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Ferner liegt ein Telegramm auf dem Tisch.
Von Emil.
„Erbitte dringend Nachricht, ob in Berlin. Sehr beunruhigt. Finde Verhalten unbegreiflich. Briefliche Aufklärung hauptpostlagernd München. Emil."
Gisch zählt die Wörter ab und rechnet sich aus, was das Telegramm gekostet hat. Dann setzt sie sich hin und schreibt:
„Herrn Emil Knack, München, hauptpost- lagernü. Ich liebe einen anderen und bitte Dich, mit der Aufhebung unserer Verlobung einverstanden zu sein. Karoline Amelung."
Den Brief macht sie sofort fertig, trägt ihn hinunter und wirft ihn in den Kasten.
„Ich liebe einen anderen!" Das ist schließlich die einfachste Ausrede, und man erspart sich lange Erklärungen.
Fertig, Strich darunter.
Liebst du wirklich einen andern?
„Unsinn!" sagt Gisch laut, während sie wieder die Treppe hinaufsteigt. „Ich wüßte nicht, wen ich lieben sollte."
Beim Betreten der Wohnungstür stellt sich ihr Frau Bürklein in den Weg. „Na, sagen Sie bloß, Fräulein Amelung, die schönen Rosen! Die haben ja ein hübsches Stück Geld gekostet. Darf man nicht erfahren, wer der edle Spender ist? Etwa -Herr Knack?"
Gisch schüttelt den Kopf und sucht Frau Bürklein loszuwerden. „Nein, Herr Knack würde sich wohl kaum zu einer solchen Anstrengung aufgerafft haben. — Ich weiß es eigentlich selber nicht. Ein Herr, dem ich flüchtig begegnet bin."
Wie komme ich eigentlich dazu, der Frau Auskunft zu geben. Geht es sie vielleicht etwas an, wenn mir jemand Rosen schenkt?
„Ach, was Sie nicht sagen!" entgegnet die Bürklein, und ihre Stimme wird plötzlich widerlich. „Flüchtig begegnet! Den Mann möchte ich wohl sehen, der da gleich mit roten Rosen gelaufen kommt."
„Aber Frau Bürklein, das geht Sie doch schließlich nichts an. Ich kümmere mich ja auch nicht um Ihre Privatangelegenheiten."
„Privatangelegenheiten solcher Art gibt es bei mir Gott sei Dank nicht. Ich würde mich was schämen, Fräulein Amelung! Verlobt sein, mit einem so
netten Herrn wie Herrn Knack noch dazu — und kaum ist er weg, lassen Sie sich von einem anderen küssen. Das hätte ich nicht von Ihnen geglaubt."
Gisch wird glühend rot. „Ah, ich verstehe, ich habe wohl den Brief auf dem Tisch liegen lassen. Haben Sie mir sonst noch was zu sagen?"
„Ich meine es ja bloß gut mit Ihnen. Tausend andere wären froh, wenn sie einen so tüchtigen Mann bekommen würden wie Herrn Knack. Sie sind noch jung und unerfahren. Glauben Sie mir, es ist schon was wert, wenn man sich so ins Volle setzen kann. Eine gesicherte Existenz, ein großes Vermögen! Und Herr Knack ist doch--"
„Ich will von Herrn Knack nichts mehr hören. Ich sagte Ihnen doch, daß er mir abhanden gekommen ist. Und ich wünsche nachdrücklich, daß er abhanden bleibt!"
Frau Bürklein ist nahe daran, Krämpfe zu kriegen. „Daß man sich so leichtsinnig sein Glück verscherzen kann! Sie werden schon noch an meine Worte denken — wenn es zu spät ist! — Ich bin eine erfahrene Frau, ich weiß Bescheid! So fängt es immer an, mit Küssen, und Blumen und so. Aber womit es dann aufhört, na, das werden Sie ja sehen!"
Gisch geht in ihr Zimmer und schließt die Tür hinter sich zu. Sie greift nach den Rosen, streicht mit den Fingern liebkosend drüber hin.
Nein, sie wird sich nichts besudeln lassen von dem, was das Leben ihr an Schönem schenken will.
Und sie will vor allem nicht, daß dieser Tag, der mit einem Wunder begann, mit einem Mißklang endet.
So kratzt sie ihre letzten Kreuzer zusammen und geht ins Kino, und dort füllt sich ihr alles wieder mit Licht und Farbe an.
Als sie sich an diesem Abend anzieht, kommt ihr unvermittelt ein komischer Gedanke.
