Ausgabe 
20.8.1937
 
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Oer Konflikt zwischen Lissabon und Prag

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mitRÜcksichtauf früher eingegangene Verbindlichkeiten hinsichtlich der tschecho­slowakischen Armee nicht imstande ist, den verlangten Typ in der verlangten Frist zu liefern, wurde der portugiesischen Reaierung die Lieferung in der tschechoslowakischen Armee

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eines anderen, in der tschechoslowakischen Armee verwendeten Typs angeboten und dies, trotzdem die portugiesische Regierung inzwischen mit Verordnung vom 1. August die tschechoslowakische Firma vom Lieferungswettbewerb ausgeschlossen hatte. Die portugiesische Reaierung beschloß auch nach dem neuen tschechoslowakischen Angebot auf dem gefor­derten Typ zu beharren, erblickte in dem Angebot auf einen anderen Typ die Ablehnung von Be­stellungen und berief am 18. August ihren Gesandten aus Praa ab. Wir konstatieren, daß zwischen der Tschechoslowakei und Portugal keine politischen oder diplomatischen Konflikte bestanden haben und bestehen, und es ist deshalb in der Geschichte internationaler Be­ziehungen ein vereinzelter Fall, daß das Mißlingen von Geschäftsverhandlungen zu einem formellen ein­seitigen Abbruch diplomatischer Beziehungen führt."

Das tschechoslowakische Prehbüro teilt weiter mit: Das Wesen des Konfliktes wurde in der tfchecho- slowakischen amtlichen Mitteilung wahrheitsgetreu dargelegt. Der Hinweis, daß auf den tschechoslowa­kischen Standpunkt eine dritte Macht Einfluß hatte, muß energisch ab gelehnt werden, da es bet den ganzen Verhandlungen keinen Einfluß von dritter Seite gab, der gegenüber Por­tugal zur Geltung gebracht worden wäre.

Verständnis in Rom.

Rom, 19. Aug. (DNB) Zum Abbruch der diplo­matischen Beziehungen zwischen Portugal und der Tschechoslowakei schreibtG i o r n a l e d ' Itali a", die entschlossene Handlungsweise der portugiesischen Regierung, die dem berechtigten Emvfinden für ihre verletzte Ehre entspringe, könne bei den großen und kleinen Staaten, welche an der Nichteinmischungs­politik teilnehmen und die gegenseitige internatio­nale Achtung wünschen, nur Verständnis fin­den. Die Weigerung der tschechoslowakischen Regie­rung, einen regelrecht unterzeichneten Vertrag für militärische Lieferungen an Portugal zur Ausfüh­rung zu bringen, wollte offenbar einen Derdacht hinsichtlich der endgültigen Bestimmung dieser Lie­ferungen zum Ausdruck bringen. Die portugiesische Regierung habe diesen Verdacht zurückgewiesen und ihre Auffassung durch den Abbruch der diplomati­schen Beziehungen mit der Tschechoslowakei feier- lich bestätigt. Der objektive Beobachter werde sich in diesem Zusammenhang daran erinnern, wie viel tschechoslowakisches Kriegsmaterial zusammen mit solchen anderer Mächte, die die Möglichkeit einer Einwirkung auf die Beschlüsse der Tschechoslowakei haben, in den Reihen der spanischen B o l s ch e w i st e n zu finden sei, und zwar gewiß nicht unter Achtung der Nichteinmischungspolitik.

knrck, zu Ministerialdirigenten ernannt.

Der Reichsminister der Finanzen hat die Ober- finanzpräfibenten ermächtigt, auf Antrag Schen­kt« ngen von D e v i s e n , die aus dem Ausland trigehen, unter gewissen Voraussetzungen steuer- frei zu lassen. Der Eingang der Devisen aus dem Auslände ift im einzelnen nachzuweisen, lieber die weiteren Bedingungen für die Steuerfreiheit er- te len die für die Erbschaftssteuer (Schenkunge- jtmer) zuständigen Finanzämter Auskunft.

Dem Berliner Hauptkorrespondenten derTi­mes", Norman E b b u 11, ist mitgeteilt worden, dcß er das Reichsgebiet bis zu der bereits ar gekündigten Frist, d. h. bis Sonntag, 22. August, 24 Uhr, z u verlassen hat. Die Ausweisung kZbutts erfolgt wegen feiner die deutsch-englischen Belebungen dauernd störenden tendenziösen Be­richterstattung über innerdeutsche Verhältnisse.

