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lir.58 Drittes Blatt

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Sonnfag, 20. 3uni, 20.30 Uhr, Großer Heiterer Abend in der Volkshalle mitNazi-Eisele" und sei­ner Truppe. Preise 40, 60, 80 Pf. und 1 Mark. Sammelbestellungen der Betriebswarte bis Don­nerstag, 17. Juni. Kartenvorverkauf: Musikhaus Challier, Schokoladenhaus Huntemann, Oberhessische Tageszeitung, Kreisdienststelle.

Sonntag, 20. Juni, 16 Uhr: Großes Sommerfest in Kloster Arnsburg. Eintritt 40 Pf.

der die sich

Äus der Stadt Gießen.

Schönheit am Wege.

D, es gibt viele Wege, die auf uns warten, im Häusermeer der Stadt und in der lockenden Weite der freien Natur. Wege, die mir täglich zu gehen haben, andere, zu denen wir ab und zu unsere Schritte lenken und wiederum solche, die wir nur dann gegangen kommen, wenn uns der Sprung aus dem Alltag hinausführt in die blaue Ferne der Sehnsucht und des Abenteuers. Und an allen Wegen steht irgendwo die Schönheit bereit, uns ein flüchtiges Glück zu schenken, uns für eine Weile zu erfreuen.

Man sage nicht, daß es so etwas in der Stadt nicht gibt. Daß die Straßen der Stadt vielmehr eintönig seien und der Schönheit gänzlich entbehr­ten. Wer so denkt, ist in einem hoffnungslosen Pessimismus befangen. In Wirklichkeit blüht die Schönheit überall, und wenn ihre Formen auch mannigfach und vielgestaltig sind: an jedem Wege zeigen sie sich in vollendeter Harmonie.

Freilich, man muß schon ein wenig achthaben auf diese Aeußerungen der Schönheit und sie suchen mit der Entdeckerlust an den kleinen Freuden unse­res Daseins. Jetzt im Sommer bieten sie sich aller­dings in reichstem Maße dar, so daß es keiner großen Kunst dazu bedarf. Immerhin braucht man nicht nur in die Anlagen zu gehen, um beispiels­weise die jubilierende Pracht des Blütenwunders zu sehen. Es gibt kaum eine Straße, in der sich nicht ebenfalls das sommerliche Blühen zeigt, und sei es auch nur in der bescheidenen Form der Balkon­pflanzen oder der Blumenfülle auf dem Fenster­brett. Auf dem täglichen Wege zur Arbeitsstätte können diese kleinen Darbietungen der Schönheit zur Quelle ständiger Freude werden und zur glückenden Beobachtung anregen.

Aber auch dort, wo etwa das erfreuliche Bild Blätter und Blüten gänzlich fehlen sollte, ist Schönheit keineswegs verbannt. Sie behauptet überall, und wenn man sich nur einige Mühe gibt, so läßt sie sich auch entdecken, sei es in der Eben-

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Mäßigkeit einer architektonischen Linie, sei es in dem Wechselspiel von Licht und Schatten oder etwa nur in dem Anblick einer abendlich erleuchteten La­terne im stillen Gassenwinkel.

Von der Schönheit eines Parkweges oder eines stillen Waldpfades braucht hier so wenig geredet zu werden, wie von dem reizvollen Zauber eines Wie­senraines ober einer idyllischen Dorfstraße. Sie of­fenbaren sich jedem Stadtbewohner mühelos, weil chr Anblick ungewohnt und nicht alltäglich ist. Aber darauf kommt es an, daß die Schönheit an allen Wegen ihre Zeichen errichtet hat, die uns zur Freude dienen: selbst in der lärmerfüllten Ver­kehrsstraße, in dem winkeligen Beieinander der In­nenstadt und in den nüchternen Zeilen der Wohn­straßen. Nur daß man sie suchen muß und sich die kleine Mühe nicht verdrießen lassen sollte. Man wird um ein Vielfaches belohnt. H. W. Sch.

Domotizen.

Tageskalender für Donnerstag.