Wie wohl dieser Dr. Vandergruen mit seinem Vornamen heißt? ...
15.
Im Gärtchen sind unversehens die Silbertulpen aufgeblüht.
Stefan Vandergruen steht lange vor den hoch- stengeligen Blüten. Die Hände hat er in den Hosentaschen vergraben.
Maria sieht ihn vom Fenster und kommt zu ihm heraus.
Hr.OI Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen)
Die militärischen Feiern zum Geburtstag des Führers
Paradeausstellung und Parade der Truppen auf dem Trieb.
Bei schönem Wetter, das nach den regenreichen T^gen bis gestern eine besonders erfreuliche Zugige zum heuttgen Geburtstag des Führers ist, mirbe auch in Gießen der Geburtstag des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler in wür- fer Weife begangen. Im Mittelpunkt des ganzen festlichen Gedenkens an den Führer standen die Dranstaltungen der Wehrmacht.
Flaggenparade.
Um 6 Uhr fand in der Bergkaserne feierliche Flaggenparade statt, bei der unter präsentiertem «mehr einer von einem Offizier befehligten Abteilung in gewohnter Feierlichkeit die Flagge gehißt rv.rde, wahrend das Musikkorps des Jnf.-Regt. 116 dli feierlichen Akt mit Marschmusik begleitete und Johann die kurze Feier mit dem Deutschland- und bau Horst-Wessel-Lied beschloß.
Das Große Wecken.
Anschließend marschierte eine Abteilung der 6. Kinpanie, mit den Spielleuten und der Regiments- m sik an der Spitze, unter dem Kommando des Sljutanten des II. Batl. Jnf.-Rgts. 116, Oberleut- nent Dalich 0 w, von der Bergkaserne aus zum E^ßen Wecken durch die gestern von uns genannte' Straßen ab. Die bekannten Weisen des Liedes „?-eut Euch des Lebens" und Militärmärsche er- klcngen hierbei durch die Straßen. Allenthalben be- Eu bete die Bevölkerung ihr starkes Interesse für bit en militärischen Vorgang und zugleich ihre enge V^bundenheit mit unserer Wehrmacht. Viele D^ksgenossen hatten sich zu Beginn des Großen W-ckens an der Kaserne eingefunden, andere be- gj teten auf ihrem Wege zur Arbeit die Soldaten eir Stück des Wegs, bis die Pflicht zum Arbeits- beiiinn die Schritte den Bettieben zulenken ließ.
militärischer Weise begrüßte und den mit kräftiger Stimme erwiderten Gruß der Soldaten entgegennahm.
Nach dem Abreiten der Paradeaufstellung formierten sich die Truppen auf dem Gelände an der Volkshalle zum Parademarsch Generalleutnant Oß- w a l d hatte auf dem Trieb etwa Halbwegs zwischen Volkshalle und Arttllerie-Kaserne, an der Seite der Grünberger Straße, Aufstellung genommen. Hier verweilte als Beauftragter des dienstlich auswärts weilenden Hoheitsträgers der Partei, Kreisleiter Dr. Hildebrandt, der Kreisamtsleiter, SA.-Sturmbannführer Heß, ferner Oberbürgermeister Ritter als Vertreter der Garnisonstadt. Und rasch begann nun der Vorbeimarsch der Truppen. Unter den Klängen der Spielleute und des Musikkorps des Jnf.-Rgts. Nr. 116 führte der Paradeführer, Oberstleutnant Döring, die Truppen an dem Standortältesten vorbei. Im 1. Block des Vorbeimarsches marschierten die Fußtruppen, im 2. Block folgten die reitenden und fahrenden Truppen zu Pferde mit ihren fahrbaren Waffen, im 3. Block die Artillerie, ebenfalls beritten mit ihren Geschützen, im 4. Block die motorisierten Truppen. Die Infanterie marschierte in Zugbreiten, die Artillerie in Batteriefront vorbei. Nach dem Vorbeimarsch rückten die Truppen sofort in ihre Kasernen ein. Der Rest des Tages war für die Soldaten dienstfrei.
Die Paradeaufstellung und die Parade war für die große Menge der Zuschauer wiederum ein besonderes Erlebnis, das noch lange in ihrer Erinnerung und in ihren Herzen fortleben wird.
DieGeburtstagsfeier in derStadi
Zum Gruß an den Führer waren die Sttaßen unserer Stadt von den Volksgenossen in reichem Maße mit Flaggen geschmückt.