Zahl der Kraftfahrzeuge ieit 1933 um 69 Prozent gestiegen.

Berlin, 19.Aug. (DNB.) Am I.Iuli 1937 waren in Deutschen Reich 2 848 500 Kraftfahrzeuge oorhan- m. Die Zunahme war im letzten Jahr wieder stärker als in den vorangegangenen Jahren; sie betrug 373 900 Kraftfahrzeuge oder 15 v. H. S e i t hm Jahr der Machtübernahme ist da- irti die Zahl der Kraftfahrzeuge um 1 166 000 ober u ii 6 9 v.H. ge ft le gen. Im einzelnen umfaßt jezst ber deutsche Kraftfahrzeugbestand: 1327 200 Krafträder (12 v. H. mehr als im Vorjahre), 1108 400 Personenkraftwagen (17 v. H. iwhr), 17 300 Kraftomnibusse (11 v. H. mehr),

321 500 Lastkraftwagen (19 v. H. mehr), 13 200 Sonderfahrzeuge (15 v. H. mehr) und 60 900 Zugmaschinen und Sattelschlepper (28 v.H. mehr).

Kunst und Wissenschaft.

Oie Internationale Filmkunstschau in Venedig

Auf der Internationalen Filmkunstschau in Ve­nedig errang der deutsche Ufa-FilmDer Mann, der Sherlock Holmes war" einen starken Erfolg. Obwohl dieser Film in deutscher Sprache ohne fremdsprachige Untertitel lief, fand er durch das eindeutige und beredte Spiel ohne Schwierig­keit Verständnis. Die lückenlos spannende Handlung hielt alles in Atem Es ift allerdings sehr zu ver­wundern, daß dieser Film nur in einer Nachmit- tagsvorführung gezeigt wurde, während andere, unzweifelhaft auf niedrigerer Stufe stehende Filme in Abendveranstaltungen angesetzt worden sind. Auch der unter der Spielleitung von Jean R e n o i r ge­drehte französische KriegsfilmLa Illu­

sion" wurde beifällig ausgenommen. Der Film be­handelt die Flucht französischer Soldaten aus deut­scher Gefangenschaft. Seine Stärke liegt in einer Reihe von ausgezeichnet photographierten Szenen. Jean G a b i n , Pierre Fresnay und Erich v o n Stroheim zeichnen in den Hauptrollen kraftvolle und lebendige Typen; allerdings wäre es völlig abwegig, wollte man die Figur, die Stroheim Yin- ftellt, als ein allgemein gültiges Bild des deutschen Offiziers schlechthin ansehen Anschließend lie. ein interessanter japanischer Kulturfilm über die -ö l u« mensymbolik in Japan, der mit großem Geschick und In sehr geschmackvoller Weise einen Einblick in die eigenartige, im Lande der ausgehen­den Sonne mit besonderer Sorgfalt geübte Kunst- fertigfeit des Strciußebindens gewährt. Der Film lieh klar erkennen, welche großen Fortschritte die in Japan noch sehr junge Filmkunst bereits gemacht hat.

Man muß die Bolschewisten scharf anfassen, wenn man den Frieden Europas erhalten will. Ev.

Sine Erklärung prass

Prag, 19 Aug. (DNB.) Amtlich wird mit­geteilt:Die portugiesische Regierung verhandelte in der letzten Zeit mit einer tschechoslowakischen Rüstungsfirma über eine Waffenlieferung und wandte sich in dieser Angelegenheit auch an das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten, um die Zustimmung der tschechoslowa­kischen Regierung zu dieser Lieferung zu er­halten. Nachdem sich ergeben hat, daß die Firma

(München) behandelte die Tätigkeit des Forschungs­instituts für Wasserbau und Wasserkraft in Ober- nach für kulturtechnische Zwecke und Oberregie­rungsrat Schmitt von der bäuerischen Landes­stelle für Wetterkunde referierte über die Möglich­keiten der Landwirtschaftlichen Abwasseroerwertung in Bayern.

Die Stobt Berlin ehrt Paul Lincke.

Aus Anlaß der 700-Jahrfeier überreichte Ober­bürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert dem Berliner Komponisten Paul Lincke auf An­regung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels im Amtszimmer des Berliner Rathauses die Silberne Pla­kette der Stadt Berlin, die mit einem Ehren­geschenk verbunden ist. Die in Leder gebundene Verleihungsurkunde hat folgenden Wortlaut:Die Reichshauptstadt Berlin verleiht dem Komponisten Paul Lincke, dem echten Volksmusiker, der durch seine unsterblichen Melodien den Ruhm Berlins durch die ganze Welt getragen hat, aus Anlaß ihrer 700-Jahrfeier und in besonderer An­erkennung die Silberne Chrenplakette der Reichs- Hauptstadt, verbunden mit einem Ehrengeschenk. Gez. Reichsminister Gauleiter Dr. Goebbels, Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lip­pe r t."

