheaterring der Hitler-Ju­gend" gedacht, und wir hatten den Eindruck, daß der Abend diesen schönen Zweck vollauf erfüllt hat.

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Nach dem Präludio von Corelli, von einem Streichorchester der HI. und des BDM. unter Lei­tung von Hartmut Eberle musizierfreudig ge­spielt, sahen wir GoethesVorspiel auf dem Thea­ter" aus demFaust". Intendant Schultze- Griesheim hatte selbst die Spielleitung: er zeigte mit Versatzstücken und Lampengalerie das Theater von hinten und deutete so den improvisa­torischen Stil an, der diesem klassischen und dennoch zeitlosen Prolog allen Theaterspiels gemäß ist; er gab auch selbst, voller Verständnis und Tatbereit­schaft, den Theaterdirektor, recht im Goetheschen Sinne, vermittelnd zwischen der ernsteren Stimme des Dichters (Hans Geißler) und den ungebun­denen Tönen derlustigen Person", die Peter «Schorn im Gewände des Arlecchino beweglich verkörperte.

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Nachdem Chor und Orchester das herzhafte Be­kenntnisNichts kann uns rauben" (Bröger, Spitta) zu Gehör gebracht hatten, sprach Jungbannführer Taeßler zu den jungen Kameraden und Kame­radinnen, die das Haus bis auf den letzten Platz besetzt hatten: der Nationalsozialismus habe alle Lebensgebiete erschlossen, die Jugend schreite mit und brauche auch über den täglichen Dienst hinaus andere Eindrücke. Nachdem der Führer uns von der Kunst des Verfalls befreit habe, sei hier in Gießen als einer der ersten Städte in Deutschland ein Theaterring der Hitlerjugend errichtet worden. Die Jugend brauche und suche die lebendige Verbindung mit dem Theater, seiner Kunst und seinen Dichtern, ^ungbannfuhrer T a e ß l e r schloß mit dem Appell an alle Besucher, die Theatermüdiqkeit der Jugend .zu überwinden, und mit dem Dank an den Jnten- Sache der Jugend im Theater mit Rat und Tat gefordert habe.

Intendant Schultze-Griesheim hieß dar­auf die jungen Kameraden herzlich willkommen: er hoffe, daß das Bild des wohlgefüllten Hauses sich recht häufig wiederholen werde. Das Motto des AbendsHI. erobert das Theater" bedeute einen großen Anspruch; es sei als eine Eroberung im höheren und allgemeinen Sinne zu deuten, die Liebe zum Theater solle hier geweckt werden fürs ganze Leben; der Jugend könne das.Erlebnis des Theaters, bunt, vielfältig und voller Zauber­kraft, nicht vorenthalten werden. Hier sei es ähnlich wie mit der Hausmusik, und wenn man heute auch eine Spielschar der HI. auf die Bühne bringe, so sei der Sinn nicht der, daß lauter fertige Schau­spieler aus ihr hervorgehen sollen, aber lauter gute und begeisterte Theaterbesucher. In solchem Sinne habe auch das kürzlich abgehaltene Theater­lager auf dem Gleiberg den Teilnehmern das große Erlebnis der Kameradschaft und der Gemeinschaft beschert. Die Jugend solle im Theaterring nicht Weltanschauung von der Bühne gepredigt bekom­men, sie solle hier Begeisterung, Erhebung und die edelsten Güter deutscher Dichtung finden. Dar­um stünden gerade Klassiker auf dem Spielplan aber nichts, was über das Verständnis des jugend­lichen Hörers hinausreiche: alsoTell", nichtPen­thesilea". Aber das Theater solle auch Freude sein, nicht strenge Pflicht, darum werden überwiegend heitere Werke gegeben, Lustspiele von echtem Wert. Die Anmeldungen haben bisher ein höchst erfreu­liches Ergebnis gezeitigt, der BDM. allein habe 450 Plätze abgenommen. Der Intendant schloß un­ter großem Beifall mit den Worten: Wir sind be­reit und hoffen auf die Bereitschaft der Jugend! Das Andante aus der Symphonie mit dem Pauken­schlag von Haydn beschloß den ersten Teil des Pro­gramms.

