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Wirtschaft

DeoHenmarft Berlin $ranfturt a M

0,722 5,694

62,32 48,95 11,26 63,93 57,14 16,98

8,651

2,489

0,724 5,706 62,49 49,05 11,29 64,11 57,26 17,02 8,669

2,493

Jugoslawien £81o .....

Wien.......

Lissabon.... Stockholm .. Schweiz.... Spanien.... Prag.......

Budapest ... Neuyork....

1150 23,50 mehl W19 R15

preise ab Mühlenstation. Soyaschrot, Palm­kuchen, Erdnußkuchen, Treber 14,00 Höchst­preis ab Erzeugerstation. Trockenschnitzel, Heu alte Ernte 5,50, neue Ernte 4,60 bis 4,80, Heu drahtgepreßt alte Ernte 5,90, Weizen- und Rog­genstroh drahtgepreßt oder gebündelt. Tendenz: ruhig.

R 12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfutter- 13,60. WeizenNeie W13 10,75, W16 10,90, 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9 95, 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfcst-

0,724 5,706 62,44 49,05 11,28 64,05 57,26

17,02 8,669

2,493

Buenos Aires . Brüssel.......

Mo de Janeiro Solen........

Kopenhagen... Danzig.......

London ......

Helsingfor».... Paris........

Holland......

Italien.......

preise für a) Sorten mittelspäter bis später Reife­zeit für anerkannte Saatware 2,70 bis 3,30 RM., für Hochzucht 3,90 bis 4,50 RM., b) für Sorten früher und mittelfrüher Reifezeit anerkannter Saat­ware 3,30 bis 3,90 RM. und Hochzucht 4,70 bis 5,30 RM., c) für gelbfleischige Sorten frühester Reifezeit sowie Delikateß-Kartoffeln anerkannter Saatware 4,60 bis 5,20 RM. und Hochzucht 6,30 bis 6,90 RM.

Für Lieferungen nach dem 1. Januar 1938 gel­ten für die bisher genannten Sortengruppen a) 3,20 bis 3,80 RM. (Saatware) und 4,50 bis 5,00 RM. (Hochzucht), für b) 3,90 bis 4,50 RM. bzw. 5,30 bis 5,90 RM. und für c) 5,30 bis 5,90 RM. bzw. 7,00 bis 7,60 RM. Für Erstling und Früh- mölle dürfen zu den in c) festgesetzten Erzeuger- Höchstpreisen Zuschläge bis zu 0,50 RM. erhoben werden.

Weiterhin wirb festgesetzt, was dem Verbraucher an Frachtkosten, an Sackkosten berechnet werden kann, ebenso die Verteilerspanne. Die Anordnung erfaßt alle Verkäufe aus der Ernte 1937 für das Anbaufahr 1938.

Rhein-Mainische Börse.

Mittagsbörse uneinheitlich.

Frankfurt a. M, 18. Aug. Da sich der Auf­tragseingang in sehr engen Grenzen hielt und auch die Kulisse nur wenig Unternehmungslust an den Tag legte, bewegte sich das Geschäft allgemein in kleinem Rahmen.

Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung bei freundlicher Grundtendenz unregelmäßig. Zu

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H.. Lombardzinsfuß 5 o. H

0,722 5,694 62,37 48,95

11,27

63,99 57,14

16,98 8,651

2,489 I

lein, das sechs reizvolle Erzählungen umfaßt. Sie enthalten alle jenes überraschende Moment, das Haul Heyse von der guten Novelle forderte.

