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Auf den Tisch gehör« ost Fisch.
Geschichten aus aller Welt
Buntes Allerlei.
geklärt ist.
Er merkt es doch, wenn oft auch spät.
Voll Freude geht man hier zu Tisch: „Na endlich gibt's mal wieder Fisch!" (Zeichnung: Oechsner. — Scherl°M.)
Verwenden zerstörender Mittel vernichtet worden sind. Einem geschickten Buchrestaurator gelingt es aber auch auf andere Weise, kostbare Werke oon den zahlreichen Flecken der verschiedensten Art so völlig zu befreien, daß die Bücher wieder ganz „gesund" werden und dadurch einen viel höheren Wert erlangen.
Abenteuerliche Kanufahrt in Australien
Nur in einem leichten Kanu haben zwei Männer eine Forschungsfahrt von 480 Kilometer den gefährlichsten und reißendsten australischen Fluh, den Snowy River, hinunter vollendet, lieber diesen Fluß hat man bisher sehr wenig gewußt, da er stets für vollkommen unschissbar galt. In den 480 Kilometern seines Laufes von Dschindabyne in Neu-Südwales bis Marlow im Victorialand, wo er sich ins Meer ergießt, hat der Strom ein Gefälle von fast 900 Meter durch eine .Reihe von Engpässen, Wasserfällen und Stromschnellen. Die beiden Forschungsreisenden hatten bei Ueberwin- dung dieser Schwierigkeiten eine Menge aufregender Abenteuer zu bestehen. Es gelang ihnen, in ihrem Kanu einige der Stromschnellen hinabzuschießen, oft aber waren sie auch gezwungen, an Land zu gehen, und das Boot über Felsen und Klippen zu tragen. Die Reise wurde noch gewagter durch den Mangel an Kenntnis des Flusses, und an zwei Stellen mußten sie feststellen, daß der Strom unter der Erde verschwand, um erst ein paar Kilometer weiter wieder an die Oberfläche zu kommen. Eine ihrer wichtigsten Entdeckungen bestand in der Feststellung, daß der Fluß ideale Bedingungen für hydro-elektrische Ausnutzung bietet. Sie suchten auf ihrer Fahrt auch nach Gold, jedoch ohne Erfolg. Das Boot befand sich am Ende der Reise in einem Zustand von Abnutzung, daß es nicht wieder hergestellt werden kann.
dazu nicht nur reicher Erfahrung, peinlichster Sorg« falt und großer Uebung, sondern auch eingehender chemischer und papiertechnischer Kenntnisse, um eine sichere Diagnose über die Art der Erkrankung bei einem Buche stellen zu können. Die Bekämpfung von Fleckenschäden ändert sich je nach den Ursachen von Fall zu Fall, allgemein gültige Vorschriften lassen sich nicht aufstellen. Dabei muß jeder mechanische Eingriff vermieden werden, da schon unersetzliche Schätze des Buchdrucks durch Radieren oder
Leichten Kreuzer, bei denen zwei weitere im Bau sind, führen sogar vier Flugzeuge mit und haben sich zu ebenfalls gut gepanzerten Schiffen ausgewachsen. Nicyt weniger gut schneiden die 60 Zerstörer ab (vier im Bau) mit teilweise 44 Knoten, oder die 50 Torpedoboote und 74 U-Boote, zu denen noch 14 im Bauzustand treten. Für 1937 kündigte der Admiral die Inangriffnahme des Baues von weiteren 12 Zerstörern, 16 Torpedobooten und 20 U-Booten an, so daß die italienische U-Bootflotte in absehbarer Zeit die französische übertreffen kann.
