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die deutschen Gaue tragen lassen, ober babei gar hinüberschlummern in den anderen Tag, dann herrscht immer im Wagen der Post, dicht hinter der Lokomotive oder am Schluß des Zuges (manch­mal rollen auch zwei oder drei Postwagen in einem Zuge mit) eine Geschäftigkeit, die nicht nur Ge­schäftigkeit an sich, sondern äußerste Konzentration der Kräfte auf die Aufgabe darstellt. Viele Post­säcke wurden schon am Abgangsbahnhof ausgenom­men und möglichst vor Abgang des Zuges ver­arbeitet, auf jeder Haltestation kommen immer neue Säcke hinzu (andere verlassen den Wagen) und müssen wieder verarbeitet, d. h. auseinander­sortiert werden. In Hunderte von Fächern, nach Kursen oder Bestimmungsorten bezeichnet, häufen sich Briese und Karten und in der anderen Hälfte des Wagens geschieht das Gleiche mit den Paketen, sofern nicht allein ein ganzer Wagen für den Pa- ketverkehr zur Verfügung steht. Niemals hat einer

der zwölf oder vierzehn Postbeamten im O-Zug- Postwagen eine Möglichkeit, von den Briefen und Karten mehr als den Namen des Bestimmungs­ortes und der Poststation zur Kenntnis zu nehmen. Nirgends ist das Brief- und Postgeheimnis besser gewahrt, denn bei der Post selbst. Oft sind die Be­amten, die den Dienst im Bahnpostwagen versehen, zehn und zwölf Stunden unterwegs, übernachten manche Nacht der Woche nicht im eigenen Bett, sondern oftmals weit vom Heimatorte entfernt, und wenn ihnen der andere Tag auch kürzeren Dienst bringt ein schwerer und verantwortungsvoller Dienst bleibt es doch. Ein Dienst an der Volks­gemeinschaft, ein Dienst in Bereichen der Selbst­verständlichkeiten, den dann und wann auch ein­mal jener Volksgenosse, sei es auch nur still für sich, würdigen und schätzen soll, der täglich Brief und Karte erhält oder sie der Post in rückhaltlosem und gerechtfertigtem Vertrauen übergibt. N.

Jahrmarkt und Reffe als Wirtschastssaktoren.

V. A. Mit welcher Wonne denken wir beim An­blick der russischen Schaukel, der Berg- und Tal­bahn, der Karussells zurück an die Zeit, wo wir als Jungen und Mädel von Onkels und Tanten zusammengeschnorrte Pfennige in der Tasche oder Cr. den vor Erregung heißen Händen durch die Wunderstraßen des Jahrmarkts zogen. Alle Jahre wieder wurden die Wagen sehnsüchtig erwartet, die ihre tausend Wunder für wenige Tage preisgaben; und nicht nur das junge Volk fieberte dem Augen­blick entgegen, wo es sich das erstemal wieder von all dem bunten Zauber einfangen lassen konnte. Auch die Alten freuten sich auf das Volksfest, den Jahrmarkt, die Messe, das Schützenfest, auf die große Abwechslung, und mit Kind und Kegel ging es dann oft viele Kilometer weit in die Stadt, vor oder in deren Toren das bunte Treiben sich abspielte.

Auf der Vogelwiese...

Und so wie es war, so ist es heute noch! Es übt noch immer auf uns alle' einen ganz großen Zauber aus, dieses Leben in und zwischen den Buden und Zelten und Verkaufsständen. Aber nicht nur das Vergnügen lockt, sondern auch sehr reale Hin­tergründe lassen Tausende von Hausfrauen sehnsüchtig auf den Tag warten, da der Markt be­ginnt. Springen wir hinein in den Trubel und er­leben beides mit: das Leben und Treiben um den Jahrmarktsstand und um den Schausteller, die Moritatbude, den Zirkus, das Karussell, die Rutsch­bahn. Was haben wir Menschen in den Städten, die wir gewöhnt sind, hinter Schaufenstern zu kaufen, schon für einen Begriff vom Geschäfts- leben auf solchen Märkten, deren jährlich über 4000 in Deutschland stattfinden. Geht einmal auf den tausendjährigen Hamburger Dom, auf die Dresdener Vogelwiese, das Cannstatter Volksfest, den Bremer Freimarkt, das Münchener Oktoberfest, den Stralauer Fischzug, den Berliner Weihnachts­markt, auf die Leipziger Kleinmesse; und zwar mit offenen Augen!