Lilly Grckfin Rantzau: Kamerad Frau. Roman. Brosch. 3 Mark; Ganzleinen 4 Mk. Verlag Ullstein, Berlin. (134.) Die Verfasserin schreibt über ihren Roman: Kamerad Frau" habe ich in der Erinnerung an meine Schwesternzeit ye- scyrieben. Der äußere Anlaß war ein Erlebnis tm Film. Es fiel mir auf, daß die Schwestern darin so sehr verniedlicht waren, daß sie mit hohen Hacken und gebrannten Löckchen gespielt wurden, daß sie mehr Staffage schienen als ernst und hinaebungs- voll arbeitende Menschen. Dieses ganz falsche Bild wollte ich beseitigen. Der Beruf der Schwester und vor allem der Kriegsschwester ist ein Dienst von der Pike auf. Nur Frauen und Mädchen, die ihre körperlichen und seelischen Kräfte bedingungs­los einsetzen, können ihn erfüllen. Ein Teil meines Romans hat Gremsmühlen in Holstein zum Schau­platz. Mit Schleswig-Holstein bin ich in Gefühl und Gedanken aufs engste verbunden. In Schles­wig habe ich meine Kindheit verlebt. Ein holsteini­sches Adelsgeschlecht sind die Rantzaus, die Familie meines Mannes. Weil die Verfasserin selbst Krankenschwester war, kann sie dem Leser Beruf, Gedankenwelt und Gefühlsleben der Schwester, die uns hier als Kriegsschwester Magna entgegentritt, nahebringen. Der Roman schildert nicht nur Pflicht­erfüllung und Opferwilligkeit, er verweilt auch oft und gern in Scherz und Daseinsfreude auf der heiteren Seite des Lebens.

Wilhelm Fredemann: Der einsame Weg. Roman. 186 Seiten. Ernte-Verlag, Potsdam 1937. (143) Der Held des Romans, Franz Holtgrawe, stammt von einem niedersächsischen Bauernhof, auf dem seine Vorfahren durch viele Generationen gesessen haben. Durch den Tod seines Bruders wird er vorzeitig aus dem Studium ge­rissen und vor die Frage gestellt, ob er den bis­herigen Weg weitergehen oder den Hof erhalten will. Die Entscheidung beeinflußt sein ganzes weite­res Leben: der Hof läßt ihm keine Wahl; sein Leben ist fortan Gesetzen unterstellt, denen er nicht ent­fliehen kann. Die Geschichte dieses Ledens, so ein­fach erzählt, wie sie sich zugetragen hat, ist ge-

Der deutsche Außenhandel im Juli.

Fwd. Die Einfuhr betrug im Juli rund 500 Millionen Mark. Gegenüber dem Vormonat (505 Millionen Mark) ist sie damit leicht gesunken. Die­ser Rückgang beruht ausschließlick auf einer Ver­minderung der Einfuhrmengen, da sich der Ein­fuhrdurchschnittswert im ganzen kaum verändert hat. Gegenüber dem Juli 1936 war die Einfuhr um 154 Millionen Mark erhöht. Von den beiden Hauptwarengruppen war lediglich die Ernährungs­wirtschaft an dem leichten Rückgang der Einfuhr von Juni zu Juli beteiligt. Im Bereich der ge­werblichen Wirtschaft war die Einfuhr mit 304 Millionen Mark gegenüber dem Vormonat kaum verändert. Aus den europäischen Ländern ist die Einfuhr von Juni zu Juli im ganzen genommen gestiegen (+ 8 Millionen Mark). Die überseeischen Lieferungen haben im ganzen den Dormonatsbe- stand um 11 Millionen Mark unterschritten.

Im Gegensatz zur Einfuhr ist die Ausfuhr im Juli beträchtlich gestiegen. Mit einem Betrag von 530 Millionen Mark lag sie um rund 10 v. H. über dem Vormonatsergebnis. Nach der Saison­tendenz konnte zwar mit einer Steigerung der Ausfuhr im Juli gerechnet werden, da in diesem Monat regelmäßig der jahreszeitliche Herbstauf­trieb in der Ausfuhr einzusetzen pflegt, jedoch wurde eine Steigerung von 10 o. H. in den Vorjahren nur selten erreicht. Im Vergleich zum Juli 1936 ergibt sich eine Erhöhung der Gesamtausfuhr um 135 Millionen Mark. An der Steigerung der Aus­fuhr von Juni zu Juli waren fast ausschließlich Fertigwaren beteiligt. Insgesamt hat der Fertig­warenabsatz sich um 46 Millionen Mark erhöht. Hiervon entfallen 18 Millionen Mark auf Vor­erzeugnisse und 28 Millionen Mark auf Enderzeug- niffe. Nach den europäischen Ländern hat sich die Ausfuhr von Juni zu Juli insgesamt um 23 Mil­lionen Mark, nach Uebersee um 25 Millionen Mark erhöht.

