Ausgabe 
18.11.1937
 
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Lan-

Jm

Was bietet die Gau-Kulturaussteltung?

Großzügige Neuregelung des Straßenverkehrs

i f e inb", Fllm- bctt* die ab 1. 3u(l 1938 erstmalig in den Ber-

Hauptdarstellers kehr kommen. Es wird jedoch erwartet, daß

I auch die Besitzer der anderen Fahrräder sich

Kultur ist für das ganze Volk, deshalb muß jeder die Gaukulturausstellung in der Frankfurter Zesthalle gesehen haben.

BerwendungvongelbenRückskrah- lern an den Pedalen der Fahr­räder wird für alle Fahrräder vorgeschrie-

dieser Borrichlung bedienen, bevor eine allge­meine Ausrüstung mit den neuen Rückstrahlern angeordnet wird. Den praktischen Erfahrungen angepatzt sind auch die Bestimmungen über das Berhaltender Futzgänger. Bon einem ausdrücklichen Gebot des R e ch t s g e h e n s ist abgesehen, es ist vielmehr beabsichtigt, auf dem Wege der allgemeinen Berkehrserziehung bei Dunkelheit ober starkem Rebel auf den Fahr­bahnen der Landstraßen das Linksgehen zu empfehlen. Der Sicherung von mar­schierenden Abteilungen bei Dunkel­heit ober starkem Rebel bient eine befonbere Borschrift. Eine anbere bestimmt, bah spie- lenbe Kinder von ber Fahrbahn ber Ber- kehrsstrahen entfernt werben.

Mäßige Geschwindigkeit muß eingehalten wenden, wenn in eine Hauptstraße eingebogen ober diese überquert werden soll, gleichgültig, ob andere

Deutsche Musik und Musikerziehung.

Rahmen der Gaukulturwoche hielt die

desleitung Hessen-Nassau der Reichsmusik- kammer im Wiesbadener Kurhaus ihre Arbeits­tagung ab. Landesleiter F i ch t m ü l l e r (Darm­stadt) wies darauf hin, daß die diesjährige Tagung durch die Gaukulturwoche ein besonderes Gepräge erhalte, und daß der Landesverband Hessen-Nassau der Reichsmusikkammer den von dem Gauleiter und dem Landeskulturwalter bei der Eröffnungs­feier vorgezeichnetem Weg freudig beschreiten. Dringend empfahl der Landesleiter allen Teilneh­mern der Tagung den Besuch der großen G a u - kulturausstellung, weil dort u.a. auch eine umfassende chronologische Uebersicht über die Ent­wicklung des geistigen Lebens im heimatlichen Gau der letzten Jahrhunderte bis zur Gegenwart ge­boten wird. Die Grüße und Glückwünsche der Stadt Wiesbaden überbrachte Stadtrat Pfeil, der eine Darlegung des hochentwickelten Musiklebens in Wiesbaden gab. Als Vertreter des Präsidenten der Reichsmusikkammer sprach A. W. Luka sch ik über da« Wesen der deutschen Musik und ihre Bedeutung für die Neuformung des deutschen Menschen. Die Musikerziehung sei nicht überflüssig, es komme dar­auf an, wie der Wert der Musik, die berufen sei, deutsches Wesen und deutsche Innerlichkeit zu kün­den, eingesetzt wird. Dementsvrechend habe der Füh­rer der Musik eine große Aufgabe gestellt. Heute müsse der deutsche Künstler ein Kämpfer sein mit dem Mut zum Bekenntnis für das artgebundene Schaffen und der Ablehnung all dessen, was der deutschen Kultur artfremd ist. Der Redner gab einen aufschlußreichen Rückblick über die Fortschritte der Musikpflege seit der Machtübernahme durch den Führer, und wies gangbare Wege, durch die die Musik dem Volksganzen als Kraftquell erschlossen werden könne.

Die Kulturmission des Theaters.

