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Der Führer und Reichskanzler nahm den Besuch des iranischen Parlamentspräsidenten Exzellenz Hassan Nouri Essandiari ent­gegen. Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht gab zu Ehren des iranischen Parlamentspräsidenten in den Festräumen der Reichsbank ein Frühstück, an dem auch der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Mackensen, der Staatssekretär des Reichswirtschaftsministeriums Dr. Posse und der Vizepräsident des Reichsbankdirektoriums Dreyfe und eine große Anzahl Industrieller und Vankleute teilnahmen.

Der Reichsfsthrer SS. und Chef der deutschen Polizei Himmler hat verfügt, daß SS.-Gruppen- führer Weinreich mit sofortiger Wirkung als Leiter der Technischen Nothilfe die Bezeichnung Chef der Technischen Nothilfe" und die von ihm geleitete Dienststelle die Bezeichnung Reichsamt Technische Nothilfe" fuhren.

Kunst und Wissenschaft.

Der zweite Schauspielabend der Reichslheaterwache.

Den zweiten Schauspielabend der Reichs- theaterwoche hatte das Stadttheater Bochum übernommen, wo Gerhard A i ch i n g e r s Schau­spielKleinod in die S i l b e r s e e gefaßt" zur Aufführung kam. Das Stück zeigt ein Kapitel aus dem Leben der braunschweigischen Prinzessin Caroline, als sie Königin von England war. Im dramatischen Konflikt zwischen Weibtum und Herr- schertum entwickelt der Autor eine packende Hand- lung. Das Werk fand in der Inszenierung Dr. Sa- ladin Schmitts Und mit den stilvollen Bühnen­bildern von Dr. Harry Mänz lebhafte Zustim­mung. In der Hauptrolle hatte Heidi Kuhlmann Gelegenheit, ihr schauspielerisches Können in vielen Variationen zu zeigen. Als Mitglieder des Königs- rotes waren Ernst Holzapfel, Walter Kalt­häuser, Gerhardt M e i n e ck e und Willi Busch vorzüglich typisierte Gestalten. Die beiden Lieb­haberrollen spielten mit jugendlichem Temperament Horst Caspar und Curt Bartz.

Zwei Kapellmeister verlassen Frankfurt.

Der bisherige Leiter der Frankfurter Museums- konzerte und erster Kapellmeister der Frankfurter Oper, Georg Ludwig Jochum, wurde als Gene­ralmusikdirektor nach Plauen im Vogtland be­rufen. Außerdem wird Jochum auch die Symphonie- konzerte in Bad Elster leiten. Die Frankfurter Mu­seumskonzerte werden in dem Freiburger General- muftkdirekkor Franz K o n w i t s ch n y ihren neuen Leiter finden. Ferner wurde der Kapellmeister und Chorleiter am Frankfurter Reichssender Paul Belker als Leiter der städtischen Chorkonzerte nach Kiel berufen.

Reichsarbeitstagung des RSD.- Studentenbundes.

Die Reichsstudentenführung hält vom 22. bis 25. Juni in Heidelberg ihre diesjährige Reichsarbeitstagung ab. Es ist die erste Veranstal­tung, mit der die neue deutsche Studentenführung in größerem Rahmen an die Oeffentlichkeit tritt. Einzeltagungen wechseln ab mit festlichen Veran­staltungen und Kundgebungen, die den Mitgliedern der NS.-Studentenkampfhilfe und den Studenten Gelegenheit zu gemeinsamem Auftreten geben. Das Programm sieht u. a. Ansprachen des Reichsstuden- tenfuhrers Dr. Scheel, des Vorsitzenden des Obersten Parteigerichts Reichsleiters Buch, des Reichsministers Rust und des Vorsitzenden des Reichsforschungsrats Generals der Artillerie Dr. h. c. Becker vor.

Konzert auf Stradivari-Geigen in Cremona.

