Frauenklubkampf in der Leichtathletik.
Tv. Heuchelheim gegen VfB.-R, 66:62 für VfB.-R.
Am zweiten" Pfingstfeiertag trafen sich auf dem Sportplatz des Tv. in Heuchelheim die beiden Frauenmannschaften des Tv. Heuchelheim und des VfB.-R. Gießen zu einem leichtathletischen Klubkampf. Bei herrlichstem Wetter traten zwei prächtige Abteilungen gestählter Sportmädchen an, die sich einen harten Kampf lieferten, aus dem die Mannschaft des BfB.-R. als knapper Sieger hervorgehen konnte. Während bei Heuchelheim die Mädchenklasse sehr stark war, holten die Frauen beim VfB.-R. die meisten Punkte. Nach der Begrüßung durch den 1. Vereinsführer des Tv. Heuchelheim wickelten sich die Kämpfe unter Leitung eines einwandfreien Kampfgerichtes reibungslos und flott ab. Manche schöne Leitung wurde erzielt, wie sich aus den nachstehenden Ergebnissen ersehen läßt.
Frauen.
lOOMeter: 1. E. Ludwig, VfB.-R., 14,5 Sek.; 2. E. Schmidt, VfB.-R., 14,5 Sek.; 3. Dolkmann, Tv. Heuchelheim, 15,3 Sek.
Kugel st oßen: 1. E. Schmidt, VfB.-R., 8,25 Meter; 2. E. Ludwig, VfB.-R., 8,01 Meter; 3. A. Sack, To. Heuchelheim, 6,99 Meter.
Speerwerfen: 1. C. Weber, VfB.-R., 18,97 Meter; 2. E. Sack, Tv. Heuchelheim, 17,10 Meter; 3. A. Sack, Tv. Heuchelheim, 16,80 Meter.
Diskuswerfen: 1. E. Schmidt, VfB.-R., 28,10 Meter (neue Vereinsbestleistung); 2. A. Heller, VfB.-R., 21,55 Meter; 3. Sack, Tv. Heuchelheim, 18,83 Meter.
Hochsprung: 1. E. Fischer, VfB.-R., 1,32 Meter; 2. E. Schmidt, VfB.-R., 1,26 Meter; 3.21. Sack, To. Heuchelheim, 1,25 Meter.
Weitsprung: 1. C. Weber, VfB.-R., 4,40 Meter; 2. E. Fischer, VfB.-R., 4,18 Meter; 3. Kreiling, Tv. Heuchelheim, 4,03 Meter.
4 X 100-Meter-Staffel (Pendelstasfel): 1. VfB.-R. (C. Weber, E. Ludwig, E. Fischer, E. Schmidt); 2. Tv. Heuchelheim.
Mädchen:
100 Meter: 1. Reinstädter, Tv. Heuchelheim, 14,3 Sek.; 2. G. Weber, VfB.-R., 15,3 Sek.; 3. Hahn, To. Heuchelheim, 15,4 Sek.; 4. holler, VfB.-R., 15,4 Sek. Im Entscheidungslauf um den dritten Platz lief Hahn, Tv. Heuchelheim, 14,7 Sek. und holler, VfB.-R., 14,9 Sek. Eine feine Leistung der sehr schnellen Reinstädter.
Weitsprung: 1. Hahn, Tv. Heuchelheim, 4,09 Meter; 2. Kröck, Tv. Heuchelheim, 4 Meter; 3.Repp, VfB.-R., 3,98 Meter.
Hochsprung: 1. Hahn, Tv. Heuchelheim, 1,29 Meter; 2. Volkmann, Tv. Heuchelheim, 1,29 Meter; 3. holler, VfB.-R., 1,19 Meter. Auch hier die beiden Heuchelheimer Mädchen erstklassig.
Diskus: 1. Reinstädter, Tv. Heuchelheim, 20,12 Meter; 2. holler, VfB.-R., 17,69 Meter; 3. Reuter, VfB.-R., 15,97 Meter.
Kugelstoßen: 1. Reinstädter, Tv. Heuchelheim, 7,49 Meter; 2. Dolkmann, Tv. Heuchelheim, 6,28 Meter; 3. Repp, VfB.-R., 6,05 Meter.
Speerwerfen: 1. Reinstädter, Tv. Heuchelheim, 15,66 Meter; 2. Inge Mohr, VfB.-R., 15,05 Meter; 3. Volkmann, Tv. Heuchelheim, 14,05 Meter.