Nach der Pause gab es eine Reihe von Harmo­nikastücken, von Mädels und Pimpfen flott, lustig und taktfest gespielt; es war eine rechte Freude, und man hätte gerne noch mehr gehört. Dann kam die Spielschar zum Wort mit der erbaulichen und aus­gelassenen Geschichte vom Pastetenbäcker, einem Schwankspiel nach Lope de Vega. Unter der Spiel­leitung von Günter Winkel waren die jungen Darsteller mit einer Begeisterung und Hingabe bei der Sache, daß sofort ein lebendiger Kontakt mit den Zuschauern hergestellt war, die mit Hallo und Gelächter die erstaunlichen Ereignisse zwischen den Kulissen begleiteten.

Den sehr heiteren Abschluß bildete das Scherzspiel Aepfel unlerm Hut" von Hans Sachs, das wir vor einiger Zeit bereits in einer Morgenfeier er­lebten. Die Aufführung, ebenfalls von Herrn W i n- k e l betreut, traf genau den drastisch-komischen und äußerst anschaulichen Schnrankstil des hochberühm­

ten Nürnberger Schusters, und die Darsteller Emmy Güngerich , Ernst D i t t m a r, Gerhard Frickhoeffer, Gert Geiger und Hans Seitz hatten augenscheinlich selbst an der so unzart ver­unglückten Huldigung des verliebten Ritters Ra- bautz nicht weniger Spaß als die jungen Laien­spieler zuvor. Besonders Herr D i t t m a r, der hier zum erstenmal als Prologsprecher 'auftrat, und Herr Geiger als bombastischer Troubadour gewannen sogleich die Herzen.

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So war der erste Abend des Theaterrings der HI. ein schöner, runder Erfolg. Das Haus war ge­füllt von einer jungen, aufnahmebereiten und bei­fallfreudigen Hörerschaft. Und die Gemeinsamkeit des Willens und des Zieles aller, die auf und vor der Bühne an diesem Abend teilhatten, ist gewiß das schönste Zeichen eines neuen Beginns und die beste Gewähr für ein Gelingen des Planes, der das Theater der Jugend in unserer Stadt verwirklichen soll. Hans Thyriot.

Ein Erdteil wird photographiert.

Die Vereinigten Staaten von Amerika lassen sich photographieren. Jeder Fußbreit von ihren 7V2 Millionen Quadratkilometer Boden wird in Luftaufnahmen festgehalten. Schon summen die Flugzeuge über dem Südwesten des Landes, über Kansas, Oklahoma, Texas und Colorado, die Kame­ras arbeiten, und wenn in einer Reihe von Jahren die ganze Arbeit beendet fein wird, so wird eine Landkarte existieren, die in über 2 500 000 Bildern jedes Dorf, jeden Baum, jeden Bach des Riesen­landes zeigt. Die gigantische Aufgabe, deren Kosten .auf 30 Millionen Dollar veranschlagt sind, wird von drei Regierungsbehörden durchgeführt, demSoil Conservation Service", demForest Service" und demAgricultural Adjustment Administration". Während in der Luft die Photographen in einer durchschnittlichen Höhe von 4000 Meter ihre Auf­nahmen machen, werden gleichzeitig in dem jeweils photographierten Abschnitt genaue Angaben über jede Bodenerhebung und Senkung, sogar über die Beschaffenheit des Bodens zusammengestellt, und dieje Angaben werden in die Karten eingetragen. Jedes Schnappen des Photoapparates bedeutet eine Aufnahme von etwa 3,5 Quadratkilometer Landes und kostet der Regierung ungefähr 6,35 Dollar.

