K.26B Erstes Natt
187. Jahrgang
Donnerstag, 18. November i<)37
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: SrSHIsche Univerfitätsdnickerei R. Lange in Sietzen. Schrifileitung und Seschäftrftelle: Schulftrahe 1
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Poftschecktonto:
Kn-nfturt am Main 11686
Die Großherzogliche Familie das Opfer eines Flugzeug-Ltnglücks geworden.
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»)»e r begonnen, da er wahrscheinlich den
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bitr rechte Flügel und der rechte Seitenmotor Liaschine abgerissen und stürzten in die
Eine Mitteilung der Fluggesellschaft.
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it hätte ausgezeichnet geklappt und das Flug- I iid)hg über den Flugplatz gebracht Man habe
poö: lsemerkt batte In einer Entfernung von 1600 ptet i :iom Flugplatz muß eine Nebelwolke em islZgzeua die Sicht des hohen Fabrikschorn- tein's jer das tragische Unglück verursachte, un- möM gemocht haben."
WhiiicheAnteiinahme in Belgien
B^ri fei, 17. Nov (DNB) Die Flugzeugkata- topiify :iei Ostende hat in Belgien größte Anteil- iahnki und aufrichtiges Mitempfinden heroor-
otnianr eine Rakete abgeschossen, zwei weitere hät- ent) oirfagt, so daß der Flugzeugführer Larn- B il[ll9e einer der tüchtigsten Flieger der belgischen ZiiMsstahrt, der bereits 1,1 Millionen Kilometer geriet) n hat, s i ch nicht hätte orientieren Sinnen Das Flugzeug sei daher erneut über dem Flugplatz hinausgeflogen und habe auf der lintier Seite einen F a b r i k s ch o r n st e i n ! Ie stixift der feinen Blicken verborgen geblieben oms Beorg f)an et erklärte, es sei unverantwort- , idm !nß man auf einem an sich schon sehr be- neiter Flugplatz nicht Vorrichtungen geschaffen afiae, tum die Raketen automatisch abschießen zu örrner
ei dem Streifen des Fabrikschornsteines wur-
je' Der Schornstein wurde von der Wucht des bilwaJe- umgenfsen, der Rest des Flugzeuges ütt i? 100 Meter weiter ebenfalls zu Boden In lief ei Mugenblicf erfolgte eine Explosion und asr- ujg^euq war ein einziges Flammen h eilt Die Belegschaft der benachbarten Fabrik türr|? eilends mit Löschgeräten an die Unglücks- ptn 'lonnte jedoch keine 5Hilfe mehr brm- ent. her abgerissene Flugzeugflügel ist auf dem )ach l»r Ziegelei mit der Spitze stecken geblieben Der- Himpf liegt zertrümmert am Bodens die Ka- innlif völlig verbrannt, dagegen ist der Schwanz lnwerschrt.
Iir a n f f u r t a. M., 16. Nov. Ans Brüssel bnitf die Meldung, daß am Dienslagnachmittag lastet Nähe von Ostende das Verkehrsflug- lm'g der belgischen Luftverkehrsgesellschaft Sa- das die Strecke München—London befliegt, ne nun glückt ist, wobei die dreiköpfige Besatzung uch acht Fluggäste ums Leben gekommen l’N Unter den Toten befanden sich die ehemalige blrß Herzogin Eleonore von Hessen, dür Lrbgrohherzog Georg Donatus und f. jivi Gattin, dieErbgroßherzoginLäcilie, bfmi beiden ältesten Kinder, die Prinzen Lud- tiii c und Alexander, die Kinderschwester Lina hlaI n und der Adjutant Joachim Riedesel, 3Jctiif)err zu Eisenbach aus Sickendorf bei Vlivi-rbach. Ferner der bekannte Segelflieger Alfred Mottens. Die grohherzogliche Familie befand W auf der Fahrt nach London zu der für den 72vember vorgesehenen Trauung des prin- M l u d w i g von Hessen mit Miß Margret Ged- der Tochter von Sir Auckland Geddes.
