lang bauern. Aepfel und Birnen brauchen 100 bis 110 Grad und eine Trockenzeit von drei bis sechs Stunden, je nach ihrer Dicke. Mirabellen brauchen 90 Grad, vorgetrocknete Pflaumen bloß 70 bis 80 Grad. Birnen muffen ungefähr sieben bis zehn Stunden trocknen, Kirschen vier bis fünf, Mirabellen sechs bis sieben, Brombeeren Heidelbeeren, Trauben, ausgekernte Hagebutten zwei bis vier Stunden. Das Obst ist gut, wenn es sich biegen läßt und kein Saft mehr herausläuft. Es wird ebenso aufgehoben wie das Gemüse. Selbstgetrocknete Trauben nehmen wir in unsere Kuchen, genau so wie Rosinen. Die Aepfel- kerne sammeln wir als Mandeln und verwenden sie ebenso. Pflaumenkerne in kleinen Mengen würzen uns Süßspeisen.
Esten — gut gelaunt.
Auch das ist.Kampf gegen den Verderb", daß gut gelaunt und mit Appetit gegessen wird, so daß nichts übrig bleibt. Denn es gilt schon das Wort: Dor lauter Aerger ist mir der Appetit vergangen." Die Stunde der Mahlzeit soll eine frohe und heitere Stunde sein. Denn der Organismus verarbeitet die lebenswichtigen Bausteine, die ihm die Nahrung geben, um so besser, je weniger er sie sich in Hast ober mit Aerger unb Derbruß einoerleibt. Nun
ist es vielfach so, baß gerabe zu ben Mahlzeiten die Familie beisammen ist und daß dann allerlei Vorkommnisse in und außer der Familie zusammen besprochen werden. Das sind natürlich auch manchmal sehr ärgerliche. Die Mutter aber ist verantwortlich für eine gesunde Ernährung, und so soll sie zur Mahlzeit ärgerliche Gespräche erst gar nicht anschneiden oder sie fortscheuchen. Je harmonischer und gemütlicher die Mahlzeiten sind, um so gesünder und glücklicher ist die Familie. Dazu gehört auch, daß man den Tisch sauber und freundlich deckt. Das geht auch mit geringen Mitteln. Vielleicht, daß man ihn zur Blumenzeit mit einem netten Strauß schmückt. Zur Freude für alle trägt bei, wenn pünktlich und regelmäßig gegessen wird, denn nichts ist schädlicher als hastiges Essen. Störungen des Magens und nervöse Erscheinungen sind oft die Folge. Die Stunde der Mahlzeit soll feststehen. Das unregelmäßige Essen schadet mehr als man allgemein annimmt. Es geht immer gut einzurichten, wenn vorgesorgt ist, wenn durch eine richtige Arbeitseinteilung der Küchenzettel für die ganze Woche festgelegt unb nach ben Jahreszeiten unb Monaten ausgerichtet würbe. So hängt eins mit bem anbern zusammen. Unb wenn bas alles richtig gemacht wirb, bann stellt sich immer ber rechte Appetit ein, auch wenn einmal bie Suppe ein wenig versalzen sein sollte. H. S.
Siebenhundert Jahre Stadt Berlin.
Von Georg G. Graf.
