187. Jahrgang
Gießener Anzeiger
ttr.W Erstes Blatt 187. Jahrgang Montag, 19.April 1957
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MW General-Anzeiger für Oberhessen WZ
SrannuSyma'n liess vni» unft Verlag: vrühl'lche UntverfitStrvuch- on» Stdnörntferei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze r M-ng-n°bichÄsr°bff^s
wistifchen Politik geworden. Von dort kämen alle diese sensationellen und gefährlichen Gerüchte. — Die öffentliche Meinung Europas hat also wirklich alle Ursache, allen Meldungen, mögen sie auch Eonv men, woher sie wollen, die von einer Aenderung der außenpolitischen Beziehungen Sowjetrußlands wissen wollen, mit schärfstem Mißtrauen zu begegnen. An der Einstellung des nationalsozialistischen Deutschlands zum Bolschewismus und damit auch zur Sowjetunion hat sich jedenfalls — das muß angesichts des Moskauer Schwindelfeldzuges in der internationalen Presse gesagt werden, obwohl es ja selbstverständlich ist —, nicht das geringste geändert. Zwischen beiden gibt es kein Kompromiß.
Englischer GeiWcher verteidigt den Bolschewismus. Wachsende kommunistische Propaganda innerhalb der englischen .Hochkirche.
London, 19. April. (DNB. Funkspruch.) Die Abordnung englischer Kirchenmitglieder, die die von Bolschewisten noch besetzten spanischen Gebiete besucht hat, ist wieder nach London zurückgekehrt. Ihr Führer, der Dekan von Canterbury, machte in seiner gestrigen Predigt in der Kathedrale zu Canterbury kein Hehl aus seinen bolschewistischen
Neigungen. Er verteidigte das bolschewistische Regime mit den hohlen Phrasen, daß es in der „gemeinsamen Front für Freiheit und Gerechtigkeit und für eine neue soziale Ordnung" kämpfe. Dieser Kampf sei den Absichten Christus näher, als das frühere Kirchensystem in Spanien (!!). Dieselbe „religiöse Note" (!!), wie sie heute in Sowjetspanien angeschlagen werde, sei auch in Sowie truß land vorhanden. Es sei völlig unrichtig, wenn man behaupte, daß diese Leute (in Spanien und in Sowjetrußland) unreligiös seien, wenn sie Gott verneinten. (!) Es komme nicht darauf an, was sie mit ihren Lippen sagten, sondern, was sie in ihrem Herzen dächten.
Die konservative „M o r n i n g Post" erklärt dazu: Hinter dem Spanien-Besuch der englischen Priester stehe eine revolutionäre Gruppe oon kirchlichen Extremisten. Die Gruppe habe einen Feldzug gegen die nationalspanische Regierung eingeleitet und verteile Flugblätter cknter den Kirchenbesuchern. Mittwoch werde sie sich an einer großen Versammlung beteiligen, auf der u. a. der Dekan von Canterbury, der Führer der La- bour-Opposition im Unterhaus, Attlee, und Professor Mc Murray sprechen würden. Die Gruppe übe auch bolschewistische Lieder und Schlagworte für die marxistische Kundgebung am 1. Mai ein.
Oer Geburtstag des Führers.
Die Feier der Wehrmacht.
Fahnenübergabe,Parade undBorbeimarsch
Berlin, 17. April. (DNB.) Am 19. April übergibt der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht an Truppen der drei Wehrmachtsteile 90 Fahnen und Standarten. Die Feier beginnt um 18.30 Uhr auf dem Wilhelmplatz und endet nach dem Großen Zapfenstreich und Vorbeimarsch gegen 20 Uhr. Am 20. April findet um 11 Uhr große Parade statt. Den Vorbeimarsch nimmt der Führer gegenüber der Technischen Hochschule ab. Die Feier wird durch Rundfunk übertragen.
Die Feier der Vereidigung in München.
München, 17. April. (DNB.) Die Vereidigung der Politischen Leiter, Walter und Warte, die seit Jahresfrist $u einem Amt in der Bewegung berufen worden sind, wird auch in diesem Jahr dem Geburtstag des Führers den Ausklang geben. Auf dem Königlichen Platz werden 700 Politische Leiter und 1500 Frauen vereidigt werden. Kurz nach 20 Uhr werden Gauleiter Adolf Wagner und dann Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sprechen. Um 21 Uhr wird der Stellvertreter des Führers Worte der Ermahnung
an alle im ganzen Reich zur Eidesleistung gerufenen Volksgenossen richten und nach einigen Minuten allgemeiner innerer Einkehr, während deren das Deutschlandlied verhalten über den Platz klingt, selbst die Vereidigung vornehmen wird. Der Gesang der Nationalhymnen wird die Feier abschließen. Alle anderen Vereidig ungs- stätten im Reich werden durch Rundfunk mit dem Königlichen Platz verbunden sein.