In den Schulen fanden Feiern statt. Bei den Behörden war, entsprechend der Anordnung des Reichsinnenministers Samstagdienst angesetzt, d. h. der heutige Nachmittag ist dienstfrei.
Heute Abend Vereidigungsfeier im (Safe Leib
heule um 20 Uhr findet Im Cafe Leib die feierliche Vereidigung der bisher noch nicht vereidigten Politischen Leiter des ehemaligen politischen Kreises Gießen statt. Bei dieser Feier wird der Ortsgruppenleiter der Ortsgruppe Giehen-Süd, Pg. Holländer, als Beauftragter des dienstlich auswärts weilenden Kreisleiters die Feier leiten.
Von 21 Uhr ab werden sich die Mitglieder der Kreisleitung mit den Kameraden der Ortsgruppe Gießen-Süd zu einer gemeinschaftlichen Feier im
Gießener NG.Frauenschast zeichnet „Dankopfer der Nation."
Appelle in den Kasernen.
Jn den Vormittagsstunden fanden in den Kafer- iu feierliche Appelle statt, um hier vor den auf- 1 mschierten Truppen des Führers und Obersten ehlshabers der Wehrmacht zu gedenken. Die An- Ipuchen hielten dabei beim I. Batl. Jnf.-Regt. 116
Bataillonskommandeur Major Wiese, beim l Batl. Jnf.-Regt. 116 der Bataillonskommandeur 3 c jor Maack , beim E.-Batl. Inf. Rgt. 116 an Stille des erkrankten Bataillonskommandeurs Ma- joi Baumann, bei der III. Abtlg. Art.-Regt. 9 bei Abteilungskommandeur Oberstleutnant Döring, bei der Luftwaffe der Kommandeur im Luftgau 11 Seieralmajor W i l l i ch. Die Ansprachen be'kunde- ter die unlösliche Verbundenheit unserer Soldaten mi dem Führer und Obersten Befehlshaber Adolf Eitler, dem der kräftige Sieg-Heil-Gruß der Tr ppe am Schluß der Ansprachen galt.
Paradeaufstellung und Parade.
' len Höhepunkt der militärischen Feiern stellte bie Paradeaufstellung und Parade aller Truppen- icil des Standorts Gießen dar. Auf dsm Trieb jwi chen der Volkshalle und der Artilleriekaserne ®(r en die Truppen aufmarschiert. Ihnen gegen- abr, entlang der Grünberger Straße, standen die pb. rtmungen d^r Partei und ihrer Gliederungen, ^Angehörigen der Organisationen der alten Soldatin, eine Anzahl Ehrengäste und eine große Men- Idjmmenge, unter der besonders die Jugend einen leb' großen Teil ausmachte.
^unkt 11 Uhr betrat der Standortälteste, General- eiriant Oßwald, das Paradefeld. In Vertte- urm des erkrankten Kommandeurs des Jnf.-Regts. 16 Oberst H e r r I e i n , führte der Kommandeur er III. Abtlg Art.-Regt. 9, Oberstleutnant D ö - u g, das Kommando über die Parade. Während lis Truppen unter präsentiertem Gewehr standen, nebiete der Paradeführer, Oberstleutnant Döring, i leir Generalleutnant Oßwald die Truppen der 1 Sanni[on Gießen zur Paradeaufstellung angette- i:en. Hierauf ritt Generalleutnant Oßwald in Be- iBinmg von Oberstleutnant Döring die Front iXl Paradeaufstellung ab, wobei er die Truppen in
Skandal
mm Dr. Vandergruen
Roman von Hans Hirthammer.
CCcpmght by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S.
Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Mch ist glücklich. Nun, da sie weiß, daß auch die Kundin ihr Herz behüten und bewaffnen muß, i ji Klart) ihr noch lieber geworden. Da geht man tiebmeinantier her, und keiner weiß was vom <D*en.
Aurum? Warum hat jeder eine Maske vor dem LWht?
Gisch weiß es nicht, sie wird es nie begreifen Itam.
Zi Hause erwarten sie einige Ueberraschungen.
Df ihrem Tisch steht ein großer Strauß roter Stofen. Ihr schwerer, betäubender Duft erfüllt das
Zimmer.
D ch verharrt eine ganze Weile vor den Blumen chaut sie an. Endlich greift sie nach dem Brief, tibi Mischen den Blüten steckt.