Bei der Bewältigung der Aufgabe kommen, wie eine Schilderung des Verfahrens inPopulär Science Monthly" zeigt, die neuesten Errungenschaf­ten der Technik zur Anwendung. Die Kameras, mit denen die Aufnahmen gemacht werden, kosten zwi­schen 4000 und 13 000 Dollar. Sie ruhen auf stoß- sicheren Gummikissen und können in Zwischenräu­men von 6 bis zu 75 Sekunden ihre Aufnahmen

bann folgten auch die 250 ccm-Maschinen. In die­sem Rennen erwies es sich, daß der Nachwuchs im Begriffe ist, sich gut heranzuarbeiten. Die Zeiten aller drei Klassen wurden unterboten. Allerdings gab es auch zahlreiche Ausfälle. Eine außerordent­lich gute Zeit erreichte in der Halbliter-Klasse der Dürener Adams auf BMW., der bei einer Zeit von 44:24 Minuten einen Durchschnitt von 108 Stundenkilometer fuhr. In der 350er-Klasse siegte D ahmen auf NSU. in der Zeit von 47:41 Mit­nuten und 101 Stundenkilometer. In der Klasse nicht über 250 ccm war Gimdel auf Rudge der Beste mit einer Zeit von 50:02,3 Minuten. Die Rennen führte für jede Klasse über fünf Runden, also über 80,4 Kilometer. Die Ausweisfahrer hat­ten das Glück, die Bahn vollkommen trocken vorzu­finden, so daß sie ihre Maschinen völlig ausfahren konnten.

Heiner Fleischmann unübertroffen.

Während noch die Ausweisfahrer unterwegs waren, zogen die Lizenzfahrer (350 und 250 ccm) ihre Maschinen an den Start vor. In der Klasse nicht über 3 5 0 ccm startete Fleischmann auf NSU., der mit allem Recht, insbesondere auf Grund seiner vielen bisherigen Erfolge und auch auf Grund seiner im Training erzielten Geschwindigkeiten, als Favorit gelten durfte. Der Nürnberger übernahm sofort am Start die Führung und gab sie nicht mehr ab. Vielmehr baute er sie von Runde zu Runde aus und gewann die acht Runden eindeutig in der Zeit von 1:08:13,2 Stunden. Das bedeutete ein Stundenmittel von 113,2 Kilometer. In der 6. Runde fuhr Fleischmann mit 115,3 km/st neuen Rekord. Ausgezeichnet gefiel auch der Sindelfinger H a m e l e h l e, der Fleischmann anfänglich einiger­maßen zusetzte. Zum Schluß allerdings fiel auch er etwas zurück. Leider gab es einige Unfälle, die aber glücklicherweise leichterer Natur waren. Laß- mann (Saarbrücken) stürzte und mußte in das Krankenhaus gebracht werden. Vasen (Hambach) stürzte ebenfalls und erlitt einen Schlüsselbeinbruch. Von 23 gestarteten Fahrern erreichten 17 das Ziel Heiner Fleischmann wurde auf seiner letzten Runde viel gefeiert.

In der 250er-Klasse gab es eine kleine Ent­täuschung. Der erwartete Zweikampf P e t r u s ch k e und Wünsche (beide DKW.) blieb aus, da Pe- truschke wegen eines Vergaserschadens bereits nach der ersten Runde ausschieo. Wünsche lag aussichts­reich im Rennen, als ihn in der 5. Runde ein Kerzensckaden zurückwarf. Berger (Zobten) und Böse (Gotha),Außenseiter" gewissermaßen, ge­wannen das Rennen. Wünsche holte sich in hervor­ragender Fahrt den dritten Platz.

Um die Meisterschaft im Seitenwagen.

Das RennenRund um Schotten" brachte als Höhepunkt die Rennen in den beiden Seitenwagen­klassen, die für die Meisterschaft gewertet werden. In der großen Seitenwagenklasse gab es einen Kampf zwischen Zimmermann (DKW.) und Kahrmann (ebenfalls auf DKW.) Zimmermann hatte durch einen raschen Start einigen Vorteil, den er auch während des ganzen Rennens halten konnte. Kahrmann blieb zunächst dicht auf, geriet aber nach und nach doch etwas in Rückstand und lag in der dritten Runde 41 Sekunden zurück. Spä­ter holte er wieder etwas auf, es reichte aber nicht mehr zum Sieg. Trotzdem ging die Meisterschaft an Kahrmann, und zwar auf Grund seiner vorher­gegangenen Erfolge bei anderen Rennen. Kahrmann sicherte sich mit diesem Rennen zum fünften Male die Deutsche Meisterschaft.

