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§ Allendorf (Lumda), 17. März. Am vorigen Sonntagabend sprach die Blinde Fräulein Schulz von der Orient-Blindenmission in der hiesigen Kirche über die Missionsarbeit in Persien. Die Red- derin schilderte in eingehender Weise Die große Not und das Elend der blinden Bevölkerung, besonders der Frauen und Kinder, in Persien. Sie wies aber auch auf die segensreiche Arbeit der Mission hin, die besonders in den Blindenheimen Täbris und Jfpahan geleistet wird. Ortspfarrer Andres dankte der Rednerin für den interessanten Vortrag. Die Kollekte war für die Blindenmission bestimmt. Die gestern im hiesigen Stadtwald abaehaltene Brennholzversteigerung hatte folgendes Egebnis: Es wurden gelöst für je 2 Raummeter Buchenscheitholz 15 bis 18 Mark, Eichenscheitholz 5 bis 7 Mark, Fichtenscheitholz 4 bis 5 Mark, Buchenknüppel 14 bis 16 Mark, Eichenknüppel 6 bis 7 Mark, Fichtenknüppel 7 bis 8 Mark, Buchen­stockholz 9 bis 10 Mark, Eichenstockholz 4 bis 5 Mark, Fichtenstockholz 6 bis 7 Mark; je Raum­meter Buchenreisholz 8 bis 10 Mark, Fichtenreis­holz 1 bis 4 Mark.

CD Allendorf a. d. Ld a., 17. März. Gestern abend hielt die weit über 100 Mitglieder zählende hiesige evangelische Frauen Hilfe im ge­schmückten Saale von Horn hier ihren diesjährigen Schlußabend ab, der überaus stark besucht war und ein reichhaltiges Programm aufwies. Der Vorsitzende, Pfarrer Andres, eröffnete den Abend mit einer Begrüßungsansprache, in der er auf die Bedeutung des Abends hinwies. Missionar Ruff aus Frankfurt a. M., ein alter Bekannter, der schon öfters diesen Abend hier mitgefeiert und sich auch diesmal wieder eingefunden hatte, sprach sodann hauptsächlich über seine Erlebnisse während seiner langjährigen Missionstätigkeit in China. Gedichte, von Mitgliedern sehr gut vorgetragen, sowie ge­meinsame Gesänge und stimmungsvoll zu Gehör gebrachte Lieder von der aus der Mitte der Frauen gebildeten unter der Stabführung von Pfarrvikar Repp stehenden Singschar wechselten miteinander ab. Nachdem sich die Besucher an Kaffee und Kuchen aestärkt hatten, kam auch der altbekannte Krabbel­sack zu seinem Recht und löste, wie immer, über Gewinngegenstände und Gewinner große Heiter­keit aus. Der Singchor erfreute sodann noch mit einem Lied. Der Vorsitzende sprach hierauf das Schlußwort, und mit gemeinsamen Lied endete die Feier. Dem WHW. konnte ein ansehnlicher Betrag zugeführt werden. Auch die Kranken und Alten in hiesiger Gemeinde hatte man nicht vergessen und sie mit Kaffee und Kuchen bedacht.

nsf. Geilshausen, 17. März. Der Säug­lingspflegekursus, den der Reichsmütterdienst hier veranstaltete, fand mit einem frohen Kamerad- schaftsabend seinen Abschluß. Im ersten Teil des Abends fand die feierliche Ueberreichuna der Ehren­nadeln des Führers an die ersten Mitglieder der Frauenschaft statt. Dann faßte Schwester 3 ul Q

Kliffmiiller in einer Ansprache noch einmal den Zweck und das Ziel der Mütterschulung zu­sammen und verteilte die Bescheinigungen, wobei Bürgermeister Seipp den Dank der Gemeinde

Kun- im Walde

Also zu dem Schnupper-Dackel ge­hörte ein Förster. Gleich wollte er wissen, was ich im Rucksack hätte.Damit will ich grab zu Ihnen", sage ich. -Haha", erwidert er,da scheint etwas faul zu sein!" -Hoho", sage ich entrüstet,ich bin kein Wilderer! Diesen Hasen fand ich in einer Schlinge!" -Hihi", lacht der Förster,so reden sich alle raus! Das Märchen liest man oft im Gießener Anzeiger. Sie find verhaftet ..."

aussprach. Der zweite Teil war den Aufführungen gewidmet, und viele schöne Lieder trugen zur fest­lichen Stimmung des Abends bei.

