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Frankreich verletzt die Nichteinmischung

Dieckhoffs vorstellen und unterhielt

Mitarbeiter Dr.

Wenn Hanna Reitsch, unser erster weib­licher deutscher Flugkapitän in irgendein Zim­mer kommt, dann hilft sie sich über die ersten Ver­legenheitsaugenblicke hinweg mit einem schneidigen: Heil Hitler-, Hanna Reitsch! Wie Reitschule ohne ,ule<." Nach der ersten Verblüffung lacht dann alles

Deutschlands neuer Botschafter beim Präsidenten Roosevelt.

Unser erster weiblicher Flugkapitän.

Hanna Reitsch, Inhaberin fast aller Frauen-Gegelflug-Weltrekorde.

Washington, 19. Mai. (DRV. Funkspruch.) Der neue deutsche Botschafter in Washington, Dr. Dieckhoff, wurde am Dienstagnachmittag vom Präsidenten der Vereinigten Staaten, Roose­velt, mit großem Zeremoniell zur Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens empfangen. Dr. Dieckhoff drückte in seiner Ansprache die Hoffnung auf Förderung und Stärkung der zwischen beiden Völkern bestehenden Banden aus und überbrachte die persönlichen Grüße des Führers und Reichskanzlers und dessen wärmste Wünsche für das persönliche Wohlergehen des ame­rikanischen Staatsoberhauptes.

Präsident Roosevelt betonte, Dr. Dieckhoff möge versichert sein, daß die amerikanische Regie­rung ihm jederzeit bei der Erfüllung seiner Auf­gabe vollste und freundschaftliche Unterstützung zu­teil werden lasse, um die freundschaftlichen Bezie­hungen und das gegenseitige Verständnis zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten zu erhal­

ten und zu entwickeln, sowie die vielen wichtigen Bande zu stärken, die zwischen beiden Ländern be­stehen. Präsident Roosevelt wies sodann auf die ftühere Tätigkeit Dr. Dieckhoffs als Botschafts­rat in Washington hin und erklärte, die dabei ge­wonnene Erfahrung sei ein gutes Vorzeichen sür ein erfolgreiches Streben nach fruchtbarer Zusain- I menarbeit und freundschaftlichen Beziehungen zwi- I schen beiden Nationen. Er könne versichern, doh I dieses Streben in Amerika auf weitestgehende Be- I reitwilligkeit und Mitarbeit stoßen werde.

Zum Schluß bat Präsident Roosevelt Botschafter I Dr. Dieckhoff, dem Reichskanzler seinen herzlich ess» Dank und seinerseits seine persönlichen Grüße fo- wie die aufrichtigsten Wünsche für das Wohler, gehen Deutschlands zu übermitteln. Zum Abschluß des Empfanges ließ sich Präsident Roosevelt die

schiedensten Gelegenheiten zu verdanken. Welches Vertrauen gehört dazu, wenn ein Forschungsinstitut Probeflüge mit dem ersten Segelflugboot von die­sem jungen Mädel ausführen läßt! Hanna Reitsih hat im November 1936 im Auftrage des Forschungs­instituts über dem Bodensee und über dem Chieni- see selbständige Probeflüge auf demSeeadler' ausgeführt.

Die Auszeichnung durch die Ernennung zuni Flugkapitän wegen ihrer Verdienste um die Lust- fahrtforschung bringt Hanna Reitsch in eine seht ehrenvolle Gesellschaft. Es gibt nämlich zur Zeit in Deutschland im ganzen nur vier ehrenhalber ernannte Flugkapitäne, und zwar Generaloberst Göring, General der Flieger Milch, Direktor Freiherr von Gab lenz (Lufthansa) uni Hanna Reitsch. Man wird unserer kleinen Pilo­tin zugeben müssen, daß sie sich nicht besser placieren konnte. Auch ihr Leistungssegelfliegerabzeichen er­warb sie am 16. Mai 1934 zu einer Zeit, als map cher heute berühmte Mann aus der Segelfliegern noch nicht daran denken konnte. Sie hat das Lei- ftungsabzeichen Nr. 25 und hat die Hoffnung^ ihres Lehrers Wolf H i r t h in der schönsten Weist erfüllt. Während einer Südamerika - Expedition konnte sie auf ihrem BabyChristian" mit eine? absoluten Höhe von 2000 Meter eine neue Frauen- Welthochleistung im Segelflug erringen. Zahlreiche andere Frauen-Weltrekorde werden von ihr gehal­ten. Bis zum 18.4. 35 hatte sie auch den 10-Stun- den-Dauerrekord inne, der ihr von der inzwiscke« leider abgestürzten Segelfliegerin List Zangenmeilir streitig gemacht wurde. Auch im Ausland ist sie bc- sonders als schneidige Langstreckenfliegerin befand u. a. durch ihren Zielflug im August 1936 von M Rhön nach Nürnberg über 133 Kilometer. Streckenflug von 160 Kilometer vom Flugplatz bd Darmstadt bis nach Reutlingen in Württemberg m Juli 1934 verschaffte ihr übrigens schon damal' einen Weltrekord.

