Mittwoch, 18. August 1937
ItrJOl Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesten)
Aus dem Reiche der Frau
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
sie sich nicht gerührt haben!
Eine kluge, das heißt in diesem Fall „durch Erfahrung klug gewordene" Frau bezieht das alles nicht auf sich Sie fühlt: „Irgend etwas stimmt da nicht!" Und da der Mann seinen Aerger und seine Soraen schließlich nicht bei den Nachbarn, in der Straßenbahn und auch nicht im Zigarrengeschäft abladen kann muß er sich gelegentlich zu Hause austoben Der Augenblick kommt früh genug, in dem er sein unbeherrschtes Verhalten bereut und froh ist, wenn durch die Besonnenkeit seiner Frau noch größerer Aerger vermieden wurde
Leider vollzieht sich die Heimkehr des Mannes aus dem Alltag eben nicht immer so, wie man das gelegentlich auf Gemälden sieht: Freudestrahlend Öffnet er die Tür, das Weib flieat ihm an die Brust und die Kinderchen hängen fich ihm an den Hals. Natürlich gibt's das auch Aber Beruf und Alltag machen ihn oft abgehetzt, schweigsam, unberechenbar, und wenn er heimkommt, will er mit Geduld ertragen fein.
Wir Frauen haben viel mehr Zeit als der Mann. In der Regel wenigstens Wir find mehr mit uns allein und haben es deshalb auch leichter, in unserem Wesen ausgeglichen zu sein und se früher mir uns daran gewöhnen, Blitzableiter zu spielen, desto mehr Kummer ersparen wir uns
Hemdblusen zum herbstlichen Jackenkleid zeigen wir heute. Die Bluse Nr. 1 ist aus elfenbeinfarbener Foulardseide mit marineblauen Tupfen und blauen Reißverschlüssen am Halsausschnitt und an den Aerrneln. Die Schulterteile sind den Aerrneln angeschnitten und in s ch rn a l e n B i e s e n abgenäht, bie Taschen aufgesetzt. Nr. 2 ist a u s w e i ß - w e in r o t ge trelf- terWaschseidein verschiedenem Fadenlaus und mit breiten Steppnähten gearbeitet Die klei
nen Kugelknöpfe sind aus rotem Perlmutter. Die Taschen sind eingearbeitet. Aus blaugrauer Rohseide ist die Bluse Nr. 3. Die senkrecht- gestellten Taschen sind eingearbeitet, die Nähte sind breit abgesteppt. Große, viereckige Perlmutterknöpfe sind der Verschluß. Aus weißem Pique ist die Bluse Nr. 4 mit den dunkelblauen Aufschlägen aus dem gleichen Material. Die Knöpfe sind mit Pique bezogen H.
Zum Dulden geboren?
Äon Llse Mahl
(afp) — „Das würde ich mir nicht gefallen lassen!" sagt die unverheiratete Freundin der jungen Frau, wenn sie zufällig einmal Zeuge einer kleinen ehelichen Szene, eines nicht gerade liebenswürdigen Wortwechsels über irgendeine belanglose Sache geworden ist. „Du bist doch im Recht. Ich verstehe nicht, daß du nichts mehr erwidert hast. Ich an deiner Stelle würde ..."
„Bitte, was würdest du? Ich sage dir, nichts würdest du, gar nichts, wenn du klug bist. So wie du denken Anfängerinnen, kleine Mädchen, die einmal irgendwo etwas von Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gelesen haben. Aber die Praxis hat ihre besondere Philosophie"
„Vielleicht, aber ich cflaube, ich würde fortlaufen, wenn mich mein Mann so behandeln würde, Muß man sich denn das gefallen lassen? Sind wir Frauen wirklich nur zum Dulden geboren?"