Die Handelsbilanz schließt im Juli mit einem Ausfuhrüberschuß von 30 Millionen Mark ab. Die im Juni zu verzeichnende Passivität (23 Millionen Mark) ist damit wieder durch eine Akti­vität abgelöst worden. Für die ersten sieben Mo­nate des laufenden Kalenderjahres ergibt sich ein Ausfuhrüberschuß von 219 Millionen Mark gegen­über 180 Millionen Mark in der gleichen Zeit des Vorjahres.

Der Schafbestand Anfang Juni-1937-

Fwd. Anfang Juni 1937 wurden, wie das Sta­tistische Reichsamt im neuen Heft vonWirtschaft und Statistik" mitteilt, insgesamt 5,4 Millionen Schafe im Deutschen Reich festgestellt, das sind 7,4 v. H. mehr als zu der gleichen Zeit des Vor­jahres. Vom Gesamtschafbestand waren 39,4 v. H. Jungschafe und von diesen über die Hälfte weibliche Tiere. Mutterschafe und Zibben machten 51 v. H., Schafböcke und Hämmel 9,6 v. H. des Gesamtbe­standes aus.

Am stärksten hat die Zahl der Schafe gegenüber der Junizählung des Vorjahres in der Provinz Sachten (um 59 000 Tiere) und in Bayern (um 58 000 Tiere) zugenommen. Weitere erhebliche Mehrbestände weisen Hessen-Nassau, die Rheinprovinz und Schleswig-Holstein auf. Die Zahl der Schafhaltungen beträgt 16 000, 6,4 v. H. mehr als zur gleichen Zeit 1936.

Schweinemarkt in Gießen.

Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen waren 108 Ferkel aufgetrieben. Für 5 bis 6 Wochen alte Tiere wurden 11 bis 14 Mark, für 6 bis 8 Wochen alte 14 bis 17 Mark, für 8 bis 10 Wochen alte Ferkel 17 bis 20 Mark und für 10 bis 12 Wochen alte Tiere 20 bis 24 Mark bezahlt. Der Marktverlauf war ruhig; es verblieb Heber» stand.

Die preise für anerkanntes Saatgut vonpflanzkartoffelnausderlkrnte^yZ?

Fwd. Der Anordnung vom 17. August über die Preise für anerkanntes Saatgut von Pflanzkartof­feln, und zwar für Hochzucht und anerkannte Saat­ware, die nach dem Anbaugebiet und nach Sorten­gruppen sich richten, entnehmen wir die Preise, die für die Bezirke der Landesbauernschaften Hes­sen-Nassau, Kurhessen und Thüringen wie folgt festgesetzt sind:

Für Lieferungen bis zum 31. Dezember 1937 gel­ten je 50 Kilogramm frei Vollbahnstation des Er­zeugers als Erzeugermindest- und Erzeuger-Höchst­

schrieben als ein zum Nachdenken anregtnbes Bei­spiel für viele.

Pas: Zwei Deutsche im Urwald. Ein Buch ungebrochener Lebenskraft. 274 Seiten. Ernte-Verlag, Potsdam 1937. (144) Zwei junge Deutsche wandern in der Nachkriegszeit nach Argentinien aus, durchqueren das riesige Land zu Fuß, ohne seßhaft zu werden und ohne das große Glück zu finden, von dem sie geträumt haben. Auch in Brasilien versuchen sie sich ohne rechten Erfolg in mancherlei Berufen, geraten am Ende in die Wirren der Revolution, kämpfen mit den Regie- rungstruppen gegen die Roten und werden dafür mit einem Stück Land belohnt: sie werden Bauern und Siedler in einer neuen Kolonie am Rande des Urwaldes. Don all diesen Erlebnissen, Erfolgen, Mißerfolgen, Hoffnungen, Enttäuschungen und Abenteuern berichtet das Buch spannend und wahr­heitsgetreu.

