Ausgabe 
19.11.1937
 
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Der Reichsschatzmeister überdieVerwallungverASDAP.

Sonthofen, 18. Noo. (DNB.) Am dritten Arbeitstag auf Sonthofen sprach Reichsschatzmeister Reichsleiter Schwarz. Der Reichsschatzmeister streifte die Tätigkeit des Reichsrevisions­amtes, die das hohe Verantwortungsbewußtsein und die unbedingte Sauberkeit in der Durchführung aller finanziellen Angelegenheiten überzeugend zum Ausdruck bringt. Im Vorjahre seien 36 000 Dienst­stellen der Bewegung revidiert worden. Bei der Behandlung der Frage der Neuaufnahmen in die Partei unterstrich der Reichsschatzmeister mit besonderem Nachdruck den Grundsatz, daß die Neuaufnahmen niemals nach wirtschaftlichen Ge­sichtspunkten durchgeführt würden und seinerseits alles ausgeboten sei, um die Anträge so kurz- s r i st i g wie möglich zu erledigen. Der Reichs­schatzmeister behandelte dann die sozialen Be­strebungen innerhalb der Parteiorganisation. Die politischen Kämpfer, die ihre ganze Kraft un­ermüdlich in den Dienst von Partei und Volk stell­ten, ständen mit ihren Familien wirtschaftlich unter dem Schutze der Partei. Ebenso wie es niemals ein politisches Bonzentum in ihren Reihen geben könne, würden die Fragen der Besoldung und der Versorgung im Alter für die Hinterbliebenen und für die Waisen mit hohem Verantwortungsgefühl ihrer endgültigen Lösung entgegengeführt.

Der Alicefrauenverein zum Tode seiner Vorsitzenden.

Das Deutsche Rote Kreuz und der Hes­sische Alice-Frauen - Verein widmen ihrer Landesvorsitzenden, der Großherzogin Eleo­nore und der Landesleiterin der weiblichen Hilfs­kräfte des Deutschen Roten Kreuzes, der Erbgroß- herzogin Cäcilie, einen längeren Nachruf, in dem es heißt:

Ganz erfüllt und aufs tiefste durchdrungen von den hohen Gedanken fürsorglicher Hilfe, die seiner­zeit die unvergeßliche Großherzogin Alice zur Gründung des Alicefrauenoereins bestimmt und die diesen allezeit bis jetzt geleitet haben, hat die Frau Großherzogin, seitdem sie vor 25 Jahren zur Vorsitzenden ernannt worden war, ihrer Ausgabe mit größter Umsicht und Beharrlich­keit gedient und ist so allen Mitarbeitern an diesem hohen Werke, besonders auch in den letzten Jahren der Umbildung des Deutschen Roten Kreuzes, e i n leuchtendes Vorbild steter Pflicht­erfüllung und unermüdlicher treuester Hingabe geworden. Von dem gleichen Geiste war die Frau Erbgroßherzogin beseelt. Hingelenkt durch das ihr so gegebene Beispiel auf die Bedeutung der Aufgaben des Roten Kreuzes hat auch sie sich ihren Pflichten als Landesleiterin der weiblichen Hilfs­kräfte des Deutschen Roten Kreuzes mit bewun­dernswerter Tatkraft und mit segensreichem Er­folge gewidmet und ist damit die t r e u e st e Mit­arbeiterin der Frau Großherzogin geworden. So versetzt das tragische Ende dieser beiden hohen Frauen, das auch ihren Familiengliedern beschieden war, den Hessischen Alicefrauenverein, seine Anstal­den und Schwesternschaft sowie alle seine Angehöri­gen in tiefste Trauer. Ihr beider Wirken wird un­vergeßlich bleiben. Seine unauslöschliche Dankes­schuld wird der Alicefrauenverein dadurch abzutra­gen suchen, daß er nach ihrem Vorbild und in ihrem sinne die ihm gestellten Aufgaben weiterführt.

Ungarischer Besuch in Berlin.

Daranyi und Kanya kommen zur Jagdausstellung.