Im Teatro Ponchielli in Cremona fand im Rah­men der Feiern zu Ehren des großen Geigenbauern Stradivari als künstlerischer Höhepunkt der Veranstaltungen ein Festkonzert statt, das sein ein­zigartiges Gepräge dadurch erhielt, daß dabei fast

ausschließlich von Stradivari und Guar­neri gebaute Streichinstrumente verwendet wur­den. Es wirkten 26 Geigen, 3 Violen und 7 Celli der berühmten Cremoneser Geigenbauer mit, die zum größten Teil von weither nach Cremona ge­bracht worden sind. Besonders zahlreich waren die Stradivari-Geigen aus Deutschland vertreten. Das Programm umfaßte neben verschiedenen Komposi­tionen alter italienischer Meister auch das 3. bran­denburgische Konzert von Bach. An dem Konzert, das von zahlreichen Vertretern der internationalen Musikwelt besucht war, nahmen auch die italienische Kronprinzessin und der Herzog von Bergamo teil.

Institut für Meereskunde an der Kieler Förde.

In Kitzeberg an der Kieler Förde fand die Ein­weihung eines Institutes für Meeres­kunde statt, dessen Kernaufgabe die Erforschung der Kieler Bucht als Meeres- und Lebensraum sein soll. Der Kieler Unioersitätskurator Dr. Dietzler übergab das Institut dem kommissarischen Direktor Prof. Rernane und wies darauf hin, daß Kiel in allen wissenschaftlichen und praktischen Fragen der Meeresforschung eine große Tradition aufzu­weisen habe. Professor R e m a n e sprach über die Bedeutung der Kieler Bucht für die Meeresfor­schung.

Neues für den Büchertisch.

Friedrich Griese:Das Kind des Torsmachers". Eine Erzählung. Biegsam ge­bunden 2,20 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. (110) Wie die früheren großen Dichtungen Friedrich Grieses ist auch diese neue Erzählung aus dem Erlebnis der niederdeut­schen Landschaft heraus entstanden. Die Menschen, die dort zwischen Heide und Moor von aller Welt abgeschieden als Torfmacher ihr mühsames Tage­werk verrichten, leben seit Geschlechtern tagein tag­aus im Gleichmaß ihrer Arbeit, dem Gesetz unter­tan, das die Erde ihrer Herkunft bestimmt hat. Um so mehr empfinden sie es deshalb als Frevel, daß eines Tages die Tochter eines dieser Torf­macher dem gewohnten Lebenskreis entflieht. Sie verdingt sich auf Jorga, dem mächtigsten Hofe des Landes, als Magd, ja, sie folgt der Werbung des Bauern und waltet schließlich als Herrin über Jorga. Niemand, am wenigsten ihr eigener Vater, kann dies begreifen. Wenn ihn auch das Gefühl, den Zugang zu einer größeren Welt zu finden, mit heimlichem Stolze erfüllt, so gerät sein Glaube an die Gesetze seiner Welt dennoch ins Wanken. Seine Ahnungen trügen ihn nicht: nach aufregenden Vor­kommnissen gehorcht die Tochter den Bindungen ihrer Herkunft und kehrt zurück in die Welt des Torfs und der Katen. So einfach Griefe diese Ge­schichte zu erzählen weiß, so stark ist die Spannung, die sie von Anfang bis Ende erfüllt. Es ist eine Dichtung, die sich zum Glauben an die ewigen Ge­setze des Lebens und der Erde bekennt.