Wenn man Hanna Reitsch fragen würde, ob sich denn niemals gefürchtet hat, wenn sie so n* ihrem leichten Segler jedem Winde preisgenek^ mutterseelenallein in den Lüften herumschaukelt '* würde einen ganz bestimmt auslachen. Sie ist Witterungslage und jedem fliegerischen Auftroa a<* wachsen. Ihre Aufgabe ist es u. a., bei verschied^ sten Witterungslagen und in verschiedenen den Deutschlands und des Auslandes die ßuftffry I mutigen und das Verhalten der Segelflugzeuge ihnen zu studieren. Nicht nur zu studieren an ein^ bestimmten Flugzeugmodell, das sie in- und au- wendig kennt, sondern immer neue Starts ausü' siihren, bald mit diesem, bald mit jenem Typ, mit gewöhnlichem Start, bald mit Kraftwagen sier oder nach Motorschlepp. < I

Wie wenig sich der jugendliche Flugkapitän dutt

Snowden, einWann ans Yorkshire"!

Die Parlamentsdiener im englischen Oberhaus öffnen weit die Tür zum Sitzungssaal, lieber die Schwelle schiebt sich mühsam an zwei Stöcken eine fast dürftige Gestalt in bescheidener Kleidung. Auf den schmalen, leicht gekrümmten Schultern sitzt ein scharf gekerbter Kopf mit hageren, fast ausgezehrten Wangen. Der eingekniffene Mund über dem spitz vorspringenden Kinn, die kühlen, skeptischen Augen sprechen von der Willensstärke dieses Mannes, dem man ansieht, wie er sich die von der Bewegung ver­ursachten Schmerzen beim Dahinhinken an den zwei Stöcken verbeißt. Helfen läßt er sich nicht. Das ist Lord Philipp Snowden, der von Freund und Feind in gleicher Weise gefürchtete Redner, der bei seinem letzten Auftreten im Oberhaus sogar seinen alten politischen Kampfgenossen Macdonald aufs bitterste kränkte.

Aber das war oornier Jahren. Seitdem sah man ihn kaum noch in der Oeffentlichkeit, und auch die Krönungsfeier vermochte ihn nicht von seinem schlichten Ruhesitz wegzulocken. Dieser Mann, der einzige Schatzkanzler Englands, der bisher aus der Labour Party hervorgegangen ist, war noch nicht einmal solange ohne Unterbrechung Minister ge­wesen, daß er Anspruch auf eine Ministerpension gehabt hätte. So lebte er, der aus seiner sozialisti­schen Ueberzeugung nie ein marxistisches Dogma ge­macht hatte, von dem Ertrag seiner fachwissenschaft­lichen Bücher über Statistik und finanzpolitische Probleme. Als sehr junger Mann hatte er seine po­litische Laufbahn mit heftiger Beteiligung an einer Demonstration gegen das Oberhaus begonnen das gleiche Oberhaus, in das er nach seinem Aus­scheiden aus der Regierung Macdonald 1931 als Peer von England eingezogen war, sah zuletzt einen müden Siebzigjährigen schier unbeteiligt auf seinem

0er Reichskriegsminister besuchte die englische Kampfwaffe.

London, 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) Sämt­liche Morgenblätter veröffentlichen Bilder von dem Besuch des Reichskriegsministers Generalfeldmar­schall von Blomberg am Dienstag in den K a m p f w a g e n b a 11 e r i e n von Boving- ton und Lulworth.Daily Telegraph" und Morning Post" melden u. a., daß Generalfeld­marschall von Blomberg in Lulworth einer Ge­fechtsübung beiwohnte, und daß er in Bovington die Wohnräume der Mannschaften besuchte. Der Feldmarschall habe Worte der An­erkennung über die Leistungsfähigkeit der eng­lischen Kampfwaffe ausgesprochen.

sich noch einige Zeit zwanglos mit dem deutschen Botschafter.

