Ausgabe 
19.6.1937
 
Einzelbild herunterladen

Aus den Gießener Gerichtssälen

Kreditwürdigkeit erklärte der Angeklagte, er sei noch bei der Firma A. in Bad Hornburg beschäftigt ob­wohl dies den Tatsachen nicht entsprach. Kurze Zeit darauf weilte der Angeklagte bei seinem Schwager in Krefeld-Uerdingen zu Besuch. Diese Gelegenheit benutzte er, um dort mehrere Geldbeträge von ins­gesamt 30 Mark, eine goldene Uhr und verschiedene Kleidungsstücke zu entwenden. Der Angeklagte war in allen drei Fällen geständig. Er behauptete eben­falls in wirtschaftlicher Notlage gehandelt zu haben. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fortgesetzter Untreue in Tateinheit mit Unter­schlagung und Urkundenunterdrückung sowie wegen Betrugs und fortgesetzten Diebstahls zu einem Jahr Gefängnis und 10 0 Mark Geld- st r a f e.

Ebenfalls unter der Anklage des Betrugs und Unterschlagung stand der Kurt E. aus Frankfurt am Main. Dieser war bei dem Stoffwarenhandler E. in Bad-Nauheim als Reisender tätig. Bom Oktober 1936 bis Januar 1937 hat der Angeklagte von den einkassierten Geldern einen Betrag von rund 1400 Mark nicht abgeführt, sondern für sich behalten. Weiterhin fingierte er eine Reihe von Be­stellungen. Er ließ sich dann die entsprechenden Waren aushändigen und schaffte sie beiseite, um sie zu verkaufen. Es gelang ihm, etwa 35 Pakete auf diese Art an den Mann zu bringen. Den Gegen­wert von 350 bis 400 Mark behielt er ebenfalls für sich. Auch hier führte der Angeklagte zu seiner Entschuldigung seine schlechten wirtschaftlichen Ver­hältnisse an. Da diese Angaben des Angeklagten auch den Tatsachen entsprachen, lieh es das Ge­richt bei einer verhältnismäßig geringen Strafe be- wenden. Das Urteil lautete auf eine Gefang. nisstrafe von zwei Monaten wegen fort- gesetzten Betrugs sowie fortgesetzter Untreue in £at- einheit mit Unterschlagung.

Amtsgericht Gietzen

Durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen war der L. G. aus Wetzlar wegen Uebertretung der Reichsstraßen-Derkehrsordnung zu einer Geldstrafe von 70 RM. verurteilt worden. In der auf den Ein­spruch des Angeklagten hin anberaumten Hauptver­handlung wurde festgestellt, daß der Angeklagte am 12. Februar d. I. durch die Bahnhofstraße in Rich­tung Bahnhof fuhr, um dann nach links in den Horst-Wessel-Wall einzubiegen. Hierbei hat es der Angeklagte, dem die Sicht durch die Straßenbahn behindert war, an der nötigen Sorgfalt fehlen las­sen, da eine ihm entgegenkommende Radfahrerin ouf die hintere Stoßstange des Autos aufgefahren ist. Die Zeugin verletzte sich nur gering. Die Be­weisaufnahme ergab, daß auch die Zeugin fahr­lässig gehandelt hatte, indem sie ihr Augenmerk, wie man es von ihr hätte verlangen müssen, nicht au die Fahrbahn, sondern scheinbar mehr auf die Stra­ßenbahn gerichtet h-at.

Der Angeklagte, der schon Jahrzehnte Autofahrer ist und noch keinen Unfall verschuldet hat, wurde wegen Uebertretung der Reichsstraßen-Verkehrsord- nung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverlet­zung zu einer Geldstrafe von 30 Reichs­mark und zur Tragung der Kosten verurteilt.

p. Die tcutfdie Rrbcitofront ILoVoemcinrchaftKraft bmdifreuöc"

Zum Schluß ging der Redner noch auf die Nürn­berger Gesetze zum Schutze der Rasse ein. Er schil­derte die Derjudung Deutschlands in der Szstemzeit und in großen Zügen den Kampf, den Deutschland ausfechten muß gegen das Weltjudentum, einen Kampf, zu dem die Vorsehung das deutsche Volk berufen hcche unter der Führung Adolf Hitlers.

Die Anwesenden folgten den Ausführungen mit lebhafter Aufmerksamkeit und zeigten ihren Dank durch begeisterten Beifall. F. K.