Neil M. Gunn:Das verlorene Lebe n". Roman. Aus dem Englischen von F. Lennox. In Leinen gebunden 5,80 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. (81) Gunn ist seiner Art und Herkunft zufolge ein aus­geprägt schottischer Dichter, dem ein weiteres Ziel vorschwebt als die übliche Schilderung des moder­nen englischen Gesellschaftslebens und feiner uns keineswegs mehr neuen Problematik. Es ist ihm vielmehr um die Darstellung des elementaren Welt­geschehens zu tun, des unerbittlichen Schicksals, das im Gang der Geschichte und der Entwicklung vom natürlichen Leben zur fortschreitenden Zivilisation über die Menschen und Völker kommt und alles vernichtet, was den Inhalt ihres Lebens ausmacht. So ergeht es auch jener stolzen Stammesgemein- schaft im schottischen Hochlandstal Riasgan, die, Ab­kömmlinge eines ruhmreichen Volkes, nimmer von dessen uralten Bräuchen und Sitten läßt und in ihrem Leben, Lieben und Sterben den Vorfahren die Treue wahrt. In das Dasein dieser Menschen greift beunruhigend das Schicksal: die jungen Män­ner ziehen hinaus in den Krieg, um für das eng­lische Weltreich zu kämpfen. Und wenn auch Lebens­pläne zerstört und Liebesbande zerrissen werden, so sind sie doch stolz darauf, daß sie die alte schottische Tapferkeit von neuem beweisen können. Mit ihrem Auszug ist eine unheilkündende Unruhe in das Tal eingezogen. Die Gerüchte werden immer bedroh­licher, daß das schottische Hochland in riesige Schaf­farmen umgewandelt werden soll, die England unter dem Druck der von Napoleon aufgezwungenen Kon­

tinentalsperre zwar von der Woll- und Fleischein­uhr unabhängig machen, zugleich aber den Land­besitzern einen besseren Pachtvertrag und den speku­lierenden Agenten einen riesigen Gewinn sichern werden. Und eines Tages fallen die Bewohner des Tales diesem Plan der Zivilisation zum Opfer. Fremde Arbeiter dringen ein, die Viehweiden wer­den abgebrannt, die Hütten zerstört und die Meu­chen ausgetrieben an die felsige Meeresküste, wo ie weder leben noch sterben können. Don Stund an ist der Glaube des Volkes zu seinen Stammes- führern zerbrochen. Es häuft Fluch und Verdamm­nis auf sie. In diesen tragischen Ablauf eines Volksschicksals verflicht Gunn das bewegte Leben der kleinen Dorfgemeinschaft, aus der die Gestalt durch das erschütternde Werk zieht, eine Liebesge­schichte, die dem düsteren Buch den versöhnenden Ausklang gibt.

W. Schönhaber: Waldbränd e. Leit­faden über Entstehung, Bekämpfung und Verhütung. Mit einem Geleitwort von Landforstmeister Rech- tern. Verlag von Paul Parey, Berlin SW 11. Pr. 45 Pf. (100) Allein in den preußischen Staatsforsten ist 1934 durch Brand eine Waldfläche beschädigt worden, die etwa der gesamten Kultur­fläche der Provinz Sachsen in einem Jahre gleich­kommt. Diese ungeheuren, sich alljährlich wieder­holenden Schäden machen es notwendig, die Auf­klärung über die Verhütung und Bekämpfung der Waldbrände in die weitesten Volkskreise zu tragen. Die vorliegende Schrift schafft Klarheit über die ver­schiedenen Arten der Waldbrände und über die Maßnahmen, die jeweils nach Art des Feuers zu ergreifen sind. Sie sei allen Kreisen, insbesondere auch Schulen, als Aufklärungsschrift und praktisches Hilssbuch eindringlich empfohlen.

Georg von der Dring: Der Büch­se nspanner des Herzogs. Aufzeichnungen des Rittmeisters Otto von Toell. Roman. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Preis Ganz­leinenband 5,50 Mark. (96) SeinemSchwar­zen Jäger Johanna", der als Buch und als Film einen so großen Erfolg erlebte, läßt der Dichter diese fesselnde Erzählung folgen, die ebenfalls wie­der die Notzeit der Franzosenherrschaft und das Land um die Niederweser des Dichters Heimat als Hintergrund hat. Man lieft von der Kund­schafterfahrt des Rittmeisters Otto von Toell, der, als Schmuggler verkleidet, im Auftrag seines Her­zogs aus Rußland in das geknechtete Vaterland zurückkehrt und hier in den Studel eines unüber­legten Aufstandes hineinaerissen wird. Prachtvolle Friesengestalten, die um ihre Freiheit und ihr Recht streiten, stehen gegen die Besonnenen und gegen Verräter und Abtrünnige, zwischen ihnen die zarte Pfarrerstochter von Gokerke, deren Herz dem Büchsenspanner" gehört. In dem französischen Obersten Carteau ersteht Toell ein ritterlicher Gegen­spieler. Hier ist die Idee derFrontkameradschast" zwischen Freund und Feind in einer nächtlichen Unterredung meisterhaft gestaltet.

