Ausgabe 
19.11.1937
 
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um 0,8 v. H. abgenommen. Im übrigen hat die Kohlenförderuna fast wieder den Höchststand vom Spätherbst 1929 erreicht. Im Jahresergebnis 1937 wird sie voraussichtlich sogar größer sein als da­mals. Auf Grund der Förderung in den ersten acht Monaten kann man für das ganze laufende Jahr mit einer Steinkohlenförderung von 180 Mil­lionen Tonnen und mit einer Braunkohlenförderung von 178 Millionen Tonnen rechnen. 1929 wurden im Reich einschließlich Saarland 176 Millionen Tonnen Steinkohle und 174 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Dagegen dürfte die K o k s - erzeugung wie auch die Steinkohlen- und Braunkohlenbrtketterzeugung den Um­fang des Jahres 1929 noch nicht erreicht haben. Die Erlöse im Kohlenschäft haben sich ebenfalls weiter erhöht. Die S y n d i k a t s u m l a g e in den drei westdeutschen Steinkohlenbezirken konnte von 4,08 Mark Derkaufsbeteiligung je Tonne im Jahre 1935 auf 3,80 Mark im Jahre 1936 und 3,22 Mark im September 1937 ermäßigt werden. Aber auch die Ausfuhrerlöse für Kohle und insbesondere für Koks haben eine kräftige Erhöhung erfahren.

Der deutsche Ausfuhrhandel hat im Monat Oktober einen neuen Auftrieb erfahren und gegen­über dem Vormonat um rund 50 Millionen Mark auf 544 Millionen Mark zugenommen. Diese Ziffer liegt um volle 25 v. S). über der Oktoberziffer des Jahres 1936, und zwar ist die Ausfuhr nach Amerika um 13, nach Europa um 28 Millionen Mark gestiegen. Die Einfuhr hat sich im Oktober

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nur um 23 Millionen Mark auf 485 Millionen Mark vermehrt. Gestiegen ist die Nahrungsmittel­einfuhr und eine saisonmäßig bedinate Mehrein­fuhr an Fertigwaren, die aber durch den ungefähr gleichgroßen Rückgang der Rohstoff- und Halb­wareneinsuhr ausgeglichen werden konnte. Wir be­zogen aus Europa um 15 Millionen Mark mehr, aus Afrika und Südamerika um 8 Millionen Mark. Die Handelsbilanz im Oktober schließt also mit einem Ausfuhrüberschuß von 59 Mil­lionen Mark gegen 32 Millionen Mark im September 1937. Für die ersten zehn Monate, also Januar bis einschließlich Oktober des Jahres 1937, ergibt sich eine aktive Handelsbilanz von 370 Mil­lionen Mark. Die deutsche Gütererzeugung betrug im dritten Vierteljahr 1937 nach den Rech­nungen des Konjunkturinstituts wertmäßig 18,5 Milliarden Mark gegen 16,75 Milliarden Mark in der gleichen Zeit des Jahres 1936. Mengenmäßig lag die Erzeugung ohne Nahrungs- und Genuß- mittel im September 1937 um rund ein Zehntel höher als im September 1936. Gegenüber dem Jahresdurchschnitt von 1928 beträgt die Zunahme nicht weniger als 25 v. H.

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In den beiden letzten Jahren hat die Eisen­industrie der Welt einen gewaltigen Aufschwung genommen. Der jetzt vorliegende Jahresbericht der Stahlwerks-Verband-AG., Düsseldorf, für 1936 läßt diese Entwicklung noch einmal plastisch vor Augen treten. Danach ließ das Jahr 1936 die Welt- rohstahlerzeugung wieder auf 124 Millionen Tonnen emporschnellen, nachdem im Jahre 1929 seit der Kriegszeit die Höchstzahl mit 122 Millionen Tonnen erreicht war, und im Jahre 1932 ein Tiefstand von 51 Millionen Tonnen verzeichnet wurde. Der Stab- eisengrundpreis hat mit 6 Goldpfund ungefähr das Dreifache des niedrigsten Standes im Jahre 1932 er­reicht. Der Hauptanteil an der Absatzsteigerung ent­fällt aber auf die vermehrte Belieferung des eigenen Marktes. Die Versandzahlen sind hier in stärkerem Maße gestiegen als im Ausfuhrgeschäft. Insgesamt wurden vom Stahlwerksverband und seinen Unter­verbänden im Jahre 1936 10,91 Millionen Tonnen versandt gegen 8,86 Millionen Tonnen im Vorjahre.