B u d a p e st, 18. Nov. (DNB.) Die bevorstehende Reise des Ministerpräsidenten Daranyi und des Außenministers von Kanya steht im Mittelpunkt Dies öffentlichen Interesses. Die Blätter veröffent­lichen Einzelheiten des reichhaltigen Berliner Pro­gramms der ungarischen Staatsmänner. Minister­präsident Daranyi werde sich unmittelbar nach sei­nem Eintreffen in Berlin zum Heldendenk- m a l begeben, wo er einen Kranz niederlegt. Am Nachmittag findet die Besichtigung der I n - ernationalenJagdausstellung statt. In l ern viertägigen Programm der ungarischen Staats- nänner sind eine Audienz beim Führer ü nd Reichskanzler, Besuche bei Ministerpräsi- ient Göring und beim Außenminister v o n N e u - lath sowie unter Führung von Reichsminister Ä a r r e die Besichtigung verschiedener landwirt­schaftlicher Einrichtungen des neuen Deutschlands vorgesehen. Ministerpräsident Daranyi wird auf seiner Berliner Reise von seiner Gattin begleitet.

Lord Halifax nach dem Obersalzberg abgefahren. Berlin, 18. Nov. (DNB.) Reichsaußenminister Freiherr von Neurath gab am Mittwoch tem zum Besuch der Jagdausstellung in Berlin weilenden Präsidenten des englischen Staatsrates Lord Halifax ein Frühstück im kleinsten Kreise, on dem auch der britische Botschafter Sir Neville Henderson teilnahm. Lord Halifax benutzte am 1 onnerstag um 21.29' Uhr den fahrplanmäßigen <iug nach München, um sich in Begleitung des ^ichsaußenminifters nach dem Öbersalz- berg zu einem Besuch beim Führer und Reichskanzler zu begeben. Zum Abschied hatte sich auf dem Anhalter Bahnhof der britische Bot­schafter eingefunden.

Das neue rumänische Kabinett.

Bukarest, 17.Noo. (DNB.) Das neue Ka­binett Tatarescu weist gegenüber dem bis­herigen folgende Aenderunaen auf: I n n e n m i - niijt e r wird der bisherige Verkehrsminister Fra- noasovici, Verkehrsminister Vizekanzler Jn- culetz. Der bisherige Industrie- und Handels- Minister V a l e r Pop wird Minister ohne Porte- «uiUe, während das Industrie- und Handelsmini- t rium von Ingenieur B u j o i, dem General­direktor der Kohlenbergwerksgesellschaft Pietroschani, übernommen wird. Das Landwirtschaftsministerium M an Professor I o n e s c u - S i s e s ch t i. Für )cn früheren Handelsminister Manulescu-Strunga v rd einMinisterium zur Verwertung der mtionalen Erzeugnisse" geschaffen wer-

Wald und Jagd im

andel der Zeiten

Zur Internationalen Iagdausstettung in Berlin.

Von H. O. von Bonin-Ponitz.

Auf dem Jägertag in Braunschweig 1936 hat Reichsjägermeister Hermann Göring in Anwe­senheit zahlreicher ausländischer Gäste verkündet, daß im Jahre 1937 alle Jäger der Welt nach Ber­lin gerufen werden sollen, um hier auf der ersten Internationalen Jagdaus st ellung nach dem Kriege der Welt Kunde von ihrem Schaffen und Wirken zu geben, lieber dreißig europäische und außereuropäische Länder haben diesem Rufe Folge geleistet und die besten Beutestücke, Einzel­sammlungen und Hegeschauen ihres Landes zu der am 3. November beginnenden Jagdausstellung ein­gesandt.

Eine einzige internationale Ausstellung hat es bisher gegeben, die im Jahre 1910 in Wien statt­fand. Gewiß war es damals ein Ereignis, das nicht nur die Jäger der Welt, sondern darüber hinaus weite Kreise interessierte. Ader die damalige Jagd- ausstellung war im wesentlichen eine Trophäen­schau, bei der festgestellt wurde, welches Land oder welcher Revierinhaber den stärksten Hirsch oder Bock zur Strecke gebracht hatte. Wenn auch die Jagd- ausstellung in Berlin eine große Trophäen­schau bringt, so wird sie doch sehr viel umfassen­der sein und sich von der damaligen Ausstellung stark unterscheiden. Das erklärt sich aus der Ent­wicklung des Jagdwesens in Deutschland und in anderen Ländern, auch ein Beweis dafür, welche engen Beziehungen zwischen Kultur und Jagd be­stehen.