Heute abend spricht Or. Goebbels im Itunh^u^f.
Berlin. 17. April. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels spricht am Dorabend des Geburtstages des Führers von 20 bis 20.10 Uhr über alle deutschen Sender.
Ein Lautdenkmal deutscher Mundarten.
Das Geburtstagsgeschenk der drnrfchen Beamtenschaft.
Berlin, 18. April. (DNB.) Nachdem die deutsche Beamtenschaft dem Führer zu seinem 47. Geburtstag eine auf Hautpergament handgeschriebene Ausgabe des Werkes „M e i p Kampf" als Gabe dargebracht, wird das diesjährige Geburtstagsgeschenk des Reichsbundes deic deutschen Bcam-
Roter Schwindel.
Don unserer Berliner Schriftleitung.
Seit Wochen tauchen in der Auslandspresse ^scheinbar aus gutunterrichteter Quelle stammende Mitteilungen darüber auf, daß ausgerechnet das mationalsozialistische Deutschland beabsichtige, Zu--Moskau in politische und wirtschaftliche
Beziehungen zu treten. Es wird sogar von einer Neuauflage des Rapallo-Vertrages gesprochen, also jenes Vertrages, der tm Frühjahr 1922 Mährend der Tagung in Genua zwischen dem Lystemstaat und Räterußland abgeschlossen wurde, ; wobei es gerade die französischen und englischen i Staatsmänner waren, die unter einer Wolke von Beschimpfungen Moskaus und der bolschewistischen ‘ Politik Deutschland wegen dieses Vertragsschlusses Angriffen. Wer wissen will, wie niederträchtig und Hinterlistig die räterussische Politik war, der muß . »or allem die Aeußerungen der französischen Staats- , männer Poincare und Barthou nachlesen. Für wen l Aaben eigentlich die Zwecklügen über angebliche Verhandlungen zwischen Berlin und Moskau einen Reiz? Das Dritte Reich rechnet es sich zum Haupt- Verdienst an, den Kommunismus in seinen Gren- hen niedergerungen zu haben, ohne diesen Kampf
Zum Geburtstag des Führers Flaggen heraus!
Berlin, 19. April. (DBB. Junkspruch.) Der Leichsminister für Volksaufklärung und Propa- :>anda fordert die Bevölkerung auf, aus Anlaß des Geburtstages des Führers ihre f) ä u- !»er und W ohnungen am 20. April zu
Neflaggen.
und ohne diesen Sieg hätte der Bolschewismus ! L eutschland als Sprungbrett benutzt, um Westeuropa p unterwühlen. Aus der Handels- und Wirtfchafts- hatistik, soweit sie sich auf den Warenaustausch Mischen Deutschland und Räterußland bezieht, ist isutlich zu erkennen, daß das neue Deutschland bran ist, den Warenaustausch mit Räterußland | lmzuschränken.
Trotzdem oder gerade deswegen melden heute ! o_!sländische Blätter, daß in der deutschen Reichs- lauptstadt eine starke Strömung für die Wiederauf- luhme der Beziehungen zu Moskau vorhanden sei. (>o meldete am 3. und 9 April der „Kurjer W a r s z a w s k i", die Annäherung zwischen dem siührer und General Ludendvrfs werde eine siwjetrussisch-deutsche-Annäherung zur Folge haben, iie General Ludendorff aus militärischen Gründen f. r notwendig halte. „Sunday Chronicl e", ins in erster Linie von erfundenen Sensationen lebt, l hauptet am 11. April, daß hohe deutsche Offiziere c Heime Verhandlungen über den Abschluß eines Mndnisses mit Generalen der sowjetrussischen Arme geführt hätten. Hitler habe diesen Verhand- hngen zugestimmt und werde den Presseangrisfen auf die Sowjetunion ein Ende machen und den l eg zu einer engen Zusammenarbeit zwischen dem IjMten Reich und der Sowjetunion vorbereiten. — 21_icf) das liberale Sensationsblatt „Star" weiß zu liBslben, daß kürzlich Sowjetgenerale an deutsche Esnerale herängetreten seien, um freundschaftliche W»ziehungen zu eröffnen. Allerdings heißt es dann, dcß Hitler die Angelegenheit sofort abgelehnt :|übe.
