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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)

r. 164 viertes Blatt

Motorstandarte 147 schult Gießener Motor-V

Eingehendes Studium eines Fahrgestells.

stand.

Vor ersten Fahrversuchen mit dem Kleinkraftrad.

Schöner Schulungsbetrieb: Kartenlesen im Freien.

Fn der Gemeinschaft schmeckt es am besten.

Morgenwäsche am Hillersbach-Stausee.

Ermahnungen mißachtete und

und vorhergegangene dabei dem Motorrad stillen Vergnügen der

Erklärungen unnötig weh­anderen eine

Schulung mit dem Marschkompaß. (Aufnahmen [6J: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Gegen Ende des Kurses wurden besonders ge­eignete Jungen vom Lagerleiter (der hier ja als besonders kompetent gelten konnte) mit der Technik der Geländefahrt vertraut gemacht.

Zur Mittagspause fielen die Jungen dann jeweils mit großem Appetit über das ausgezeichnete Mit­tagessen aus der Feldküche her. Dann brachte der Dienstplan die Schwimmstunde und dann mußten einige Stunden des Nachmittags auch wieder dem Motor, dem Fahrgestell, der Karte und dem Kom­paß' und schließlich der Hebung mit dem Kraftrad gewidmet werden. Alle Zeltgruppen wechselten da­bei in Abständen das Arbeitsfeld, fo daß jeder alles in sich aufnehmen konnte, was hier geboten wurde. So konnte der Gießener Motorfugend in diesen acht Tagen ihres Aufenthaltes im Hillersbachtal vieles vermittelt werden, was ihnen in spaterer Zeit nützlich sein wird. Die Abende brachten ver­schiedentlich noch Vorträge spezieller fachlicher Art, schließlich aber auch Filmoorträge aus Zweigen der Kraftfahrtechnik. Selbstverständlich wurde auch die Verkehrserziehung nicht vernachlässigt. An den

Abenden wurden noch Sportwettkämpfe ausge­tragen. Die Sieger wurden mit Schokoladetafeln belohnt. Große Freude bereitete den Lagerteil­nehmern das einige Male geübte Kleinkaliber­schießen.

Die Durchführung des Lagers hatte in allen Einzelheiten die Motorstandarte 147 übernommen. Erfahrene Kameraden stellten sich für diese Woche des Schulungsdienstes zur Verfügung. Sie fetzten sich mit allen Kräften für die edle Sache ein und die Jungen, die die in diesem Lager geschaffenen Möglichkeiten genießen durften, dankten es durch Disziplin und Gehorsam und durch großen Eifer. Die gesundheitliche Betreuung der Hitler-Jugend SHrnf Tir r i rf Nor­

des großen Stausees zwi­schen den Bäumen hin­durch und herüber und lockte zum Bade. Von den Badeplätzen klang das fröhliche Lachen der Gäste des Hotels Hillersbach herüber, in das sich oft­mals das der Lagerteil­nehmer mischte. Im übri­gen herrschte über demTal eine wohltuende Stille und gerne griff der Blick in die Runde des weit sich öffnenden Tales nach der Höhe zu oder verirrte sich im Waldgewirr am Süd­ende des Sees. Unter solcherlei Umständen wa­ren den motorsportbeflis­senen Jungen der Aufent­halt im Lager doch auch gleichzeitig ein Ferienauf­enthalt, wie er sich nicht schöner wünschen ließ. Die Jungen hatten bei allem Dienst auch ein Auge für

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Kameradschaft!

NSG. Einer der schönsten Begriffe, den die deut­sche Sprache kennt, ist das Wort Kameradschaft. Ueberall da, wo Menschen an gemeinsamen Zielen schaffen, wo ihnen gemeinsam Erlebtes eine gemein­same Haltung aufzwingt, nennen sie sich Kamera­den und geben sich damit den höchsten Titel, den ein Mensch dem anderen verleihen kann. Es ist etwas Heiliges um die Kameradschaft. Dieser Be­griff, der die Tugenden eines ganzen Volkes in sich schließt, ist zum Symbol geworden.

Und so konnte die Hitler-Jugend keine bessere Bezeichnung für ihre kleinste Einheit finden als den Namen Kameradschaft. 15 Jungen sind in ihr zu­sammengeschlossen, um vier Jahre lang gemeinsam an sich zu arbeiten, um sich zu schulen für die gro­ßen Aufgaben, die Deutschland von ihnen fordert.