§ Lumda, 17. März. Am Samstagabend hielt unsere Kriegerkameradschaft ihren letzten Appell in diesem Winter ab. Im Mittelpunkt des

Abends stand ein Vortrag des Kameraden Keller über die Kolonialfrage. Nach einem Ueberblick über die Entstehung und Ausdehnung der großen Kolo­nialreiche sprach der Vortragende über den Charakter und Wert der ehemaligen deutschen Schutzgebiete. Er widerlegte die Kolonialschuldlüge in dem vom Hasse diktterten Versailler Vertrag: Die Welt hat ein großes Unrecht gutzumachen und unsere kolo­niale Ehre wieder herzustellen. 3m zweiten Teil des Abends wurde wieder das Fronterlebnis wach, dieses Mal nach seiner heiteren Seite. Die köstlichen Erlebnisse des Kriegsfreiwilligen Bayerer in feinem Tagebuch B1 erfreuten das alte Krieger­herz. Kameradschaftsführer Fabel schloß das schöne, kameradschaftliche Zusammensein mit einem Sieg- Heil auf den Führer.

+ Grünberg, 18. März. Am Mittwochabend hielt der Verkehrsverein seine Hauptver­sammlung im GasthausHessischer Hof" ab. Ver­einsführer Schweißguth erstattete den 3ahres- bericht. Die Arbeiten des Vereins bestanden haupt­sächlich in der Unterhaltung des ausgedehnten Wege­netzes in den Anlagen des Brunnentales und in der 3nstandhaltung der aufgestellten Ruhebänke. Die Mitgliederzahl, die im verflossenen 3ahr 99 betrug, hat durch Zugang jüngerer Mitglieder fürs neue 3ahr eine Erhöhung erfahren. Auf eine Eingabe wurde durch die Reichsbahn die Ausgabe von Sonn­tagskarten nach Frankfurt eingeführt. Die Rech­nungsablage zeigte eine Einnahme von 641,75 Mark und eine Ausgabe von 377,23 Mark, so daß ein Kassenvorrat von 264,52 Mark verblieb. Ein dem Verein gehörenderHüttenfonds" in Höhe von 266,75 Mark, der seinerzeit von Gründerger Landsleuten in Amerika gestiftet wurde, soll nach Meinung der Versammlung anderen nützlichen Zwecken zugeführt werden, sofern die Stifter hierzu ihre Zustimmung erteilen. Mit dem Vorsitz wurde Bürgermeister Wagner betraut, während der seitherige Vereins­führer Schweißguth in Anerkennung seiner großen Verdienste um den Verein zum Ehrenvor­sitzenden ernannt wurde. Er wird auch weiterhin für den Verein tätig fein, die Zuziehung weiterer, na­mentlich jüngerer Kräfte zur Mitarbeit im Vorstand behielt sich der neue Vereinsführer vor. Der Ver­trag mit dem seitherigen Mitgliede Groß, gegen eine Pauschalvergütung die Znstandsetzungsarbeiten zu erledigen, wurde auch für das neue Jahr gut­geheißen. Wie Oberbahnhofsvorfteher Feist mit­teilen konnte, bringt der Sommerfahrplan die Ein­legung eines Eilzugspaares mit durchgehendem Ver­kehr von Frankfurt über Gießen bis Fulda. Der von Frankfurt kommende Zug trifft danach 10.26 Uhr in Grünberg ein, während der Gegenzug am Nach­mittag um 17.56 Uhr Grünbera passiert. Einige weitere Angelegenheiten, u. a. Werbung für das Schwimmbad, die Anlage eines Spielplatzes der Kleinen auf der Höfetränke, wurden noch besprochen.

± Nieder-Bessingen, 17. März. Am Reichsberufswettkampf der bäuer­

lichen3ugend beteiligten sich aus unserem Dorfe und der Umgebung 90 Burschen und Mädchen. 3m Anwesen des Landwirts Wilhelm Lotz III. hatten sie ihre Leistungen zu zeigen. Den Abschluß des Wettkampfes bildete ein Dorfgemeinschafts­abend imLöwen". Ortsbauernführer B ö ch e r gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß der größte Teil der auswärtigen Wettkampfteilnehmer dazu erschienen war und wünschte allen Teilnehmern einige unterhaltsame Stunden. Bürgermeister Maul hielt sodann an Hand von Lichtbildern einen Vortrag über unsere Vorfahren, über ihre See» und Kriegstüchtigkeit. 3m weiteren Verlauf des Abends zeigten Mädchen vom BDM. einige luftige Reigen, ferner gelangten verschiedene Mundart­gedichte, von echtem bäuerlichen Humor erfüllt, zum Vortrag. Man verbrachte einige Stunden in schöner Dorf- und Volksgemeinschaft.

)( L i ch, 17. März. Am Sonntagnachmittag wur­den in unserer Marienstiftskirche die diesjährigen Konfirmanden (23 Buben und 24 Mädchen, dazu 6 Mädchen aus dem Evangel. Erziehungsheim in Arnsburg) vorgestellt und geprüft. Die Konfir­mation findet am Sonntag Palmarum statt.