Der Laie der Großstadt neigt dazu, Jäger und Jagd zu unterschätzen. Abgesehen von der volkswirt­schaftlichen Bedeutung der Jagd muß betont wer­den, daß Jäger und Jagd durch alle Zeiten, bei allen Völkern der Erde großen Einfluß auf die Ent­wicklung ihrer Sippe, ihres Stammes, ihres Volkes genommen haben. Gewiß bedeutete das Jagen ur­sprünglich nur ein Erringen von Beute und eine Abwehr der Angriffe wilder Tiere. Hand in Hand mit der Umbildung des prähistorischen und antiken Menschen vom Nomaden und Hirten zum Bauern und Siedler änderte sich die Einstellung zur Jagd. Aus dem Beutezug wurde eine ernste Vorbereitung für einen Krieg, ein gutes Mittel zur Erziehung der Jugend. In der Geschichte begleitet die Jagd alle Wandlungen kultureller Aufstiege und Nieder­gänge der Menschheit wie ein Schatten.

Der Grieche legte in das Jagen eine gewisse Aesthetik, während der rauhere Römer in der Jagd eine Befriedigung seiner kriegerischen Lust fand. Der Germane mußte als Waldbauer zunächst dar­auf bedacht sein, Haus und Herd vor wilden Tieren zu schützen; er verstand aus seiner Jagdbeute sein Nahrungsbedürfnis zu befriedigen und lebenswich­tige Gegenstände, wie Kleidung aus den Fellen und Bälgen, Waffen aus Horn und Knochen her­zustellen; er hatte Verständnis dafür, daß Geweih und Gehörn des Wildes ein Zeichen des Sieges darstellen. Im Mittelalter machte das Jagen eben­falls alle Wandlungen in den kulturellen Anschau­ungen des Menschen vom schlichten Jagen zu Pferde ober zu Fuß, mit Hunden oder mit Falken bis zur Ueppigfeit und Verrohung der Sitten durch. Ein­drucksvoll ist die Sage vom heiligen Hubertus, der durch das Erscheinen des Kreuzhirsches zum Chri­stentum bekehrt wurde, während eine Folge des

Niederganges von Fürsten und Adel die rohen, ein­gestellten Jagden sind, bei denen das Wild, das vorher zusammengetrieben war, auf schmalen Bah­nen vor die Schützen gebracht und grausam abge­schlachtet wurde. Die französische Revolution mit ihren Nachwirkungen in allen Ländern brachte auch einen Wandel in den Anschauungen der Jäger. In neuerer Zeit machte sich, entsprechend der ganzen Kultur, eine liberalistische Auffassung brtit, die dem Jäger gestattete, unter Berücksichtigung gewisser Ge­setze zu jagen und zu hegen, wie es ihm beliebte, ohne Rücksicht auf die Erhaltung von Art und Güte des Wildes, ohne Rücksicht auf die Belange der Land- und Forstwirtschaft. In neuester Zeit ver­schafft sich in vielen Ländern die Jagd höhere Be­deutung, weil Wald und Wild Volksgüter werben, der Jäger und der Forstmann ihre Hüter sind und für ihre Pflege im Interesse des Volkes zu sorgen haben. Diesen Gedanken, daß der Jäger ein Hüter wichtiger Kulturgüter ist, tragen das Reichs- jaadgefetz und das Reichsnaturschutz­gesetz, die die nationalsozialistische Regierung uns schenkte, besonders Rechnung. Es wird von allen anderen Ländern uneingeschränkt anerkannt, daß die Jagdgesetze und die Behandlung der Jagd in Deutschland vorbildlich sind.

Auch im täglichen Leben läßt sich beweisen, wie stark und innig Kultur und Jagd, Volk und Jäger verbunden sind. Man braucht sich nur zu erinnern, welche Rolle der Jäger in Märchen und Sagen spielt, wie spannend für die Heranwachsende Jugend deutsche und afrikanische Jagdgeschichten sind, mit welcher Freude wohl jeder junge Mensch einmal einen Jäger auf seinem Gang ins Revier begleitet hat. Mögen spätere Erziehung, Beruf und Neigung viele Menschen von der Berührung mit dem Jäger und seiner Welt fernhalten, so kann sich doch nie­mand der Tatsache verschließen, daß Naturschutz und Tierliebe, Teilnahme für Wild und Getter gerade durch den Jäger und seine Freunde in die Masse des Volkes getragen wurden. Wie die Jäger alte Gebräuche der ehrwürdigen Jägerzunft und die Weisheiten der Vorfahren erhalten, sind sie gleich­zeitig Verkünder und Bekenner ihrer Zeit, in der sie leben, der Anschauungen, Grundsätze und Ge­danken des Volkes, aus dem sie stammen.

