Dienstag, 17. August 1Q57
187. Jahrgang
GietzenerAnzeiger
Beilagen: Die Illustrierte
Monats-Vezugspreir:
von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüfse
neun verließen am Montag mehr als 3000 Frauen send Frauen und Kinder am Montag für die frei5 und Kinder die internationale Niederlassung. Die willige Räumung abgemeldet worden. Ob der rest-
von Haus zu Haus trugen,
Lngiand w ll sich heraushallen
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Der „Daily Expreß" will berichten können, daß
die britischen Minister auf dem Sprunge stünden, Tagen eine entsprechende Entscheidung Roosevelts.
Francos Vorstoß auf Santander
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nia)t mehr striegsoienjie in uen uitiLumiycu'-vt-i Kunden der Internationalen Siedlung leisten können, zum Verlassen Schanghais aufgefordert wor-
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Amerikaner beginnen ebenfalls mit der Räumung Schanghais. Der Räumungsbefehl wurde von Admiral Y a r n e l l, dem Oberbefehlshaber der Oftafienflotte, und von dem. Konsul der Vereinigten Staaten in Schanghai, Gauß, gegeben. Durch
London, 17. Aug. (DRV. Funkspruch.) Die Londoner Zeitungen befassen sich wiederum in langen Berichten mit den Kämpfen in Oftasien. Aus der Darstellung geht hervor, daß man offenbar nur daran denkt, den britischen Staatsangehörigen in der Gefahrenzone Hilfe und Schutz zu gewähren, daß man aber auf alle Fälle vermeiden will, irgendwelchen Konflikt heraufzubeschwören. So schreibt „Times" im Zusammenhang mit den Vorstellungen, die die britischen Botschafter in Tokio und Nanking neuerlich unternommen haben, um wenigstens für die Zeit des Abtransportes der britischen Staatsangehörigen aus der Schanghaier Niederlassung einen Waffenstillstand herbeizuführen, zwischen England und den anderen betroffenen Regierungen habe eine ständige Fühlungnahme eingesetzt. Man sei sich einig, daß alles getan werden müsse, um eine Mäßigung der streitenden Parteien zu erreichen, zumal schwerwiegen de internationale Probleme auf dem Spiel stünden.
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Schanghai, 16. Aug. (DNB.) (Oftafiendienst des DNB.) Für die Einschiffung der Deut- chen in Schanghai wurde der Dampfer „Gnei- enau" zur Verfügung gestellt. Von den Iapa -
Zweigstellen in Schanghai.
In der e n g l i s ch en Kolonie sind zweitau-
gen. Von Großbanken unterhalten die Chase National Bank und die National City Bank Neuyork
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rnungsoperationen überwachen. Von Jndochina sind französische Truppen in Stärke eines Bataillons auf dem schnellsten Wege nach China abkommandiert worden, um den Schutz der französischen Konzession zu verstärken. Der französische Botschafter in China hat bei der Nanking-Regierung nachdrücklich gegen Bombenwürfe chinesischer Flugzeuge auf die französische Konzessionszone Einspruch eingelegt. Die französischen Abbeförderungsmaßnah- men berücksichtigen auch die in Schanghai ansässigen belgischen, schweizerischen und tschechoslowakischen Staatsangehörigen. In Abwesenheit des Außenministers Delbos hatte der Generalsekretär des Quai d'Orsay, Leger, bereits eine Besprechung mit dem japanischen Botschafter. Eine Besprechung mit dem chinesischen Botschafter, soll folgen.
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Der Vormarsch auf Santander hat bereits in wenigen Tagen zu Erfolgen der Nationalen geführt, die anscheinend die bolschewistischen Verteidiger auf das Tiefste erschüttert haben. Die 7. nationale Armee ist in breiter Front vorgegangen und versucht Santander zu umzingeln, um den Bolschewisten Fluchtversuche in das Bergland von Asturien unmöglich zu machen. Während der dreiwöchigen Schlacht von Brunete hatten die Bolschewisten von Santander aus versucht, Stöße auf die nationale Front in die Gegend von Huelva zu richten. Huelva war nach dem Fall von Bilbao von den Nationalen besetzt worden, damit sind die reichen Kupfergebiete dieser Gegend in ihrem Besitz. Die schwächlichen Vorstöße aus Santander scheiterten, und nach der Schlacht von Brun/te hatte General Franco genügend Kräfte zur Verfügung, um die Offensive gegen Santand.er aufzunehmen, die jetzt bereits den roten Wall an fünf Stellen durchbrochen hat und gut voranschreitet. Santander ist neben Bilbao der Hauptort der nordspanischen Eifenerz- und Kupfererzeugung. Ein Verlust Santanders würde die Roten sehr empfindlich treffen und sie noch mehr der Mittel berauben, mit denen sie mos- kowitisches und sonstiges Kriegsmaterial bezahlen. B. R.