Hier wackelt die Wand.

Der Klang von 100 Drehorgeln und elektrischen Musikinstrumenten verstärkt sich mehr und mehr und schon hat uns die Achterbahn. Welch Wert steckt in solchem Unternehmen und wieviel Geld bringt es unter die Leute. Wenn der Besitzer die ganze Herrlichkeit ab baut, dann muß er seine ganze Habe auf 120 Güterzugachsen verladen; seine 20 Wohnwagen nicht eingerechnet. In Leipzig mußten sie die fertig aufgebaute Himalajabahn um einige Meter versetzen. Und dieser Spaß hat 75 000 Mark gekostet. Wissen Sie, was eine Raketen­bahn ist? Das Unternehmen hat die Größe eines Karussells und schüttelt die Mitreisenden mit einer

Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometer durchein­ander. 50 000 Mark kostete die Angelegenheit, aber der Besitzer hat sie in fünf Monaten amortisiert. Beängstigendes Gedränge herrscht vor der Bude, wo das heiße Blei die Schießbudenfiguren tötet. Wir unterhalten uns mit Anton Kröckel, einem der ganz Alten vom Bau. Es gibt keinen Schausteller, der ihn und seine Schießbuden nicht kennt. 50 Jahre lang verkauft er nun 3 Schuß fürn Groschen. Kröckel hat heute 25 Angestellte, und ob man auf den Stralauer Fischzug oder auf die Dresdener Vogelwiese geht, überall hat Kröckel seine Zelte aufgeschlagen und überall verkauft er täglich etwa 6000 bis 8000 Schuß.

Da rollt der Taler.

Es ist volkswirtschaftlich außerordentlich inter­essant festzustellen, wie sich die Werte eines mitt­leren Schaustellungsunternehmens zusammensetzen. Ein solcher Schausteller benötigt für seine Familie 1 bis 2 Wohnwagen, die einen durchschnittlichen Anschaffungswert von je 6000 bis 8000 Mark be­sitzen. Er benötigt weiter mindestens 2 bis 3 Pack­wagen, deren Anschaffungswert je Wagen etwa 4000 Mark beträgt. Das Kapital, das der Betriebs­führer benötigt, um fein Geschäft zu finanzieren, richtet sich natürlich nach Art und Größe des jewei­ligen Unternehmens. Während reisende Schauge­schäfte und mittlere Zirkusse und Arenen, je nach Art und Größe, einen Durchschnittswert von 10 000 bis 15 000 Mark besitzen, sind die Anschaffungskosten für Fahr- und Belustigungsgeschäfte, die mit allen modernen technischen Errungenschaften ausgeftattet sind, erheblich hoher. Diese belaufen sich pro Fahr­geschäft im Durchschnitt auf 25 000 bis 50 000 Mark, wozu selbstverständlich noch Beleuchtungsanlagen, Transport- und Lichtmaschinen kommen.

Das Münchener Oktoberfest wird im Durchschnitt von 500 Schaustellern besucht. Man hat errechnet, daß auf der Theresienwiese für ein einziges Volks­fest ein Vermögen von etwa 5 Millionen Mark er­stellt werden muß, um den wirklichen Charakter und Rahmen eines Volksfestes zu wahren. Ge­radezu phantastisch mutet es an, wenn wir er­fahren, daß als Ergebnis des letzten Berliner Weihnachtsmarktes bei einem Besuch von 2,5 Mil­lionen Menschen 1,75 Millionen Mark umgesetzt wurden. Ja, Der Umsatz des Stralauer Fischzuges 1935 betrug mehr als 5,5 Millionen Mark, Sum­men, die fast ungekürzt der g^imten Wirtschaft zufließen. Mag es immerhin MMschen geben, die in den Händlern und Schaustellern Habenichtse sehen, wir sind eines Besseren belehrt worden, und auf den Volksfesten und Märkten ist keiner, der mit einem anderen Berus tauschen mochte. Sein Feld ist die Welt und sein Geschäft ernährt seinen Mann.