Maße geeignet, das Vertrauen in die Aufrichtigkeit der in London getroffenen Abmachungen zu unter­graben. Man wird nun wohl erwarten dürfen, daß eine Presse, die sich geradezu überschlug in der Ver- breitung phantastischer Lügenmärchen über angeb- liche deutsche Verfehlungen auch dann noch, als diesr von einer Kontrolle der zuständigen Stellen wie Seifenblasen zerplatzt waren, nun auch die Auf. merksamkeit der Oeffentlichkeit auf diese oereiti wiederholt und zweifelsfrei festgestellte eindeutige Verletzung des Nichteinmischungsabkommens durch Frankreich lenken wird. R-

personal Anweisung erhalten habe, für d i e Lan> düng der Staffel sämtliche Vorberei­tungen zu treffen. Die angekündigten Flugzeuge seien jedoch er st 10 Stunden später in Tou­lousenotgelandet".

Französische Kommunisten fordern Blums Unterstützung für ihre Spanien-Hilfe.

Paris, 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der bol- schewistische Hilfsausschuß für Bilbao, dessen Lei­tung sich in den Händen führender französischer Kommunisten befindet, hat sich an den französischen Marineminister Gasnier-Duparc gewandt, um mit ihm die Beförderung von Lebensmit- teln und Arzneimitteln nach Bilbao zubesprechen". Die Kommunisten verlangen, daß dieser Transport sowie die Flüchtlingstransporte von französischen Kriegsschiffen be- gleitet werden sollen. Der Marineminister wird diese Anregung dem Ministerrat unterbreiten. Außerdem gibt der Hilfsausschuß bekannt, daß seine Geldsammlungen für Bilbao über 300 000 Fran­ken ergeben hätten. Dem Ministerpräsidenten wurde bekanntgegeben, daß am Mittwoch eine Kara- m a n e d o n Lastautos mit gesammelten Le­bensrnitteln Paris mit dem Ziel Bordeaux verlassen werde, wo zwei Schiffe zur Uebernabme der Ladung bereit stünden.

hat über vierzig Jahre seines Lebens sich unter heftigen Schmerzen an zwei Krückstöcken fortbewe­gen müssen. Mit der gleichen verbissenen Energie, mit der er damals auf feinem langen Krankenlager ich in politische Gegenwartsprobleme hineinfraß, brachte er bann später 1929 auf der ersten Haager Konferenz geradezu eine europäische Sensation zu- tande: zum ersten Male seit 20 Jahren ritt ein englischer Minister eine rücksichtslose Attacke gegen die größenwahnsinnige Habsucht Frankreichs, indem er eine höhere Beteiligung Englands, an den deut- chen Tributen gegenüber den Franzosen durchsetzte. Das war, zumal nach der schier bedingungslosen Gefolgschaftstreue Austen Chamberlains gegenüber Frankreich, ein schwerer Schlag für die Franzosen. Eine englische Zeitung karikierte das mit einem Bild, auf dem man sieht, wie Snowden sich mit den Franzosen an den Verhandlunastisch setzen will, aber im letzten Augenblick noch das an der Wand hängende Bild Chamberlains mit dem Gesicht zur Wand kehrt mit den Worten:Einen Augenblick das möchte ich doch zuerst umbrehen". Das Porträt Chamberlains trug auf bem Bild als Unterschrift seinen bekannten Ausspruch:Ich liebe Frankreich wie eine Frau". Snowben mürbe bamals zum Ehrenbürger von Lonbon ernannt.

Für uns Deutsche ist der Schatzkanzler Snowden für kurze Zeit insofern eine bedeutsame Figur auf bem europäischen Schachbrett gewesen, als er bei ber zweiten Haager Konferenz gegenüber bem stän­digen Drängen der Franzosen in der Sanktions­frage am 6. Januar 1930 dem damaligen Reichs­finanzminister Moldenhauer erklärte, Großbritan­nien sei an Sanktionsfragen nicht interessiert. Aber der damalige Reichsminister für die besetzten Ge­biete, der Zentrumspolitiker Dr. Wirth, verstand die Situation so wenig zu nutzen, daß vor allem auf Grund seines Eingreifens in die Verhandlungen Mitte Januar 1930 den Versailler Mächten in der Sanktionsftage dievolle Handlungsfreiheit" zuge­standen wurde. Es wird behauptet, Snowden habe damals wütend mit der Faust auf den Tisch ge­schlagen und eine Bemerkung des Sinnes gemacht, diesen Deutschen sei nicht zu helfen. Auch darüber dürfte der Mann aus Yorkshire wie über manches andere in den letzten vier Jahren seines Ledens anderer Meinung geworden sein.