Bei alledem ist nicht zu vergessen, daß der Aufschwung dieser Seemacht sich in Tempogleichheit mit der Luftwaffe vollzog, die im Bereich der Marine heute ihre 412 Flugzeuge zählt. Das Zusammenwirken der beiden bildete den Kern der strategischen Lage zur Zeit des bedrohlichen englischen Widerstandes gegen den abessinischen Feldzug und wurde dieses Widerstandes, wie bekannt, schweigend fterr. Dieses militärische Gleichgewicht im mittleren Mittelmeer zu erhalten und auch gegen Stärkeveränderungen zu wahren und auszubauen, z. B. durch den Stützpunkt Pantelleria in der Sizilischen Enge, durch die Lust- und Seestreitkräfte in Libyen u. a., scheint uns das gesteckte Ziel zu sein. Mit solchem Gleichgewicht ist der „ozeanische" Seegedanke Italiens verbunden und soll er verwirklicht werden^
boten. Diese Schuhe verkauft er nun mit 300 oder 500 Prozent Aufschlag weiter. Es gibt Verehrer, die für die Schuhe einer Katharina Hepburn, einer Norma Shearer oder einer Madge Evans Riesensummen auszugeben bereit sind. Neuerdings ist er auch imstande, Schuhe von jedem gewünschten Star der Erde zu beschaffen. Sem Geschäft nimmt ungeahnte Ausmaße an, zumal er immer „Originalbescheinigungen" dazuliefert, daß jene getragenen Schuhe auch wirklich einst die Füße dieses ober jenes Stars zierten
Zahnschmerzen, Liebe... und noch etwas
CK. Stockholm.
Hans Mon Kols, ein junger, eleganter und unternehmender Handlunqsreisender in Schweden, hatte, als er auf feinen Fahrten nach Karlskrona kam, einen Anfall fürchterlichster Zahnschmerzen und stürzte in das Sprechzimmer des ersten Zahnarztes, dessen Schild er auf der Straße gefunden hatte. Als er hier auf dem großen Stuhl Platz genommen hatte, erlebte er aber eine Ueberrcrschung, die bewirkte, daß seine Zahnschmerzen plötzlich nachließen: eine reizende junge Dame erschien im weißen Kittel und stellte sich vor als die Zahnärztin Dr. Christina Jang. Als sie Mon Kols fragte, was ihm fehlte, erklärte er ihr in augenscheinlicher Verwirrung, er habe einen hohlen Zahn, der ihm bisher schreckliche Schmerzen verursacht habe, aber jetzt möchte er nicht mehr, daß ihm der Zahn gezogen würde, sondern er möchte eine Zahnbehandlung haben, und er hätte auch nichts dagegen, wenn diese sehr lange dauern würde. So begann also der tüchtige Reisende regelmäßig bei der Zahnärzttn zu erscheinen, und es sah wirklich so aus, als ob die Be- Handlung keinen schnellen Erfolg haben konnte; denn der Patient erklärte, daß die Schmerzen immer wieder kämen. Und um seine Leiden zu mildern, bat er, da bekanntlich schon die Gegenwart des Zahnarztes oft beruhigend auf die Schmerzen wirkt, die junge Dame, mit ihm ins Theater oder ein anderes Mal ins Kino zu gehen. Diese Kur hätte noch lange dauern können, aber eines Abends mußte die Zahnärztin, als sie nach Hause zurückkehrte, die betrübliche Feststellung machen, daß ihr Schmuck verschwunden war. Sie fragte ihr Mädchen, und dieses berichtete, daß während ihrer Abwesenheit Mon Kols wie schon so oft gekommen sei, sie zu besuchen, aber nachdem er 20 Minuten gewartet habe, sei er wieder gegangen. Ein schrecklicher Verdacht erwachte in dem Herzen der jungen Aerztin, daß fein anderer als der anhängliche Verehrer der Dieb sein könnte. Sie hatte sich nicht getäuscht; denn als Man Kols von der Polizei ins Gebet genommen wurde, gestand er, daß er sich tatsächlich die Juwelen genommen hätte, aber er beteuerte, daß er sie nicht habe stehlen, sondern nur als Andenken an die reizende Zahnärztin habe behalten wollen, in die er sich sinnlos verliebt hätte. Das Gericht schenkte dieser Rechtserttgung des verliebten Reisenden jedoch keinen Glauben, sondern verurteilte ihn zu vier Monaten Gefängnis.