„Wenn du willst, ja. Aber natürlich nur bis zu einem gewissen Grad. Alles hat seine Grenzen, und das Schweigen im rechten Augenblick hat nichts mit jenem falschen Märtyrertum zu tun, in dem sich viele Frauen gefallen, wenn sie ohne Notwendigkeit die große Dulderin spielen, auf alles verzichten wollen und dann Mitleid mit sich selbst bekommen. Das ist in der Regel eine verkehrte Aufopferung, ein Mißbrauch des Begriffes „Dulderin Weib", von dem dann weder der Mann, noch die Kinder Nutzen haben. Aber in den kleinen Dingen des täglichen Lebens duldsam zu sein, das ist eine besondere Kunst, die manche eben nie lernen, meine Liebe!"
So ist es. Uns Frauen sagt man zwar nach, wir müßten immer das letzte Wort haben, wie feien immer im Recht und es bleibe einem klugen Mann nichts anderes übrig, als feinen Nacken zu beugen und zu flüstern: „Jawohl, mein Liebling!" Aehn- lich steht es wenigstens in den Witzblättern. Aber das Leben macht aus uns Frauen etwas anderes, nämlich — Blitzableiter!
Ein Blitzableiter ist dazu da, um Katastrophen zu verhindern. Zum Blitzableiter sind wir Frauen nicht geboren, aber wir haben die Fähigkeiten, einer zu werden. Zuerst ist das zwar nicht so einfach Es gibt Tränen und man ist unglücklich und man sagt vielleicht auch manchmal „Du liebst mich nicht mehr, sonst könntest du nicht fo zu mir fein!" Aber mit der Zeit kennt man sich schließlich genauer, und man weiß in jeder Minute, wie es xem andern zumute ist Man weiß, was ihn ärgert, worüber er sich aufregt und in welchem Grad, und wenn er ein bißchen „überschnappt", muß man wissen, wie er zu behandeln ist. Nämlich in der Regel mit Schweigen. Auch wenn man ungerecht zu uns ist Die Hauptsache ist, daß man da ist und alles über sich ergehen läßt. Dann ist man ein vollkommener Blitzableiter.
Das kann man nicht, sagen viele. Da vergibt man sich etwas, das hat man als Frau nicht nötig. Man braucht sich nicht sagen zu lassen, daß auf dem Teller Staub liegt, wenn es nicht wahr ift und wenn sowieso immer behauptet wird, man putze zuviel. Man kann es nicht ruhig hinnehmen, wenn behauptet wird, wir hätten einen Brief vom Schreibtisch weggenommen, der überhaupt nie dort gelegen hat. Und soll man vielleicht nicht aus der Haut fahren, wenn gesagt wird, die Kinder seien zu laut, und
st e r. Ans Fenster getreten und hinausgeschaut. Nichts tun zunächst. Die durch die Uebungen etwas angestrengte Atmung laufen lassen wie sic will, damit Herz und Lunge zur Ruhe kommen. Dann aber drei- bis viermal hintereinander: langsam mit den Armen beim Einatmen hochsteigen und sie aus- breiten — sie mit der Ausatmung wieder senken. So wird das Atemholen vertieft und, wenn man es richtig macht, die Lunge ganz vollgepumpt, bis man es oben in den Spitzen deutlich fühlt.
Es kommt aber darauf an daß diese vier Uebungen jeden Morgen gemacht werden. Sie müssen eine feste und gute Gewohnheit werden. Dann vollzieht sich ein gesunder Uebergang vom Schlaf zur Arbeit, der Kraft und Lust schafft für den kommenden Tag. H. S.
Sie laufen lassen. Sie fliegen nicht weg, so wird der oft verkrampfte und steife Schultergürtel bewegt und gut durchblutet. Gut ist es, wenn die Gelenke der Beine im rhythmischen Schwung ela- tisch mitfedern.
