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lunberten, wo Französisch „die zweite Mutter- ie des ganzen gebildeten Europa" war, uno er
Feind in Tiefen bis zu 60 Meter und in Stollen bis zu vier Kilometer Länge, 19 Erdminen vorbereitet mit mehr als einer Million Pfund gleich 40 Waggonladungen Dynamit. In zehntägiger Artillerieschlacht, vom 27. Mai bis zum 6. Juni, verschlägt Englands 2. Armee das deutsche Stellungssystem in diesem Raum. Die Nacht zum 7. Juni ist unerwartet still. In der Morgenfrühe, auf einen Schlag beginnend, rast von neuem der Feuerorkan, zur gleichen Zeit öffnen sich die 19 Krater von Wytschaete, erschüttern das Schlachtfeld im Umkrels von 25 Quadrat-Kilometer und schlucken die Kompanien der Verteidiger in den Galerien, Stollen und Kellern der unterirdischen Festung tief in den Schlund der Erde hinein. Und mit der Feuerwalze brechen die englischen Stürmer hervor. Zwölf Divisionen mit Tanks und Fliegern
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kleine Neckerei mit der bekannten Redensart, die in Frankreich zur Charakteristik der „Normans" oft gebraucht wird: „Je le jourerais bien, mais je ne le parierais pas“ — beschwören tue ich es ohne weiteres, aber darauf wetten möchte ich nicht. Die Leute lachten herzlich und meinten, die Charakteristik hätte vielleicht einiges für sich, aber im übrigen seien sie doch die tüchtigsten Franzosen. Der provinziale, landschaftliche Stammesehrgeiz und das gegenseitige Sichaufziehen ist in Frankreich mindestens so entwickelt, wie in Deutschland. Dann kam die Rede auf Frankreich und Deutschland und auf das Verhältnis zwischen unseren beiden Völkern. Ich hatte kurz vorher in den Räumen der Weltausstellung mit einem politisch interessierten Franzosen der jungen Generation gesprochen, und wir waren uns, fast wie aus einem Munde, mit der Feststellung begegnet, daß, wenn Frankreich und Deutschland sich eines Tages einigten, sie der Welt Gesetz geben könnten. Ich wiederholte das Wort, um zu sehen, wie es hier wirken würde, und erlebte, daß es auch mit Begeisterung ausgenommen wurde, aber sofort die Wendung auf den Frieden erhielt: Dann wird es nie wieder Krieg zwischen uns geben, dann wird unsere Kinder nicht mehr das Schicksal treffen, das uns getroffen hat!
Ich weiß nicht, was für Erfahrungen heute e i n Engländer auf Reisen in Frankreich macht, wenn er sich die Mühe gibt, mit dem Volk zu verkehren. Ich kann aber etwas erzählen, was mir ein Franzose, wiederum aus dem Mittelstand, wörtlich gesagt hat: „Wenn heute bei uns in Frankreich darüber abgestimmt würde, ob wir lieber mit den Deutschen oder mit den Engländern Zusammengehen sollen, so würden zwei Drittel für Deutschland und nur ein Drittel für England stimmen!"
Hellmanns (perg^pilfe unterstützt und regelt die Arbeitskraft Ihres Herzens. Heumanns Herz-Hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen Heilstofsen zu. sammengeseht.»Zu haben in den Apotheken für R2K. 2.50 die Packung. Sie reicht ca. 1 Monat.
England ist politisch der Bundesgenosse, aber der Engländer ist in Frankreich nicht beliebt. Mit England kann es weder Streit noch Krieg mehr geben, aber Deutschland empfinde! der Franzose als eine Art von Schicksal. Für die Frage, welches von beiden Völkern durch bald drei Jahrhunderte der Angreifer war und welches sich gegen den Angriff zu verteidigen hatte, fehlt ihm das Verständnis, weil die französische Geschichtsschreibung nicht auf die Tatsachen, sondern auf die Verherrlichung und Verteidigung Frankreichs gerichtet ist. Wie völlig aber der Kriegshaß gegen Deutschland aus dem französischen Gefühl verschwunden ist, dafür erlebte ich auf derselben Eisenbahnfahrt, einen Beweis, als ein deutscher und ein französischer Reisegefährte feststellten, daß sie in den Schlachten um Verdun einander gegenübergestanden hatten. . Der Deutsche zog eine Photographie mit seinen Kriegsorden hervor, und als er sie dem Franzosen zeigte, sprang dieser auf, ergriff mit beiden Händen die Hand des Deutschen, schüttelte sie ohne Aufhören und rief dazu in wahrer Bewegung — ich glaube, die Tränen standen ihm nahe — Camarade! Cama- rade!