Nun feiert bie Stabt Berlin ihren siebenhunbertsten Geburtstag. Ganz genau kennt man ihn ja nicht; benn bie Geburts-, b. h. Gründungsur- kunbe ist verloren gegangen. Die ältesten Urfunben ber Doppelstabt Berlin-Cölln nennen 1237 Cölln unb 1240 Berlin als Stabt; als börsliche Sieblung find beibe Orte sicher noch viele Jahrhunberte älter. Zu Beginn feiner Geschichte mag Berlin einige hundert Einwohner gezählt haben, heute reicht seine Bevölkerungsziffer an bie Fünfmillionengrenze heran; Berlin hat mehr Einwohner als bie ganze Schweiz. Vor 700 Jahren bebecfte bie Stabt eine
Fläche von 73 Hektar, unb biefe Ansicht von Berlin im 17. Jahrunbert. Im Mittelpunkt bas Schloß, Fläche hat sich bis ins 17. Jahrhun- bavor ber Lustgarten. — (Nürnberg, German. Nationalmuseum.) bert »sicht vergrößert; heute umfaßt
tere Errungenschaft. Unb wenn es auch bamals von ben märkischen Weinen hieß, sie „kratzten bie Kehle wie eine Säge", so würbe ber Wein, ber auf ben Hügeln rings um Berlin wuchs, gern getrunken unb weithin oerfanbt. Die Berliner Weinmeister belieferten Mecklenburg, besten Fürsten bie Berliner Marken — Ungrifdj Leibfarb, Tinten- unb Petersilienwein — höher schätzten als ben Rheinwein, unb die ganzen Ostseestadten Die meisten Weinberge gingen erst in dem strengen Winter 1740 ein, und Friedrich der Große hielt dann die Kornkammer für wichtiger als die Weinkeller.
Die Handelskrisen des 14. und 15. Jahrhunderts untergruben auch die Machtstellung Berlins. Seine Bedeutung erlangte es erst auf anderer Grundlage wieder, als aus der Handelsstadt eine Residenzstadt geworden war. Kurfürst Friedrich II. benutzte die Schwäche der niedergehenden Stadt, ließ sich den versumpften nördlichen Teil Cöllns mit der ßuftgarteninfel abtreten und erbaute hier um 1450 eine Burg, eine Zwingburg gegen die beiden Städte, deren Zugänge, ebenso wie der Spreelauf von hier aus völlig beherrscht werden konnten. Hundert Jahre später ließ Joachim II. bie Burg nieberreißen unb an ihrer Stelle ben Prachtbau eines Resibenzschlosses errichten, in bem er ständi- gen Aufenthalt nahm.
Zunächst war bie Rangerhöhung zur Resibenz noch keine Wohltat für bie Berliner. Erst als seit bem 16. Jahrhunbert bie Hofhaltung immer glän- zenber würbe, hob sich ber Wohlstand Und mit ber auffteigenben politischen Macht erwies sich ber Umfang ber beiden Schwesternstädte bald als zu klein; Beamte, Hofpersonal, Militär mußten Unterkunft finden. Der 30jährige Krieg hatte zwar auch Berlin stark entvölkert; aber es war vor Plünderung und Zerstörung bewahrt geblieben. So wurde denn vom Großen Kurfürsten eine neue Stadt,
die Stadtgemeinde Groß-Berlin annähernd 900 Quadratkilometer (90000 Hektar!); das ist fast die Größe ber Insel Rügen.
Zwischen zwei ausgebehnten Hochflächen, bem Barnim im Narben unb bem Teltow ifn Süden, irrte einst die Spree in zahlreichen» Armen zwischen Dünenstreifen und verlandeten Mooren durch ein ostwestlich gerichtetes, breites sog. Urstromtal, die ehemalige Abflußrinne für die Schmelzwasser der eiszeitlichen Gletscher. Die engste Stelle dieses Tales, wo Barnim und Teltow sich auf eine Entfernung von nur etwa 4 Kilometer nahe kommen, bot auch insofern die bequemste Uebergangsmög= lichkeit, als hier zwischen mehreren schmalen Flußarmen feste Jnselkerne mit sandigem Boden sich befanden, in gleicher Weise für Ansiedlung geeignet und durch ihre Lage geschützt. Die beiden Schwesterstädte Berlin und Cölln entstanden hier nebeneinander auf den beiden bedeutendsten Spree- infeln; sie sollten den Landverkehr zwischen der Ostsee und Mitteldeutschland vermitteln und sichern.
Cölln — der Name kommt wahrscheinlich vom wendischen „Golm"-Hügel — muß wohl die ältere Stadt gewesen sein. Sie entstand rund um eine Düne, oa wo heute Köllnischer Fischmarkt und
Der alte Potsdamer Bahnhof.
