Ausgabe 
20.9.1937
 
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Nr. 219 Ersteg Blatt

187. Jahrgang

Montag, 20. September 1937

Der Verkehr der Weltstadt geht weiter

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bildung als auch der Erprobung moderner Kampf­verfahren und Kampfmittel bilden aber die in die­sen Tagen vom 13. bis 18. September in der Gegend von Alen^on stattfindenden großen Herbst- manöver der französischen Wehrmacht. An ihnen 'nehmen u. a. eine vollmotorisierte und eine teil­motorisierte Division, ferner zwei verstärkte Ka­vallerie-Brigaden sowie zahlreiche Heerestruppen und Einheiten der Luftwaffe teil. Auch diesen Ma­növer» liegt der Gedanke einer erfolgten Landung feindlicher Truppen an der Küste der Normandie zu­grunde, die unter Einsatz aller verfügbaren Kräfte und von Verstärkungen an Kampfwagen, Artillerie und Fliegern zurückgeworfen werden sollen.

Der Hinweis auf diese großen Manöver mag für die Feststellung genügen, daß überall der Schwer­punkt gelegt wird auf das Zusammenwirken der verschiedenen Waffengattungen und Wehrmacht­teile, auf die Erprobung der neuen Waffen, auf die neuen Grundsätze der Führung und Taktik, so­wie aus die sich daraus ergebenden Folgerungen für Organisation und Einsatz. Für die neuerstandene Wehrmacht des Dritten Reiches liegen die Verhält­nisse ähnlich. Nachdem ihr Aufbau im wesentlichen abgeschlossen ist, genügt es nicht mehr, daß die einzelnen Wehrmachtteile, Heer, Kriegsmarine und

ihre Wirkungsmöglichkeiten unter Beweis stellen kann. Aber auch für die Gesamtführung sind die Wehrmachtmanöver von Wichtigkeit, denn sie bieten zum erstenmal Gelegenheit, die einheitliche Führung der Wehrmacht und das operative Zu­sammenwirken der drei Wehrmachtteile in Fragen der Organisation und des Einsatzes für den Ernst­fall zu erproben. Der Reichskriegsminister, General­feldmarschall von Blomberg, wird als Ober­befehlshaber der Wehrmacht die Wehrmachtmanö­ver selbst leiten. Ein eigener Stab steht ihm dabei zur Verfügung. Für jeden der drei Wehrmachtteile ist außerdem noch ein besonderer Leitungsstab tätig. Die Manöver aber werden sich in einem we­sentlich größeren Rahmen und Raum ab­spielen als im vergangenen Jahr. Die Ausdehnung des Uebungsraumes ergibt sich nicht nur aus der Teilnahme mehrerer Divisionen des Heeres unter gleichzeitigem Einsatz motorisierter und Panzerver­bände, sondern auch aus der Beteiligung der

geben von der Einsatzbereitschaft, dem Geist und dem Können seiner Soldaten.

DerMrer imMnövergelände.

Bon der Bevölkerung Mecklenburgs jubelnd begrüßt.

Berlin, 19. Sept. (DNV.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht traf am Sonn­tag im Manövergelände in Mecklen­burg ein und begab sich sogleich zu den Truppen. Er suchte zunächst die blaue, sodann die rote Par­tei auf. Auf seiner Fahrt durch das Manöver- gelande wurde er in allen Städten und Dörfern von der Bevölkerung jubelnd begrüßt wie em Lauffeuer verbreitete sich in der Amge- gend von Neustrelitz, waren und Te­terow die Kunde von der Anwesenheit des Füh­rers. Die Straßen und Häuser der Orte, durch die öer Führer kam, waren festlich mit Girlan- den und Fahnen geschmückt. Aeberall be­reiteten die Einheimischen und Tausende von Schlachtenbummlern dem Führer begeisterte

Berlin unter der Tarnkappe.

Die große Verdunkelungsübung der Neichshaupistadt

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beitsstätten haben sich unter das Kommando der Unsichtbarmachung gestellt und führen es mit sol- datischer Pünktlichkeit und Genauigkeit aus. Schon tagelang konnte man sorgliche Familienväter abends mit langen Rollen Verdunkelungspapier nach Hause kommen sehen. Zollstöcke wurden her- oorgeholt und Fensterflügel ausgemessen. Im Ver­ein mit der Hausfrau wurden alle Möglichkeiten der Verdunkelung des Familienlebens" überlegt und geprobt. Ob dieser Vorhang durchsichtig, jener viel­leicht undicht sei, das mußte oft durch 'einen Lokal­termin von der Straße aus festgestellt werden. Sparsame Hausväter nahmen Zuflucht zu den Fensterläden und meinten, damit sei die Sache ge­tan. Wie groß war ihr Erstaunen, als die Ver­dunkelungsprobe ergab, daß rings um das Haus ein Gefunkel von strahlenden Herzen dos erleuchtete Innere des Familienheims sinnig spiegelte. Also mußte selbst der Sparsame heran, um seine Läden herzdicht" zu machen.