Darum ist der Gedanke einer internationalen Jagdausstellung besonders glücklich in einer Zeit, in der die Länder in Waffen starren und Kriege und Unruhen die Völker auseinanderreißen. Die Jä­ger, die aus dem Auslande nach Berlin kommen, werden Gelegenheit haben, nicht nur Deutschlands Führung auf jagdlichem Gebiet kennenzulernen und anzuerkennen, sondern auch Deutschlands Entwick­lung seit 1933 zu prüfen. Da die Jäger durch ihren Beruf geübte und aufmerksame Beobachter sind, werden ihnen sicher die feinsten und geheimsten Zusammenhänge im Leben des Volkes nicht ent­gehen, und es ist zu hoffen, daß sie nach ihrer Rückkehr in die Heimat den Freunden ihre Erleb­nisse in Berlin und in Deutschland so anschaulich und ausführlich erklären werden wie ihre Jagd- erlebnisse. Damit ist der Jäger nicht nur berufen, Zeuge seines eigenen Volkes zu fein, er kann auch mit beitragen zum Verständnis für die Kultur eines anderen Volkes.

den. Der neue Landwirtschastsminister ist ein Ver­trauensmann Professor Sorgas, alle anderen Minister gehören der liberalen Partei an. Die Verbreiterung der polnischen Plattform, die Ta- tarescu zu schaffen sich bemüht hat, ist nur insofern gelungen, als Wahlkartelle mit der Gruppe Professor Sorgas und der Rumänischen Front Vajda-Dojvods geschlossen sind. Sorga erhält 15 Sitze, Vajda-Vojvods 50 Sitze in Kammer und Se­nat zugestanden. George V r a t i a n u , mit dem Tatarescu verhandelt hat, lehnte die Beteiligung an der Regierung ab, da kein Einvernehmen über die Aufhebung des Belagerungszustandes erzielt werden konnte.

VonNankingnachTschungking

Die jetzt von den Sapanern unmittelbar bedrohte Hauptstadt Chinas, Nanking, ist erst seit 1927 Sitz der Kuomintang-Regierung, die die Mittellage der Stadt bevorzugte. Nanking der Name heißt in wörtlicher UedersetzungSüdliche Hauptstadt", im Gegensatz zu Peking, dessen NameNördliche Hauptstadt" bedeutet war allerdings schon in früheren Zeiten Sitz chinesischer Regierungen. Die Wahl des Regierungssitzes war jeweils abhängig von den tragenden Kräften, die in China zur Herr­schaft kamen. Das im Laufe der letzten 80 Sahre stark vernachlässigte Nanking gewann durch die Ver­legung des Regierungssitzes ungemein. Sowohl an Bevölkerung wie auch durch Errichtung von Bau­ten, in deren Stil sich altchinesische Motive mit den Erfordernissen des modernen Zweckbaues vereinen. Strategisch ist Nanking dadurch' wichttg, daß in seinem Norden und Süden ausgedehnte Landseen liegen, die seine Verteidigung erleichtern und um die auch heute heftig gekämpft wird. Ferner mün­den hier zwei wichtige chinesische Nord-Süd-Bahnen.

Die chinesische Regierung beabsichtigt nach T s ch u n g t i n g , einer wichtigen Geschäftsstadt der reichen Binnenprovinz Szetschuan mit mehr als 600 000 Einwohnern, überzusiedeln. Tschung- fing ist für die großen Sangtse-Dampfer nicht mehr erreichbar, deren Fahrt durch Stromschnellen be­hindert wird. Wohl aber kommen noch mittlere Dampfer nach Tschungking, das nicht weniger als rund 2000 Kilometer von der Flußmündung des Sangtfe entfernt liegt, während Nanking, die bis­herige Hauptstadt von der Flußmündung nur etwa doppelt fo weit entfernt ist, wie Hamburg von Cuxhaven. Tschungking ist von einer unmittelbaren Eisenbahnverbindung mit Nord-China abgeschnitten. Die westlichste Nord-Süd-Bahn mündet in der ge­schäftlich und strategisch gleichermaßen wichtigen Millionenstadt Hankou, etwa halbwegs zwischen Nanking und Tschungking gelegen. Hier werden die Chinesen zweifellos erheblichen Widerstand zu lei­sten versuchen, um die letzte Nord-Süd-Linie in der Hand zu behalten; dagegen ist Tschungking durch Eilenbahnen sowohl mit Kanton wie mit der fran­zösischen Kolonie Tonkin verbunden. Verkehrstech­

nische, geographische und politische Momente deu­ten überhaupt darauf, daß das sehr radikale, teil­weise kommunistische Süd-China stärkeren Einfluß auf die chinesische Zentralregierung in Tschungking gewinnen wird.