Die dritte Hebung: „Rumpf beugt!" Auch hier kommt es sehr auf den rhythmischen Schwung der ganzen Uebung an. Den muß man allmählich herausbekommen. Dann macht es Freude und gibt Kraft. Also: Rumpf beugen nach vor- und rückwärts. Knie- und Fußgelenke geben beim Abwärtsschwung nach und stoßen den Aufwärtsschwung an. Anschließend mit den Armen von unten auf etwas nach rückwärts schwingen und den Rumpf rückwärts beugen. Wenn man in einem Schwang die ganze Uebung durchführt, bann ist es richtig.
Die vierte Uebung: Atempause am Fen -
mit feine Nährfalze nicht auslaugen.
Pilze, Spinat und Suppengrünes dämpfen wir nicht vor. Das Trocknen geschieht auf einer Horde ober Darre. Diese machen wir aus einem Holzrahmen, bas heißt, einer leichten, zehn Zentimeter hohen Kiste, aus ber wir ben Boben entfernen. Dann überspannen wir ihn mit Fliegendraht oder belegen ihn mit dünnen Latten in engen Zwischenräumen, damit die Luft durch kann. Das vorbereitete Gemüse kommt in dünner Schicht darauf. Alle Ko hl arten befreien wir von Blattrippen und dem Strunk, schneiden sie in Streischen und dämpfen sie vor. Beim Rotkohl geben wir ein wenig Essig in das Dämpfwasser, damit er schön rot bleibt. Aller Kohl wird 2% Stunden bei 80 bis 90 Grad gedörrt. Die dicken Rippen schneidet man zum Suppengrün. Lauch, Petersilien- wurzeln, Gelberübchen, Sellerieknollen, Pasternaken schneiden wir in feine Stiftchen und setzen sie drei Stunden einer Hitze von 60 bis 70 Grad aus. Spinat wird nur gewaschen und dann an der Luft erst abgetrocknet, ehe er zwei bis drei Stunden bei 70 Grad gedörrt wird. Man lege die Blätter einzeln auf die Darre. Erbsen hülsen wir aus, zarte, junge Bohnen, ausgehülste Puffbohnen dämpfen wir fünf bis zehn Minuten vor und trocknen sie bet 70 bis 80 Grad in drei Stunden. Puffbohnen brau- chen vier bis fünf Stunden. Blumenkohl schneiden wir in ganz kleine Röschen, dämpfen fünf Minuten vor, er braucht zwei bis drei Stunden bei 75 Grad. Ganz kleine Karotten brühen wir ab, reiben die Haut ab und trocknen sie ganz. Größere schneiden wir in Scheibchen oder Streifen. Letztere dämpfen wir fünf Minuten vor und dörren bei 80 bis 90 Grad knapp drei Stunden. Nur ganz feste, reife Tomaten eignen sich zum Dörren. Wir reiben sie ab, schneiden sie in feine Scheibchen und legen sie auf die Dörre. Wir wenden sie oft vorsichtig um, damit sie nicht anhängen.
Besonders leicht trocknen sich P i l z e. Sie werden nur gesäubert, nicht gewaschen. Sie müssen ganz frisch sein, roegroerfen tun wir nur alte Lamellen, schlechte Stückchen, alte ausgefranzte Haut. Im all- gemeinen zieht man nicht die Haut ab, denn sie enthält die meisten Gewürzstoffe. In feinen Scheibchen kommen sie erst an die Lust zum Dortrocknen, dann auf die Horde in eine Hitze von 60 bis 70 Grad. Wir stellen gleich mehrere Horden übereinander in den Ofen, müssen aber öfter auswechseln.
Dörrgemüse ist natürlich nur haltbar, wenn es wirklich trocken ist. Wenn es aus dem Ofen gekommen ist, macht es einen vollständig trockenen Eindruck, aber nach ein paar Tagen kommt es wieder zu sich. Darum lassen wir es noch einige Tage, in Kartondeckeln aufgeschüttet, offenstehen. Das Gemüse darf nicht knochenhart sein. Es muß sich biegen lassen, ohne daß es Saft gibt. Dann heben wir es in Beuteln aus losem Stoff auf. Wir hängen sie an kühlem, trockenem Ort offen auf. Finden sich im Laus der Zeit doch kleine Schimmelstellen, so war es nicht ganz trocken Wir müssen sie gut herauslesen und das Uebrige noch einmal eine Stunde lang bei 100 Grad keimfrei machen.