NS.-Frauenschaft Ortsgruppe Gießen-Ost: 20.30 Uhr, Hotel Hindenburg, Pflichtabend. Gloria- Palast, Seltersweg:Es flüstert die Liebe". Oberhessischer Kunstverein: Skagerrak-Ausstellung, 17 bis 19 Uhr, Gesellschaftshaus, Sonnenstraße.

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Der Knecht.

Von 3ofef Martin Bauer.

Sie nennen ihn Knecht. Aber wenn der Bauer seine Leute auszählt, dann zählt er nach sich selbst, nach seiner Bäuerin und seinen Kindern diesen seinen Knecht zur Familie, und bei gleicher Pflicht verläuft sein Lebensweg genau so wie der Weg des Bauern.

Und so verläuft der Lebensweg des Knechtes:

Wenn die Schule einmal den jungen Menschen freigibt, dann führt der Vater ihn eines Tages übers Land zu einem Bauern, mit dem es schon vor langen Wochen abgeredet wurde, was nötig ist. für einen jungen Burschen, was der Lohn sein soll, was er an Gewand bekommen wird, wenn er erst einmal ein Jahr bei diesem Bauern abgedient haben wird. Es ist ein schüchterner erster Gang, und viel Vertrauen in diese neue Welt hat der junge Mensch noch nicht, wenn der Bauer schätzend feine Muskeln prüft, die einmal sehr viel Arbeit leisten sollen.

Doch hier lacht vielleicht noch einmal etwas vom Spiel der Jugend, bevor der letzte Abschied kommt. Als Hütjunge fängt der Knabe an, und um den Herbst, wenn erst einmal die lange Zeit der Weide ist, darf er hinausziehen in die Freiheit des Wie­senlandes, darf sich räkeln in der späten Sonne, darf im Sande einer Böschung Höhlen graben und das Kinderspiel zu Ende führen, das der^ Vater vor der Zeit abgebrochen hat, weil die Kinder viele waren und die Stube klein. Es ist kein harter Dienst, nur eine Zeit des Lernens, wenn alle auf dem Hof nach dem Hütjungen rufen, der für jede kleine Arbeit gut ist.

So geht es zwei, drei Jahre lang, und diefe Jahre Zwischen Hütbub und Knecht sind die Lehrjahre, nach deren Ablauf der Bauer kaum noch einmal die Knabenmuskeln prüft, denn die Arbeit des Jahres­umlaufs hat sie gestrafft und das fchmale Gesicht gebräunt, so daß der Bauer nicht mehr erst den Vater fragen muß, wenn er den Hütbuben nun als vierten Knecht dingt. Er ist schon Mann genug, der junge Mensch, wenn er sich mit dem Bauern an den Ahorntisch setzt, um den die ganze Familie zur Essenszeit sitzt, und wenn er hier verlangt, was er als Lohn für die Arbeit eines Jahres haben möchte. Der Lohn ist Jahreslohn, er ist nicht viel, aber der Viertknecht ißt mit dem Bauern am gleichen Tisch, und der Bauer stellt ihm das Ge­wand, die Schuhe und die blauen Schürzen, die Hemden, und was so übers Essen hinaus notwen­dig ist. Der Drittknecht rückt in der Kammer bei-

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Alice-IrauenvereinhäitIahres-Rückschau

selbst

straße 18.

4137V

Der junge Mensch ist Knecht geworden, mand könnte stolzer sein als er, der nichts

und war

jeweils in der Zeit von 20 bis 21.30 Uhr auf der Geschäftsstelle der Ortsgruppe, Frankfurter Straße 29 H.

Wer bis dahin feiner Verpflichtung nicht nachge­kommen ist, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet und hat sich daraus entstehende Folgen

Samsfag/Sonnfag, 26.727. 3uni: Wochenendfahrt nach Düsseldorf zur großen Reichsausstellung Schaffendes Volk". Abfahrt: Samstag, 14 Uhr, Rückkunft: Sonntag, 24 Uhr, Teilnehmerpreis: ent­haltend Fahrt, Uebernachtung, Frühstück, eine Abend- und eine Tageskarte 9,20 Mark.