Die Einnahme von Reinofa.
Die Stadt vor der Räumung von den Bolschewisten geplündert.
Salamanca, 16. Aug. (DNB.) Das nationale Hauptquartier teilt mit, daß die nationalen Truppen die Stadt R e i n o s a an der Landstraße von Palencia nach Santander besetzt haben. Rei- nosa ist mit 10 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Provinz Santander und ein wichtiges Industriezentrum dieser Gegend, 70 Kilometer südlich von Santander. Die an der Landstraße Burgos—Santander operierenden Truppen haben nach
wird weiterhin mitgeteilt, daß die chinesische Luftflotte infolge der schweren Beschädigung aller Flugplätze rund um Schanghai genötigt sei, weiter im Innern des Landes gelegene Flughäfen aufzusuchen. Aus der Gegend des Honkewparkes wurden kleinere Artilleriegefechte und Angriffe chinesischer Truppen auf die japanischen Stellungen gemeldet.
Japan stellt dieKriegswffensicher
Staatliche Wirtschaftskontrolle.
Tokio, 17. August. (DNB. Funkspruch.) (Ost- afienbienft des DNB.) Der Beschluß des japanischen Kabinetts, für den 3. September eine außerordentliche Sitzung des Reichstages einzuberufen, wird der Entwicklung des japanifch-
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Schanghai, 16. Aug. (DNB.) Montag mittag warfen wiede. chinesische Flugzeuge auf die Internationale Niederlassung in Schanghai Bomben ab, wodurch zwei Mitglieder des japanischen Generalkonsulats im Büro des Konsulats sowie zwei Europäer, die sich in der Internationalen Niederlassung auf der Straße besam den, teils getötet, teils schwer verletzt wurden. Auch die chinesischen Truppenangriffe auf die Im ternationale Niederlassung haben sich erneuert. Nach einer Mitteilung des chinesischen Hauptquartiers besetzten chinesische Truppen den Park des Hvngkiu-Viertels in der Internationalen Niederlassung. Der Park liegt in unmittelbarer Nähe der japanischen Kaserne, die durch Flieger mit Bomben belegt wurde. Das Büro des japanischen Marineattaches wurde ebenfalls mit Bomben beworfen. Ferner teilt das chinesische Hauptquartier mit, daß ein japanischer Zerstörer auf dem Huangpu-Fluß durch Fliegerbomben versenkt und ein anderer beschädigt worden sei. Eine Bestätigung dieser Mitteilung liegt jedoch nicht vor. Das Flaggschiff „I d 3 ujn a des japanischen Geschwaders vor Schanghai ist anschei- nend ein besonders beliebtes Z.e der chinesischen Angriffe. Nachdem alle Luftangriffe bisher erfolglos geblieben waren, wurde auch ein Angriff durch ein Schnellboot -ersucht. Es gelang dem Boote jedoch nicht, in die Nahe bes iapant[cf)en Krieasjchisjes zu kommen. Durch das Abwehrfeuer ker °Jd1uma" wurde vielmehr das Boot felbst mit fetner Torpedoladung in die Luft gesprengt.
Boten, die den Befehl von Haus zu Haus trugen, wurden die Amerikaner aufgefordert, rut das Aller
den, welche internationale Verwicklungen in den Bereich der Möglichkeit rücken.
In London ist die Aufregung über die Zu- pitzung der Gegensätze in Oftasien groß. Man gibt ich Rechenschaft, daß die Erfahrungen, die England jetzt macht, eine Frucht feiner unseligen Kriegspolitik sind, die den europäischen Kampf von 1914/1918 wissentlich und willentlich — trotz aller vorgetäuschten Humanitätserwägungen! — verlängerte und damit nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa und England selbst an anderen Punkten der Welt verhängnisvoll schwächte. Immerhin entsenden die Engländer weiter britische und indische Truppen nach Schanghai, die ihren bisherigen Standort teils in Hongkong, teils in Singa- pore hatten.
Neue Vonibenangriffe auf Schanghai.
um zu einem Kabinettsrat zusammenzutreten, falTs die Entwicklung im chinesisch-japanischen Konflikt es erfordere. Sowohl Ministerpräsident Chamberlain als auch Außenminister Eden und Lord Halifax hätten stundenlange fernmündliche Unterredungen mit dem Außenamt, um sich über die Entwicklung der Lage auf dem Laufenden zu halten. Man werde wohl alles tun, um die Ausländer in China zu schützen, aber eine bewaffnete Einmischung komme weder durch England noch durch irgendeine andere Nation in Frage.