Verbot der Stratzenmusik.
CK. Paris.
beschäftigt, ift merkwürdigerweise für die Pflege und Wiederherstellung kostbarer alter Bücher nur wenig geschehen. Dabei kann auch bei diesem ein heilender Eingriff große Werte retten; eine Wiederherstellung alter Druckwerke ist bei erfahrener und geschickter Behandlung wohl möglich. Verhältnismäßig selten ist das Auftreten oon Rostflecken, das durch kleine in die Papiermasse gelangte Eisenteilchen hervorgerufen wird, die sich infolge der Einwirkung feuchter Luft mit Rost überzogen haben. Sehr viel häufiger sind die Stockflecken, Ansiedlungen opn
ohne ihre Musik vielleicht der Hoffnungslosigkeit verfallen würden und die durch das Singen auf Straßen und Höfen tagaus, tagein ein anspruchsloses Dasein fristen. Außer den Betroffenen werden sicher auch die zur Weltausstellung nach Paris gekommenen Fremden die Entscheidung bedauern; denn die Straßensänger, mochten sie auch oft sen-
Der Polizeipräsident von Paris hat die Derfü- gung getroffen, daß mit sofortiger Wirkung für die , „ . .
Dauer der Weltausstellung alle Straßensänger in Schimmelpilzen und dergleichen; fast alle Exem- Paris verboten sein sollen. Von dieser Verfügung s vlare der Kleinodien unserer klassischen Literatur sind zahlreiche Menschen aller Altersstufen und aller r:"v ™ :----------
Klassen getroffen Jugendliche, die nach ihrer Schulentlassung oder nach beendeter Lehrzeit noch feine Arbeit finden konnten, ältere Familienväter, die aus irgendeinem Grunde ihre Stellung verloren unb keine neue wieder bekommen haben, Menschen, die
Der Wächter des neugeftridjenen Himmelstempels ist sehr betrübt über die vielen Wildtauben, bie letzt zu Tausenden im Gebälk zu nisten beginnen und alles wieder verschmutzen. Der Wächter tut alles mögliche, um die Tauben zu verscheuchen, aber es gelingt ihm nicht.
Siebzig Millionen blieben übrig.
(th) Neuyork.
Die amerikanischen Erbschaftsgerichte haben erst jetzt, ein Jahr nach dem Tode des einbeinigen Mll- lionärs Edward Green, sein Vermögen von 70 Millionen Dollar zur Verteilung an die Erben freigegeben. Dabei hatte sich Green die letzten zwanzig Jahre seines Lebens hindurch eifrig bemüht das Geld geradezu zum Fenster hinauszuwerfen. Seme Mutter, die berüchtigte Hetty Green, die „Hexe der Wallstreet", hatte es verstanden, bis zum Jahre 1916 bei größter persönlicher Sparsamkeit mehr als 150 Millionen Dollar anzuhäufen, die sie dann dem Sohn hinterließ, der aus ganz anderem Holz geschnitzt war. Er kaufte, was er kaufen konnte. Er sammelte, was man ihm als Sammelobjeff anbot. Er hielt sich ein eigenes Luftschift, er hatte einen eigenen Flugplatz, eine eigene Radiostation unö drei Hochsee-Jachten. Und dennoch blieben siebzig Millionen Dollar übrig, obwohl er sich zum Ziel gesetzt hatte, das Geld, das seine Mutter ihm hinterlassen hatte, unter die Leute zu bringen.
Gutes Geschäft mit abgelegten Schuhen.
(—) London.