Im neuen Heft derSirene", der illustrier­ten Zeitschrift mit den Mitteilungen des Reichsluft­

schutzbundes, findet man genaue Angaben, wie man feine Räume richtig und zweckmäßig verdunkelt. Das inhaltsreiche Heft bringt außerdem einen Auf. fatz mit Bildern über Hebungen mit Atemschutzge- röten und Gasanzügen, Bildberichte über Winter- Manöver in Finnland, über Kunstflug, über die Widerstandsfähigkeit von Holz und Eisen im Hm. blick auf ihre Verwendbarkeit im bautechnischen Luftschutz; Photos zeigen den neuen Weltflughafen Tempelhof im Bau.

Witterungsvoraussage für 17. bis 26. Juni.

Herausgegeben von der Forschungsstelle für lang­fristige Witterungsvorhersagen des Reichswetter­dienstes in Bad Homburg am 16. Juni 1937 abends.

Die angetündigte Abkühlung und Wetter­verschlechterung ist fast in ganz Deutschland eingetreten; auch in Ostpreußen steht sie nahe bevor. Die Großwetterlage hat sich grundlegend um- gestaltet, so daß die Schönwetterperiode der letzten Wochen als abgeschlossen angesehen werden kann. In den nächsten zehn Tagen ist in ganz Deutschland mit wechsel vollem, vorwie­gend kühlem zu häufigen Niederschlägen neigendem Wetter zu rechnen; doch wird die Witterung nicht durchweg unfreundlich sein, vor allem werden in W e st - und G ü b ro e ft deutschland, also etwa westlich des Rheins und südlich vorn Spessart und Thüringer Wald un­ter dem Einfluß gelegentlicher Vorstöße des west­lichen Hochdruckgebietes häufiger 21 u f Reite­rungen eintreten. Im Mittel des ganzen Vorher­sagezeitraumes werden die Temperaturen unter dem Regelwert liegen, jedoch im Durchschnitt der zweiten Hälfte wenigstens westlich der Weichsel höher sein als in der ersten Hälfte. Gegen Ende des zehntägigen Zeitraumes wird oll- gemein eine Witterungsbesserung eintre­ten; ob sie von längerem Bestand sein wird, läßt sich gegenwärtig nicht absehen.

Wetterbericht

der Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die Grobwetterlage hat sich wenig geändert. Deutschland steht noch immer im Zufuhrbereich küh­ler Meeresluft, so daß unbeständiges, für die Jah­reszeit zu kaltes Wetter herrscht. Eine durchgrei- sende Aenderung ist vorerst auch noch nicht zu er­warten.

Aussichten für Freitag: Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, aber auch einzelnen Regenfällen, bei lebhaften westlichen bis nördlichen Winden ziemlich kalt.

Aussichten für Samstag: Bei Luftzu. fuhr aus West bis Nord wechselhaftes und zu ein­zelnen Niederschlägen geneigtes kühles Wetter.

Lufttemperaturen am 16. Juni: mittags 14,1 Grad Celsius, am 16. Juni: abends 13 Grad, am 17. Juni: morgens 10,5 Grad; Maximum 16,7 Grad, Mini­mum 8,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Juni: abends 17,9 Grad, am 17. Juni: mor­gens 15,2 Grad, Niederschläge 0,1mm, Sonnen- scheindauer 2,3 Stunden.______________

Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 37: 9326. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., fämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

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Herr Heinrich Gerdes

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im Alter von 65 Jahren.

Die trauernd Hinterbliebenen:

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Heim. Gerdes und Frau Gretel und Angehörige. [geb. Mandler

Gießen (Kaiserallee 23), den 17. Juni 1937.

Auf Wunsch des Verstorbenen findet die Trauer­feier in aller Stille statt

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Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem plötzlichen Ab­leben unseres langjährigen Sangesbruders

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Die Trauerfeier findet Freitag, 18. Juni, 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

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