OenttandieArbettsbeschaffun Sötte i '

Den wahren Nationalsozialisten erkennt man nicht daran, daß er den Sozialismus nur mit dem Munde predigt, sonst aber für alles unzugänglich ist, son­dern man erkennt ihn an seiner Opferbereitschaft! Nicht auf die Schale, sondern auf den Kern kommt es an! Somit ist ein jeder deutsche Volksgenosse, gleichviel in welcher Stellung er steht, dem Führer verpflichtet! Ihm allein verdankt er es, daß er heute noch Brot und Arbeit hat und nicht durch den Bol­schewismus einem grenzenlosen Chaos zugeführt wurde. Daß wir in unserer Heimat ein geordnetes und ruhiges Dasein führen, verdanken wir nur allein unferm Führer.

Infolgedessen ist ein jeder verständig denkende Volksgenosse aber auch verpflichtet, den Mann, dem er dies alles dankt, in feinem großen Aufbauwerk zu unterstützen.

Bei der Machtübernahme durch den Nationalso­zialismus war eine der ersten Aufgaben desselben die Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Zwar ist seit dieser Zeit viel Gewaltiges auf diesem Gebiete ge­schehen, aber es ist der ausdrückliche Wille unseres Führers, jedem Volksgenossen wieder eine feste Existenz zu geben. Die Reichslotterie für Arbeits­beschaffung ist ein von unserem Führer zu diesem Zweck geschaffenes Werk. Drum, lieber Volksgenosse, geh den Männern der braunen Lotterie nicht aus dem Wege ober suche dir die AusredeIch habe ja doch kein Glück", sondern sei gerne bereit, dein Scherflein beizutragen am Aufbauwerk.

Nicht allein, daß du mit jedem Losbrief, den du erstehst, den Aufbau unterstützest, es kann doch auch dir das große Glück in den Schoß fallen, denn die hohen Gewinne sind bis jetzt in Gießen noch nicht gezogen! Drum lieber Volksgenosse greife zu bei den braunen Glücksmännern. Wer wird der Glück­liche sein?

Glehener Wochenmarktpreife.

(J HIL Sei ersweg Nr. 67

adit) Telephon Nr. 3170

eparaturen i89?d

Römischkohl 12 bis 15, Bohnen, grün, 25 bis 30, Spargel, 1. Sorte 35 bis 45, 3. Sorte 22 bis 25, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 35 bis 55, 3wiebeln 15 Rhabarber 8 bis 12, Kartoffeln, alte 5, 5 kg 46 Pfennig, der Zentner 3,85 bis 3,95 Mark, neue, % kg 12 bis 16 P-, Pfirsiche 50 bis 60, Hrm- beeren 50, Birnen, ausländische, 80, Kirschen 35 bis 45, Stachelbeeren 25, Erdbeeren 25 bis 60, junge Hähne, 80 bis 95, Suppenhühner 80 bis 95, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 20 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 15 bis 40, Ober- fohlrabi 7 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.

Aus -er Gtadi Gießen.

Vor Sommersonnenwende und Johannistag.

Unfern Altvordern war die Nacht mit ihrem Dunkel geheimnisvoller und darum heiliger als der helle Tag. Vielleicht aber auch nur unheimlicher und darum Grund zur Furcht. Nun kam Jahr für Jahr eine Nacht, die kürzeste von allen Nächten, in der der Sonne Schein kaum ganz über der Erde ver­glomm. Was Wunder, daß man sich da der Gott­heit ganz besonders nahe fühlte und nun auch den letzten Rest von Dunkelheit verscheuchen wollte. Darum zündete man in der Mittsommernacht über­all die Feuer an, deren Schein die Gemarkung be­leuchtete, und die bis auf den heutigen Tag noch m vielen Gegenden unseres Vaterlandes sich verhal­ten habe* und jetzt wieder neue Belebung erfahren.

