Neber 50 Jahre Leser des Gießener Anzeigers.
Abiturienten-Entlassungsfeier des Gymnasiums.
Winnen, daß im Landgraf-Ludwig-Gymnasium ernste Erziehungsarbeit in der Ausrichtung auf unsere Volksgesamtheit geleistet wird.
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1846 A
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* Alten-Buseck, 19. März. Der hiesige Wagner Ludwig Hofmann II., Flußstraße 4 wohnhaft, ist seit über 50 Jahren treuer Bezieher seines Heimatblattes, des Gießener Anzeigers. Herr Hofmann, der aus Wetterfeld stammt und seit 54 Jahren hier ansässig ist, kann am morgigen Samstag, 20. März, in voller Frische seinen 7 7. Geburtstag begehen. Er ist täglich noch von morgens bis abends in seiner Werkstatt beruflich tätig. Vor vier Jahren konnte er mit seiner Gattin das Fest der goldenen Hochzeit feiern.
Kreis Sdjotfen.
)—( Ruppertsburg, 18. März. Der hiesige Männergesangverein veranstaltete am Sonntag im Schlörbschen Saale einen Liederabend, bei dem die Sänger den Besuchern mit Chören große Freude bereiteten, ferner gemeinsam gesungene Lieder der Sänger und der Besucher den Abend verschönten. Mehrere Mundartgedichte trugen noch zur Bereicherung des Abends bei. Der Erlös der Veranstaltung kam dem Winterhilfswerk zugute.
Das Landgraf-Ludwig-Gymnasium veranstaltete gestern nachmittag in der Aula eine Entlassungsfeier für die Abiturienten. Im Mittelpunkt der Feier stand die Ansprache des Leiters der Anstalt,
Oberstudiendirektor Or. löolkewitz, aus der wir einige Grundzüge wiedergeben. Zum ersten Male, so führte der Redner u. a. aus, veranstalte das Gymnasium eine Abschiedsfeier für seine Abiturienten. Diese Einrichtung solle für die Zukunft beibehalten bleiben. 33 Schüler erhielten in diesem Schuljahr die Reife: 17 Oberprimaner und 16 Unterprimaner. Alle konnten mit vollen Ehren bestehen. Ein Oberprimaner und vier Unterprimaner konnten auf Grund ihrer vorzüglichen Jahresleistungen von der mündlichen Prüfung befreit werden. Leider sei einer der besten Schüler, Ehrh. Manns, im blühenden Alter von 18 Jahren durch Tod aus den Reihen der Kameraden gerissen worden. (Das Andenken des Schülers wurde durch Erheben von den Plätzen geehrt, das Schülerorchester spielte das Lied vom guten Kameraden.)
In seinen weiteren Ausführungen gab Dr. W o l k e w i tz einen umfassenden Rückblick auf die Geschichte des Landgraf-Ludwig-Gymnasiums und umriß dann die großen Aufgaben, die von jeher der Schule zu erfüllen waren. Er wies daraus hin, wie mit der raschen Entwicklung der deutschen Kultur und des deutschen Wirtschaftslebens im 19. Jahrhundert, in der erhöhten Wertschätzung des Nützlichen und im Leben praktisch Verwertbaren, die Forderung erhoben wurde, auch die realistischen Fächer in verstärktem Maße in den Lehrplan aufzunehmen. Wie alle anderen Gymnasien Deutschlands, so habe sich auch unser Gymnasium tapfer bemüht, diesen Aufgaben gerecht zu werden. Der Lehrplan sei wesentlich erweitert worden. Nur habe das Gymnasium, sollte es seine Eigenart nicht aufgeben, stärker betonen müssen, daß es seine vornehmste Aufgabe darin erblicke, den Ewigkeitswert und die bis in die Gegenwart fortwirkenden Kräfte der antiken Kultur aufzuweisen. Die heutige Zeit stehe zwar wieder im Zeichen eingreifender Reformen im Schulwesen, das humanistische Gymnasium werde aber in seiner jetzigen Form erhalten bleiben. Unter „Humanismus" verstehe man am Gymnasium den Glauben an den Kulturwert der Antike, und unter humanistischer Bildung verstehe man nicht allein die schulmäßige Vermittlung, sondern die aus diesem Kulturwert für das Leben gewonnene Allgemeinbildung. Erziehung zu echter, tiefer humanitas sei immer das Hochziel des Gymnasiums gewesen, wenn man sich auch darüber klar sei, daß diese Humanität nur eine deutsche Humanität sein könne. Neben den ungeheuren Geistesschöpfungen der Antike seien in gleichem Maße die Gedanken unserer deutschen Dichter zu verwerten. Unser Führer Adolf Hitler habe
selbst in seinem Buche „Mein Kampf" eindeutig auf die erzieherischen Kräfte der Antike hingewiesen, die sich die Schule niemals entgehen lassen dürfe. Freudig und bewußt seien vom Gymnasium die Gedanken der Erziehung für Volk und Staat ausgenommen worden. Den Schülern werde aber auch das Vermächtnis der Gefallenen als das der Pioniere und Vorkämpfer für das Dritte Reich vermittelt.