Abele Sanbrocf.

Däß das Theaterpublikum seine Lieblinge nicht vergißt und ihnen In den Tagen schwerer Sorge dankbar huldigt, beweist der 7 4. Geburtstag, den Adele Sandrock feiern konnte. Seit 16 Mo­naten liegt die verehrte Künstlerin schwer krank dar­nieder, so daß sich die Aerzte viele Sorgen machen. Die Berliner, denen Adele Sandrock so manche schöne Stunde geschenkt hat, haben ihr durch Hunderte von Briefen und eine Fülle von Blumengrüßen zum 74. Geburtstag gehuldigt und der Hoffnung Aus­druck gegeben, daßAdele" bald wieder hergestellt fein möge.

Aus aller Welt.

Auch die lehke Halle

des Londoner Kristallpalastes niedergebrannt.

dieser Halle b e g o n n n e n worden war, be­schränkten sich die Lö,chzüge darauf, eine Ausbrei­tung des Feuers auf das Ausstellungsgelande z« verhindern. Der größte Teil des Kristallpalastes war am 30. November vergangenen Jahres durch ein Riesenfeuer vernichtet worden. Der Sachschaden belief sich damals auf rund zwölf Millionen Mark.

Waller Graes f-

Aus Eisenach kommt die Nachricht, daß Lanbae- richtsdirektor i. R. Walter Graes, der im Jahre 1925 zum Vizepräsidenten d e s Reichstages gewählt worden war, im Alter von 64 Jahren gestorben ist Graef gehörte zu der alten Garde nationaler Politiker, er wurde schon 1907 für den Wahlkreis Weimar in den Reichstag als antisemitischer Abgeordneter der Gruppe Lieber­mann von Sonnenberg gewählt. Er ist bann erst wieder nach der Revolution ins politische Leben ge­treten, als ihn die Deutschnationalen In Thüringen zu ihrem Vertreter wählten.

Allein im Boot über den Ozean.

Nach einsamer Fahrt von 5 7 Tagen über Lissabon und den Azoren traf der 60jährige Kapitän Schlimbach, der lange im Dienst der Hapag stand, auf seinem 10 Meter langen BootSt ö r t e- b e ck e r" im Hafen von Neuyork ein Kavitän Schlimbach ist auf beiden Seiten des Ozeans durch feine häufige Teilnahme an den Jachtregatten über den Atlantischen Ozean eine volkstümliche Gestalt geworden. Auch feine neueste Fahrt, die er allein auf dem kleinen Boot unternahm, wird von der Neuyorker Presse als Seemannstat gebührend ge­feiert.

Auf der Strecke KasselBebra vier Wagen eines Güterzuges entgleist.

Der nach dem Riesenbrand im vergangenen Win­ter noch übrig gebliebene nördliche Teil des Lon­doner Kristallpalastes wurde durch em neues Groß- feuer heimgesucht. Beim Verbrennen von Abfällen auf dem Nachbargrundstück sprangen Funken auf das Gebäude über. Infolge des Windes verbreitete, sich der Brand sehr schnell. Bald stand die ganze Halle, die früher dem Eislauf diente, in hellen Flammen. Bevor die Feuerwehr eintreffen konnte, war ein großr Teil des Daches eingestürzt. Da ohnehin vor wenigen Tagen mit dem Abbruch

Jahren, verschiedentlich vorgekommen, daß kriege­rische Verwicklungen zwischen zwei Staaten statt­fanden, ohne daß die diplomatischen Beziehungen unterbrochen worden wären. Die Regeln, die im internationalen Verkehr üblich sind, haben also nicht mehr jene allgemein gültige formale Strenge, die ihnen vor dem Weltkrieg innewohnte. Beispiels- wei-se brach England die diplomatischen Beziehun­gen zu Sowjetruhland im Jahre 1927 zeitweise ab, bis stch das Verhältnis der beiden Mächte wieder gebessert hatte. Eine merkwürdige Maßnahme war auch dieEinschränkung" der diplomatischen Be­ziehungen, welche die Vereinigten Staaten nach dem Scheitern der Schuldenverhandlungen gegen­über Sowjetrußland im Februar 1935 vornahmen. Aehnliche Fälle hat es wiederholt gegeben.