Dor dem Gebrauch waschen wir das Gemüse gut, weichen es am Abend vorher in kaltem Wasser ein. Darin quillt es über Nacht an. In diesem Wasser wird es auch gekocht. Den strengen Gemüsegeruch, den manches Gemüse hat, beseitigen wir dadurch, daß wir während des Kochens oft das Wasser, das sich am Topfdeckel durch den Dampf ansammelt, abwischen. Das Gemüse muß ganz langsam weich kochen. Man kann es auch mit frischem Gemüse zu- jammen mischen, wenn beide einzeln gar gekocht sind. Es ijt dann kaum ein Unterschied zu merken. Als volle Mahlzeit rechnet man für die Person 125 Gramm. Wir können annehmen, daß gut ge» dörrtes Gemüse den zehnten Teil des Frischgewichts ; hat Als Dörrofen ist jede Ofenröhre eines Kohlen-, Gas-, elektrischen Herdes oder, sehr gut, einer : Grude, zu benutzen.
Auch das zum Einkochen in Gläsern nicht ge- [ eignete Fa11obst können wir so einwintern. , Aepfel und Birnen schälen wir ab, entfernen . das Kernhaus, ziehen sie, in Scheibchen geschnitten, t auf einen weichen Faden und hängen sie in der • Sonne auf. Die einzelnen Scheiben dürfen sich nicht : berühren. Luftiges Aufhängen befördert dasTrock- f nen. Wir verwenden zum Trocknen nur reifes, festes Obst. Damit die geschälten Früchte nicht ihre Farbe I verlieren, legen wir sie während des Schneidens . sofort in leichtes Salzwasser Alle Früchte, die saf- l tig sind, geben wir zuerst nur in gelinde Hitze. Sie , platzen sonst und verlieren den Saft. Aepsel und i Birnen kommen gleich in größere Hitze. Alle Bee- , ren legen wir erst auf die Horden, wenn wir - diese mit Papier belegt haben. Kirschen und i Pflaumen werden entstielt und erst an der - Luft vorgetrocknet, was oft mehrere Tage dauert. - Dann muß man sie abreiben, um die Wachsschicht zu entfernen. Der Trockenprozeß würde sonst zu
Wie Großmutter für den Winter hamsterte.
Äon Frida Aifch, Bad-Nauheim.
„Vergangenheit laß deine Lehrmeisterin fein" ist eine alte Weisheit. Mit Recht sind mir stolz auf Alles, was die neue Zeit uns geschenkt hat, aber oft genug kommt es vor, das uns nicht alles gerade zur Verfügung steht, besonders, was die neuen Errungenschaften in unserer Küche betrifft. Da sind wir froh, wenn Großmutters Kochbuch uns aus der Verlegenheit hilft. Wie wäre das, wenn wir uns einen kleinen Vorrat Dörrgemüse herstellten? Es hängt anspruchslos im Säckchen im Speisechrank und wartet bescheiden, bis feine Zeit gekommen ist. Mancher ist froh, wenn er eine gute, würzige Suppeneinlage schnell zur Hand hat, wenn rische Gemüse teuer und selten sind.