Dor kurzem hat ein Mann in London ein Geschäft aufgemacht, das hervorragend geht, obwohl es sich doch nur mit dem Verkauf alter Schuhe befaßt. Allerdings sind es Schuhe besonderer Art In kluger Auswertung des Verehrungsdranges, den zahl- reiche Erdenbürger für gewisse Buhnen- und Filmstars haben, hat er sich an jene Stars gewandt^ und ihnen feste Preise für ihre „abgelegten Schuhe ge
reich verweist man auf das Schicksal, bas England in der Geschichte allen fonfurrierenben Seemächten bereitet hat, Spanien, Holland, Frankreich, Deutschland, und sagt Italien Aehnliches voraus. In England glaubt man italienisches Streben nach dem Indischen Ozean wahrzunehmen, an den das koloniale Italien in der Tat angrenzt, und damit einen drohenden Einbruch in das sorgfältig gehütete Kernaebiet des Weltreiches. Wir find der Ansicht, daß oie Betonung der italienischen Seemacht durchaus keine Fanfare jein soll, sondern nur die ruhige Betonung neuer Lebensrechte, wie sie die Entwicklung der jungen Nation und ihre erwiesene Lebens- und Tatkraft rechtfertigen. Der Fall gehört, wie fast alles, was heute machtpolitisch geschieht, in den beherrschenden Fragenkomplex unserer Zeit: „Gleiches Lebensrecht für a 11 e", und „Besitzer- gegen Nichtbesitzermächte". —
Ein Blick auf das gegenwärtige Schiffsmaterial der italienischen Marine zeigt einen zielbewußten und bedeutenden Aufschwung. In den Jahren des vorwiegenden Baues leichter Streitkräfte entstanden der Reihe nach sieben Schwere und zehn Leichte Kreuzer von fast einzigartiger Beschaffenheit. Ausgerüstet mit sehr hohen Geschwindigkeiten, die nahe an die 40-Knoten-Grenze (74 Stundenkilometer) heranreichen, sind die ersteren stark bewaffnet, gut gepanzert und mit drei Flugzeugen versehen, weniger vielleicht mit großem Brennstoffvorrat. Die
Von Verkettung kostbarerLücherschähe
Auch Bücher werden mit der Zeit „krank"; diese Erfahrung hat jeder gemacht, der sich mit alten Büchern beschäftigt. Da gibt es die häßlichen Rost-, Stock- und Moderslecken, der Leim im Rücken des Einbandes breitet sich aus und bringt in das Buch hinein, und der „Bücherwurm" frißt seine Löcher in das Papier. Gerade bei den kostbaren alten Büchern können solche Schäden den Wert bedeutend herabmindern. Während man sich aber mit Ausbesserung und Wiederherstellung schadhafter Kunstwerke schon seit langem eingehend und sachgemäß
sind in geringerem ober größerem Maße von diesem Liebel befallen. Ein geschickter Restaurator von Büchern kann diese Schäden beseitigen, aber es bedarf
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Chinesischer Alltag im „lokalen Teil".
Gn. Peking.
Unser ständiger Femost-Berichterstatter sendet uns diese Meldungen, die er aus chinesischen Zeitungen übersetzt hat.
Der Eisenbahn-Polizist, Herr Ma, fand gestern in der Küche desSpeisewaaens derPeking—Suyian- Bahn besonders schwere Kohlköpfe. Als er sie anschnitt, fielen 500 Silberdollar heraus. Köche und Kellner des Zuges waren die Züchter dieses Silberkohls, der nach der Provinz Schansi verpflayzt werden sollte.
Herr Gao, ein Soldat der 29. Armee, hat in der Lotterie für den „Gelben Fluß" den ersten Preis von 20 000 Silber-Dollar gewonnen. Der Herr Armeeführer, General Sung-Eheh-yuan, gab jedoch dem Soldaten Gao den Rat, nur 4000 Dollar feiner ' Familie zu schicken und den Rest des Geldes unter die anderen Soldaten zu verteilen, was Herr Gao auch tat. *
Das Schulamt unserer Stadt wird am 15. durch Theatervorführungen, Kundgebungen und Plakate auf bie Nachteile aufmerksam machen, bie für einen unserer Mitbürger daburch entstehen, daß sie nicht lesen und schreiben können. Am „Straßenreini- gungs-Felbzug", der am 29. beginnt, sollen sich alle Polizisten und städtische Arbeiter drei Tage beteiligen, um ein gutes Beispiel zu geben.