Das ist eine völlig andere Psychologie, als die der geistig ganz und gar in das Gefühl der kulturellen Superiorität Frankreichs und der Identität französischer und menschheitlicher Ansprüche eingebetteten, literarisch kultivierten und politisch den Hegemonieanspruch erhebenden Oberschicht. Um Politik mit Frankreich zu machen, muß man mit bei- den Psychologien vertraut sein, und die größte Kunst wäre es, den unmittelbaren Weg von Deutschland aus zu denjenigen französischen Herzen zu finden, in denen das Wort vom deutschen Kameraden als ein Naturton aufklingt.
1 Mönch, lobe".)
Flandern Sommer 1917.
Oie große Malenalschlacht im dritten Kriegsjahre.
Von Hans Möller.
I
Die Vulkane von Wytschaete.
Der Krieg des Jahres 1917 ist nicht mehr der Krieg von 1914 mit seinen strahlenden Namen und leuchtenden Tagen. Er ist ein Krieg, dessen Geschehnisse der Erinnerung erscheinen wie ein Brei, in dem die einzelne Tat, der einzelne Vorgang kaum mehr erkennbar ist, — wie der flandrische Schlamm, in dem mit den kämpfenden Männern die Schlachten selbst versinken. Drei Jahre Krieg in Frankreich und Belgien haben das, was früher Strategie hieß, „zur vollendeten Sinnlosigkeit herabgewürdigt". Die „Schlachten" dauern Monate, ein Tag gleicht dem andern, alles ist unpersönlich geworden. Das Material ist — scheinbar — alles, die Persönlichkeit nichts. Das Schlachtfeld ist eine Mondlandschaft, in der die Dörfer nur noch Namen sind von zermahlenen Steinhaufen.
Drei solcher Schlachtenfolgen, deren Ausmaß größer ist als in früheren Kriegen die Summe aller Kämpfe zwischen Kriegsbeginn und Waffenruhe war, umfaßt das Kriegsjahr 1917: die Frühjahrs- ' schlacht von Arras und der Aisne, die Sommerschlacht von Flandern, die bis tief in den Herbst hinein währt, und die Tankschlacht bei Cam- brai, die das Jahr 17 im Westen beendet. Die Früh- jahrsschlacht hat Frankreichs Kampfkraft zerfressen. Noch weiß es der Deutsche nicht. Aber wenn er es erfährt, kann es das Ende Frankreichs sein. So wird beschlossen, jedem deutschen Angriff zuoorzu- kommen, den Gegner abzulenken, seinen Blick in andere Richtung zu zwingen. Und noch einen zweiten Grund gibt es, die Last der nächsten Schlacht auf die Schultern Englands zu legen: der deutsche U-Bootkrieg wird täglich zu schlimmerer Drohung für die Inseln; es wuß Entscheidendes geschehen, um Deutschlands Tauchboot-Basis vor Englands Tür, in Flandern, zu zerstören. r
In Flandern geht es um England selbst. So ist das letzte Ziel der neuen Schlacht Ostende; eine Operation „von riesenhaftem Ausmaß", sagt Churchill, soll beiderseits von Ypern die Deutschen überrennen und dann in Richtung Nordost zur Nordsee einschwenken. Die deutsche Gefahr zu bannen, ist schnell ein erster Schlag nötig. Sein Ort ist der Wytschaete-Bo gen, die Frontnase im Ypern-Abschnitt, die jeden Stoß nach Osten schwer bedroht. Seit Jahren geistert hier der lautlos- unheimliche Krieg der Mineure tief m der flandrischen Erde. Da der Brite oben,, im Licht des Tages, des Verteidigers nicht Herr wurde, versucht er, mit der Arbeit seiner Bergleute unter Tag das Hügelgelände in seine Hand zu bringen. So mußte auch der deutsche Pionier den Minenkrieg wieder lernen.