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Petrikirche sich befinden; vermutlich lag in unmittelbarere Nähe ein wendisches Fischerdorf, das der Stadt den Namen gab. Vom Köllnischen Fischmarkt führte der Mühlendamm nach der Berliner Seite hinüber. Hier lag ursprünglich, rund um den Platz der heutigen Nikolaikirche, ein Bauerndorf, von dessen Ausgang verschiedene Feldwege ausstrahlten; an dieser Wegscheide entstand der älteste städtische Berliner Markts der Molkenmarkt. Während die Cöllner Insel für eine Stadterweiterung zu klein war, wurde dem ältesten Berlin sehr bald eine neue Stadt angegliedert mit der Marienkirche als geistlichem und dem Neuen Markt als weltlichem Mittelpunkt. Beide Städte hatten Jahrhunderte hindurch gesonderte Verwaltung und waren durch getrennte steinerne Mauern mit Türmen, Wall unb Graben befestigt. Das älteste Rathaus Berlins ftanb am Molkenmarkt; bie Burg bes Lanbesherrn, das „Hohe Haus" lag nahe dem Drstausgang zwischen Alexanderplatz und Klosterkirche. Vor den Toren gab es geistliche Spitäler, eine Art von Duarantäneftationen, die im Mittelalter bestimmten Heiligen, dem St. Georg — am Alexander- Platz — oder St. Gertrud — am Spittelmarkt — gewidmet waren.
Sehr schnell entwickelte sich die Doppelstadt Ber- 'In-Cölln zu einer wohlhabenden Kaufmannsstadt, die längere Zeit der Hanse angehörte. Haupthandelsartikel waren Heringe, die von Stettin kamen, und märkischer, besonders Berliner — Wein! Jawohl! Wein! Das Bier ist in der Mark eine fpä-
Friedrichswerder, auf einer Spree-Insel zwischen Spittelmarkt unb ben „ßinben" geqrünbet, unb halb banach entstaub bie Dorotheenstabt Die ursprünglich felbftänbigen vier Gemeinwesen würben bann 1709 miteinander vereinigt; seitdem erst gibt es ein einheitliches Berlin.
Noch in einer anderen Beziehung veränderte der Große Kurfürst das Bild seiner Residenzstadt: Berlin wurde Festung. Nach holländischem Muster wurde die Stadt in den Jahren 1658—83 in ein kunstvolles Besestigunassystem aus 13 Basttonen mit einem über 60 Meter breiten Graben davor einbezogen. Die Gräben sind seit langem zugeschüttet; auf dem Königsgraben fährt heute zwischen Jannowitzbrücke unb Börse bie Stadtbabs Die ehemaligen Bastionen finb heute bie sternförmig ausgezackten Plätze Hackescher unb Svittelmarkt, Märkischer unb Hausvogteiplatz. Die Festung war schon kurze Zeit nach ihrer Vollenbung überholt; bie Stabt sprengte ihren Rahmen. Friebrich I. schuf bie Friedrichstadt, unb unter Friebrich Wilhelm I unb Friebrich bem Großen mußte bie Stabt entfestigt werden. Die auseinanberftrebenben Teile wurden 1737 roieber burch einen weiten Mauer- unb Palli- fabenring zusammengefaßt, ber ein Stabtgebiet von 1330 Hektar einschloß. Diese, bie britte Berliner Stadtmauer, die erst in der Mitte des vorigen Jahrhunderts fiel, war jedoch keine Festungsmauer: sie sollte lediglich eine Art Verkehrshindernis sein, um Deserttonen zu verhindern und um an den Toren den ßandsttaßenverkehr zu überwachen und
ben Torzoll zu erheben. Heute führt so ziemlich auf ber ganzen Strecke biefer ehemaligen Stabtmauer bie Linie 1 ber Straßenbahn entlang.