Im Falle des portugiesisch-tschechoslowakischen Konfliktes handelt es sich zwar offiziell nur um eine Angelegenheit zwischen zwei Staaten, in Wirk­lichkeit aber dürfte die kommunistische Internatio­nale dahinterstecken. Die portugiesische Note spricht mehrfach von dem Druck dritter Mächte, worunter in der Hauptsache wohl die Räteunion, daß heißt die Komintern, verstanden werden muß, die ja mit der tschechoslowakischen Republik politisch und militärisch eng verbündet ist. Daß die Tschecho­slowakei nicht aus eigenem Entschluß gehandelt hat, als sie die Waffenlieferung nach Portugal verbot, geht schon daraus heroör, daß sie nacheinander drei verschiedene Gründe vorbrachte, die sich gegenseitig widersprechen und nicht stichhaltig sind. Die erste Erklärung der Prager Regierung, das aeplante Waffengeschäft sei infolge des Nichteinmischungs­abkommens unmöglich, stellt eine glatte Beleidi­gung für die portugiesische Regierung dar, denn sie unterschiebt ihr die Absicht, die Waffen der spani­schen Natlonalregierung zur Verfügung zu stellen. Der zweite Grund der Prager Regierung, daß es sich um ein allgemeines Waffenausfuhrverbot handle, ist ebensowenig plausibel, denn bekanntlich beliefert die tschechische Rüstungsindustrie unaus­gesetzt die ganze Welt mit ihren Produkten und hat besonders für die Ausrüstung der spanischen Bolschewisten gesorgt. Der dritte Grund schließlich, daß die Ursache des Verbots in den Erforder­nissen der tschechischen Aufrüstung zu suchen sei, kann gleichfalls keinen Glauben bean­spruchen, weil die Tschechoslowakei noch in aller- jüngster Zeit große Lieferungsverträge mit anderen Staaten (Rumänien beispielsweise) abgeschlossen hat.

Nach alledem erscheint die Handlungsweise der portugiesischen Regierung wohl berechtigt und ver­ständlich. Denn welcher Staat, der auf Achtung und Ehre Wert legt, könnte es sich gefallen lassen, in so entwürdigender Weise von fremden Mächten an der Nase herumgeführt zu werden? Es bleibt zu hoffen, daß die Hintermänner der Prager Burg den Sinn ber portugiesischen Maßnahme begreifen.

Am 18. August um 19.35 Uhr entgleisten auf ber 23aunabrüde bei Bahnhof Guntershausen vier Wagen in ber Mitte des bort fahrenden Güter« Auges 6535, wodurch beide Hauptgleise ge­sperrt wurden. Das Geleis GuntershausenKassel war um 1.30 Uhr, bas Geleis auf ber Gegenrich­tung um 3.20 Uhr wieber frei. Der burchgehende Verkehr wurde solange über EichenbergBebra und EichenbergEschwegeMalsfeld u m g e l e i t e t, der Personenverkehr durch Pendelverkehr unter Einsatz von Kraftomnibussen aufrecht­erhalten. Der Unfall wurde verursacht durch das Heradfallen einer Eisenschwelle von einem Wagen des Güterzuges, die sich in einer Weiche fest- klemmte. Personen wurden nicht verletzt, nur Sach­schaden ist eingetreten.

Line todbringende Verwechselung.

Der 39 Jahre alte Gastwirt Max Steinmetz aus Jefserndorf im Haßgau (Spessart), ber mit Feld­arbeiten beschäftigt war, wollte aus einer Flasche einen Schluck Schnaps nehmen. Er ver­wechselte jedoch die Schna , flasche mit einer, die Säure enthielt. Dadurch zog er sich so schwere Verätzungen zu, daß er nach zwei Stunden den furchtbaren Verbrennungen erlag.

Drei Tote auf einem Notschacht in Ostobersch'esien.

Der wilde Kohlenabbau in Ostoberschlesien, den die Behörden seit langer Zeit bekämpfen, hat wieder schwere Opfer gefordert. In einem Notschaft in Myslowitz brach Feuer aus. Sechs Arbeitslose, die sich in dem Schacht aufhielten, wurden von der Außenwelt abgeschnitten. Die Rettungsmannschaften ber Niwko-Grube konnten nur brei Verunglückte bergen. Sie haben schwere Rauchvergiftungen da­vongetragen. Die Suche nach den drei anderen Ar­beitslosen blieb bis Donnerstagfrüh erfolglos. Sie müssen demnach den Tod in den Flammen gefunden haben.