In feinen weiteren Ausführungen rotes der Redner auf einige besondere Erfolge der Schule hin. Im Turnen, Sport und Spiel seien beachtliche Erfolge erzielt worden. 63 Schüler konnten beim Deutschen Jugendfest 1936 mit der Siegernadel ausgezeichnet werden. Beim Schwimmwettkampf um die Ehrengabe des NSLB. ging die Schule als Sieger hervor. Im Vierkampf mit den anderen höheren Schulen Gießens wurde das Gymnasium zweiter Sieger. Viele Schüler erwarben sich das Reichssportabzeichen, den Grundschein und den Grund- und Leistunasschein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. Besonders erwähnenswert sei der Erfolg des Untersekundaners Hans-Dieter Fischer, der eine Handsertigungsarbeit anfertigte, die im Wettbewerb „Volksgemeinschaft — Wehrgemeinschaft" preisgekrönt wurde und nun mit einer-Wanderausstellung durch die Gaue geht
Mit herzlichen Worten des Abschieds an die Abiturienten schloß Oberstudiendirektor Dr. Wolke- witz seine aufschlußreiche Ansprache.
Der weitere Verlauf der Feier brachte eine Fülle von unterhaltsamen Darbietungen. Das Schülerorchester und der Schülerchor warteten mit guten musikalischen Darbietungen und mit einigen Volksliedern auf. Eine Reihe von Gedichtvorträgen, zum Teil sehr humorvoller Art, trug zur weiteren Unterhaltung bei. Schließlich wurden auch einige Szenen aus „Götz von Berlichingen" und die Rütliszene aus „Wilhelm Tell" aufgeführt und mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Mit einer kurzen Schlußansprache des Schulleiters fand die Feier in der üblichen Weise ihr Ende.
Im Anschluß daran war den Teilnehmern der Feier noch Gelegenheit gegeben, eine
Ausstellunq
zu besuchen, in der eine Fülle von Arbeiten der Schüler aus dem Zeichenunterricht und aus dem Handfertigkeitsunterricht zu sehen waren. Die Ausstellung ließ erkennen, daß das Gymnasium eine Reihe außerordentlich begabter Schüler hat, die mit hervorragenden Leistungen aufwarten konnten. Vor allem gefielen die schönen Segelflugzeugmodelle. Auch eine Anzahl Bücher der erneuerten Schulbücherei war ausgestellt.
Die Elternschaft konnte sowohl aus der Feier wie auch aus der Ausstellung den Eindruck ge-
Grotze Stoffdiebstähle bei einer Frankfurter Firma.
Jüdische Althändler verschachern das Diebsgut mit 300 v. h. Gewinn.
LPD. Frankfurt a. M., 18. März. Bei einer Frankfurter Firma wurden seit Monaten größere Diebstähle von Dekoratio ns- st o f f e n , in der Hauptsache imprägnierten Nessel- toffen, ausgeführt. Durch eine überraschende Durchsuchung bei dem jüdischen Althändler I e r e t konnte
Die zehn Trachtenfiguren, die die Männer der Deutschen Arbeitsfront am 20. und 21. März für das whw. anbieten, sind ein schönes Schmuckstück, das dir Freude bereitet und andern Arbeit verschafft hat.