Der Johannistag ist ein alter Freudentag und zugleich ein ernster Tag des Gedankens an den Tod und die Toten. Aus Richard Wagners Meistersin­ger klingt das Wort Johannistag mit dem Johan­nistagmotiv durch die ganze Welt, von Volksfreude und Luft auf der Festwiese berichtend, und an eben diesem Johannistag wandern die Menschen zu den Gräbern, um sie zu schmücken und mitten im Som­mer ein Totenfest zu feiern. Sehr häufig wird daher airt Johannistag nach alter Sitte mit Blu­men, besonders Rosen geschmückt. Insbesondere sol­len 'die roten Rosen eine sinnbildliche Hinweisung auf den blutigen Tod Johannis des Täufers des Vorboten Christi fein. So wird noch heute in Hal­berstadt am 24. Juni alljährlich der in der Ge­meinde zu St. Johannis befindliche Brunnen mit Rosen bekränzt und am Abend mit Lampen er­leuchtet. In vielen sächsischen Dörfern und Städten flicht man in der Johannisnacht Kronen und Kranze aus Blumen und Rosen, verziert sie mit Bändern und hängt sie am Johannismorgen vor die Hauser ober legt sie auf die Gräber. Eine ergreifende Sitte findet sich in Thüringen. Dort wird für die Toten des Jahres am Johannismorgen früh unmittelbar vor Aufgang der Sonne bis zu ihrem vollen Auf­gang das Sterbegeläut gehalten, man nennt es das Entgegenläuten".

In Griechenland entzünden abends vor dem «Jo­hannistag die Frauen ein Feuer und springen dar­über mit dem Rufe:Ich laß' meine Sunden! Ein Brauch, der dem Sprunge durch das Johanms-

Maßnahmen bereits getroffen wurden, um die Ge­burtenziffer zu erhöhen. Durch die Gewährung von Ehestandsdarlehen, Steuererleichterung für kinder­reiche Familien und Kinderbeihilfen fei es gelun­gen, die Kurve der Geburten heraufzuführen. Wäh­rend im Jahre 1932 auf 1000 Menschen nur 13 Geburten kamen, würden jetzt 19 Kinder gezählt. Deutschland sei das erste Land, dem es gelungen ist, den Geburtenrückgang aufzuhalten, aber jedoch den

Schöffengericht Gießen.

Das Schöffengericht Gießen hatte sich in der jüngsten Sitzung mit vier Fällen zu befassen. Zu­erst hatte sich der P. T. aus Frankfurt a. M. wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Der Angeklagte fuhr mit seinem Kraftwagen am 16. Oktober 1936 durch Nieder-Wöllstadt. Auf dem rech­ten Bürgersteig ging, auch in seiner Fahrtrichtung, ber 70jährige 93.21. Als der Angeklagte gerade an ihm vorbeifahren wollte, trat dieser, um die Straße zu übergueren, auf den Fahrdamm. Dabei wurde er von dem Wagen des Angeklagten erfaßt und starb an den Folgen der Verletzung. Der Angeklagte gab den Sachverhalt an sich zu, bestritt aber jeg- liches Verschulden an diesem Unfall, da er lang5 sam gefahren sei und auch Signal gegeben habe. Der Sachverständige kam jedoch auf Grund seiner Ermittlung zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte bei geringerer Geschwindigkeit den Unfall hakte ver­meiden können, wenn auch das überwiegende Ver­schulden auf feiten des Getöteten liege. Das Geruht erkannte unter Berücksichtigung des letzteren Ge­sichtspunktes an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe auf eine Geldstrafe von 150

gründlich getroffen und jeder Führer einer Gruppe erhalte neben genauen Richtlinien auch feine ferti­gen Marschpläne. Bei den Gruppen befinden sich auch Sanitäter. Die Gesamtunkosten würden etwa 7 bis 8 Mark für den Jungen betragen.

Der Berufsrejerent des Bannes 116, Dr. W a - g e n b a ch vom Arbeitsamt wies die Eltern dar­aufhin, daß die HI. ihre Jungen nicht nur körper­lich ertüchtigen und ausbilden wolle, sondern daß sie über den Dienstbetrieb hinaus es sich angelegen sein lasse, sie in ihrem Berufsleben zu betreuen. Durch die Verbindung mit dem Arbeitsamt wolle die HI. für eine entsprechende Unterbringung der Jungen in die Lehre und im Berufsleben eintreten. Die Ellern der Jungen könnten ungehindert an den Be­rufsberater herantreten und er werde bemüht fein, ihnen die richtigen Wege zu weisen und ihnen zu

I helfen, so weit es möglich sei.

Volksbestand zu erhalten, fei eine Zahl von 22 Kindern auf 1000 Einwohner nötig.