Aus der Ta-Chin-Lu gab es gestern einen großen Auflauf als Frau Wang aus der Oleandergasse ihren Schwager Li durch den Stadtpolizisten Fu festnehmen ließ. Sie hatte Herrn Li zwei Dosen aus der Sung-Zeit im Werte von 30 000 Dollar zum -Verkauf übergeben, Li hatte bie Vasen verkauft, aber bas Geld nicht abgeliefert. Er muh jetzt so lange auf der Polizeiwache bleiben, bis die Sache
Empfinden, daß dort ein Fremdkörper unter der Haut sitze. Eines Morgens nahm er fein Rasiermesser unb brachte sich einen tiefen Schnitt in der Ferse bei. Und siehe da — die Kugel kam zum Vorschein. Oswald versichert, daß es die Kugel aus seinem Kopf sei. Die Aerzte sind anderer Auffassung und halten es für unwahrscheinlich, daß eine Kugel durch einen ganzen Menschen hindurch wanderte, um dann an der Ferse zum Vorschein zu kommen.
Der dreifarbige Kater.
CK. Istanbul.
Die Gerichte von Istanbul haben seit einiger Zeit eine ganze Reihe von Prozessen gehabt, in denen die merkwürdigsten Klagen zur Verhandlung kamen. Ein besonders schwieriger Fall, der die Oesfentlich- keit in den letzten Tagen beschäftigte, ist wieder der folgende: Vor drei Jahren kam zu einem Esstghand- ler in Skutari, während er sich die Kehle wund- schrie, um seine Ware anzupreisen, ein Mann, der ihm mitteilte, daß der Besitzer eines Gasthauses von Galata 12 000 Dollar demjenigen böte, der ihm einen Kater verschaffte, dessen Fell durch drei Farben ausgezeichnet sei. Dem Essigverkäufer, Achmed mit Namen, schien dies eine großartige Gelegenheit, zu Geld zu kommen, und er begab sich sofort auf Die Suche. Er zog, auf einem Esel reitend, durch die halbe Türkei. Als ihm mitgeteilt wurde, daß ein Kater mit den gewünschten Merkmalen in Ankara zu finden sei, eilte er sofort dorthin, aber er hatte inzwischen alles, was er befaß, und zuletzt auch den Esel verkaufen müssen, so daß er nun zu Fuß wandern mußte. In Ankara fand er den gejuchten Kater auch nicht, aber es wurde ihm gesagt, er könnte einen solchen in Eskichehr finden. Er marschierte auch zu dieser Stadt, hatte aber wieder fein Glück, und so erlebte er noch verschiedene Enttäuschungen, bis er schließlich nach Istanbul zurück- kehrte, wo er seinen alten Handel wieder aufzunehmen versuchte. Hier aber erzählte ihm eines Tages ein junger Armenier, er kenne eine Familie am Ufer des Bosporus, die einen Kater mit drei Farben besitze. Achmed eilte dorthin, sah den Kater, der tatsächlich die Bedingungen erfüllte, unb es gelang ihm nach langem Feilschen, das Tier für 60 türkische Pfund zu kaufen. Er steckte den Kater in einen Sack und begab sich sofort zu dem Gastwirt, der den hohen Preis dafür geboten hatte. In dem Augenblick jedoch, in dem er den Kater aus dem Sack herausließ, gelang es diesem, mit einem großen Satz beiseite zu springen unb zu flüchten; alle Bemühungen, ihn wieder zu finden, waren vergeblich. Das ist die Grundlage des Prozesses. Achmed behauptet, die Bedingung erfüllt zu haben, da er einen Kater der vorgeschriebenen Art herbeigeschafft habe und verlangt die versprochenen 12 000 Dollar. Der Gastwirt bestreitet seine Forderung, da der Kater nicht mehr zur Stelle ift. Das Gericht ift in Verlegenheit und hat sich zunächst damit geholfen, zwei Sachverständige zu berufen, die sich den Kopf über den schwierigen Fall zerbrechen sollen. Aber während der Kampf der Meinungen noch hin und her ging, hat der Gastwirt, der befürchtete, daß der Prozeß eine schlimme Wendung für ihn nehmen könnte, heimlich alles verkauft, was er befaß, und sich aus dem Staube gemacht.