Der Maulwurfskrieg um den Wytschaete-Rucken verdient ein Heldenlied für sich. Bergwerke d e s Todes bringen von beiben Seiten gegeneinander vor; oft stoßen zwei Stollen aufeinander, und in der Tiefe der Unterwelt würgt der schnellere Gegner den andern ab, kaum daß die Kämpfer im Graben oben um das Grauen wissen, das unter ihnen geschieht. In dieser Zone fällt der erste Schlag der Flandernkämpfe von 1917.
In zwölf Kilometer Frontbreite, von Zlllebeke bis zum Nordrand des Ploegsteerwaldes, hat der
gesehen vom Saargebiet, auf dem flachen Land zurückgeblieben. Im letzten Jahr haben nun gerade diese bisher vernachlässigten Gebiete mit am stärksten aufgeholt. Die stärkste Rundfunkdichte finden wir in Deutschland heute mit 65,7 v. H. in Berlin und 63,1 v. H. in Hamburg. Die Verbilli- aung der Geräte dürfte in der nächsten Zeit auf dem Lande die Entwicklung weiter vorwärtstragen. Auch auf den Auslandsmärkten sind die deutschen Rundfunkqualitätsgeräte gern aesehen, namentlich in den Niederlanden und Schweben erfreuen sie sich großer Beliebtheit. Für das Auslandsgeschäft wird die Senkung der Röhrenpreise auch fraglos von Bedeutung sein. Im letzten Jahr gingen Rundfunkgeräte im Werte von 30 Millionen Mark, in der Zeit von Januar bis Mai 1937 sogar solche im Werte von rund 11 Millionen Mark ins Ausland.
*
Mit dem Abschluß des deutsch-französischen Handelsabkommens ist eine außerordentlich wichtige handelspolitische Bereinigung zwischen zwei großen, aufeinander angewiesenen Nachbarländern erreicht worden. In den letzten Jahren war der Warenaustausch beider Länder infolge des vertragslosen Zustandes immer stärker zurück- gegangen. Die deutsche Ausfuhr nach Frankreich fiel von 934 Millionen Mark auf 254 Millionen im Jahre 1936, die Einfuhr aus Frankreich senkte sich gleichzeitig von 642 Millionen auf 99 Millionen Mark. Nach den Außenhandelsergebnissen der ersten fünf Monate zu urteilen, wird Deutschlands Ausfuhr nach Frankreich sich 1937 auf evtl. 400 Millionen Mark erhöhen, und auch die Einfuhr wird ent-
Skizzen ans Frankreich
Von Dr. Paul Rohrbach.
Wahre Krokodilgeschichten ans Ostafrika
(Lin Reisebrief von ßauptmonn a. D. Cordt von Brandts.
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überrennen im Sturmlauf die Erdbebenzone, holen sich Wytschaete und Messines und nehmen das ganze Hügelgelände. Die deutsche Verteidigung ist erschüttert, ihr Widerstand zunächst nur schwach, aber an vielen Stellen triumphiert Der Heldenmut des einzelnen, und der Ruhm des Tages von Wytschaete gehört den Männern, die bis zur letzten Patrone und mit letzter Kraft in den Schanzen des „Waldes" und den Kellern der Dorftrümmer bis in die Nacht hinein kämpfen.
In dieser Nacht weiß der Verteidiger, daß der Wytschaete-Bogen verloren ist. Zwar haben deutsche Eingreifdivisionen den Feind zum Stehen gebracht, und am Yser-Kanal ist die natürliche Grenze dieser Schlacht, aber das wichtige Hügelland, bis zu dieser Stunde mit Klauen und Zähnen verteidigt, ist endgültig verloren, dazu 67 Geschütze und mehr als 7000 deutsche Frontkämpfer sind in Englands Hand. Die Zahl der Toten und Verwundeten ist viel höher, am schlimmsten aber ist die Wirkung dieses Tages im Hinblick auf die künftige Strategie: Yperns Südflanke ist entlastet, und für eine Schlacht zwischen der Lys und dem Schwemmgebiet des Yser-Kanals hat sich der Feind den Aufmarsch- und Bewegungsraum gesichert! (Fortsetzung folgt.)