„Ich habe immer an rote Rosen denken müssen, als ich Dich küßte. Nimm die Blumen mm Abschied und zur Erinnerung!"
tii Unterschrift fehlt.
Lo nimmt sie den Strauß an sich, senkt ihr Gesuch' n die rote Flut — und dann geschieht etwas Millnvürdiges. Wie sie versucht, sich an das Antlitz dÜ!s iremben Mannes zu erinnern, da nimmt das ML ityie Züge Dr. Dandergruens an. Sie ist be- ffib,.. wehrt sich dagegen, soll sie den Fremden tßöiiihd) vergessen haben? Sie sah ihn doch im Lokal, mit r sie anstarrte, sie sah sein Gesicht während d!« Tanzes, während der Fahrt, und am Morgen — kann nicht aus ihrem Gedächtnis verschwun- pee bin.
Ib-r je mehr sie sich anstrengt, desto deutlicher si'ich rie Dr. Vandergruen, und wenn sie der Stimme d'to fremden nachhorcht, dann ist es Dandergruens G:thwe, und die Bewegungen sind feine Bewegun- gtri mb das Lachen ist fein Lachen.
5a stellt Gisch die Rosen weg.
N
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Zahlreiche Mitglieder der Gießener NS.-Frauen- schaft aus den verschiedenen Ortsgruppen fanden sich am gestrigen Montag im Fahnensaal der SA.- Standarte 116 ein, um gemeinsam ihre Geldspende zum Dankopfer der Nation in die dort aufliegenden Listen einzutragen. Am vergangenen Sonntag hatten sich die Politischen Leiter der Partei ebenfalls geschlossen zur Einzeichnung in die Listen eingefunden; am heutigen Dienstag werden die Angehörigen des Gießener Arbeitsdienstlagers anrüden, um ebenfalls nach besten Kräften für das große Werk
zu spenden, dem die aus dem Dankopfer aufkommenden Beträge dienen sollen. Unser Bild zeigt einen Blick in den Fahnensaal während der gestrigen Spendenzeichnung der Mitglieder der NS.- Frauenschaft. Standartenführer Lutter ließ es sich nicht nehmen, den Mitgliedern der NS.-Frauen- schaft, wie auch den Kameraden aus dem Kreise der politischen Leiter und des Arbeitsdienstes, herzlichen Gruß zu entbieten.
(Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)
Dienstag, 20. April (937
Studentenheim am Leihgesterner weg vereinigen. Anläßlich der Vereidigung der Politischen Leiter verkehrt heute ein Sonderzug um 22 Uhr von Gießen über Londorf nach Grünberg.
Die übrigen Ortsgruppen begehen ihre Feiern des Geburtstags des Führers für sich.
Aus der Stadt Gießen.
Das Nützliche und das Anqenebme
Zum Luftschutz gehört auch, daß das Landschaftsbild — aus der Vogelperspektive gesehen — nicht durch einige markante und leicht sichtbare Eigenarten zu stark auffällt. Oft wird es leicht möglich sein, mit einigen Anpflanzungen oder durch Wahl unauffälliger Farbtöne für Putz und Anstrich solchem Nachteil abzuhelfen. Selbstverständlich handelt es sich nur um Vorsichtsmaßnahmen, die ebenso wenig Anlaß zu irgendwelcher Beunruhigung geben, wie die Einrichtung von Luftschutzkellern, oder die Erprobung von Schrillsirenen.
Das Nützliche ist hier mit dem Angenehmen verbunden. Wenn man durch die Gaue unseres Vaterlandes streift, so werden große Unterschiede in der Art der Heimatpflege und ihrer Intensität sichtbar. Man kann nicht schlechthin sagen, daß Jndusttie- bezirke hier allgemein rückständig sind. Ganz im
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Gegenteil! In Gebieten, in denen eine erbein- gesessene gewerbliche Bevölkerung wohnt, sind sehr oft die vorbildlichsten Einrichtungen getroffen, um das Bild der Landschaft zu heben, oder auch den Wanderer durch sorgfältige Wegemarkierung anzulocken. Häufig stehen rein landwirtschaftliche Gegenden in dieser Beziehung gegenüber alten Industriegebieten zurück, selbst wenn sie aus dem Fremdenverkehr Nutzen ziehen. Ausgesprochen schlimm aber sieht es häufig in der Nähe neuentstandener Industriegebiete aus, wo oft eine krasse Lieblosigkeit bestand und man die Schönheitsfehler der Industrialisierung einfach bestehen ließ, obwohl mit dem Einsatz geringer materieller Mittel, aber mit einigem guten Willen mancher „Schandfleck" zu beseitigen wäre. Gewiß haben die letzten vier Jahre auch in dieser Beziehung einen merklichen Wandel gebracht, und manchmal kann sich der Spaziergänger ein Schmunzeln tief-innerer Befriedigung nicht verkneifen, wenn er etwa sieht, daß in Ausflugsorten, die jahrzehntelang aus dem Besuch nahegelegener Großstädte Nutzen gezogen haben, nun endlich auch etwas geschehen ist,, und wäre es nur die Anlage einer Promenade oder einiger Aussichtspunkte, ober die Pflanzung etlicher Bäume, oder die Aufstellung einiger Bänke.