Der Redner sprach bann über die Gesetze, die der Nationalsozialismus geschaffen hat, um die Qualität des Nachwuchses zu heben. Hierbei nannte er erschütternde Zahlen über die Vermehrung erb­kranken Nachwuchses während und nach dem Kriege. Er rief dabei das Verantwortungsbewußtsein jedes Volksgenossen auf, der schon bei ber Gattenwahl mit Ueberlegung prüfen müsse, ob gesundes Erbgut nicht durch Versippung mit einer erbkranken Fa­milie geschädigt werde. Besonders auf dem Lande habe man oft dagegen verstoßen.

nern ausgebaut; sie werden bald bezogen werden können. Auch ist man dabei, die hier neu angelegte Straße auszubauen. Die im Frühjahr an der ver­längerten Gartenstraße begonnenen Neubauten sind im Rohbau vollendet; die am Erdkauterweg ous- zuführenden Wohnungsneubauten sind ebenfalls bis zum Aufschlagen des Dachwerks gediehen.

** Verlegung der Abfahrtszeiten der Spätwagen der Straßenbahn. Die Di­rektion der städtischen Betriebe teilt mit, daß die Spätwagen der Straßenbahn auf beiden Linien nicht mehr um 22.37 Uhr, sondern um 22.45 Uhr ab Bahnhof bis zu den Endstationen fahren.

* Der nächste Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt in Gießen findet am kommenden Diens­tag, 22. Juni, statt.

** Die Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gießen mahnt die Beiträge für den Monat Mai zur Zahlung bis zum 25. Juni an. Bis zu diesem Zeitpunkt können die Beiträge noch ohne besondere Kosten gezahlt

* Gießen, 19. Juni. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche, seine Molkereibutter, kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42, Matte 20 bis 25 Pfennig, Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier Klasse S 11, Klasse A IOV2, Klasse B 10, Klasse C 9'/-, Klasse D 9, Wirsing, grün, Vs kg 12 bis 15, Weißkraut 12, gelbe Rüben, das Bündel 13 bis 15, , rote Rüben 12 bis 15, Spinat, V2 kg 18 bis 20,1 helfen, so

feuer entspricht. .

Ein schöner, tiefer Sinn liegt auch in den Sagen, die sich um den Johannistag gewoben haben. Vie­len pommerischen Sagen liegt der Gedanke zu Grunde, daß Menschen und Stätten, die verflucht sind, sich am Johannistag bemerkbar machen, um an Vergänglichkeit und Gericht zu mahnen. So die Sage von dem verwunschenen Burgfraulein, das in einem Burgwall bei Freienwalde haust und am Johannistag mittags zwischen 11 bis 12 Uhr den erschrockenen Menschen erscheint. Oder die Sage der untergegangenen Stadt Vineta, die auf ein gött­liches Strafgericht von einer Sturmflut verschlun­gen wurde, und wo am Johannistag in der Mit­tagsstunde in der Tiefe die Glocken der versunkenen Stadt läuten. Am Kyffhäuser blüht in der Johan- nisnachtdie blaue Wunderblume", die ihrem Min­der als Schlüssel zu den verborgenen Schatzkammern dient. ,

In den Julischen Alpen erzählt man eine merk- würdige Sage. In der Nähe von Moruzzo steht em uralter Nußbaum. Im Frühling bleibt er dürr aber in der Johannisnacht, wenn die Leute hinausziehen, um zu beten und zu fingen, dann erleben sie das Wunder, daß der Daum bis zum Frührot voll belaubt ist und Nüffe trägt. Das Blut des Jo­hannes, das in dieser Nacht als Tau herniederfallt, hat dieses Wunder vollbracht.

Vornoiizen.

Tageskalender für Samstag.

NS.-Lehrerbund, Gießen: 15 Uhr, Mädchen- Berufsschule, Vortrag. Gloria-Palast (Selters- roeg):Soldaten Kameraden". Oberhessischer Kunstverein: Skagerrak-Ausstellung, 17 bis 19 Uhr, Gesellschaftshaus, Sonnenstraße. LB.Volkstum und Heimat": 17 Uhr, Besichtigung der Skagerrak- Ausstellung. Deutsche Stenographenschaft: 20.30 Uhr, Stadt Lich.

Tageskalender für Sonntag.