Mittwoch, 30. 3uni, gegen 16 Uhr: Billiger Son­derzug nach Marburg zu dem Freilicht-Festspiel Scharnhorst". Preis für Fahrt und guten Mittel­platz 1,70 Mark. Karten zu den Fahrten durch die Betriebswarte und die Kreisdienstftelle, Schanzen-

nie- und

zig Lodenmäntel beschafft. Neu eingeführt wurden kameradschaftliche Abende für die Samariterinnen, die dazu beitragen sollen, daß sich die Kameradin­nen menschlich näherkommen. Die Abende werden durch Gesang und Handarbeit ausgefüllt.

In ihren weiteren Ausführungen berichtete die Vorsitzende über die Tagung des 70jährigen Be­stehens des Vaterländischen Frauenvereins in Ber­lin. Sie gab eine Eindrucksschilderung und ver­mittelte damit ihren Zuhörern einen Teil der Berliner Erlebnisse.

Aus der weiteren Tätigkeit des Vereins ist zu berichten, daß ein Feldküchen-Lehrgang von der Wehrmacht veranstaltet wurde, an dem sich 16 Mitglieder des Alice-Frauenvereins beteiligten. Der Kursus ging über sechs Vormittage und brachte eine ernste Zusammenarbeit von Lehrmeister und Schülerinnen. In bescheidenen Grenzen war es dem Verein möglich, mit Hilfe des Landesverbandes erholungsbedürftige Mütter in das Erholungsheim nach Schotten zu schicken und ihnen drei Wochen Ruhe und gute Pflege zugute kommen zu lassen. Auch jetzt sollen wieder einige Mütter in Schotten Aufenthalt finden. Für die Winterhilfe ar­beitete der Verein wiederum in der bisher üblichen Form mit, indem die Mitglieder Kleidungsstücke nähten und ausbefferten. Der Mitgliederstand hat erfreulicherweise zugenommen und zwar um etwa sechzig Frauen. Lediglich sechs Frauen schieden durch Wegzug aus Gießen aus.

Zahlreiche Rotkreuzfrauen haben sich, trotzdem die Fräuenvereine vom Deutschen Roten Kreuz kor­porativ dem Deutschen Frauenwerk angehören, auch als Einzelmitglieder dem Frauenwerk angeschlossen. Zum Schluß ihrer Ausführungen gab die Rednerin davon Kenntnis, daß die Kreisvorsitzende, Frau Wilhelmine Kramer in den Ruhestand trat. Ein herzliches Dankschreiben der Landesoorsitzenden be­tonte ihre Verdienste um das Deutsche Rote Kreuz. Zur Kreisverbandsvorsitzenden wurde die bisherige Stellvertreterin Frau Ella Giese ernannt. Der Jahresbericht wurde von den anwesenden Frauen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

Im weiteren Verlauf der Versammlung erstattete die Schatzmeisterin Frau Wolf den Kassenbe­richt der in Einnahmen mit 3117,84 Mark und in Ausgaben mit 2136,12 Mark, also mit einem Bar­bestand von 981,72 Mark abschloß. Die Rechnung wurde nach einer Prüfung von fachmännischer Seite für in bester Ordnung befunden und der Schatz­meisterin für ihre sorgfältige Arbeit herzlicher Dank gesagt. Im weiteren Verlauf der Versammlung hielt Professor Dr. von Iaschke einen Vortrag, der den Zuhörerinnen vieles Wissenswerte vermittelte.

zuzuschreiben.

NG.-Kriegsopferversorgung.

Velr.: Ilrlaubsfahrl an den Bodensee.

Die Frontsoldaten und Kriegsopfer der National­sozialistischen Kriegsopferversorgung des Gaues Hessen-Nassau fahren mit einem Urlauberzug vom 3. bis 12. Juli an den Bodensee. Hieran können auch die schwerstbeschädigten Kameraden teilnehmen, da Arzt und Sanitäter den Zug begleiten. Der Preis ist außerordentlich günstig und können bei sofortiger Meldung noch eine Anzahl Teilnehmer berücksichtigt werden. Anmeldungen und Auskünfte erteilen die Kameradschaften der NSKOV.

Hitler-Jugend Bann 116 Gießen.