In Frankfurt fand die erste Landestagung der Reichstheaterkammer statt. Der Lan­desleiter konnte neben Gaukulturwalter Stöhr vor allem den Redner, den Geschäftsführer der Reichstheaterkammer Gauleiter Frauenfeld, begrüßen und die Grüße des Präsidenten der Reichstheaterkammer Dr. Schlösser überbringen. Wir haben die Freude, so führte der Landesleiter weiter aus, im Gau Hessen-Nassau einen Kranz hochwertiger Theater zu besitzen, die sich allgemeiner Wertschätzung erfreuen. Vor der Macht­übernahme sei gerade unser Gau ein Mittelpunkt jener artfremden Theaterkunst gewesen, die wir überwunden haben. Damit sei es für immer vorbei.

Kommt in die Gaukulturausstellung. Sie ist nur noch bis zum 21. geöffnet. Tausende haben schon ihr begeistertes Urteil abgegeben. Bei dieser einmaligen Schau darf keiner fehlen!

Arbeitstagung der Iachschast Bühne.

Aus Anlaß der Gaukulturwoche hielt die Reichs, theaterkammer, Fachschaft Bühne, eine Ar. beitstagung der Obmänner und Arbeitsausschüsse der Ortsverbände ab, auf der der Leiter der Fach, schäft Bühne in der Reichstheaterkammer, Bern. Hardt Herrmann (Berlin), Aufschlüsse über bie* Arbeit der Theaterkammer machte. Dabei behau.! belle er in erster Linie soziale Fragen der Bühnen, angehörigen. Er machte Mitteilungen über die Die, lerlei Bestrebungen, um die immer noch Verhältnis, mäßig große Zahl der Arbeitslosen unterzubringn. Die Sicherstellung im Alter durch eine Altersversi. cherung werde energisch weitergetrieben, und heute stehe es schon fest, daß eine Pensionskasse kommen werde. Der Redner stellte dann den Zuständen vor der Machtergreifung durch die Partei die heutigen Errungenschaften auf dem Gebiete der sozialen Be­treuung der Bühnenangehörigen gegenüber. Was vor dem Kriege gewesen sei, könne und wolle man nicht wieder schäften. Das Ziel sei, das Theater aus dem Volke für das Volk, das Nationaltheater. An die Ausführungen des Leiters der Fachschaft schloß sich eine lebhafte Aussprache über die Frage der Wanderbühnen, der Laienbühnen, der Agenten. Honorare usw., die sich als fruchtbringend erwies und für viele Fragen eine restlose Aufklärung braute.

Frankfurt a. TI., 20.30 Uhr, rm Gloria- Palast, Kaiserstraße:Ber Volksfeind", Film, auffuhrung in Anwesenheit des f "

Heinrich George.

Daß dem so ist, dafür sorge die Organisation der Reichstheaterkammer; sie sei die Hüterin eines unse­rer kostbarsten Kulturgüter, des deuftchen Theaters.

Dann ergriff der Geschäftsführer der Reichs­theaterkammer Gauleiter F r a u e n f e I d das Wort, um in einer von Begeisterung für die Kunst und Liebe für den Künstler getragenen Rede die Auf­gaben des Künstlers und die Bedeutung der Kunst zu umreißen. Er sprach von der Ueberwachung der Berufsausbildung, von der Engagementsvermitt- lung, von der Altersversorgung, und wies darauf hin, daß wir in Deutschland das dichteste Theater- bespielungsnetz der Welt haben. Zu den 200 stehen­den Theatern find 29 große Gauwanderbühnen ge­treten, die das Theater bis in die kleinsten Städte tragen. Der Künstler fei heute kein Einzelobjekt oder eine Sensationsangelegenheit mehr, die sich der kaufen könne, der die Mittel dazu besitze, son­dern er sei hineingestellt in die Gemeinschaft seines

NSG. Täglich finden mehrere Fernsehvor­führungen im FernsehsenderPaul Nipkow" und Uebertragungen aus dem Senderaum des Neichssenders Frankfurt in der Gaukulturausstel­lung, durch Glaswände sichtbar, statt. Bildtele­graphie und Drahtfunk, dazu die neuesten Nund- funtapparate in der großen Rhein-Mainischen- Rundfunkschau. Vom Volksempfänger bis zu den teuersten Mehrkreisempfängern find alle Modelle vertreten.