Ruhigere Weltbörsen, aber zunehm endeMe- tallbaisse: so lauten die Berichte aus allen Hauptplätzen der Welt. Anstatt einer Erholung an den Metallmärkten hat sich in der letzten Woche eine Preisschwäche durchgesetzt, vor allem auf dem Markt für Kupfer, Blei, Zink und Zinn. Die Vorräte an raffiniertem Kupfer sind auf 344,738* * Tonnen angeschwollen. Auch seitens der Zinnprodu­zenten ist wegen der Schwäche am Zinnmarkt eine neue Zinnrestriktion vorgeschlagen worden. Doch hat sich der Zinnausschuß in der letzten Sitzung auf eine Senkung der Quoten noch nicht einigen können. Erst am 7. Dezember soll eine neue Konferenz prüfen, ob zum 1. Januar 1938 eine Senkung der Quoten von HO auf 85 v. H. vorgenommen werden kann. Daß der Ausgang der letzten Besprechungen für den Preisstand des Zinnmarktes nicht förderlich gewesen ist, liegt auf der Hand. Auch beim Zink hat sich er­wiesen, daß sich insbesondere die amerikanische In­dustrie mehr Zinkvorräte zugelegt hat, als sie in ab­sehbarer Zeit verdauen kann.

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Präsident Roosevelt hat eine außerordentliche Tagung des amerikanischen Parlaments am 15. No­vember durch Verlesung einer Botschaft eröffnen lassen, die sich vor allem mit der Ausweitung der Produktion beschäftigt und die amerika­nischen Wirtschaftskräfte zusammenfassen mochte. Es ist bemerkenswert, daß der Präsident jetzt plötz­lich entdeckt, Deflations- und Inflationserfolge schädigten die nationale Wohlfahrt, während Roose­velt gerade in feiner ersten Amtstätigkeit vom Gold­dollar auf den Papierdollar sprang, ohne dazu ge­zwungen worden zu sein. Und daß seine Politik, allein von der monetären Seite aus, durch Preis- vnd Lohnerhöhungen die Konjunktur zu beeinflussen schließlich erfolglos blieb und zu dem Rückschlag in den letzten Monaten führte, ist eine Erkenntnis, die Roosevelt nun benutzt, um neue Pläne zu schmieden. Die Börsenkrachs im Oktober, der aber­malige Rückgang der Eisen- und Stahlindustrie um nicht weniger als 10 Punkte, so daß die amerika­nische Eisen- und Stahlindustrie tatsächlich nur mit 36,4 v. H. ihrer Kapazität in der letzten Woche be­schäftigt war, sind ernste Zeichen gewesen, die sich Zudem beliebig durch Anführung des Preiszu- fammenbruchs auf den Rohstoffmarkten und durch Rekordernten der Baumwollplantagen vermehren ließen. In seiner Kongreßbotschaft erklärt der Prä­sident, der Staat müsse einspringen, wenn das Privateigentum versage. Damit hat er Recht, aber er tut nichts, um außer einer Polemik gegen den Hochkapitalismus positive Vorschläge zu machen. Er weist allgemein auf die Notwendigkeit einer landwirtschaftlichen Erzeugung^- und Absatz­gesetzgebung hin, schlägt entsprechend der Derlei-

Englisch-amerikanische Verhandlungen über neuen Handelsverlrag.