Die Zucker-Tomate.
(rt) Brüssel.
Ein Gärtner in der Nähe von Brüssel hat eine neue Tomate gezüchtet, die so süß fein soll wie eine riesengroße dicke Kirsche. Er gab ihr den Namen Sucra unb hat sein Zuchtprobukt ben Köchen von Brüssel unb den Botanikern der dortigen Universität unterbreitet. Die Nachprüfungen ergaben, daß die Frucht 13 v. H. Zucker enthält, im ganzen ungewöhnlich süß ist und in der Erlesenheit des Geschmacks mit den besten Süßfrüchten zu konkurrieren vermag. Man wird — wenn man den Prognosen jenes Tomatenzüchters Glauben schenken kann — in Kürze bie „Riesenkirschen" in jebem Frühjahr mit Spannung erwarten.
Er gab das große Los zurück.
(sk) Genf.
Eine Wohltätigkeitsgesellschaft in Neuenbry hatte eine Lotterie veranstaltet, bie vor ein paar Tagen zur Ziehung kam. Dabei fiel das Große Los mit 100 000 Franken auf einen bis heute unbekannten Gewinner. Dieser Gewinner scheint ein sehr großzügiger unb wohltätiger Mann zu fein. Er hat nämlich bas Los an bie Lotterieverwaltung zu- rückgefchickt mit bem Bemerken, baß er das Los bamals gekauft habe, um einem wohltätigen Zweck zu dienen. Nun mode er auch am Gewinn nichts oerbienen. Das Gelb möge fiir arme Leute und vor allem für Waisenkinder verwandt werben. 2000 Franken aber möge man den Kindern überreichen, die das Los aus der Trommel holten.
Noch kürzlich sprach zum Barsch die Flunder: „Wie töricht ist der Mensch mitunter, Er will nur Fleisch von Schwein und Rind, Obwohl wir vitaminreich sind." Jedoch: dem Menschen nichts entgeht.
timental wirken und ihre Leistungen keineswegs immer ein reiner Kunstgenuß sein, gehörten doch zu ben typischen Erscheinungen ber Seinestabt, die auch denen, die nie Gelegenheit hatten, sie selber äu hören, doch aus dem bei uns vielgespielten Film „Unter ben Dächern von Paris" vertraut sinb. Unb wer bebauert es nicht, wenn eine Stabt um einen Lvkalton ärmer wird! Auch in ber Pariser Oefient- lichkeit jinbet bie Maßnahme lebhafte Kritik. So meint „Le Jour", nicht bie Tatsache, baß man Arme ähe, sei ernst, sonbern baß es sie gäbe.
Der seltsame Trauerzug.
(ur) Marseille.