NS.-GemeinschaftKraft durch Freude", 20.30 Uhr, Caf6 Leib, Heiterer Abend Nazi-Eisele. Gloria-Palast (Seltersweg):Soldaten Kamera­den". Gießener Radfahrer-Verein von 1885: 16 Uhr, Waldfportplatz, Bahn-Radrennen. Ober­hessischer Kunstverein: Skagerrak-Ausstellung, 11 bis 13 Uhr, Gesellfchaftshaus, Sonnenstraße.

Gastspiel Nazi - Eisele im Cafe Leib.

werden.

** VH C. -Wanderung im Taunus. Die jüngste Monatswanderung des VHC.-Zweigvereins Gießen in den östlichen Taunus begann in Fried­richsdorf. Zur Erinnerung an das 250jährige Be­stehen war das Städtchen mit Fahnen und frischem Grün reich geschmückt. Bald wanderte man in präch­tigem Hochwald durch das Köppener Tal dem mur­melnden Erlenbach entlang, bis zur Lochmühle. Nach guter Einkehr ging es auf langsam ansteigen­den Waldwegen längs dem deutlich sichtbaren Pfahl- graben zum Römerkaftell Kapersburg, das die heffi- fche Regierung vor Jahren durch Prof. Helmke er­neuern ließ. An Steinkopf und Winterstein vorbei immer durch schönen Wald, der angenehme Kühle bot, kam man nach längerem Marsch an die Auto­bahn und von da zur Vadestadt Nauheim. Nach Einkehr und gemütlichem Gang durch die Anlagen und den prächtigen Sprudelhof fuhren die Aus­flugsteilnehmer mit dem Zug nach Gießen zurück.

** Einen Eltenausspracheabend hielt am Freitag imGambrinus" die Gefolgschaft 3/1)6 (Gießen-Mitte) der HI. ab. Unterbannführer Rühl führte dabei u. a. aus, daß die HI. bemüht sei, durch persönliche Fühlungnahme mit den Eltern der Hitler-Jungen und Pimpfe Verständnis für ihre Arbeit an der Jugend zu wecken und eine ersprieß­liche Zusammenarbeit zu erzielen. Die persönliche Aussprache habe sich als der beste Weg zur Beseiti­gung von Unklarheiten erwiesen. Gerade jetzt vor den Ferien sei solche Zusammenarbeit zwischen den Eltern und der Führung besonders notwendig, nachdem in diesem Sommer von dem Lagerbetrieb abgesehen und zum ersten Male eine Fahrt unter­nommen werde. Der Lagerbetrieb am Gederner See sei diesmal nur in beschränktem Maße vorhanden und zwar beginne jetzt schon ein solches Lager, an dem sich etwa 60 Jungen beteiligen. Ein zweites Lager werde in der Zeit vom 9. bis 16. August mit etwa 120 Mann durchgeführt werden. Dafür un­ternähmen HI. und Jungvolk eine Wanderfahrt durch den Spessart. Die Jungen marschierten in kleineren Gruppen mit geschulten Führern. Es werde nur beschränkt marschiert, so daß keine lieber- anftrengungen eintreten können. Jeder Tag wird in einem Dorf beschlossen. Die Vorbereitungen seien

59 Jahre treuer Mitarbeiter.

Am morgigen Sonntag sind es 50 Jahre, daß Werkmeister Philipp Völzel aus Wieseck bei der Firma Ludwig Georgi, Zigarrenfabriken, Gie­ßen, tätig ist. Bereits am Freitag gedacyte der Be­triebsführer in einem feierlichen Betriebsappell die­ses seltenen Arbeitsjubiläums, dankte dem Jubilar für feine langjährige treue Mitarbeit und über­reichte ihm als Ausdruck feiner Anerkennung ein Ehren- und Erinnerungsgeschenk. Außerdem wird der Jubilar an seinem Ehrentage die Anerkennungs­urkunde unseres Führers und Reichskanzlers für 50jährige ununterbrochene treue Dienstzeit erhalten.

Verpackungsmaterial-Ersparnis auch im Großhandel und Handwerk.

Dem Appell des Leites der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, eine unrationelle Verwendung von Verpackungsmaterial zu vermeiden, haben sich nun­mehr auch die Leiter der Wirtschaftsgruppe Groß-, Ein- und Ausfuhrhandel und des Reichsstandes des deutschen Handwerks durch gleiche Aufrufe an ihre Mitglieder angeschlossen. Auch die Kaufleute des Großhandels und die Handwerker sollen prüfen, welche WareneinerbesonderenUmhul- (un g nicht bedürfen und wo übermäßiger Verpackungsaufwand eingeschränkt werden kann. Gleichzeitig werden sie aufgefordert, ihre Abneh­mer und Kunden entsprechend aufzuklären.