Washington, 18. Nov. (DNB.) Außen­minister Hüll gab dieAbsicht, mit England Verhandlungen über ein en Handels- p alt zu beginnen", bekannt. Obwohl das Außen­amt nach dem Ermächtigungsgesetz nur verpflichtet ist, den tatsächlichen Beginn solcher Verhandlungen anzukündigen, hat es seit einiger Zeit eine Dor - frist eingefügt, um der amerikanischen Industrie genügend Gelegenheit zu geben, ihre Wünsche zu äußern und zu begründen. Diese Bekanntgabe ist nun erfolgt. Außenminister Hüll erklärte, das Problem, ob das Ottawaer Abkommen den Ein­tritt Amerikas in das System der Vor­zugszölle innerhalb des britischen Empires gestatte, sei befriedigend gelöst. Wenn die amerikanischen Interessenten innerhalb der nächsten vier Wochen ihre Wünsche angemeldet hät­ten, könne man daran gehen, mit England über Herabsetzung ober Bindung einzelner Zollpositionen zu verhandeln. Außer mit Kanada bestehe mit keinem anderen Dominion zur Zeit ein Handelspakt, es sei auch keiner in Aussicht ge­nommen.

Englische Erwartungen.

London, 19. Nov. (DNB. Funkspruch.) In allen Londoner Morgenblättern ist die Mitteilung, daß englisch-amerikanische Handelsvertragsverhand­lungen bevorstehen, die große Meldung des Tages. Die Blätter erwarten, daß mit dem Abschluß der Verhandlungen in der ersten Hälfte des Jahres

1938 zu rechnen ist. Die Blätter betonen die Aus­wirkung, die ein solcher Handelsvertrag nicht nur für die Weltwirtschaft, sondern auch im weiteren Sinne für die politische Lage haben könnte.Daily Telegraph" schreibt, in politischen Kreisen messe man dem Wert einer festen politi­schen amerikanischen Zusammenarbeit mehr Bedeu­tung bei, als den erwarteten Handelsvorteilen. Der marxistischeDaily Herald" rührt eifrig die Trommel und spricht davon, daß das Handelsab­kommen eine Demonstration dafür sein könne, daßbie Demokratien ber Welt noch einer erfolgreichen Zusammenarbeit fähig seien unb sich ber Banbe bewußt seien, bie sie ver­knüpfen." Die liberaleNews Chronicle" haut in bie gleiche Kerbe.

DieDaily Mail" schreibt inbessen, in gewissen Kreisen gebe man ber Aussicht auf eine neue unb wertvolle Verstänbigung zwischen den beiden gro­ßen angelsächsischen Nationen eine politische Be­deutung, nämlich die, daß die beiden Hauptdemo- kratien'der Welt sich zusammentäten gegen den nicht- demokratischen Teil. Keine Ansicht über das beab­sichtigte Abkommen könne abwegiger sein, als diese. Dieses Abkommen sei nicht bestimmt, neue Grenzlinien in der Welt zu ziehen, sondern um die Worte des belgischen Königs zu gebrauchen, dazu berufen, eine bessereÖrd- nung im Wirtschaftsleben herbeizufüh­ren, die für bie ganze Menschheit von Interesse sei.

umZtal,ensw»r<schafilicheLlnabhängigkeit

Eine Textilausstellung zeigt die ersten großen Erfolge.

