Wesenszüge deutscher Kunst.
Zum „Tag der deutschen Kunsts.
Ton Professor Dr. Emil Waldmann, Direktor derÄremer Kunsthalle.
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Albrecht Dürer: Willibald Pirckheimer. (Kohlezeichnung.)
Die Deutschen haben nicht eine Schrift, son» dern zwei: Fraktur und Antiqua oder „gotisch" und „lateinisch". Was hieran, an dieser Doppelheit, ein schöner Reichtum ist, drückt sich auch in der bildenden Kunst aus, Grünewald und Cranach schrieben Fraktur, Hans Holbein aber Antiqua. Und Dürer schrieb manchmal, wenn auch vielleicht unter Opfern, beides. Grade wohl auch aus diesem Grunde, abgesehen von seiner Genialität überhaupt, hat sich die deutsche Kunst ihn zum Schutzherrn erkoren.
„Das Schöne" genügt den Deutschen allein nicht. Mit dem, was die Augen sehen und was durch die Augen hindurch das Herz beglückt, sind die Deutschen nicht immer zufrieden, auch, wenn das, was schön an einem Kunstwerk ist, noch so schön ist. Wir wollen uns immer gern „etwas dabei denken" können. Hans Holbeins holzgeschnittene „Bilder vom Tode" dürfen auf die Form hin, als klassische Zeichnung angesehen werden. Alles ist da, alles ist vollkommen, „schwellend im Raum und wandelbar in der Zeit". Und kein Strich zuviel, wir es manchmal bei den Deutschen doch sonst der Fall ist. Aber darüber hinaus
verführt der Künstler zum Philosophieren. Die Tatsache „Rasch tritt der Tod den Menschen an", durch alle Stände hindurch, genügt Holbein nicht: Wenn der Tod einen Mönch antritt, raubt er ihm nicht sein Gebetbuch oder seinen Rosenkranz, sondern seine Sparbüchse' Dieses, dies Beziehungsreiche und Gedankliche wollten die Leute von der Kunst. Daß es „Tendenz" war, machte ihnen gar nichts aus, vielleicht im Gegenteil. Stärker als Italiener und Franzosen neigt der Deutsche zur „Gedankenkunst". Und das Größte an Dürer sind Phantasie und Träume.
Aus diesem Grunde ist es herzuleiten, daß der deutsche Künstler so gern Schwarz-Weiß-Künstler ist. Richt als wären die großen Deutschen keine großen, sehr großen Maler gewesen, dieser Cranach und dieser Baldung, dieser Grünewald und Burgk- mair und Dürer. Und im 19. Jahrhundert dann Menzel und Thoma und Leibl ebenso, um nur die zu nennen, die an der Schwelle des 20. Jahrhunderts noch gelebt haben. Daneben aber waren sie fast alle auch noch Graphiker — weil man mit dem Stift besser als mit dem Pinsel erzählen und fabulieren, phantasieren und philosophieren kann. Striche man aus Durers Kunst sein Druckwerk, so bliebe wahrscheinlich weniger als die Hälfte seiner Genialität. Raffael aber und Michelangelo und selbst der Grübler Lionardo da Vinci scheinen überhaupt nicht gewußt zu haben, was eine Kupferplatte ober ein Holzstock ist. Von allen großen, nicht deutschen Künstlern gibt es nur drei, bei denen die Griffelkunst ihrer Malerei Wesentliches hinzugefügt hat — Goya, Daumier und Lautrec. Und das war dann auch immer gleich Satire ober Spottbilb ober Zerrbilb. Rubens, aus fränkischem Blut ftammenb, aber ro- manifiert, hat mit Mühe unb Rot eine einzige Ra-
bierung gemacht. Sein Zeitgenosse, ber germanische Rembranbt, bagegen hat manches nicht nur vom Tiefsinnigsten, sonbern auch vom sichtbaren Schönsten in seinen gebrückten Blättern niebergelegt. Unb bei Menzel, einem der gewaltigsten europäischen Maler bes 19. Jahrhunberts, fehlte am Enbe boch bas Beste, wenn feine Schwarzweißkunst verloren gegangen märe.