Sie können auch eine Schallplatte bespre­chen und ihre Stimme auf der Platte mit nach Hause nehmen. Zarah Leanders Originalkostüme aus dem FilmZu neuen Ufern" zeigt die Ufa- Lehrschau neben vielen anderen filmtechnischen Einzelheiten. Auch auf einer richtigen Bühne kön­nen Sie sich bewegen. Ein Szenenbild aus Kleists Hermannsschlacht ist naturgetreu aufgebaut. Da­neben finden Sie zahlreiche Kostüme und Szenen­entwürfe der Theater unseres Gaues.

In der Presse-Schau liegen täglich die neue­sten Zeitungen aus dem gesamten Gaugebiet auf. 113 Zeitungen wollen von Ihnen beurteilt sein! Sicher haben Sie noch keine Rotationsmaschinc gesehen. Kommen Sie deshalb zur Gaukulturaus­stellung! Auch wer Riedrode nicht kennt, muß die Gaukulturausstellung besuchen. Und erst die gemütliche Bauernecke! Holzschnitzereien, bunte Tontöpfe und -schalen, Handweberei!

Gemälde, Plastiken, Zeichnungen, Reklameent­würfe, Kunstgewerbe, Bucheinbände und auch alte Kunst, Notenmanuskripte, prachtvolle alte Instru­mente und die große Schau des deuftchen politi­schen Werdens:Das Politische Deutschland", run­den die Schau ab.

Verkehrsteilnehmer in der Nähe sind oder nicht. Wenn sich die Erwartung, daß die Zahl der schwe­ren Verkehrsunfälle auf Straßenkreuzungen durch diese neue Bestimmung herab gemindert wird, nicht bestätigt, wird die Einrichtung sogenannter Stop- Straßen geprüft. Auf bestimmten Hauptstraßen wird dann vor jedem Einbiegen oder lieberqueren in jedem Falle das Fahrzeug völlig angehalten werden müssen.

Laut Unfallstatistik ist das Nichtbeachten der Vorfahrt bei Kraftfahrzeugunfällen die überwiegende Unfallursache. Die neue Vorschrift sieht den Grundsatz vor, daß derjenige die Vorfahrt an nicht besonders geregelten Kreuzungen hat, der unter Beibehaltung der Geschwindigkeit beider Fahrzeuge bestimmt damit rechnen kann, den Schnittpunkt vor dem anderen erreicht zu haben. An die Forderung der verminderten Geschwindigkeit bei Ueberquerungen wird er­innert. Durch besondere Verkehrszeichen müssen alle Haupt- und Nebenstraßen mit Vorfahrtsrecht so gekennzeichnet werden, daß über das Bestehen der Vorfahrt keine Zweifel herrschen. Kraftfahrzeuge und Schienenfahrzeuge sind in bezug auf die Vor­fahrt einander gleichgestellt.

Die Polizei sieht ihre Aufgabe auch in der vor­beugenden Belehrung und Ermah­nung. Deshalb enthält die Verordnung die Ver­pflichtung zur Teilnahme an einem ö f - fentlichen Verkehrsunterricht für alle Verkehrsteilnehmer, welche die Derkehrsvorschriften nicht beachtet haben. Um Arbeitsausfall zu ver­meiden, wird dieser Unterricht in den Morgen­stunden des Sonntags abgehalten. Weiter erhält der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei die Ermächtigung zu bestimmen, daß Verkehrsteil, nehmer, welche wiederholt die Derkehrsvor- schriften nicht beachteten, besonderen Maß- nahmen unterworfen werden. Die Eintragung von Geldstrafen über fünf Reichsmark und Frei- heitsstrafen in den Führerschein bleibt bestehen. Andere Maßnahmen, wie die Drosselung von Kraft­fahrzeugen, werden geprüft.'