Meine politische Nachrichten.

Am Sonntagvormittag findet in Berlin im Theater am Horst-Wessel-Platz die Lange- marck-Feier der deutschen Studenten statt. Reichsleiter Dr. Dietrich, der als kriegs­freiwilliger Student selbst vier Jahre an der West­front stand, wird über das geistige Vermächtnis von Langemarck sprechen.

Dem Stellvertreter des Führers Rudolf Heß und Frau Heß wurde am Donnerstag das erste Kind, ein gesunder, kräftiger Knabe, geboren. Mutter und Kind befinden sich wohlauf.

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Sn einigen deutschen Zeitungen sind in letzter Zeit Meldungen erschienen, denen zufolge die bekannte Filmschauspielerin Marlene Dietrich die ame­rikanische Staatsangehörigkeit erworben oder sich durch Unterschreiben von Ausrufen bzw. durch Geld­spenden für Rotspanien erklärt habe. Es ist ein­wandfrei feftgeftellt worden, daß diese Behauptungen in keiner Weise den Tatsachen ent­sprechen.

Nach einer Erklärung, daß dieungarischeRe- g i e r un g schon seit Mitte September offizielle Ver­bindungen mit dem Budapester Vertreter des Generals Franco aufgenommen habe, teilt die Wiener Presse mit, daß die österreichi - sche Bundesregierung mit Garcia Comin, dem Wiener Vertreter Francos, in Fühlungnahme getreten sei, was der de-facto=2lnerfennung Francos gleichkommt.

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Der polnische Ministerpräsident emp­fing den Vorsitzenden des Rates der Deutschen in Polen, Senator Haßbach, zu einer Besprechung über das deutsche Genossenschaftswesen in Pomme­rellen. Gleichzeitig weilte der Leiter der Deutschen Vereinigung, Dr. Kohnert, bei dem Chef der Minderheitenabteilung im Snnenminifterium.

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Vizeadmiral a. D. und ehemaliger Kaiserlich japanischer Minister für Handel und Snöuftrie, Dr. Takuo Godo, ist in Berlin eingetroffen. Ex­zellenz Godo, der als Präsident des japanischen Stahlwerks Showa, als ehemaliger Minister für Handel und Snbuftrie und früherer Eisenbahn­minister eine führende Rolle in der Wirtschaft sei­nes Landes spielt, plant auch anderen Städten Deutschlands einen Besuch abzustatten und alte Be­ziehungen mit Wirtschaftskreisen wieder aufzu­nehmen.

Aus aller Wett.

internationale Jagdausstellung verlängert.

Sn die Berliner Ausstellungshallen am Funkturm strömen seit 14 Tagen unübersehbare Besucher­scharen. DieSnternationale Sagbaus- ste11ung Berlin 1937" hat alle Erfolgs­erwartungen, die in diese einzigartige Schau gesetzt wurden, weit übertroffen. Der Reichsjägermeister Generaloberst Göring hat angeordnet, die Aus­stellung bis zum 28. November zu verlängern. Bis zum Donnerstagabend waren bereits 297 000 Gäste durch die Drehkreuze der Ausstellungshallen ge­gangen. Für sie alle, für die Berliner so gut wie für ihre ausländischen und auswärtigen Gäste, be­deutet die Schau ein einmaliges Erlebnis. Aus fast allen europäischen Staaten laufen täglich neue Ve» sucheranmeldungen ein, die beweisen, daß die Sagd­ausstellung mit ihren rund 100 Sonderschauen jeden Freund der Natur und des Waidwerkes zu fesseln weiß. Führende Männer des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens aller fünf Erdteile zählen zu den interessiertesten Gästen der Ausstellung. Mit Berlin wissen alle Gaue des Rei­ches und das Ausland, daß in dem Ausstellungs­zentrum Europas zur Zeit ein Bild der Jagd und der Natur auf sie wartet, das in dieser Vollständig­keit und Lebendigkeit wahrscheinlich auf Generatio­nen hinaus nicht wieder gestaltet werden kann. Neue Unwetterverheerungen auf den Philippinen«

Die Philippinen-Inseln Mondoro, Panay, C6bu und Leyte sind durch einen neuen Taifun, den zweiten innerhalb einer Woche, heimgefucht worden. Der Sturm, in einer Stärke von mehr als 100 Kilometer in der Stunde, hat schwere Verhee­rungen verursacht. Der Sachschaden auf den Sn- sein, der durch Ueberschwemmungen und Häuser­einstürze entstanden ist, wird bisher auf mehrere Millionen Dollar geschätzt. Die Zahl der Todes­opfer wird nach den vorliegenden Meldungen mit zehn angegeben.