„News C h r o n i c l e" meint, wie weit der in China ausgebrochene Konflikt begrenzt werden könne, hänge von der Bereitschaft der Vereinigten Staaten ab, gemeinsam mit England vorzugehen. Bisher allerdings habe Washington sich nicht schlüssig geäußert. — Der Washingtoner Korrespondent der „Times" meldet, in Washington bestehe die Ansicht, daß die amerikanische Regierung die Anwendung des Neutralitätsgesetzes für Japan und China nicht länger hinausziehen könne. In Washington erwarte man in den nächsten
Nach der Eroberung von Bilbao durch die nationalen Spanier hatte General F r a n c o den Vormarsch auf das noch im Besitz der Bolschewisten befindliche Santander befohlen. Die anfänglichen Vorstöße gerieten aber bald ins Stocken, da die Schlacht von Brunete vor Madrid von den Bolschewisten entfacht wurde, um Santander zu retten. Diese Schlacht von Brunete war überraschend durch eine bolschewistische Offensive von Madrid her eingeleitet worden. Sie hatte den Zweck, einmal den eisernen Ring der Nationalen um Madrid zu durchbrechen und dann nach und nach die Truppen zu zerreiben, die General Franco aus der Nordfront bei Santander herausziehen mußte, um sie in den Kessel von Brunete zu werfen. Der „General" der Madrider Bolschewisten, M i a j a, hatte die Niederlage an der Nordfront mit überraschender Ruhe aufgenommen; er hatte von Madrid aus alle Kräfte auf die Offensive von Brunete gerichtet, die zu der bisher schwersten Schlacht im spanischen Krieg geworden ist. Der Durchbruch war das strategische Ziel.
Er ist nach 22tägigen Kämpfen mißglück^, die Front der Nationalen um Madrid schloß sich enger, die Truppen des Generals Franco gewannen bei Teruel rund 1500 Quadratkilometer und damit war auch das zweite Ziel des bolschewistischen „Generals", seinen Genossen in Santander eine Entlastung zu bringen, zerschellt. Innenpolitisch wirkte sich diese bolschewistische Niederlage in einem neuen Aufflammen der Kämpfe der Bolschewisten und Marxisten gegen die Arnachosyndikalisten aus. Der Sieg von Brunete aber war für die Nationalen um so einträglicher, als sie jetzt daran gehen konnten, den unterbrochenen Vormarsch auf Santander, neben Bilbao der Haupthafen des erzreichen Nordspaniens, aufzunehmen. In Madrid war „General" Miaja abgesetzt worden und damit der Mann des Bolschewismus verschwunden, der so etwas wie strateaische Ideen zu entwickeln und durchzusetzen vermocht hatte.
Das Schicksal der Ausländer in Schanghai.
Dampfer „Gneifenau" zur Abbeförderung der Deutschen bereit.— Auch Amerikaner Engländer und Franzoren verlassen die Stadt.
Japan verstärkt seine Truppen in Schanghai.
T o-k i o , 17. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der javanische Marineattache in Schanghai verbreitet durch die Agentur Domei eine Meldung vom E i n= treffen japanischer Verstärkung im Raum von Schanghai. Durch die Verstärkung werden die seit vielen Tagen im Kampfe stehenden Marinelandungstruppen entlastet. In der Meldung
LS Nr. IW Erste? Blatt
Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen
jmb im schlechten Sinne alle Züge einer modernen Amerikanischen Stadt. Weil er unter internationalem Schutz steht, haben hier die Bodenpreise ine ungeheuerliche Höhe erreicht, so daß Milliar- :enroerte auf diesem verhältnismäßig kleinen Fleck Erbe auf dem Spiel stehen. Die reichen Chinesen aben hier ebenfalls ihre Wohnstätten, obwohl sie •id)t- als völlig gleichberechtigt mit den Euro- äern angesehen werden. Bis noch vor ganz kurzer j>eit war ihnen der Zugang zu den Parks verhorn. Aber sie suchten hier eben Schutz, besonders »ährend der chinesisch-japanischen Kämpfe um Schanghai im Spätwinter und Frühjahr 1932. Die Verwaltung ist alles andere als demokratisch, und er Einfluß der einzelnen Bevölkerungsgruppen ringt von ihrer Steuerleistung ab, was von den Japanern, die devölkerungsmäßig stark vertreten snd, aber eine geringe Gesamtsteuersumme zahlen, IZonders mißlich empfunden wird.