Musik und Theater im Gau Hessen-Nassau

Die Lgndesiagungen auf der Gau-Kuliurwoche.

Gau-Kulturwoche Hessen-Nassau.

Veranstaltungen am Donnerstag.

Frankfurt a. TI., 20.15 Uhr, im großen Saal des Tiergartens: Deutsche Volksmusik, Konzert der Fachschaft Volksmusik in der Reichs- theaterkammer und der NS.-Gemeinschast .Kraft durch Freude".

Darmstadt, 20.15 Uhr, im Schloßhof: Deutsche Männerchöre, gesungen von der Darmstädter Liedertafel".

Frankfurt a. M., 20.30 Uhr, imSteinernen Haus", Braubachstrahe 35: Landestaguna der Reichsschrifttumskammer. Es fprid)t der Referent in der Reichsschrifttumskammer, Wenz.

Im Senderaum der Gaukulturausftellung finden täglich Darbietungen des Reichssenders Frankfurt statt. Der Zutritt ist für die Besucher der Gaukulturausftellung frei.

Veranstaltungen am Freitag.

Frankfurt a. M., 11 Uhr, im Beethovensaal des Festhallengeländes: Arbeitstagung der Haupt- stellenleiter Film der NSDAP, des Gaues Hes- sen-Nassau. Es spricht der Organisationsleiter der Reichspropagandaleitung, Amtsleitung Film, Her- bert Bärwalü, überFilmschaffen der NSDAP."

Frankfurt a. TI., 15 Uhr, im Beethovensaal des Festhallengeländes: Arbeitstagung der Haupt- stellenleiter F u n k der NSDAP, des Gaues Hessen- Nassau und der Funksachbearbeiter der Gliederun- gen und angeschlossenen Verbände. Es sprechen der Präsident der Reichsrundfunkkammer, Reichsamts, lerter Krieg! er und der Intendant des Reichs- senders Frankfurt, Hanns-Otto Fricke.

Frankfurt a. TL, 20 Uhr, im Beethovensaal des Festhallengelandes: Landestagung der R e i ch s- rundfunkkammer. Es sprechen der Präsident der Reichsrundfunkkammer, Reichsamtsleiter Krieg- ter und der Leiter der Abteilung III der Reichs- rundfunkkammer, Bruchmann.

Berlin, 16.Nov. (DNB.) Die auf Befehl des Führers begonnene Ttotorifierung hat zu einer Vermehrung des Kraftfahrzeugbestandes von 1 499 724 Fahrzeugen des Jahres 1932 auf 2 474 581 im Jahre 1936 geführt; die 1937 anhaltende Stei­gerung läßt auf eine Verdoppelung inner­halb der letzten vierJahre schließen. Unter diesen Umständen erwuchs die Aufgabe einer grundlegenden Neuregelung des Straßen­verkehrs. Die Grundsätze dieser neuen Ordnung erläuterte der Chef der Ordnungspolizei, ^-Ober­gruppenführer General der Poltzei D a I u e g e vor der Presse:

Der größte Teil der Straßen ist für den lang­samen Verkehr von Tierfuhrwerken geschaffen. Erst die Reichsautobahnen des Führers tragen in ihrer Anlage der technischen Entwicklung des Kraftfahr­zeuges vorausschauend Rechnung. Für den national­sozialistischen Staat ergab sich die Notwendigkeit, rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen zu treffen, um die nachteiligen Auswirkungen der verstärkten Motorisierung, die Verkehrsunfalle, auf ein tragbares Maß herabzudrücken. Infolgedessen ist trotz der Verdoppelung des Kraftfahrzeugbestandes die Zahl der Verkehrsopfer im Verhält­nis dieselbe geblieben: im Jahre 1932 verloren 6575 'deutsche Menschen ihr Leben durch Verkehrsunfälle bei einem Kraftfahrzeugbestand, der etwa die Hälfte des jetzigen ausmachte; im Jahre 1936 verzeichnete die Reichsoerkehrsunfallstatistik 8388 Tote; in der ersten Hälfte des Jahres 1937 werden 3437 Tote verzeichnet. Die Zahl der Verkehrsunfälle ist jedoch immer noch so hoch, daß sie für die national­sozialistische Volksgemeinschaft untragbar er» {rfjeint. Deshalb entschloß sich die Reichsregierung dazu, die Gesamtfragen der Verkehrsunfallbekämp­fung, sowohl die Exekutive als auch die Gesetz- gebung, in einer Hand z u vereinigen. Der Reichsminister des Innern hat eine neue Verord­nung über das Verhalten im Straßen- v er kehr erlassen, die am 1. Januar 1938 in Kraft tritt. Das Leitmotiv der neuen Verordnung heißt: Sicherung des deutschen Lebens bei ^.^.^örkter Motorisierung, also größte Freiheit für den Verkehr und größte Sicherheit für den Verkehrsteilnehmer!