Durch giftige Gase betäubt

Ein schweres Unglück ereignete sich im Wirt- schaftshof der Jesuitenschule in Freinberg bei Linz (Oesterreich). Ein 15jähriger Junge stieg in die Jauchegrube hinab, um die gebrochene Pumpe wieder in Gang zu bringen. Von giftigen Gasen betäubt, stürzte er auf den Grund ber Grube. Nach­einander versuchten nun drei Personen, ihn zu retten, wurden aber selbst alle betäubt. Einer von ihnen konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Die beiden anderen erlitten schwere Vergiftungen.

iiouoerneur von Gibraltar erwidert wurde, bankte Admiral Earls allen an ber Genesung der beul­ten Matrosen Beteiligten.

Frankreichs Lufimanöver.

?ariß, 20. Aug. (DNB. Funkspruch.) General q u a n t, ber Chef des Generalstabes des Luft- Heeres, unter besten Oberbefehl bie im Gebiet von Zouloufe durchgeführten f<nzösischen Luftmanöver sichen, erklärte, die gegenwärtigen Manöver gäben tzileaenheit, die Methoden der modernen Luftwaffe, d« Ausdauer der Mannschaften und die Bewäh­rung des besonders für bie Luftarmee vorgesehenen Materials zu prüfen. Im Ernstfälle müsse bie französische Luftwaffe in bester Form sein. Der erfolg einer Staffel hänge von ben funfted)» Ischen Einrichtungen ab. Die Konstruk- tiure entwickelten zwar außerordentlich schnelle und flirte Motoren, aber nicht minder wichtig sei es, biß die Wissenschaft ihren Beitrag auf dem Ge­biete der Elektrizität leiste und damit bie schnelle Übertragung von Befehlen und Nach­richten ermögliche. Bei ben gegenwärtigen zranövern würden bie meisten Runbfunkapparate, Dinkelmesser usw. untersucht. General Föquant er- fidrte, er habe sich gegenüber bem Luftfahrtminister lind bem Minister ber nationalen Verteidigung Der« -lichtet, die Manöver mit den geringsten jo st en durchzuführen.

MzweiMle Sage in Santonder.

Ausländische Konsuln verlassen die Stadt.

Paris, 20. Aug. (DNB. Funkspr.) Der f r a n = zosischeundderbelgischeKonsulin San- tlnder, die Vertreter des Internationalen

Königsparade auf Sizilien.

R o m, 19. Aua. (DNB.) Nach Abschluß der Sommer- ironöver auf Sizilien fand bei Solenn eine Parade pir dem König und Kaiser statt, an der sämtliche b i den Manövern eingesetzten Einheiten teilnah. nen. Als Victor Emanuel IIL mit dem Kronprm- im, bem Hrezog von Aosta, Marschall Balbo sowie Varschall Gabba, bem Leiter ber Manöver, auf bir Königstribüne Platz genommen hatte, nahm b<r Vorbeimarsch ber 50 000 Mann mit 500 Kraft-- fohrzeugen, 300 Tanks unb 350 Kanonen seinen Beginn, währenb 198 Flugzeuge in geringer Höhe vorbeizogen. Nach Schluß ber Parabe verließ der flanig unter begeisterten Kundgebungen bie Tri- bine, nachbem er ben Staatssekretär im Kriegsmi­nisterium Cavagnari beauftragt hatte, ben Offizieren md Mannschaften seine höchste Anerkennung für ifc vorbildliches Verhalten im Manöver und wäh­rend der Parade auszusprechen. Mussolini, bir unter bem stürmischen Jubel der Bevölkerung in Palermo eintraf, hat den ersten Tag seines Aufenthaltes zu Besichtigungen staatlicher und städ- lücher Gebäude sowie wissenschaftlicher Institute ver­wendet unb dabei längere Zeit in einer Flugzeug­sobri k verweilt.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler hat den Binijterialrat Dr. Gramsch beim Beauftragen für bim Vierjahresplan und ben Abteilungschef im Amt (irr deutsche Roh- und Werkstoffe, von Heems-