ein kleiner Teil des gestohlenen Gutes gefunden werden. Die weiteren Nachforschungen ergaben, daß auch der Bruder des Händlers, der ebenfalls einen Althandel betreibt, beim Absatz des Stehlgutes mitgewirkt hatte. Die beiden verschacherten etwa 10 Zentner Stehlgut mit einem Gewinn von 3 0 0 v. H. (1). Als Dieb wurde ein 34jähriger Mann ermittelt, der bei seiner Firma das größte Vertrauen genoß.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
M. G. in G. Die Beseitigung des Holzes, welches an dem auf der Grenze stehenden Zaun lagert, kann der Nachbar nicht, die Beseitigung des Hasen- stalles nur dann verlangen, wenn die von ihm ausgehenden Einwirkungen (Geruch) die Benutzung des Nachbargrundstückes wesentlich beeinträchtigen ober die Benutzung Ihres Grundstücks nach den örtlichen Verhältnissen ungewöhnlich ist. Beide Voraussetzungen dürften aber nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt nicht gegeben sein.
Sch. in G. Ist die Ehe nach dem 1. Januar 1900 geschlossen und weder ein Ehe-, noch ein Erbvertrag errichtet worden, so ist der Ehemann zu xk und das gemeinschaftliche Kind zu 3A> gesetzlicher Erbe geworden.____
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstagnach- mittag geschlossen
Sketch
kommt. Skat ist das abwechslungsreichste Kartenspiel.
Sketch, engl., Vedeutung: Skizze, Entwurf, Bezeichnung für ein kurzes Bühnenstück.
Skier, Schneeschuhe aus langen, vorn aufgebogenen und svitzen Holzschienen, mit einer Bindung, die den Ski am Fuße befestigt. Die Bindungen sind sehr mannigfaltig^ Eine besondere Kunst ist oas Wachsen der Skier, da es der jeweiligen Schneebeschaffenheit angepatzt sein muß. Skiläufen ist eine der schönsten und gesundesten Sportarten und hat in den letzten Jahren außerordentliche Verbreitung gefunden.
Skikleidung soll man weniger nach der gerade herrschenden Mode als nach der Zweckmäßigkeit wählen. Wichtig bei der Skr- kleidung ist, daß sie wasierdrcht ist und der Stoff keinen Schnee haften laßt. Zweckmäßig ist Reißverschluß an den Taschen. Die Unterkleidung muß aus warmer Wolle sein. Es empfiehlt sich ferner^ außer zwei Paar Wollstrümpfen. einen Pullover, einen Wollschal sowie ein wollenes Stirnband zu tragen.
Skistiefel müßen weit genug fein, um den Zehen auch bet zwei Paar Wollstrümpfen Spielraum zu laßen. Sie müßen doppelt genäht vollständig waßerdicht und durch eine festschließende Lasche vor dem Eindringen von Schnee geschützt sein.
Skizze, ital., zeichnerischer Entwurf zu einem Bilde.
Skoliose, seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule, manchmal an-
Skrofulose
geboren, oft aber die Folge schlechter Haltung in der Schule und bei der Arbeit oder einseitigen Tragens von Lasten.
Skopolamin ist der Same des Bilsenkrautes, hat große medizinische Bedeutung zur Bekämpfung von Aufregungszuständen, wird auch in der Geburtshilfe angewandt. Vgl. Schmerzlose Entbindung.
Skorbut, Scharbock, ist eine allgemeine Ernährungsstörung infolge ausschließlichen Genußes von Konserven mit Mangel an Vitamin C, das vor allem in frischen Gemüsen und in Obst enthalten ist. Es treten streifen- u. punktförmige Hautblutungen auf, Blutung ht die Gelenke, rheumatische Schmerzen und Anschwellung des Zahnfleisches mit nachfolgender Nerrose und äußerst üblem Mundgeruch. Kommt vor auf Schiffen und in Gefängnissen, bei kleinen Kindern mti unvernünftiger Ernährung als sog. Barlowsche Krankheit. Durch Genuß von frischem Gemüse, Obst usw. schwinden die Beschwerden meist rasch. Auf jeden Fall frage man den Arzt um Rat. Vgl. auch Säuglingsernahrung.
Skrofulose bezeichnet jetzt zweierlei: 1. konstitutionelle Neigung, auf den geringsten Reiz mit langwieriger, schleppender Entzündung zu reagieren, bei geringsten Anlässen Auftreten von Katarrhen der Schleimhäute. Dieser Zustand wird als exsudative Diathese bezeichnet. Leichte Neigung. mit Tuberkelbazillen infiziert zu werden, von manchen
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