Visitenkarten -er Nationen.

Auf der pariser Weltausstellung.

Don unserem I. M.-Berichierstatier.

Nachdruck verboten.

Paris, im September 1937.

Nach dem ursprünglichen Plan neigt fick die Pariser Weltausstellung ihrem Ende zu. Es scheint freilich so, als ob im November nur der erste Ab­schnitt dieser Ausstellung geschlossen werden wird; jedenfalls gilt es zur Zeit als ausgemacht, daß die Ausstellung, die erst sehr allmählich zur Voll­endung gekommen ist, nach einer kurzen Winter­ruhe bis Ende nächsten Jahres verlän­gert werden soll. Die Pariser sind nicht so recht begeistert davon; nimmt doch die Ausstellung mit­ten in der Stadt vom Concordienplatz bis zur

Schwaneninsel alle Plätze, Uferstraßen und Parks in Anspruch, in denen der Pariser sich so gern zum Abend und Sonntags erholt. Wenn auch mit Wasserkünsten, Illumination, Feuerwerk und inter­nationalem Trubel allerhand geboten wird, so sind die 60 Pf. oder auch die 30 Pf. an den billigen Montagen für den sparsamen Pariser etwas viel. Erst jetzt fängt er überhaupt richtig an, in die Aus­stellung zu gehen. Er hätte ja warten können, bis die große Masse der Pavillons so einigermaßen fertig geworden ist. Gebaut wird allerdings noch hier und da. In diesem Rahmen wird auch an Ver­

änderungen und Verbesserungen, an Reparaturen und Ergänzungen bis Ende nächsten Jahres immer weiter gearbeitet werden. Das ist bei der Art, wie die Ausstellung aufgezogen ist, fast unvermeidlich. Jetzt fällt das auch nicht mehr besonders unange­nehm auf. Nur zwei unvollendete Pavil­lons lassen sich nicht übersehen: das ift das mexikanische Haus, das erst im Gerippe steht, und der Pavillon des Vatikans, bei dem das überragende Turmgerüst noch keine Um­kleidung hat und auch ein Teil der Nischen mit den Kapellen im Stil der einzelnen Volker noch

nicht fertig ist.

Sonst aber stehen nun die Häuser der einzelnen Na.ionen fertig da und zeigen sich dem Strom der Besucher in schillernder Pracht als die Visitenkarten der Staaten. Wird auch sicher die Art der Auf­

machung in vieler Hinsicht durch die Rücksichtnahme auf den französischen Geschmack und auf die inter­nationale Wirkung bestimmt worden sein, so kommt

>n der Art des Aufbaus des Pavillons, in der Auswahl Dbi Schaustücke und nicht zuletzt in den 9lebenöarbietunge öer Restaurants und Caf6s der nationale Göaraftei öe5 einzelnen Volkes deutlich zum Ausdruck Mit «usn-chm-ir freilief). Eine be- fonbers abfiofeenbe ift '6er ^aDi[Ion

b e r rotf panif ch< M ° chth ° b er, der »ei- ter nichts als ein mj^erroärtig übersteigerte ® r e u e * p L° P ? b a mit Photomontagen von ÄÄÄ die nur durch ein wilde

dadaistische und Skandalkunst un­

terbrochen werden. Der Gipfel der Schamlosigkeit ist die bildliche Wiederholung der Greuellüge von Guernica. Auch der französische Besucher verläßt diesen Pavillon, in dem übrigens als einzigem Propagandablätter verteilt werden, mit dem offen­sichtlichen Gefühl des Ekels.