Einer des anderen Kamerad! Das ist das große Ziel, das der Führer gestellt hat und dem die gro­ßen Gemeinschaftsschulen des deutschen Volkes die­nen, die Hitler-Jugend, der Arbeitsdienst und die Wehrmacht. Die Hitler-Jugend ist der jüngste Trä­ger dieser Lebensschule und hat daher die Verpflich­tung, alles daranzusetzen, die Gemeinschaft der Na­tion, die Kameradschaft des ganzen Volkes, aufzu­bauen. Die Jugend kann dabei in die Waagschale werfen: Begeisterunhsfähigkeit, Idealismus' Der Idealismus ist Stärke, die befähigt, die ganze deut­sche Jugend auf freiwilliger Grundlage in einer Organisation zusammenzufassen. Dieser Idealismus gibt auch die Kraft, aus der ganzen Jugend eine einzige große Kameradschaft zu machen.

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Ehrenrunde" (ohne den Motor in Gang setzen zu dürfen) mit den Pedalen hinter sich zu bringen. Diese erzieherische Maßnahme trug reiche und rasche Früchte. Jeder riß sich zusammen, um von so zweifelhaftenEhrenrunden" verschont zu bleiben. Allenthalben wurden dann am Abend ausgiebig die Erlebnisse mit den Kleinkrafträdern besprochen.

Unter Bäumen standen die Zelte, und die Sonne malte zu manchem Tag der vergangenen Woche durch das Laub der Bäume hindurch lichte zitternde Kringel auf die Leinwand. Die spitzen Rundzelte rahmen sich malerisch in ihrer Umgebung aus. Den (Eingang zum Lager kennzeichnete Fahnentuch mit dem Hakenkreuz und dem Zeichen des NSKK. Aus dem Schornstein der Feldküche, die nahebei aufge- sieltt war, zog oftmals feiner blauer Rauch unD aus den Kesseln appetitlicher Geruch empor. Die Unterbringung und Verpflegung im Lager war ganz ausgezeichnet. Einfache Tische und Banke waren inmitten des Lagerplatzes aufgeschlagen und boten zu den Mahlzeiten Platz im Grünen. Aus kaum 30 Meter Entfernung gleißte die wette flache

die Heimat, die ihnen hier stets in eindrucksvoller Schönheit vor der Seele

betrieb. Jede der drei Belegschaften der Zelte bilde­ten gleichzeitig die engste Arbeitskameradschaft im Dienst. _, , , , . ,

Meist vollzog sich deshalb der Schulungsbetrieb in drei Abteilungen: Technischer Dienst, Gelande- und Kartenkunde und schließlich Uebungsbetneb mit Krafträdern.

Interessant vor allem der Technische D i e n st. Ein alter Kraftwagen, verbeult, zerkratzt, mit ge­rissenen Kabeln, verbogenem Aufbau, von Oelruck- ständen und Schmutz ziemlich reichlich unansehnlich geworden, wurde systematisch und unter Leitung und ständigen Erläuterungen der Fachmänner aus dem Kreise des NSKK. auseinandergenommen und generalüberholt. Schon bei der Reinigung erfuhren die Jungen die technischen Zusammen­hänge und die Erläuterungen ließen ihnen die Elemente der Konstruktion eines Kraftwagens er­kennen. Mit einem geradezu erstaunlichen Eifer wurden die Einzelheiten des Wagens studiert. Gründlich wurde der Wagen mit Hilfe von -oanzin, von Drahtbürsten und Lappen gereinigt. Bald glänzten Motor und Fahrgestell in der Sonne und erschienen nun längst nicht mehr so unbrauchbar wie das ganze Fahrzeug, als es auf einemi Last­kraftwagen im Lager ankam. Aber es sollte ja nicht bei der verhältnismäßig leichten Abmontage bleiben! Vielmehr wurde aller Ehrgeiz von den Schulungsleitern und jedem Hitlerjungen omige­wandt, um das Fahrzeug wiederm die Rech und - zum Fahren zu bring en. Es gelang! Stolzester Erfolg des ganzen Lagers! Am Freitag­abend startete der Kraftwagen unter höchster

Es besteht wohl kaum ein Zweifel darüber, daß dieses Lager das erste dieser Art in Deutsch­land an seinen Erfolgen erkennen läßt, daß es von richtungweisender Bedeutung ist. Von der zweck­mäßigen Form der Arbeit und den Erfolgen über­zeugten sich auch Kameraden aus dem Kreis des Stabes der Gruppe Hessen des NSKK., und sie versicherten, daß den aus diesem ersten Lager her- aus gegebenen Anregungen alle Aufmerksamkeit für die Zukunft geschenkt zu werden verdiene.