Georg Basner: De r Ritter. Ein Spiel vom starken Leben. Theaterverlag Langen- Müller, Berlin SW. 11. (130.) Dürers Kupfer- stichRitter, Tod und Teufel", wohl jedem von uns deutlich vor Augen wie kaum ein anderer deutscher Kupferstich, hat Basner zu seinem Spiel angeregt. In vier Abenteuern läßt der Dichter den tapferen jungen Deutschen feinen Lebenskampf gleichnishaft durchfechten. Diese Bilder umrahmt Basner mit Liedern der Gemeinschaft und schließt sie so zu einem Ganzen zusammen. Die Sprache ist knapp, frei von überflüssigem Wortgetön und daher überzeugend.

Annemarie Lange n-Ko fsler: Som­me r w o l k e. Roman. Folgebändchen der Reihe Aus neuer Saat". 152 Seiten. Brosch. 1,60 Mark, Halbleinen 2,50 Mark. Brunnen-Verlag Willi Bi­schoff, Berlin. (159) Eine Wolke zieht über den leuchtenden Sommerhimmel und wirft ihre Schatten auf das blühende Land, löst sich auf, und es ist, als ob sie niemals gewesen sei. Einer Frau gelingt es, ihre bedrohte Ehe zu retten. Wie das ge­schieht, ist auf dem bunten Hintergrund eines be­wegten Sommers aufgezeichnet. Das ist unterhaltend und manchmal auch erheiternd zu lesen; die rechte Lektüre für Ferien und Sommerfrische.

und Tod" enthält. Auch die übrigen Beiträge,Die Insel-Bücherei und der Bücherfreund" von Anne­marie Meiner,Aus der Werkstatt der farbigen Insel-Bände" von Richard Jütte, undDie Insel- Bücherei für die Jugend" von Severin Rüttgers, huldigen aufs schönste dieser Vierteljahrhundertfeier, zu der viele aus dankbarem Herzen den Verlag be­glückwünschen werden. Hans Thyriot.

Trübners Deutsches Wörterbuch. Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wortforschung herausgegeben von Alfred Götze. Vierte Lieferung: G bis Geier. Preis 1 Mark. Verlag Walter de ©runter & Co., Berlin und Leip­zig 1937. (214) Wir konnten bisher drei Lie­ferungen des von dem Gießener Germanisten Alfred Götze herausgegebenen Trübnerschen Wörterbuches an dieser Stelle anzeigen; nun liegt die vierte vor, die einen schwierigen und umfangreichen Abschnitt der Abc-Folge in Angriff nimmt. Als Bearbeiter teilten sich diesmal Eduard Brodführer, Walther Geb­hardt in Darmstadt, Max Gottschall, Willy Krog- mann, Alfred Schirmer, Wolfgang Stammler und Ernst Weißbrodt in den Stoff. Unter den Wortge­schichten der vierten Lieferung seien hervorgehoben die Artikel Gabel, galant, Galgen, Galopp (beson­ders ergiebig; die Belege reichen von Wolfram von Eschenbach bis zu Börries von Münchhausen), Gang, ganz, gar, Garaus, Gardinenpredigt, garstig, Gassen­hauer, Gauch, Gauner, gegen, gehen und geheuer. Was schon bei der Ankündigung der ftüher erschie­nenen Lieferungen bemerkt wurde, gilt auch für die vorliegende und der Gesamtanlage entsprechend für das ganze Werk: es dient nicht nur dem Nachschlagen von Fall zu Fall, sondern kann und soll mit Nutzen und Genuß gelesen werden von jedermann, dem seine Muttersprache und ihre gxoße und reiche Geschichte am Herzen liegt. Es ist eine Fülle daraus zu lernen, und schon wer ein paar Bogen flüchtig durchblättert, wird mit stiller Be­wunderung den Bienenfleiß und die Belesenheit, die Sachkenntnis und Werktreue der Bearbeiter er­kennen. Hans Thyriot.