Auch hatte ber Deutsche keine Angst vor bem Häßlichen. Den Satz: „Die Kunst ist immer erst bilbend, ehe sie schön ist", konnte nur ein Deutscher schreiben. Häßlichkeiten aber erscheinen nicht nur im Zeitalter ber Gotik, sonbern immer wieber unb zu allen Zeiten, mitten in ber Renaissance, mitten im Klassizismus. Wenn ber Charakter, ber innere, zum Sprechen kommen soll, wirb bie Schönheit, wenn es sein muß, auch einmal bewußt, in Grunb unb Bob en gezeichnet. Ein so aus Häßlichkeiten zusammengehäufter Charakterkopf wie Dürers Freunb Willi- balb Pirckheimer, ber uns so schön bünkt, wäre unter Lionarbos Hänben unfehlbar in bas Gebiet ber Karikatur abgeglitten.
Deutsche Kunst hat auch eine platonische Liebe zum Reichtum, zum Ueberschwang, zum bezaubernben Zuviel. Pöppelmanns Zwingergebäube in Dresben ist Barock ober Rokoko, jebenfalls, stilgeschichtlich genommen, Werk eines internationalen Weltstils. Aber bie ausschweifenbsten Baumeister in Genua ober Palermo ober Rom ober in Paris ober Versailles müssen erschrocken gewesen sein, als sie bies sahen.
Deutsche Kunst ist, auch in ihren Höhepunkten, immer alles zugleich auf einmal Währenb Ingres in Frankreich als Klassizist basteht unb Delacroix als Romantiker, in feinblichstem Gegensatz, weiß man nicht, ob ber größte Deutsche aus bem Anfang
Traum von einem Haus.
Don Anton Schnack.
Dieses Haus, besten Umrisse ich mir in bie, Luft male, hat keinen Hunb, ber bellt, wenn ein Schritt naht. Eine weiße Aphrobite steigt, zerfallen schon unb im Gesicht verwittert, in bie Schatten ber Oleanderbüsche.
Ich werde eine Wand voll Wein haben. Das Tasten ber Aeste an bie Fenster. Die kleinen, hu- schenben Dogelschatten. Ein Pult mit lateinischen Büchern: Doib, Horaz, bie Nacktheit bes Casars.
Wer weiß, was ich ba benfe: Geringes sicherlich, Kleinigkeiten, Bebeutungsloses: hat ber Schmieb bie Hacke fertig gefdjmiebet; im Garten grub ein Maulwurf; morgen wirb wohl Regen fallen; Kinber trugen einen jungen Star vorbei.
Wer weiß, was ich ba höre? Die Uhr. Das Picken einer Bachstelze im Gartenkies. Den laufenden Brunnen. Das Quaken eines Frosches. Den seufzenden Wald. Einen Knabenpfiff.
Ich werbe einen Baum haben, ben ich liebe. Noch weiß ich nicht genau, ist es ein Apfelbaum mit weißem Blütenschnee. Auch bie Manbeln sinb schön, ihr Rot hat etwas vom Blut.
Ich werbe eine Fensterscheibe lieben, ba sie in ihrem Viereck ben Walb hat. Den Flug ber Starenkette. Ein schwarzes Gewitter im Sommes Verschneiten Weg im Winter. Manchmal werbe ich hinter einem Fenster stehen: großes, helles Fenster nach Osten, blaugrün im Sommer ber Schein bes Glases, wenn ber aufgetane Mittagshimmel mit blauen Lichtwogen über bie Wipfel ber Bäume verfließt.
Ich bin auf biefes Fenster stolz, burch bas sich meine Täume unb Gebauten in bie Welt verlieren, zu Eisenbahnen, bie tausenbfach unterwegs sinb, in Stabte einziehen, bie in purpurner Nachtluft schwimmen, am Meere nieberfaüen, wo ein Fisch im Tang blitzt.