Me die Katastrophe geschah.
llr er das Unglück melden belgische Blätter, daß kte Flugzeug wegen des in London herrschenden Metall 5 Anweisung erhalten hatte, bereits in Bifirn zu landen Da aber auch hier inzwischen iHOijh Rebel aufgetreten war, war die Sicht außer- rrcherlich schlecht so daß auf dem kleinen Militär- Flsn^Iatz Steene bei Ostende die Verständigung mit Leuchtraketen mißlang In der „Derniere fyjiur" schreibt der belgische Sportflieger George ifjwnBf, der kurz vor der Katastrophe selbst mit kickei Maschine auf dem Flugplatz von Steene ge= pnbei war und das Landungsmanöver des verün- lustm Verkehrsflugzeuges beobachtet hatte: die trftfpden der Katastrophe feien in dem Versagen eixlafeten zu suchen die man auf dem Flug- '|d | bei der Landung abgefeuert hätte Der Funk-
D!st lielgische Luftfahrtgesellschaft S a b e n a teilte lut" ,(s wird bestätigt, daß das Flugzeug Mün- benMimbon die in Brüssel vorgesehene Zwi - Ich li 1 l.a n b u n g wegen des herrschenden Nebels Iiriy4 oorgenommen hatte, in Ostende, wo die Iiet-imllogischen Verhältnisse noch mittags ausge- |eid'T?i waren zwei weitere Passagiere an Bord lebiw wollte Gegen 14.30 Uhr änderte s' ch le rd die Wetterlage plötz'ich über dem slu.qllcK Ostende Von Brüssel wurde sofort nach pinrrf ?n dieser Nachricht Ostende aufgefordert, em'i Flugzeug Anweisung zu drahten, sofort a i'h London ohne Zwischenlandung peitierfijfliegen, falls der Nebel für eine Landung u t üd iein sollte Unglücklicherweise hatte der Pilot h d m iAugenblick, als diese Nachricht von Brüssel intr , bereits mit dem Landungs-
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Großherzogin Eleonore. — (Mater: K. Frahner, Darmstadt.)
Dis erbgroßherzogUche Familie. — (Aufnahme: Brockmeyer, Darmstadt.)
Nolirauung des Prinzen Ludwig.
London, 17. Nov. (DNB.) Das furchtbare Flugzeugunglück in Ostende wird von der gesamten englischen Presse an hervorragender Stelle und mit großer Anteilnahme verzeichnet. Die Blätter sprechen dem Hauptleidtragenden, dem Prinzen Ludwig von Hessen, der als Attache an der deutschen Botschaft in London tätig ist, ihre besondere Anteilnahme aus. „Daily Telegraph" schreibt, dem Urenkel der Königin Vikto- r i a und beliebten Mitglied der deutschen Botschaft bezeugten seine Freunde in England tiefste Sympathie.
Die Vermählung des Prinzen Ludwig mit Miß Margret Campbell-G e d d e s, die ursprünglich für Samstag angesetzt war, fand nun schon am Mittwoch um 17 Uhr in der Kirche von St. Peter in Eaton-Square als Nottrauung statt, an der nur die nächsten Angehörigen und engsten Freunde des Paares teilnahmen. Darunter der Herzog und die Herzogin von Kent, eine Kusine der soeben bei Ostende ums Leben gekommenen Erbgroßherzogin, der deutsche Botschafter von Ribbentrop, die Prinzessin Paul von Jugoslawien, die Gräfin Toerring, beides
gerufen. Im belgischen Parlament wies Verkehrsminister Jasper am Dienstagabend auf das furchtbare Flugzeugunglück hin und sprach den Familienangehörigen der von dem Unglück Betroffenen das herzliche Beileid der belgischen Regierung aus. Die kurze Ansprache des Ministers wurde von den Abgeordneten und Senatoren stehend angehört. Verkehrsminister Jasper hat ferner dem Vertreter der Reichsregierung in Brüssel, dem deutschen Gesandten Freiherrn von Richthofen, persönlich sein Beileid ausgesprochen Aus allen Kreisen sind dem deutschen Gesandten überaus herzlich gehaltene Beileidskundgebungen zugegangen In Abwesenheit des Königs hat der Graf von Flandern seinen Adjutanten nach Ostende entsandt, um Kränze an den Särgen niederzulegen Die Königinmutter ließ durch ihren Oberhofmeister ihr Mitgefühl aus» sprechen. Derkehrsmimster Jasper hat sich in einem Sonderflugzeug an die Unglücksstelle begeben, um die Bergungsarbeiten persönlich zu leiten
Die Ueberiührung der Leichen nach Deutschland wird voraussichtlich am Donnerstagnachmittag erfolgen. Bis dahin ruhen die Opfer in der Kapelle des Krankenhauses in Ostende Dem Transport der Särge in das Krankenhaus wohnte der deutsche Gesandte bei. der den ganzen Tag über in Ostende weilte.