Außenpolitische Probleme des Empire.

Eden wird vor derReichskonferenz sprechen

London, 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die britische Reichskonferenz tritt am Mittwoch in die Beratung außenpolitischer Fragen ein, die durch eine Erklärung des Außenministers Eden über die internationale Lage eingeleitet wird.Daily He­rold" glaubt zu wissen, daß die Konferenz sich in erster Linie mit den Fragen ber Mittelmeer- Politik und der Sicherheit der Welt- reichsverbindungen befassen werde. Sowohl Australien und Neuseeland wie Südafrika und In­dien seien unmittelbar am Mittelmeer als Verbin­dungslinie mit England und Europa interessiert. Der Schiffahrtsausschuß beschäfttgte sich mit der staatlich subventionierten amerikani­schen und japanischen Schiffahrt im Stillen Ozean. Die englische Regierung hat dem Ausschuß eine Denkschrift über diese Frage mit ver­schiedenen Vorschlägen wie der amerikanisch-japani­schen Konkurrenz begegnet werden solle, unterbreitet.

Platz.

Philipp Snowden hat den Weg zurückgelegt, ber zwischen bem Sohn eines blutarmen Webers in der Grafschaft Yorkshire und dem zweithöchsten Posten des englischen Königreiches, der Schatzkanzlerschaft, liegt. Man sagt den Leuten aus jener Landschaft nach, sie seien ungewöhnlich dickköpfig. Und in sei­ner späteren Parlaments- und Regierungslaufbahn wurde Philipp Snowden oft einfach alse i n Mann aus Yorkshire" charakterisiert. Schon der Dreißigjährige, ein fleißiger Versicherungsange­stellter, dem man eine gute Zukunft voraussagte, hatte Gelegenheit, jene Dickschädeligkeit in Gestalt einer bewundernswerten Willensstärke zu zeigen. Er stürzte mit dem Fahrrad, zog sich einen Schen­kelbruch und eine Rückenmarksverletzung zu und

Aotlandunü" mit 10 Stunden Verspätung

Note Revolte in Albanien.

Nach Meldungen aus Tirana ist in der Bergstadt Argyrokastro ein Aufstand unter der Leitung des früheren Ministers Toto ausgebrochen, der schnell niedergeschlagen wurde. Die Meldungen, wonach es sich um eine Revolte der mohammedani­schen Männer gegen König Zogu handelte, weil er den Frauen den Schleier verboten habe, werden energisch dementiert, und vor allem wird daraus hingewiesen, daß die Frauen des früheren Ministers s e l b st als Mohammedanerin­nen keine Schleier getragen hätten. Es handelt sich hier, wie aus aufgefunbenem Material hervorgeht, um eine von Moskau angezettelte Ver­schwörung, um ben Versuch, in unmittelbarer Nähe Italiens einen Unruheherb zu unterhalten, unb nach Lage ber Dinge ist biese Version bie ein­fachste und selbstverständlichste. Schon die früheren Putsche gegen König Zogu wiesen deutlich bolsche­wistische Züge auf. Im Gegensatz zu König Zogu ist sein jetzt in der Emigration lebender Gegner Fan N o l i griechisch-orthodoxer Christ, der links­radikale Ideen vertritt und bem Kommunismus nahesteht. Der letzte Putsch ber Fan-Noli-Leute fand 1935 statt, nachdem Fan Noli selbst im Jahre 1925 burch König Zogu zum Verlassen bes Landes gezwungen wurde. Ein zweiter Putschversuch ging von ber Gefolgschaft des früheren albanischen Mini­sterpräsidenten V r l a z i aus. Diese Putschisten rekrutierten sich aus den Kreisen ber reaktionären Großgrundbesitzer, die Achmed Zogu gegenüber nicht weniger feindlich eingestellt sind als die Links­radikalen.