sisnrucht wird. Die ganze höhere Bilbungsschicht Frankreich verlangt es aber, baß auch in der 4(=spreHe der literarischen Kunst dieser breite zugestanden wird. Die nationale Literatur 'M schon auf der französischen Schule eine be-- Mende Rolle. Aus der Universität gehören lite-
Vorlesungen zu denjenigen Kollegs, die (t französische Student, wenn er Ansprüche auf Jining macht, gleichviel zu welcher Fakultät er ge- ’L als eine Selbstverständlichkeit besucht. Diese ?lItteHung der höheren Kreise bleibt auch für spa- 3ahre bestehen; die Akabemie mit ihren vierzig ? erblichen, die den palmenbestickten Frack tragen JI|«n, ist immer eine große Angelegenheit. Selbst "" Tozialistenführer, wie Leon Blum, verdankt literarischen Kultur keinen geringen Teil >5 Ansehens. Wer Frankreich beurteilen will, diesen Zug im französischen Charakter nie Hetzen. . .
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Daressalaam, Frühjahr 1937.
Der Schrecken und der Abscheu vor allen den Tieren, die mit Hornhaut bedeckt, mit Krallen und mächtigen Gebissen bewehrt sind, lebt seit den Zeiten der großen Saurier im Menschen fort. Siegfrieds Kampf mit dem Drachen kennt jedes Kind, in zahllosen Märchen und Sagen wirken diese Ungeheuer fort, und hier in Afrika leben ihre Nachkommen als Krokodile in den Flüssen und Seen. Das ausgewachsene Krokodil steht höher auf seinen Beinen als ein Leopard und selbst beherzte Jäger konnten nur mit Anspannung aller Energie den lähmenden Schrecken überwinden, der sie befiel, als sie sich der Riesen-Echse unvermutet gegenüber sahen.
Die Krokodile bleiben keineswegs nur im Wasser. Sie gehen auf das Land bei der Verfolgung ihrer Beute. Neulich herrschte große Aufregung unter unfern Pflanzungsarbeitern. Früh im ersten Mor- gengrau hatten sie den K a m p f e l n e s g r o ß e n Krokodils mit einer zehn M e t e r l an - gen Riesenschlange beobachtet. Leider hatten sie vom Schreck gebannt, keinen Europäer mit der Kamera herangeholt. Es muß ein gigantischer
Kampf gewesen sein, denn ich sah das Schlachtfeld. Ringsum waren die zwei Meter hohen, starken Sisal-Agaven niedergetrampelt wie Gras. Tiefe Spuren zeigten die Kralleneindrücke des Krokodils, und alles war schleimig von der Schlangenhaut. Zwanzig Minuten hat der Kampf getobt und des öfteren hatte es so ausgesehen, als ob es der Schlange glücken würde, das Krokodil ersticken zu lassen. Endlich hatte das Krokodil gesiegt und die mächtige Schlange mit sich in den Zigi-Fluß ge- chleppt.
Daß selbst Büffel an der Tranke von Krokodilen angegriffen werden, ist bekannt. Die Krokodile beißen ihnen über das Maul, dieses mit ihren langen spitzen Zähnen sozusagen zunähend und versuchen, ihr Opfer in die Flut zu ziehen. Ein Pflanzer vorn Rufidschi erzählte mir, daß er selbst Zeuge war, wie ein Krokodil einen großen Ochsen „mallieserte" (auf Kisuaheli = abmurkste). Das Krokodil schlug mit einem gewaltigen Hiebe seines starken Schwanzes dem Ochsen alle vier Beine unter dem Leibe weg. Dann packte es den Liegenden am Vorderbein und zerrte ihn in das tiefere Wasser. Der Ochse kam aber wieder auf die Läuse und griff das Krokodil beherzt mit den Hörnern an. Die große Echse zerrte ihn trotzdem weiter und weiter
erzählte, nicht als Trost, aber doch mit Freude, wie noch die Königin Viktoria von England ihre Ablehnung ober Zustimmung zu einer Parlamentsbill mit den altfranzösischen Formeln aus der Seit, wo Französisch noch die offizielle Sprache Englands war, auszudrücken pflegte: „La reine s’advi- sera“ oder „La reine le veult“ (die Königin wird mit sich zu Rat« gehen, oder: die Königin will es so.) In einem solchen Vortrag ist es selbstverständlich, daß Wolfram von Eschenbachs P a r z i f a l nur die Uebertragung eines französischen Geistesprodukts in die deutsche Sprache war. Daraus, daß der „Perceval" von Crestien be Troyes ein reines Aben- teuergebicht ist, Wolframs Werk aber von der tiefsten Lebensproblematik burchzogen, kommt kein
Franzose.