An bem Fenster nach Süben stehen Blumen. Ich nenne nur eine bavon: Levkoje, eine braune Samtblume Das ist eirt Duft, ber wie Gewürzwein riecht
Sonst liebe ich ben Duft bes Heus unb ber ausgewaschenen Mostkelter. Das wirb wieber dalb sein. Dann steht biefes Fenster offen, Nacht für Nacht, Tag für Tag.
O ihr Nacktlichter, bie ich sehe! Dann weiß ich vieles Da geht ein Kinb zu Bett, bas niemanb zum Erzählen hat. Schweigenb unb voll Ernst versinkt es im Traum der Kissen.
Das kleinste Licht ist mir das liebste. Es kommt von weither, von der Kuppe eines runden Hügels, der am Morgen grün ist von vielen Bäumen. Am Abend ist er blau wie eine Wolke und als wollte er mir davonziehen. Aber er zieht mir nicht davon. Es ist nur der Wasserdunst, der aus dem Quell- gerinfel steigt, in dem der Hügelfuß sich badet.
Einmal werde ich traurig fein. Oh, doch nicht fo traurig, eher beklommen. Dann sehe ich das Licht nicht mehr, fei es, daß bie Kraft meines Auges abnimmt, ober baß es nicht mehr notroenbig ist, bas Licht anzuzünben. Vielleicht haben sie bas ernste kleine Mäbchen, mit müber Lunge, in bie hohen Berge gebracht. Ober es ist schon begraben unter einem weißen Kreuz mit Golbduchstaben unb einem emaillenen Engel.
Wie schnell Geliebtes aufhört! Wie boch ein Licht zur Heimat wirb! Unbegreifliches unb Unerkenntliches liegen hinter ben einfachsten Erscheinungen.
Ein Beet voll Glabiolen. Oh, wenn Merebith käme! Nicht ber Dichter, besten brängenbe Verse ich eisig finbe, blinfenbe Marmorsplitter eines antiken Geistes. Merebith ist bie Freunbin bes ©artens. Sie liebt bie Glabiolen unb bie weißen Lilien. Aber an solchen Tagen ist ihre Seele an ein Gesicht verloren, an einen Traum, an eine tiefe innere Melo- bie. Ihr Blick ist schmal, unburchbringlich unb ruhenb.
Eine Weißbornhecke, über bie niemanb hinüber- schauen kann. Weiße Falter schwimmen über sie herein, gelbe hinaus. Hinaus: bas ist im Frühling eine Wiese, im Sommer ein Schwaben Geruch, im Herbst bas Geläut von Kühen, im Winter Schnee unb eine schwarze hungrige Saatkrähe.
Etwas Wein im Keller: wo er wuchs, stanb ein steinerner Kilian mit vogelbekleckerter Bischofsmütze, ein kleines Kreuz inbrünstig in ber Hanb, auf bas er niebersah.
Die Melobie bes Brunnens: sie ist mir unbegreiflich. Tausenbmal habe ich sie schon gehört. Ich kann sie immer wieber hören. Ihre Musik veraltet nie. Aus ihrem rauschenden Fall klingt Verzauberung. Tief unten muß sie wohnen: Zwerge unb Golbgestühl, grüne Tiere, eine Frau mit Schuppen. Süß unb traurig zugleich seufzt sie herauf.