*

Das erste Lager dieser Art ist abgeschlossen. Dank­bar für all das, was ihnen in diesen acht Tagen geboten worden war, scheiden morgen früh die Jungen aus dem Hillersbachtal, das sie sicherlich ungern verlassen. Für die Motorstandarte 147 war die Durchführung des Lagers ein ideeller Er­folg, denn sie bewies damit, daß sie in groß­zügigster Art bereit ist, den motorsportlichen Nach­wuchs so auszubilden, wie er herangebildet werden muß, um eines Tages auch hohen Anforderungen gewachsen zu sein. N.

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Spannung (am Steuer der Hitlerjunge Noll) zu seiner Jungfernfahrt. Wer den Wagenvorher undnachher" sah, konnte die Arbeitsleistung des Lagers ermessen.

Allerdings stand allen den Helfern, den Lehren­den und Lernenden der (einzige und einzigartige) Werkstattzug der Motorgruppe Hes- \ e n zur Verfügung. Es handelt sich dabei um einen Wagen, der schlechterdings mit allen Maschinen und Werkzeugen für die Reparaturen an Kraftwagen ausgerüstet ist, die überhaupt in und auf einem Kraftwagen unterzubringen sind. Dom feinsten V2-mm-Bohrer bis zum festen zwei Tonnen tragen­den Kran ist alles in dem Werkstattzug vorhanden. Souverän bediente man sich aller Mittel und ließ damit die Motor-HI. einen tiefen Einblick in die Technik des KraftfahrMesens gewinnen. Alle drei Zeltgruppen wurden in zeitlichem Wechsel an den Technischen Dienst herangeführt.

Während nun hier der Dienst in der Freiluft­werkstatt einen Teil der Lagerkameradschaft in An­spruch nahm, zogen andere mit dem Lehrgangs­leiter für Gelände- und Kartenkunde los, lagerten sich auf einer großen Wiese, studierten Karten, übten mit dem Planzeiger oder aber sie standen auf einem freien Punkt und lernten mit dem Marschkompaß umgehen undsprachen das Ge­lände an". Jeder bekam den Marschkompaß in die

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Der Dienst im Lager, der nun einmal als das Wesentliche anzusehen war und zu dem sich auch die Jungen völlig freiwillig gemeldet hatten (von 50 Angehörigen Der Gießener Motor-HI. nahmen nahezu 40 teil, die anderen mochten beruflich ver­hindert gewesen fein), ließ bei näherem Zusehen eine klare Systematik und alles Zielbewußtsein er­kennen.

Der tägliche Auftakt war das Wecken um 6 Uhr. Dann folgte im Trainingsanzug der Dauerlaus durch das taufeuchte Gras und die Spiele mit dem Medizinball, die das Blut rasch Umtrieben. Dann ging es unter die Brausen am See und in das klare Wasser, in dem sich die Jungen wie die Fische tummelten. Im Lager waren dann die Zelte in Ordnung zu bringen, es gab das kräftige Früh­stück und dann begann der eigentliche Schulungs-

Aus den Forderungen der Gegenwart wachsen I formen, die in vieler Hinsicht neuen Weg bedeuten, jo ist es auch keine Zufälligkeit, wenn in der eutschen Staatsjugend Abteilungen und Sonder- ormationen bestehen, beneh besondere Aufgaben ugewiesen sind: Motor-HI. und Flieger-HI., Nach- ichtenabteilungen und Marine-HI.! Es ist ver- iändlich, daß es nicht leicht ist, diesen Sonder- ormationen jene Ausbildung zu vermitteln, die hrer Bestimmung entspricht. Ader wo der Wille t, ist auch der Weg! Das Lager, das in dieser Loche etwa 40 Jungen der Gießener Motor-HI. pie auch einzelne Hitlerjungen aus anderen Orten m Bereich des Bannes 116, insgesamt 50 Jungen, m Hillersbachtal vereinigte, war der eindeutige Seroeis dafür, daß es Wege gibt, die den Ziel- stzungen der Sondereinheiten der Hitler-Jugend um Erfolg verhelfen. *