Fern jeder volkstümlichen Schau ist auch das Haus der Sowjetunion, das sich in einer raffinierten Propaganda erschöpft, die auf die in­nerpolitische Wirkung in Frankreich abzielt. Sehen wir von der kubistischen und gewollt eckigen Auf­machung ab, die bereits den äußeren Aufbau des Hauses gegenüber dem deutschen Pavillon kennzeich­net, so spekulieren mit der Art der Propaganda die Sowjets denn doch auf eine politische Dumm­heit und Instinktlosigkeit, mit der eigentlich das französische Volk beleidigt wird. Noch hängt z. B. in einem überlebensgroßen Oelbild der längst als Verräter Hingerichtete Marschall Tuchatschewski, der auch auf einem großen Wandbild der Reiter- generalität neben Stalin zu sehen ist, in dem Aus­stellungsteil, der die Sowjetmacht versinnbildlicht. Eine riesige Mosaiktafel als Uebersicht über die Bo­denschätze und Verkehrswege enthält auch als stän­dige Schiffahrtsstraße mit Hafen und allen son­stigen Zutaten den Weg durch das nördliche Eis­meer, der gerade im vorigen Jahre ein einziges Mal von einem einzigen Expeditionsschiff befahren worden ist. Und eine besondere Koje verkündet dazu noch, daß die Sowjets endlich den jahrtausende­alten Menschheitstraum der Erschließung der nörd­lichen Umfahrt um den eurasischen Kontinent er­füllt hätten! Der böse Zarismus allein hat es ver­schuldet, daß in Rußland wie auch sonst in der Welt vor dem Kriege die Motorisierung noch un­entwickelt war, während heute die Sowjetkommis­sare (doch das sagt man nicht) in Autos fahren; da steht das Modell 1935 und das Modell 1936, das in 265 000 Stück erzeugt werden wird, sogar für den sparsamen Franzosen wohl ein wenig vor­sintflutlich.

Der stärkste Gegensatz dazu bleibt das deut« s ch e Haus, das durch seine vornehme Zurückhal­tung, durch den Verzicht auf jede Propaganda, ja auf jede betonte Werbung, in besonderem Maße werbend wirkt, weil es, entsprechend dem glatten, straffen und stolzen äußeren Aufbau, nur einfach in offenen Kojen und Vitrinen mit Beispielen zeigt, was Deutschland ift, was deutscher Fleiß leistet und was deutsche Kunst vollbringt. Genau so gehören auch die deutschen Abteilungen in den internationalen Pavillons, die der Wirtschafts­werbung dienen, zu den besuchtesten Ständen.

Die übrigen europäischen Pavillons sind wesent­lich auf den Fremdenverkehr berechnet, wie das etwa bei Monaco und Luxemburg selbstver­

ständlich ist. Daneben fällt auch die Betonung der Innenarchitektur und die breite Schaustellung von Kunstwerken und von kunstgewerblichen Leistungen auf. In dieser Zusammenstellung zeichnen sich be- onders die nordischen Staaten aus, bei denen Dänemark mit zarten Porzellanen und kunst­vollem Silber noch gerade für den internationalen Geschmack anziehend ist, während der fein und zart, babei doch urwüchsig bodenständig gehaltene finn- ländische Pavillon, der in Deutschland be« andere Bewunderung finden würde, offenbar dem Pariser Milieu nicht anspricht. Oesterreich zeigt ich in der Vielfalt der deutschen Kultur der Süd­ostmark. Daneben nimmt sich Ungarn, .bas in einem Weiheraum auch in Paris würdig die histo­rischen Rechte der Stephanskrone vertritt, zugleich martialisch und romantisch aus. Der mit Geschmack und Zurückhaltung ausgeführte bulgarische Pavillon ist erfüllt von dem erfrischenden Duft des Rosenwassers, das in der Eingangshalle spru­delt.