Rolf Brandt: Dreiunddreißig Jahre Weltgeschichte. 1900 bis 1933. Ein Geschichtsabriß. Broschiert 3,40 Mark, Leinen 4,80 Mark. BrunnenVerlag, Willi Bischoff, Berlin. (155) Das neue Geschichtswerk von Rolf Brandt ist ein Gegenstück zu dem BuchDer Weg durch die Hölle". Brandt stellt die Weltgeschichte seit der Jahrhundertwende bis zum Jahre 1933, da der Führer die Macht gewann, in menschlich einfacher und klarer Weise dar. Es ist die Geschichte, die eine Generation erlebt hat, die nun fünfzig Jahre alt wurde. Es wird dargestellt, wie die Vorbereitungen der anderen zum Weltkrieg bereits um die Jahr­hundertwende einsetzten. Die wirren Ereignisse der Dorkriegsjahre, Burenkvieg, japanisch - russischer Krieg, Marokkokrisen, Balkankrieg werden nach Ur­sache und Folge dargestellt, bis dann die Gescheh­nisse, die dem Weltkrieg vorausgehen, wie in einem spannenden Roman an dem Leser vorüberziehen. Der lebendige und eindringliche Stil und die Mischung zwischen Ueberschau und Tatsächlichem Brandt vermittelt oft überraschende und unbe­kannte Einzelheiten fesseln den Leser bis zur letzten Zeile.

Johannes Scherr: Menschliche Tragikomödie. Gesammelte Studien, Skizzen und Bilder. Neue Volksausgabe, herausgegeben von Karl Quenzel. Leipzig, Hesse & Becker Verlag. Zwei Bände. In Seinen gebunden je 2,85 Mark. (138) Die erste wohlfeile Ausgabe dieser be­rühmten Sammlung. DieMenschliche Tragikomö­die" besteht aus 50 geschichtlichen Bildern. Unge­heuer ist die Fülle des verarbeiteten Wissens. Scherr stellt seltsame Menschen und seltsame Begebenheiten dar, nicht aus Lust am Abenteuerlichen und Bun­ten, sondern um das Verständnis aufzuschließen für das Treiben der dunklen Mächte, die an der Zerstörung der Volksgemeinschaft arbeiten. Sein Herz gehört denen, die dem ganzen Volke dienen: Die ganze Schärfe seines Hasses trifft die Dolks- betrüger und diejenigen, die die Menschen ihrem Wahne opfern.

Ivan Solonewitsch: D i e Verlore­nen, eine Chronik namenlosen Lei­dens. Preis in Seinen gebunden 5,80 Mk. Essener Verlagsanstalt in Essen. (156) Der erschüt­ternde Einbruch einer Sintflut des Seidens über Rußland, der Beginn und die ersten Jahre der Re­volution, die an Scheußlichkeit und Grausamkeit nichts Vergleichbares neben sich weiß, ist wieder und wieder behandelt worden. Solonewitsch schreibt die Chronik dieses namenlosen Seidens, die von Verlorenen handelt, irgendwo in Sibirien zusam­mengetrieben wie räudige Hunde, zur Zwangsarbeit in halbverhungertem, verlaustem Zustand in Kare­lien oder auf den Solowetzki-Jnseln verurteilt, weil sie das Verbrechen begingen, wie Menschen leben zu wollen, und von sich in Anspruch nahmen, keine Teufel zu sein. Solonewitsch schlug sich 18 Jahre lang schlecht und recht durch das Seben der Sowjet­union. Statt sich zu bessern, wurden die Zustände aber immer schlimmer. Als er schließlich eine Ge­legenheit zu finden glaubte, mit seinem Sohn und Bruder, einem Arzt, diesemsozialistischen Para-- dies" zu entfliehen, wurde er von der GPU. ge­schnappt und zur Zwangsarbeit verurteilt. Diese furchtbare Seidenszeit zu schildern, hat er in diesem Buch unternommen. Von Dingen und Geschehnissen muß er berichten, wie sie an dramatischer Wucht und Schrecklichkeit kein Menschenhirn erdichten kann.

