lebhafter Artillerie- und Fliegeroorbereitung den hohen Gebirgspaß Puerto del Escudo eingenommen und somit den höchstgelegenen Punkt in diesem Frontabschnitt erreicht. Auf der nach Santander stark abfallenden Landstraße sind die Truppen noch sechs Kilometer über diesen Paß hinaus oorgedrungen und haben die Ortschaft San Andres eingenommen. Es wurden 6 sowjetrussische Panzerwagen und eine große Menge anderes Kriegsmaterial erbeutet. Der Feind verlor 675 Gefangene. Andere Truppenabteilungen haben über 800 Gefangene gemacht und ihm eine große Menge Kriegsmaterial abgenommen, darunter 19 Batterien verschiedenen Kalibers und neun Tanks. Die Niederlage des Feindes war sehr groß. Bei der Abschnürung des sackförmigen Abschnittes wurden fast 20 Bataillone getötet, verwundet oder gefangen genommen. Heber 20 Ortschaften wurden eingenommen.
Die Zivilbevölkerung hat unsere Truppen mit außerordentlich großer Freude begrüßt, besonders in Reinosa, wo die einmarschierenden Streitkräfte mit Jubel empfangen wurden. Die Arbeiter der Munitionsfabrik Constructora N a- v a l werden die Arbeit in der Fabrik sofort wieder aufnehmen. Es sind dort 40 Kanonen im Bau begriffen, die bald in Betrieb genommen werden können. Reinosa war bereits in der Nacht zum Montag von den Bolschewisten geräumt worden. Kurze Zeit nach dem Einzug der Nationalen explodierten mehrere von den Bolschewisten zurück- gelassene mit einem Uhrwerk versehene Bomben, wodurch ein Kind von 10 Jahren getötet wurde. Die Stadt bietet einen traurigen Anblick, da der größte Teil der Geschäfte und eine große Anzahl von Häusern und Wohnungen von den abziehenden Bolschewisten geplündert worden ist.
Moskau
macht erneute Anstrengung.
Weitere Instrukteure und Waffen nach Sowjetspanien unterwegs.
Paris, 17. August. (DNB. Funkspruch.) Der „Matin" hat in Erfahrung gebracht, daß zwischen Valencia und Moskau neue Vereinbarungen getroffen worden sind, um Sowjetspanien zu unterstützen. Die wiederholten militärischen Mißerfolge der Va- lencia-Bolschewisten hätten im Kreml starke Enttäuschungen ausgelöst. Stalin habe deshalb dem Moskauer Valencia-Vertreter erklärt, daß die Moskauer Diplomaten Anweisung erhalten hätten, unter allen Umständen die Anerkennung General Francos als kriegführende Partei zu verhindern und jedes internationale Abkommen unmöglich zu machen, das den Valencia-Bolschewisten hinderlich sein könne.
Als Gegenleistung dafür habe sich der spanische Bolschewisten-Häupt'ling N e g r i n verpflichten müssen, die Kontrolle eines neuen sowjetrussischen Militärattaches anzuerkennen; der — unterstützt von einem ganzen Stab sowjet- russischer Offiziere und Techniker — sämtliche militärischen Operationen überwache.
Der sowjetrussische Brigadegeneral Loguinow habe zusammen mit dem sowjetrussischen Kapitän zur See Tschernossekow Valencia und Barcelona eine Kriegstaktik aufgezwungen, die von 15 sowjetrussischen Beobachtern ausgearbeitet worden sei. Die drei sowjetrussischen Frachtdampfer „Er- mak", „Terek" und „Rudznta" seien mit einer bedeutenden Ladung an Kriegsmaterial von Baku ausgelaufen. Ein ganzer Stab von sowjetrussischen Flieger-, Infanterie- und Artillerieoffizieren befinde sich auf dem Wege nach Sowjetspanien, neue Agenten seien dem Büro der GPU. in Barcelona zugeteilt worden.
Viele Zehntausende verfolgten am Sonntag im Olympia-Stadion die Entscheidungen der SA.- Reichswettkämpfe. Auch zahlreicke Ehrengäste wohnten den Kämpfen bei, u. a. (von links): Reichsminister Dr. Goebbels, Chef des Stabes der SA. Lutze und General der Artillerie Dollmann, Kommandierender General des IX. AK. (Kassel). — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Das MliiarjubUäum Generals von Epp.