Zur erstenKunbgebung für Freiheit derJn- b u ft r t e am zweiten Jahrestage bes Beginns bes Genfer Sanktionskrieges kamen in Roms größtem Dersammlungssaal 5000 Personen zusammen, füh­rende Persönlichkeiten von Partei, Staat unb Stabt, sowie Aborbnungen aus ganz Italien. Weiter 2 0 0 beutsche Arbeiter unb eine Aborbnuna ber Reichsgruppe Jnbustrie. Die nationalsozialistischen Gäste würben aufs herzlichste begrüßt. Ein gemein­samer Gang zum Grabmal bes Unbekannten Sol- baten schloß sich an. Der Duce grüßte in ber Uni­form bes Generalkommandanten der Miliz vom Balkon des Palazzo Venezia herab, als ihm zu Ehren der Musikzug der deutschen Arbeiter bie Gio- vinezza erklingen ließ. Eine Aborbnung ber italie­nischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, an der Spitze Graf V o l p i und Abgeordneter Gianetti, Übergaben dem Duce die Entschließung der Ver­sammlung: Eine Hervorhebung der großen Erfolge des faschistischen Regimes auf dem Gebiet der wirt­schaftlichen Unabhängigkeit Italiens mit einem Treuegelöbnis zum Duce des Faschismus unb Orünber bes Imperiums. Mussolini forberte in einer kurzen Ansprache sämtliche Zweige der Erzeugung und des Verbrauchs auf, alles zur wirt­schaftlichen U n a b h ä n g i g m a ch u n g zu t u n und innerlich davon stets erfüllt zu sein. Wie am zweiten Jahrestag des Wirtschaftskrieges gegen Italien die Textilaus st ellung, so werde am dritten Jahrestag eine Bergwerksausstel- lung zum Zeichen der faschistischen Leistungen auf dem Gebiete der wirtschaftlichen Freiheit eröffnet werden.

Die italienische Texttlausstellung zeigt

die in den letzten zwei Jahren erzlelten großen Er­folge auf dem Gebiete der Herstellung des italie­nischen Kunstfaserstoffes. Bei der Eröffnung setzte der Duce mit einem elektrischen Knopf sämtliche Maschinenanlagen der Ausstellung in Gang und unternahm bann in Begleitung ber Mitglieder des Großen Faschistischen Rates, des Parteidirektori­ums, der Regierung und des Obersten Rates für Wirtschaftsautarkie einen Rundgang durch die in 15 große Abschnitte eingeteilte Ausstellung. Mit den Vertretern der italienischen Industrie und der In­dustriearbeiter beteiligten sich an dieser ersten Be­sichtigung auch deutsche Betriebsführer und Gefolgschaftsvertreter. Die Ausstel­lung erfreut sich besonders auch wegen ihrer Voll­ständigkeit und klaren Uebersichtlichkeit allgemeiner Anerkennung bei den Besuchern.

Libyen wirdwieder eine Provinz Voms.

Rom, 18. Nov. (DNB.) In TripoUs wies bei der Eröffnung des neuen Gerichtshofes in Gegen­wart des Generalgouverneurs von Libyen, Mar­schall Balbo, der Präsident des Appellationsgerichts­hofes auf die neuen Aufgaben Libyens für die mi­litärische Machtstellung Italiens hin. Mit diesen Ausgaben sei Libyen aus einemterritorialen kolo­nialen Organismus" zu einemintegrieren­den Bestandteil des Vaterlandes" ge­worden. Die Rechtsordnung in Libyen werde im­mer mehr derjenigen des Königreiches angenähert. Libyen werde damit wieder die Verfassung einerProvinz erhalten, wie bas i m a n t i k e n Rom der Fall war.

Die Kommunisten verhindern eine vernünstige Außenpolitik Frankreichs Scharfe Kritik in der französischen Kammer.