Sehr häufig sieht man in Marseille Särge, die auf ein Schiff verladen werden, das nach Korsika hinüberfährt. Die Korsen lieben ihre eigenartige Heimat und wollen dort ihren letzten Schlaf finden. Umgekehrt aber ist es höchst selten vorgekommen, daß ein Sarg von Korsika zum Feslland gebracht wurde. Deshalb faßten die Zöllner den Transport ehr mißtrauisch ins Auge, der da am Kai fest- machte. Es handelte sich offenbar um einen reichen Toten, denn ber Sarg war prachtvoll geschmückt. Außerbem war er von riesigen Blumenkränzen umgeben. Schluchzenbe Frauen knieten neben bem Sarg. Aber all biese Dinge vermochten ben Zollbeamten nicht zu erklären, weshalb jemanb, ber in Korsika starb, sich ausgerechnet zum Festlanb hinüberführen ließ. Man bestand also auf einer Untersuchung des Sarges ober auf einer Besichtigung des Toten. Rasch trockneten die Tränen. Wie der Blitz verschwanden die schwarzgekleideten Personen von dem Schiff, während die Zöllner die Schrauben am Sarg öffneten. Der Sarg war bis zum Rande unö in seiner ganzen Tiefe und Breite mit Tabak, und zwar mit englischem Zigarettentabak, gefüllt. Dieser Tabak kostet auf Grund einer sehr alten Privilegiums auf Korsika so gut wie nichts, während man in Frankreich erhebliche Zölle zu bezahlen hat.
Der Feigenbaum.
* (un) 5R_p m.
In einer kleinen Ortschaft in Süditalien steht ein Feigenbaum, der sein blühendes Wachstum dem Umstand verdankt, daß der einstige Seeoffizier Ben Wangford in feinem letzten Willen anordnete, daß er in jenem Ort in Italien mit einem Feigenbaumschößling in der Hand begraben werde. Man legte über das Grab einen großen Stein. Aber die Kraft ber Natur war stärker. Der Feigenbaum hat sich, aus ber Hanb bes Toten emporsprießenb, den Weg gebahnt, bie Steinplatte beifeitegebrängt unb stolz bas Hauvt gen Himmel gereckt. Aber niemand erntet die Früchte des Baumes, der in jener Gegend nur ber Feigenbaum des Tobes genannt wirb.
Eigenartiges Testament.
(ky) Mailand.
Ein ungewöhnliches Testament hinterließ ein kürzlich in ber italienischen Gemeinbe Brigano verstorbener Bauer, ber in seinem Heimatsort, in bem er bie 80 Jahre seines Lebens verbracht hatte, sehr bekannt unb beliebt gewesen war. Seit jeher hatte ber Bauer ben sehnlichsten Wunsch gehabt, baß man ihn nach seinem Tobe nicht so rasch vergessen möge. Um sich noch recht lange bei ben Mitbewohnern seines Dorfes in Erinnerung zu halten, bestimmte er in feinem Testament, baß nach feiner Beeidigung an jede einzelne Familie feines Heimatborfes, yleich- gültig ob sie reich ober arm sei, ein Kilogramm Brot verteilt werbe, bas aber ausbrücklich nur aus solchem Mehl gebacken sein bürfe, wofür bas (Betreibe auf seinem Acker gewachsen war. Selbstver- stänblich würbe dieser letzte Wunsch bes Verstorbenen erfüll, unb so erhielten nach der Beerdigung alle 400 Familien je ein Kilogramm Brot, das genau nach den letzten Verfügungen des Verstorbenen gebacken war.
Unwahrscheinliche Wanderung einer Kugel.
(ss) 35 u b a p e ft.
An ber russischen Front erlitt im Jahre 1914 der ungarische Landwirt Johann Oswald eine Schuß- verletzung. Die Kugel blieb im Kopf stecken, und zwar so unglücklich, baß kein Chirurg es wagte, bas Geschoß zu entfernen — aus Angst, den Patienten töten zu können. Oswald litt in der Folgezeit nur an schwerer Migräne, fühlte sich aber sonst ganz wohl unb kassierte regelmäßig seine Kriegs- beschäbigtenrente ein. Er verschwieg, daß bie Migräne allmählich nachließ unb eines Tages ganz verschwunben war. Aber einige Zeit später stellten sich ernste Hals- und Nackenschmerzen ein. Ste wechselten in Rücken- unb Beckenschmerzen. Dieje Schmerzempfindlichkeit zog sich immer weiter nacy unten. Oswald empfanb nun vor einiger Zeit heftiges Ziehen in ber linken Ferse. Er hatte das