Gerhard Schumann: W i r dürfen dienen. Gedichte. 92 Seiten. Seinen 3 Mark. Verlag Albert Sangen/Oeorg Müller, München, 1937. (139). Schumann, unter den jungen Dichtern der Bewegung eine der größten Hoff­nungen, legt mit diesem neuen Gedichtband ein Werk vor, das erkennen läßt, wie der Schöpfer der Sieder vom Reich" seine unter dem Gesetz des selbstlosen Dienstes begonnene Dahn unbeirrbar weitergeht. Wenn Schumann das Innigste des menschlichen Miteinanders Wort und Gestalt ge­winnen läßt, dann leuchten darüber die gleichen Sterne, die über feinen politischen Gedichten mal­ten, den anklägerischenSonetten des Hasses", die noch einmal schneidend den Ton derSieder vom Reich" aufklingen lassen. Es gibt in feinem Schaf­fen keine Trennung von Innen und Außen, von privater" undpolitischer" Sphäre. Hiyr in diesem neuen Gedichtband spürt man es, wie ein Gefühl alles ergreift: die glühende Hingabefähigkeit, die das Reich zum großen Gegenstand feiner Dichtung werden ließ, wird von der Wirklichkeit des DU. in der Siebe zur fraglosen Bereitschaft, sich ergreifen, verwandeln und der Bewährung zuführen zu lassen. Schumann ist an den Erfahrungen des Sehens ge­wachsen und hindurchgedrungen zu einer Haltung, die das Seben bejaht mit dem frohen Wort,Wir dürfen dienen!"

Hans Bethge: Unter Stierkämp­fern. Novellen. 91 Seiten. Gebunden 1,75 Mark. Seipzig, Hesse & Becker Berlag. (142) Daß Hans Bethge, den viele nur als feinsinnigen Sy» rifer kennen, auch ein vortrefflicher Novellist ge­nannt werden darf, beweißt das vorliegende Büch­

den ersten Notierungen überwogen Abschwächungen um Prozentbruchteile, später ergaben sich wieder mäßige Besserungen. Etwas stärker ermäßigt lagen Rheinmetall mit 155,75 (157,50), Deutscher Eisen- handel mit 151 (153), Bemberg mit 156,25 (157,25) und Licht & Kraft mit 156 (157). Am Montan- markt lagen nur Verein. Stahl mit 122,13 (122) be­hauptet, während die übrigen Papiere 0,25 bis 0,50 v. H. abbröckelten. Don Elektroaktien fanden AEG. zu 131,90 (131,65) etwas Nachfrage, leicht erhöht waren ferner Metallgesellschaft mit 158,75 (158,25) und Reichsbank mit 216,25 (215,50). IG. Farben eröffneten mit unv. 167,65. Motorenwerte konnten sich behaupten, von Masckinenaktien Moenus 0,25 v. H. leichter mit 122,25, ferner gaben Jul. Berger auf 146,25 (147) nach.

Am Rentenmarkt war die Haltung teil­weise weiter etwas schwächer, für Pfandbriefe hielt aber die Nachfrage unverändert an. Altbesitzanleihe gingen auf 127,50 (127,90) zurück, auch Kommunal- Umschuldung blieben bei 94,65 im Angebot. Reichs- bahn-Dorzugsaktien weiterhin unv. 127,75.

Die Umsatztätigkeit hatte auch im Verlaufe nur geringen Umfang, ebenso blieben die Kursverände­rungen sehr klein. Im ganzen überwogen am Aktienmarkt gegenüber gestern leichte Ab­schwächungen. IG. Farben bröckelten auf 167,40 nach 167,65 ab. Die später notierten Werte wichen nach beiden Richtungen bis zu 1 v. H. ab.

Auch in Renten war das Geschäft später über­aus klein, die Kurse blieben jedoch behauptet, Kom- munal-Umschuldung 94,65. Goldpfandbriefe wurden z. T. noch repartiert, Liquidationspfandbriefe schwächten sich größtenteils weiter etwas ab, Stadt­anleihen und Kommunal-Obligationen blieben be­hauptet. Industrie-Anleihen lagen ruhig. Dekosama Neubesitz notierten 0,50 v. H. höher mit 48,50.

Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke Kleyer mit 117,50 bis 119,50, Wayß & Freytag mit 148,25 bis 150,25, Rastatter Waggon mit 43,50 bis 44,50, Geiling Sekt mit 74 und Ufa mit 71,75.

Abendbörse still und behauplel.