Die neue Verordnung enthält viele Vorschriften, deren Beachtung für den erfahrenen und rücksichts­vollen Kraftfahrer bisher eine Selbstver­ständlichkeit war. Es wird alles, was erfah­rungsgemäß einem ruhigen Verkehr im Wege stand beseitigt. So fallen z. B. die bisher üblichen Kreis- polizeiverordnungen über Verkehrsbeschränkungen die, da örtlich verschieden, nur eine Verwirrung der Verkehrsteilnehmer verursachten, in Zukunft fort Eine Vorschrift, die weitgehend den Forderungen des Kraftfahrzeugverkehrs Rechnung trägt ist bas eindeutige Gebot des R e ch t s f a h r e n s. Im Ver­kehr ist künftig der Grundsatz offiziell: e lang­samer das Fahrzeug, desto weiter rechts fahren!" Durch diese Anordnung wird eine ihrer maschinellen Antriebskraft entsprechende wirtschaftliche Ausnutzung der Kraftfahrzeuge ge­währleistet. Für Personenbeförderung auf Lastkraftwagen ist besondere Erlaubnis der Verkehrspolizeibehörden vorgeschrieben.

Weber die Zulassung von Personen und Fahr­zeugen zum Straßenverkehr sagt eine neue Ver­ordnung des Reichsverkehrsministers:

1. Für die Entwicklung der Kraftfahrzeuge ist die Prüfung der Typen bedeutsam. Durch Gründung einerReichs st elle für Typenprüfung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen" wird für die einheitliche, gleichmäßige und planmäßige Entwicklung der Typen gesorgt. Die neue Reichs- stelle soll eine Zusammenarbeit der Behörden und der Wirftchaft, der Praxis und der Wissenschaft fordern. Der Umfang der Typenprüfung wird über Fahrgestelle und Antriebsmaschinen hinaus auf alle oerkehrswichtigen Teile der Fahrzeuge ausgedehnt werden.

2. In das Zulassungsverfahren für Kraftfahrzeuge werden d i e Anhänger ein- bezogen. Damit wird für deren Betriebssicher­heit und für ihre Erfassung zu Zwecken der Landes­verteidigung die nötige Grundlage geschaffen.

3. Jeder Führer eines Kraftfahrzeuges auch der bisher führerscheinfreien Kleinkrafträder u. a. mutz künftig eine Prüfung über seine Kennt­nisse der Berkehrsvorschrif ten machen. Diese Prüfung soll einfach sein. Wer die Prüfung besteht, erhält einen Führer­schein Klasse 4. Er gilt für Kraftfahrzeuge mit einem Hubraum bis zu 250 ccm und solche mit nicht mehr als 20 Kilometer Stundenhöchst­geschwindigkeit. Born 1. Oktober 1938 an gib! es keine führerscheinfreien Kraftfahrzeuge mehr.

4. Für die Verkehrssicherheit der Kraftfahrzeug und Anhänger soll künftig dadurch noch besonder gesorgt werden, daß die Zulassungsstellen die Fahr», zeuge zu regelmäßigen Nachprüfungen auf ihren vorschriftsmäßigen Zustand vorlade'n können.