/ Li ch, 17. März. Am Montagabend ver­anstalteten die beiden evangelischen Frauen­hilfen einen gemeinsamen Vortragsabend. Sie hatten dazu den früheren Burenkommandant Koos 3 oste gewonnen, der im Weltkrieg sich als schlich­ter Soldat dem deutschen Heer zur Verfügung ge­stellt hatte. Der Namen des Nedners, der von früheren Fahren her bestens in der Gemeinde be­kannt war, hatte auch diesmal wieder feine alte Anziehungskraft bewährt. Der Gemeindesaal war voll besetzt. Der Vortragende, dessen besondere Gabe darin besteht, ernste Wahrheiten in scherzhafter Weise den Zuhörern nahezubringen, berichtete aus dem Leben seiner alten und neuen Heimat und fesselte die Aufmerksamkeit der Frauen bis zum Ende. Gemeinsame Lieder und ein Begrüßungs- und Schlußwort des Geistlichen begannen und schlossen den schönen Abend. Die evange­lische Frauenhilfe 2 hielt gestern abend im schön geschmückten Gemeindesaal ihren Schluß­abend ab, ber fast von allen Mitgliedern besucht war. Eine gemeinsame Kaffeetafel, verschiedene kleinere und größere Aufführungen, ein zu diesem Abend besonders zusammengestellter Chor mit seinen mehrstimmigen Liedern, der Vortrag von Mund­artgedichten, die Ansprache des Geistlichen bereiteten den Frauen einige unterhaltsame Stunden, bei denen Ernst und Scherz in gleicher Weise zum Recht kamen. Eine Sammlung für den Kirchen­erneuerungsfonds ergab 59 Mark. Für das Syrische Waisenhaus waren im Lauf des Winters 80 Mark gesammelt worden. Auch die Reisekasse erhielt aus selbstgearbeiteten Hand- und sonstigen Arbeiten einen ansehnlichen Zuschuß. Die Schlußfeier der Frauenhilfe 1 mußte aus verschiedenen Grün­den auf die Zeit nach Ostern verlegt werden.

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Singvögeln, wie bei den Kana­rienvögeln durch Vorsänger ver­vollkommnet. Schlechtes Befin­den der 23ögel, schlechte Pflege lassen den Gesang verstummen. Auch der unermüdlichste Sänger singt nicht während der Mauser. Als Stubenvogel eignet sich be­sonders der Kanarienvogel. Die heimischen Singvögel, deren Er­werb an strenge Vogelschutzbe­iimmungen gebunden ist, sind chwer zu halten und bedürfen achmännifcher Pflege.

Sinnestäuschungen find Verfäl­schungen der sinnlichen Wahrneh­mung. Das Wahrgenommene entspricht nicht dem äußeren Ob­jekt. Entweder ist überhaupt kein äußeres Objekt vorhanden oder es wird in der Vorstellung ver­ändert. Sinnestäuschungen kom­men bei vielen Geisteskrankhei­ten vor (Stimmenhören bei Schi­zophrenie). aber auch vorüber­gehend bei geistig Gesunden, so in Fieberdelirien oder im Alkohol­rausch. Bei wirklichen Sinnes­täuschungen ist ärztliche Behand­lung nötig. Dgl. Geisteskrank­heiten.

Siphon, griech., doppelt geboge­nes Abflußrohr an Ausgüssen, das durch eine Verschraubung an der unteren Biegung gereinigt werden kann. Bei der Reinigung vergesse man nicht, einen Wässer­eimer unterzustellen.

Siphon, Glasflasche, die mit koh­lensäurehaltigem Wasser gefüllt ist. Durch den Druck der Kohlen­säure wird das Wasser beim Be­wegen eines Hebels durch ein dünnes Rohr ausgespritzt.

Sippschaft, sämtliche Blutsver­wandte eines Stammes. Die Sippenforschung ist weitergehend als die Ahnenforschung, die sich nur auf die unmittelbaren Vor­fahren, Eltern, Großeltern, Ur­eltern usw. erstreckt. Die Sipp­schaftstafel gibt aber über das Erbgut eines Menschen viel mehr Aufschluß als die Ahnen­tafel.

Sirup, dickflüssiger Zuckerrüben­saft. der als Brotaufstrich dient und statt gebrannten Zuckers zum Färben von Tunken verwendet wird, sowie sogenannter Speise­sirup, der aus Zuckerrübenfirup und Stärkesirup besteht.

Sittich, gelehriger australischer Papagei; s. d.

Sitzbäder sind Wasserbader für den Unterleib, besonders ange­zeigt bei Frauenkrankheiten, mit einem Zusatz von Kamillen, Staßfurter Salz, Heublumen, Moorlauge. Das Sitzbad muß gut warm sein, Dauer etwa 10 vis 20 Minuten.

Sitzenbleiben, das Nichtversetzt­werden eines Schülers in die nächst höhere Klasse, darf in der gleichen Klasse einer höheren Schule nur einmal eintreten, da der Schüler sonst die Anstalt ver­lassen muß.

Skandal, lat., entbehr!. Fremd- wort für Ärgernis, Schmach, Schandgeschichte, Gemeinheit, grober Unfug, Lärm, Krach.

Skat, Kartenspiel mit drei Spie- lern und 32 Karten, bei dem es sehr stark auf Berechnung an-