Unter den südosteuropäischen Staaten hat die Tschechoslowakei sich angesichts der Tatsache, daß wenigstens Dreiviertel der Schaustellungen u betendeutschen Ursprungs sind, wenigstens dazu entschlossen, einen Teil der Ortsnamen auch in der deutschen Schreibweise zu nennen. Daß der Hradschin mit dem Wenzelsdom auch der deutschen Schöpfung Peter Parlers zu verdanken ist, wird reilich* nicht gesagt. Auch Jugoslawien und Rumänien, die im übrigen recht wirksam auch ihre wirtschaftliche Leistung Herausstellen, wollen ebenso nur als Nationalstaaten erscheinen wie die baltischen Randstaaten, die in ihrem ge­meinsamen Haus Baudenkmäler aus der Zeit der Hanse und der deutschen Orden in den Mittelpunkt gerückt haben. Polen will wohl den ehemals deutschen Teilgebieten und seiner starken deutschen Volksgruppe dadurch gerecht werden, daß es den großen Thorner Astronomen Nikolaus Coppernikus, dessen deutsche Abstammung und dessen deutsches Bekenntnis im benachbarten deutschen Haus ur­kundlich und auch aus polnischen Forschungen be­legt werden, zwischen polnischen Heroen in feine Ehrenhalle gestellt hat.

Der belgische Pavillon mit feiner Gar­tenkunst, feinen Jndustriernustern und einer exoti­

schen Palmenhalle vom Kongo hat in Paris ähn­lichen Anklang gefunden wie das niederlän­disch e H a u s , das in einer Sonderschau den Ein­geborenenfleiß aus Niederländisch-Jndien zeigt. Be» merkenswerterweise nur hier und in dem süd­afrikanischen Haus, em wenig noch in Pa­lästina, wird wirklich für den Absatz der Kolonial­produkte geworben und in Proben die Leistung der Kolonisationstätigkeit vorgeführt. Sonst ist Ita­lien der einzige Staat, der, allerdings in großer Breite und Vielseitigkeit, von dem Kolonisations­willen des Imperiums von Eryträa bis Somali­land spricht und babei noch in einer Etage über ber anberen die historische Aufgabe und den typisch italienisch geprägten Leistungswillen des Faschis­mus herausstellt. Demgegenüber gibt sich Eng- land bei aller Fülle und Ordnung eines vielge­staltig verschlungenen Hauses betont lässig mit einer . würdevollen Nonchalance, die den vornehmen Sports und den Ereignissen der Gesellschaft den ersten Platz vor den Leistungen der Industrie und des Gewer­bes einräumt.

Unter den übrigen außereuropäischen Häusern fallen die Vereinigten Staaten mit einem großen bunten Gebäude auf, das in der Weitläufig­keit, in der Vielfältigkeit des Materials und in dem Uebereinanbertürmen der Etagen ganz unserer Vor­stellung von der bunten Fülle des weiten Landes zwischen den Ozeanen entspricht. Brasilien und Argentinien betonen im verlockenden Pano­rama Südamerikas ihre Ausfuhrbereitschaft. Aehn- lich stellen A u st r a l i e n und Kanada die Ro- mantik des Landes neben die wirtschaftliche Lei­stung. Andere Pavillons wieder, wie etwa Haiti, Irak, Peru, Venezuela oder Siam, auch Aegypten, wirken als erlesene exotische Perlen, die uns mit dem Geschmack ber heimatlichen Architektur unb den Schöpfungen der Völker eine Traumreise in die Schätze ferner Welten erleben lassen. So bunt haben die Nationen der Welt sich hier zur Schau gestellt, ein Kaleidoskop der Rassen unb Volker, von denen jedes in der Betonung seiner Eigenart und des eigentümlichen Charakters feinen Beitrag für das friedliche Zusammenleben in einer Welt lie­fert, die Raum für alle hat, wenn sie nur auch die fremde Eigenart respektieren.

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Ehrenpreis des Führers und des Duce fürdieNadfernfahrtMailand-München

Der Führer unb Reichskanzler hat für die Rad- ernfahrt MailandMünchen einen Ehrenpreis ge- tiftet, der für die beste Mannschaft bestimmt ist. Der italienische Regierungschef Mussolini hat einen Ehrenpreis für den besten Einzelfahrer der Drei- Tagefahrt gestiftet.

Deutscher Sieg der ersten Etappe.

Bei strömendem Regen wurde am Freitag die vierte Radfernfahrt Mailand München in der oberitalienischen Stadt gestartet. Die erste Etappe über 241,1 Kilometer nach Trient sah zum Schluß noch neun Mann im Spurt. Der Chemnitzer Her­bert Hackebeil trat frühzeitig genug an und chlug die Italiener Bisio und Tomasoni, die Leut­chen Herbert Schmidt und Meister Scheller, sowie Cerasa (Italien) und Montobbio (Italien). Auch Willi Jrrgang befand sich unter den Ausreißern, so daß in der Länderwertung Deutschland und Ita­lien mit gleicher Zeit in Führung liegen, während Oesterreich schon weit zurückgefallen ist.