Es besteht kein Zweifel darüber, daß es für die Notor-HJ. eine Notwendigkeit ist, neben der bis­her fast ausschließlich theoretischen Beschäftigung nit der Kraftfahrt auch Möglichkeiten der prakti­schen Betätigung zu schaffen. Es ist das Verdienst les Oberstaffelfuhrers Nagel, des Führers der Notorstandarte 147, der die Anregung gab, die Initiative auch sofort tatkräftig ergriff und im Be­nehmen mit dem Führer des Bannes 116 der HI., Rohrbach, seine Gedanken unmittelbar in die Wirklichkeit umsetzte. In entschlossen geführten Be- ftrechungen zwischen dem Oberstaffelfuhrer und icm Bannführer gewann die Absicht rasch Gestalt. -Ein achttägiges Schulungslager sollte für die Notor-HJ. durchgeführt werden, das insbesondere iLner unmittelbar praktischen Arbeit dienen sollte! freute Samstag, 17. Juli, ging der Lehrgang zu Ende. Es darf vorausgeschickt werden, daß der Lehrgang ein voller Erfolg wurde. Sinnfälligster beweis dafür: 50 Jungen haben Leichtmotorrad obren gelernt! Daneben aber noch vieles andere!

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Wer als Gast in diesem Lager im Hillersbachtal weilen konnte, wird gerne an die dort verbrachten Stunden zurückdenken. Für die Teilnehmer selbst waren die acht Tage des Lagerausenthaltes nicht rur ein gefühlsmäßig romantisches Erlebnis, son- ern eine Zeitspanne, angefüllt mit ernster Arbeit, sicher praktischer Betätigung und der Gewinnung iner Fühlungnahme mit jener Materie, die unse- er Zeit ihren Stempel aufdrückt, mit dem Motor, nit dem Kraftfahrzeug! An sich schon eine Sache, iie jeden rechten Jungen brennend interessieren ^Viele glückliche Umstände wirkten für diesen Er- olg zusammen. Oberstaffelführer Nagel griff die Sache zielsicher an, der Bannführer lieh der Sache ttbstverständlich alle Unterstützung, die Gruppe Hessen (NSKK.) half mit ihrem Werkstattzug, ein Wrack von Motorfahrzeug stand als Versuchs- und Schulungsobjekt zur Verfügung und der Sturm M 3/147 stellte drei Kleinkrafträder, auf denen Die Rungen fahren lernen konnten. Hinzu kam das günstige Wetter der vergangenen Woche und schließ- iich als weitere Annehmlichkeit das landschaftlich |N|lo herrliche Hillersbachtal.

Hand und hatte zu beweisen, ob er die abgegebenen Erklärungen begriffen hatte ober nicht. Ein Dienst, bei dem keiner mit unbestimmten und fragwürdigen Antworten kommen konnte! Der Unterricht führte auch weit hinaus in die Landschaft auf Märschen nach dem Marschkompaß und der Karte. Auch Ge­ländespiele wurden durchgeführt.

Der beliebteste Unterricht fand aber auf der wunderbaren Rasenfläche des Hirzenhainer Sport­platzes inmitten dichten Tannenwaldes statt, dessen Ruhe in diesen Tagen des öfteren gestört wurde. Es galt für jeden der Teilnehmer, Motorrad­fahren zu erlernen! Und jeder lernte es! Unbeschreibliche Freude bei den Jungen, deren jedem eine Runde auf dem Motorrad mehr wert war, als eine bare Mark ober gar eine Tafel Schokolabe. Rasch begriffen sie Kupplung- und Kompressionziehen, rasch kamen sie hinter die Tech- ^Gasgebe^"^ Einer nach K^uberen^ würbe mit hatte ^Sanitätssturmführer Prof. Dr. F r l^ uber= dem Leichtkraftrad (Göldrad mit Sachsmotor, 98 nommen und kein Opfer an Zeit ^scheut- Wahrend Kubikzentimeter) vertraut gemacht. Wer aber feine der ganzen Lagerwoche war er ununterbrochen an» sieben Zwetschgen nicht beisammen hielt, gegebene wesend.