Unb bie Türen! Eine geht auf ben Weg. Ein stiller, alter Weg voll Feuernelkenränder, Distelköpfen, gelben Emmerlingen. In den Sommernächten singt er unb klingt er, taufenb Grillen wetzen ihre brc.u= nen Hornhäute. Im Winter bie Fußtapfen bes Lanbbriefträgers. Nägelsohlen von Bauern. Kritzelzeichen von Dogelkrallen. Eine geht in ben ©arten, brei Stufen hinunter. Das ©ras wuchert schon wie-
bes 19. Jahrhunderts, Philipp Otto Runge, mehr romantisch empfand oder mehr klassisch gestaltete. Und Schinkels Baukunst, preußisch-attischer Stil, das Höchste, was dem Klassizismus, neben Langhans' Brandenburger Tor zu schaffen vergönnt war, stammt von einem Manne, der, und zwar nicht nur nebenher, der gotisch-romantischen Gefühlsweise bis ins tiefste verhaftet war. Es heißt in Deutschland selten „So oder so", sondern es heißt fast immer „So und so". Hans Thoma bezeichnet sich selbst als einen Realisten; aber seine „Wandervögel" hat er nie gesehen, er hat sie nur geträumt Gerade diese Art, dieses Doppeldeutige und Doppelsinnige, die Nebeneinander und Durcheinander, dies fast immer Vielseitige und manchmal Allseitige, ist, seit Dürer, einer der Hauptwesenszüge deutschen Kunstwollens. Daher ist es so schwer, deutsche Kunst in klare, ab-- gegrenzte Begriffe zu fassen, und daher wird es fremden Völkern oft so schwer, zu deutschen Kunstwerken den Zugang zu finden. Böcklins Malerpoesie blieb nicht nur den Franzosen, sondern auch den Italienern, unter denen er doch lebte, eisig fremd. Dor einem Bilde träumen liegt ihnen nicht.
Mit den bewußten „Kategorien" haben die Landsleute Kants in der bildenden Kunst gar nichts zu tun, die strenge Scheidung der Begriffe und der Gattung, in die man früher die einzelnen Gebiete der Malerei einzuteilen liebte, versagen vor jedem großen Künstler. Auf der Berliner Akademie war Menzel eingeschrieben, auch als weltberühmter Meister noch, in der Klasse der .Historienmalerei". Er hat auch Historien gemalt. Und was für welche! So daß wir heute gar nickt anders können, als Friedrich den Großen und feine ganze Zeit so zu sehen, wie Menzel ihn uns hingestellt hat, nicht nur in seinen Illustrationen, sondern in großen Gemälden. Indessen: Menzel malte preußische Geschichte, als in Preußen nichts, aber auch gar nichts passierte. Als aber bann, 1866 unb 1870 in Preußen große Geschichte gemacht würbe, hat Menzel kein einziges Historienbilb, woran boch so großer Bebarf war, gemalt, sonbern sich mit der Darstellung des Sittenbildlichen, des Alltäglichen, der ihn umgebenden Wirklichkeit begnügt Als ein „Realist", nachdem er in den vierziger Jahren in seinen Landschaftsgemälden schon den ganzen Impressionismus vorweggenommen hatte, um dann, als der Impressionismus eine Richtung wurde, ihn zu bekämpfen und feine eigenen früheren Meisterwerke dieser Richtung nur als „Studien" zu bezeichnen. Ein Impressionist wollte er nicht sein.
War dieser Historienmaler aber ein Realist? Der kleine Holzschnitt aus dem Friedrich-Buche, wie der alte König dasitzt auf der Terrasse des Stadtschlosses in dem großen Lehnstuhl, ganz winzig, ganz zerknittert und frierend, und seine Knittrigkeit und Zerbrechlichkeit nun in Gegensatz gebracht zu der strotzenden barocken Fülle der Gestalten an den
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Adolf Menzel: Friedrich der Große auf der Terrasse des Potsdamer Stadtschlostes.
der aus dem Gestein hervor. Im Herbst ist hier 'Himer ein Blattbaufen vom Apfelbaum. Manchmal liegt auf den obersten Stetnstufen eine weiße Vo- aelfpur. Es ist schön, wenn die Vögel so nahe kommen.
Eine der Türen geht ins Gras. Diese ist mir die liebste. Ende Juni wird das Gras gemäht, Und dann noch einmal in den ersten Septembertagen. Ich liege in der Wiese, ein Tuch unter mir, in ber Sommernacht. Ich habe schon viele glitzernb gezogene Schneckenspuren entbeckt. Hochbeinige Heuhüpfer unb bas Metall eines Golbküfers. Auch Mauspfabe.