Handball-Lehrgang in Gießen.

Im Rahmen des Lehrprogramms findet am kom­menden Sonntag auf dem Platz des Mtv. Gießen ein Lehrgang statt, der unter Leitung des Gau­schiedsrichter-Obmanns Jakob (Kassel) steht. Dieser Lehrgang soll zunächst ein Generalappell für die Schiäisrichter und Anwärter, dann aber auch eine Gelegenheit für die Spieler fein, sich kurz vor Be­

ginn der neuen Runde nochmals intensiv mit den Fragen zu befassen, die die Spielkultur ohne weite­res mit sich bringt. Es liegt nun an den Vereinen, die Gelegenheit zu benutzen, um sich am letzten Sonntag vor den Verbandsspielen nochmals mit den Dingen zu beschäftigen, die für alle akut sind.

Mit Rücksicht auf den Lehrgang ist der Spiel­betrieb gering. Es werden sich lediglich gegenüber­stehen:

Tv. Lützellinden To. Groß-Rechten- b a ch. Lützellinden konnte schon das Vorspiel klar für sich entscheiden, so daß allerdings auch ber Aus- gang des erneuten Zusammentreffens nicht unge­wiß sein dürfte.

Tv. Hornsheim Tv. Wetzlar. Hörns­heim hat fein Spielfeld vergrößern können. Die Weihe des neuen Geländes, die am Sonntag vor sich gehen soll, sieht nun eine Begegnung mit der 1. Mannschaft des Tv. Wetzlar vor.

Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900.

In Verbindung mit dem reichsoffenen Marathon­lauf hat die Turn- und Sportgemeinde Weilburg für den morgigen Sonntag auch nationale Wett­kämpfe ausgeschrieben. Es steht zu erwarten, daß diese wie in den früheren Jahren wieder eine gute Besetzung aufweisen. Die Spielvereinigung 1900 hat für 10 Aktive, 6 Jugendliche und 4 Frauen Meldungen abgegeben. Wenn auch die Saison sich schon dem Ende nähert, so hofft man doch, daß mit guten Leistungen aufgewartet und ehrenvoll ab­geschnitten wirb.

Mball-Vezirksklaffe startet za pmltekämpfen.

Die Bezirksklasse Gruppe Gießen eröffnet am Sonntag die Derbandsserie 1937/38 mit folgenden Spielen:

Wetzlar Steindorf (Schmidt, Dillenburg).

Dissenberg Burg (Gerhard, Annerod);

Frohnhausen Lollar (Gutmann, Wetzlar);

Sinn Naunheim (Post, Wieseck);

Steinberg Butzbach (Volkmar, Wetzlar).

Im vergangenen Jahre war es Burg, bas den Bissenbergern eine überraschende Niederlage auf eigenem Platze beibringen konnte. Diesmal wer­den die Platzbesitzer aufmerksamer sein, daß der Fall nicht wieder eintritt. Auf der anderen Seite hat Burg den Verlust feines Mittelstürmers Ble­cher zu verzeichnen, so daß eine Wiederholung des Sieges sehr fraglich ist.

Frohnhausen hat in Lollar eine Mannschaft vor sich, die auch auf fremden Plätzen zu spielen ver­steht. Und da sich der Ausfall von Gabriel und Kreiling durch Einstellung talentierter Jugendlicher gut ausgeglichen hat, steht noch nicht fest, ob die Dränier das bessere Ende für sich behalten.

Sinn hcft gegen Naunheim einen schweren Stand. Die letzte Begegnung sah Naunheim als Sieger, ob­wohl man Sinn als Favorit bezeichnete. Für den BC. Sinn fällt weiter ins Gewicht, daß der alte Platz nicht mehr zur Verfügung steht und Naunheim insofern eine Chance besitzt, da man von einem neutralen Platz sprechen kann.