Die oberste französische Bilbungsschicht ist auch bie Trägerin des französischen Chauvinismus, in dem Sinn, daß Frankreich eine besondere mensch- heitliche Mission besitze und seine Ansprüche daher mit einem aitberen Maß zu messen seien, als bie anberer Nationen. In bem bekannten Roman „Jean Christophe" beschreibt Romain R o l l a n b ben Ausbruch ber Kriegsstimmung in Frankreich gegen Deutschland. Darin lautet eine Stelle: „Der Arbeiter Aubart, der zwischen seinem angelernten Menschheitsglauben und seinem instinktiven Patriotismus hin und her gezerrt wurde, verlor darüber beinahe den Kopf. Nach mehreren schlaflosen Nächten hatte er schließlich eine Formel gefunden, die ihm alles einrichtete — nämlich, daß Frankreich das Synonym der Menschheit sei."
Als bie „Alliance Fran?aise" ihr 25iahrlges Bestehen feierte, kurz vor dem Weltkrieg, hielt Paul D e s ch a n e l eine Rede über die französische Kultur, Die französische Sprache und den französischen Geist. Darin hieß es: „Das ist unser reinster Ruhm, darin besteht das Gleichmaß und die Ursprünglichkeit unserer großartigen Geschichte, batz wir stets burch Jbeen unb für Ideen gelebt haben. Alles was bie französische Kultur gewinnt, ist gerecht' gewonnen. Frankreich arbeitet unb benft für bie ganze Welt, unb feine Sprache — ein geistiges Freihellswerk — ist das gemeinsame Erbe der Menschheit."
Die französische Kulturparole heißt also: Frankreich verkörpert das idealistische und zugleich das menschheitliche, universale Prmzlp. ^^reichs Anrede an die Menschheit lautet: Ihr wollt Kultur? Gut, so habt französische Kultur, das ist em und dasselbe! Dies Gefühl gehört aufs pollliiche Gebiet übertragen, zu den inneren Triebkräften des französischen Anspruchs auf die Hegemonie in Europa. Es ist die Wurzel ber naiven Ueberzeu- gung, bie gerabe in ber geistigen Oberschicht Frankreichs zu Hause ist, daß Frankreich nicht un anbe ist, Unrecht zu tun, auch wenn es anbere Nationen °eSn Einern ganz anderen Volk glaubt man zu sein, sobalb man bie Region bes französischen Mittel- ft a n b e s betritt, bie eine gewisse Erweiterung burch bie Frontkämpfern rbanb e. aufweist Der französische Patriotismus hat hier nichts Ueberheb- liches, unb nach meinen Erfahrungen Eann id) nur sagen, baß es heute kaum irgenbwo auf der Welt einen Menschen geben wirb, bem ber Triebe unb vor allen Dingen ber Fnebe mitEeutfd)’ lanb, so sehr Herzenssache ist, wie dem „Moyen Francais". In bem interessanten Buch über Frankreich von Paul D i e st e l b a r t h („Lebenbes Frank- reick") ist bas in einer Reihe überzeugender Kapitel geschildert. Ich selbst habe es erlebt, wie auf der Eisenbahn sich ein Gespräch zwischen elmgen Deutschen und französischen Mitreisenden einfachen Leuten, entspann. Die Franzosen waren brei Lands- feute aus der Normandie, unb es gab erst eine