Der jetzige Aufstand Totos ist deshalb bemer­kenswert, weil Ethem Toto noch vor wenigen Jah­ren zu den Vertrauten des Königs Zogu gehörte. Toto machte sich einen Namen als Führer der Frei­willigen im Jahre 1920, die den Kampf gegen die fremden Truppen und vor allem gegen die Serben aufnahmen, die das Land besetzt hielten. Im Jahre 1924 stellte er sich an die Spitze einer Gruppe von Soldaten, die für die Autorität der gesetzmäßigen Negierung eintraten, Ende 1935 wurde Ethem Toto im neuen Kabinett des Ministerpräsidenten Mehdi F r a s h e r i Innenminister und erhielt damit den wichtigsten Posten im Kabinett. Ethem Toto galt als energischer Verwaltungsfachmann, der zuletzt in der Präfektur Skutari, im nördlichen Teil von Al­banien, seinen Mann gestanden hatte, da die nie unterworfenen Bergstämme der nordalbanischen Alpen schwer zu behandeln sind und in jener Ge­gend bei jeder Gelegenheit die Flinten losgehen. Er hatte dort für eine Besänftigung der Sitten gewirkt und schien so das beste Zeug für einen albanischen Innenminister zu haben, der nach den Tirana-Ver­trägen hauptsächlich mit italienischem Geld die Kul­tivierung des ehemaligen Landes der Stammes- fehde und der Blutrache zugleich mit der Erschlie­ßung seines Holzreichtums, seiner Oelquellen und seiner Erzvorkommen erstreben muß.

Aber bereits nach einem Jahr trat Toto zurück und neigte sich .immer mehr jenen Verschwörer­gruppen in Albanien zu, die mit Moskau in enger Verbindung stehen. Von seiner Hei­matstadt Argyrokastro aus, im Süden von Albanien, hat er jetzt den Versuch gemacht, die Fahne des Auf­ruhrs zu erheben, er ist aber dank bem schnellen Zugriff ber Regierungstruppen erfolglos geblieben. Der Bruber bes Rebellenführers blieb auf bem Platze, währenb über bas Schicksal Totos noch Un­gewißheit herrscht. Albanien, als kleines Balkan- lanb mit runb 900 000 Einwohnern, eingeklemmt zwischen 40 Millionen Italienern und 14 Millionen Jugoslawen, ist Schnittpunkt der verschiedensten po­litischen Interessen, und die Bolschewisten hofften vielleicht, durch den Aufstand Totos nicht nur vom Süden her Albanien zu revolutionieren, wie es in ben vergangenen Jahren von ber mittleren Gegend von Tirana und um Skutari geschehen war, sondern wollten wohl auch gleichzeitig die Stämme im grie­chischen Mazedonien zum Aufstand bringen. So war Argyrokastro und die Person des Toto günstig ge­wählt, nur, daß die moskowitischen Brandstifter sich verrechneten, da die Regierungstruppen Achmed Zogu treu blieben und die bolschewistischen Söld­linge sehr schnell niedergeschlagen wurden. rt.

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Paris, 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) Das BolschewistenblattHumanite" bekundet dem Ouai d'Orsay seine Entrüstung, weil die 17 spanischen Flugzeuge, die am Montag in Pau eineNot­landung" vorgenommen haben, trotz ausdrück­licher Anweisung des Luftfahrtministers noch im­mer nicht nach Spanien zurückgekehrt seien. Das Außenministerium soll nämlich die An­weisung auf Zurückhaltung dieser 17 Flug­zeuge gegeben haben, «bis ber TO i n i ft errat über ihr Schicksal bestimmt hätte. Darin sieht bas Bolschewistenblatt eineunfreundliche Haltung gegenüber bem republikanischen Spanien" und be­hauptet, das Verhalten des Quai d'Orsay könne nur die Mißbilligung des französischen Volkes (?) Her­vorrufen.

Die Blätter ber Rechten sind anderer Ansicht. DasEcho be Paris" meint, Luftfahrtminister Pierre C o t stoße Frankreich täglich trotz seiner zahlreichen Erklärungen vor ben Luftfahrtausschüs­sen bes Senats unb der Kammer immer tiefer in das spanische Abenteuer und dazu noch in das Lager der Besiegten. Pierre Cot sei es ge­wesen, der Frankreich zunächst den kleinen Finger habe geben lassen. Heute aber stecke Frankreich bereits mit dem ganzen Arm in dem spa­nischen Unternehmen.