In der Klasse der Seitenwagenmaschinen nicht über 600 ccm kam der Nürnberger Böhm mit einem Durchschnitt von 96,6 Stundenkilometern zum Sieg. Schumann- Stuttgart auf DKW. war ihm allerdings ein hartnäckiger Konkurrent. Leider aber stürzte er in der letzten Runde, konnte jedoch wei­terfahren und wurde immer noch Zweiter. Der Ti­

machen mit 1Im bis Vioo Sekunden Belichtung. Die Filme für die größten der Apparate sind Rollstrei­fen von etwa 22 Meter Länge. Jeder von ihnen kann 100 Bilder im Format 22,5:17,5 Zentimeter aufnehmen. Eine Dunkelkammer auf Rädern folgt dem Flugzeug. Sie ist mit fließendem Wasser, Elek­trizität, Kühlvorrichtung, Entwicklungsbehältern, Trockengestellen, Rahmen für Kontaktkopien und einem Vergrößerungsapparat ausgestattet. Wo auch immer die Operationsbasis sein mag, dieses rollende Laboratorium erlaubt es, Filme, die am Tage ent­wickelt worden sind, während der Nacht zu kopie­ren. Fehler in der Flugrichtung ober bei der Auf­nahme werden auf diese Weise sofort entdeckt, so daß die Aufnahmen wiederholt werden können, be­vor das Lager weiter verlegt wird.

Das Verblüffendste aber ist, daß die meisten und sogar die besten Aufnahmen bei Nacht gemacht werden. Eine genale Verbindung von photoelektri­schen Zellen, selbsttätiger Kamera und Blitzlichtbom­ben ermöglicht dies. Der Phtograph braucht, wenn er sich über dem aufzunehmenden Fleck befindet, nur auf einen Knopf zu drücken. Dadurch wird die Blitzlichtbombe ausgelöst. Ein Fallschirm öffnet sich und durch sein Ziehen an der Bombe wird eine Lunte entzündet, die das intensive Licht verbreitet. Dadurch wird wiederum ein elektrischer Strom in Bewegung gesetzt, der den Verschluß der Kamera in dem Augenblick auslöst, in dem das Licht am hellsten ist. Inzwischen schwebt die Blitzlichtbombe unter ihrem Fallschirm sanft zur Erde nieder und ist bei der Aufnahme schon aus dem Gesichtskreis des Apparates verschwunden. Di, wie gesagt, der ganze Vorgang mit Ausnahme des Drückens auf einen einzigen Knopf, selbsttätig abrollt, kann der Pilot gleichzeitig die Aufnahmen machen.

Die neueste Kamera für Luftaufnahmen, ein Riese mit zehn Linsen, kann 15 000 Quadratkilo­meter mit einer einzigen Belichtung aufnehmen. Seit Monaten ist eine dieser Mammutkameras da­mit beschäftigt, immer wieder dasselbe Bild zu photographieren: den berühmten neuen Boulder- Damm und den See, der hinter ihm aufgestaut wird. Jedesmal, wenn der Wasserstand des Sees wieder unm sechs Meter gestiegen ist, steigt ein Flugzeug auf und macht eine neue Aufnahme da­von. Dies wird fortgesetzt, bis das Wasser über den Damm flutet. Der Sinn dieser Maßnahme. ein genaues Umrißbild des Seebeckens zi« Indem das Wasser steigt, verändert r m des Ufers, die Linien, wo das Waff^ , ,r.' des Beckens berührt, stellen die Ue.rI/.7f diesen bestimmten Wasserstand dar. °"lzuat nach Beendigung der ganzen 2tufgaFinen- aufeinander legt, gewinnt man e 45/2146. Umrißkarte des ganzen Beckens, be durch ein Schnappen der Kamera g