Das Zusammenströmen so vieler Nationalitäten, l e besonderen chinesischen Verhältnisse, schließlich l»r Charakter der Stadt als Hafenstadt haben Reichtum und Ueppigkeit mit Verbrechertum und typi- cyem „Laster" in eine bemerkenswerte Verbindung Erbracht. Erwähnt sei, daß England, die Vereinig- tin Staaten und Frankreich auf dem Jangtse-Fluß tgene Flottillen von Kanonenbooten unterhalten. Sie Engländer hatten es verstanden, das ganze Jangtse-Tal praktisch zu ihrer wirtschaftlichen Ko- b nie zu machen. Es war ihre „Jnteressenzone . i ber es war das. Der Weltkrieg hat ihnen gröh- tn Abbruch getan. Es entwickelte sich eine eigene trinefifdje Industrie, außerdem gründeten die Ja- pner zahlreiche Fabriken und überschwemmten das ? iefengebiet mit ihren Waren. Auch der amen* livische Wettbewerb machte sich fühlbar. Selbstver- sandlich wird Schanghai von den deutschen Ostasien- iinien angelaufen; es besteht auch eine deutsche Sealschule, eine deutsche Handelskammer und ein deutsches Generalkonsulat. Schanghai ist also ein Schnittpunkt politischer Interessen, hinter denen slärkste wirtschaftliche Interessen stehen; noch immer o. hen 59 o. H. der chinesischen Gesamteinsuhr und 5» v.H. der Gesamtausfuhr über diesen Hafen. 2 05 gibt den jetzigen Kämpfen um Schanghai ÜTe weitreichende Bedeutung.
Die wichtigste Meldung vom fernöstlichen „Kriegsschauplatz" ist die Ankündigung der R ä u m u n g L changhais durch die Amerikaner. Es iyeint eine Vollräumung zu sein, soweit es sich, wie I gZagt, um Amerikaner handelt. Wenn auch die euzelnen Nachrichten aus Oftasien angesichts der Ib.urtigen Aufregung nicht auf die Goldwage gelegt oerben können, so ergibt sich doch diese Schluß- sllgerung daraus, daß die entsprechende Meldung oZn 4000 in Schanghai lebenden Amerikanern ssiricht, was wohl tatsächlich eine Höchstziffer ist. Im 5,hr 1925 wurden in Schanghai, dessen chinesische Bevölkerung fast die Drei-Millicmen-Grenze er- riicht, 13 804 Japaner, 5879 Briten, 2766 Russen, 77 6 Deutsche und 282 Franzosen gezählt. Dagegen is die Nachricht über Räumung der Stadt durch bne Engländer viel weniger bestimmt. Aus dm Hinweis, daß auch die älteren Männer, die n.cht mehr Kriegsdienste in den Freiwilligen-Ver-
krscheinl täglich, außer Sonntags und Feiertags
liche Teil der britischen Bevölkerung, die sich auf rund 9000 Köpfe beläuft, aus der Niederlassung entfernt werden soll, wird von der Weiterentwicklung der Lage abhängig gemacht. Außer dem französischen Dampfer „Ä ramis" hat der französische Dampfer „S p h i n x" Befehl erhalten, Kurs auf Schanghai zu nehmen, um gegebenenfalls an der Abbeförderung der dort ansässigen Franzosen mitzuhelfen. Auch das f r a n z ö s i s ch e Geschwader im Fernen Osten wird die etwaigen Räu-
notwendigste mitzunehmen. Die erste Flüchtlingsgruppe ist bereits auf dem Dampfer „Taft" einge- chifft, die zweite wird Dienstag mit dem Dampfer „President Mac Kinley" Schanghai verlassen. Den auswärts von Schanghai lebenden Amerikanern wurde die Weisung gegeben, sich aus Sicherheitsgründen möglichst weit in das Innere des Landes zu begeben und auf keinen Fall nach Schanghai zu kommen. Die Stärke der amerikanischen Truppen ist nach der Landung von Soldaten des Kreuzers „Augusta" auf 1150 Mann gebracht worden. Präsident Roosevelt, der sich über den Stand der Dinge in China ständig auf dem Laufenden halten läßt, hat jetzt die Frage zu entscheiden, ob das Neutralitätsgesetz auf den bisher nicht erklärten Krieg zwischen China und Japan zur Anwendung gebracht werden soll. Roosevelt Hütte am Montag eine längere Besprechung mit Staatssekretär Hüll. Anschließend empfing er den Generalstabschef General Craig, Konteradmiral Richardson als Vertreter des Chefs der Marineoperationen und den Chef der Fernost-Abteilung im Staatsdepartement, Horn- deck. Man nimmt an, daß er mit Hornbeck über die Abbeförderung der Amerikaner aus den bedrohten Gebieten Chinas gesprochen hat. Im Hinblick auf die Lage in China ermächtigte die Bun- desreseroebankbehörde in Washington, die Nationalbank der Vereinigten Staaten, ihre Zweig st eilen im Auslande im Fall von Störungen zu schließen. Es soll aber, wie erklärt wurde, jeder Versuch gemacht werden, die Einleger zu befriedi-
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Schanghai.