Der Große Kurfürst hatte ben Ehrgeiz, aus Berlin eine repräsentative Resibenzstabt zu machen. Die Stabt muß bamals, ben Verordnungen nach zu schließen, nicht den besten Eindruck geboten haben. Als z. B. alle Verbote, Schweineställe vor den Häusern anzulegen und die Tiere frei auf der Straße herumlaufen zu lassen, nichts halfen, wurde 1681 das Schweinemästen in der Stadt überhaupt untersagt. Die Müllbeseitigung lag so im Argen, daß 1671 jeder zu Markt kommende Bauer verpflichtet wurde, eine Fuhre Kot von dem großen Haufen auf dem Neuen Markt mit aus der Stadt zu nehmen. 1679 beginnt die Straßenbeleuchtung; aus jedem dritten Haus mußte nachts eine Laterne herausgehängt werden; drei Jahre darauf wurden die ersten Laternenpfähle errichtet.
Schon vor Schlüters berühmten Umbau war das Berliner Schloß zu einem stattlichen Gebäudekomplex herangewachsen. Der erste Hohenzollernkönig, Friedrich I., hatte dann, ähnlich andern deutschen Fürsten, die Absicht, es an Monumentalbauten in feiner Residenz dem französischen Sonnenkönig gleich zu tun. Aber das Schloß blieb unvollendet, und von den Prunkbauten feiner Vorgänger wollte Friedrich Wilhelm I. nichts wissen; aus dem Lustgarten wurde ein Paradeplatz, das Lusthaus zur Tapetenmanufaktur, das Pommeranzenhaus, die Orangerie, zuerst ebenfalls eine Fabrik, bann ein Packhof.
Erst seit bem 19. Jahrhunbert wirb ber Ausbau Berlins nicht mehr ausschließlich vom Herrscherhaus beftimmt; Berlin kehrt fern Gesicht roieber nach außen. Verkehr und Industrie sprengen die alten Mauern und breiten ein neues Straßennetz über bisher unbebaute Gebiete. Das wurde eigentlich erst möglich, als die Bauernbefreiung um 1850 dem Bauern den Verkauf der ländlichen Grundstücke gestattete. Nicht immer gereichte die stürmisch einsetzende Entwicklung der Stadt zum Vorteil, selbst wenn wir von den unheilvollen Folgen der Bodenspekulation und der „Gründerjahre" mit ihren „Millionenbauern" absehen. Die Eisenbahn querte nur in der Ostwestrichtung die Stadt, die übrigen Linien endigten blind in Sackbahnhöfen an der Weichbildgrenze, und die Bahnhofsanlagen und Schienenstränge schlossen die neuen Stadtteile voneinander ab.
Großstadt wurde Berlin bereits Mitte bes 18. Jahrhunberts; 1750 würben bie ersten Hun- berttaufenb Einwohner überschritten 1830 waren es 200 000, unb 1860 würbe bie erste halbe Million erreicht. Seit biefer Zeit, genauer seit ber Reichs- grünbunq, batiert ber ungemein schnelle Aufstieg
MM
Altberliner Typen, als Hauptoertreter bes Berliner Volkswitzes: Droschkenkutscher unb Fischfrau.
zur Mehrmillionenstabt, zur Weltstadt. Aber es bauerte noch eine Weile, bis aus dem unorganischen Konglomerat verschiedener, obendrein miteinander rivalisierender Städte und stadtähnlicher Riesendörfer eine einzige Riesenstadt entstand. Solange die Hohenzollem in Berlin residierten, verhinderten sie ben Zusammenschluß. Der kam erst 1920. Mit Berlin mürben bamals runb hunbert felbftänbige Ge- meinben zusammengeschmolzen, barunter 53 einstige Kirchdörfer und ein halbes Dutzend Groß- und Mittelstädte. Erst die Schaffung eines Groß-Berlin ermöglichte oder vielmehr ermöglicht — denn die Sünden und Versäumnisse der Vergangenheit sollen noch gut gemacht werden! — für die Zukunft, die Stadt nach einheitlich-großzügigen Plänen umzugestalten und auszubauen.