Paris, 18. Nov. (DNB.) In der Kammer warf der rechtsstehende ehemalige Pariser Polizeipräfekt C h i a p p e mit scharfen Worten der Regierung Untätigkeit gegenüber dem wiedererwachenden Ter­rorismus vor und betonte, seit den Werksbe­setzungen im Juni 1936 habe sich eine Reihe be­unruhigender Ereignisse zugetragen, die erkennen ließen, in welchem Ausmaß das soziale Gleich- aewicht Frankreichs gestört sei. Man habe die Urheber der einzelnen Anschläge nicht er­mitteln können. Man wisse nicht, ob es Fran­zosen ober Auslänber gewesen seien. Man wisse aber, baß biese Anschläge das Werkeines ausländischen Terrorismus gewesen seien. Warum sei nichts geschehen, um den aus­ländischen Terrorismus zu unterdrücken? Habe die Regierung Bedenken wegen ihrer Bünd­nisse? Unter großem Radau der äußersten Linken fuhr der ehemalige Polizeipräfekt fort:

Die ernsteste Gefahr für das öffentliche Dohl sind die Kommunisten, die sich heute hinter der Trikolore ver- stecken. Eine Zuflucht für diejenigen, die im Dienste der 3. Internationale stehen und die dem Zugriff der Regierung ent­gehen, bilden die 72 kommunistischen Ab­geordneten, da sie durch die parlamenta­rische Immunität geschützt sind."

Abgeordneter Marcel Hsraub (rechte Seite) betonte, Frankreich müsse in der Welt zur Ver­nunft mahnen; deshalb brauche es aber eine b e - stimmte politische Linie, die es zur Zeit nicht besitze. Die Minister seien untereinander nicht einig. Die Regierung konnte eine Annäherung

an Deutschland vornehmen, sie konnte das italienische Weltreich und die Regierung des Generals Franco anerkennen. Zu alle­dem sei es schon reichlich spät, und im übrigen würden die Freunde der Volksfrontregierung auf der äußersten Linken auch jetzt danach trachten, eine derartige Politik zu verhindern. In ber Kammer säßen 72 kommunistische Abge- orbnete, die sich nur von Rücksichten auf Sowjetrußland leiten ließen. Die franzö­sische Regierung könne ihre Pflicht nicht erfüllen, solange sie sich auf Elemente stütze, die zwischen ihrer Lehre und ihrem Vaterlande nicht wählen könnten.

Der Abgeordnete M a r g a i n e erinnerte an die Umstände, die in Deutschland den National­sozialismus zur Regierung gebracht hätten. Die Regierung Adolf Hitlers stehe in Deutschland fest unb werbe nicht mehr verschwinben.

Der Vorsitzende der rabikalsozialen Kammergruppe E l b e l erklärte, die Ausgabe des französischen Außenministeriums werbe von Tag zu Tag schwie­riger. Man müsse versuchen, aus dieser Lage her- auszukommen. Der Abrüstungsgedanke läse heute nur noch mitleidiges Lächeln aus. Würde der Block der Demokratten wirklich die Rettung des Friedens bedeuten? Er habe den Eindruck, daß man veraltete Losungen suche. Die Welt sei enger geworden. Die Zurückerstattung aller K o l o - n i e n an Deutschland würde das Problem nicht losen. Wenn man aber zu einer Verständigung kommen unb ben Krieg ausschalten könnte, was würbe Deutschlanb bann mit seinen Arbeitern machen? Die Lösung gebe nur eine Erschlie­ßung ber Roh st off e.

lung der amerikanischen Rohstoffe bie Einteilung ber Union in sieden große Gebiete vor unb will einige Steuerermäßigungen, bie ben kleinen Ge­schäftsmann entlasten sollen. Aber er roenbet sich gegen weitergehenbe Vorschläge, ba ihre Erfüllung ben amerikanischen Staatshaushalt in Ge- fahr bringen könnte. Das ist ber entfcheibenbe Punkt, benn wie ber Präsident den riesenhaften Fehlbetrag des Staatshaushaltes ausgleichen will, ist unerfindlich. Vorläufig hat das Parlament de- schlossen, von der Steuer auf unverteilte Gewinne, die von ber amerikanischen Geschäftswelt als be­sonders drückend empfunden wird, die Gesellschaften auszunehmen, die eine Reineinnahme von 5000 Dollar ober weniger haben. Ferner können die Ge­schäftsverluste eines Jahres auf das folgenbe Ge­schäftsjahr in Anrechnung gebracht werben. Prä- sibent unb Kongreß laborieren also mit unvoll­

kommenen Maßnahmen ohne Hoffnung, bamit dem Konjunkturrückgang begegnen zu können.