o Preis st oppverordnung ist in ge- iin Umfange auch auf die 0 e m e i n b e a b • ®L e n ausgedehnt worden. Die indirekten Steuern ?5en zu einer Preiserhöhung gegenüber den Ver- E. ehern führen, daher sollen bie Gemeinden vor ° c etwaigen Erhöhung mit ben zuständigen Mungsstellen Fühlung nehmen. Gebühren T Entgelte unterliegen ebenfalls der Preisstopp- rtbnung. Interessant ist, baß dazu auch bie Kur- Jtn gezählt werben. Noch deutlicher wird die »fabt ber Preisbilbungsbehörden gegenüber ben jL-ien ber $ e r f o r g u n g s b e t r i e b e betont, Irbflültig, ob sie von privater ober öffentlicher betrieben werben. Bekanntlich wird eine Anfung d er Tarife angestrebt. Daher wirb ßerforgungs'betrieben bie strengste Sparsamkeit
Pflicht gemacht. *
QhlCkd Gegensatz zu ben meisten übrigen Wirtschasts- ‘mUIvÖ wegen beginnt bas Geschäftsjahr ber Ru nb -
1 sn-kroirtfchaft am 15. Juli. Der diesjährige ; der bem e(-nn des Rundfunkjahres hat fraglos einen guten Mer niebr, Es führte sich mit ermäßigten, teilweise sogar .geführt, ifyf ermäßigten Preisen ein. Das gilt einmal für Reiches, dl- AdfunEröhren, die um 20 bis 25 v. H. billiger wohltätigen Herben sind, weil heute infolge entsprechender, r es mögfi: Igrgung der Herstellerfirmen eine rationellere Pro- Mischen qgton möglich ist. Das gilt zum anderen auch für s zu steiglr M Preise der Empfangsgeräte, die um 10 bis ilfen - iit H. herabgesetzt wurden. Darüber hinaus wurde lifik M M'bisherige Preissystem des Kartells der Rabio- Für bie Cr Men stark gelockert. Es werden lediglich Mindest- eutung, dai fce für einzelne Apparateklassen festgesetzt, und it. Die Jri hi ihrigen werden die Preise dem freien Spiel der te ben M getberoerbsträfte überlassen, wodurch sich die Ab- fte bem Zr Mancen steigern. Seit 1933 stieg die Zahl der ber Subslin Hin dfunkteilnehmer schnell von 4,3 Mil- hatte, alle [irn auf 8,5 Millionen Hörer am 1. April 1937.
IV.
Französische Psychologien
sprechend steigen. Das ist einmal dadurch möglich, daß sich die beiden Länder für ihre wichtigsten, zur Ausfuhr geeigneten Fertigwaren erhöhte Kontingente und ermäßigte Zölle zugestanden haben, und zum anderen dadurch, daß sie an die Stelle bes schwerfälligen Verrechnungsverkehrs wieher bie Bezahlung in Bardevisen gesetzt haben. Die Grunblage ber neuen Hanbelsoereinbarungen bilbet in gewissem Sinne ber Koks-Erzaustausch. H. billiger I Frankreich wird in Zukunft ans Deutschlanb mehr sprechender | Koks — woran es Mangel hat — beziehen, Deutschlanb erhält bagegen entsprechend Erzmengen aus Lothringen unb Französisch-Marokko. Da sich ber Wert biefer Bezüge jährlich auf etwa 40 Millionen Mark für beide Posten stellt, gleichen sich bie gegenseitigen Bezüge ungefähr aus. Die wichtigsten Fer- tigwaren-Zugestänbnisse find deutscherseits in der stärkeren Abnahme französischer Weine, Champagner, Parfums und einiger anderer hochwertiger Güter zu sehen, französischerseits in der Bereitwilligkeit, meyr Metalle, Maschinen und chemische Erzeugnisse aus Deutschland zu beziehen.