Der anhaltende Mangel an Kundschaftsaufträgen ließ auch die Abendbörse in ruhiger Haltung ver­kehren. Die Stimmung blieb unter dem Einfluß der günstigen Außenhandelsziffern gut behauptet, auch die meisten Kurse waren gegen den Mittagsoerkehr unverändert. Weiter etwas rückläufig waren Rhein­metall mit 154,75 (155,25), Licht & Kraft mit 155.50 (156), ferner gaben Goldschmidt auf 149 (149,50^ Scheideanstalt auf 267 (267,50) und AEG. auf 131,65 (131,90) nach. Voll behauptet lagen neben den notierten Montanaktien IG. Farben mit 167,25 (167,13), während BMW. und Conti Gummi je 0,50 v. H. gewannen auf 152,50 bzw. 191. Im Frei­verkehr hatten Dingler Maschinen zu 92,25 einigen Umsatz, ebenso im Telepfonverkehr Rhein. Textil mit 72,50 bis 73 und Kramsta Leinen mit 127. Am Rentenmarkt herrscht Geschäftsstille. 4,50 v. H. Krupp notierten mit 99,65 (99,50), Farben-Bonds unv. 133 und im freien Verkehr stellten sich Kom- munal-Umschuldung auf 94,65.

Sranffurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 18. Aug. Es notierten (Ge­treide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 204, W 16 207, W 19 211, W 20 213, Roggen R 12 187, R15 190, R 18 194, R19 196 Großhandelspreise der Mühlen der ge­nannten Preisgebiete. Futtergerste, Futter­hafer. Weizenmehl Type 812 W 13 28,90, W 16 29,00, W 19 29,00, W 20 29,35, Roggenmehl Type

Frankfurt a. M.

Berlin

Frankfurt a. M.

Berlin *

Schluß- kurS

Schluß!. Abend­börse

Schluß- kurs

Schluß! Mittag börfe

Schluß- kurs

Schluß?. Abend börse

Schluß- fürs

Schluß!. Mittag­börse

Datum

17 8

18 8

17-8

188

Datum

17-8

18 8

17 8

18 8.

5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927

101,75

101,8

101,8

101,75

Accumulatoren-Fabrik.......14

229

230

4% Deutsche ReichSanl. von 1934

99

99

99

99

Aschaffenburg Zellstoff........6

154

153,75

4x/i% Deutsche Neichsschatzanwei-

Bemberg...................0

157,25

156,25

157

156

w

167.5

167 75

168 4

*yz% Deutsche RetchSschahanwei-

BuderuS Eisen............... 5

131

131

131

131

sungen von 1935, II. Holge ...

99,5

99,4

99,5

99,4

Gement Heidelberg........... 7

170

169,25

4%% Deutsche Reichsichatzanwei-

Gement Karlstadt "............ 6

jungen von 1936, III. Folge ..

99

99

99

99

Conti Gummi.............. 12

191

191

190,4

191,5

5y2% Doung Anleihe von 1930 ..

105,13

105,13

105

105

Daimler Motoren.......... 6yt

143,25

143

143,25

143

V/i% Hessische Bolksstaat von 1929

100,25

100,25

100,25

Dessauer Gas ............... 4

118,4

118

4*/2% Deutsche Reichspostschatz von

Deutsche Erdöl ..............5

151,25

151,5

151,25

151,5

1934 L.....................

100,5

100,5

100,75

Deutsche Gold- und Silber .... 9

266,5

267

<y2% Deutsche Reichsbahnschatz

Deutsche Linoleum.......... 10

141,75

168

169

168,25

von 1936 I..................

99,75

99,75

99,75

99,9

Elektrische Lieferungen........6

135,5

135,5

135,4

135,4

ReichSanleihe-Altbesitz..........

127,9

127,5

128

127,5

Elektrische Licht und Kraft..... 7

157

155,5

156,5

155,75

£berhessen Provinz-Anleihe mit

I. G. Farben-Jndustrie.......7

167,65

167,25

167,9

167,13

Auslos.-Rechten..............

136,25

136,25

Felten & Guilleaume.........6

141

141,25

140 65

<y2% Hess. Lan desbk. Darmstadt

GeSfürel.................... 7

155

155

155,25

155

Goldvse. R. 12..............