Die Kinderschwester Lina Hahn.
(Aufnahme: Brockmeyer, Darmstadt.) gramm: „Zu dem schauerlichen Unglück, das Sie und Ihre Familienangehörigen betroffen hat, spreche ich Ihnen mein Beileid aus. Rat und Hilfe stelle ich Ihnen, soweit mein Können reicht zur Verfügung "
Der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg depeschierte dem Prinzen Ludwig: „Tieferschüttert durch die Nachricht von dem Unglück, das Ihre Familie betroffen hat, spreche ich Ihnen mein herzlichstes Beileid aus." — Stabschef Lutze hat dem SA -Gruppenführer und Oberpräsidenten in Kassel Prinz Philipp von Hessen sein tiefempfundenes Beileid zum Ausdruck gebracht — Staatsrat Reiner sandte dem Prinzen Ludwig folgendes Telegramm: „Das tragische Geschick das o unerwartet und auf so entsetzliche Weise Mutter, Bruder, Schwägerin und zwei Neffen von Ihrer Seite gerissen hat, hat mich tief erschüttert Ich spreche Ihnen mein allerherzlichstes Beileid ausA — Der Kommandierende General des XII. Armeekorps, General der Kavallerie Freiherr Kreß von Kressen st ein telegraphierte: „Ew Kgl. Hoheit bitte ich, aufs tiefste ergriffen von dem tragischen, unsagbar schweren Verlust, der Sie betroffen hat mein von ganzem Herzen kommendes aufrichtiges Beileid entgegenzunehmen "
Der Darmstädter Oberbürgermeister Warn- boldt telegraphierte: „Zu dem furchtbaren Un- glück, das Ihre Familie betroffen hat spricht Ihnen die Stadt Darmstadt ihr aufrichtigstes Beileid und herzlichstes Mitgefühl aus, dem ich tieferschüttert mein persönliches Beileid anschließe." - Frau W i nifred Wagner schrieb an den Prinzen: ^Fassungslos über Ihren neuerlichen furchtbaren ^chicksalsschlag, den Sie. verehrter Pnnz, erlitten, spreche ich Ihnen unsere innige Teilnahme aus. W Leben schließt nunmehr eine so verantwortungsvolle Aufgabe in sich daß wir Freunde durch verehrungsvollste Treue und Anhänglichkeit hosten, mit Ihnen das unaussprechliche Schwere tragen zu helfen." — Ein weiteres Beileidstelegramm ging ein von dem Kronprinzenpaar von Schweden. In Wien übermittelte der Ches des
Kusinen der verstorbenen Erbgroßherzogin, die Gräfin Milford Haven und andere.
Nach einem Frühstück im Hause von Lord Mountbatten (Battenberg) fuhr das junge Paar mit be.a Dampfer nach Ostende. Dort wurde es am Mittwochabend von dem Gouverneur der Provinz, dem deutschen Gesandten in Brüssel, Freiherrn von Richthofen, und dem Legationssekretär Freiherrn von Neurath, am Kai empfangen. Das Prinzenpaar begab sich sofort in das Krankenhaus Sie wurden in die Kapelle geführt, wo sie lange Zeit an den Särgen ihrer tödlich verunglückten Familienangehöngen weilten. Die Ueberführung wird vermutlich im Laufe des Donnerstag erfolgen.
Die Teilnahme des Führers.
Weitere Beileidsbezeugungen führender Persönlichkeiten.
Berlin, 17. Nov. (DNB.) Der Führerund Reichskanzler hat dem Prinzen Ludwig von Hessen seine aufrichtige Anteilnahme an dem tragischen Unglück, das die großherzogliche Familie betroffen hat, zum Ausdruck gebracht. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger sandte dem Prinzen Ludwig folgendes Tele-