4 X 100-Meter-Staffel : 1. To. Heuchelheim; 2. VfB.-R. (Repp, G. Weber, E. Arnold, E. holler).
Großer BMW.-Gieg in Belgien.
Mit deutscher Beteiligung mürben am Pfingstsonntag in Chimay die Rennen um den Großen Grenzpreis von Belgien für Krafträder, Sport- und Rennwagen ausgetragen. In der Zwei-Liter- Sportwagenklasse gab es einen überzeugenden deutschen Sieg durch Ernst Henne (BMW.), der die 108 Kilometer mit 118,725 km/st als weitaus Schnellster zurücklegte. Durch Rose (Düsseldorf) und h. Berg (Altena), die ebenfalls BMW. fuhren, belegte Deutschland auch die nächsten Plätze. Bei den Motorradrennen hielt sich der Godesberger Thron- Prikker (Jmperia) ausgezeichnet, er wurde in zwei Rennen Zweiter. Die beste Zeit des Tages fuhr der Schweizer Rue sch in den Rennwagenklasse heraus. In 49:49 Minuten, die einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 130,91 km/st entsprachen, ließ er den belgischen Bugattifahrer Lechat um vier Minuten hinter sich.
Mit einem Kleinflugzeug 3 400 m hoch.
Dem Piloten Friedrich Aufermann gelang es, mit dem Kleinflugzeug „D—TKIL" der Klasse l) (Kleinflugzeuge unter 200 Kilogramm Eigengewicht) einen neuen Höhenrekord aufzustellen. Aufermann startete in Rangsdorf und erreichte eine höhe von 3400 Meter. Diese Leistung ist als nationaler und internationaler Klassenrekord angemeldet worden. Friedrich Aufermann ist einer der Düsseldorfer Gebr. Aufermann, die sich als Auto-Langstrecken- fahrer besonders durch ihre Durchquerung der Sahara einen Name« machten.
Kurze Gportnotizen.
Hindenburg Allen st ein kam im letzten Gruppenspiel zur deutschen Meisterschaft in Gruppe I zum ersten und einzigen Sieg. Mit 2:1 (0:1) wurde Beuthen 09 geschlagen und auf den letzten Platz verwiesen.
Das Frauen-Handballturnier der Gaugruppe III, an dem die Gaumeister Eintracht Frankfurt, 1860 München, Frauen-SC. Magdeburg und Stahlunion Düsseldorf beteiligt sind, wird am 29. und 30. Mai in Magdeburg durchgeführt. Die Gruppe II spielt in Mannheim, die Spielorte der Gruppen I und IV stehen noch nicht fest.
Das internationale Tennisturnier von Rot-Weiß Berlin endete mit einer Sensation, da nicht Gottfried von Cramm, sondern der Tscheche Cejnar das Männereinzel gewann. Cej- nar schlug den deutschen Meister in vier Sätzen 8:6, 0:6, 6:4, 6:4. Das Fraueneinzel gewann Hilde Sperling 6:0, 6:3 über Frl. Ullstein, im Frauendoppel siegten die Engländerinnen Scrioen-Dear- man über Porke-Sperling 6:3, 2:6, 6:3. Mit Hughes als Partner holte sich Frl. Dearman auch das „Mixed" mit 7:5, 7:5 Über Sperling-Kukuljevic und
im Männerdoppel wurde der Endkampf zwischen von Cramm-Henkel und Tuckey-hughes abgebrochen.
Deutsche Leichtathleten nahmen an Sportfesten in Paris und Wien teil. In Paris belegte Borchmeyer auf beiden Kurzstrecken hinter dem Engländer Pennington den zweiten Platz, während der Dresdener harbig die 800 Mektzr in 1:54,6 gewann. In Wien holte sich der Dresdener Kreher die 100 und 200 Meter, Frl. Gelius-Mün- chen gewann das Speerwerfen, die 4 mal 100-Me- ter-Frauenstaffel von Jahn München siegte und über 4 mal 1500 Meter gewann Dresdensia Dresden.
Lohmann gewann am zweiten Festtag in Frankfurt beide Dauerrennen. Bester Fahrer war aber Adolf Schön, der im Kleinen Preis über 20 Kilometer und im Gesamtergebnis des 80-Kilo- meter-Rennens um den „Großen Pfmgstpreis" den
-weiten Platz belegte, nachdem er im 50-Kilometer- Lauf vor Lohmann Sieger geblieben war.