seinen Fortgang nehmen. Natürlich müssen aber die Lichter der Fahrzeuge abgeblendet werden; selbst die kleinen, rot leuchtenden Seitenwinker der Kraft­wagen und Straßenbahnen müssen notfalls in ihrer Leuchtkraft vermindert werden. Große Freude über dleses Ohne-Licht-fahren empfinden die Berliner Radfahrer und Radfahrerinnen, die in dieser Zeit nicht ängstlich darauf zu achten brauchen, ihre La­ternen zur (sonst) polizeilich oorgeschriebenen Zeit an^uzunden. Ja, die Radler und Radlerinnen Berlins wurden darüber sogar in Helles Entzücken geraten, wenn dieses nicht gegen die Verdunkelungsoorschrif- ten verstoßen würde. Uebrigens: Helle Freude! Der Berliner Volkswitz hat sich dieser Verdunkelunqs- woche selbstverständlich auch schon angenommen. Man spricht bereits von denD u n k e l m ä n - n e r n Berlins", an deren Spitze die Schorn­steinfeger zu stehen kommen. Man fragt sich, ob der Staatsanwalt in dieser Zeit in eine dunkle Ange- legenheit hmeinleuchten und Verhaftungen wegen Verdunkelungsgefahr vornehmen darf? Und ?f?^DOr^ld)^e berliner tragen sich mit dem Ent- schluß, vom 20. bis 26. September, ausschließlich dunkles Bier zu trinken. Auf die Frage eines er- staunten Auslanders aber, weshalb man denn eine |o lang andauernde Verdunkelungsaktion unter­nähme, erhielt er von einem besonders pfiffigen Berliner Pimpfen die Antwort:Weil wir Berliner Helle sind!"

3nMfßn:So lang währt keine Nacht, daß end- ich nicht der Helle Morgen tagt!" Wenn der Sonn- tag des 26. Septembers in Berlin aufdämmern wird, hat auch die Gespensternacht Berlins ihr Ende gesunden Man wird sich gegenseitig beglückwün- chen, daß alles nur eine Uebung war, dazu be- stimmt, einem Ernstfall mit Ruhe und Sicherheit entgegensehen zu können. Und dieses Bewußtsein, oaß es letztlich um eine bitterernste Angelegenheit

Berlin auch die mancherlei Unbequem­lichkeiten ertragen lassen, die im Vergleich zu dem, Endlicher Luftangriff auf die Reichs- Hauptstadt bringen wurde, nicht ins Gewicht fallen können. Berlin wird dann die lichtundurchlässiqen Vorhänge wieder von den Fenstern abmontieren; öie Straßenbahnen und Autos werden wieder in lemojnter Eile und Hast dahinrasen; die Reklarne- christen werden wieder von den Dächern und Häuserfronten herableuchten und ganz Berlin wird sich auf die Beine machen, um die inzwischen auf- gebauteJahresschau für das Gaststätten- und Be­herbergungsgewerbe" und die Nahrunqsmittelhand- werke auf dem Messegelände am Funkturm zu be- luchen, oder um durch das neue Riesenfernrohr in Treptoro die Sterne zu beobachten, falls nicht qe- rade der Himmel eineVerdunkelungsübung" nor- nimmt ... ß

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Berlin, 19. September.

Berlin steht am Vorabend eines besonderen Er­eignisses. Vom Montag, 20. September, mit Ein­tritt der Dunkelheit bis zum Sonntag, 26. Septem­ber, mit Hellwerden wird unter voller Aufrechter­haltung des Verkehrs- und Wirtschaftslebens eine große Derdunkelungsübung durchgeführt werden. Diese zivile Luftschutzübung ist keineswegs die erste, die m Berlin angesetzt wird. Bereits im März 1936 fand eine ähnliche Verdunkelungsübung

Wer die von den Staaten um Deutschland be­triebene Aufrüstung in den vergangenen Jahren verfolgt hat, wird die Beobachtung gemacht haben, baß sie sich auf zweierlei erstreckte: Zunächst wurden