Steinberg empfängt denNeuling" Butzbach. Früher waren die Butzbacher besser in unserem Be­zirk bekannt. Gar manche Ueberraschung ging von ber Mannschaft aus. Die Teutonen dürfen also kei­nesfalls mit hochgeschraubten Erwartungen ins Spiel gehen. Butzbach versteht zu kämpfen.

Lokaltreffen in Wetzlar. Sv kann man die Be­gegnung Wetzlar Steindvrf schon nennen. Der vorjährige Meister sollte, trotzdem seine Mann­schaft nicht mehr so spielstark ist, einen glatten Sieg erringen.

1900 I. SA.-Kampfgemeinschast I.

Die Blauweißen, die vor den Derbandsspielen nochmals pausieren können, treffen mit der SA.- Kampfgemeinschaft zusammen. Nach dem glänzend gelungenen Start ber SA. gegen VfB.-Reichsbahn kommt bamit nochmals eine interessante Begegnung zustanbe. Die SA. besitzt in ihren Reihen erprobte Spieler unb bas Spiel auf dem Waldsportplatz bewies, daß ihre Zuteilung zur ersten Kreisklasse zu Recht erfolgt ift. Nach verschiedenen Spielen,

wenn die Spieler sich untereinander verstehen, ist die Mannschaft sehr zu beachten. Die Blauweißen, die auf ihre Soldaten verzichten müssen, treten mit Rahn, Zeiler, Lippert, Erhard, Kirchner, Lehr­mund, Schellhaas, Kociok, Löbsack, Garth und Rin­derknecht an. Trotzdem diese Elf als gut zu be­zeichnen ist, kann man ihr keine sicheren Sieges­aussichten einräumen.

1900II SA.II fällt aus.

Das Spiel der zweiten Mannschaft, das ur­sprünglich vor dem Kampf der ersten Mannschaften ftattfinben sollte, ist abgesagt worden, da ein Teil der Spieler bei dem RennenRund um Schot­ten" sein will.

Sportverein 1926 Lollar.

Lollar IOranien Frohnhausen L

Die Ligamannschaft des Sportvereins Lollar greift am morgigen Sonntag in den Kampf der neuen Verbandsspielserie 1937/38 ein. Zur Bestreitung ihres ersten Spieles muß die Mannschaft nach aus­wärts fahren, und zwar ist ihr GegnerOranien" Frohnhausen. Die Besetzung der Lollarer Mann­schaft hat sich gegenüber der vorjährigen Verbands­serie wenig verändert. Leider kann der in den letz­ten Verbandsspielen verletzte gute Spieler Gabriel immer noch nicht mitwirken. Die Aufstellung der Mannschaft lautet: Ziegler; Härstel, Naumann; Sommer, Klinke!, A. Ziegler; Rudolf, Kreiling, Lohr, Gerlach, Fr. Geißler.

Mit dieser Mannschaft dürfte man einen guten Ausgang des Spieles erwarten, nachdem sie in den letzten Spielen gezeigt hat, daß sie zu kämpfen versteht, zumal es jetzt um wertvolle Punkte geht. Ziegler im Tor dürfte feinen Mann stellen. Die Verteidiger werden dem anftürmenben Gegner Widerstand zu leisten wissen. Die Läuferreihe ist roieberum geschickt aufgestellt und wird sowohl die Verteidigung unterstützen wie auch die Stürmer­reihe mit guten Vorlagen versehen. Was die Stür­mer anlangt, so kann man auch zuversichtlich sein. Hauptsache ist, daß bie Mannschaft eine Geschlossen­heit an den Tag legt und ein genaues Zuspiel pflegt. Der Erfolg wird ihr dann nicht versagt blei­ben. Auf der anderen Seite stoßen die Lollarer auf einen zähen Gegner, der in ber Tabelle den dritten Platz einnimmt. Die Frohnhäuser stellen eine schlag­kräftige Mannschaft, die zu kämpfen versteht. Zu­dem haben sie nocy den Vorteil des eigenen Platzes. Mancher beachtliche Gegner mußte bei ihnen schon Federn lassen.