Am Freitag, 18. Juni, 20.30 Uhr, findet ein Elternausspracheabend der Gefolgschaft 3/116

nun die Verantwortung trägt über ein Stück des Hofbesitzes, über ein halbes Dutzend Tiere und über ein ordentliches Stück der Baumannsfahrnis.

Einmal alle Jahre sitzt man wieder so am Tisch, einmal alle Jahre gibt der Bauer ihm den Taler Dinggeld, der den Vertrag auf wieder ein Jahr siegelt, und mit den Jahren macht der Knecht seinen Weg in rechtschaffenem Stolz, weil er nicht mehr vierter Knecht ist, sondern mühsam sich hinaufarbei- ten kann aus den zweiten Platz.

Längst ist ihm schon der Mannesbart über die Lippen gewachsen, und mit dem Bauern kann er schon auf Du und Du alles ausreden, was den Hof, feinen Hof, betrifft. Es kommt der Tag ein­mal, an dem keiner mehr vor ihm ist. Der Bauern­handschlag und der Dinggeld-Taler machen ihn zum ersten Knecht, zum Knecht überhaupt, und wenn sie nun vom Hof sprechen, die Nachbarsleute und die Mägde und die Häusler, die keinen Knecht hal­ten können, dann meinen sie mit dem Hof zugleich immer auch ihn, den Knecht. Ehrbar hat er es sich erarbeitet, daß er sich den Knecht nennen darf, und nun gehören ihm die Rosse, denen er klug den Hafer einmißt, und die Wagen, die breiter laden als die Wagen irgendeines anderen Bauern, und die glänzenden Geschirre, die der Stadtmensch dann bestaunt, wenn man zur Stadt fährt auf die Schranne. Die Pferde zu bekommen und über sie Herr zu fein, das war der stolzeste Wunsch des Hüt­buben, der vor Jahren hier angefangen hat, um einmal Knecht zu werden.

Der Weg ist erfüllt, und nichts mehr ist zu er­reichen. Aber vielleicht beginnt' die große Arbeit, der große Weg erst dort, wo der Mann sich stolz Knecht nennen darf. Ehe die Arbeit am Morgen beginnt, redet der Bauer mit feinem Knecht alles aus, zu Mittag bereden sie unter der Stalltür, was der Nachmittag bringen wird, beim Säen sorgen sie beide schon um die Ernte, und wenn sie die letzte Fuhre eingefahren haben, sorgen sie sich beide schon um das andere Jahr, für das die Saat schon zu legen ist.

Mag sein, daß eine Magd ausschaut nach dem Burschen, der nun nach dem Bauern der erste ist auf dem Hof. Aber es ist noch nicht die Zeit, an derlei Dinge ernst zu denken. Der Knechtslohn ist noch nicht zu einem Reichtum angewachsen, und die Magd hat wohl auch noch nicht viel ersparen können.

NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Süd.

Hilfskasse.

Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. und des NSKK., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnen und mit ihrem Beitrag zur Hilfskaffe für die Monate Juli, August und September 1937 noch im Rückstand sind, kön­nen diesen noch entrichten am

Mittwoch, 16. Juni, Donnerstag, 17. Juni, und Freitag, 18. Juni,

Der größte Mann der Welt.

Als Sehenswürdigkeit ist im Vergnügungspark der Pariser Weltausstellung der gegenwärtig größte Wann der Welt zu sehen, ein Finnländer namens Waino Myllirine. DieserKönig der Riesen", wie er sich nennt, hat die erstaunliche Größe von 2,51 Meter und ein Gewicht von 185 Kilo. Er ist jetzt 26 Jahr alt. Seine Eltern sind veide von durchaus normaler Größe, sein Vater 1,89 Meter, seine Mut­ter 1,69 Meter. Bei seiner Geburt wog Waino be­reits dreizehn Pfund. Von seinem siebenten Lebens­jahre an begann er so ungeheuer zu wachsen, daß er mit 11 Jahren bereits eine Größe von 1,85 Me­ter und ein Gewicht von 95 Kilo erreicht hatte. Als er neunzehn Jahre alt war, wurde er in Finnland zum Militärdienst eingezogen. Damals maß er 2,33

Man wird weiter Knecht sein, man wird weiter um die Saat Angst haben müssen, bis sie Ernte ge­worden ist, man wird weiter bangen müssen, um jedes Stück Vieh, das krank im Stall steht, und wenn ein Tier in der Streu tot liegen bleibt, dann weint der Knecht vielleicht, denn es war sein Tier, sein Pferd, das jahrelang mit ihm gegangen ist. Jede Freude und das ganze Leid eines Bauern erlebt der Knecht, dem nichts von diesem ganzen Hof gehört, der aber jedes tragende Feld fein Feld nennt und im verbissenen Zorn eines Bauern dem Hagelschlag flucht, der seine Aecker niederwalzt.