Vortragsabend

der NS.-Zrauenschast Gießen-Ost.

* 40 Jahre im Dien ft der Deutftfjen Reichsp 0 st. Der Telegraphenassistent Philipp Mattern konnte in diesen Tagen auf eine 40- jährige Tätigkeit bei der Deutschen Reichspost zu- rückbsicken. Dem Jubilar wurden im Rahmen einer chlichten Feier im hiesigen Postamt viele Ehrungen und Glückwünsche von den Arbeitskameraden dar­gebracht. Vom Amtsvorsteher wurde ihm ein An­erkennungsschreiben des Führers und Reichskanzlers überreicht. Der Arbeitsplatz des Jubilars tm Tele- graphen-Baubüro Gießen war besonders schön aus- geschmückt. Neben einer Ehrengabe, wurden dem Jubilar von dem Leiter des Telegraphen-^ube- ttrks, Oberbauführer Vetter, herzliche Wort* der Anerkennung ausgesprochen. .

** Dien ft Jubiläum bei d e r R e i ch s - bahn. Am morgigen Sonntag, 20. Juni, kann der Lokomotivführer Karl Sehrt, Ebelstraße, fein 25jähriges Fahrdienstjubiläum im Zugverkehr der Reichsbahn begehen. Der Jubilar erfreut sich sowohl bei seinen Dienstvorgesetzten, wie auch bei seinen Berufskameraden großer Wertschätzung; darüber hinaus wird ihm als gebürtigem Gießener und als Mensch mit prächtigen Charaktereigenschaften in weiten Kreisen der Bevölkerung herzliche Sympathie dargebracht. .

** Treue Dienste. Am Sonntag, 20. Ium, ist Fräulein Helene S a y n i s ch 25 Jahre ununter­brochen bei der Familie Kaufmann Franz Sen­ner, Ludwigstraße 39, in großer Pflichttreue als Hausangestellte tätig gewesen. Ein seltenes Jubi­läum, das der Familie wie der Jubilarin das schönste Zeugnis ausstellt.

* Bautätigkeit am N a h r u n g s b e r g. Das Dachwerk des Verkaufshäuschens am Alten Friedhof wurde jetzt aufgeschlagen, so daß das Ge­bäude in kurzer Frist im Rohbau vollendet fein wird. Die im Winter 1936 entlang der südlichen Friedhofsmauer und in der verlängerten Bergstraße ausgeführten Neubauten werden nunmehr im In-

Die NS.-GemeinfchastKraft durch Freude" weist nochmals auf den großen bunten Abend hin, der von der bekanntenNazi-Eisele" - Singspieltruppe am morgigen Sonntagabend bestritten wird. Diese Veranstaltung findet nicht, wie vorgesehen, in der Volkshalle, sondern im Saale des Cafs Leib, 20.30 Uhr, statt.

Mark. r., . m m

Die nächste Anklage richtete sich gegen den P. V. aus Schwalheim. Der Angeklagte war seit elf Jah­ren im Betrieb des Buchhändlers A. aus Bad- Nauheim, der einen Lesezirkel unterhielt, tätig. Die Aufgabe des Angeklagten war es, die Lesemappen für die Mitglieder des Zirkels auszutragen. In den letzten Jahren ging die Mitglieberzahl ständig zu­rück. Da der Angeklagte um seine Stellung fürchtete, teilte er dies dem Zeugen nicht mit, sondern ließ sich weiterhin dieselbe Anzahl Lesemappen aus­händigen. Die überschüssige Anzahl der Mappen bewahrte er in seiner Wohnung auf. Dafür ent­wendete er aus den Beständen des 'Zeugen illu­strierte Zeitschriften. Diese vertrieb er und Deckte dadurch den durch den Rückgang der Abonnenten entstandenen Ausfall. Der Angeklagte war eben­falls geständig. Zur Entschuldigung führte er wirt- chafttiche Not und Angst vor Entlassung an. Ge­mäß dem Antrag des Vertreters der Anklage­behörde erkannte das Gericht wegen Diebstahls eine weitere Anklage wegen Betruges wurde in der Hauptverhandlung von dem Staatsanwalt Men gelassen auf eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten.