Braddock und Louis dürfen nach dem Urteilsspruch des amerikanischen Bundesgerichtes in New Yersey am 22. Juni in Chikago ihren Box- kampf austragen, da ein gegenteiliger Beschluß „Braddock des Rechtes berauben würde, seinen Lebensunterhalt in dem von ihm gewählten Beruf zu verdienen". Schmelings Manager, Joe Jacobs, erklärte dagegen, daß fein Schützling am 3. Juni im Madison Square Garden in den Ring gehen werde und, falls Braddock nicht antritt, auf die Neuyorker Athletik-Kommission vertraue.
Georg von Opel wurde im Großen Einer in Ostende als Zweiter distanziert, weil er sich auf dem ersten Teil der Strecke versteuert hatte. Sieger wurde der Engländer Warren.
Wirtschaft.
Der deutsche Außenhandel im ersten Vierteljahr 1937.
DHD. Die Einfuhr Deutschlands im 1. Vierteljahr 1937 hat gegenüber dem 1. Vierteljahr des Vorjahres wertmäßig leicht zugenommen, und zwar um 38,7 Millionen Mark oder 3,7 v.h. An dieser Zunahme, die allerdings im wesentlichen nur eine Folge der inzwischen am Weltmarkt eingetretenen Preissteigerung für Rohstoffe und Halbwaren darstellt, waren mit Ausnahme Amerikas alle Erdteile beteiligt. Von der gesamten Zunahme entfiel, der größere Teil — 20,2 Millionen Mark — auf die außereuropäischen Erdteile und nur 17,3 Millionen Mark auf Europa. Entsprechend verschoben sich die Anteile Europas und der überseeischen Erdteile an der deutschen Gesamteinfuhr. Der Anteil' Europas ging weiter leicht zurück von 59,7 auf 59,2 v. H.
Weitaus stärker als die Einfuhr nahm die Ausfuhr Deutschlands gegenüber dem 1. Vierteljahr 1936 zu, sie stieg um 13,1 v. H. auf insgesamt 1283,0 Mark an. Die Steigerung (+ 148,8 Millionen Mark) verteilt sich je zur Hälfte auf Europa und Uebersee. Der Anteil Europas an der Gesamtausfuhr Deutschlands fiel erneut leicht zurück, von 70,4 auf 68,3 o. H. Alle überseeischen Erdteile erhöhten dagegen ihren Anteil. Demnach hielt auch im 1. Vierteljahr die Tendenz der Verlagerung der deutschen Ausfuhr von Europa nach Uebersee an.
Die Handelsbilanz im Warenverkehr mit Europa ergab im ersten Vierteljahr einen Ausfuhrüberschuß von 230,9 Millionen Mark gegenüber 169,3 Millionen Mark im 1. Vierteljahr des Vorjahres. Gleichzeitig ging der Einfuhrüberschuß im Verkehr mit Uebersee von 86,8 Millionen Mark im 1. Vierteljahr 1936 auf 36,8 Millionen Mark im 1. Vierteljahr d. I. zurück. An der Verbesserung der Gesamtbilanz des deutschen Außenhandels (+ 110 Millionen Mark) war demnach Europa infolge der verhältnismäßig geringeren Einfuhrzunahme etwas stärker beteiligt (+ 62 Millionen Mark) als Uebersee (+ 50 Millionen Mark).
Handelstätigkeit wegen Unzuverlässigkeit untersagt. Im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau ist im Jahre 1936/37 folgenden Betrieben wegen Unzuverlässigkeit die Handelserlaubnis entzogen worden:
1. Gebrüder Karlsberg, Diehhandlung, Frän- kifch-Crumbach. (Entzug der Handelserlaubnis — Entscheidung des Provinzial-Ausschusies der Provinz Starkenburg vom 21.10.1936.)
2. Gustav Sternberg, Viehhändler, Herborn, Hauptstraße 105a. (Entzug der Handelserlaubnis für Vieh, Fleisch, rohe Häute und Felle — Verfügung des Landrats von Dillenburg vom 24.10.
3. Lüdwig Oppenheimer, Neckarsteinach. (Ablehnung der Erteilung der Legitimationskarte für 1936 — Entscheidung des Provinzial-Ausschusies Starkenburg vom 7.10.1936 und für 1937 — Entscheidung des Kreisamtes Heppenheim a. d. B.)