Vielleicht steht einmal, wenn er lang genug den Dienst getan hat, eine Magd zu ihm, und sie wer­den beide nicht viel von Liebe reden, wenn sie ihr erspartes Geld der langen Jahre zu einem Haufen legen, um selbst ein Haus und ein Stück Bauern­land zu kaufen, damit ihre Kinder mit der Liebe, die Knecht und Magd gelernt haben, einmal ein Stück eigenen Landes pflügen dürfen.

Vielleicht

Doch wenn es anders bleibt, gehört die Liebe weiterhin dem fremden Hof, bis die Hände des Knechtes müde werden. Bis dahin weiß wohl nie­mand mehr, wohin der Knecht einmal gehörte, und weil er feiner Lebtage lang zum Hof gehörte, wird er bei feinen gleichen Leuten bleiben dürfen auch im kleinen Hofgeviert der Grabftatt feines Bauern.

Denn er war der Knecht des Hofes.

Knecht aber vielleicht mehr als ein Kind des Hofes. Denn wenn sie die Knechte und Mägde bei unsdie Ehhalten" nennen, dann meinen sie es so, daß sie alles, was die Ehe, das Haus, den gan­zen inneren Besitz des Bauern ausmacht, halten und stützen.

So lange also gibt es. nur Bauern, solange es einen Knecht gibt.

Der Ortsverein Gießen des Alice-Frauen- vereins versammelte am gestrigen Mittwochnachmit­tag im Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik eine stattliche Anzahl seiner Mitglieder zur Jahreshaupt­versammlung. Die Vorsitzende des Ortsoereins, Frau Ella Giese, hieß die Teilnehmerinnen willkommen und eröffnete die Versammlung sofort mit der Wie­dergabe des Jahresberichtes. Dem Bericht fei fol­gendes entnommen:

Das Geschäftsjahr begann mit dem 1. April 1936 und endete mit dem 31. März 1937. In den monat­lichen Sitzungen der Arbeitsgemeinschaft wurde über alle lausenden Arbeiten und die nötigen An­schaffungen beraten. Im vergangenen Geschäftsjahre wurden zwei Arbeitsgebiete abgegeben. Die Angestellten-Ehrung ging an die Deutsche Arbeitsfront und die Wochnerinnen- Fürsorge an die NSV. über. Im April 1936 beging der Verein die letzte Ehrung langjähriger treuer Angestellter. Nach der Überreichung einer Brosche und eines Diploms wurden die Angestell­ten und die Hausfrauen mit Kaffee und Kuchen be­wirtet. Die Wochnerinnen-Fürforge wurde mit dem 1. Januar 1937 im Einverständnis mit der Landes­verwaltung des Alice-Frauenvereins übergeben. Der Leiterin der Wöchnerinnen-Fürsorge, Fräulein Lie­se! Kempff, wurde für ihre treue Arbeit Dank gesagt. Nachdem die Referentin auf die vorjährige Jahresversammlung und auf die Sammeltage hin- geroiefen hatte, sprach sie über die Samariterkurse, die vom Verein durchgeführt wurden. Ein Studen- tinnenfurfus, dem auch andere fortgeschrittene Teil­nehmerinnen beiwohnten, wurde von Frau Dr. Marx geleitet. Ein zweiter Kursus stand unter der Leitung von Professor Dr. Brüning. Vor Weih­nachten wurde ein Kursus für den BDM. zu Ende geführt. Dr. Glahn gab den Unterricht. Gegenwär­tig läuft ein Kursus, der von Professor Dr. Schliephake und seinen Assistenten durchgeführt wird. In sämtlichen Kursen sprach Dr. Gros über Kampfgase. Kolonnenführer Kratz gab praktischen Unterricht.