E s s e k t i v st ä r k e n der einzelnen Wehrmacht­eile zahlenmäßig so weit wie irgendmöglich erhöht, er es durch Verlängerung der aktiven Dienstzeit, ei durch Herabsetzung des Einberufungsalters um Wehrdienst. Alsdann wurden die techni­schen Kampfmittel nach den neuesten Er­fahrungen vervollkommnet und stark vermehrt. Ge­rade dieses Moment hat seit dem vergangenen Jahr in allen Ländern eine erhöhte Bedeutung erlangt. In zunehmendem Maße sind in fast allen Heeren größere Truppenoerbände motorisiert und mechani­siert, neue Waffen eingeführt, Truppeneinheiten einer Neuorganisation unterworfen, die Luftwaffe und die Kriegsmarine modernisiert und stark aus- gebaut worden. Diese Rüstungsbewegung hat ihren Ausdruck in einer besonderen Verdichtung der dies­jährigen großen Manöver in allen Staaten ge­funden. Einige Beispiele mögen das belegen.

Die großen Wehrmachtsmanöver, die in Ita­lien vom 12. bis 18. August im westlichen Teil von Sizilien ftattfanben und im engsten Zusammen­wirken von Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe durchgeführt wurden, verfolgten neben der Uebungs- aufgabe des angriffsweisen Zurückwerfens eines an der Küste gelandeten Gegners insbesondere den Zweck: Erprobung neuer Panzerverbände und der zweigliedrigen Division, die nur aus Infanterie- Regimentern und drei Abteilungen Artillerie glei­chen Kalibers bestand. Bei den großen Manövern, die in England im Juli und August von der Luftwaffe, Flotte sowie Teilen der aktiven und Territorialarmee durchgeführt wurden, sollten die im Zuge der Aufrüstung ausgegebenen neuen Kampfmittel und die neueingeführte Truppenorga­nisation erprobt werden Die den übenden Truppen gestellte Aufgabe bestand darin, eine feindliche Lan­dung an der Südküste bzw. einen Luftangriff auf die Hauptstadt abzuwehren. An diesen Hebungen nahmen z. B. insgesamt mehr als 600 Flugzeuge und über 180 Scheinwerferformationen teil. Aehn- liche Uebungen fanden auch in Frankreich statt. An den bisher größten Luftmanöoern, die in der Zeit vom 18 bis 24. August von der italienischen Grenze in den Alpen bis nach Bordeaux durchge­führt wurden, nahmen drei Bomben- und zwei Jagd-Brigaden in Kriegsstärke sowie Teile der Marinefliegerstation Toulon in einer Gesamtstärke von ebenfalls rund 600 Flugzeugen teil. Da der Zweck dieser Luftmanöver die Abwehr eines östlich des Rhonetales überraschend angreifenden Gegners war, waren mit den Uebungen der Luftwaffe gleich­zeitig größere Uebungen des zivilen Luftschutzes in Marseille, Toulon, Toulouse usw. verbunden. Erst­malig wurde dabei auch die nach sowjetrussischem Vorbild neugeschaffene Fallschirmtruppe eingesetzt. Den Höhepunkt sowohl hinsichtlich der Truppenaus-

Luftwaffe, für sich allein Uebungen durchführen. Wie bei den fremden Wehrmächten ist es auch für die deutsche Wehrmacht geboten, in eng ft er Z u- fammenarbeit ihr Können zu erproben. Bei den Wehrmachtmanövern ist es von besonderer Be­deutung, daß unsere Luftwaffe erstmalig als selbständiger Wehrmachtteil eingesetzt wird und

Die großen Herbstmanöver der Wehrmacht.

Von Hauptmann (E.) von Ieska.

Alljährlich, wenn der Bauer im Herbst seine Ernte in die Scheunen gebracht hat, wenn die Felder frei geworden sind, kommt die Zeit heran, in der die Wehrmacht ihre großen Manöver durchführen kann. So wird es auch in diesem Jahr sein. Wenn die Uebungen in den kleineren Verbänden bis zum Korps einschließlich beendet sind, wird die junge Wehrmacht des Dritten Reichs in den Tagen vom 20. bis 26. September ihre großen Herbst- Manöver abhalten. Nachdem im vergangenen 3abr erstmalig wieder nach mehr als zwanzig Jahren und nach Wiedergewinnung der Wehr- fteiheit zwei Armeekorps daran teilnehmen und an toteüe der bis dahin auf Grund des Versailler Diktats üblichen Attrappen die neuzeitlichen Waffen herangezogen werden konnten, werden die kommenden Herbstübungen erstmalig als "Wehrmachtmanöver" durchgeführt. Sie unterscheiden sich von den vorjährigen im wesent­lichen also dadurch, daß an ihnen alle drei ^^°Z"?ile, d. h. Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe beteiligt sein werden. Diese Tatsache K -Hur vem erfreulicher Beweis für die großen Fortschritte des seit dem vergangenen Jahr tat­kräftig geforderten Ausbaues und der Schlagfertig­keit der drei Wehrmgchtteile, sondern auch em Be­weis für die inzwischen erzielten Fortschritte in der Angleichung unseres Rüstungsstandes an die Um­welt.