, Das „Ioural de Geneve" untersucht die Möglichkeiten eines künftigen „Zusammenspiels" Mischen Hitler und Stalin. Um diese Behauptung gl-ubhafter zu machen, wird — was als völlig piwahr bewiesen ist — erklärt, daß Stalin zu diesen Zwecke bereits planmäßig alle jüdischen Sow- Pfführer aus der bolschewistischen Revolutionszeit te eilige. Die antikommunistische Verständigung S rlin—Rom—Tokio beunruhige Stalin stark, und <rroerbe aufatmen, wenn er die Bindungen zwischen dm drei Großmächten lockern könne. Die Annäherung Berlin—Moskau sei eines Tages sehr wohl m glich. Der „Berner Bund" tritt diesen Gerüchten entgegen. Er schreibt, man nehme in Ber- lir mit nicht geringer Verwunderung oon den Kom- tir ationen englischer und französischer Blätter Kmntnis, die wissen wollen, daß sich in den deutsch- siwjekrussischen Beziehungen ein grundsätzlicher Vimdel vorbereitet. Diese Gerüchte von einer be- loi stehenden Annäherung zwischen beiden Ländern mürben in Berlin an zustänbiger Stelle als frei iiffunben bezeichnet. Es bestehe nicht ber ge- lUKste Aistaß, anzunehmen, baß sich an bem ber- pigen Charakter ber beutsch-sowjetrussischen Be- rikyen in absehbarer Zeit etwas ändern könne. Sie ilbben* m erster Linie von bem tiefen Gegensatz l;nimmt, ber vor allem weltanschaulich zwi- sh. n ben Auffassungen in Berlin unb Moskau vor- hiben ist. Die gegenteiligen Behauptungen in Lon- b: unb Paris würben beshalb in Berlin als diplo- ricttsches Manöver bezeichne!
(=s ist ohne weiteres klar, baß bie Urheber biefer Stilbungen nicht in Paris ober London zu suchen ft , sonbern ba, wo ein Grund vorhanden sein ri3, solche Tatarennachrichten auffliegen zu lassen, las aber ist nur Moskau, das ist die Kornin- fcr., die ihre Beziehungen im Auslande ausnutzt, im auch außenpolitisch die Geschäfte des Bolsche- Ui-Hnus zu besorgen. Moskau ist unermüdlich an dr Arbeit, nachdem Paris und Prag in das rote Cern gegangen sind, auch noch andere Länder in b.c Beistandsnetz hineinzuziehen. Da wird dieser de- jener Balkanstaat umworben, in dem starke 2br eigungen gegen Moskau und den Bolschewis- mr. bestehen. Da kommen nun Meldungen aus der inrnationakn Presse die behaupten, daß das neue Littschland mit aller Kraft dahin strebe, wieder
Am 1. Mai wird die parier' wieder geöffnet. Oer (Stellvertreter des Führers verkündet die Aufhebung der Mitgliedfperre f ür die RGOAP.
Karlsruhe, 18. April. (DNB.) Aus dem Parteitag des Gaues Baden der NSDAP, sprach auch der Stellvertreter des Führers. Rudolf Heß ging einleitend auf die kommende Wiedereröffnung der NSDAP, ein, indem er u. a. ausführte: Die Aufgaben der Partei find nicht kleiner geworden nach der Machtergreifung, sie find größer geworden, sie find umfassender geworden und in ihrer Bedeutung bestimmt nicht geringer. Welche Leistung bedeutet allein das Winterhilfswerk mit seinen rund 400 Millionen Mark! Diese Leistung wie viele andere ist undenkbar ohne nationalsozialistische Führerschaft und Parteigenossenschast.
Viele haben aber auch als Helfer viel für die NSDAP, getan, ohne Mitglied zu fein. Sie und alle die Volksgenossen, die sich in den Gliederungen und den angeschlossenen Verbänden der Bewegung unermüdlich einsatzbereit gezeigt haben, werden in erster Linie nach dem 1. 2H a i in bie NSDAP, ausgenommen. Denn nach genau vier Jahren wird am 1. Mai die Mitgliedersperre aufgehoben. Damit steht vielen deutschen Volksgenossen wieder der weg offen, sich einzureihen in die engste Gefolgschaft des Führers. Maßgebend für die Aufnahme werde nach wie vor nicht Stand, Rang, Geld oder Herkunft fein, sondern allein der Charakter, die bewiesene Einsatzbereitschaft, der Wille zur Mitarbeit.