München, 16. Aug. (DNB.) Dem Reichsstatthalter von Bayern, General Ritter von Epp, der sein 50jähriges Militärjubiläum feiert, wurden zahlreiche Ehrungen dargebracht. Um 8 Uhr morgens zog vor der Reichsstatthalterei in der Prinz- regentenstraße ein Doppelposten des Jnfanterie-Re- aiments 61, der Traditionstruppe des Jnfanterie- Leibregiment, auf Das Stabsmusikkorps des Luftkreiskommandos V brachte ein Ständchen, dem der Reichsstatthalter in Generalsuniform vom Balkon des Hauses aus zuhörte. Die Mitarbeiter des Reichsstatthalters waren unter der Führung von Staatssekretär General Hofmann sowie seine Mitarbeit vom Kolonialpolitischen Amt, von der Landesjägermeisterei und von der Landesplanungsbehörde zur Beglückwünschung erschienen. Generalleutnant Boehla überbrachte die Glückwünsche des vom Standort abwesenden Kommandierenden Generals, sowie des Oberbefehlshabers des Heeres. Die Glückwünsche des Oberbefehlshabers der Luftwaffe übermittelte Generalmajor Wolff. Fregattenkapi-
Der Führer in Nürnberg.
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Nürnberg, 16. Aug. (DNB.) Der Führer, der sich zur Zeit in Nürnberg aufhält, hatte am Samstag mit einer Reihe führender Männer der Partei, unter anderem mit dem Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, und den Reichsleitern Dr. Goebbels, Rosenberg, Dr. Frank, Bormann, Biehler, Amann und Dr. D i e t r i ch Besprechungen über die D ur ch- führung des Reichsparteitages 193 7.
Am Sonntag besichtigte der Führer das Reichsparteitagsgelände. Am Montag empfing der Führer Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg und Reichsaußenminister Frei- Herrn von Neu r ß t h. — Unser Bild zeigt den Führer auf dem Märzfelde. Von links: Hauptdienstleiter Schmeer, Oberbürgermeister Liebel, der Führer und (im Hellen Anzug) Architekt Professor Albert Speer. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Haus unferm Fluch.
„Von Jugend an ein Kriegsmann ...", „... liebte das Eisen mehr als das Gold und Waffenübungen mehr als Festgelage ...", „hatte eine riesenhafte Stärke, seine Augen waren majestätisch und leuchteten wie die Sterne ...", so schildern die Chronisten den deutschen König Ludwig den Deutschen, Kaiser Karls Enkel, und selbst, wenn wir einiges abziehen, was Schmeichelei der Mönche für diesen ersten Herrscher des deutschen Volksgebietes gewesen sein mag, so bleibt das Bild einer kriegerischen imponierenden Persönlichkeit. Er war in Bayern daheim, und als er die Herrschaft über das Ostfränkische, das Deutsche Reich übernommen hatte, fühlten sich die Bayern als Träger des Reiches. Der machtvolle Herrscher hatte seine Jugendliebe, eine schöne Frau namens I m m a geheiratet — und vielleicht hatte er ein wenig zu kurz sich mit der Vergangenheit ihrer Familie beschäftigt. Zum ersten Male winkte das Schicksal, als er in Streit mit seinen beiden jüngeren Söhnen geriet, mit Kor l und Ludwig. Bei diesem Streit stürzte plötzlich Karl, Schaum vor dem Munde, nieder, der Kopf war geschwollen, er redete irre.
Als Kaiser Ludwig starb, übernahmen seine drei Söhne, Karlmann, Karl und Ludwig, die Herrschaft, der eine nahm Bayern, der eine nahm Schwaben, und der dritte nahm den Norden des Reiches. Aber Ludwig der Jüngere war die stärkste Persönlichkeit von ihnen, jagte normannische Heerhaufen aus dem Lande, nahm seinem Onkel, dem Herrscher von Westfranken, vier lothringische Bistümer ab — da, auf einem Heerzug schwoll ihm das Haupt, mit gurgelnden Lauten sank er vom Pferde. Man brachte den gelähmten Mann in einen seiner Höfe, wo er starb. Sein Bruder Karlmann erlebte dos gleiche Schicksal — mitten aus dem Leben riß ihn der Griff der unheimlichen Krankheit heraus, warf ihn auf langes, sinnloses Siechbett.