Der Luftschutz, der die Einblicksmöglichkeit des Fliegers in die Landschaft und seine Orientierungsmöglichkeit mindert, wird in vielen Fällen den Ortsinsassen selbst und auch dem Ausflügler zunutze kommen können. Bei der Abdeckung nicht allzu hoher Gebäude werden alte heimische Bäume oft von Nutzen sein können, die man leider im Landschaftsbilde häufig ganz vermissen muß. Wir denken da nicht nur an Weiß- und Rotdorn, an Goldregen, an Flieder, auch an den eigentlichen „Holunder", oder an Kastanien. Die Auswahlmöglichkeiten, find unendlich viel größer. Die Blattfärbungen und die Kronengestaltungen sind viel verschiedenartiger als die meisten Menschen, die der Natur entfremdet sind, sich nur träumen lassen. Ja selbst die Färbung der Rinde ist sehr mannigfaltig und kann selbst in der kalten Jahreszeit dem irrenden Auge noch eine kleine Abwechslung und Freude bereiten. Die Zahl der immergrünen Gwächse und der Kletterpflanzen ist viel größer, als man gemeinhin annimmt. Für
„Steff!" sagt sie und legt den Arm um seine Schulter. „Du mußt endlich wieder vernünftig werden. So schlimm ist die Geschichte doch nicht!"
„Ach, schlimm genug, Mariandl! Als unzuverlässiger Mensch zu gelten, dem man nichts anvertrauen kann! Und sich nicht dagegen wehren zu können! — Wenn ich bloß herausbrächte, wer mir diesen Streich gespielt hat! — Ob du aus dem Mädel was herauslocken wirst?"
Maria greift nach einer Blüte und hält sie in der hohen Handfläche empor. „Fräulein Amelung hat mit der Sache nichts zu tun. Ich laste mir diese Ueberzeugung nicht nehmen."
„Soll mich freuen!" lacht Stefan auf. „Mir ist aber heute nacht noch ein weiterer merkwürdiger Umstand in Erinnerung gekommen. Kannst du dich noch besinnen, wie das Mädel aufschrak, als ich den Namen Koltschew erwähnte? Und welche verwirrten Antworten sie gab, als wir sie nach der Ursache fragten?"
Maria nickt verwundert.
„Nun, Herr Koltschew ist feit vorgestern nicht mehr in meine Kollegs gekommen. Wenn das nur Zufall ist, dann ist es jedenfalls ein sehr merkwürdiger Zufall."
„Ich verstehe nicht!"
„Seit dem Einbruch ist Koltschew verschwunden. Man könnte daraus immerhin den Schluß ziehen, daß er mit der Sache in Verbindung steht. Zweitens: während der Anwesenheit von Fräulein Amelung fällt zufällig der Name Koltschew. Die junge Dame wird bleich, gerät sichtlich in Verlegenheit, stottert unglaubwürdige Erklärungen. Jedenfalls steht fest: sie muß diesen Koltschew kennen. Die Schlußfolgerung ist geradezu zwingend."
„Ebensogut kann alles auf Zufall beruhen!"
"Zufall! Zufall!" schreit Stefan. „Der Einbruch war auch ein Zufall Und daß ich gerade den Vertragsentwurf im Schreibtisch hatte, war ein weiterer Zufall. Hör' mir doch auf damit!"
„Steff, ich bitte dich, nun beruhige dich doch endlich! Was hat das alles für einen Zweck? — In Zukunft wirst du eben vorsichtiger fein."
"Dazu werde ich kaum mehr Gelegenheit haben!"
„Ach, Unsinn, Steff! In ein paar Tagen ist der Zwischenfall vergessen. Man kann ja schließlich auf deine Kenntnisse nicht verzichten."
(Fortsetzung folgtI)