Wie die Nationalsozialisten hier in Karlsruhe zusammenstehen in Kameradschaft, so steht bas ganze beutschS Volk zusammen in einer großen Kameradschaft, und diese Kameradschaft, diese endlich errungene wirkliche deutsche Einheit, die wird nie wieder zerstört werden. Das mögen sich die gesagt sein lassen, die noch immer auf die alte deutsche Zwietracht hoffen, und mögen sich vor allem auch die gesagt sein lassen, die noch >mmer hoffen, die Religiofität unseres Volkes mißbrauchen zu können zu politischen Zwecken. Wir haben es nicht vergessen, daß Parteien
mit christlichem Mäntelchen einst Hand in Hand gingen mit marxistischen Gottesleugnern und Schändern der deutschen Ehre, wir haben es nicht vergessen, daß sie mit an der Herrschaft waren, als Deutschland schier unaufhaltsam dem Bolschewismus zutrieb, wir haben es nicht vergessen, daß sie zu den haßerfülltesten Gegnern des Nationalsozialismus gehörten, wir haben es nicht vergessen, daß sie mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln die einzige Partei bekämpften, die ihrem ganzen Wesen nach am entschiedensten anti- bolschewistisch ist; sie waren die haßerfüllten Gegner der Partei, die schließlich den bolschewistischen Menschheitsfeind schlug, die jene schlug, die aus Prinzip Gott leugnen.
Diejenigen aber, die selbst heute noch den Nationalsozialismus versteckt oder offen angreifen, die Pamphlete gegen ihn verlesen lassen, diejenigen fragen wir: habt ihr vergessen, daß der Bolschewismus, der Antipode des Nationalsozialismus, in Rußland und Spanien Kirchen in Kinos und Tanzbühnen verwandelt, Altäre besudelt, Gotteshäuser niederbrennt, Priester und Nonnen hinfoltert? habt ihr vergessen, daß es die größte Auszeichnung ist, die der Bolschewismus zu vergeben hat, wenn er jemanden zum „Ehren- Gottlosen" ernennt? Wollen die Kirchen bestreiten, daß sie machtlos diesem Treiben gegenüberstanden und gegenüberstehen? Sehen sie nicht, was Millionen sehen, daß der Nationalsozialismus zu einem ehernen Fels gegen diese Menschheilsgeißel geworden ist? Erkennen sie nicht, daß er allein es war, der in Deutschland vom jüdischen Bolschewismus verhehle Menschen wieder zu Menschen von anständiger Gesinnung und Gesittung gewandelt hat? Können sie leugnen, daß der National- söziaNsmus damit das Gute im Menschen wiedergeweckt hat, das Gute, aus dem der Glaube an Goll gedeiht?
Alle, bie in ber Welt, so erklärte Rudolf Heß weiter, ben bolschewistischen Kulturzerstörer erkannt haben, blicken in letzter Hoffnung auf bie wenigen Staaten, bie zu einer Abwehrfront gegen bas Treiben ber Kommunistischen Internationale geworden sind. Einst, da bie roten Fahnen marxistischbolschewistischer Revolte in Deutschlanb wehten, tat ein hoher Offizier unseres westlichen Nachbarstaates in blinbem Haß ben Ausspruch: „Wir wünschen Deutschlanb soviel Marxisten unb Kommunisten wie möglich, weil wir Deutschlanb bie P e st w ü n ° s ch e n". — Wir finb ber P e st Herr geworden. Bei uns wird nicht gegeneinander demonstriert. Bei uns werden nicht Fabriken besetzt. Bei uns wird nicht jeden Tag von neuem der Produktionsprozeß durch Streiks unterbrochen. Bei uns schießen nicht Arbeiter unb Polizei aufeinanber. Bei uns schrauben nicht Lohne unb Preise enbtos ein- anber in bie Hohe. Bei uns wirb bas Gelb nicht entwertet. Bei uns feiern keine Jnslationsschieber Orgien. Bei uns werben bie Fahnen ber Nation nicht mit brei Pfeilen, mit Hammer unb Sichel ober bem Sowjetstern „verzier t". Wir wissen, baß bies alles heute anbersroo geschieht, aber wir finb nicht so kurzsichtig, uns besten zu freuen, nenn auch wir selbst gegen biefe Pest enbgültig gefeit finb. Anbere finb es nicht. Wir bebauern aufs tiefste bie Länber, bie von biefer Pest bebroht finb. Wir finb uns bewußt, welche unersetzlichen Kulturgüter biefe Länber bergen, Kulturgüter, beren Zerstörung Hanb in Hanb geht mit ber Pest. Wir sind uns auch bewußt, baß brave Menschen um die Fruchte ehrlicher Arbeit gebracht werben, baß rassisch beste Menschen zu Legionen hingemorbet werben unb daß Hunger unb Elenb schließlich um sich greifen. W i r wünschen anberen Völkern nicht bie Pest.