Die portugiesische Regierung hat die diploma­tischen Beziehungen zur Tschechoslowakei abge­brochen. Es taucht zunächst die Frage auf, was dieser Schritt bedeutet und welche Folgen er mög­licherweise nach sich ziehen kann. Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen besteht in ber Regel in ber Abberufung ber eigenen biplomatischen Ver­tretung, bie ihre Pässe fordert, unb in ber Zu­stellung ber Pässe an bie bes gegnerischen Staates. Früher war ber Abbruch ber Beziehungen im all­gemeinen das Vorspiel zur Kriegserklärung. Dies ist aUerbings nicht immer notwendig der Fall, und gerade in der Nachkriegszeit ift häufiger die Ab­berufung diplomatischer Vertreter erfolgt, ohne daß hernach kriegerische Maßnahmen ergriffen worben wären. Anberseits ist es, besonbers in ben letzten

Wetterbericht

des Beichswetkerbienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Infolge ber Zusammenwirkung bes über bem Ostatlantik zum Abbau gekommenen Hochbruckge- bietes unb bes über Sübskanbinaoien liegenben Tiefbruckgebietes hat sich für Deutschlanb eine Zu­fuhr kälterer Meeresluft eingestellt. Sie bebingt trotz häufiger Aufheiterungen leichte Unbeftänbig- feit, bie gelegentlich, besonders infolge Stauwirkung an ben Gebirgswänden, auch zu Schauertätigkett führt. Die Witterung bleibt auch roeiterin auf ber Grenze zwischen Hoch- und Tiefdruckeinfluß leicht unbeständig.

Aussichten für Samstag: Wolkig bis heiter und zu vereinzelten Niederschlägen geneigt, bei Luftzufuhr aus West bis Nord für bie Jahres­zeit zu kühl.

Aussichten für Sonntag: Fortbauer ber leicht unbeständigen, aber nicht durchweg unfreund­lichen Witterung.

Lufttemperaturen am 19. August: mittags 20,9 Grad Celsius, abends 14,1 Grad; am 20. August: morgens 11 Grad. Maximum 21,7 Grad, Minimum heute nacht 8,9 Grad. Grbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. August: abends 18,5 Grad; am 20. August: morgens 14,9 Grad. Sonnenschein­dauer 3,3 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stelloerireter des Hauptschristieiiers: Ernst Bium­schein Verantwortlich für Politik unb für die Bilder: Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), I. V.: Dr Fr W Lange, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt) Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen. Theobor Kümmel D A VII 37: 9076. Druck unb Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbrurterei R Lange. K.-G.. sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM 2,05 einschließlich 25 Ps Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit ber

Illustrierten 5 Pf mehr

| 3ur Zeit ift Breisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 aültig.

Boten Kreuzes unb sieben Mitglieber ber fron« xslscken unb der belgischen Kolonie haben San- ta n o e r verlassen. Sie sind am Donnerstag in Aayonne eingetroffen. Seit der Einnahme von Bil­bao, so erklären sie, habe sich die Lage in Santander ion Tag z u Tag verschlechtert. Der Vor- rarsch der nationalen Truppen habe die bolsche- ristischen Gewalthaber vollkommen demo- roll fiert, die Wirtschaft der Stabt liege ganz larnieber.

Transportdampfer von !l-8oot angegriffen.

London, 20. Aua. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Presse bringt die Meldung, daß am Don- rcrstag wiederum ein aus dem Schwarzen Meer dmmender Transportdampfer von einem U.- joot unbekannter Nationalität in der Zähe ber Dardanellen angegriffen unb shwer beschädigt worden sei.Daily Herald" berichtet im Zusammenhang mit ben von England »schlossenen Maßnahmen zum Schutz der briti- fd)en Hanbelsschisfahrt im Mittelmeer, daß der jreuzerConventry" mit bem Auftrag na ch Malta entfanbt worden sei, sich dort für jtben Fall bereit 3U halten. Das englische Kriegs- Wff werde bereite am Freitag in Malta eintref-

Deulsche kulturtechnische Gesellschaft.

In München trat die ..Deutsche Kulturtechnische Gesellschaft" zu einer Tagung zusammen. 150 Icll nehmet ans bem Reiche und eine größere Anzahl österreichischer Kulturbau-Jngenieure hatten sich da zu einqcfunben. Aufgabe der Tagung Ist, möglichst viel Gebiete der Kulturbautechnik zu berühren, die heute im Interesse der bestmöglichen Ausnutzung des Bodens wichtiger denn je ist. Vberregierungsrat Schultheiß, ber Leiter ber Wasserwirtschafts- stelle für bas Donaugebiet sprach über bie Wasser­wirtschaft in Bayern. Direktor Dipl.-Jng. E st e r e r |