5. In den Bau- und Betriebsvorschriften finh zahlreiche Neuerungen enthalten. Es handelt si-h um Verschärfung der Bestimmungen über die Bremsen von Kraftfahrzeugen und besonders von Anhängern, aber auch von Fahrrädern. Das Gesamtgewicht von Anhängern wird begrenzt Das Mitführen von Anhängern muß bei Dunkel' heft durch ein gelbes Zeichen in Dreiecksform o" gezeigt werden. Für Windschutzscheiben Scheiben im Innern der Kraftfahrzeuge quer Fahrtrichtung wird Sicherheitsglas dj?^ schrieben. Kraftwagen müssen zwei rote S ch l uh' lichter führen. Auch an Anhängern müssen die Schluß- und Bremslichter angebracht werden, die für die ziehenden Kraftfahrzeuge vorgeschrieben sind. Zusätzlich wird ein roter Rückstrahler gefordert. Größe und Anbringung der Fahr!' richtungsanzeiger und der Rückspiegel wird geregelt. Die amtlichen Kennzeichn an Kraftfahrzeugen sollen allmählich auf solche mit weißer Schrift auf schwarzem Grunde umgeN11 werden.

Zugleich ist die erste für alle Straßenbahnen des Deuftchen Reiches gültige Straßenbahn-B a.^ und Betriebsordnung erlassen worden. den Straßenbenutzer ist wichtig, daß die ©traben* bahnen künftig schneller fahren und sich |0 dem allgemeinen Verkehrsfluß im Straßenraum besser einfügen. Die Straßenbahck-Bau- und M' frtebsorbnung beschränkt sich auf die Festlegung Der wichtigsten Normen. Die Verbreiterung dieser W men durch weitergehende Einzelvorschriften ist 'n die Hand der Reichsverkehrsgruppe Schienenbahnen gelegt worben.

Protokolls dem deutschen Botschafter von Papen das herzliche Beileid des österreichischen Bundespräsidenten, des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg und des Staatssekretärs für die Auswärtigen Angelegenheiten Dr. Schmidt.

Trauer im Heffenlaud.

Mit größter Bestürzung und in tiefster Anteil­nahme hat das ganze Hessenland die Kunde von dem entsetzlichen Schicksalsschlag vernommen, der die großherzogliche Familie betroffen hat. Erst vor wenigen Wochen waren wir beim Heimgang des letzten regierenden Großherzogs Ernst Ludwig Zeuge eindrucksvoller Kundgebungen der Anhäng­lichkeit des Hessenvolkes an sein ehemaliges Fürsten­haus und wieder steht nach ungeahnt kurzer Zeit ganz Hessen im Zeichen tiefster Trauer um die Großherzogin Eleonore, das erbgroßher- z o gliche junge Paar und die beiden jungen Prinzen, die auf eine so erschütternde Weise einem furchtbaren Unglücksfall zum Opfer gefallen sind.

Großherzogin Eleonore war ein Kind Ober» Hessens, geboren in dem uns benachbarten Städt­chen L i ch am 17. September 1871 als Tochter des Fürsten Herman zu Solms-Hohensolms-Lich und feiner Gemahlin Agnes geborene Gräfin zu Stol­berg-Wernigerode. Nach dem Tode ihres Vaters 1899 siedelte sie mit ihrer Mutter nach dem Witwen­sitz des Licher Fürstenhauses Hohensolms über, von wo sie 1905 Großherzog Ernst Ludwig als Gattin heimführte.

In Darmstadt und im ganzen Hessenlande ge­wann dasLärchen aus Lich" in ihrem neuen Wir­kungskreis als Landesmutter bald die Liebe und Verehrung und was noch wichtiger ist, das Zu­trauen aller Bevölkerungsschichten. Ihre aufrechte Persönlichkeit, ihre schlichte und natürliche Art, ihr Herz, das für alle schlug, die in Not und Bedräng­nis waren, machten es ihr leicht, der großen Auf­gaben gerecht zu werden, die sie an der Spitze aller karitativen Organisationen des Landes, vor allem des Alice-Frauen-Vereins, der Bahnhofsmission und des Vereins der Freundinnen junger Mädchen auf sich genommen hatte. Sie nahm diese Auf­gabe außerordentlich ernst und chre ausgesprochene organisatorische Begabung, ihre Herzensgüte und ihr feiner Takt ließen sie ganz aufgehen in der Arbeit für alle die, die der materiellen Fürsorge und des seelischen Halts bedurften.