Je mehr wir die Folgen bolschewistischer Herrschaft bei anderen sehen, desto froher blicken wir auf unser eigenes Volk, wie es einig „.nb zufrieden seiner Arbeit nachgeht. Dankbar blicken wir auf ben Mann, der uns befreit hat vom Bolschewismus unb aus Deutschlanb roieber eine ge- funbe unb stolze Nation machte Wir wissen, baß Gott mit uns Deutschen war, als er uns biesen Mann als er uns Abolf Hitler sanbte.
mit Moskau in ein Verhältnis zu gelangen. Muß bas nicht bie Wirkung haben, bie öffentliche Meinung in biesen ßänbern zu beeinflussen? Das ist ber Zweck ber Uebunq, bas ist bie Ursache, weshalb und warum zur Zeit bie bümmften und niederträchtigsten Zeitungsenten von Moskau aus aufsteigen, um in Paris und London, vielleicht auch in Prag und anderswo gebracht zu werden.
Wie gewissenlos unb gerissen bie bolschewistische Brunnenvergiftung ist, geht auch baraus hervor, daß am 2. April sich bie Außenpolitikerin bes „Oeuvre", Madame Tabouis, die ihr Gehalt von der Pariser Sowjetbotschaft erhält, in einem längeren Artikel mit einer angeblichen Besprechung zwischen dem Führer und führenden deutschen Industriellen beschäftigte, bie natürlich niemals ftattgefunben hat. Sie behauptet, daß in biefer Besprechung festgelegt worden fei, baß man unbedingt eine Rückkehr zu einer politischen Einigung mit Sowjetrußland erstreben müsse. Am gleichen Tage wärmt der „Figaro" die längst widerlegte Behauptung auf, daß General Luden- b o r f f aus seinen Sympathien für ein deutsch- sowjetrustisches Bündnis nie ein Hehl gemacht habe und bie Beseitigung der Verstimmung zwischen ihm und dem Führer nun als Beginn einer Wendung in dieser Richtung angesehen werden müsse. Der „Figaro" tut das, obwohl bekannt ist, wie scharf gerade General Ludenborfs sich zu allen Zeiten gegen den Bolschewismus gewandt hat. Auch der „Temps" tischt nach einer Meldung vom 8. April gleiche Märchen auf. Er begründet seine Kombinationen über eine angeblich beutsch-sowietrussische Annäherung nicht nur mit einem „Schwinden bes jüdischen Einflusses in Sowjetrußland", sondern auch noch obendrein mit ber Einstolluna L"den- dorffs, ber „gegen eine zum minbeften wirtschaftliche Annäherung mit Sowjetrußland nicht abgeneigt sei". An beiden Behauptungen ist natürlich kein wahres Wort. Selbst der „Daily Telegraph" wärmt die alte Lüge auf, daß die deutsche Armee ein autes Verhältnis zur Sowjetarmee wünsche und in dieser Richtung beim Führer vorstellig geworden sei. Der „Kurjer Polski" trägt alle in ber ganzen Welt verbreiteten Lügen über eine deutsch-sow- jetrussische Annäherung zusammen, um daraus zu folgern, daß neben einer wirtschaftlichen auch eine politische Annäherung zwilchen beiden Staaten kommen werde. Auch dieses Blatt kann es sich nicht versagen, General Ludendorff sowietrussische Neigungen zu unterschieben und zu erklären, daß die Aussöhnung zwischen Hitler und Ludendorff ein überzeugender Beweis für den Wind fei, der immer deutlicher die Wege der deutschen Politik nach Osten zu treiben beginne.
Die rechtsstehende französische Zeitung .Jour", die zunächst selbll von einer bevorstehenben beutsch- sowjetrussilchen Annäherung glaubte berichten zu können, ist bann beutlich von biesen Sensationsmeldungen abgerückt. Das Blatt schreibt u. a.: Die ganze Gerüchtemacherei sei so geschickt aufgezogen, baß man verpflichtet sei, seine Urheber zu nennen, nämlich Moskau und gewisse Kreise inderTschechoslowakei. Seit einigen Tagen fei Prag ein sehr eifriges Zentrum ber bolsche-