König Leopold besichtigt englische Truppen.

London, 18. Nov. (DNB.) König Leopold hat sich nach Colchester begeben Er besichtigte dort bas 5. Royal Jnniskilling Dragoner Garbe- regiment, besten Ehrenkommandeur er ist. In einer Ansprache an das Regiment hob der König hervor, kein Zeichen ber Freundschaft hätte ihm mehr Freude bereiten können als diese Erneuerung ber -öanbe, bie bas Regiment mit feiner Familie Der- bmbe. Wahrend des Weltkrieges habe das Regi- ment zu den ersten britischen Truppen gehört, die den Belgiern zu Hilfe gekommen seien. Im Anschluß an die Truppenbesichtigung nahm der König mit

den Offizieren des Regiments ein Frühstück ein. Wie verlautet, wird König Leopold London morgen vor­mittag wieder verlassen und sich nach Belgien zu­rückbegeben.

Oie Gaukutturwoche.

Veranstaltungen am Samstag.

Mainz. 16 Uhr, im Festsaal der Kreisleitung

der NSDAP., Schillerstrahe der Partei. Einführung

11: K des

ulturtagung Gaukulturwartes.

Ls sprechen Gaupropagandaleiter Gaukulturwart L o n r a d.

Stöhr

und

Wiesbaden. 20 Uhr, im Kurhaus: Zeit genöffifche Musik. Sonderkonzert des städk. Kurorchesters Wiesbaden unter Leitung von Gene­ralmusikdirektor S ch u r i ch t. ,

Worms. 20 Uhr, im Städtischen Spiel- und Festhaus: Volkslied, Kunstlied und lustiger Gesang. Einr festliche Veranstaltung der Kreis­leitung Worms der NSDAP. und des Kulturringes Worms der NS.-GemeinfchaftKraft durch Freude".

Mainz. 19 Uhr, im Stadttheater: Bunt iff bie Welt der Bühne. Line fröhliche Veran­staltung der NS.-GemeinfchaftKraft durch Freude", Gau Hesfen-Nassau. Es wirken mit Musiker und Solisten aus Orchestern und Bühnen des Gaues Hessen-Nassau.

Veranstaltungen am Sonntag.

Gießen. 11.30 Uhr, im Stadtthealer: Feiere stunde der Wehrmacht. Ernste Musik, Sol­datenchöre und Lesung von Kriegsbriefen gefallener Soldaten, veranstaltet vom Standort Gießen der Wehrmacht.

Darmstadt. 20 Uhr, im Städtischen Saalbau: Das deutsche Gebet", hymnische Dichtung von Herbert Böhme. Line Feierstunde der Hitler- Jugend.

Großartiger Besuch

der Gau Kulturausstellung.

NSG. Die Gaukulturaus st ellung Hes­sen-Nassau erlebte am Mittwoch, dem 17. No­vember, einen Müssendesuch, der sogar zu einer zeitweiligen Schließung des Senderaumes auf der Ausstellung führte. Die Sonderzüge, die aus allen Teilen des Gaues einliefen, waren bis auf den letzten Platz befehl.

Oie Landestagung

der Veichsschristtumskammer.

In ber Reihe ber während ber ©autultur- woche ftattfinbenben Veranstaltungen begegnete bie ßanbestagung ber Reichsschrift­tumskammer in Frankfurt befonberem Inter, esse. Da bie angefünbigten Rebner bes Abends, Professor Wenz (Berlin) unb Referent Metzner (Berlin) am Erscheinen verhinbert waren, machte ber Geschäftsführer ber Lanbesleitung ber Reichs- schrifttumskammer, Dr. Müller (Frankfurt) in« tereffante Ausführungen zu dem Thema:Auf­gaben unb Leistungen ber Kammer gegenüber ihren Mitgliebern".