Der dritte Bruder Karl blieb übrig, ein feister, tatenloser Mensch. Es lag ein schwerer Druck auf seinem Denken, wie eine bleierne Last auf seiner Willenskraft. Was half es ihm, daß er durch Erbgang das ganze Reich des großen Karl noch einmal in seine Hand bekam? Normannische Seekönige plünderten bis Aachen und Paris, slawische Heerhaufen ritten bis Passau und bis Lüneburg — trüg und mühselig schleppte der kranke Mann sich an Regierungsgeschäfte und Feldzüge. Er war von unerträglichem Kopfschmerz gepeinigt, die Mönche in ihrer damaligen armseligen Kenntnis der Arzneiwissenschaft hingen den kranken Mann zur Linderung an den Beinen» auf und machten ihm Einschnitte in den Kopf, damit der Blutdruck aufhören sollte. Aber wenn sie den blauangelaufenen, dicken Mann herunternahmen, war nichts gebessert. Und das Reich verfiel immer mehr. Der böse Kanz
ler, der Bischof Liutward von Dercelli, verschob an seine Günstlinge, was an Reichsbesitz noch da war. Das Reich wankte in allen Fugen. Da geschah es, daß die Großen des krankenden Reiches in Tribur im Jahre 887, am gleichen Ort, wo später so oft Reichstage und Fürstenversammlungen über das deutsche Geschick abgehalten wurden, den kranken König in aller Form absetzten. Sie beriefen feinen Neffen, den Markgrafen Arnulf von Kärnten, einen stolzen, kriegerischen Mann, und noch einmal schien des Reiches Stern zu strahlen. Arnulf schlug die Normannen in zwei Vernichtungsschlachten am Geulenbach und an der Dyle am Niederrhein, er schlug die Macht der mährischen Slawen nieder, er zog siegreich nach Italien und ließ sich in Rom krönen — da kam hinterrücks überraschend auch bei ihm der Griff aus dem Dunkel. Auch er noch hatte das Blut der Königin Jmma in sich, und plötzlich, in Spoleto, als er vom Pferd springen wollte, versagten die Knie; der waffengewaltige Mann lief blau an, stammelte wirr, wochenlang trug man ihn zwischen zwei Saumtieren nach Norden, heim in die bayerischen Berge, wo er Gesundheit zu finden hoffte. In zwei Jahren lag er an jedem Tag, da die Sonne schien, draußen und atmete die Frische der Kräuter und die Kraft des Bergwindes ein; aber so bald er sich wohler fühlte, sobald er wieder zu Pferd steigen wollte, dann ging das Zucken wieder durch den Körper, und schwer mit geschwollenem Kops, mit quälend zitternden Krämpfen sank er um. Auch die Berge brachten keine Heilung mehr.
In diesen letzten Jahren in der Stunde, ehe Tag und Nacht sich trennten, hielt der erste Ungarhaufen, Tausende von Reitern, den Hornbogen schußbereit, die runden Lederschilder auf dem Rücken, die spitzen Eisenkappen durch Fellwerk verblendet, einbruchsbereit an der deutschen Grenze. Der Anführer wies mit dem Bogen hinüber: „Reiche Dörfer, noch reichere Klöster und' seit fünfzig Jahren nur kranke Könige! Von kranken Pferden kommen kranke Fohlen — und die kranken Fohlen werden von den Falken der Steppe abgeledert und gefressen!" Er warf den Bogen hoch und fing ihn im Reiten wieder auf — polternd trabte der Reiterhaufen in das führungslose Land hinein, das erbliche Krankheit im Herrscherhaus gelähmt hatte.
Im Rahmen des großen „Hilf mit!"- Wett- bewerbs „Volksgemeinschaft — Blutsgemeinschaft" befassen sich die deutschen Schulen und Hunderttausende deutscher Jungen und Mädchen mit den Problemen Rasse und Vererbung. Die Bedeutung eines gesunden Erbgutes für unser Volk wird durch diese geschichtliche Darstellung beleuchtet. v. Le.
tön Schneider sprach die Glückwünsche des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine aus. Weitere Glückwünsche überbrachten Geheimrat Krafft von D e I m e n f i n g e n für die Bayerische Landesregierung und den Ministerpräsidenten, SS.-Grup- pensührer Wolf für den Reichsführer SS., NSKK.-Brigadeführer Jäger für den Korpsführer Hühnlein. Am Mittag brachte eine Hundertschaft des Reichsarbeitsdienstes mit Musik- und Spielmannszug dem Reichsstatthalter ein Ständchen.
Der Stellvertreter des Führers sandte ein Telegramm, in dem es heißt: „Lieber Parteigenosse Reichsstatthalter von Epp! An dem Tage, da Sie auf einen 50jährigen Einsatz für Deutschen!) zurückblicken können, gedenke ich Ihrer und beglückwünsche Sie herzlich. Heil Hitler! Ihr Rudolf Heß.