Hinter ben Stämmen hervor lugen bie Katzen: Peter, ber schwarze, Puß, bie junge unb Fez, bie rote. Gott hat meinen Himbeerapfelbaum behütet, ich liebe es, feine Frucht aus bem Grafe aufzulesen, glühenb liegt bie Kugel im Grün. Manchmal ist sie naß vom Tau bes Sonnenmorgens.
Zeitschriften.
— Mit bem über 120 Seiten starken, reichbebil- berten Juli-Heft bes „B e r g st e i g e r s" hat bie Kunstzeitschrist bes D. u. Oe. Alpenvereins ber Be- beutung ber Kufsteiner Alpenvereins-Hauptversamm- lung in roürbiger Weise Rechnung getragen. Der Inhalt bes Heftes ist zum großen Teil auf bas Kaiser- gebirge eingestellt. Paul Aschenbrenner erzählt von alten unb jungen Kaiserführern, wir lesen von „Merkwürbigkeiten in unb um Kufstein", von ber Helbenorgel, von zahmen Wanberungen unb schwierigen Fahrten. Dr. Georg Leuchs hat eine interessante Arbeit über ben Kopftörlgrat beigesteuert. Das Heft wirb schon wegen bes fesselnben Bilbschmuckes gerne zur Hanb genommen werben. Aus bem reichen Inhalt sinb bann bie Steuerungen bekannter Alpinisten über bie Frage „Auszeichnungen für alpine Leistungen" bemerkenswert. Schließlich nimmt auch ber Reifebienst einen breiten Raum ein, eine übersichtliche Tabelle über die Fahrpreisermäßigungen auf den Österreichischen Bundesbahnen wird gute Dienste leisten. (Preis 1,20 Mark, Verlag F. Bruckmann, München.)
öodifcbuinacbrichten
Professor Dr: Leo W a i b e l, Ordinarius für Geographie an der Universität Bonn, wirb mit Ablauf bes Monats Oktober b. I. in ben Ruhe- stanb versetzt.
Professor Dr. Freiherr von R e d w i tz , Direktor ber Chirurgischen Klinik an ber Universität Bonn, ist zum torrefponbierenben Mitglieb ber Gesellschaft der Aerzte in Wien gewählt worden.
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Hans Holbein: Tob unb Mönch. (Aus ben „Bilbern vom Tobe".)
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Lampenhaltern, unb feine Winzigkeit in KonnM^m gebracht zu ben enblos nach oben verlängern Säulen — ist das, mit diesen wenigen Strch hingeschrieben, „Impressionismus"? Ist dies so's, benbige vollkommen Wirkliche „Realismus"? g bies, weil es ja eine historische Figur ist, Historie, malerei? Es ist alles zusammen. Courbet, h Realist, hätte bies zu machen verschmäht, Manet, bi Impressionist, hätte es anbers gemacht, unb Teil
ben Jahren seit ber nationalsozialistischen Mch.: ergreifung die sozialen Leistungen zu steigern man denke an die Ehestandsbeihilfen — unb gt» l wisse Härten in der Steuerpolitik zugunsla« kinderreicher Familien zu mildern. Für die ©ttuer-j: einnahmen war ferner von Bedeutung, daß diu Steuer-Ehrlichkeit zugenommen hat. Die Xatjodj* |i daß der bessere Gang der Geschäfte den BetrieM flüssige Mittel zugeführt hat, hat sie dem Zrvcmßj enthoben, die Steueraelder aus der Substanz z»! beschaffen, was damals zur Folge hatte, alle mfyIi liehen Hintertüren zu suchen, um der Belastung zu entgehen. Andererseits hat die Stetigkeit in unfrorl Steuerpolitik den Finanzämtern die Möglichkeit ged geben, die Kontrolle -schärfer durchzuführen ji gegen Uebertretungen mit Steuerstrafen vorzugch«. Es muß überraschen, daß nach einer amtlich« Uebersicht im Jahre 1936 annähernd 70 Milliam Mark an Steuer strafen erhoben wurden.
croix, der große Historienbilder geschaffen hat, ncnj auf diesen Doppelten Gegensatz nicht gekommen. Stil ches Reich „gestaltenmischenber Möglichkeit" (Gochjl 'st auch einer der vielen Wesenszüge deutscher Kch
Wirtschaft hat nicht nur zu dem bisher niebrigiiti i p5.f,.v Stande der Arbeitslosigkeit geführt, i fr'™e dern auch auf die Einnahmen des Reiches, der ®e> I f meinden unb ber Länder einen wohltätigen Gii> bruck ausgeübt. Nur daburch war es möglich, j.