Im Laufe des Sommers beteiligten sich die Sa­mariterinnen an vier größeren Hebungen der Ko­lonne, bei denen ihnen besondere Aufgaben zuge­wiesen waren. Sie betätigten sich mit lobenswertem Eifer. Die Samariterinnen wurden außerdem zu den Herbstübungen der Wehrmacht herangezogen und haben auch dort vollauf ihre Pflicht erfüllt. Die Teilnahme an dieser Hebung war für sie alle lehr­reich.

An der Beschaffung von Bereitschaft s- wüsche und an der Ausstattung der Samariterin­nen wurde weiter gearbeitet. Für die Helferinnen wurden im Interesse ihrer Gesundheit sünfundzwan-

feite und räumt dem vierten das Bett ein, die Ochsen und das letzte Zugvieh werden dem Jungen übergeben, daß er sie hüte und pflege und mit ihnen Wagen, Pflug und Egge fahre.

Donner$tag,17.3uni 1937

Gießen-Mitte statt. Im Hinblick auf die Wichtigkeit dieser Besprechung und die Zusammenarbeit zwi­schen Elternhaus und Hitler-Jugend laden wir hier­mit alle Eltern nochmals herzlich ein. Es sprechen an diesem Abend der Führer des Unterbannes 1/116 K. Rühl und der Leiter der Berufsberatung am Arbeitsamt Gießen Dr. Wagenbach. Ebenfalls sollen Fahrt, Lager und alle sonstigen Fragen dec Eltern besprochen werden.

Gebührenfreie Prüfungsausweise an den hessischen Hochschufen.

Mit Zustimmung des Reichsfinanzministers hat der Reichsstatthalter in Hessen eine bisher beste­hende Verordnung dahin geändert, daß für die Ausweise über die an der Universität Gie­ßen und an der Technischen Hochschule Darm ft abt mit Erfolg abgelegten Vor- und Hauptprüfungen einschließlich der ärztlichen und tierärztlichen Vor- und Hauptprüfung, sowie der Prüfung der Pharmazeutik und der Nahrungsmit­telchemiker eine Abgabe zur Staats­kasse nicht mehr z u erheben ist.

Erfolge Gießener Soldaten beim Reitturnier in Marburg.

An dem Sportfest des II. Bataillons des Jnf.- Rgts. 57 in Marburg beteiligten sich auch Gießener Soldaten, die im Wettbewerb mit den Angehöri­gen der Wetzlarer, Siegener und Marburger Gar­nisonen im Reiten Erfolge erzielen konnten. Die Gießener Mannschaft kam im Gruppenfpnn- g e n mit drei Pferden hinter der Gruppe des vom Gießener Reitturnier her noch in bester Erinne­rung stehenden Marburger Hauptmanns Katz - mann auf den zweiten Platz.

Einen großen Erfolg konnte Oberleutnant Gri - far, III.A.-R.9, erringen, der in dem, den Höhe­punkt des Turniers bildenden Hauptspringen, vor den Wetzlarer Wachtmeister Boger und Oberleut­nant d. Rieben, NA. 9, auf den ersten Platz kam und den Preis der Philipps-Universität Marburg gewann.

Tagung der heimischen Imker.

Die jüngste Jrnkertagung der Gießener Ortsfach­gruppe war wegen des angekündigten Vortrages des bekannten Frankfurter Praktikers Ihn außer­ordentlich zahlreich besucht. Zunächst wurde der im vorigen Herbst vorn Reichsnährstand aufgestellte Bienenstand auf der Hardtterrasse am Unteren Hardthof besichtigt, den die Gießener Ortsfachgruppe betreut. Studienassessor Hans Maul (Heuchelheim), dem die Betreuung des Standes übertragen ist, und der schon wertvolle Arbeit daran geleistet hat, über­nahm die Führung. Er gab einen Rückblick über die bis jetzt durchgeführten Arbeiten, die anregend für die Ortsfachgruppe und werbend für die Bienen­zucht im weiten Umkreis fein sollen. U. a. zeigte er den interessierten Zuhörern den schon zum Teil an­gelegten Bienengarten, in dem etwa 1OOO Akazien- und 1000 Ahornbäumchen angepflanzt find, die ipäter an geeigneten Stellen außerhalb der Ortsfach­gruppe verpflanzt werden sollen, so daß sie das Landschaftsbild beleben und gleichzeitig durch ihre Honigenden Blüten der Bienenzucht dienen. Da­neben ist im Bienengarten eine große Anzahl ver­schiedener Kräuter und Kleearten angepflanzt, wie sie in erster Linie der Bienenzucht dienstbar sind. Durch den Ausbau dieser Einrichtung, die im näch­sten Jahr in besonderem Maße gefordert werden wird, soll ein praktischer Lehrgarten ent­stehen, in dem die Jm^.r und die noch außenstehen­den Bienenhalter eine Möglichkeit finden, sich über