Th. Goldschmidt............. 6

149,25

149

148,5

148,5

sy2% Hess. Landes-Hyp.-Banl

Grihner Maschinen........... 0

52,13

Liqu. Goldpfe...............

101,25

Harpener................. 8'/z

179

178,5

178,5

178

<y2% Preutz. LandeSpfdbr.-Anst.

Hoesch Eisen............... 3yz

127

127

127

127

Goldpfe. R. 19..............

99,5

99,5

99,5

Philipp Holzmann........... 8

153

153,5

153

153,9

4y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20

98,75

98,75

98,75

Ilse Bergbau................6

174

4*/2% Darmstädter Komm.-Law

Ilse Genüsse................6

141,5

142

142,5

142,25

desbankR. 6 ................

98,5

98,5

Kali Aschersleben............ 4

120

120

120

Deutsche Kornrn.-Sarnmel-Anleihe

Klocknerwerke ............. 4yz

138,75

138,75

138 25

Auslos.-Rechte I..............

134,25

134,25

134,5

134,65

Kokswerke und Chemische Fabrik 7

166

165,25

4yt% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 i¥t% Franks. Hyp. Gold-Komm.

99,75

99,75

99,75

Lahmeyer .................. 6

Mainkraft................... 4

96

129,5

96,5

130,5

129,25

£61. 2 3....................

6yz% Franks. Hyp. Liquidation

98,75

98,75

Mannesmann.............4/z

Mansfelder Bergbau......... 7

125,75

152

125,65

152.5

125,9

153.75

125,65

Goldpfe.....................

6y2% Rheinische Hyp. Liquidation

101,5

101,4

Metallgesellschaft............. 6

£renftein & Koppel..........0

158,25

158,75

158,5

118,13

158,75

117,65

Goldpfe.....................

102,13

102,13

102,13

Steuergutscheln-Berrechnungskurs

111,1

111,1

111,2

11L2

Rheinische Elektro............6

_

230

-

Rheinstahlwerke..............6

157

156,5

157

156,4

21.(9. für Verkehrswesen .... 6 ft

128,75

127,75

128,25

127,75

Rlteinisch-Destsälische Elektro .. 6

134

133,5

134

133,4

Hainburg-Stidam. Dampfschiff. 0

46,75

46,75

Rütgerswerke............... 7

150,75

150

150,25

150

Hatuburg-Aincrila Paket......0

88,75

88,75

89

89

Salzdetfurth Kali............ 6

Norddeutscher Lloyd..........0

94,75

94.5

95

94

Schuckert & Co............... 7

178

177,25

177.5

177,25

Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7

127,75

127,75

127 75

127,65

Schultheis Patzenhofer........4

Siemens & HalSke ........... 9

96

218,65

95,75

218,75

Süddeutsche Zucker.......... 10

205,75

206

206,65

206,

Retchsbonk................. 12

215,5

216,25

215,5

21 6,25

Vereinigte Stahlwerke...... </z

122

122x25

121,9

122,4

Berliner Handelsgesellschaft . 6 yf

135,75

135,75

Westdeutsche Kaushos.........Ö

60,5

59,5

60,25

59,5

Commerz- und Privat-Ban! ... 5

118,5

118,5

118,5

118,5

Westeregeln Alkali............ 4

119,75

121

Deutsche Diskonto............ 6

125

125

125

125

Zellstoff Waldhos............6

163,5

163

163.5

16.2,5

Dresdner Bank..............4

105

105

105

105

£tavi Minen...............0,6

32,13

32,13

32

17.August

18 August

Amtliche Roiierune

Amt, d)i Rotieruna

(«eir

tBr-t

Meir

Briet

0,751

0,755

0,751

0,755

41,90

41,98

41,91

41,99

0,164

0,166

0,162

0,164

47,00

47,10

47,00

47,10

55,36

55,48

55,41

55,53

47,00

47,10

47,00

47.10

12,40

12,43

12,41

12,44

5,485

5.495

5,49

5,50

9,336

".354

9,341

9,359

137,21

137,49

137,23

137,51

13,09

13,11

13,09

13,11

17 August

18 August

Amtliche Rütierung Geir | Bn,->

AmuicheRoi-etunq «eir | Bnei