Die Schwierigkeit der Lösung dieser Probleme liegt hauptsächlich in den Aufgaben, bie ber gegenwärtige unb der voraussichtliche zukünftige Verkehr stellt. Gewiß, Berlin ist neben Duisburg der größte deutsche Binnenhafen; Berlin hat ein Schnellbahnnetz von rund 90 und ein Straßenbahnnetz von 700 Kilometer Länge (man kann für 25 Pfennige die ganze Stadt von Westen nach Osten auf einer Strecke von 50 Kilometer durchqueren!). Aber das U-Bahnnetz ist noch unvollendet, die Ringbahn ist in der heutigen Anlage für die Außenoororte fast ein Verkehrshindernis, und die Sackbahnhöfe im Fernverkehr trennen noch Süd- und Norddeutschland mitten in Berlin voneinander. Nur eine gewaltige oerkehrspolitische Revolution und die Energie weitblickender Männer wird diese Aufgabe lösen und das Groß-Berlin des 20. Jahrhunderts, würdig der Hauptstadt des neuen Reiches, schaffen können.
PS
tllfi
ks: Das alte Brandenburger Tor. (Staat!.Kunstbibliothek.) — Rechts: Die „Lindenallee" im Jahre 1691, heute Berlins Dracktstraße „Unter den Linden". (Kupferstich-Kabinett.) * ) l B
Gute Lust unb Gesundheit am Arbeitsplatz.
Don Dipl.-Zug. Herbert Stemwarz, Amt „Schönheit der Arbeit" in der DAF.
Die Organisation aller Schaffenden des Deutschen Reiches — die Deutsche Arbeitsfront — betrachtete es bei ihrer Gründung als vornehmste Aufgabe, den Arbeiter zum gleichberechtigten und geachteten deutschen Menschen zu erheben. So unwichtig es den Machthabern vor 1933 erschien, ob der deutsche Arbeiter rein äußerlich in Kleidung und Gebärde als Prolet gekennzeichnet war ober nicht, so wesentlich ist es der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, eben diesen Arbeiter auch rein äußerlich in den Genuß aller Dinge zu setzen, die jeder andere Angehörige des Deutschen Reichs für sich in Anspruch nehmen kann. Die deutschen Betriebsführer und ihre Gefolgschaftsmitglieder haben es in den letzten Jahren verstanden, diese Brücke von Mensch zu Mensch zu schlagen. Die deutschen betriebe sind auch in vielen Fällen Ausdruck des Nationalsozialismus geworden; die Auszeichnung von 30 Musterbetrieben durch den Führer kennzeichnet am besten den Willen der nationaljo- zialistischen Regierung, durch einen Wettkampf einmal alle Betriebe mit diesem neuen Sozialismus zu erfüllen.
Dem Amt „Schönheit der Arbeit" war es dabei Vorbehalten, für die äußere und innere Gestaltung der Betriebe sowohl in baulicher, als auch in technischer Beziehung zu sorgen. Was 1933 übernommen worden ist, soll hier nicht aufgezählt werden; viel wichtiger erscheint es, auf Grund der durch das Amt „Schönheit der Arbeit" in den Jahren 1933 bis 1937 oorgenomme- nen 35 866 Betriebsbesichtigungen festzustellen, daß die anregende und beratende Arbeit des Amtes „Schönheit der Arbeit" wesentlich dazu beigetragen hat, die deutschen Betriebe wenigstens einigermaßen in Ordnung zu bringen. Es ist uns bekannt, daß noch viele deutsche Betriebe einer inneren und äußeren Säuberung unterzogen werden müssen. Teils wirtschaftliche, teils organisatorische Dinge waren bisher ein Hemmnis, sofort an die Umgestaltung zu gehen. Entscheidend soll auch nicht die äußere und innere Umgestaltung des Betriebes sein, sondern vor allem auch der Geist, der in den Betrieben herrscht. Die einmal geschaffene Betriebskameradschaft wird auch hier Mittel und Wege finden, um einem wirtschaftlich schwachen Betrieb die Möglichkeit zu geben, sich den Forderungen des Amts „Schönheit der Arbeit" und darüber hinaus den Forderungen der Deutschen Arbeitsfront überhaupt einigermaßen anzupassen.