Der Reichskriegsminister, Generalfeldmarschall von Blomberg, hat folgendes Telegramm gesandt: „Zu Ihrem 50jährigen Militärdienstjubiläum spreche ich Ihnen meine herzlichen Glückwünsche aus. Mit mir gedenkt an diesem Tage die Wehrmacht Ihrer Verdienste als in Krieg und Frieden besonders bewährter Offizier und als Vorkämpfer des neuen Deutschland. Möge es Ihnen vergönnt sein, noch viele Jahre zum Segen von Volk und Reich wirken zu können. Gez. v. Blomberg."
Die Formationen der Bewegung brachten dem Reichsstatthalter einen Zapfenstreich mit Fackelzug. Gegen 21 Uhr marschierte mit klingendem Spiel unter dem Geleit der Fackelträger eine Kompanie der SS.-Standarte Deutschland auf. Der Ritter-von-Epp-Marsch leitet über zum Großen Zapfenstreich, dessen feierliche Klänge durch die Nacht hallen. Nach dem Zapfenstreich wurde General Ritter von Epp, in dessen Begleitung sich Gauleiter Wagner befand, durch einen Fackelzug geehrt, der sich aus je 300 Mann der einzelnen Formationen der Bewegung zusammensetzte. Zehn
tausende von Zuschauern wohnten der Ehrung bei und jubelten dem Jubilar immer wieder zu.
Don der Einweihung des neuen Siedlerdorfs Hierls- h.agen im Sprottsbruch (Schlesien): Reichsarbeitsführer Hier! gibt der neben ihm sitzenden Siedlerfrau fein Autogramm — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Volksgruppen als Wirischastsfakior.
Bei der 20-Jahrfeier des Deutschen Auslands. Instituts in Stuttgart sprach Reichsminister Dr. Frick die Hoffnung aus, daß auch in den Staa. ten, die deutsche Minderheiten beherber- gen, das Zutrauen und die Ueberzeugung sich immer mehr durchsetzen, daß mit Assimilierung deutscher Menschen in Zukunft nichts mehr, mit ihrem positiven Einsatz in dem Kultur- und Wirtschaftsaufbau im Sinne friedlicher, nützlicher Beziehungen mit Deutschland aber alles gewonnen werden könne. Dieser Hinweis auf die wirtschaftliche Bedeutung der deutschen Minderhei- ten in fremden Staaten beleuchtet eins der wichtigsten Probleme im Zusammenleben der völker- bunten Staatenwelt Mittel- und Osteuropas. Wenn von der friedenserhaltenden Aufgabe der deutschen Volksgruppen zwischen Ostsee, Adria und Schwarzem Meer die Rede ist, dann sollte man nicht nur an ihren Kampf um politische und kulturelle Gleichberechtigung, sondern auch an ihre Wirtschaftskraft denken, die sowohl für den inneren Aufbau des jeweiligen Gastlandes als auch für den Güteraus- tausch mit dem Deutschen Reich eine so hervorra- gende Rolle gespielt hat. Es läßt sich nicht befreiten, daß für die wirtschaftliche Existenz vieler Ost- floaten deutscher Gewerbesleiß und deutscher Unter* nehmungsgeist erst die Grundlagen geschaffen haben. Um so bedauerlicher ist es, wenn einige Länder heute glauben, die wirtschaftliche Betätigung der deutschen Volksgruppen in jeder Weise unterbinden zu müssen. Es kann nicht ausbleiben, daß diese aus irgendwelchen Minderwertigkeitskomplexen vielleicht begreifliche Unterdrückungspolitik sich einmal schwer rächen wird. Die Lahmlegung deutscher Arbeitskraft muß sich nicht nur bei unseren Volksgruppen, sondern auch bei ihren Herbergsstaaten schädigend auswirken.
Vor kurzem hat die rumänische Regierung ein „Gesetz zum Schutze der nationalen Arbeit" eingeführt, das die Vorherrschaft der Rumänen im Wirtschaftsleben aus Kosten der völkischen Minderheiten und der Ausländer sichern soll. Viele tausend Minderheitsbetriebe sind durch dieses Gesetz schwer belastet worden, aber schon heute wendet sich die Bukarester Regierungspresse in plötzlicher Sorge gegen die übertriebene Anwendung der Bestimmungen und betont, daß fruchtbare wirtschaftliche Arbeit nur im vollen Einklang mit den völkischen Minderheiten geleistet werden könne. Eine etwas verspätete Erkenntnis! Spürt man schon das Unheil, das man heraufbeschworen hat? Die 800 000 deutschblütigen Bewohner Rumäniens haben in großen Teilen des Landes, besonders in Siebenbürgen, auf Grund ihrer Tüchtigkeit und Fähigkeit ein blühendes Wirtschaftsleben hervorgerufen, sie bilden daher eine wesentliche Stütze des rumänischen Staates. Beispielsweife sind 25 v. H. aller Handwerksbetriebe in Rumänien in deutschen Händen. Die Steuerleistung der deutschen Volksgruppen hot in manchen Landesteilen einen Anteil von 75 v. H. an dem gesamten Steueraufkommen. Nicht weniger günstig hat sich die volksdeutsche Mitarbeit am inbuftri eilen Aufbau Rumäniens ausge- wirkt. Als man die deukschblütiaen Arbeitskräfte aus der rumänischen Erdölindustrie ausschaltete, machte sich sofort ein starker Rückgang der Produktion bemerkbar.