Meter. Seine Militärdienstzeit von fünfzehn Mo­nate verbrachte er bei der schweren Artillerie. Nach seiner Entlassung überwies der Kriegsminister seine Uniform dem Militärmuseum in Helsingfors, wo diese Merkwürdigkeit noch jetzt zu sehen ist. Um seine Große noch augenfälliger zu machen, reist Waino Myllirine mit einer Zwergin, die die Besucher des Vergnügungsparkes auf seinen Knien herumklettern sehen können ein fast unheimlicher Anblick. Ein' Besucher erklärt, in Wainos Gegenwart von dem panikartigen Gefühl befallen worden zu sein:Wenn er mir aus Versehen auf die Füße tritt, bin ich für mein ganzes Leben lahm! Sollte er etwa die Treppe herunterfallen, wieviel Leute würde er un­ter sich erdrücken?" Wenn der Riese spricht, klingt es wie ein unterirdisches Donnern, wenn er sich umdreht, zittert die Erde. Wie viele Riesen aber ist er sanft, geduldig, behutsam und hat das arglose Lächeln eines Kindes.

Zeitschriften.

Die Hauptbeiträge im Juni- / Juliheft der Deutschen Zeitschrift" (Verlag Georg D. W. Callwey, München), befassen sich mit dem Land an der oberen Oder. Einer der berufensten Kenner, der Prager Sprachwissenschaftler Professor Ernst Schwarz, schildert in einem ungemein stoffreichen und eine Menge neuer Erkenntnisse vermittelnden AufsatzDeutschtum und Slawentum im oberschle­sisch-mährischen Raum": ursprüngliche Besiedlung durch deutsche Stämme, Verdrängung durch die Slawen, Wiederbesiedlung, geschichtliche und kultu­relle Schicksale. Das Bild vervollständigt sich durch die Arbeit von Alois Elsen, der einen Quer­schnitt durch die künstlerische Kultur Oberschlesiens gibt. Der Aufsatz widerlegt schlagend das Vorurteil, daß Oberschlesien einen toten Winkel zwischen drei verschiedenen Nationen bilde. Er weist nach, daß oberschlesische Kunst zweimal, in der Gotik und im Barock, eine führende Rolle im Reich spielte. Der ausgiebige Bilderschmuck belegt die Ausführungen der beiden Arbeiten aufs anschaulichste. Das gleiche Heft bringt eine zusammenfassende Darstellung des fruchtbaren Schaffens Peter Dörflers, eines Dich­ters, in dem sich der volkstümliche, ftammesgebun- bene und geschichtliche Erzähler in glücklicher Weise vereinigen. Deutschösterreich ist mit einem feiner kultiviertesten Erzähler, Franz Nabl, vertreten. Aus dem übrigen Inhalt heben mir eine eingehende Würdigung von MorgansFlamme" und Ciseks Strom ohne Ende" hervor, einen Ueberblick über die neuesten Gartenbücher und die Bemerkungen über denHumor der Nation" aus der Feder Sigls- mund v. Radeckis.

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Sonne ist Kraft u. Energie. Sie kön­nen nicht genug davon in aufnehmen! Aber Vorsicht vor Sonnenbrand! Nivea erlaubt Ihnen, in Sonne zu schwelgen, wenn Sie sich vorher und nach Bedarf wiederholt einreiben.

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