Jetzt sind die Gemüse gerade recht. Der Markt ist reichlich beschickt, sie sind ausgewachsen, aber noch zart. Gut zum Trocknen eignen sich Weißkraut, Wirsingkohl, Erbsen, Bohnen, Blumenkohl, Gelberübchen, Kohlrabi, Tomaten, Sellerieknollen, Peter- silienwurzeln und Spinat und Lauch. Wir putzen alles wie gewöhnlich. Damit sie nachher beim Gebrauch zart werden, dämpfen wir sie vor. Wer einen Gemüsedämpfer hat, ist fein raus. In ganz dünner Schicht legen wir die Gemüse darauf und setzen sie kurze Zeit dem Dampf aus. Haben wir keinen Dämpfer, legen wir sie auf ein Sieb, das wir über einen Topf mit kochendem Wasser hängen. Das Gemüse darf das Wasser nicht berühren, da-
Gurren uno Tomaten
Das Angebot an Gurken und Tomaten ist jetzt außerordentlich groß. Sie lassen sich nicht nur zum Einmachen und dem üblichen Salat verwenden, sondern ergeben als Gemüse zubereitet, oder aut verschiedene Arten gefüllt, preiswerte, abwechslungsreiche Gerichte.
Getüllte, geschmorte Gurken: Ziemlich große, grüne Gurken werden geschält der Lange nach in zwei Hälften geschnitten und das. Kern- gehäuse entfernt. Die Gurken werden leicht mit Salz bestreut und 1 bis 2 Stunden in schwachen Essig gelegt Die Gurken werden abge rocknet und mit einer Hackfleischmasse, halb Kalb- halb Schweinefleisch, gefüllt Die Hälften legt man zusammen, umwickelt sie mit einem Faden und dampft sie dann in reichlich heißem Fett Dann nimmt man sie aus dem Schmortopf bereitet eine Tunke, schmeckt mit Salz, Essig, Kapern, ab. Man legt die Gurke in die Tunke und läßt sie eine ^eile darin äiehen. Vor dem Anrichten entfernt man die Faden und richtet die Gurke in der Tunke an.
Gefüllte. kalte Surfen: Grüne Gurken werden geschält und ausgehöhlt. Danach werden ste mit Satz bestreut und 1 bis 2 Stunden in leichten E lia gelegt Jede Gurkenhälste wird mit Fl-ilch- ,° °t gefüllt Die gefüllten Gurken richtet man auf e°n°r Platte mit Brunnenkreffe oder Endimen- '°Gu°r"k-ng-müfe mit Kartoffelbrei: Etwa 1 Kilogramm getdjälte. entkernte und m gro- 6erc Stücke gefchnittene Gurken Mit «atz einige S durchziehen lasten Inzwstch-n hackt man etwa ,28 Gramm gekochten Schinken mit einer halben Sellerieknolle, t Zwiebel mittelsein. Itftmort bies ,n SN Gramm Nett an, gibt 4 Tomaten und die Gur> te°n®u, begießt mit Flüssigkeit und dünstet das Gemüse weich. Mit Mehi gebunden, oerbester, man das Gemüse mit Milch schmeckt mit Salz Suppen- würze und Wein ab und reicht Kartoffelbrei dazu.
Voln tiefte Gurken: Schlangengurken oder nicht ausgewachfene Gurken mit möglichst kleinen Sternen werden geschalt, m 1 Zentimeter dicke Schaden geschnitten mit Salz bestreri und über Nacht r,ehen gelassen. Aus der sich bildenden Salzlake werden nun die Gurken herausgenommen und mit
ZehnWnnlenfmdieGesundbett
Ein Wissenschaftler hat einmal ausgerechnet, wie- niel Schritte durchschnittlich am Tage die viel beschäftigte Hausfrau macht Er kam dabei so auf 15—20 000. Das sind beinahe so viel wie die eines Briefträgers, der von Haus zu Haus, treppauf, treppab viel zu laufen hat. Es wäre solche Rechnung nicht nötig gewesen, um erst zu beweisen, daß unsere Hausmütter zu den Schwerstarbelter gehören. Es geht vieles leichter, wenn sie zum Ausgleich zu mancherlei ungünstiger aber notwendiger Körperbetätigung eine entspannende und kräftigende Gymnastik treiben. Wir bringen hier einige Uebungen, die für alle gut sind und leicht durch- geführt werden können. Nach ihnen übe man: Zehn Minuten jeden Morgen — sie machen frisch und sparen Sorgen. Früh morgens als Erste aufgestanden! In die Küche oder in die Badekammer! Das Fenster geöffnet, bie Ture ju! Und dann — den ganzen Körper auch den Rucken, mit kaltem Wasser abgerieben Tüchtig trockensrot- tieren Mit den Händen die Haut warm und glatt reiben. Sie abklatschen und durchlockern. Aber man darf dabei nicht frieren. So dünstet der ganze Körper aus, durchblutet gut und erfrischt sich Und hinterher: Vier Uebungen.