Größere Sorgen hat schon der Autofahrer, der sein Fahrzeug unbedingt auch während der Dunkelheit braucht, also der Arzt beispielsweise oder der Reisende, den sein Weg von ober nach Berlin führt in diesen Tagen. In den Höfen und Werk­stätten waren die Kraftwagen- und Motorradbe­sitzer damit beschäftigt, ihren Scheinwerfern die Tarnkappen zu verpassen. Wer sich irgend behelfen kann, läßt seinen Wagen natürlich während der Uebung im Stall, denn bei aller Vorsicht und Um­sicht wird das Fahren im Finstern kein ausgespro­chenes Vergnügen sein. Vorsichtige Gemüter haben längst beschlossen, in den sechs Tagen ein stilles Höhlenleben zu führen, obwohl ein solcher Rückfall in Urvätersitten von den Berlinern durchaus nicht erwartet, geschweige denn verlangt wird. Im Gegenteil, alle Lokale, Theater, Kinos usw. halten ihre Pforten für jedermann wie bisher ge­öffnet. Man muß nur erst zu ihnen hinfinden. Da­zu werden gewiß die zugelassenen und stark ab= geschirmten Richtlampen und die überall von der Stadtverwaltung reichlich angebrachten Kalk- striche an Mauern und Bürgersteigen verhelfen. Auch die Reichsbahnverwaltung und die Verkehrsgesellschaften hatten alle Vorbereitungen getroffen, daß sich der Transport der Fahrgäste reibungslos abspielt Auf den Bahnsteigen der Stadtbahnhöfe läuft ein weißer Kalkstrei - fen an jeder Bahnsteigkante entlang, um zu verhindern, daß die Fahrgäste einen unfrei­willigenSprung ins Ungewisse" tun. Stark ab ge­blendete Blaulichtlampen sorgen für eben aus­reichende Belichtung unter den Schutzdächern der Bahnsteige. Seine geliebte Abendzeitung ober erste Frühausgabe allerbings wird der Berliner auf der abendlichen Heimfahrt von Arbeit ober Vergnügen nicht ftubieren können, benn in ben Zügen und Omnibussen ist bie Beleuchtung auf ein äußerstes Minimum herabgesetzt.

Berlin geht also einer bunflen Zukunft entgegen. Unb wer in biefer Luftschutzübungswoche Berlin einen Besuch abftattet, wirb bemgemäß nur eine dunkle Vorstellung von ber Reichshauptstadt erhal­ten, ba sie ja bes Abenbs unb nachts ihr Licht sorgsam unter ben Scheffel stellen muß. Wenn Ber­lin übrigens in biefer Zeit in bes Wortes wahrer Bebeutung im Dunkeln tappen wirb, so tappt es im übertragenen Sinne bes Wortes bereits jetzt fchon im Dunkeln. Denn niemanb vermag voraus- zufagen, wie sich bas Leben ber Vier-Millionen- Stabt im Zustanb völliger ,93erblenbung abfpielen wirb. Der Verkehr ber Straßenbahnen, Auto­busse unb Kraftwagen geht, wenn auch wohl im Tempo berHafer-Motore", uneingeschränkt wei- ' ter. Die Luftschutzübung mürbe ihren Zweck ver° i fehlen, mürben alle Räber stillstehen. Im Ernstfall mußte bas Verkehrs- unb Wirtschaftsleben ja auch

dieser Woche ereignen roirb, unb welche Vorgänge sich abspielen roerben, liegt naturgemäß völlig im Dunkeln. Eins aber ist sicher: es mirb sich in dieser Zeit ber Luftschutzaktion an jebem Abend eine tiefe Gespensternacht über Berlin senken, von beren Spukhaftigkeit sich nur ber eine Vorstellung machen kann, ber bie erste Gespensternacht Berlins miterlebte, als auf einen Schlag 120 000 Straßen­laternen verlöschten unb bie Riesenlichterstabt gleich­sam vom Erdboden verschluckt mürbe.