Der kommissarische Landesleiter Dr. Wilhelm Meridies begrüßte bie Erschienenen unb gab einen Rückblick über bie Erfolge ber Buchwoche und die aus Anlaß der Gaukulturwoche ftattfinbenben Ausstellungen bes beutschen Schrifttums in Darm« stabt unb Frankfurt.

Dann sprach ber Geschäftsführer der Landes« leitung. Bis 1933 habe es keine Einheit unter ben Schriftstellern gegeben. Die Bildung eines Berufs­standes war daher nicht möglich. Das sei jetzt an« bers geworden, aber das Werden des Berufsstandes setzte ein Ausgerichtetseixi voraus. Jetzt ist der erste Schritt zu einer einheitlichen Ausrichtung getan unb damit sind auch schon bedeutende Erfolge erzielt worden, so auf dem Gebiete des Normaloertrages, der Literaturkrittk, des Rechtsschutzes. Besonders der Rechtsschutz mache mit einem in der Systemzeit herrschenden liebel Schluß, nämlich mit den vielen und langwierigen Auseinandersetzungen mit den Verlegern. Da Autoren und Verleger heute beide in ber Schrifttumskammer vertreten seien, sei die Lösung von Differenzen bedeutend erleichtert. Eine andere wichtige Aufgabe sei die wirtschaftliche Bes­serstellung des Einzelnen durch den der Kammer angeschlossenen Deutschen Verein, der sich die Ver­wertung ber literarischen Arbeiten zur Aufgabe ge­stellt habe. Weiter sei man babei, eine Versiche­rung für bie Zeit bes Alters zu schaffen, eine Ein­richtung, bie ber Schriftsteller bisher noch nicht ge­kannt habe. Schließlich ermahnte ber Sprecher die Mitglieder der Schrifttumskammer an allen diesen Arbeiten mitzuwirken, damit das Ziel erreicht werde. Abschließend betonte Dr. Müller, daß die Idee der neuen Zeit in den Werken klingen müsse, dann würden sich auch die Leser finden.

Tschechisches Auftrittsverbot für Professor Vaabe.

Prag, 18.Nov. (DNB.) Wie das Tageblatt der Sudetendeutschen Partei,Die Z e i t", berichtet, sollte am 20. November die Tanzschule Klamtn aus Berlin im Rahmen des Karlsbader Vvlksbil- bungsoereins ein Gastspiel geben. Wie in Ko- motau wurde auch in Karlsbad der Schule keine Au f tritts b e willigung erteilt. Der Tanz­schule wurde das weitere Auftreten in der Tschecho­slowakei überhaupt verboten, so daß die ge­plante Gastspielreise ausfällt.Die Tanzschule Klamm", so schließt das Blatt,hat ihre Gastspiele in den größten Städten Europas mit größtem Er­folg gegeben und ist vollkommen unpoli- tUd)"

Die gleiche Zeitung berichtet aus Karlsbad:Ein weiteres Verbot, das noch unverständlicher ist, wurde heute bekannt. Die O r t s k u l t u r käm­me r d e s Bundes der Deutschen wollte am 5. Dezember gemeinsam mit dem Karlsbader Volks, bilbungsoerein ein Konzert veranstalten und hatte dazu den Präsidenten der Reichsmusikkammer, Pro­fessor Raabe (Berlin) und Hans Grohmann (Breslau) gewonnen. Heute traf nun das Auf­trittsverbot für den Dirigenten bes Konzerts Professor Peter Raabe ein. Dieses Auftrittsverbot eines international anerkannten Künstlers bedeutet eine weitere Einschränkung um die kul­turellen Belange des Sudetendeutsch' tu ms unb hat in ber Bevölkerung große Er­reg u ng hervorgerufen."