China hat wenige gute und große Häfen. Sein größter und bester Hafen ist Schanghai, dessen chinesischer Name eigentlich bedeutet: „Am M e e r". Die außerordentliche Gunst feiner Lage ist bestimmt )urch den Jangtse-Fluß, der von hier 2700 Kilometer lang bis ins Innere Chinas schiffbar ft und noch heute eine entscheidende Rolle im Waren- und sogar Personenverkehr spielt, obwohl das hinesische Eisenbahnnetz und neuerdings auch Flug- iniennetz einen kräftigen Aufschwung genommen )at. Schanghai m seiner heutigen Bedeutung ist !aum 100 Jahre alt. Es wurde am 19. Juni 1842 Während des berüchtigten ersten „Opiumkrieges" ?on England erobert und nach Friedensschluß zum Zertragshafen bestimmt, in dem sich auch llusländer nach eigenem Ermessen niederlassen ionnten, denen sonst das „Reich der Mitte" mindestens für einen Daueraufenthalt verboten war. Aus dieser Zeit stammt der 22 Quadratkilometer Lmsassende internationale Stad11eil, um len herum sich einmal die chinesischen Quar- iere gruppieren, aber auch die gesonderte französische „Niederlassung".
Die er internationale Stadtteil trägt im guten
chinesischen Konfliktes zugeschrieben, dessen Be schränkung auf das Gebiet von Peiping und Tientsin auf Grund der Ereignisse in Schanghai für unmöglich erklärt wird. Infolgedessen verlangt die japanische Regierung über den Reichstag die Zustimmung der gesamten Nation für die Ausschüttung weiterer großer Geldmittel zur Bestreitung der Kosten, die aus dem Konflikt mit China erwachsen werden. Ferner ist beabsichtigt, finanzielle und wirtschaftliche Vorlagen einzubringen, die auf eine ftraffe Kontrolle der materiellen Mittel der Nation abzielt. Eine derartige Kontrolle wird unabwendbar, da man mit einer längeren Dauer des japanisch-chinesischen Konfliktes rechnet. In japanischen Wirtschaftskreisen erkennt man durchaus an, daß scharfe staatliche Maßnahmen unvermeidlich seien.
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: Vrühlsche Univerfilälsdruckerei R. Lange in Gießen. Zchriftle^ung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7
dm'sind, läßt sich schließen, daß die kampf- fühigen Engländer an Ort und Stelle blei= b n. Die politische Bedeutung dieser verschiedenen Inspektionen springt in die Augen: Die ^Bereinig* t'ii Staaten ziehen sich tatsächlich aus der Affäre, irbem sie den beiden Streitparteien die Austra- ging des Konfliktes überlassen; die Engländer be- hulten, wenigstens zunächst noch, „ihre Hand in d r Angelegenheit". ..
Eine ganz andere Bedeutung hat die Rau- it u n g chinesischen Gebietes durch die Japaner. Hier deuten die Räumungsmaßnah- ni2n im allgemeinen an, wie weit Japan gehen m ll. In diesem Sinne haben wir schon vor einiger Zit die Räumung des Jangtse-Tales durch japa- ni che Staatsbürger und sogar durch die Angehö- rijen der Konsulatsbehörden gedeutet und die indischen eingetretenen Ereignisse haben diese Deu- img bestätigt. Die Japaner ziehen jetzt auch ihre Saatsangehörigen aus der Halbinsel Schöning zurück. Umgekehrt erwägen die Chinesen üie ' zeitweilige Verlegung der Regierung aus Umfing nach dem weiter landeinwärts gelegenen hanka u. In großen Zügen läuft die militärische itb politische Strategie der Chinesen darauf hinaus, ^glichst viel japanische Kräfte an verschiedenen Schauplätzen zu binden, und zwar unter Umstän-
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