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Gelbstrafen wegen der Umsatzsteuer mit 7 Mi/lim r
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und 1660 Fälle, die auf der Vermögenssteun
einbrachten. Im Jahre 1935 hat die Summe
chens und die verschiedenen Grade des Witzes, uW { die Aktualitäten und über die bekannten Vollbild ,
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Steuerstrafen nur 48 Millionen Mark ergeben, d Steigerung ist offenbar darauf zurückzuführen, )t
Er begann mit einer allgemeinen Einleitung üdl Humor und Humoristen, über die Schule bes 3?
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bei ist allerdings bie Reichsfluchtsteuer zu berid« sichtigen, bie allein 419 Fälle mit 22 Million:« Mark betrifft. Im übrigen aber sinb 6000 ffck
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ruhen unb 6,5 Millionen Mark an Steuerstrom mnierfegur ' ' " *..... hOewäffi
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Dann ging er zwanglos zum ersten Hauptteil ber von ber Liebe, von ben Frauen unb von Mobe hanbelte, von einem nahezu unerschöpflich Thema also, mit bem einer allein ben Abend füllen können. Herr Jacoby kam benn auch op Hundertsten ins Tausenbste; wir haben leider '< einen kleinen Teil bavon behalten. Die Sache 16 bem Wecker unb bem Fräulein vom Amt, mit W Landschaftskleid, mit bem Reißverschluß und ben beiden Philosophen haben wir uns gern? wer's nicht gehört hat, ist selber schulb. Hübsch auch bie mundartlich getönten kleinen LiebessMk! aus Berlin, vom Starnberger See unb in Loschml Ueber bie Himmelsreklame unb mancherlei 6iVr' bungen unserer Zeit ging er zur Politik über: öu- mal kein „garstig Lieb", sonbern unter bem Mop man muß mal was sagen können — von Di mit*3 bis Abessinien, von Franco bis zur Abrüstung.
Nach ber Pause gab es zunächst historische botchen, nicht neu, aber gut — von Fridericus W Friedrich August, vom Papa Wrangel bis RiÄ'h Wagner. Von ba war es nicht mehr weit bis-' bie nächste Gegenwart, unb ein heiterer Streif^ durch bie deutschen Gaue förberte eine Fülle m^ artlicher Spässe zutage, bie samt unb sonbers w gemeinverständlich waren unb bementsprechend gegengenommen würben. Die Geschichten aus W ßeip^iger Wartesaal, aus bem Münch-ner Hofdrik baus, bie rheinischen unb frankfurterischen SW j unb bas Greuelmärchen vom Mäuseturm bei ei’1 gen waren besonbers schön. — Es war ein gelurgf ner Abenb. Die Leute amüsierten sich unb spendv'6 dankbar Beifall. Hans Thyriot ,
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Heiterer Abend mit Gustav 3<iroH
Im Stabttheater gab der Humorist Gustav 2«' c o b y, der schon einmal bei uns zu Gast m.i und manchem auch vom Rundfunk her in freun> lieber Erinnerung ist, einen heiteren Abend. Ä- Mann ist sozusagen die gute Laune in Person« ü tritt aus der Kulisse, legt los und hat alsbald rä dem ganzen Hause den schönsten Kontakt; außv dem verfügt- er über eine beneidenswerte Bne> samkeit unb einen unerschöpflichen Schatz von & schichten, Anekboten unb Witzen. Das fprubelt nd fo aus ihm heraus, unb zwei Stunben find im ® vorüber.
wegen zu niebriger Einkommensteuer vorhanL.:, mehr bie allein 30 Millionen Mark erbrachten, 9""l lolistum b.