Die erste Uebung: „Knie beugt! Man fallt zum Sitz auf die Fersen herunter und federt, so datz Hüst-, Knie- und Fußgelenke burchgearbeitet werden. Allein durch die Spannkraft der Gesäßmuskeln wieder höchsteigen. Dies mehrmals hintereinander, |o
,.Arm° kreist.- Die Arme nach vorn und rückwärts tüchtig herumschwingen.
in Scheiben geschnittenen Zwiebeln zusammen in die Einmachgläser gelegt. Der pikante Geschmack wird durch eine Packung Alba-Einmachgewiirz erzielt (1 Eßlöffel des gut gemischten Gewürzes reicht für ein 2^-Liter-Glas). Nun kocht man Essig oder nach Geschmack Essig mit Wasser auf, gibt auf vier Liter eine Packung Alba-Gurkendoktor hinzu, weil sich bann bie Gurken über ben Winter halten, nicht weich werden und nicht schimmeln, läßt erkalten und gibt diese Einmachflüssigkeit über die Gurken. Die Gläser werden darauf mit Alba-Einmachhaut zugebunden.
Tomatennudeln. Zutaten- 250 Gramm Nudeln in Salzwasser kochen, 1 Eßlöffel Salz, ein halbes Kilogramm Tomaten, 3 bis 4 Eier, Liter Milch, 1 Eßlöffel Mehl, 2 Eßlöffel geriebenen Schweizerkäse, 1 Eßlöffel Butter. (2 Liter Wasser) 250 Gramm Nudeln in Salzwasser garkochen, abtropfen lassen und die Hälfte davon in eine vorbereitete Ayflaufform füllen. Tomaten waschen, in Scheiben schneiden, etwas Salz darüber streuen und mit ben übrigen Nubeln bedecken Die ganzen Eier mit 1 Eßlöffel Mehl, einem halben Liter Milch und Salz verquirlen und darübergießen. Das Ganze dick mit geriebenem Käse bestreuen, mit Butterflöckchen belegen und ungefähr eine halbe Stunde in den Backofen stellen.
Tomaten mit Quark gefüllt. Zutaten: Tomaten, Quark, Milch, Sah, Zwiebel, Schnittlauch. — Tomaten waschen, abreiben, einen Deckel abschneiden und mit einem silbernen Löffel das Mark entjernen. Man siebt ben Quark burch, verrührt ihn mit süßer Milch ober Sahne unb mischt etwas gehackte Zwiebel barunter Mit bieser Masse füllt man bie Tomaten, bestreut ben Quark mit feingewiegtem Schnittlauch und richtet alles auf einer flachen Salatplatte an.
Tomaten mit Kalbfleisch gefüllt (auch als Resteverwendung): Zutaten: 8 bis 10 Tomaten. *4 Pfund gebratenes ober frisches Fleisch (bas burch Brötchen gestreckt werben kann), Petersilie, Zwiebel, 20 Gramm Butter. Weckmehl. Zitrone. Fleisch fein gewiegt, ebenso Petersilie, Zwiebel. Alles bampfen, das Tomatenmark durchpassieren, mit dem Gewiegten vermischen 1 E> daran rühren. Die gefüllten Tomaten mit Butter bestreichen. Weckmehl bestreuen Die Form mit Butter ausstreichen, bie gebackenen Tomaten mit Zitrone beträufeln.
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