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lie WH anderen vornehmen Rettungen, wie z. ■». uem )e*L »joirnal bes Dsbats", es für selbstverstänblich halt, e An» :Wn Lesern biese Akabemiereben ungekürzt ten t;l 1 Uuteilen, unb bas in einer Zeit, in ber, wie man auen unv tLen sollte, alles Interesse burch bie außenpoll- -zu unX: >n Vorgänge unb burch bie hoppelte innere n den w . Iri* der Volksfrontpolitik unb ber Finanzen be- aI1j mirh aanAC höhere Bilbungsschicht
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I Är Miet Tage hat hier tn Paris, wiederum trotz r. Krise mit betonter Begrüßung von den ossl- if ul7(örl-n Stellen, ein Kongreß ausländischer < ^riftfteller stattgefunden, die in fr a n 30* Mer Sprache schreiben. Dabei gab es em jliinftr. -chral Über ben Besitzstand ben bas Französische
flirtp Sauf ber Jahrhunberte hier gewonnen, bort ver- ÜäulflVH hat. Der Dortragenbe warf einen etwas < ir'- !Zncholi,chen Rückblick auf di- Zeit von zwei ü* iRrtf Ähihiinbor/«» hio Zweite Mutter-
. sorttroöe ber Finanzverwaltung leistungsfähiger Aber noch sind wir weit von der Sättigungsgrenze in ber Runhfunkbichte entfernt. In ben Vereinigten Staaten von Amerika haben burchschnittlich 78 v. H., in Englanb 65 v. H. aller Haushaltungen ein Runb- funkaerät, in Deutschlanb aber nur etwa 48 v. H. Am stärksten ist bie Ausbreitung bes Runbfurlls, ab-
^Invalidenversicherung konnte kürz- feststellen, daß ihre Einnahmen mit 1044 Mil- L'rn Mark im Jahre 1936 den Höchststand von l9n; nieder erreicht haben. Auch der Durchschnitts- für bie Wochenmarke ist f a ft wieder .ir hie Höhe von 1929 gelangt; damals
en ln er 142 Pfennig, heute 139 Pfennig. Es wird L ■ Bericht weiter Darauf hingewiesen, daß in
> Sen ÄMen Gauen der frühere Stand bereits erheblich » T i: iMji'cbritten wurde. An der Spitze steht die Lan- lßQlismus"? M§-rsicherung Mecklenburg mit 122 v. H. ber Ein- 1Ur ist, his^ÜL^en gegenüber 1929. Es folgen Unterfranken ’ -t urH|lJ jetzt Mainfranken genannt wirb) mit 111, Oft» und Sachsen-Anhalt mit 110, Schleswig- iocht, uni 'iWei ’ "*An 03-*-*-*-"— m*"'"**-
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Rommen, jbjir Reihenfolge ist lehrreich, daß llia)feit" (@; jfefroÄenen Industriegebiete find, e deutscher ZM l ......
3i mehr man sich mit dem Geist im französischen ctu™ ! Bistum beschäftigt, desto deutlicher spürt man wie mit 7 M m alle seine Züge auf einen gemeinsamen Nen- tr tu bringen sind. Mitten in bie gespannten Aus- lv inibersetzungen über bie Vorfälle in ben spani- iie Summ h-i Gewässern, über die Bildung des neuen Ka° v,ct5 unter Chautemps und über die immer be= imiigender sich entschleiernde Tiefe der Fmanz- hinein bringt die Nummer des „Temps" vom |ß.»uni fünfzehn volle Spalten — man denke an lös Riesenformat der Zeitung — „Acad 6 mie hengaife". Sie enthalten die Rede des neuen Mlieds der Akademie, Edmond I a 10 u x, und die Inöort von Georges ßecomte: beides eine Mi feinste zubereitete literarische Kost. Es ist B.., daß jedes neu gewählte Akademiemitglied eiai Gedächtnisrede auf den verstorbenen Vorgänge hält, auf dessen Platz es berufen wurde. Jain r ist der Nachfolger von Paul Bourget, Ln Ruhm als Romanschriftsteller auf seiner un- Ittyrten psychologischen Zergliederungstechnik und teptbem bei vielen auch auf seiner konservativen IL^enz in der Behandlung französischer Spezial- To lerne beruht. Jaloux verteidigt Bourget gegen ö<ii Vorwurf, er habe eine „reaktionäre Philo- Me" gepredigt. Das mag hier auf sich beruhen ihen; jedenfalls ist die Rede ein Kunstwerk, und minder ist es die ßecomtes, der als Ju- ; und Romandichter selbst ein Vertreter bes kon- ■!r:<ütit)en Geistes in ber französischen Literatur j ü.Seine Aufgabe war es, bas neue Mitglied durch m. Analyse der Werke zu charakterisieren, denen es Berufung in bie Akabemie verbankt. Auch bas tsiieht hier mit oollenbeter literarischer Eleganz. Ins Bemerkenswerte hierbei ist, baß her „Temps', *ti£) anderen vornehmen Zeitungen, wie z. B. bem
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