Ferner wurde der H. P. aus Gießen aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Die Anklage lautete in diesem Falle auf Unterschlagung und Untreue in drei Fällen. Die Hauptverhandluna ergab folgen­den Sachverhalt: Der Angeklagte, der schon ein­schlägig vorbestraft ist, war bei der Firma A. in Bad Homburg, die an den Autobahnen arbeitete, vom 10. Oktober bis 10. November 1936 als Lohn­buchhalter tätig. In dieser Zeit veruntreute er ins­gesamt 140 Mark. Er entnahm diese Beträge aus den ihm zur Auszahlung übergebenen Lohntüten, die er dann vernichtete. Bei einem späteren Auf­enthalt in Betzdorf lieh sich der Angeklagte von dem dortigen Wohlfahrtsamt mit der Behauptung, er habe kein Geld mehr zur Heimfahrt nach Gießen, 6,80 Mark aushändigen. Zur Unterstreichung seiner

Sonntag, 20. Juni, 20.30 Uhr: Achtung! Der hei­tere lustige bayrische Abend mit Nazi-Eisele und feiner Truppe findet im (Safe Leib statt (nicht Volkshalle). Karten in den Dorverkaufsstellen und an der Abendkasse.

Sommerfest in Kloster Arnsburg. Das für Sonn­tag vorgesehene Sommerfest wird wegen ungün­stiger Witterung auf einen späteren Termin ver­legt. 4211D

Samstag/Sonntag, 26-/27. Juni: An dem billigen Sonderzug zur ReichsausstellungSchaffendes Volk" kann sich jeder Volksgenosse beteiligen. Preis 9,20 Mark. Anmeldungen werden noch an­genommen. Näheres durch Plakate. Kreisdienststelle KdF., Schanzenstraße 18.

Mittwoch, 30. Juni: Billiger Sonderzug nach Marburg zu dem FreilichkspielfestspielScharn­horst". Preis für Fahrt und Eintritt nur 1,70 Mk. BOM undZM.-tlnIergoulltz.Gietzen

Am Montagabend, 12. Juni, um 21.15 Uhr, treten am Oswaldsgarten von allen Gießener Mädel- (außer Mg. Nord) und JM.-Gruppen die Gruppen-, Schar- und Schaftsführerinnen, Sport- martinnen, Geldoerwalterinnen zur Sonnwendfeier an. Am Mittwoch, 23. Juni, kommen alle JM.° Gruppenführerinnen des Standortes Gießen zu einer Besprechung um 18 Uhr auf die Dienststelle des Untergaues.

Zu einem eindrucksvollen Vortragsabend hatten ich die Mitglieder der Frauenschaft und des Frauen­werks im schön ausgeschmückten Saal der Gaststätte Hindenburg eingefunden. Die Leiterin Frau S ch ä - er begrüßte die Anwesenden und gab bekannt, daß ein Singkreis neu geschaffen werden soll, zu dem sich sofort einige Frauen meldeten. Die Lei­tung wird Fräulein H 0 0 s übernehmen. Außerdem wurden die Frauen aufgerufen, für den Patengau Oberschlesien Kindersachen als Weihnachtsgabe zu arbeiten und bis zum Oktober abzuliefern.

Fräulein H 0 0 s spielte dann eine Sonate von Beethoven und erntete reichen Beifall. Der Redner des Abends Professor Kranz begann dann feine Ausführungen über die Bevölkerung spoli- t i k des nationalsozialistischen Staa­tes. Er betonte, daß auf diesem Gebiet der deut­schen Frau und Mutter ganz besondere Ausgaben gestellt seien. Die Größe unsere Zeit fordere, mit Althergebrachtem zu brechen, Mut und Vertrauen in die Zukunft zu setzen, und sich klar zu werden über die Aufgaben, die unserer Generation gestellt seien. Von der bevölkerungspolitischen Gefahr des Geburtenrückgangs ausgehend, schilderte Dr. Kranz die Zustände vor dem Kriege in Deutschland, sowie in den anderen europäischen Ländern. Vergleichende Zahlen der Geburten auf dem Lande und in den Großstädten zeigten den schädigenden Einfluß des Großstadtlebens. Der Redner führte aus, welche