4. Konrad Schumann II., Viehagent, Roßdorf bei Darmstadt. (Entziehung der Zulassung als Agent am Diehgroßmarkt Mainz — Entscheidung des Marktbeauftragten der Marktgemeinschaft für Schlachtviehverwertung in Mainz vom 29. 8. 1936.)
5. Firma Fleming-Kirch, Bodenheim a. Rh. (Entzug der Handelserlaubnis — Urteil des Landgerichts Mainz, Große Strafkammer vom 18. 1. 1937 wegen Verstoß gegen das Weingesetz.)
6. Firma Gärtner & Blum, Nierstein a. Rh. (Entzug der Handelserlaubnis wegen Verstoß gegen das Weingesetz, Urteil des Landgerichts Mainz — Große Strafkammer.)
7. S. H e t) m a n n S ö.h n e , Mainz, Breiden- bacherstraße 25. (Entzug der Handelserlaubnis wegen Verstoßes gegen das Weingesetz — Urteil des Landgerichts Mainz, Große Strafkammer.)
8. Josef Grimm, Milchverteiler, Offenbach a. M., Birkenlohrstraße. (Entzug der Handelserlaubnis — Entscheidung des Kreisamts Offenbach a. M. vom 11.11.1936.)
Die Firmen zu 1, 2, 3, 6 und 7 sind sämtlich jüdische Firmen.
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Polieren
Polieren, lat., Glätten von Stein, Metall oder Holz. Bei Holz wird eine fertig käufliche Mischung entweder mit dem Handballen oder mit einem Leinenballen in kleinen Kreisbewegungen gleichmäßig in die Poren eingerieben. Zum Schluß wird mit einem trok- renen Leintuch nachpoliert.
Polierte Möbel dürfen nicht naß abgewischt werden, Handabdrücke entfernt man mit einem wollenen Tuch. Evtl. Ränder von Vlumenvasen usw. entfernt man, indem man käufliche Möbelpolitur ganz dünn aufträgt und mit einem wollenen Tuch nachpoliert. Das Auffriscben von polierten Möbeln überläßt man am zweckmäßigsten einem Fachmann.
Polka, schneller Rundtanz im -/< Takt.
Polo, Rasenspiel, bei dem Spieler vom Pferde aus mit einem langen Holzhammer den Ball schlagen.
Polonaise, franz., ein polnischer Reigentanz mit festgelegten Figuren. Bei uns wird vielfach mit einer Polonaise ein Ball eröffnet, d. h. die Anwesenden gehen zunächst paarweise hintereinander, es werden dann verschiedene Touren gegangen, die nicht festgelegt sind. Die Polonaise endet in der Regel mit einem Walzer. Polstermöbel, Sessel, Sofas usw. werden mit dem Staubsauger oder durch Klopfen und Bürsten gereinigt, mit Staubsauger und Pinsel müssen sie auch von unten her gesäubert werden. Beim Klopfen legt man feuchte Tücher auf, an denen sich der Staub fest-
Pomade
setzt. Sind die Stoffe sehr empfindlich, wird der Klopfer außerdem mit einem Tuch umwickelt. Motten in Polstermöbeln bekämpft man durch Schwefeldämpfe oder kochenden Esiig, den man darunter stellt.
Polterabend, Vorabend der Hochzeit, an dem nach altem Brauch vor der Tür Geschirr zerschlagen wird was dem jungen Paar Glück bringen soll. Die Feier des Polterabends findet meist im Hause der Eltern der Braut statt. Am Polterabend wird der Braut in manchen Gegenden von ihren Freundinnen Kranz und Schleier überreicht.
Polypen, Sammelname für gestielte Geschwülste. Die Polypen sitzen meist in der Schleimhaut, seltener in der äußeren Haut. Polypen an der Gebärmutter rufen unregelmäßige Blutungen hervor, ebenso die im Mastdarm oder in der Blase. Gewöhnlich wird im Volksmund mit P. eine Wucherung der Nasenschleimhaut bezeichnet, welche die Nasenatmung sehr erschwert. Anzeichen dafür sind: Atmen mit offenen Mund, unruhiger Schlaf, Schnarchen, Aufschrecken während des Schlafes, Schwerhörigkeit, Verbildung des Kiefers und Gaumens. Veh. besteht in operativer Entfernung durch einen Facharzt ; Operation ist im allgem. sehr leicht, völlige Heilung nach 3 bis 4 Tagen.
Pomade, lat., mit ätherischen Ölen gemischte Fette, die zum Festlegen des Scheitels benutzt werden. Ständige Pflege des Haares macht die P. überflüsiig.
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