Blindgänger aus dem Weltkrieg tötet fünf Menschen.

Sn Alano di Piave (Oberitalien) ereignete sich in­folge unvorsichtiger Behandlung eines Blindgän­gers aus dem Weltkriege ein schweres Unglück, das fünf Todesopfer forderte. Mehrere Leute hatten eine 10,5-cw-Granate aufgefunden und woll- ten sie auseinandernehmen. Sie bearbeiteten das Geschoß mit Hämmern und Stemmeisen, als es plötzlich explodierte und auf der Stelle fünf Men­schen tötete. Zwei weitere wurden lebensge­fährlich verletzt.

Schwerer Nebel über England.

Heber Süd- und Mittelengland lastete wieder der schwere Nebel, der von Schissern und Fliegern so sehr gefürchtet ist. Sv kreiste das Flugzeug, das den regelmäßigen Verkehrsdienst zwischen Zürich und London versieht, am Donnerstag 20 Minuten lang über dem Londoner Flugplatz Croydon, ohne niedergehen zu können. Schließlich mußte es nach dem Kontinent zurückkehren, wo es auf dem Brüsseler Flughafen landete.

Italienischer Dampfer im Kanal gesunken.

Auf dem italienischen DampferBoccaccio" (3027 Tonnen), der sich auf der Fahrt von Hamburg nach Genua befand, ereignete sich im Kanal eine E x - p l o f i o n. Kurze Zeit daraus ist dieBoccaccio" gesunken. Die Besatzung, mit Ausnahme eines Besatzungsmitgliedes, ist von dem holländischen DampferTajandoen" gerettet worden.

Ein Auto aus dem Neckar geangelt

Einen seltsamen Fang machten einige Heidel­berger Fischer. Nachdem sie mehrfach beim Fischen dicht oberhalb der Friedrichsbrücke auf ein Hindernis unter Wasser gestoßen waren, fanden sie zu ihrem Erstaunen ein Auto im Neckar. Sie holten den Wagen heraus und über­gaben ihn der Polizei. Diese stellte fest, daß das Auto, ein Zweisitzer-Kabriolett, vor einigen Wochen einem Heidelberger Malermeister gestohlen wor­den war.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 19. Nov. (Vvrbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Voräuftrieb: 1796 Rinder (314 Ochsen, 210 Bullen, 954 Kühe, 318 Färsen), 403 Kälber, 30 Hämmel, 33 Schafe, 203 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 27 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 30 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hämmel 44 bis 50, Schafe 32 bis 45, Schweine 50 bis 54. Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zu- geteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Der ganze Westen des Reiches liegt im Bereich der von Südwest zu uns vordringenden Störungen. Die unbeständige Witterung wird bei weiterer Mil­derung anhalten. Mit dem Durchsetzen der Warm­luft zum Boden wird die Neigung zu Nebelbildung nachlassen. x-

Aussichten für Samstag: Wechselnd be­wölkt, einzelne schauerartige Regenfälle, Zages- temperaturen weiter ansteigend, nur noch vereinzel­ter Frühnebel bei aus Südwest drehenden Winden.

Aussichten für Sonntag: Nachlassen der Nlederschlagstätigkeit, jedoch noch nicht ganz be­ständig.

Lufttemperaturen am 18. November: mittags 1,4 Grad Celsius, abends 0,9 Grad; am 19. November: morgens 3,7 Grad. Maximum 1,6 Grad, Minimum heute nacht 0,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. November: abends 1,1 Grad; am 19. November: morgens 1,7 Grad. Niederschläge 2,2 mm.

Haupkichrittleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptfchriftleiters: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Zeil: Ernst Blumichein Anzeigen­leiter Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt dec Anzeigen: Zheodor Kümmel D A X 37: 10 031« Druck und Verlag: Brühlfche UniDerfitätsbrurferel R Lange. K -G , sämtlich in Gießen Monatsbezugs­preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps mehr Einzelverkaufs« preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der

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Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1 September 1937 gültig

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