DieAction ^rancaife" versichert, daß am 7. Mai die Ankunft einer Flugstaffel auf dem Flug­platz von Toulouse bereits um 7 Uhr mor­gens bekannt gewesen sei und daß das Flugplatz-

Von der politischen Warte aus betrachtet, war auch dieses Pfingstfest alles andere denn eine unge­trübte Freude. Havas und Reuter trugen das Ihrige dazu bei, das Bild, wie es sich der Auslän­der mit ihrer Hilfe von uns macht, soweit er es nicht oorzieht, uns leidenschaftslos durch eine un­gefärbte Brille zu betrachten, um einige kräftige deutschfeindliche Striche zu bereichern. Man kabelte fleißig die Bösartigkeiten der spanischen Bolsche­wiken über den Unfall des englischen Zerstörers Hunte r" in alle Welt hinaus, als gelte es im Stile der Mär von den abgehackten Kinderhänden, die uns aus der Kriegszeit noch in guter Erinne­rung ist, alle Völker gegen uns auf die Beine zu bringen. War es zuerst ein deutsches Torpedoboot, das seine gefährliche Ladung auf den Zerstörer los­gelassen hatte, so verwandelte es sich trotz der in­zwischen von der britischen Admiralität herausge­gebenen Mitteilung über das Auflaufen desHun­ter" auf eine Treibmine, etwas später in ein deut­sches Unterseeboot, das sich nach Havas vor Ameira den Briten aufs Korn genommen hatte. Havas hat dasnatürlich" niemals selbst behauptet, es hat lediglich die übrige Welt davon in Kenntnis gesetzt, was die bolschewistische Untersuchungskommission in Valenciazutage gefördert" hatte. Und genau so Reuter. Für dieses englische Büro existiert offen­bar die Feststellung der britischen Admiralität nicht. Es hat das Pfingstfest benutzt, um durch die Weiter­gabe einer neuen Valencia-Lüge, wonach Matro­sen vor dem Unglück ein Periskop gesehen haben wollten, nicht nur Havas Hilfsstellung zu leisten, sondern die internationale Atmosphäre weiter zu vergiften. Wir haben uns angesichts des Trommel­feuers an Lügen in den hinter uns liegenden Jah­ren ein ziemlich dickes Fell zugelegt, wir werden auch diesePfingstfreude" zu ertragen wissen, zu­mal bei allen anständigen Menschen das Ansehen dieser beiden internationalen Nachrichtenquellen er­neut heftig im Kurs gefallen ist. Doch das Bittere, und drüben auch Beabsichtigte, ist ber erneute Ver­such, bie Weltmeinung gegen uns zu beeinflussen.

Dabei hätte bie Weltpresse jetzt einmal hinreichenb Gelegenheit, sich mit einem wirklichen Fall eklatanten Bruchs bes Nichteinmischungsabkommens zu befassen. Innerhalb von 14 Tagen ist nun schon ein zweites bolschewistisches Flieger-

Hanna Reitsch. (Scherl-Bilberbienst-M.)

unb die Verbinbung ist hergestellt. Sie ist ein fixer Kerl. Klein,keß" im besten Berliner Sinne, sport­lich unb lebhaft. Ihre Dauerkleibung find weiße Hosen, ein blauer Wollpullover unb eine weiße Kappe. Weithin kann man sie auf bem Segelflug­platz daran erkennen.

Bei ihr vonKarriere" zu sprechen, wäre unrecht, weil es ihrem Fliegerehrgeiz nicht entspräche. Hanna Reitsch ist Fliegerin aus Passion, und alles, was sie für die Fliegerei tut, hat nicht Aus­zeichnung ober Aufstieg zum Ziel, sie tut es, weil bas Fliegen ihr Leben ist unb weil sie sich ben Segelflug zum Beruf erwählt hat. Dieser junge weibliche Luftkapitän ist nicht etwa Amateurflieger, fliegt nicht aus sportlichen Gründen. Hanna Reitsch ist 'angestellte Versuchspilotin des Deutschen For­schungsinstitutes für Segelflug in Darmstadt. Daß sie auf diesen Posten kommen konnte, hat sie ihren ausgezeichneten fliegerischen Leistungen bei den ver-

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geschwader aus Spanien in Frankreich ge­landet, ohne daß man bislang Authentisches dar­über gehört hätte, daß der französische Luftfahrt­minister Pierre Cot die in solchem Fall einzig korrekte Anordnung getroffen hätte, die Flugzeuge zu beschlagnahmen und ihre Besatzung zu inter­nieren. Von einerNotlandung" kann nicht gut die Rede sein. Selbst französische Blätter nennen denschwachsinnig", der glauben wollte, daß die Flugzeuge in ber Richtung Bilbao aufgestiegen sinb unb sich in vollkommener Drbnung zu 17 im Nebel verflogen haben. Der Vorgang ist also in hohem