Es war nicht leicht, in jeden deutschen Betrieb diesen Begriff „Schönheit der Arbeit" hineinzutragen, und es war noch viel schwerer, die einzelnen ausgestellten Forderungen in diesen Betrieben in die Tat umzusetzen und sie entsprechend den Anregungen des Amts „Schönheit der Arbeit" zu verwirklichen.
Im Rahmen von Werbefeldzügen, wie „Gutes Licht — gute Arbeit", „Schafft Grünanlagen", „Schönheit der Arbeit im Bergbau" ufro. wurden auf Grund des Organisationsapparates der Deutschen Arbeitsfront alle deutschen Betriebe, wenn nicht unmittelbar besucht und beraten, so doch mittelbar durch Aufklärung, Werbeschriften und Veranstaltungen auf die Forderung für die Verbesserung der Arbeitsplätze aufmerksam gemacht. Ganze Wirtschaftszweige, wie Schuhfabriken, Ziegeleien ufro. wurden einer eingehenden Besichtigung unterzogen, so daß hierüber Gesamtergebnisse zur Verfügung stehen
In diesem Sommer soll nun auch die Bedeu - tung der guten Luft am Arbeitsplatz in die breite Öffentlichkeit getragen werden. Wenn erst einmal das Verständnis für gute Lust, sei es am Arbeitsplatz, fei es sonstwo an Stätten, wo sich viele Menschen versammeln, geweckt sein wird, dann erst soll über das ganze Reichsgebiet mit den zuständigen Fachkreisen und Organisationen eine eingehende Bearbeitung der Frage „Gute Be- und Entlüftung" im Deutschen Reich durchgeführt werden.
Im August werden daher in den Gauhauptstädten des Deutschen Reiches durch jeweilige Ein- setzung eines „Aktionsausschusses für gute Luft am Arbeitsplatz" eingehende Erhebungen über das bestgelüftete Lichtspielhaus, Theater, Gaststätte und den bestgelüfteten Betrieb durch Stimmzettel veranstaltet werden, um zunächst einmal die Mitarbeit der Volksgenossen zu sichern. Es ist selbstverständlich, daß die Industrie und ihre Drganifationen, sowie die technisch-wissenschaftlichen Fachoerbände hieran sehr stark beteiligt sind. Ebenso ist zu hoffen, daß die durch diese erste Vorführung getroffenen Maßnahmen eine Förderung in der Tätigkeit des betreffenden Industriezweiges Hervorrufen werden.
Dieser erste Weckruf soll Ansporn für alle Kreise sein, die in Industrie, Handwerk und Wissenschaft mit der Lüftungsfrage beschäftigt sind, nun auch selbst alles zu tun, um dem Deutschen Reich auch auf diesem Gebiet nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis eine führende Stellung unter den übrigen Nationen einzuräumen. Persönliche und geschäftliche Vorteile sollten hierbei nur insoweit eine Rolle spielen, als sie für die Lösung der Frage einen Beitrag liefern. Ist das Verständnis für gute Luft erst einmal geweckt, dann stellen sich die wirtschaftlichen Vorteile für die Mitarbeiter an diesem Werk von selbst ein.
Wenn die Deutsche Arbeitsfront es auch auf diesem Gebiet übernimmt, durch Bildung von Aktionsausschüssen in den Gauen die geeigneten Männer für die Propagierung dieses Gedankens einzusetzen, dann ist zu hoffen, daß in kurzer Zeit der Begriff der guten Lust am Arbeitsplatz und darüber hinaus an allen Stätten, wo sich Menschen versammeln, im Deutschen Reich zur Selbstverständlichkeit wird.
Hunbfunfproqromm.
Donnerstag, IS. August.
6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk 10.30: Hausfrau, hör zu! 12: Mittagskonzert 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Volk und Wirtschaft. Zu wenig Garagen und Parkplätze. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Walzer und Märsche 21: Nachrichten. 21.15: Som- merabenb am Schluchsee 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.15: Reit- und Fahrturnier in Aachen. 22.30: Unterhaltungsmusik 24 bis 1: Nacht- tonzert. Märchen werden lebendig...