Dabei war die Großherzogin eine Frau, die durchaus auf dem Boden der Wirklichkeit stand und einen klaren Blick auch für die nüchternen Seiten des Lebens hatte. Eine große persönliche Uner­schrockenheit bewies sie in Dresden, wo sie ein durchgehendes Gespann aufhielt und dadurch wert­volle Menschenleben rettete. Ihre mutige Tat wurde durch die Verleihung der sächsischen und preußischen Rettungsmedaille ausgezeichnet. Großherzogin Cleo- nore ist auch nach der politischen Umwälzung 1918 niemals müde geworden in ihrer karitativen Ar­beit. Nach wie vör betreute sie die Arbeit der Ver­eine, an deren Spitze sie stand. Ganz Hessen und besonders wir Oberhessen betrauern mit dem so er­schütternden Heimgang der letzten regierenden Groß­herzogin den Verlust einer seltenen Frau, die sich gleichermaßen durch schlichte Güte wie durch ein­setzungsbereite Tatkraft einen Namen gemacht hat, der im Hessenland sobald nicht vergessen werden wird.

Der ebenfalls bei dem furchtbaren Unglück ums Leben gekommene Erbgroßherzog Georg Do­natus war am 8. November 1906 in Darmstadt geboren. Er hatte in Gießen Volkswirtschaft stu­diert und seinen philosophischen Doktor gemacht. Der Erbgroßherzog war ein passionierter Autofah­rer und Flieger. Er hatte bei Opel in Rüsselsheim in der Werkstatt praktisch gearbeitet und war ein guter Kamerad im NS.-Fliegerkorps. Der neuen Wehrmacht gehörte er als Leutnant der Reserve der Luftwaffe an. Am 2. Februar 1931 hatte er die Prinzessin Cäcilie von Griechenland, eine Toch­ter des Prinzen Andreas von Griechenland und der Prinzessin Alice von Battenberg geheiratet. Die Erbgroßherzogin stand als Landesleiterin der weiblichen Hilfskräfte im Roten Kreuz ihrer Schwie­germutter tatkräftig zur Seite. Sie ist jetzt zusam­men mit ihren beiden ältesten Söhnen, dem 1931 geborenen Prinzen Ludwig und dem zwei Jahre jüngeren Prinzen Alexander dem furchtbaren Unglück bei Ostende xum Opfer gefallen. Die einzig Ucberlebenbe der entsetzlichen Katastrophe ist die ein­jährige Prinzessin Johanna.

Volkes und habe in dieser Gemeinschaft eine große, wunderbare Aufgabe. Das Theater habe allen andern Künsten voraus, daß es durch den Menschen zu den andern Menschen spricht. Der Künstler sei hineingestellt in sein Volk, kein Luxusgegenstand, sondern ein Kämpfer mit in erster Linie für sein Volk. Glücklich der Künstler, der in sich das Gefühl der Pflicht gegenüber der Gemeinschaft habe. Wec so seine Mission erlebt, der wisse, daß man di« Leistung des Künstlers nicht mit Geld bezahlen könne; mehr gelte für ihn das Gefühl, feine Pflicht getan zu haben. Kunst sei nichts anderes als ge. krallte Kraft des Volkes, die Form und Gestatt an­genommen habe. Die Ausführungen Frauen, elds fanden bei den andächtig lauschenden Zu. )örern herzlichen Beifall. Der Landesleiter banfte Gauleiter Frauenfeld für die Stunde der Er, bauung und schloß die Tagung mit einem drei, fachen Sieg-Heil auf den Führer.