Aehnlich kurzsichtig verfuhren auch Polen und die Tschechoslowakei in ihrer Wirtschasts- Politik gegenüber den Minderheiten. Die öreiemWb Millionen Sudetendeutschen waren einst die besten Steuerzahler im tschechoslowakischen Staatswesen. Auf ihrem gewerblichen und industriellen Fleiß beruht auch heute noch zum großen Teil die Exportfähigkeit der Tschechoslowakei. Für 439 Millionen Kronen Devisen bringt die subetendeuftche Wirtschaft ihrem Gaststaate ein, und trotz aller Ent» eignungsmaßnabmen bilden die Klein- und Mittelbetriebe des Sudetenlandes noch immer Grundlage und Vorbild für die tschechische Wirtschaft. Indem Prag seine Entrechtungsmaßnahmen gegen die sudetendeutschen Volksteile fortsetzt, gefährdet es nicht nur den inneren Frieden des Staates, sondern auch seine ganze wirtschaftliche Zukunft. Denn im tschechischen Außenhandel, der für die Erhaltung des Staates so überaus wichtig ist, wird Deutschland immer die erste Stelle einnehnvn. Von der Anerkennung dieser naturgegebenen Bindungen ist aber eine entsvrechende Minderheitenvolitik nicht zu trennen. Je eher die Prager Regierung dieses be* herzigt, desto besser für die Tschechoslowakei
Auch Polen bietet ein Beispiel dafür, wie zweischneidig die Waffe der wirtschaftlichen Entrechtung von deutschen Volksgruvven ist. Wenn im Jahre 1936 im deutschen Oberschlesien 21 Millionen Tonnen Kohlen gefördert wurden, während im polnischen Ostoberschlesien nur 20,89 Millionen Tonnen gewonnen wurden, so ist das nur darauf zurück,u- fübren, daß man auf polnischer Seite auf die Mitwirkung volksdeutscher Arbeitskräfte in zunehmendem Maße verzichtet Hat. Denn das Heute deutsche Kohlengebiet umfaßt nur b en vierten Teil des gesamten oberlchlestschen Kohlenreviers Die gleiche schlechte Erfahrung machten die Dolen in Dolen, das ebenfalls erst nach der Austreibung der Deutschen ein armes Land geworden ist.
Von weiteren Ländern Osteuropas, die deutsche Minderheiten in größerem Maße beherbergen, wären noch Ungarn und Jugoslawien zu nennen. Beide Staaten haben in kluger Erkenntnis der wirtschaftlichen Pioniertätigkeit, die allenthalben von deutschen Volksgruppen geleistet worden ist, einen größeren Spielraum für die deutsche Aktivität offen gelassen. Sie haben sich damit wesentliche Kräfte für den Aufbau der eigenen Wirtschaft wie für die Ausgestaltung ihrer Handelsbeziehungen gesichert. Es bleibt nur zu hoffen, daß dies Beispiel allmählich auch in anderen Ländern Schule macht. Der allgemeine Wohlstand und Friede unter den Völkern könnte dadurch nur gefördert werben. Ev.
2Ba6<en in (Siebenbürgen.
Stimmzettel bekommen Junge.
Nicht nur Amerika ist ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Auch in Europa gibt es Dinge, die unvorstellbar scheinen, aber doch wahr sind. So haben kürzlich in Kronstadt im rumänischen Siebenbürgen Wahlzettel Junge bekommen, ein Vorgang, der der Aufmerksamkeit der Anbeter des demokratischen Systems empfohlen sei. Hier traten die Bürger zur Gemeindewahl an. Den deutschen und ungarischen Bürgern wurde aber nicht gestattet, das Wahllokal zu betreten. Gendarmen sorgten dafür, daß nur einwandfreie Rumänen vom Stimmrecht Gebrauch machten. Im übrigen zogen rumänische Terrorbanden durch die Straßen und bearbeiteten die ob dieses Verfahrens höchst ungehaltenen nichttumänifchen Bürger Kronstadts mit Knüppeln. Bei der Auszäh-