*

Der Berliner ist für alles zu haben, menn es nur Hand und Fuß hat, und diese Verdunkelungs­übung, die ihm Gelegenheit gibt, zu beroeifen, was er unter Disziplin versteht, betrachtet jeder Berliner als seine eigenste Angelegenheit. Es ist jedem persönliche Ehrensache, daß es tadellos klap­pen mirb und kein Zweifel, es klappt. Viereinhalb Millionen Menschen in hunderttausenden von Haus­haltungen, Geschäften, Gasthäusern, Fabriken, Ar-

Jn ben 23erbunfelungsgebieten werden alle nun Gelegenheit haben, die Vorbereitungsmaßnahmen gegen Luftangriffe praktisch zu erproben. In vielen Großbetrieben ist der Einsatz der Luftschutzleute naturgemäß besonders gut vorbereitet. Unfer Bild ZeigtGasspürer" bei der Hntersuchung, mit welchem Kampfstoff sie es zu tun haben.

(Presseamt der DAF. Scherl-M.)

statt, die nach den Worten des Reichsluftfahrt­ministers Göring einen außerordentlich guten, fast nicht erwarteten Erfolg hatte. Ganz Berlin war damals der LosungLicht aus! Abblenden!" in be­wundernswerter Disziplin gefolgt. Die Meldungen der Beobachtungsflieger ergaben einstimmig, daß die Viermillionenstadt Berlin nicht mehr auf- zu find en gewesen war. Die jetzt bevorstehende Dunkelheitsübung wird an die Bevölkerung Ber­lins noch weit größere Anforderungen stellen als im März 1936, handelt es sich doch für Berlin darum, f a st eine Woche lang während der Abend- unb Nachtstunden in völliger Dunkelheit ZU leben! Gleichzeitig muß bie Berliner Bevölke­rung aber auch mit überrafchenben Flieger­alarmübungen rechnen, bie zeitweise eine Unterbrechung, ja einen völligen Stillstand bes .zivilen" Lebens Berlins bewirken werben, weil ich jeder der vier Millionen Einwohner der Reichs- hauptstadt, befindet er sich innerhalb oder außer­halb feiner Wohn- ober Arbeitsstätte, sofort unb ohne Hinwege in bie bereitstehenben Luftschutz­oder Hilfsluftschutzkeller zu begeben hat. Mit einem Schlage wird der gesamte Verkehr ftillgelegt, Fahr­zeuge müssen die Hauptstraßen unverzüglich ver­lassen und Nebenstraßen zum Parken aufsuchen, Pferdefuhrwerke werden sofort ausgespannt und verweilen mit ihrem Fahrer an der Bordschwelle. Es werden sogar Detonationen und Rauchentwick­lung in Aussicht gestellt, allerdings mit der Ver­sicherung, daß es sich hier wirklich nur umSchall und Rauch" handelt. Was sich im übrigen während

Kriegsmarine und Luftwafte. Die Kriegs- marine wird ihre Uebungen zur Unterstützung öer Kampfhandlungen des Heeres, die sich in der Hauptsache in Mecklenburg und Pommern abfpielen werden, in ber Ostsee durchführen. Die Luftwaffe wirb ihre Tätigkeit aber nicht nur LUrL Unterstützung von Heer unb Kriegsmarine beschranken, fonbern auch als selbständiger Wehr­machtteil Trägerin des Luftkrieges gegen die feind- 110)6 Luftwaffe und die feindlichen Industriegebiete sein. "Infolgedessen werden im Verlauf der Manö­ver auch Luftangriffe und Luftschutz­maßnahmen in Großstädten und Gegenden ge­übt werden, die weit außerhalb des eigent­lichen Uebungsraumes der Heeresmanöver liegen.

Der militärische Wert dieser ersten deutschen Wehrmachtmanöver liegt in zweierlei: Durch die enge Zusammenarbeit der drei Wehrmachtteile wird die Führung wertvolle Erfahrungen sammeln, die für die Weiterentwicklung der Wehrmacht von wesentlicher Bedeutung sind. Die Truppe wird durch die kriegsmäßigen Uebungen in unbekanntem Gelände und in allen Kampfarten den Erfolg ihrer militärischen Ausbildung überprüfen können und dabei ihrerseits Erfahrungen für die Vertiefung ihrer Arbeit im neuen Dienstjahr sammeln. Unserem , .................

Volk aber werden die Wehrmachtmanöoer ein Bild Kundgebungen.

Metzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhesfen

Druck und Verlag: Srühlsche UnwersiMsdruckerei «.Lange In Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7